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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Friedhofsdüfte!
MenedemosKann man einen Friedhof RIECHEN???

Vielleicht ist die Frage ein bissel ein Gschmarri, AAAABER
... ich habe neulich die neue Kaspar-Hauser-Dokumentation auf Arte gesehen und dort wurde gesagt:

[b]"Kaspar Hauser hatte die Fähigkeit, die AUSDÜNSTUNGEN EINES FRIEDHOFS auf über 500 Meter Entfernung zu wittern!"[/b]

Also, was denkt ihr? Riecht ein Friedhof spezifisch? Oder war Kaspar Hauser am Ende doch ein Scharlatan???

Denn wer auf der Welt könnte die Frage nach Friedhofsdüften fachkundiger beantworten als Gothics!?! (leichter Anflug von Ironie)
Die Wissenschaft braucht uns!
AinaEin Friedhof riecht z.B. nach frisch umgeworfener Erde, allerdingst tut das ein umgegrabener Garten auch. Und jetzt im Herbst wenn die Blaetter von den Baeumen fallen riecht er nach diesen faulenden Blaettern. Ich liebe diesen Geruch, aber unaufgeraeumte Parks verstroehmen auch diesen Duft.
MahsheedWeihrauchgeruch ...

Geht zwar von keinem Friedhof aus ...
Steckt eher in den Wänden
kalter, nasser Steine der Kircheninnenwände ...

Doch ist dieser Geruch bei mir sehr
mit dem Gedanken an Verwesung,
an Tod behaftet.

Vielleicht roch man in der Zeit,
in der es noch üblicher war,
Tote in Grotten zu bergen,
an besonders warmen Tagen ... etwas ...

(Eher unwahrscheinlich?)

Oder kann es nur der verrottete Duft sein,
der von den vermodernden Blumen und Pflanzen
der Komposthaufen ausgeht ...

Waren früher/sind heute noch Verbrennungsöfen
auf dem Friedhofsgelände zu finden?

Was ich auch mal gehört habe ist,
dass in den Friedhofskapellen
die Verstorbenen bis zu drei Tagen
untergebracht werden können.

War das zu anderer Zeit möglicherweise
anders? Länger?

Und in dem Buch von Süsskind "Das Parfum",
wird da nicht auch davon berichtet,
dass von dem Friedhof Gerüche ausgingen?

(Naja ...
Die (erfundene) Figur Grenuille soll ja
eine derart bemerkenswerte Nase gehabt haben ...
Die Aussagen dazu sind sicher
nicht ganz zuverlässig.)
SenecaMan sollte dabei bedenken, das sich das Prozedere einer Bestattung seit der Zeit Kaspar Hausers etwas geändert hat, auch was die Vorschriften angeht.
Die Toten wurden früher drei Tage in der Kapelle aufgebahrt, ohne Kühlung, man wollte damit verhindern, das Scheintote beerdingt werden...
Auch wurde damals nicht so tief bestattet wie heute, mangels Kleinbagger...
Hunde könne woh nochl riechen, daß auf Friedhöfen etwas verwest, ich habe schon bemerkt das meine Bella ein reges Interesse an frischen Gräbern hat...
Die Art des Bodens spielt auch eine entscheidende Rolle, denn Lehmboden lässt oftmals nicht mal genug Luft durch, so das der Verwesungsprozess selbst nach 50 Jahren nicht sehr weit fortgeschritten ist.
In meiner Heimatstadt sind die bei Umbettungen oder Grabeinebnungen auftauchenden "Wachsleichen" nur zu gut bekannt...

Bei weitergehende Fragen wenden sie sich bitte an den Bestatter ihres Vertrauens, oder die Friedhofsverwaltung...
Der kleine Todmanche Friedhöfe kann man riechen, manche kann man hören und manche kann man spüren...
ange gardienViel besser als Odessa kann man es eigentlich nicht beschreiben. Ein Friedhof ist nunmal ein besonderer Ort und bleibt uns eher im Gedächtnis hängen als ein Besuch in einer Gärtnerei oder der eigene frisch umgegrabene Garten. Und dann bringt man die Gerüche die es auch woanders gibt immer mit Friedhof zusammen.
ScherbenregenIch finde auf Friedhöfen riecht es oft sehr gut und es ist auch meist sehr ruhig dort. Ich kann nicht genau beschreiben wie es da riecht. Irgendwie erdig und natürlich. Ah, schön isses da. Obwohl es nen Klischee ist, aber was soll's.:rolleyes:

Scherbe:)
MirrorOfPainfriedhöfe riechen nach tod. alte leute riechen auch nach tod (soll jetzt keine beleidigung sein!!) ich kann den geruch nicht beschreiben , aber es stimmt schon dass friedhöfe einen eigenen geruch haben...
raison d'êtreDas man die Verwesung riecht, ist ziemlicher Unsinn. Ich will meinen, wer das behauptet, hat noch nie menschlichen Verwesungsgeruch gerochen. (Seid froh.)

Das Hunde das unter Umständen wahrnehmen können, kann ich mir durchaus vorstellen, aber ein Mensch ganz sicher nicht.
Ich persönlich rieche auf Friedhöfen nur die Pflanzen und das eigentlich auch nur, wenn es feucht ist. Viele Gräber verrotten im wahrsten Sinne des Wortes und das riecht dann eben so moderig.
MelisandeHallo,

also bei uns auf dem Hauptfriedhof riecht es stellenweise nach Knoblauch, weil dort sehr viel Bärlauch wächst:rolleyes: .
Aber hauptsächlich richt es nach Wald.

Grüße
Claudia
Serenaich denke schon...vor allem die Büsche/Hecken riechen guuut :)
nebulosabeim pilzesuchen viel mir eimal der eigenartige geruch an einer besonderen stelle auf. nach weiteren erkundungen wurde mir gesagt, daß an dieser stelle tote aus den bauernkriegen begraben sein müssten.
die pilze und der duft waren jedenfalls unbeschreiblich
DrowIst es nicht möglich das das riechen des Friedhofes nicht für den geruch an sich steht? Ich denke es gehen ganz andere dinge von einem Friedhof aus als Gerüche...


Gruss
Drow
nebulosawirklich wahr, Odessa hat es sehr gut beschrieben!
AlienSexFiend...hm nö...finde nicht dass unsere Friedhöfe irgendwie "besonders" riechen...Natur eben...

...anders ist es da schon bei Leichenhallen...
Glasya-LabolasIch denke nicht, dass Friedhöfe irgendwie spezifisch riechen, aber der buckelige Kaspar-Hauser konnte ja eh viel mehr, was wir mit unseren Sinnesorganen können. Er konnte aus kilometerweiten Entfernungen verschiedene Blumen, Beeren oder Bäume erkennen und das kann wohl nicht jeder. Ich glaube, dass es eher an ihm liegt, dass er nun mal Leichen gerochen hat, es könnten auch einfache Tierkadaver gewesen sein. :)
Maeser[QUOTE][i]Original geschrieben von Menedemos [/i]
[B]
[b]"Kaspar Hauser hatte die Fähigkeit, die AUSDÜNSTUNGEN EINES FRIEDHOFS auf über 500 Meter Entfernung zu wittern!"[/b]
[/B][/QUOTE]
naja,das ist vielleicht ETWAS übertrieben,aber ich denke schon,dass ein friedhof einen eigenen geruch hat,bloß nicht,dass man ihn schon aus der entfernung "wittern" kann.
bye,maeser
Sleeples_angelIch finde es riecht nach Stein (Grabsteine) und wenn das Metall bei den Garbkreuzen rostet, das riecht auch ganz eigen.

Sonst halt noch nach Erde. Es kommt auch aufs Wetter drauf an, bei Regen reichen einige Dinge intessiever als bei Sonnenschein. Oder im Winter riecht es auch ganz anders als im Sommer. :)
blackMorayaFriedhoefe riechen? Die beschriebenen Gerueche (aufgeworfene Erde, nasse Steine, Flora ... ) gibt es dort sicher. Aber sind das denn friedhofsspezifische Erkennungsgerueche? An beliebigen anderen Orten riechen nasse Steine, Erde und Hecken ... irgendwie genauso.

Wie Odessa schrieb: Psychologie erklaert da viel.
Zumindest, solange man sich bewusst ist, auf einem Friedhof zu stehen.

Wie erklaert man sich aber, dass das "Wittern" im Sinne von Wahrnehmung funktioniert? Also es bemerken, ohne zu wissen, wo man sich befindet (und ohne es bewusst zu riechen).

Natuerlich koennten es spezifische "Ausduenstungen" in solch geringer Dosis sein, dass sie zwar von den Riechnerven wahrgenommen werden, die Wahrnehmung aber unterschwellig bleibt und es nicht zum bewussten Riecheindruck kommt. Man nimmt etwas wahr, kann es aber nicht zuordnen.

Und bei sehr, sehr alten Staetten? Die haben schliesslich aus-gedunstet ...
FriedhofskatzeAlso ich arbeite viel auf verschiedenen Friedhöfen...(Steinmetz(in))
...wenn wir einen Grabstein setzen muss ein Betonsockel in die Erde wo der Grabstein dann rauf kommt...das heisst ich muss dann Mal so 40cm Erde ausheben, sagen wir da wurde gerade jemand in einem Familiengrab beerdigt, dann werden da ja Mal 2m Erde ausgehoben, dann kommt der Sarg runter und die ganze Erde von unten (wo der Vorgänger/in verrottet ) ist dann total durcheinander gewühlt, das heisst dass die sterblichen Überreste derer die vorher beerdigt wurden meist dann an der Oberfläche sind, und ich die dann halt mit ausgrab,(das sieht man normalerweise nicht denn da kommt dann ein bisschen Blumenerde und schöne Blümchen drauf :D ) auf jeden Fall riecht man da gar nix...wie schon gesagt, sind das meist Gerüche wie Weihwasser, nasser Stein, Erde, verrottetes Laub,feuchte Blumenerde..die sich dann eben vermischen, und vielleich etwas eigenartig wirken...
...allerdings wird es natürlich erbärmlich stinken wenn ihr jemanden der noch nicht ganz verrottet ist ausbuddelt...

Greets ,

Friedhofskatze ^v^
~*AngelaSacra*~ich finde auf einem friedhof riecht es ganz normal.
nur als ich letztens mit einer freundin auf dem friedhof in ihrem dorf war,lagen auf diesem komposthaufen eine menge bunte tücher[ob alter grabschmuck weiß ich nicht],die einfach unglaublich penetrant gerochen haben.
es war ein schwer definierbarer geruch,alt und leicht süßlich.
genauso riecht meine omi[die lebt aber noch...].
der geruch war wirklich sehr seltsam und es hat tatsächlich auf dem ganzen friedhof danach gerochen.
als wir dann später nach hause kamen,meinte die mutter meiner freundin,dass wir sehr komisch riechen würden...
Peacefulltomyich würde sagen, auf einem friedhof riecht es zuweilen süßlich.... vor allem wenn die klimaanlage der leichenhalle läuft und mit surren und rattern versucht, das ganze im hochsommer bei vier grad zu halten.

(kein blöder witz, realität)! :)
Friedhofskatze@Peacefulltomy

...sorry, da komm ich jetzt ned ganz mit was Du meinst...ich meine wie Du jetzt die Leichenhalle mit dem Friedhof in Verbindung bringst...hilf mir bitte auf die Sprünge...

;) Greetinx

Friedhofskatze
Peacefulltomyist bei uns in der gegend oft kombiniert....

und dann kamen einfach erinnerungen an meinen alten job auf. mit samt dm geruch, den ich dann wieder in der nase hatte.

süßlich.
FriedhofskatzeAh, alles klar...warst Du denn Bestatter, wenn ich Mal fragen darf ?
Peacefulltomyja. zwei jahre lang. dann wurde es mir zuviel. wenn kleine kinder dabei waren war das zu hart für mich.
Friedhofskatze@Peacefulltomy

Oh, ja das glaub ich Dir dass das schon eine ziemlich makabere Sache ist...wie kommt man eigentlich zu so nem Beruf ?Eine Lehre alsBestatter gibt´s ja nicht und eine gewisse Ausbildung braucht man ja schliesslich in dem Job...

Grüsse,

Katze
Peacefulltomyich war damals im stadtbauamt als friedhofs und landschaftsgärtner beschäftigt. da gehörte das, bevor es dann privatisiert wurde mit zum aufgabengebiet. heute macht es ein privates bestattungsinstitut mit und entlastet so die stadt.
wir hatten nur bestattet die gräber vorbereitet und später wieder geschlossen. die toten vorbereitet haben wie überall üblich bestattungsinstitute. im ausland gibt es den "funeralmaster" ja schon traditionell als ausbildungsberuf. deutschland zog nach. soweit ich informiert bin ist bestatter seit 2002 ein ausbildungsberuf geworden. ich selbst jedoch hatte damals anfänglich das ganze von den kollegen gelernt. meine eigendliche ausbildung ist kfz-techniker...


...und ich vergaß... nach torf und süßen blumen riecht es im sommer auch oft:cool:

gruß,
FriedhofskatzeAchso in dem Fall Totengräber...
Danke für die Info...wusste ich gar nicht dass da jetzt eine offizielle Ausbildung für gibt...(aber doch sicher nicht für Minderjährige, oder?...also ich meine, sowas wie ein Lehrberuf kanns Mal sicher nicht sein...moment Mal...*grübel* um was geht´s denn jetzt eigentlich, um den Bestatter (wie ich meinte) oder den Totengräber? :rolleyes:
Peacefulltomy????

warum nicht für minderjährige?
fraeulein graumal zurück zum thema:
ich denke, dass damals doch ein bisschen anders bestattet wurde als heute, gab ja auch armengräber, in die einfach alle 'reingeschmissen wurden, bisschen kalk drauf und wenn's voll war, wurde dann 'richtig' zugemacht- zumindest während epedemien.. und nirgends kühlung..
nur weil man heute nichts riecht, heisst das ja nicht, dass es immer so war.
Friedhofskatze@ Peacefulltomy

ja, ich meine findest Du dass es Jugendlichen zumutbar ist, Leichen aufzusammeln, die Knochen zu brechen , sie zu waschen waschen, wieder zusammenzubasteln, schminken, etc...? also ich denke eher nicht...was den Beruf Totengräber angeht, da sehe ich kein Problem darin den als gewöhnliche Ausbildung zu machen, oder naja, ich weiss nicht, irgendwie doch, ich meine, das kann man doch eigentlich wirklich keinem 15- jährigen Jugendlichen zumuten.,oder?..(nee, *kopfschüttel* )

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