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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Was passiert in einer Psychatrischen Anstalt?
GeesHallo zusammen
Vor kurzem ist eine Freundin von mir aufgrund eines Missverständnisses für mindestens 6 Wochen in die Klapse eingeliefert worden. Wie muss ich mir das da vorstellen? Was wird da mit ihr gemacht?

Würde mich über rasche Antworten freuen, da ich mir echt sorgen um sie mache.
thx
Darket[QUOTE]ufgrund eines Missverständnisses für mindestens 6 Wochen in die Klapse eingeliefert worden. [/QUOTE]
Mißverständnis??? :eek:
Mann, das deutsche Gesundheitssystem is noch miserabler als ich dachte, aber ich kann Dir da, so gern ich würde nicht weiterhelfen fürcht ich
PeacockPrincessWenn deine Freudin wegen einem Missverständnis eingeliefert wurde und kein psychisches Problem hat, wird sie sicherlich keine 6 Wochen dort bleiben, die Ärzte haben wirklich bessres zu tun, als sich um gesunde "Patienten" zu kümmern.

Und "gemacht" wird mit ihr in dem Sinne gar nichts.
Es gibt Gruppentherapien (z.B. Tanz/ Bewegung, Kunst, Gespräche usw.), Einzelsitzungen und Visiten. Manchmal werden Medikamente verschrieben, z.B. Antidepressiva, wirklich ruhig gestellt wird nur, wer ausflippt und versucht, sich selbst oder seiner Umwelt zu schaden.
Sorgen brauchst du dir keine zu machen, Ärzte sind keine Idioten, das sind ausgebildete Fachkräfte. Du darfst dir das nicht zu so vorstellen, dass ein Haufen Verrückter zusammenhockt und sich wirres Zeug einredet. Auf einer offenen Station hat jeder ein eignes Zimmer oder er teilt sich eines mit einer (gleichgeschlechtlichen) Person, je nachdem wie verträglich er oder sie ist. Es gibt ein Tagesprogramm aus Sitzungen etc., drei Mal täglich wird gemeinsam in einem Speisesaal gegessen. Es ähnelt ein bisschen einem Schullandheimaufenthalt, vom Tagesablauf her.
Wie´s auf einer geschlossenen Station aussieht, weiß ich nicht, ich war nur auf der Depressivenstation meiner Mutter, aber es ist im Grunde genau so wie auf der offenen, nur dass die Patienten dort mehr isoliert sein werden und natürlich nicht nach draueßn dürfen, insgesamt die Sicherheitsvorkehrungen um einiges höher sind.
Es wäre ganz hilfreich, wenn ich wüsste, warum, besser gesagt, weswegen deine Freundin eingeliefert wurde und was für ein Missverständnis das war, dann kann ich dir wahrscheinlich mehr erzählen.

Mfg,
die Tochter einer Psychiaterin
sixthsenseentschuldige mich bitte, aber wie kann man aufgrund eines missverständnisses in eine psychiatrische anstalt eingeliefert werden???
Thanateros@Darket: Schlimm genug, dass du zu allem nen Kommentar abgibst, von dem du halbwegs Ahnung hast...aber nur um zu sagen, dass du keine hast? ;)

@Thema: Die finden doch eigtl immer etwas, wenn sie wollen, wenn sie Pech hat, wird sie also durchaus länger da bleiben können.
Ich weiss nur, dass die Lete, die sich wehren, durchaus fixiert werden können und so weiter...hab aber auch nich wirklich ne Ahnung, nur das, was ich über meinen Grossonkel gehört habe, der wegen Demenz drin is.
PeacockPrincessDas bezweifle ich. Wenigstens ein bisschen daneben muss man dazu schon sein... Außerdem, um eingeliefert zu [I]werden[/I] braucht es doch ein gerichtliches Urteil, oder?
ThanaterosNicht unbedingt soweit ich weiss...
Wenn ein Angehöriger dafür grade steht, dann genügt das.
Zwangseinweisung kann aber nur in schweren Fällen wirklich durchgeführt werden, nicht in jedem.
PeacockPrincess@ Thanateros

Im Gegenteil, wer sich (in einer offenen Anstalt) wehrt und nicht kooperiert, läuft eher Gefahr, wieder nach Hause geschickt zu werden, anstatt da zu bleiben.

>Die finden doch eigentl. immer was, wenn sie wollen..

Klar, sie müssen ja was finden, wie sollten sie sonst eine Diagnose erstellen! Und wenn jemand in der Anstalt landet, der seelisch gesund ist und der z.B. von einem Krankenhaus geschickt wurde, weil das dortige Personal nicht gewillt war, sich mit dem Patienten herumzuschlagen, weil der ein paar Macken hat, die aber noch nicht unter psychische Störungen fallen, dann muss er wieder gehen. Psychiater sind doch keine Hallodris, die sich zum Spaß in ihre Anstalten hocken und an gesunden Menschen herumdoktern!


Übrigens: Ist das hier nicht das falsche Forum für so ein Thema? Gehört das nicht eher nach Dies&Das?
Montrose[QUOTE]Würde mich über rasche Antworten freuen, da ich mir echt sorgen um sie mache.[/QUOTE]

Besuche sie doch einfach mal.
ElaineEingewiesen werden kann eigentlich jeder der 'auffällig' ist in seinem psychischen Verhalten. Nur da behalten dürfen sie sie nicht einfach so. Soweit ich weiss gibt es da diese 72 Stunden, ab dann ist es wenn sie nicht dortbleiben will (also freiwillig) Freiheitsberaubung. Dann bedarf es einem richterlichen Gutachten und folgedessen einem Beschluss.

Missverständnisse gibt es diesbezüglich genug :rolleyes: ...

LG,
Elaine
MelisandeHallo Gees!

Also ehrlich gesagt, denke ich nicht daß jemand auf Grund eines Missverständnißes einen 6 Wochen "Beschluß" (das ist die Richterliche anordnung) bekommt. Niemand wird in einer Psychiartrie (oder einer anderen Klinik) festgehalten, wenn er Gesund ist (,das können übrigens auch die Erziehungsberechtigten bei Minderjährigen nicht verlangen).
Und ich denke, daß die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal wohl bald merken, wenn jemand keiner stationären Behandlung bedarf.

Woher weißt Du das mit dem "Missverständniß" denn?
Villeicht schämt sie sich auch einfach wegen irrgendwelchen Problemen oder hat sie selber noch gar nicht erkannt?

Ich habe selbst einige Jahre in der Psych gearbeitet, deshalb bin ich sicher, daß niemand grundlos eine 6 Wöchige Zwangsunterbringung bekommt.

Währe aber interessant näheres zu erfahren.:) (Bin halt neugierig.:rolleyes: )

Liebe Grüße
Claudia
Darket@Thanateros
Meine eigentliche Intention war meine Verblüffung über die versehentliche Einlieferung in eine Psy auszudrücken...
Thanateros@DArket: is ja ok, reg di ab :D
GeesDas Missverständnis war nicht seitens der Ärzte.
Erst kam sie ein paar Tage nicht heim und hat während dieser Zeit einem Freund erzählt, dass sie sich demnächst umbringen wird. (Was nicht stimmte). Dieser Freund hat daraufhin ihre Mutter verständigt, und die hat dann (in Panik warscheinlich, da sie ihre Tochter sowieso schon vermisste) mittels Polizei nach ihr suchen lassen und sie zwangseinweisen lassen.

@Montrose: Kann sie nicht besuchen. Es sind 100km bis dahin, und ich hab noch niemanden gefunden der mich dahin mitnimmt. (mein Motorrad is kaputt und die Reparatur dauert noch ne Weile)

@Melisande: Naja, grundlos isses warscheinlich nicht.......wenn man sich die Narben an ihren Armen anguckt wird einem schon Bange. Die sind echt heftig.
Pygmaleonnaja, dann war es wohl absolut nicht grundlos, dass sie eingeliefert wurde. wenn jemand 3 tage einfach so verschwindet und von selbstmordabsichten erzählt, ist das sehr ernst zu nehmen und ein ernster hinweis darauf, dass derjenige hilfe braucht.
"nur" weil der selbstmord nicht erfolgt ist, kann man hier sicher nicht von einem missverständnis reden.
MelisandeHallo Gees!

Tja, sie scheint dann ja wohl doch Krank zu sein und eine Behandlung zu brauchen. Aber wenn die Suiciddrohung wirklich nicht ernst gemeint war und sie bereit ist sich helfen zu lassen, muß sie vielleicht nicht so lange in der Klinik bleiben. Es gibt ja genügend ambulante Therapiemöglichkeiten.:)

Hoffentlich schafft sie es.

Liebe Grüße
Claudia
cauchemarne freundin von mir war mal über ein wochenende in einer geschlossenen psychatrischen anstalt(sie wollte sich auch umbringen...). ich will jetzt niemanden schocken, aber sie meinte zu mir, dass das die schlimmste zeit ihres lebens war. sie durfte nicht raus, durfte sich nur in einen raum aufhalten. sie hat auch mitbekommen, wie andere dauernd gegen die türen gesprungen sind, geschrien haben, abhauen wollten...
Darket[QUOTE]@DArket: is ja ok, reg di ab [/QUOTE]
dafür häät ich mich erstma aufregen müssen :D
moreIhr erzählt hier Schauergeschichten.... Zstzstzst.... :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

[QUOTE] meinen Grossonkel gehört habe, der wegen Demenz drin is.[/QUOTE]
1. wegen Demenz kommt keiner in die Psychiatrie... Das wäre vergeudete Zeit, einen Demenz-Kranken kann man nicht heilen. Der kommt dann in ein Pflegeheim, dort sind die Leute für sowas spezialisiert. Ausser er hat nicht Demenz (=Alzheimer)

2. Mein (leider schon verstorbener) Onkel hat, als Pater, in einer geschlossenen Anstalt gearbeitet. Wir haben ihn da besucht. Es ist überhaupt nicht schlimm. Es wird viel gemalt, gebastelt und viel Bewegungstherapie gemacht. Klar, werden die Leute nicht allein nach draussen gelassen, zu groß ist das Risiko, dass sie sich verletzen können. Aber in Begleitung dürfen auch sie Spaziergänge unternehmen.

3. Mein Vater hat sich wegen Nervenproblemen sogar freiwillig in eine offene Nervenklinik einweisen lassen. Er durfte natürlich auch am Wochenende seine Kinder allein besuchen. Es ist vergleichbar wie ein Kuraufenthalt.

Wie erwähnt, kein Arzt hat die Zeit und unser Gesundheitssystem hat auch nicht das Geld gesunde Leute zu therapieren. Ausserdem, wenn sie damit pralt sich das Leben zu nehmen ist die Einweisung vielleicht sogar das Richtige. Vielleicht hat sie wirklich Depressionen.
GeesMir ist inzwischen klar geworden, dass Pygmaleon vielleicht wirklich recht hat. Ich hab die Geschichte nur von einer gemeinsamen Freundin gehört, die evtl was an der Geschichte gedreht hat, um sie in Schutz zu nehmen/ihren Ruf zu wahren. :confused: Möglich wärs......bin mal gespannt wie lange sie im Endeffekt wirklich drin bleibt, und wie sie sich verändert hat. :(
Melisande@ more

Nur mal am Rande erwhänt: Demenz ist nicht = Alzheimer, es gibt X verschiedene Arten von Demenzerkrankungen.;)
Und es ist durchaus nicht unüblich, das ein Demenz-Kranker mal in die Psychiartrie eingewiesen wird. Dafür gibt es die "Gerontopsychiartrie", die auf die Behandlung alter Menschen spetzialisiert ist.

So, schluß mit der Klugscheißerei.:D

Liebe Grüße
Claudia
rainravenIch mußte mich mit der Psychiatrie mehrmals auseinandersetzen, da mein Exfreund an schizophrenen Psychosen und Drogenproblemen litt und mehrmals ambulant bis stationär eingewiesen wurde, da er sich und andere in der Öffentlichkeit gefährdete und teilweise nicht ganz bei Sinnen war und absurde oder gefährliche Aktionen startete.
Bei uns gibt es die ansässige Nervenklinik, die alleine einen ganzen Ortsteil einnimmt mit all ihren Gebäuden, Geländen und Anstalten. Eigentlich hat sie einen guten Ruf und ich denke, dem wird sie auch gerecht.
Doch was ich von der ambulanten Station mitgekriegt habe, war wirklich dem Szenerio von "Einer flog übers Kuckucksnest" ähnlich. Ruhiggestellte, ältere Leute im Schlafrock, die brabbelnd an einer Ecke lehnten, ganz junge Leute, die apathisch und blaß Zigaretten rauchend auf dem Balkon saßen und Selbstmordversuche oder massive andere Probleme hinter sich hatten und sehr labil waren, Althippies mit LSD-Schaden und wiederkehrenden Flashback-Psychosen, dann wieder so Leute, von denen man dachte, SIE wären der Arzt, weil sie Mitpatienten diagnostizierten und mich in hochgeistige Gespräche verwickelten. Ab und zu schrie einer unmotiviert herum.
Die Ärzte, mit denen ich öfters sprach, hielt ich auch für unterschiedlich kompetent. Manchmal hatte ich das Gefühl, es färbte schon der Irrsinn etwas auf sie ab...

Und dazwischen mein damaliger Freund, eingesperrt in einem Mehrbettzimmer mit teilweise ganz krassen Fällen, denen es noch schlechter ging als ihm und die ihm noch mehr Angst machten. Natürlich wollte er immer wieder raus und hat z.B. auch randaliert oder ist abgehauen, da konnte er natürlich nicht mit freundlicher Behandlung oder leichter Medikation rechnen. Manchmal ging es ihm aber auch so dreckig, daß er freiwillig in die Klinik wollte. Und als er dann einen längeren Aufenthalt in einem kleineren Haus mit Einzelzimmern und Therapien (Basteln, Arbeit, Sport, Psychotherapie) hatte, hatte ich auch den Eindruck, es ginge den Leuten da nicht so schlecht.

Es ist leider manchmal schwierig für den Außenstehenden zu beurteilen, ob mit harten Methoden durchgegriffen wird, oder ob diese wirklich nötig sind. Ob der Patient "gequält" wird oder ob die Behandlung wirklich nötig ist, um wirksam zu sein.

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