| Faylyla | ...die nur auf dem Kram wie z.B. "Du hast doch n Dach überm Kopf, was zu essen und genug Geld,- also, warum weinst du dann?- Hör gefälligst auf damit und stell dich net so an!" KEnnt ihr das auch?? Ich hatte grad wieder ne UNTERHALTUNG mit meiner Mom deswegen,- fängt wie immer harmlos an und endet in einem Gekreische ihrerseits, da sie immer alles auf sich bezieht und mit Schweigen meinerseits, weil sie es einfach nicht akzeptieren kann, daß man GEFÜHLE hat. Meine Mom is Lehrerin und ich hab sie so lang ich lebe( fast 22 Jahre) nur 1,2 mal weinen sehen. Ihrer Ansicht nach, hat mein keinen Grund zu weinen, wenn man doch "alles" hat... Wie seht ihr das ? Habt ihr auch Eltern, die das Leben nur als Materielles Urwerk sehen? Ich habe mich eigentlich dank meiner Sozialtherapeutin darüber hinweg gesetzt,- will nur vernünftig mit Mom darüber reden,- und sie kommt aber immer wieder mit " Für Gefühle ist kein Platz, wenn man mal ne Zeit hatte, in der man jeden Tag aufsteht und nicht weiß, wie man das nächste Brot kaufen soll".. is ja okay, aber das Leben ist doch nicht nur Haus und Brot,- ist doch auch Mensch sein,- oder seht ihr das anders? Lg Faylyla |
| cloudZero | Hallo, du stehst mit deiner Meinung nicht alleine... :) |
| Thalmos | Meine Freundin könnte glaub ich mit dir stundenlang darüber reden...solche Leute tun mir eigentlich leid, sie weinen im Hass ihrer verschwendeten Jugend nach und lassen ihre Agressionen ab weil sie es nicht ändern können... |
| LaChatte | Wenn man schöne Gefühle haben kann, ist das das Dessert des Lebens - andererseits können Gefühle auch einfach so kommen, ohne "Grund" ist [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=20227&perpage=15&pagenumber=2]mir[/URL] gerade wieder mal passiert - aus heiterem Himmel. Und Gefühle verdrängen und nicht ernst nehmen halte ich nicht für eine gute Idee - dann riskiert man eben unkalkulierbare Gefühlsexplosionen im ungünstigsten Moment... |
| Clytie | Meine Eltern sind ähnlich - man kann mit allem zu ihnen kommen; finanziell würden sie einem immer helfen. In emotionaler Hinsicht wissen sie aber nicht, wie sie da was geben können/sollen - vor allem mein Vater hat damit Schwierigkeiten. Ergebnis: trotz materieller Absicherung ein ziemlich genussverneinendes Leben, sich ständig Dinge verbieten, dabei auf andere neidisch sein und die entstehenden Gefühle auf deren Rücken austragen. Beschuldigungen in indirekter Form (direkt würden sie sowas natürlich nie sagen), dass man quasi "genußsüchtig" sei, weil man lieber etwas weniger verdient und dafür mehr Zeit hat, es sich gutgehen zu lassen, weil man den Sinn des Lebens nicht allein im Möglichst-viel-Geld-Zusammenraffen sieht (womit ich nicht sagen will, dass Geld nicht auch zum Glücklichsein verhelfen kann - nur halt nicht ausschließlich). Bei meinen Eltern ist dieses Verhalten sehr stark durch ihre Kindheit bedingt - sie haben viele Entbehrungen mitgemacht und einige für sie wichtige Dinge aus finanziellen Gründen nicht machen können. Natürlich wollen sie, dass es ihren Kindern besser geht, aber sie setzen ihre Vorstellungen in eher ungesunder Art und Weise um. Dass sie emotional wenig geben können, hat ebenfalls mit ihrer Geschichte zu tun: Ihre Eltern haben sich halb totgeschuftet, um ihre Familie durchzubringen. Für große Gefühle und emotionale Fürsorge war da weder Zeit noch Energie - Hauptsache, man hatte was zu essen und das Schulgeld konnte gezahlt werden. Die Generation meiner Eltern hat sehr oft ein schlechtes Gewissen, weil sie das Gefühl haben, eigentlich pausenlos dankbar sein zu müssen - sie waren damals ja noch Kinder und meist noch zu jung, um in den Krieg geschickt zu werden. Sie haben überlebt und sind ihren Eltern "zur Last gefallen", während andere ihre Kinder im Krieg verloren haben. Viele von ihnen haben auch den Eindruck, das Leben irgendwie nicht verdient zu haben - so fühlt es sich für sie an. So versuch ich mir oft ihr Verhalten zu erklären und meine Geduld wiederzufinden, wenn ich mal wieder merke, dass sie ihr schlechtes Gewissen quasi an mich weitergeben - indem sie es (natürlich wieder, ohne es direkt zu sagen) missbilligen, dass man sich das Leben schön macht. Schade eigentlich - sie schützen sich immer noch, obwohl sie es gar nicht mehr nötig haben. Clytie. |
| Patchoulie | Damals, als ich mit Ritzen angefangen habe und es herauskam, haben meine Eltern es nicht verstanden. Sie haben sich zwar gefragt, was sie falsch gemacht haben, ja. Aber der Ansatz war, ob mir irgendetwas fehlt. Geld. Nein, es sind nicht Freunde, die mir fehlen, sondern die Tatsache, dass ich von meinen Eltern kein Vertrauen bekomme, dass meine Mutter mir hinterherschnüffelt, an meine Sachen geht und immer alles wissen will, was irgendwie mit Jungs zu tun hat. Mit 15 Jahren hält sie mich zu jung für Sex. Vielleicht war sie damals zu jung dafür, aber ich persönlich denke, dass ich selbst entscheiden kann, was richtig für mich ist. Und wenn's eben schief läuft, bin ich um ein paar Erfahrungen reicher. Ich möchte nicht vor allen Gefahren bewahrt werden, das bringt mir nichts. Aber dadurch, dass meine Mutter das nicht versteht, dass sie denkt, mir reicht es, behütet aufzuwachsen, ist die Kommunikation zwischen uns sehr schwierig. Ich bräuchte einfach mehr Vertrauen in dieser Beziehung... Mit Ritzen habe ich im Übrigen wieder aufgehört. Es bringt nichts. |
| Grey Rainbow | Hallo, bei mir ist es genauso wie bei Clytie. Immer wenn ich meine Eltern sehe, sehe ich ein Trauerspiel. Nur ändern kann ich nichts, habe inzwischen aufgegeben. Aber es macht mich immer wieder traurig das zu erkennen und zu wissen dass sie mich nicht akzeptieren können - ich bin nicht so "reich" wie sie |
| shattsu | davon kann ich ein lied singen, ich hab es allerdings aufgegeben mit mom über irgentwas zu reden was mich beschäftigt, entweder sie schmettert ab oder sie fängt an mich mit ihren belanglosen sogen noch weiter zu belasten, wie etwa der telefonrechnung oder das ihr rechner mal wieder spinnt und ich doch mal was machen soll, bin schliesslich der einzige in der fam der sich damit auskennt. als ich vor 1 1/2jahren wegen meiner gesundheitlichen situation zu ihr kam hat sie mich ausgelacht und gesagt ich soll mich nicht so anstellen, das war der moment an dem sie für mich gestorben ist, ich bin ins KH gekommen als es fast zu spät war und danach sofort ausgezogen, heute versucht sie sich wieder bei mir einzukratzen und regt sich auf das ich zu ihr immer so kalt und abweisend bin, sie wird es nie verstehn. |
| Knolli | kenn ich...meine mutter ist wirklich schlimm....manchmal frage ich mich, ob es okay ist, wenn man seine mutter unsymphatisch findet (nein, ich will nicht das wort "hassen" benutzen)....regt sich tierisch auf, wenn ich mal den ein oder anderen scheiss mach (belangloses zeug), beschimpft mich dann immer als egoist, der sich nur für sich selbst interessiert, andere leute wie dreck behandelt usw...das schlimme: oft nehm ich ihr das sogar ab, obwohl ich weiß und auch von meinen besten freunden immer wieder gesagt bekomme, dass das so nicht ist... ich hatte auch nie das gefühl, von meiner mutter geliebt zu werden...und genausowenig hatte ich jemals das gefühl, sie zu lieben... das kann aber auch evtl alles damit erklärt werden, dass ich adoptiert bin und somit von grund auf anders als meine eltern... |
| Sathana | Hm, das Gefühl kenne ich nur allzu gut. Ich bin seit kurzem ausgezogen und auch froh darum, nur kommen mir oft die Tränen, wenn ich andere sehe, wie herzlich diese bei ihren Eltern zu Hause immer wieder aufgenommen werden. Immer noch ihr Zimmer zu Hause haben, in das sie jederzeit wieder zurückkommen können, mehrmals die Woche angerufen werden, ob es ihnen auch gut geht. Meine Eltern melden sich nie mal bei mir, nur um zu fragen wie es mir geht. Nein, das muss schon einen Grund haben. Als ich ausgezogen bin, konnte das gar nicht schnell genug gehen und ein Tag nachdem ich draußen war, war mein Zimmer auch schon neu gestrichen und neue Möbel standen drin usw. Ich bin, wenn ich "nach Hause" komme immer nur ein Gast und fühle mich dort auch nie wirklich willkommen, dass ich länger bleiben mag.... Traurig sowas :confused: |
| Dragon-fire6 | Auch auf die Gefahr hin, dass ich das Thema etwas verfehle... Meine Eltern wollten mich schon ein paar mal zum Psychiater schleifen, da ich ihrer Meinung nach geistig gestört wäre und Hilfe bräuchte... Ein Pfarrer war auch schon im Gespräch - "irgendwie muss man ja dieses satanische Gedankegut austreiben". Ich habe zwar mehrmals versucht, ihnen zu erklären, was gothic ist, aber richtig zugehört haben sie mir anscheinend nicht. Sie wollen lieber den "normalen und anständigen" Sohn. In den Augen meines jüngeren Bruders bin ich immer "das Böse" und ein Satanist. Sehr bedauerlich... in der eigenen Familie... Naja ich kann einigermaßen damit leben, auch wenn es oft sehr nervig ist, sich so etwas alle paar Tage anhören zu müssen... Hatte früher vor etlichen Jahren immer ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber dann haben sie einmal von mir das "G"-Wort gehört. Das Problem ist, das sie doch recht gut an den Mainstram angepasst sind und leider viele Vorurteile haben... Äußerungen wie: "Du ziehst dich immer mehr zurück" und "Sei nicht ständig so depressiv" höre ich mir oft an. Naja, das ich oft depressiver Phasen habe stimmt schon, aber das liegt auch an meiner Vergangenheit und etlichen schweren Phasen... Morgen werde ich wieder versuchen, es ihnen verständlich zu machen... mal wieder... Wenn nicht, weiß ich auch nicht mehr weiter... dann sollen sie halt in ihrem Irrglauben bleiben... Hat noch einer dieses oder ähnliche Probleme mit der eigenen Familie...? |
| roddy | [QUOTE][i]Original geschrieben von Clytie [/i] [B]Meine Eltern sind ähnlich - man kann mit allem zu ihnen kommen; finanziell würden sie einem immer helfen. In emotionaler Hinsicht wissen sie aber nicht, wie sie da was geben können/sollen. [/B][/QUOTE] Das trifft so ähnlich bei mir auch zu. Wobei ich meinen Eltern keinen Vorwurf mache, ich habe einfach das Gefühl, dass sie mich nicht verstehen können, auch wenn sie sich Mühe geben. Mein persönliches Fazit ist halt, dass es manche Dinge gibt, bei denen es mir nichts bringt mit meinen Eltern zu reden, dafür habe ich aber Freunde, die sich besser in mich hineinversetzen können (ist vermutlich zum Großteil einfach eine Frage des Alters). |
| Knolli | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sathana [/i] [B]Hm, das Gefühl kenne ich nur allzu gut. Ich bin seit kurzem ausgezogen und auch froh darum, nur kommen mir oft die Tränen, wenn ich andere sehe, wie herzlich diese bei ihren Eltern zu Hause immer wieder aufgenommen werden. Immer noch ihr Zimmer zu Hause haben, in das sie jederzeit wieder zurückkommen können, mehrmals die Woche angerufen werden, ob es ihnen auch gut geht. Meine Eltern melden sich nie mal bei mir, nur um zu fragen wie es mir geht. Nein, das muss schon einen Grund haben. Als ich ausgezogen bin, konnte das gar nicht schnell genug gehen und ein Tag nachdem ich draußen war, war mein Zimmer auch schon neu gestrichen und neue Möbel standen drin usw. Ich bin, wenn ich "nach Hause" komme immer nur ein Gast und fühle mich dort auch nie wirklich willkommen, dass ich länger bleiben mag.... Traurig sowas :confused: [/B][/QUOTE] Manchmal frage ich mich, ob die heilen und perfekten Familien, die man so oft sieht, wirklich existieren oder ist das nur eine Einbildung? Vielleicht kommt einem jede andere Familie heiler vor als die eigene...nur ne vermutung... |
| shattsu | also, ich weis jetzt nicht ob ich für alle sprechen kann oder ob ich allein mit meinem gefühl bin, aber ich denke das es bei meiner mum reiner egoismus ist, sie wollte nicht glauben das es auch in der eigenen fam probleme geben kann und schweigt deswegen alles tot was ihr nicht gefällt. derlei probleme (zumindest die, die es bei mir waren) sind immernoch ein grosses tabu, besonders bei der dorfbevölkerung hier. die leute erfahren davon das der sohn von hinz und kunz z.b. unter depressionen leidet und schon steht man da wie ein verrückter und die eltern können sich schämen weil´s binnen weniger tage jeder weis. ich denke das sich die eigenen eltern einfach nur für einen schämen wenn man so etwas hat und spielen den anderen ne heile welt vor, was dann den eindruck einer perfekten fam erzeugen soll. die "heile familie" gibt es meiner meinung nach nicht mehr wirklich und wenn dann auch nurnoch selten. |
| Grey Rainbow | Ich bin auch adoptiert *zu-Knolli-rüberschau* und kenne es, das Wort "hassen" für die eigene Mutter nicht verwenden zu wollen (auch wenn es die Realität besser trifft?). Was mich immer wieder nachdenklich macht: Es ist nicht einfach Kinder zu adoptieren, der ganze Papierkram ist da sicher nur die Spitze des Eisberges. Wenn man also das alles auf sich nimmt gehe ich davon aus dass man das Kind wirklich "haben" will (dummes Wort, entschuldigt bitte aber mir fiel kein besseres ein). Warum gibt man ihm dann nicht die Zuneigung die es braucht, und behandelt es statt dessen wie den letzten Dreck? Ich habe mir oft Sätze anhören müssen wie "Hätten wir Dich besser nicht adoptiert, dann wärst Du wenigstens elendig verreckt". Mein Selbstwertgefühl ist dadurch auch 5 Jahre nachdem ich ausgezogen bin gleich null und zu oft beschleicht mich das Gefühl dass meine Eltern Recht hatten - ich fühle mich wie Abschaum, ich bin Abschaum. |
| Yar`gan | @Grey Rainbow: So solltest du nicht denken. Wenn deine Mutter nicht mit dir klarkommt, ist das, denke ich, nicht deine Schuld. Sie denkt, sie hat dich falsch erzogen. Sie glaubt, sie hat versagt, Fehler gemacht. Aber ihre Fehler schiebt sie dir in die Schuhe, weil sie sich nicht eingestehen kann, dass sie Fehler gemacht hat. Also: Der Fehler liegt nicht bei dir. Yar`gan |
| Mirrashar | Haloo also ganz allgemein von mir zu dem Thema Gefühle zeigen/haben: ich glaube viel zuwenig Menschen achten auf Ihre Gefühle schon garnicht auf die der anderen Menschen, viele sehen es als Schwäche an, aber das kennt ja wohl jeder aus seiner Wohngegend zugenüge. Ich denke weiterhin das man bestimmte Berufe die eigentlich Mitgefühl oder ähnliche wichtig in Menschen entwickelte "Gefühle" - man nicht ausüben dürfte. Nahezu alle Menschen Bilden sich intelektuell und Bilden sich denn weisgott etwas drauf ein, ich denke es müsste auch Schulen für Gefühlsentwicklung geben, die fänd ich genausowichtig, und wenn man sich manche Menschen ansieht, wie alt sie sind und welchen motiven sie folgen bzw. wie Gefühlarm sie sind und Sie bis hin zum tod die einfachsten Gefühle verdrängen wie Weinen,sorgloses Lachen etc. Ich glaube es ist viel einfacher aber auch selbstzerstörerischer sich den Gefühlen wie : Hass oder Wut hinzugeben denn man sieht dann an seiner -Umgebung das man zur Zeit in der Gesellschaft viel mehr weiterkommt wie mit Nachsicht oder Mitleid. Wenn es öffentliche Schulen gäbe für die Gefühlsentwicklung im Menschen, tja ich glaub nicht das es dann irgendwelche überflüssige Kriege gäbe denn es würden erst garnicht Machthungrige und Gefühlstote und voller Hass erfüllte Menschen an dien Macht kommen - aber wer kann schon Maßstäbe setzen für so eine Schule??? Ich habe mich auch schon oft gefragt warum manche Menschen so Gefühlskalt sind. Ich kann nicht behaupten das ich in einer Gefühlkalten umgebung aufwuchs aber ich habe einige Menschen gesehn die es auch nicht zulassen sich Gefühlen zu öffnen. Ich glaube Angst(aus Erfahrung aus) und die Angst vorm Enttäuschung da eine grosse Rolle spielen - denn auch wenn viele nicht wissen oder es nicht zugeben wollen, die Wunden die im Menschen sind und auf Gefühlsebene festsitzen und man nicht weiß wie man damit umgehen soll sind wohl am schwersten zu heilen und wenn man in die Gefühlskaltheit abgleitet will man wohl einfach nicht wieder zulassen verletzt zu werden, vielleicht ja deswegen weil man ja nicht weiß wie solche wunden zu heilen sind. Es kann aber auch schlicht einfach sein, das man es nie gelernt hat Gefühle zu zeigen, damit müssten auch einige 70Jährige erst in die erste Klasse gehen müssen um wenigstens zu lernen das man wenn man traurug ist weinen darf. Ich will damit nur verdeutlichen wie unsere Gesellschaft die Gefühle vernachlässigt schon seit Jahrtausenden, es zeigt uns wie weit intelektuell sich der Mensch weitetrentwickelt hat aber Seelisch auf der Strecke geblieben ist. mfg. Mirrashar |
| belladonna | Also zuerst sollte man sich mal vor Augen halten, daß Eltern auch mal Kinder waren, die Kinder ihrer Eltern, die vielleicht auch nicht alles richtig gemacht haben. (Was in zwei Weltkriegen wahrscheinlich auch schlecht möglich war) Ich meine, man kann ja an seine Kinder nur weitergeben, was man selbst gelernt hat. Eltern sind ja keine Übermenschen, die immer genau wissen müssen, was in ihrem Kind vorgeht. Sie haben ja auch verletzte Gefühle, Sorgen und Probleme. Ich als Mutter von zwei Kindern hab mir das auch einfacher vorgestellt. Jetzt ertappe ich mich oft dabei, daß ich zu meinen Kindern bin, wie meine Mutter es manchmal zu mir war und wie ich es nicht machen wollte. Ich habe, bevor ich selbst Mutter wurde, auch oft gedacht, daß meine Eltern verständnislos und gefühlskalt seien. Aber dem ist nicht so. Objektiv betrachtet wollten sie alles richtig machen, haben mich dabei vielleicht ein klein wenig zu sehr behütet, sprich kein Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten entwickelt. Und außerdem machen viele Eltern den Fehler zu glauben, daß sie ihre Kinder mit der richtigen Erziehung nach ihren Vorstellungen formen könnten. Aber kein Kind kommt als Neutrum zur Welt, daß man sich so hinbiegen kann, wie´s einem paßt. Wenn man lernt, sein Kind zu akzeptieren, wie es ist und seine Stärken fördert und seine nicht so tollen Charakterzüge im Zaum hält, dann ist das schon der richtige Weg. Aber ich muß sagen: Erziehung ist Schwerstarbeit. Vor allen Dingen für die Nerven. Und Kinder haben auch einen angeborenen Charakter und der ist nicht immer besonders lieblich. Ich habe Kleinkinder erlebt, die ihre Mütter erpressen z. B. mit Finger in den Hals und an die Wand (oder die Mutter) kotzen, um ihren Willen zu bekommen. Und wenn diese Mütter dann noch wenig Unterstützung von Mann und Familie bekommen (oft genug der Fall), dann ist es verdammt hart immer liebevoll und verständnisvoll seinem Kind gegenüber zu sein. Auch das Umfeld ist nicht immer sehr verständnisvoll. Ich kenne sie nur zu gut die entsetzten Blicke, wenn man mit Kinderwagen ins Geschäft oder Kaffee kommt. Man kriegt ne Menge Druck von außen, alle werfen einem gleich schlechte Erziehung vor, wenn das Kind etwas lebhafter veranlagt ist. Aber ich kann bestätigen, daß nicht jedes Kind, daß etwas schwieriger ist als andere gleich schlecht erzogen sein muß. Mein Sohn ist ein Wirbelwind, der weiß einfach nicht wohin mit seiner Kraft. Und meine Tochter dagegen ist bedächtig, ruhig und vorsichtig. Damit muß ich halt klarkommen. Aber natürlich ist es wichtig, seinem Kind immer wieder zu sagen und zu zeigen: Ich liebe dich so wie du bist, auch wenns nicht immer einfach ist und mal Streit gibt, ich würde dich nie wieder hergeben. |
| halfbee | war grade dabei den gleichen tread zu eröffnen. hab genau das gleiche problem. ich habe meine eltern nie in meinem ganzen leben weinen sehn.nicht weil sie so unglaublich happy sind,sicher nich.in meiner familie redet niemand über gefühle.man umarmt sich auch nicht.oder fragt ob man ein problem hat.man ignoriert die tatsache dass diese menschen die da zusammen am tisch sitzen alle gefühle und probleme und sorgen haben.jeder macht auf happy family.wenn man die kraft dazu nich hat geht man sich aus dem weg. das ist alles insofern ein problem für mich weil ich verdammt viele probleme habe und meine eltern an meiner seite bräuchte. ich muss sie um eine therapie bitten wegen dingen von denen sie nicht die leisteste ahnung haben.ich muss mir ihnen REDEN.über persönliche dinge.so bin ich aber nicht aufgewachsen.deshalb kann ich es nicht.seit mehr als 3 monaten schiebe ich das so vor mir her.ich bringe es nicht über mich.das sind die folgen von so ner erziehung.meinen brüdern und mir gehts psychisch echt scheiße.und doch sind wir meister im vertuschen.also gibts keine hoffnung auf heilung.weil wie gesagt für eine therapie bräuchte ich die erlaubnis und das geld meiner eltern. und eines tages kam meine chance.mein hautarzt hat meiner mutter nahe gelegt mir ein paar test hypnose therapie stunden zu zahlen weil das fast immer funktioniert und meine akne sicher psychisch bedingt ist(sie lösst sich nicht mal durch antibiotika bekämpfen).meine mutter hat mir angemerkt dass ich sofort wusste welche psychischen sachen das verursacht haben aber mein vadda sagt er glaubt an sowas nich und das is doch quatsch.es intressiert ihn nich dass ich das vllt NÖTIG hab. es ist nicht normal dass ich meinen eltern nicht sagen kann dass ich vergewaltigt wurde.hätte ich das können wäre heute vieles anders.und sie haben echt keine ahnung dass ich schon mal versucht hab mich umzubringen. das ist alles so gekommen weil das wohl auf mich abgefärbt haben muss,diese mentalität,gefühle um jeden preis zu verstecken. ich habe meine freunde auch immer beneidet wenn sie auch von ihren noch so strengen eltern in den arm genommen wurden wenn wir von einer 10tägigen schulfahrt zurückkamen. aber berührungen sind bei uns auch voll tabu.das macht mich so kaputt. (es tut mir echt leid dass ich hier so viel schreibe aber ich hatte noch nie die gelegenheit über dieses problem zu reden) |
| Mirrashar | haloo letzendlich bin ich gar froh das der Thred hier ist, das zeigt das unsere generation sich schonmal gravierend unterscheidet von der generation unser Eltern - wir geben wenigstens schonmal zu Gefühle zu besitzen ;) Es liegt nun wohl dann bei unserer generation wenn wir mal als Eltern da stehen werden, wie unsere Kinder mit dem Thema umgehen werden, hoffentlich dann wird es kein Thema mehr sein Gefühle offen zeigen zu können. mfg. Mirrashar |
| halfbee | ich weiß.das is etz n bisschen anderes thema aber... würdet ihr nich auch manchmal im laufe eures lebens gerne eine liste führn mit dingen die ihr euren kindern sicherlich nicht antun werdet??also da fallen mir etz 1000 sachen ein, die ich wenn ich sleber mal kinder hab bestimmt wieder vergessen werde.ich will alles ebsser machen is ja klar.aba wenn man selbst nich "kind"is denk ich weiß man am besten,wie. |