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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Freiwilliges Soziales Jahr- Ausnutzerei?
Sugar_NightroseIm Sommer dieses Jahres werde ich meine Schule mit einem Realschulabschluss verlassen. Ich habe mich dazu entschlossen, nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten zu beginnen, um mich erstmal beruflich orientieren zu können.
Ich habe mich viel darüber informiert, und überall wurde beschrieben das man ein Taschengeld von 370 Euro im Monat verdient, doch jetzt musste ich feststellen, dass ich bei der Stelle, wo ich anfangen werde zu arbeiten, nur 150 Euro im Monat verdienen werde. Ich werde ganz normal arbeiten müssen, 38 Stunden in der Woche, und dafür sind mir 150 Euro einfach zu wenig. Da könnte ich ja gleich 2 mal in der Woche jobben gehen und würde das selbe Geld für weniger Anstrengungen bekommen. Es war mir von Anfang an bewusst, dass ich dort nicht die Welt verdienen werde, doch 150 Euro sind einfach zu wenig, ich möchte mich nicht so ausnutzen lassen. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr oder Zivildienst?
SeraphiaHallo,
Ich hatte auch mal vorgehabt, nach dem Abi ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen, da ich damals Sonder-Pädagogik (auf Lehramt) studieren wollte und meinen Berufswunsch damit quasi überprüfen wollte.Bei uns in der gegend ist das Bistum Aachen der Träger des Sozialen Jahres und daher hatte ich mich dort auch beworben, Vorstellungs-Gespräch gehabt usw., war auch alles gut gelaufen.
Man wird dann auch gefragt, in welchem Bereich man eingesetzt werden möchte, und ich hatte natürlich angegeben, dass ich entweder in einem Kindergarten oder Schule für behinderte Kinder arbeiten wollte.Mir wurde dann auch versichert das wäre kein problem, es gäbe mindestens 5 freie Stellen in meiner Umgebung.Ich sollte mich dann anschließend an die Lebenshilfe in einer Stadt hier in der Nähe wenden, wo ich dann auch nochmal meine Bewerbung etc. hingeschickt habe.Tja, fazit: die haben dort überhaupt nichts geregelt gekriegt, und haben sich dann ewig nicht mehr gemeldet (habe ständig dort angerufen) und schließlich hiess es, dass leider keine Stelle mehr frei wäre *tzzz* Na ja, im Nachhinein bin ich recht froh, ich hätte auch "nur 160;- euro im monat gekriegt und das ist für die recht harte arbeit ja nicht gerade viel (die 370 euro kommen mir aber arg unrealistisch vor, das wäre ja traumhaft gewesen*g*)
Dafür kann ich jetzt doch schon eher mit meinem Studium beginnen, ist mir auch vieeel lieber ;)

Im allgemeinen halte ich aber ein Soziales Jahr für eine sinnvolle Idee, ich denke es kann eine sehr schöne Erfahrung sein, muss ja nicht so schieflaufen wie in meinem Fall.

greetz,
Sera
sputnikkid@Sugar_Nightrose
von dem ausgehend, was ich so von meinen bekannten mitbekommen haben, die ein freiwilliges soziales jahr gemacht haben, kannst du eigentlich froh sein überhaupt irgendetwas dafür zu bekommen....

auerdem sollte man die vergütung nicht als lohn ansehen, denn die arbeit leistest du ja freiwillig, deswegen heißt es ja auch "[I]freiwiliges[/I] soziales/ökologisches/politisches jahr". das geld, was man erhält ist eher als beitrag zum lebensunterhalt gedacht... obwohl man von solchen beträgen sicher nicht leben kann und noch auf die unterstützung der eltern angewiesen ist....

wen wunderts da noch, daß so etwas fast nur leute mitmachen, die irgendwie ihre wartezeit für einen studienplatz überbrücken müssen....
Sugar_NightroseDas stimmt schon das man nicht erwarten kann dort richtig Geld zu verdienen, aber auch wenn man die Arbeit freiwillig tut, müsste man trotzdem das Geld bekommen was einem zusteht, denn man leistet ja auch viel, genauso viel wie jemand im ersten Lehrjahr oder ein Praktikant, man nimmt den Leuten besonders in den Sozialpädagogischen Berufen sehr viel von ihrer Arbeit ab, aus diesem Grunde steht einem meiner Meinung nach auch ein dem entsprechender Geldbetrag zu. Jobben tut man auch freiwillig, und man bekommt da für weniger Anstrengung mehr Geld als 150 Euro, 150 Euro sind ein Witz!!!
SetzerSei bloß froh das ihr noch ein FSJ habt....bei uns geht das nicht mehr..ich hätt es fürs Studium gebraucht und als ersatzleistung für das Sozi-Jahr...aber nein...immer ich...


Und ihr müsst bedenken das man unterhaltskosten+Kleidung + Essengeld etc. bekommt...so stands in einer Bescheibund im Net....
drachentöterinHallo..

habe ein FÖJ hinter mir...
Es war zwar recht gut aber das geld hat vorne und hinten nicht gereicht hatte damals 300DM bekommen aber da ich in Ratingen wohne und das FÖJ in der Nähe von Herford war bin ich natürlich am Wochenende nch Hause gefahren dabei ist immer das Geld auf die Bahn kosten gegangen..
Aus diesem Grund habe ich es auch nach einem halben Jahr beendet, wird ab sechs Monate angerechnet, da ich dadurch nichts sparen konnte..
Würde aber jedem Raten eins zu machen wenigstens 6Monate es ist eine Erfahrung echt wert.

bis denne
sputnikkid[QUOTE][i]Original geschrieben von Sugar_Nightrose [/i]
[B]Das stimmt schon das man nicht erwarten kann dort richtig Geld zu verdienen, aber auch wenn man die Arbeit freiwillig tut, müsste man trotzdem das Geld bekommen was einem zusteht, denn man leistet ja auch viel, genauso viel wie jemand im ersten Lehrjahr oder ein Praktikant, man nimmt den Leuten besonders in den Sozialpädagogischen Berufen sehr viel von ihrer Arbeit ab, aus diesem Grunde steht einem meiner Meinung nach auch ein dem entsprechender Geldbetrag zu.[/B][/QUOTE]

ich kann dich ja verstehen, daß du keine lust hast 40 stunden die woche zu arbeiten und trotzdem zusehen zu müssen, wovon du leben sollst....

aber die logik ist in diesem fall eine andere: für deine arbeitsleistung bekommst du kein geld.... die beträge um die es hier geht sind - wie du schon selbst sagtest - ein taschengeld.... aber arbeiten tust du im printip für lau....


[QUOTE][B]Jobben tut man auch freiwillig, und man bekommt da für weniger Anstrengung mehr Geld als 150 Euro, 150 Euro sind ein Witz!!! [/B][/QUOTE]

also ich kenne niemanden, der freiwillig jobben geht. das macht man ja normalerweise, weil man geld braucht und keiner dir das aus lauter menschenfreundlichkeit einfach so gibt.... beim jobben arbeitest du ja auch nicht, weil du so ein guter mensch bist und deinem brötchengeber die arbeit abnehmen willst.... sondern weil du dafür geld bekommst.... ein tauschgeschäft im prinzip: arbeitskraft gegen geld.....



btw ich mußte für mein studium ein vorpraktikum vorweisen.... und für die 10 wochen arbeit habe ich damals den horenden betrag von 400DM bekommen... so wird man reich *vorsichtironie*
PhylissObwohl der Thread veraltet ist, vielleicht interessierts ja noch mal wen. Also ich hab für mein FSJ etwa 400 monatlich bekommen, Euro natürlich. Und für weniger hätte ich es auch nicht gemacht!

Ich wurde ausgenutzt wie blöd, ständig nahm jemand Urlaub, ging früher, whatever, ich war immer da, durfte die "Drecksarbeiten" machen, während die Kolleginnen zur "Besprechung" gingen, wo sie privat rumplauderten und Kuchen aßen (war ein einziges Mal dabei).

Von den anderen FSJlern, die ich auf den Seminaren kennenlernte, erfuhr ich, dass es ihnen teilweise genauso ging. Bei manchen war es völlig anders. Es ist natürlich nicht überall so, aber grundsätzlich behaupte ich, dass FSJler billige Arbeitskräfte sind, von denen sich die Festangestellten einbilden, es mit ihnen machen zu können (auch neue Erzieherinnen wurden erst mal ausgenutzt).

Dennoch war das FSJ auf jeden Fall eine interessante und oft schöne Erfahrung, ich hab einige sehr nette Menschen kennengelernt und die Kinder sind mir wirklich ans Herz gewachsen!

(Trotzdem froh da raus zu sein ;) )

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