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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Strange Days (Begleitthread)
PelloquinHier sei nun Raum gegeben zum Gespräch über jene [url="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=725521#post725521"]seltsamen Tage[/url], die uns verwundern, erschrecken, zuweilen auch belustigen; immer aber nachdenklich zurücklassen.
ombre[size=1]Lieber Pelloquin, ich warte auf neue Beiträge in [i]Strange Days[/i].[/size] ;)

Vielen Dank für das Vorhandene. :)
Pelloquin:)

[size=1]So, da habe ich nun nochmal was reingestellt. Hat ein bißchen gedauert mit dem Tippen, aber nun ist es vollbracht. Ich weiß, dass es ein ziemlicher Brocken ist, aber ich wußte nicht, wo ich kürzen könnte.

Aber vielleicht hat sich ja meine Mühe gelohnt, und der Text findet Interesse.

freundliche Grüße
Pelloquin[/size]
HaevionGlaubst Du daran?
PelloquinHallo Haevion!

Dass ich daran glaube, kann ich nicht sagen. (Wenn du meinst, ob ich glaube, dass es zwangsläufig die Mutter Gottes gewesen ist).

Den Bericht im allgemeinen halte ich schon für authentisch, denn Jacques Vallées ist gegenwärtig mit der ernstzunehmendste erforscher solcher Phänomene.

Was es nun mit diesen Phänomenen tatsächlich auf sich hat, das gilt es zu ergründen.

Was mich an diesem Bericht fasziniert, ist, dass hier Marienerscheinungen in Zusammenhang mit dem Ufo-Phänomen gebracht werden.

Das Summen...

(Muß hier leider unterbrechen, denn ich habe einen Topf Suppe auf dem Herd stehen, der mir gleich verbrutzelt. ;) )
HaevionDu kannst ja nachher weiterschreiben, wenn Du willst. Guten Hunger. ;)
ombreIch habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu dieser Art von Ereignissen.
Sie faszinieren mich, ziehen mich in ihren Bann. Doch [i]glauben[/i]... ich [i]glaube[/i] nicht.
PelloquinGlaube... Was ist Glaube? Ich glaube, ich glaube auch nicht. *g* Denn würde ich glauben, würde ich dann noch zweifeln, jeden Gottverdammten Tag nach Antwort suchen? Und dennoch... trage ich Hoffnung in mir. Die verwegene Hoffnung, dass es einen Gott gibt, der mir am Ende einen triftigen Grund für all das Leid nennt.

Ja, ich hoffe. Glauben, nein, ich glaube nicht. Aber wissen möchte ich. Unablässig Fragen stellen....
HaevionEs ist weitaus schlimmer zu wissen, ohne zu glauben.

Es ist keine Faszination. Es ist wahr. Entweder man aktzeptiert es, oder man ignoriert es. Die Frage des Glaubens ist dabei nicht wichtig.
Pelloquin"don't open your eyes, take it from me - the devils of truth steal the souls of the free. don't open your eyes, take it from me - the blind have been blessed with security. don't open your eyes, take it from me - I have found, you can find: HAPPINESS IN SLAVERY." [size=1][Nine Inch Nails, [i]"happiness in slavery"[/i]][/size]

[size=1](öffne deine Augen nicht, nimm es von mir - die Teufel der Wahrheit stehlen die Seelen der Freien. Öffne deine Augen nicht, nimm es von mir - die Blinden sind gesegnet mit Sicherheit. Öffne deine Augen nicht, nimm es von mir - Ich habe es gefunden, du kannst es finden: Glückseligkeit in der Sklaverei...)[/size]


Gute Nacht! ;)
HaevionDie Bestimmung des Menschen... ;)
Pelloquin[size=1]Nur wenn wir es zulassen...[/size]
BlumeDesBösenPelloquin, ich finde deinen Eingangstext zu 'Strange Days' schön geschrieben... es trifft den Punkt...
Derartige Ereignisse haben mich auch schon immer interessiert und fasziniert... wie du schon meintest erschüttern sie die übertriebene Selbstsicherheit der Menschen und können zeigen, dass unser vollkommen rationales Denken uns blind macht... wir verstehen die Welt nicht, auch wenn wir das meinen... wir sind keine Herrscher, die die Fäden in der Hand haben...
Vielleicht sind wir selbst für Spekulationen über einen eventuell vorhandenen Gott (was ich mit einer übersinnlichen Macht gleichsetze und nicht unbedingt religiös gemeint ist) zu 'klein'...

Allerdings kann ich mit dieser Geschichte über das Wunder in Fatima rein gar nichts anfangen... Dieses Mischmasch aus Marienerscheinung und UFO-Andeutungen macht das Ganze nicht gerade authentisch... Ihre Aussage ist im Prinzip, dass Außerirdische Christen sind...
PelloquinDanke, BlumeDesBösen! Freut mich, dass mein Text auf interessierte Augen trifft.


Was meinst du mit "Dieses Mischmasch aus Marienerscheinung und UFO-Andeutungen macht das Ganze nicht gerade authentisch"?

Es ist genau das, worauf Vallée hinweisen wollte: Dass bei der Marienerscheinung von Fatima einige Faktoren in Erscheinung traten, die bei UFO-Sichtungen ebenfalls autreten.

Dass die Außerirdichen Christen sind, diesen Schluss wollte Vallée meiner Ansicht nach nicht im Leser erzeugen.

Was - wenn ich ihn richtig verstanden habe - Vallée fasziniert, ist vielmehr die Art und Weise, mit der [i]sie[/i] - was immer sie sein mögen (und V. ist der Ansicht, dass es sich bei ihnen nicht umbedingt um [i]Außer[/i]irdische handeln muß) - die Menschen manipulieren.

Er versucht "Fatima" von seinem religiösen Schleier zu befreien und zu schauen, was sich darunter verbrigt. Im Rahmen dieser Untersuchung hat er nun herausgefunden, dass es zwischen diesem von der Kirche als "Wunder" deklarierten Ereignis und anderen Phänomenen wie beispielsweise den Ufo's bemerkenswerte Gemeinsamkeiten gibt hinsichtlich der Art und Weise, wie die Zeugen reagieren, desweiteren die Begleitumstände (das sog. "Engelshaar", das seltsame Summen etc.)

Was von alldem zu halten ist, das versucht V. in seinen insgesamt drei Büchern zu ergründen; letztlich kann er aber nicht (es ist auch nicht sein Anspruch, dies zu tun) erschöpfend Antwort geben. Vielmehr regt er dazu an, nachzufragen, und sich nicht mit dem bereits als "Wahrheit" bekannten und doch allzu unbefriedigendem zufrieden zu geben.

Ich kann dir nicht sagen, was von Fatima zu halten ist. Ich glaube nicht, dass die Ausserirdischen Christen sind. Und überhaupt - Was ist Gott?

;)
Pelloquin[QUOTE][i]Original geschrieben von Haevion [/i]
[B]Die Bestimmung des Menschen... ;) [/B][/QUOTE]

[font=times new roman][size=3]„Wille ist kein Begriff“, sagte er.
Dies war das erstemal, dass er an diesem Tag mit mir sprach. Nach einer langen Pause fuhr er fort.: „Wir sind verschieden, du und ich. Wir haben nicht den gleichen Charakter. Dein Wesen ist gewalttätiger als meines. Als ich in deinem Alter war, war ich nicht gewalttätig, sondern bösartig. Bei dir ist es umgekehrt. Mein Wohltäter war so wie du. Er hätte sehr gut dein Lehrer sein können. Er war ein großer Zauberer, aber er konnte nicht [i]sehen[/i]. Nicht so, wie ich [i]sehe[/i], oder Genaro [i]sieht[/i]. Mein [i]Sehen[/i] lässt mich die Welt verstehen und führt mein Leben. Mein Wohltäter dagegen musste leben wie ein Krieger. Wenn ein Mann [i]sieht[/i], dann braucht er nicht wie ein Krieger oder sonst wie zu leben, dann kann er die Dinge [i]sehen[/i], wie sie wirklich sind, und kann sein Leben darauf einrichten. Aber angesichts deines Charakters möchte ich sagen, dass du vielleicht nie lernen wirst zu [i]sehen[/i], und in diesem Fall wirst du dein ganzes Leben wie ein Krieger leben müssen.
Mein Wohltäter sagte, ein Mensch, der sich auf den Weg der Zauberei begibt, erkennt nach und nach, dass das normale Leben für immer hinter ihm liegt, dass das Wissen tatsächlich eine beängstigende Sache ist, dass er sich nicht mehr durch die Mittel der normalen Welt schützen kann und dass er eine neue Art zu leben lernen muss, wenn er überleben will. Das erste, was er an diesem Punkt tun sollte, ist zu versuchen, ein Krieger zu werden, und dies ist eine sehr wichtige Entscheidung. Die beängstigende Eigenart des Wissens lässt ihm keine andere Möglichkeit, als ein Krieger zu werden.
Aber sobald das Wissen zu einer furchterregenden Angelegenheit wird, erkennt der Mensch gleichzeitig, dass der Tod als unersetzlicher Partner neben ihm auf der Matte sitzt. Jedem Stück Wissen, das Macht wird, wohnt der Tod als zentrale Kraft inne. Der Tod gibt die letzte Prägung, und was vom Tod geprägt wird, verwandelt sich in wirkliche Macht.
Ein Mann, der dem Weg der Zauberei folgt, ist bei jedem Schritt mit seiner drohenden Vernichtung konfrontiert, und so wird er sich unausweichlich seines Todes deutlich bewusst. Ohne das Bewusstsein des Todes wäre er nur ein normaler Mensch, der sich mit normalen Taten abgibt. Es würde ihm die notwendige Potenz, die notwendige Konzentration fehlen, die unsere alltägliche Zeit auf Erden in magische Macht verwandelt.
Darum muss ein Mann, um ein Krieger zu sein, in erster Linie mit seinem Tod vertraut sein. Und das zu Recht. Die Furcht vor dem Tod zwingt jeden von uns, sich auf unser Selbst zu konzentrieren, und das schwächt uns. Das nächste, was ein Krieger braucht, ist daher das Losgelöstsein. Der Gedanke an den bevorstehenden Tod verliert dann alles Beängstigende und wird etwas Gleichgültiges.“
Don Juan schwieg und sah mich an. Er schien auf eine Antwort zu warten.
„Verstehst du mich?“ fragte er.
Ich verstand, was er gesagt hatte, aber ich selbst konnte mir nicht vorstellen, wie man ein solches Gefühl des Losgelöstseins erreichen sollte. Ich sagte, ich hätte in meiner eigenen Lehrzeit bereits den Augenblick erlebt, in dem das Wissen zu einer derart furchterregenden Angelegenheit wurde. Auch konnte ich ehrlich behaupten, dass ich mich nicht mehr auf die normalen Voraussetzungen meines täglichen Lebens verlassen konnte. Und ich wollte, ja vielleicht mehr noch, ich musste lernen wie ein Krieger zu leben.
„Dann musst du dich loslösen“, sagte er.
„Wovon?“
„Löse dich von allem.“
„Unmöglich. Ich möchte kein Eremit sein.“
„Wer ein Eremit sein will, der lässt sich gehen, und das habe ich nie gemeint. Ein Eremit ist nicht losgelöst, denn er gibt sich willentlich seinem Eremitendasein hin.
Nur der Gedanke an den Tod verhilft einem Mann zu einer so hochgradigen Gelöstheit, dass er sich an nichts mehr hingeben kann. Ein solcher Mann ersehnt nichts, denn er hat eine ruhige Freude am Leben und an allen Dingen des Lebens erlangt. Er weiß, dass der Tod hinter ihm schreitet, und ihm nie die Zeit lässt, sich an irgend etwas zu klammern. Und so versucht er alles und jedes, ohne sich jedoch daran zu hängen.
Ein losgelöster Mann, der weiß, dass es keine Möglichkeit gibt, dem Tod zu entkommen, hat nur eines, worauf er sich stützen kann: die Macht seiner Entscheidungen. Er muss sozusagen Herr seiner Entscheidungen sein. Er muss ganz begreifen, dass er für seine Entscheidungen verantwortlich ist, und dass, wenn er sie einmal getroffen hat, keine Zeit für Reue oder Beschuldigungen bleibt. Seine Entscheidungen sind endgültig, einfach weil der Tod ihm nicht die Zeit lässt sich an irgend etwas zu klammern. Und so, im Bewusstsein des Todes, losgelöst und mit der Macht seiner Entscheidungen, lebt der Krieger sein Leben wie eine strategische Aufgabe. Das Wissen um seinen Tod führt ihn, hilft ihm, sich zu lösen und gibt ihm Kraft und Gelassenheit. Die Macht seiner endgültigen Entscheidungen befähigt ihn, ohne Bedauern seine Wahl zu treffen, und was er wählt, ist immer strategisch das beste. So tut er alles, was er tun muss mit Vergnügen und mit frischen Kräften.
Wenn ein Mann sich so verhält, dann kann man mit Recht sagen, dass er ein Krieger ist und Geduld erlernt hat!“

Don Juan fragte mich, ob ich noch etwas sagen wolle, und ich bemerkte, dass die Aufgabe, von der er sprach, die Zeit eines ganzen Lebens beanspruche. Er sagte, ich würde mir in seiner Gegenwart zu viele Gedanken machen, und er wüsste, dass ich mich im täglichen Leben wie ein Krieger verhielte, oder mich wenigstens so zu verhalten suchte.
„Du hast recht scharfe Krallen“, sagte er lachend. „Zeig sie mir manchmal. Das ist eine gute Übung.“
Ich machte die Geste des Krallenzeigens und knurrte, was ihn zum Lachen brachte. Dann räusperte er sich und sprach weiter.
„Wenn ein Krieger Geduld gelernt hat, dann ist er auf dem Weg zu seinem Willen. Er hat gelernt zu warten. Der Tod sitzt neben ihm auf der Matte, sie sind Freunde. Der Tod berät ihn auf mysteriöse Weise, wie er sich entscheiden, wie er strategisch leben soll. Und der Krieger wartet. Ich behaupte, dass der Krieger ohne Eile lernt, weil er weiß, dass er auf seinen Willen wartet. Und eines Tages gelingt es ihm, etwas zu tun, was normalerweise ganz unmöglich wäre. Vielleicht bemerkt er nicht einmal das Außerordentliche seiner Tat. Aber wenn er weiterhin unglaubliche Taten vollbringt, oder wenn ihm immer wieder unmögliche Dinge widerfahren, dann wird ihm bewusst, dass irgendeine Macht in Erscheinung tritt, eine Macht, die aus seinem Körper kommt, während er auf dem Weg des Wissens fortschreitet. Zuerst ist es wie ein Jucken im Bauch oder wie eine heiße Stelle, für die es keine Linderung gibt; dann wird es ein Schmerz, ein starkes Unbehagen. Manchmal sind der Schmerz und das Unbehagen so stark, dass der Krieger monatelang unter Krämpfen leidet, und je schwerer die Krämpfe sind, desto besser für ihn. Eine starke Macht kündigt sich immer mit starken Schmerzen an.
Wenn die Krämpfe aufhören, bemerkt der Krieger, dass er über eigenartige Gefühle verfügt. Er stellt fest, dass er tatsächlich alles, was er will, mit einem Gefühl berühren kann, das aus seinem Körper, aus einer Stelle direkt unter oder über seinem Nabel heraustritt. Dieses Gefühl ist der Wille. Und wenn er fähig ist, mit ihm die Dinge zu ergreifen, dann kann man mit Recht sagen, dass der Krieger ein Zauberer ist und dass er den Willen erlangt hat.“

Don Juan hörte auf zu sprechen und schien auf eine Frage von mir zu warten. Ich hatte nichts zu sagen. Der Gedanke, dass ein Zauberer Schmerzen und Krämpfe durchmachen musste, beschäftigte mich stark, aber ich scheute mich, ihn zu fragen, ob auch mir dies bevorstünde. Schließlich, nach längerem Schweigen, fragte ich ihn doch, und er schmunzelte, als hätte er meine Frage vorausgeahnt. Er sagte, dass der Schmerz nicht absolut notwendig sei; er zum Beispiel hätte ihn nie durchgemacht, ihm sei der Wille einfach zugeflogen.
„Eines Tages war ich in den Bergen“, sagte er, „und stieß direkt auf einen Puma, ein Weibchen; sie war groß und hungrig. Ich lief davon, sie lief mir nach. Ich kletterte auf einen Felsen, und sie stand, ein paar Schritte entfernt, bereit zum Sprung. Ich bewarf sie mit Steinen. Sie knurrte und griff mich an. In diesem Augenblick kam mein Wille ganz zum Vorschein, und bevor sie mich ansprang, hielt ich sie mit meinem Willen auf. Ich liebkoste sie mit meinem Willen. Ich streichelte ihr tatsächlich die Zitzen. Sie sah mich mit schläfrigen Augen an und legte sich hin. Und ich lief wie der Teufel, ehe die Wirkung bei ihr nachließ.“
Mit einer komischen Bewegung machte Don Juan einen Mann nach, der ums nackte Leben läuft und dabei seinen Hut festhält.
Der Gedanke, dass mir Berglöwen oder Krämpfe bevorstanden, wenn ich den Willen gewinnen wollte, erschreckte mich.
„Mein Wohltäter war ein Zauberer von großer Macht“, fuhr er fort. „Er war ein Krieger durch und durch. Sein Wille war gewiss seine erstaunlichste Fähigkeit. Aber ein Mensch kann darüber hinaus noch weiter gehen, er kann lernen zu [i]sehen[/i]. Wenn er [i]sehen[/i] lernt, dann muss er nicht mehr wie ein Krieger leben oder ein Zauberer sein. Wenn er [i]sehen[/i] lernt, wird ein Mann alles, indem er nichts wird. Er verschwindet sozusagen, und ist immer noch da. In diesem Moment, behaupte ich, kann er alles bekommen und alles sein, was er nur will. Aber er wünscht nichts, und statt mit seinen Mitmenschen zu spielen, als seien sie Spielzeug, teilt er mit ihnen ihre ganze Torheit. Der einzige Unterschied zwischen ihm und ihnen ist, dass ein [i]Sehender[/i] seine Torheit kontrolliert, während seine Mitmenschen dies nicht können. Ein [i]Sehender[/i] hat kein aktives Interesse mehr an seinen Mitmenschen. Das [i]Sehen[/i] hat ihn bereits von allem losgelöst, was er vorher wusste.“[/font][/size]
Pelloquin[font=times new roman][size=3]„Der bloße Gedanke, von allem, was ich weiß, losgelöst zu sein, lässt mich schaudern“, sagte ich.
„Das kann nicht dein Ernst sein! Nicht der Gedanke an das, was dir bevorsteht, sondern die Vorstellung, dass du ein Leben lang das tun musst, was du immer getan hast, sollte dich schaudern lassen. Denk an den Mann, der Jahr für Jahr Korn sät, bis er zu alt und schwach ist, um aufzustehen, und dann herumliegt wie ein alter Hund. Seine Gedanken und Gefühle, das beste in ihm, kreisen ziellos um das einzige, was er immer getan hat, das Kornsäen. Für mich ist das die furchtbarste Verschwendung, die es gibt. Wir sind Menschen, und es ist unser Schicksal, zu lernen und uns in die unvorstellbaren neuen Welten schleudern zu lassen.“
„Gibt es wirklich neue Welten für uns?“ frage ich halb im Scherz.
„Wir haben noch nichts ausgeschöpft, du Narr“, sagte er gebieterisch.
„[i]Sehen[/i] ist was für makellose Menschen. Mäßige deinen Geist, werde ein Krieger, lerne [i]sehen[/i], und dann wirst du die Endlosigkeit der neuen Welten unserer Vision erkennen.“

[center]* * *[/center]

„Ist der Wille die Kontrolle, die wir über uns selbst haben können?“ fragte ich.
„Man könnte sagen, dass er eine Art Kontrolle ist.“
„Glaubst du, ich kann meinen Willen üben, indem ich mir zum Beispiel bestimmte Gedanken versage?“
„Zum Beispiel das Fragenstellen?“ warf er ein.
Er sagte dies in so schadenfrohem Ton, dass ich aufhörte zu schreiben und ihn anschauen musste. Wir lachten beide.
„Nein“, sagt er. „Wenn du dir etwas versagst, so ist das ein Sichgehenlassen, und so etwas würde ich dir nicht empfehlen. Das ist der Grund warum ich dich so viele Fragen stellen lasse, wie du nur willst. Wenn ich dir befeheln würde, mit deinen Fragen aufzuhören, dann würdest du durch deine Bemühungen vielleicht deinen Willen verbiegen. Sich etwas zu versagen ist bei weitem die schlimmste form des Sichgehenlassens; es zwingt uns zu glauben, wir täten große Dinge, während wir in Wirklichkeit nur auf uns selbst fixiert sind. Aufhören Fragen zu stellen ,ist nicht der Wille, von dem ich rede. Wille ist eine Macht. Und da er eine Macht ist, muß er kontrolliert und gesteuert werden, und das erfordert Zeit. Ich weiß das, und ich habe Geduld mit dir. Als ich in deinem Alter war, war ich genauso stürmisch wie du. Aber ich habe mich gewandelt. Unser Wille arbeitet, auch wenn wir uns gehen lassen. Zum Beispiel öffnet dein Wille bereits nach und nach deine Öffnung.“
„Über welche Öffnung sprichst du?“
„Wir haben eine Öffnung; ähnlich der weichen Stelle auf dem Kopf eines Kindes, die sich mit zunehmendem Alter schließt, so öffnet sich diese Öffnung, indem man seinen Willen entwickelt.“
„Wo ist diese Öffnung?“
„An der Stelle deiner leuchtenden Fasern“, sagte er und zeigte auf seinen Bauch.
„Wie ist sie? Wozu ist sie da?“
„Es ist eine Spalte. Sie erlaubt dem Willen hervorzuschießen wie ein Pfeil.“
„Ist der Wille ein Gegenstand oder wie ein Gegenstand?“
„Nein. Ich habe das nur gesagt, damit du es verstehst. Was ein Zauberer Wille nennt, ist eine Macht in uns. Es ist weder ein Gedanke noch ein Gegenstand noch ein Wunsch. Aufhören Fragen zu stellen, ist nicht Wille, weil dazu ein Gedanke und ein Wunsch notwendig sind. Der Wille ist das, was bewirkt, dass du gewinnen kannst, wenn dein Denken dir sagt, dass du besiegt wirst. Der Wille ist das, was dich unverletzlich macht. Der Wille ist das, was einen Zauberer durch eine Wand, durch den Raum, und wenn er will, auf den Mond führt…“[/size][/font]

[size=1][Carlos Castaneda: [i]„Eine andere Wirklichkeit“ – neue Gespräche mit Don Juan[/i]][/size]
BlumeDesBösenDass Außeridische vielleicht Christen seien, war ein wenig sarkastisch gemeint... denn ich finde, dass in solchen Geschichten oft viel zu viel 'reingepackt' wird... Und bei dem Wunder von Fatima kam es mir besonders so vor...
Aber du schreibst ja, dass dieser Herr Vallée es sohingehend erklärt, dass die Marienerscheinungen der Manipulation dienen... das ist durchaus ein interessanter Ansatz, den herauszulesen ich wohl nicht fähig war... Aber mit dieser Erklärung kann ich mich durchaus einigermaßen zufrieden geben ;)...
Nur an die Außerirdischen in ihren UFOs kann ich mich trotz allem nicht gewöhnen... wir haben ja eine bestimmte Vorstellung davon, wie solche auszusehen haben, dass sie Lichterscheinungen produzieren etc... und wieso sollte es genau so sein? Sagen wir, es könnten irgendwelche Wesen sein... woher sie auch immer kämen...

Und ja: was ist Gott? Wie schon gesagt, sind wir wahrscheinlich gar nicht befugt, diese Frage ohne ein weiteres Fragezeichen zu beantworten...

Dein neuer Text zu Don Juan ist mir gerade etwas zu lang zum Lesen... aber ich werde es nachholen!
ombreDanke für's Abtippen. :)

[QUOTE]Wenn du dir etwas versagst, so ist das ein Sichgehenlassen, und so etwas würde ich dir nicht empfehlen. Das ist der Grund warum ich dich so viele Fragen stellen lasse, wie du nur willst. Wenn ich dir befeheln würde, mit deinen Fragen aufzuhören, dann würdest du durch deine Bemühungen vielleicht deinen Willen verbiegen. Sich etwas zu versagen ist bei weitem die schlimmste form des Sichgehenlassens; es zwingt uns zu glauben, wir täten große Dinge, während wir in Wirklichkeit nur auf uns selbst fixiert sind.[/QUOTE]

[size=1]Ich ringe nach Worten.[/size] ;)

Das ist eine Passage, die mir persönlich sehr wertvoll erscheint.
Pelloquin[quote][i]Zitat von BlumeDesBösen[/i]
Nur an die Außerirdischen in ihren UFOs kann ich mich trotz allem nicht gewöhnen... wir haben ja eine bestimmte Vorstellung davon, wie solche auszusehen haben, dass sie Lichterscheinungen produzieren etc... [b]und wieso sollte es genau so sein? Sagen wir, es könnten irgendwelche Wesen sein... woher sie auch immer kämen...[/b]
[/quote]

Das ist genau das, worum es in den Büchern von Jacques Vallée geht. Sie sind nicht immer klein und grau...

...und sie müssen nicht zwangsläufig [i]außer[/i]irdisch sein. Wie bereits weiter oben erwähnt, richtet V. sein Augenmerk auch auf die Legenden um jene eigenartigen Wesen, die hierzulande als [i]Elfen[/i] bekannt sind und die nicht nur in England, Irland und Island seit Jahrunderten für Verwunderung und zuweilen auch Schrecken sorgen.

Vallée (wie auch einiger andere) ist der Ansicht, dass es neben der unsrigen Welt noch andere Welten, Parallelwelten, gibt, in die wir hin und wieder durch einen sich plötzlich auftuenden Spalt Einblick erhalten können.

Und manchmal kommt aus diesem Spalt auch etwas heraus. Was dort kommt... davon mögen zukünftige Beiträge künden :)

Was die Fragen nach Gott betrifft... Die Frage muß, kann, darf jeder für sich selbst beantworten. Die einen verneinen ihn, die anderen erkennen ihn/sie/es als den einen, alles durchdringenden (und damit Gut und Böse in sich vereinenden) Geist. Und dann wäre da noch der Große Gott OM, der alle Ungläubigen unter seinen Hufen zertrampelt. Letztlich spielt es aber nicht wirklich eine Rolle, wer Gott für uns ist, sondern wer [i]wir[/i] für uns sind.

Ist aber nur meine Meinung. Jeder darf widersprechen.

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