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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Hexensymbole und Allgemeines zum Thema Hexen
ArataryaIch arbeite derzeit an einem Vortrag über das Thema Hexen, Hexenjagt, der Glaube und die Symbole.

Ich würde mich sehr Freuen, wenn ihr mir euer (fachkundiges!) Wissen über diese Themenbereiche mitteilen würded.

Was ich alledings nicht gebrauchen kann, sind weitere Links *zwinker*


Schonmal vorab: Habt Dank!!!
Nebeltaenzerinhey.. hast du vielleihct noch Links? also so reinzufälliger weise weil cih auchan dem gleichen thema arbeite (für schule eben) und auch ne menge sachen brauche:)
AnXifer[QUOTE]Was ich alledings nicht gebrauchen kann, sind weitere Links *zwinker*[/QUOTE]

hm.. wollt dich gerade zu meiner Seite verweisen *zurück zwinker* ^^
naja.. kopier ich eben:

[B]Die Hexen[/B]

Wie auch der Satan und seine Teufel hätten Hexen den bösen Blick, seien zauberkundig und ständen außerhalb der physikalischen Gesetze. Krankheit und Tod seien ihr Werk, Unwetter, Missernten, Unglücksfälle, Feuer, Hochwasser.


[B]Hexendelikte, -prozesse & -folterungen[/B]

Ende des 14. Jahrhunderts fand in der Schweiz der Stedelen-Hexenprozeß statt, den Vorsitz hatte ein weltlicher Richter. Nach seiner Folterungen gestand Stedelen, man habe dem Satan einen schwarzen Hahn am Kreuzweg geopfert, um Hagelstürme heraufzubeschwören. Auch habe man eine Eidechse unter einer Türschwelle begraben, um die dort wohnenden Eheleute unfruchtbar zu machen.

Konkret warfen die Offziellen den Hexen die folgenden Verbrechen vor:
Kulte zu Ehren des Teufels; Nutzung des Weissagespiegels, des Schwertes, des Nagels, der Kugel oder des Elfenbeingriffs; Beschwörung von Teufeln mit Hilfe von Kräutern, Vögeln und anderen Lebewesen; Zauberei, um Liebe, Zorn, Hass oder Zwietracht zu bewirken, um versteckte Schätze und Diebesgut aufzuspüren oder um Ansehen und Reichtum zu erzeugen; Beschwörung des magischen Kreises, Opferriten, um den Satan anzusprechen; Verwünschungen mit den Köpfen toter und lebender Menschen oder mit ihrer Kleidung und ihren Haaren; das Schreiben von Zauberformeln auf heiligen Hostien mit menschlichen Blut; Zukunftsdeutung aus Eingeweiden oder Tierknochen; Glücksbeschwörungen und Geschenke zu Silverster; Herstellung von Zaubertränken; Zauberriten mit geweihten Hostien, mit dem heiligen Chrisma (geweihtes Öl) oder mit dem Taufwasser.

An anderen Stelle werden weitere Hexendelikte aufgezählt:
Tötung von Kindern, um ihr Körperfett zum Einschmieren des Besens zu verwenden; Gewinnung von Pulvern aus den Eingeweiden von Kinderleichen und aus tierischen Kadavern - solche Pulver wurden bei nebligem Wetter in der Luft zerstreut, um Tod und Zerstörung zu rufen; Rühren einer Giftsalbe aus Kinderfett und anderen Zutaten; Verstreuen eines Pulvers, das aus zerriebenem Gemüse gewonnen wurde und mit Zaubersprüchen verwandelt sei - damit bemühe man sich, die Ernten zu verderben.

Jean Bodin, ein Hardliner der weltlichen Hexenverfolgung, führt in einem Traktat weitergehende Missetaten der Hexen an:
Sie widmeten dem Satan ihre Kinder schon im Mutterleib; sie böten dem Teufel ihre eigenen Kinder dar und opferten diese, bevor sie getauft seien, in dem sie sie in die Luft würfen und ihnen große Nadeln in den Kopf trieben; sie vollzögen den Inzest aus Gewohnheit; sie mordeten Kinder im zarten Alter, um sie zum kochen und dann zu verzehren, oder um ihr Fleisch und ihre Säfte verwertbar zu machen; sie äßen Menschenfleisch und tränken Menschenblut, wozu sie die Gehenkten von den Galgen schnitten und die Leichen aus den Gräbern holten; und sie vereinigten sich mit dem Satan, nicht selten im Anwesenheit ihres Ehemannes.
Abgesehen von Bodin sagte man den Hexen auch noch andere ausgefallene Dinge nach:
Sie begrüben die Leichname ungetaufter Kinder unter den Misthaufen der Bauern, um deren Korn zu vernichten; sie steckten Nadeln in ein Bild aus Lehm, um die Kinder der Gutsbesitzer ums Leben zu bringen; sie pflügten das Feld mit einem Miniaturpflug, der von Kröten gezogen würde, um das Feld unfruchtbar zu machen.


Auf Zauberei mit geweihten Hostien oder anderen Sakramenten standen darstische Strafen. Ein bischöfliches Urteil, einen von vielen, ist überliefert: Lebenslanges Einmauern im Kerker, wobei auf der Brust und Schultern des Gewandes runde Hostien aus gelben Filz zu tragen waren. Auf die meisten dämonischen taten aber stand der Scheiterhaufen. Die offizielle Begründung zeigt sich am Beispiel eines bestimmten Falles:
Die Hexe müsste hingerichtet und lebendig verbrannt werden, da sie der Taufe und Jesu entsagt habe, denn in solchen Fällen sind die Worte des Johannes anzuwenden: [I]Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und müssen brennen.[/I] Die Hexe habe gestanden, geht es weiter, ein Kreuz gefertigt und dies zertreten zu haben; allein für dieses Verbrechen sei sie zum Tode zu verurteilen. Weiter habe sie zugegeben, auf den Knien den Satan angebetet zu haben - weil sie dem Leibhaftigen gehuldigt habe, sei sie des Todes. Sie habe auch eingestanden, den Kinder verblendet und verhext zu haben, so dass diese gestorben sind; auch dies bedeute den Scheiterhaufen.
Bei der Beurteilung der vielen hunderttausend Hexendelikte und der einschlägigen Urteile muss bedacht werden, dass den Gestandnissen die Folter vorausging: Sie wurde nach festen Vorschriften vollzogen:
Beim untersten Grad nimmt man Stricke und schnürt die Glieder der Hand bis auf die Knochen fest zusammen. Die Schmerzen sind schwer erträglich. Die Henker sagen, wer das Schnüren überstehe, widerstünde auch leicht der härteren Tortur. Der zweite, stärkere Grad, ist das Strecken. Der Inquisit wird auf die Leiter gebunden, und ihm werden Arme und Beine durch gewaltsame Ausspannung und Dehnung auseinandergezogen und zerrissen. Diese Art der Folterung ist sicherlich am bekanntesten und häufigsten. Der dritte und höchste Grad folgt dem Strecken. Dem Inqusiten wird mit brennenden Spänen, Schwefel und anderem Feuer die Haut versengt. Auch treibt man ihm Knienspannkeile unter die Fingernägel, die man dann anzündete. Oder man bindete ihn auf einen metallenen Stier oder Esel, der von innen befeuert wird und langsam zu glühen beginnt.
Es liegt auf der Hand, dass die Inqusiten nach solchen Qualen die ausgefallenen Deliktprotokolle unterschieben.


[B]Die Hexenverfolgung & -jagd[/B]

Die Hexenverfolgung, eine besondere Form der Inquisition, die viele hundertausend Opfer (von 1500 bis 1680 wurden rund 100 000 Hexen/Hexer verbrannt; etwa 90 000 waren Frauen) forderte, den einträglichen Berufsstand des Hexenjägers etablierte und zu ganz unterschiedlichen Zeiten abgeschafft wurde:
England 1684, Frankreich 1745, Deutschland 1775, Spanien 1781, Schweiz 1782, Polen 1793, Peru 1888.
Auch die protestantischen Länder, dies sei festgehalten, beteiligten sich an diesem Wahnsinn und standen der katholischen Seite nicht nach. Solche Hexenprozesse hatten in der Regel den Charakter obszöner Schauveranstaltungen, ihre Mischung aus religiösem Eifer und gestauter Sexualität ist überliefert.
Besonders schlimm war es in Deutschland: Ein schockierter Reisender berichtete um 1600, das Land sei [I]fast gänzlich damit beschäftigt, Scheiterhaufen für die Hexen zu bauen.[/I]

Einer der spektakulärsten Opfer der Hexenjagd war die Jungfrau von Oléans (Jeanne d'Arc, 1410 bis 30.05.1431), die Retterin Frankreichs am Ende des Hunderjährigen Krieges gegen England, 1456 rehabilitiert, 1920 heilig gesprochen. 1430 hatten sie die Burgunder, Verbündete der Engländer, festgenommen. In Rouen wurde ihr Hexenprozeß gemacht und das Todesurteil auf dem Scheiterhaufen vollstreckt. Teufelsbeschwörungen hatte ihr der Bischof von Beauvias vorgeworfen. [I]"Was habt Ihr mit Eurer Alraunwurzel[/I] (gothisch: runa = das Geheimnis) [I]getan?"[/I] hatte sie der Richter gefragt. Die Wurzel dieses Nachtschattengewächses sieht aus wie ein Erdmännchen und galt als des Satans Lieblingspflanze, weil sie, an sowas glaubte man, unter Galgen wüchse und vom Ejakulat der Gehängten gedüngt würde. Die Jungfrau von Orléans wusste nichts von solchen Dingen, aber irgentein Ermittler hängte ihr an, sie habe eine Alraunwurzel zwischen den Brüsten getragen.
Solche und ähnliche Satansdienste warf man den Hexen vor, und sie reichten, grausame Folter und den Tod auf dem Scheiterhaufen zu rechtfertigen. Sie seien nicht nur dauerhaft vom Teufel besessen, argumentierte man, sondern hätten mit dem Teufel auch ein Pakt besiegelt, der sich gegen das allgemeine Wohl richte. Das unterscheide die Hexen von jenen, die unfreiwillig und zufällig von Teufeln besessen seien. Man könne mit den üblichen exorzistischen Mitteln, die man bei den normal Besessenen anwendet, bei Hexen nichts ausrichten; sie seien das Böse im Schoß der Gesellschaft - dies könne man nur durch Hexenprozeß und Todesurteil aus der Welt bringen. Schließlich seien Hexen keine Opfer der Teufel, sondern hätten von sich aus eine ganz persönliche Bindung zum Satan und zu seinem Reich der Finsternis gesucht und gefestigt. Sie seien voller Hass auf die Welt und die Menschen und hätten sich deshalb mit Leib und Seele dem Satan verschrieben, um ihm zu dienen und eine vergängliche, aber gemeingefährliche Macht zu erlangen.
die AversionWollt Ihr Euch mit den historischen Hexenverfolgungen während der Frühen Neuzeit oder modernem Wicca auseinandersetzen?

Gruß,
Eure Aversion
AnXifer[B]Verrückte Thesen aus dem Hexenhammer[/B]

Die Erotik prägte auf verhängnisvolle Weise die Deutung des Begriffs Hexe. Es legt ein latender Diskriminierung in der Definition - überwiegend wurde die Hexerei als weibliche Domäne gesehen, oblich es auch Hexer gegeben hat: [I]Alles geschieht aus fleischlicher Begierde[/I], lesen wir im Hexenhammer, [I]die bei ihnen[/I] [den Weibern] [I]unersättlich ist ... Darum haben sie auch mit Dämonen zu schaffen, um ihre Begierden zu stillen.[/I] Solche argen Unterstellungen stammen aus offizieller Feder - Heinrich Kramer und Jakob Sprenger waren Professoren der Theologie und Mitglieder des Dominikanerordens, und alles, was sie in ihrem Hexenhammer schrieben, war letztlich kirchliche Doktrin. Für die besondere weibliche Affinität zur Hexerei erfanden sie weitere Pseudo-Plausibilitäten: [I]Der erste[/I] [Grund] [I]ist der, dass sie[/I] [die Weiber] [I]leichtgläubig sind; und weil der Dämon hauptsächlich den Glauben zu verderben sucht, deshalb such er lieber diese auf ... Der dritte Grund ist, dass ihre Zunge schlüpfrig ist, und sie das, was sie durch schlechte Kunst erfahren, ihren Genossinnen kaum verheimlichen können, da sie keine Kräfte haben, leicht durch Hexenwerke zu rächen suchen ... Also schlecht ist das Weib von Natur, da es schneller den Glauben ableugnet, was die Grundlage für die Hexerei ist.[/I]
Der Hexenhammer schöpft aus dem Schlamm von Verklemmungen und schmutziger Fantasie. Als Hauptflaster der Hexerei zählt er den Mangel an Glauben auf, den Ehrgeiz und die Wollust. Alle diese Laster seien die Folge einer hemmungslosen Erotik:
[I]Darum, weil es[/I] [das Weib] [I]unersättlich ist, deshalb sind auch diejenigen unter den Ehrgeizigen mehr infiziert, die für die Erfüllung ihres bösen Lüste mehr entbrennen; als da sind Ehebrecherinnen, Huren und Konkubinen der Großen - und zwar aus siebenfacher Hexerei, in dem sie den Liebesakt und die Empfängnis im Mutterleib mit verschiedenen Behexungen infizieren: Erstens, dass sie die Herzen der Menschen zu heftiger Liebe ect. verändern; zweitens, dass sie die Zeukungskraft hemmen; drittens, dass sie die zu diesem Akte gehörigen Glieder entfernen; viertens, dass sie die Menschen durch Gaukelkunst in Tiergestalten verwandeln; fünftens, dass sie die Zeugungskraft seitens der weiblichen Wesen vernichten; sechstens, dass sie Frühgeburten bewirken; siebentens, dass sie die Kinder den Dämonen opfern.[/I]

Aus dem Hexenhammer quellen 1000 absurde Thesen. So lesen wir auch, [I]dass der Dämon in einen Körper, nicht jedoch in eine Seele fahren kann[/I], weil die Engelsnatur des Dämones sich nicht mit der Menschennatur vermischen könne. Sprenger, einer der brutalsten Inquisitoen und Hexenjäger, geht auch der Frage nach, inwieweit die von der Inquisition formulierte These richtig sei, dass Hexen mit Hilfe ihres Dämons die männlichen Geschlechtsteile weghexen können. In der Reflexion dieser seltsamen These setzt der Dominikaner eine noch seltsamere oben drauf: Das Verschwinden der Geschlechtsteile könne nicht einer teuflischen Hallunization zugeschrieben werden, sondern es geschehe durchaus real. Dem Betroffenen könnten Dämonen seine Zeugungskraft nehmen durch [I]Aufzwang eines Fremdkörpers gleicher Farbe und gleichen Aussehens[/I] wie das originale Geschlechtsteil, das zuvor durch Teufelszauber genommen worden sei. Sprenger nennt hierfür auch ein Beispiel: In der Stadt Ravensburg habe ein junger Mann sein Genital eingebüßt, als er seine Geliebte verließ - er habe gefühlt und nachgeschaut, aber nur eine glatte Fläche entdeckt. Dann habe er zufällig die Hexe getroffen, deren böser Zauber dies bewirkt habe. Dem jungen Mann sei es nur mit Todesdrohung gelungen, sein Genital zurückzubekommen.
Dieser theologischer Kampf um sexuelle Fragen entzündente sich an der Unterstellung, dass auch Impotenz oder Unfruchtbarkeit Hexen- und Teufelswerk sei. Solche Erörterungen wurden zum Hauptthema in kirchlichen Traktaten, weil sie eine der wesentlichen leiblichen Nöte einer vorwiegend bäuerlichen Welt berührten. Die latente offizielle Diskriminierung der Frau führte zu den vier Jahrhunderten der Hexenverfolgung.
AnXifer[B]Die Wahrheit[/B]

In Wahrheit galten die Hexenprozesse in ihrer großen Masse dem Individuellen Anderssein ihrer Opfer. Physische, intellektuelle, psychische Abweichungen wurden als Pakt mit dem Satan und seinen Teufeln ausgelegt. Gefährdet waren auch jene, die zu mutig waren, zu kritisch, zu klug, zu schön, zu erfolgreich, zu gut, zu stolz - all jene also, die in keine Schablone passten. Der Durchschnittsmensch sieht es eben nicht gern, wenn der andere die begabteren Kinder hat, die schönere Frau, das bessere Haus, den schnelleren Wagen, den Superjob. Und weiter: Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die sich nicht in ein soziales Gefüge einpassen wollen oder können - die Gesellschaft, worin sie leben, erscheint ihnen unerträglich und wesensfremd. Dies mag gesundheitliche Gründe haben oder an weltanschaulichen, liberalischen, religiösen, revolutionären Einstellungen liegen. Wie auch immer: so etwas kommt nicht an - schon gar nicht, wenn solche Entfremdung in Aggresion umschlagen, in Gewalt, in unreflektierten Okkultismus oder Sektiererei. Natürlich gibt es auch Fälle krimineller und psychopathischer Triebhaftigkeit, eine schmerzhafte, blutige Palette bis hin zum rituellen Mord. Letztlich sind solche Reaktionen, auch die der Hyperaggression, als Verneinung des staatlichen, gesellschaftlichen, kulturellen oder religiösen Modells zu beurteilen. Nun sind solche Aussteiger Einzelpersonen und Randgruppen, sicher keine nennenswerten Größen. Man wird immer abzuwägen haben, ob man Fürsorge an sie wendet oder das Strafrecht, vielleicht auch eine Synthese aus beidem.
Bei den Hexenverfolgungen ist das Gegenteil geschehen: Aus offizieller Hysterie wuchs die Hysterie der Völker, aus offiziellem Verfolgungswahn wuchs der Verfolgungswahn der Massen. Motoren der Verfolgung waren die anonyme Anzeige, die Folter, der Prozeß und die Hinrichtung, ein gut gefettetes und eng verzahntes Getriebe, dessen Präzision und Drehzahl für Jahrhunderte infernalisch war. So hat man damals ganze Generationen ersäuft, stranguliert, verbrannt, weil man die Vermutung des Bösen mit dem Bösen an sich verwechselte, oder anders gesagt, die realen Außenseiter mit dem irrealen Geschöpfen des Satans. Es mägen ja durchaus Kriminelle dabei gewesen sein, die ihre Strafe verdienen. Ansonsten aber hat man sich am Schicksal Hunderttausender unschuldiger Menschen ergötzt, 90 Prozent von ihnen Frauen, sie entwürdigt, gequält, umgebracht, verscharrt.

Drei Merkmale scheinen es zu sein, die damals den Ausschlag gaben, immer wieder Frauen als Hexen abzustempeln. Erstens die frauentypische Melancholie, ein krankhaft depressiver Zustand, der gelegentlich durch düstere oder drohende Äußerungen und sonderbares Verhalten gekennzeichnet ist. Zweitens die Isolation von sozial und körperlich Benachteiligten, von persönlichen Feinden und Außenseitern, von Witwen oder verarmten Frauen, deren Einsamkeit und das daraus resultierende Erscheinungsbild kein Erbarnen fanden. Drittens der Argwohn gegenüber Wahrsagerinnen oder Heilerinnen, die oft Frauen waren, wozu auch Hebammen gehörten. Gerade den Hebammen misstraute man, schließlich arbeiteten sie in einem Beruf, der für Männer tabu war, und in einer Zeit, wo die Kinder- und Müttersterblichkeit hoch war. Und die Hebammen hatten täglich mit Neugeboren zu tun, deren grausiger Stellenwert im Satan- und Hexenkurlt in aller Munde war.

Auch Rauschmittel scheinen damals eine tragische Rolle gespielt zu haben, sogar Narkotika, die wohl von Zigeunern nach Deutschland gebracht wurden. Alles das, viele Mittel wurden auch selbst zusammengeschnipselt und -gebraut, wurde in bestimmten Kreisen konsumiert. Es wird wie heute gewesen sein - Gruppen labiler und entwurzelter Außenseiter gab es auch im Mittelalter, und sie berauschten sich an Alkohol und Halluzinogenen, um in eine andere Welt zu wechseln. Für diese These gibt es Zeugnisse: [I]Der Teufelspakt ist lediglich ein wahn, schreibt der Arzt und Dämonologe Johannes Weyer, verursacht durch irgentein Trugbild entweder der Fantasie oder eines eingebildelten Wesens, das auf den Geist einwirkt und ihm vorgaukelt ... oder durch eine Täuschung der Sehnerven ... oder durch ein Flüstern, ein Säuseln, Rauschen in den Ohren, eindeutige Symptome einer irregeleiteten Fantasie. Die Hexen versetzen sich bewusst in einen ekstatischen Zustand, in dem sie jedes im Geist vorhandene Bild als real annehmen. Sie stehen unter der Wirkung der Arzneien, die sie verwenden. Und deshalb sollten die Hexen nicht von Inquisatoren, sondern von Ärzten befragt werden.[/I]
Das veröffentlichte Weyer zu einer Zeit, als für die Menschen Hexerei und die Kräfte Satans so wirklich, so rational und gleichzeitig so rätselhaft waren, wie es für den Durchschnittsmenschen unserer Zeit Elektronik, Gentechnik oder Atomenergie sind.
Die damals bekannten Arzneien, von den Weyer spricht, waren pflanzlichen Ursprungs und hatten es in sich - paar Beispiele:
Die Teufels- oder Tollkirsche (Atropa belladonna) enhält Atropin und erzeugt motorische und psychische Erregung, trübt die Wahrnehmung und das Bewußtsein; der Stech- oder Dornapfel (Datura stramonium) bringt Sinnesstäuschungen, Erregung oder schizophrene Wahnvorstellungen; der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) erzeugt Rauschgefühle, wahnhafte Erregung, Nymphomanie; die unreifen Köpfe des Schlafmohns (Papaver somniferum) enthalten Opium, dessen Morphine erotische Halluzinationen und Wahnzustände zur Folge haben.
Gerade in neuerer Zeit hat man eingehend nach jenen Substanzen geforscht, die den Hexen zu Verfügung standen. Die genannten Liste ergänzt sich deshalb wie folgt: Giftpflanzen wie Bilsenkraut (Hyroscyamus niger), Hanf (Cannabis sativa), Schierling (Conium maculatum), Blauer Eisenhut (Aconitum napellus), Tabak (Nicotiana) waren im Gebrauch - alles Pflanzen, aus denen man Rauschmittel gewinnen kann. Eine vielseitige Rolle spielte mehr oder weniger gereinigter Alkohol. Ansonsten verwendet warden Reste menschlicher Körper wie Knochen, Organe, Fingernägel, Blut, auch Leichengifte von Tieren. Hinzu kamen tote Tiere oder Teile von ihnen, besonders Kröten, Schlangen, Skorpione, Spinnen, Wiesel, Wölfe.

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so.
musste die ganze Sache in mehrere Beiträge teilen, weil es einfach zu lang war. ^^

Quelle: aus dem Buch [URL=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3453148541/softwaresuche/028-7550244-3314924]"Satan - Porträt des Leibhaftigen"[/URL]
die AversionDer Hexenhammer ist schon so eine Sache. Wenn man sich mit der "klassischen" Hexenverfolgung beschäftigen möchte, gewährt er gewiss eine klaren Vorstellung vom Ablauf eines Hexenprozesses, so dass seine Lektüre definitiv zu empfehlen ist.

Wenn es eher um Wicca gehen soll, kann ich nur auf "Magic, Witchcraft and the Otherworld: An Anthropology" von Susan Greenwood, Antropologin und praktizierende Wicca, verweisen, die einen sehr guten Ein- wie Überblick bietet, ohne dabei unkritisch zu sein. Ein Teil einer meiner Hausarbeiten, den ich auf Wunsch gerne hier einstelle, stützt sich dabei nicht unwesentlich auf ihr Werk.

Gruß,
Eure Aversion
Dunkle GräfinIch arbeite mich gerade auch in das Thema ein und werde am 31.10. meinen ersten "Hexenfeiertag" begehen, Samhain genannt. Bin noch lange keine Hexe und werde auch keine richtige werden, praktiziere das für den Hausgebrauch sozusagen. Hab mir Räuchern angefangen, besorge mir jetzt noch Steine und für den Sonntag eine Ahnenkerze für meinen Altar. Haben hier einen sehr guten Laden in Dortmund, der auch von einer Hexe geleitet wird...man muss viel lernen, über die Mondphasen, die Göttinen, Kräuter aber es macht Spass und ist sehr interessant. Wenn also Fragen kommen sollten (falls noch Interesse besteht)...

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