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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Trinity oder die verdammte Atombombe
Trinity GothDer heutige Tag lädt dazu ein einen Thread zu diesem traurigen Kapitel der Menschheit einen Thread zu eröffnen.
Ich halte nach wie vor die Atombombe gegen ein schon besiegten Gegner anzuwenden für eines der schlimmsten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte. Keine Kriegssituation rechfertigt was die Amis damals verbrochen haben.

Zynisch ist allein schon der Name der ersten Atombombe Trinity was ja Dreifaltigkeit heißt *grusel*
Hierzu auch ein guter Artikel bei Heise:
[url]http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20564/1.html[/url]


Gruß
Trin
Mrs. DoeIch dachte, die hießen "Little Boy" und "Fat Man"?
Das Flugzeug, welches die Bombe über Hiroshima abgeworfen hatte, hieß "Enola Gay", das wurde nach der Mutter von einem der Beteiligten genannt, das ist auch ziemlich krank...
AlienSexFiend...Mrs. Doe, Trinity war die allererste (testweise) überhaupt gezündete Atombombe, also noch vor Hiroshima und Nagasaki...
Mrs. DoeOh, Verzeihung, ich dachte, sie meinte mit der ersten die, die auf Hiroshima fiel, sorry.
BeowulfIch würde nicht sagen, dass der Atombombenabwurf eines der schlimmsten Verbrechen war. 160 Tausend direkt getötet, und 400 Tausend an den Folgen der Strahlenkrankheit Gestorbenen, ist im Vergleich zu den restlichen 100 Millionen die im Laufe des 21 Jahrundert umkamen doch eigentlich ziemlich vernachlässigbar.
Zu Gute halten, kann man den Amerikaner noch ihre Naivitität, da sie von der Letalität der Strahlenkrankheit wohl nichts wussten.
Ob eine Invasion Japans, nicht noch mehr Opfer gefordert hätte (denn besiegt war Japan wohl kaum) weiß keiner.
Wäre die gleiche Todesszahl durch ein konventionelles Bombardement erreicht worden, mit dem gleichen Ergebnis der sofortigen und Bedingungslosen Kapitulation (die übrigens gegen den Wiederstand der Militärführung, vom Kaiser durchgesetzt wurde) wäre die moraliche Verurteilung der Amerikaner wohl kaum so ausgeprägt.
ApexDie Atombombe, wie auch jedes konventionelle Bombardement, auf Zivilisten waren sind in meinen Augen ein Kriegsverbrechen. Die Frage ob durch eine Invasion Japans noch mehr Menschen gestorben wären erübrigt sich, da es wohl kaum etwas bringt darüber zu spekulieren. Die Kriegserklärung der Sowjetunion hat wohl mehr dazu beigetragen hat, den Kaiser dazu zu bringen zu kapitulieren als die beiden Atombomben. Zumindest waren das Kaiserhaus und die Heeresleitung darüber mehr schockiert als über die Bomben.

Außerdem war es ja nur ein Grund. Zwei weitere Gründe aus denen tausende sterben mussten waren erstens diplomatischer und zweitens innenpolitischer Natur.
Man wollte erstens den Russen zeigen, dass man die Bombe hat und zweitens musste man sich ja vor dem Wahlkampf dafür rechtfertigen soviel Geld in ein ominöses Waffenprojekt gesteckt zu haben.

Und das von einem Staat, der vor 1941 Bombenabwürfe auf Zivilisten noch als barbarisch geächtet hatte.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Apex [/i]
[B]Außerdem war es ja nur ein Grund. Zwei weitere Gründe aus denen tausende sterben mussten waren erstens diplomatischer und zweitens innenpolitischer Natur.
[/B][/QUOTE]
Oder vielleicht auch der hier:
[quote][b]"Kurz vor dem Tod, wenn sich Menschen mit Blick aufs Jenseits gelegentlich dazu durchringen, vorsichtshalber durchs Fegefeuer zu gehen, um Tabula rasa zu machen, damit es für sie auf der anderen Seite nicht gar zu schrecklich wird, kommen hin und wieder erstaunliche Bekenntnisse ans Tageslicht. So auch im Falle George Marshalls, der 1957, zwei Jahre vor seinem Tod, auf die Frage des Historikers Forest C. Pogue, warum die Bomben über Japan abgeworfen wurden, mit einer seltsam anmutenden Antwort überraschte. Im ersten Halbsatz repetierte er zunächst die von der Truman-Regierung vorgegebene und hinlänglich bekannte und als zweifelhaft eingestufte Standard-Antwort: „Das Leben Hundert- und Aberhunderttausender Amerikaner stand auf dem Spiel…“, um dann fortzufahren, „…und dazu noch viele Hunderte Milliarden Dollar.“ Die kommen bei grober Hochrechnung der bereits bis jetzt vorliegenden Belege über den Raub von Gold, Platin, Silber und Diamanten durch Japan während des Zweiten Weltkriegs in Südostasien leicht zusammen.

Der erfolgreiche Atombombenversuch vom 16. Juli 1945, der sich heute zum sechzigsten Male jährt, kennzeichnet den Beginn des Atomzeitalters am Vorabend eines Massenmords aus niedrigen Beweggründen, eines Massenmordes auch aus Habgier. In gewisser Weise ist der Zweite Weltkrieg noch nicht beendet. Er kann noch nicht zu den Akten gelegt"[/b]
[URL=http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=24729](Quelle)[/URL] [/quote]
?
Bunbury[COLOR=orange].

Streng genommen müßte man sogar erwähnen, daß die erste Atombombe (eben Trinity) in der USA detoniert ist...

Ich bewerte die Abwürfe in Japan jetzt nicht - es ist klar, was man als halbwegs geistig intakter Mensch davon hält.

Aber einen Gedanken noch dazu - wo es passiert und nicht mehr abwendbar ist:

Wären die Bomben damals nicht gefallen, hätten sie nicht Hunderttausende grausam ermordet, sondern wären immer nur auf Versuchsgeländen detoniert, dann hätten die Militärs ein ganz anderes Kribbeln in den Fingern...

Für die wäre es wohl nicht auszuhalten gewesen, zu wissen, die mächtigste Bombe der Welt zu besitzen und niemandem so richtig Angst machen zu können: "die trauen sich ja doch nicht sie abzuwerfen..."

Die Bedrohung wäre "nur" theoretisch gewesen. Ein kleiner "Sinn", weshalb die alle damals nicht völlig umsonst gestorben sind ist, daß es die Welt in Angst und Schrecken versetzt hat, daß es weltweite Ächtung nach sich gezogen hat und das die Militärs von da an wußten, daß man so vielleicht ein einzelnes Land besiegen kann - sich damit aber den Rest der Welt zum Feind macht.

Obwohl die Amis aufgrund ihres übersteigerten Nationalstolzes im Übrigen lernresistent sind, haben selbst die wohl mitgekriegt, daß man sowas nicht nochmal machen kann - und in Vietnam eher die Niederlage in Kauf genommen, als dieses Tapu nochmals zu verletzen.

Wenn man sich allerdings die Drohungen von George Walker Bush gegen den nahen Osten in Erinnerung ruft, dann scheint das Gelernte auch langsam zu verblassen...
Naja - im dritten Reich war ja auch nicht alles sooo schlecht... das mit den Autobahnen zum Beispiel... :(

MfG
Bunbury


.[/COLOR]
decay73[QUOTE]Zu Gute halten, kann man den Amerikaner noch ihre Naivitität, da sie von der Letalität der Strahlenkrankheit wohl nichts wussten.[/QUOTE]

Naja, ein paar Versuchen haben sie ja schon gemacht und wußten daher um die ungefähre Wirkung der Bombe.
Was sie ncht wußten ist wohl, daß 60 Jahre nach dem Abwurf immer noch so viele Menschen an den Spätfolgen der Verstrahlung sterben.

Aber daß die Bombe nicht gerade harmlos ist, mußte klar gewesen sein. Immerhin hat Truman unsprünglich darauf bestanden, daß nur militärische Objekte getroffen werden:

[quote][i]Präsident Harry S. Truman:[/i]
[b]„Wir haben die schrecklichste Waffe in der Menschengeschichte entwickelt. [...] Diese Waffe wird gegen Japan eingesetzt werden [...], so dass militärische Objekte, Soldaten und Seeleute die Ziele sind, jedoch nicht Frauen und Kinder.“[/quote][/b]
Beowulf[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
Naja, ein paar Versuchen haben sie ja schon gemacht und wußten daher um die ungefähre Wirkung der Bombe.
Was sie ncht wußten ist wohl, daß 60 Jahre nach dem Abwurf immer noch so viele Menschen an den Spätfolgen der Verstrahlung sterben.[/QUOTE]

Zur Anfangszeit der Atombombe, als amerikanische Soldaten selbst den Strahlungen der Waffe ausgesetzt waren, sah man einige Soldaten mit Besen herumrennen. Die Amerikaner dachten tatsächlich radioaktive Strahlung, bzw. die Teilchen könnte man wegfegen.
Hätten sie das vollständige Ausmaß einer Atombombeexplosion gekannt denke ich, hätte das in der Erwägung sie einzusetzten schon eine Rolle gespielt.
Und die zwei Städte hätte sich dann vielleicht auf eine vom Phosphor erleuchtete Nacht freuen können.
Darket[QUOTE]Die Frage ob durch eine Invasion Japans noch mehr Menschen gestorben wären erübrigt sich, da es wohl kaum etwas bringt darüber zu spekulieren[/QUOTE]
Das amerikanische Militär ging von eigenen(!) Verlusten (also Toten und Schwerverwundeten) in einer Größenordnung von einer Million Mann aus. Ich finde den Einsatz der Bombe im damaligen historischen Kontext eigentlich nicht weniger unvertretbar als jedes strategische Bombardement. Die Amerikaner wussten selbts noch nichteinmal genau was sie da in der Hand hatten und sie haben, im Krieg völlig natürlich, hauptsächlich daran gedacht, wie sie ihre eigenen Leute retten konnten. Aber ich denke der beinahe wichtigste Punkt ist wirklich, dass wir heute wissen was diese Dinger bewirken können, damals ist man beim Militär teilweise davon ausgegangen das sei einfach nur eine besonders große Bombe.
Ich persönlich finde die zweite Bombe, nur drei Tage später, weit kritischer. Wie ich das sehe, hat man den Japanern garnicht genug Zeit gelassen sich über das Ausmaß der Zerstörung klarzuwerden und ihre Ablehnung der Kapitulation zu revidieren.
BeowulfZu Nagasaki kann man sagen, dass die Bombe eigentlich den Hafen zerstören sollte, wegen dem Wetter aber zwei Kilomenter weit daneben abgeworfen wurde.
DarketIch glaube man konnte an Hiroshima deutlich sehen, dass die Bombe, die die Amis besaßen keine Präzisionswaffe war und zum taktischen Einsatz absolut NICHT geeignet war... :rolleyes:
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]Das amerikanische Militär ging von eigenen(!) Verlusten (also Toten und Schwerverwundeten) in einer Größenordnung von einer Million Mann aus. [/B][/QUOTE]
Die Zahl ist meines erachtens zu hoch gegriffen, denn es gab auf amerikanischer Seite insgesamt 220.000 gefallene Soldaten.
Das hätte die Zahl also auf einen Schlag enorm erhöht.
Mir scheint, das ist eher eine Propagandazahl.
[url]http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20565/1.html[/url]
DarketEs gab in Japan ernsthafte Pläne etwa 1,2 Millionen Zivilisten zu mobilisieren und bewaffnet mit Bambusspeeren (!!!) auf die Invasoren an den Stränden zu hetzen!
Die Schätzungen des Militärs sind wahrscheinlich durchaus zu hoch gewesen, aber die Mentalität der Japaner darf dabei nicht völlig außen vorgelassen werden und die Verluste bei Eroberung und Besatzung Japans wären wahrscheinlich durchaus in die hunderttausende gegangen.
Trinity GothDer Spruch von Truman war schon die Härte als ob man sich ernsthaft um Kollateralschaden geschert hätte. Wissenschaftler haben übrigens schon vor dem Abwurf vor den verheerenden Folgen der Strahlung gewarnt. Das die Amis ihre eigene Soldaten gefähren ist auch nichts allzu neues, wenn man sich so die Art und Weise der Landung am D-Day anschaut.

Zum Thema das die Japaner noch eine Invasion gestartet hätten: Diese Theorie ist haltlos und blödsinnig. Ein Volk was keinen Reis mehr hat, in dem es auch in der Zivilbevölkerung schon gekriselt hat, das greift kein anderes Land mehr an. Die ganze Kamikaze Aktion war schon Verzweiflung. Einzig und allein die Führung hatte Probleme mit dem aufgeben, weil das halt nicht 'Samurai -like' ist.

Der Abwurf war zum einen ein Test, was nun passiert wenn's Menschen trifft und vorgeschoben wurde ein Grund: Die Rache für Pearl Habour. Wobei man da den Japs zu gute halten muß das sie in der Tat ein militärisches Ziel angegriffen haben.

Gruß
Trin
Darket[QUOTE]Zum Thema das die Japaner noch eine Invasion gestartet hätten: Diese Theorie ist haltlos und blödsinnig. Ein Volk was keinen Reis mehr hat, in dem es auch in der Zivilbevölkerung schon gekriselt hat, das greift kein anderes Land mehr an. Die ganze Kamikaze Aktion war schon Verzweiflung. Einzig und allein die Führung hatte Probleme mit dem aufgeben, weil das halt nicht 'Samurai -like' ist.[/QUOTE]
Davon habe ich nicht gesprochen, ich meinte die Verteidigung gegen eine Invasion Japans.

[QUOTE]Der Spruch von Truman war schon die Härte als ob man sich ernsthaft um Kollateralschaden geschert hätte. Wissenschaftler haben übrigens schon vor dem Abwurf vor den verheerenden Folgen der Strahlung gewarnt. Das die Amis ihre eigene Soldaten gefähren ist auch nichts allzu neues, wenn man sich so die Art und Weise der Landung am D-Day anschaut.[/QUOTE]
D-Day? Wie hätte denn die Alternative ausgesehen? Ok, das ist ein anderes Thema, aber "Overlord" war notwendig, richtig und gelungen.


[QUOTE]Der Abwurf war zum einen ein Test, was nun passiert wenn's Menschen trifft und vorgeschoben wurde ein Grund: Die Rache für Pearl Habour. Wobei man da den Japs zu gute halten muß das sie in der Tat ein militärisches Ziel angegriffen haben.[/QUOTE]
Trinity, Du weißt, ich bin kein Freund amerikanischer Militärhandlungen, aber die Argumentation ist doch wohl sehr fragwürdig. Wollen wir jetzt aufrechnen was moralisch fragwürdiger ist? Ein Angriff auf ein militärisches Ziel ohne Kriegserklärung oder ein Angriff auf Zivilisten mit Kriegserklärung?
Also ich persönlich möchte mich da nicht entscheiden müssen.
Desweiteren halte ich die "Racheaktion für Pearl Harbor" ebenfalls für eine bedenkliche Theorie.
Natürlich ist die massive Bombardierung von Zivilisten nicht in Ordnung. Coventry war ein Verbrechen, Dresden war eines und Hiroshima war ebenfalls eines. Aber zu allen muss gesagt werden, dass strategisches Bombardement im 2. Weltkrieg zum ersten male wirklich eingesetzt wurden, mit geplantem und nur teilweise erzieltem Nutzen, was aber vielfach kaum abzusehen war.
Trinity Goth[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
D-Day? Wie hätte denn die Alternative ausgesehen? Ok, das ist ein anderes Thema, aber "Overlord" war notwendig, richtig und gelungen.
[/B][/QUOTE]
Keine Alternative, sondern nur eine andere Tatik hätte schon weniger Menschenleben gekostet.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Trinity, Du weißt, ich bin kein Freund amerikanischer Militärhandlungen, aber die Argumentation ist doch wohl sehr fragwürdig. Wollen wir jetzt aufrechnen was moralisch fragwürdiger ist? Ein Angriff auf ein militärisches Ziel ohne Kriegserklärung oder ein Angriff auf Zivilisten mit Kriegserklärung?
[/B][/QUOTE]
Im Krieg gbt es nur das geringere Übel und das ist ein rein militärisches Ziel. Dort trifft man dann weit aus weniger Unschuldige. Das es moralisch verwerflich ist Menschen zu töten ist klar, aber Krieg hat nun mal eine perverse Logik.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Desweiteren halte ich die "Racheaktion für Pearl Harbor" ebenfalls für eine bedenkliche Theorie.
[/B][/QUOTE]
Ich denke genau das ist die Wahrheit, so bedenklich es auch sein mag.

Gruß
Trin
Darket[QUOTE]Keine Alternative, sondern nur eine andere Tatik hätte schon weniger Menschenleben gekostet.[/QUOTE]
Eine Frage: Hast Du Dich mal intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt? Die Alliierten Befehlshaber haben bei dieser Invasion verdammt gute Arbeit geleistet, gepaart mit der latenten Unfähigkeit der deutschen Militärs und der totalen Unfähigkeit des "Führers" hat das zu verhältnismäßig außerordentlich geringen Verlusten bei der Landung geführt.

[QUOTE]Im Krieg gbt es nur das geringere Übel und das ist ein rein militärisches Ziel. Dort trifft man dann weit aus weniger Unschuldige. Das es moralisch verwerflich ist Menschen zu töten ist klar, aber Krieg hat nun mal eine perverse Logik.[/QUOTE]
Allerdings wurde Pearl Harbor nicht IM Krieg angegriffen, sondern davor, ohne Kriegserklärung o.ä.


[QUOTE]Ich denke genau das ist die Wahrheit, so bedenklich es auch sein mag.[/QUOTE]
Rachegefühle mögen sicherlich eine Rolle gespielt haben, der Pazifikkrieg war lang, zäh und grausam, auf beiden Seiten, aber das ganze nur auf Pearl Harbor zu schieben, halte ich für sehr fraglich.
Trinity Goth[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]Eine Frage: Hast Du Dich mal intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt? Die Alliierten Befehlshaber haben bei dieser Invasion verdammt gute Arbeit geleistet, gepaart mit der latenten Unfähigkeit der deutschen Militärs und der totalen Unfähigkeit des "Führers" hat das zu verhältnismäßig außerordentlich geringen Verlusten bei der Landung geführt.
[/B][/QUOTE]
Ich habe einen Bericht gesehen indem Leute die Taktik kritisiert haben. So brilliant war die Strategie nicht. Die Unfähigkeit des deutschen Militärs war das weniger, wohl eher der Effekt das viele langsam gesehen haben das der Krieg verloren war.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Allerdings wurde Pearl Harbor nicht IM Krieg angegriffen, sondern davor, ohne Kriegserklärung o.ä.
[/B][/QUOTE]
Das war zwar keine Kriegerklärung war der Krieg war da.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Rachegefühle mögen sicherlich eine Rolle gespielt haben, der Pazifikkrieg war lang, zäh und grausam, auf beiden Seiten, aber das ganze nur auf Pearl Harbor zu schieben, halte ich für sehr fraglich.
[/B][/QUOTE]
Der Hype den Amerikaner um diesen Angriff machen spricht eine andere Sprache. So wie der 11.9. den Grund für den Irak Krieg stellt....es gibt Stimmen die sagen das der Angriff Pearl Habour provoziert wurde, ausschließend will ich auch das nicht.

Gruß
Trin
Darket[QUOTE]Ich habe einen Bericht gesehen indem Leute die Taktik kritisiert haben. So brilliant war die Strategie nicht. Die Unfähigkeit des deutschen Militärs war das weniger, wohl eher der Effekt das viele langsam gesehen haben das der Krieg verloren war.[/QUOTE]
Natürlich war die Strategie nach heutigen Maßstäben nicht brilliant, aber eine Operation dieses Umfanges war nie zuvor (danach übrigens auch nicht) durchgeführt worden, natürlich wurden da Fehler gemacht, die einzigen Orientierungsmöglichkeiten waren die ziemlich versemmelten Invasionen auf Sizilien und bei Anzio.

[QUOTE]Das war zwar keine Kriegerklärung war der Krieg war da. [/QUOTE]
Es ist einfach so, dass dort ein militärischer Angriff geflogen wurde, ohne dass die beiden Seiten sich im Krieg miteinander befanden, dass ist ethisch wie völkerrechtlich nicht vertretbar.

[QUOTE]es gibt Stimmen die sagen das der Angriff Pearl Habour provoziert wurde, ausschließend will ich auch das nicht.[/QUOTE]
Natürlich war er politisch provoziert, ich bin auch niemand, der die Theorie ausschließt, dass die US-Regierung vor dem Angriff über diesen informiert war, sollte dies jedoch der Fall gewesen sein, wertet dies das den japanischen Angriff moralisch nicht auf, sondern die Roosevelt-Administration ab.

Und zum eigentlichen Thema:
Die Amerikaner hatten eine Superwaffe und wollten den Krieg zu Ende bringen. Sie hatten die Wahl hunderttausende eigene Bürger zu verlieren oder hunderttausende Japaner zu töten.
War die Wahl, die getroffen wurde wirklich so überraschend?
PelloquinWas angesichts der furchtbaren Auswirkungen der Hiroshima- und Nagasakibomben etwas in Vergessenheit geriet ist die Tatsache, dass die Amerikaner neben Hiroshima und Nagasaki weitere Städte in Japan bombardierten, was in etwa genau so viele Todesopfer forderte wie die Abwürfe der Atombomben.

So bombardierte die US-Air Force Tokio vorsätzlich mit Brandbomben, wohl wissend, dass die weitflächige Stadt zumeist mit Häusern aus Papier und Holz bebaut war, was dazu führte, dass sich die Feuer rasend schnell ausbreiteten und ca. 100 000 Menschen den Tod fanden.

Bis heute tun sich die USA schwer in der Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel ihrer Geschichte, denn anders als die späteren Kriege, die zumeist von Amerika begonnen wurden, erinnern sich die Amerikaner des 2. Weltkrieges als des "Guten Krieges", in welchen die USA gegen ihren Willen (zumindest dem der Bevölkerung... ) hineingezogen wurden, und aus dem sie schließlich als die Sieger über die barbarischen Nazis und Japaner hervorgegangen sind, weswegen der 2. Weltkrieg von den Amerikanern auch als der "Gerechte Krieg" bezeichnet wird.

Noch 1995 mußte eine Museumsausstellung, die sich mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima beschäftigte auf Druck der Konservativen alle Exponate entfernen, die nur den geringsten Zweifel an der Richtigkeit des Atombombeneinsatzes aufkommen liessen. (Quellen: DER SPIEGEL v. Montag, 01.08.05, und DIE TAGESZEITUNG, 06.08.05)

Um so überraschender und mutiger die Tat jenes Mannes, der unmittelbar an den Ereignissen des 06. August 1945 beteiligt war: (Quelle: [url]http://www.artfond.de/atombombe.htm[/url])

Claude Eatherly war Kampfflieger der US-Air-Force und gab am 6. August 1945 den entscheidenden Befehl "Go ahead" ins Bordmikrophon zum Abwurf der Atombombe über Hiroshima.

Er bereute bitterlich und schrieb Briefe nach Japan an die überlebenden Opfer, um sich zu entschuldigen.

Die Ärzte des US-Militärkrankenhauses in Waco, Texas diagnostizierten daraufhin bei ihm "Wahnvorstellungen" und schlossen ihn weg. Ein paar Mal konnte er noch aus dem Miltärkrankenhaus fliehen, bevor er starb.

Der in Wien lebende Philosoph und Schriftsteller Günther Anders* schrieb ihm folgenden Brief:

[font=times new roman][size=3]"Lieber Herr Eatherly ..., die Technik hat es mit sich gebracht, dass wir auf eine Weise schuldlos schuldig werden können, die es früher noch nicht gegeben hatte. ... Wir alle haben in dieser Epoche zu leben, in der wir in solche Schuld hineingeraten könnten. In diesem Sinne sind wir Kinder einer einzigen Familie. Wenn wir uns mit Ihrem Leiden beschäftigen, so tun wir das als Geschwister, so als wären Sie ein Bruder, dem das Unglück zugestoßen ist, dasjenige wirklich zu tun, was jeder von uns morgen zu tun gezwungen werden könnte. ... Die Befehlsmaschinerie hatte lückenlos funktioniert. Sie haben es also getan. Nur durch Sie können wir erfahren, wie es uns ergehen würde, wenn wir an Ihrer Stelle gestanden hätten. Sie sehen: Sie sind ungeheuer wichtig für uns, geradezu unentbehrlich. Gewissermaßen unser Lehrer ... Für uns ist die Tatsache, dass Sie mit dem Geschehenen 'nicht fertig werden', tröstlich. Sie geben ein Zeugnis dafür, dass Sie Ihr Gewissen haben wach halten können, obwohl sie einmal als Maschinenstück in einen technischen Apparat eingeschaltet gewesen und in diesem erfolgreich verwendet worden waren ... Es ist ein Zeichen Ihrer moralischen Gesundheit, denn Ihre Reaktion beweist die Lebendigkeit Ihres Gewissens. ... So schuldig zu sein wie Sie es sind und trotzdem von der Öffentlichkeit als schuldlos klassifiziert, ja auf Grund der Schuld sogar als smiling hero gepriesen zu werden, das muss für einen anständigen Menschen ein unerträglicher Zustand sein."[/size][/font]

Quelle: Günther Anders, Hiroshima ist überall. Tagebuch aus Hiroshima und Nagasaki - Briefwechsel mit dem Hiroshima-Piloten Claude Eatherly - Rede über drei Weltkriege. München 1982 / 1995 S. 207-208, S. 210-212)


* [size=1]Der dem Mainstream-Publikum weitgehend unbekannte deutsch-jüdische Philosoph [url="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnther_Anders"]Günther Anders[/url] (1902-1992) gilt als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts und war Mitbegründer der Anti-Atom-Bewegung, der kurz nach dem Krieg als einer der ersten westlichen Wissenschaftler nach Hiroshima ging, um Zerstörung und Leid der Bevölkerung zu dokumentieren und die Erinnerung an das furchtbare Schicksal Hiroshimas auf immer im Gedächtnis der Menschheit zu verankern.[/size]
Trinity Goth[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Es ist einfach so, dass dort ein militärischer Angriff geflogen wurde, ohne dass die beiden Seiten sich im Krieg miteinander befanden, dass ist ethisch wie völkerrechtlich nicht vertretbar.
[/B][/QUOTE]
Ich bitte dich, die ganze Welt befand sich im Krieg. Es war eh nur eine Frage der Zeit, das ein Angriff stattfindet, das wußten auch die Amis.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Natürlich war er politisch provoziert, ich bin auch niemand, der die Theorie ausschließt, dass die US-Regierung vor dem Angriff über diesen informiert war, sollte dies jedoch der Fall gewesen sein, wertet dies das den japanischen Angriff moralisch nicht auf, sondern die Roosevelt-Administration ab.
[/B][/QUOTE]
Pearl Habour bleibt ein militärisches Ziel - Hiroshima war eine Stadt mit viel Zivilbevölkerung. Da ist ein Unterschied.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Und zum eigentlichen Thema:
Die Amerikaner hatten eine Superwaffe und wollten den Krieg zu Ende bringen. Sie hatten die Wahl hunderttausende eigene Bürger zu verlieren oder hunderttausende Japaner zu töten.
War die Wahl, die getroffen wurde wirklich so überraschend? [/B][/QUOTE]
Das ist das schöne Lügenmärchen von der 'caritativen Bombe' was sie aufgetischt haben, um ihre heißgeliebte Waffe testen zu können. Die Amis sollten gewußt haben, das die Japaner am Ende waren.
Das Ende des Krieges haben sie zwar so etwas beschleunigt, aber der Preis war definitiv zu hoch.
Überraschend - nein, eigendlich zeigt es nur wie menschenverachtend die amerikanische Regierung eigendlich ist.

Gruß
Trin
Beowulf[QUOTE][i]Original geschrieben von Trinity Goth [/i]
Überraschend - nein, eigendlich zeigt es nur wie menschenverachtend die amerikanische Regierung eigendlich ist. [/QUOTE]

Ja, so menschenverachtend als sie einen Bürgerkrieg auslöste um Sklaven zu befreien. Oder als sie über eine Luftbrücke die Berliner Bevölkerung versorgte.
Immer dieses pauchale Denken.

Der Atombombenabwurf war ebenso gerechtfertigt oder ungerechtfertig wie jedes Bombardement. Die Diskussion sollte wohl eher Lauten ob im Kriegsfalle eine Stadt bombadiert werden darf. Ob ein Mensch von einer Phosphorbombe getötet wird, oder eine Atombombe macht nur keinen Unterschied.
Tapio BearkingIch möchte eure Diskussion nicht unterbrechen aber vielleicht kennt der oder die eine oder andere dieses Lied. Ich glaub es passt ganz gut hierher:

Wishful Thinking
Hiroshima

Theres a shadow of man at Hiroshima
Where he passed the moon
In a wonderland at Hiroshima
Beneath the augustmoon
And the world remember his face
Remember the place was here
Fly the metal bird to Hiroshima
And the way a load
Speak a magic word to Hiroshima
Let the sky explode
And the world remember his name
Remember the flame was Hiroshima
Trinity Goth@Beowulf: Im Bürgerkrieg ging es nicht nur um die Befreiung der Sklaven, immerhin drohte das Land auseinander zu brechen, das da auch ein wirtschaftliches Interesse dahintersteckte. Die Luftbrücke nach Berlin hatte viel damit zu tun, das die Amis Deutschland brauchten wirtschaftlich und vor allem strategisch.
Natürlich stellt man das alles in der Öffendlichkeit so da, als ob man das aus reiner Menschenfreundlichkeit getan hätte. Sich als retter der Welt aufzuspielen da sind die Amerikaner Meister fast so gut wie totalitäre Staaten die ihre Taten auch gerne positive an ihre Bevölkerung verkaufen.


Die Atombombe ist schlimmste aller Bomben ( mal abgesehen von Wasserstoffbomben und anderen perversen Neuentwicklungen) durch ihre Nachwirkungen für die Bevölkerung. Schau dir mal die Bilder an von den Opfern im Fernsehn und wie lange sie noch leiden mußten durch die Strahlung der Bombe. Da ist schon ein Unterschied...

Gruß
Trin
BeowulfIch fasse das mal jetzt persönlich auf, dass du mir nicht zutraust über Propaganda hinweg eine Meinung zu bilden.
Und ich bleibe dabei dass die Amerikaner in ihrer 200 Jährigen Geschichte diverse Regierungen hatten, und man nicht von "Der" Amerikanischen Regierung sprechen sollte. Und dass eben auch viel für die Menschlichkeit von Amerika aussging.

Also es geht hier nicht darum dass eine Stadt bombadiert wurde, sondern womit diese Stadt bombadiert wurde. Das Japan einen Teil für die Nachwirkungen der Bombe beitrug lassen wir mal moralisch gesehen ausen vor.. Dass die Menschen weiter in den verstrahlten Gebieten lebten, und dass Menschen mit Strahlenkrankheit von der Bevölkerung ausgestoßen wurde
Die Japaner wusste nichts genaues über die Wirkung der Strahlung, ebenso wenig wie die Amerikaner. Die Japaner haben die Situation in ihrer Unkenntnis verschlimmer, die die Amerikaner in ihrer herbeigeführt haben. Jetzt den moralischen Zeigefinger zu heben, halte ich für die Umstände viel zu einfach.
Moralisch gesehen halte ich den Einsatz von Napalmwaffen in der heutigen Zeit für verwerflicher, da sie mit einem plumpen Trick aus einer illegalen, da imhumanen Waffe, eine legal, immer noch inhumane Waffe basteln. Als Beispiel.
Trinity Goth@beowulf: Du solltest Diskussionen hier nicht zu persönlich nehmen!

Die amerikanischen Regierungen haben bloß leider sehr viel gemeinsam was ihre Außenpolitik und ihre Ansichten der Welt angeht.

Es geht in erster Linie um die Verwendung der Atombombe, da dass das Thema des Threads ist und eine Steigerung zu denen im 2.Weltkrieg verwendeten Waffen darstellt.
Die Amerikaner wußten durch ihre Wissenschaftler ganz genau das die Bombe verheerende Wirkung haben wird - sie wußten vielleicht nicht das Ganze Ausmaß, aber sie wußten von der Strahlung. Aber das amerikanische Militär hört ungern auf die Wissenschaftler.

Den Japanern vorzuwerfen, das sie selbst schuld seien an den Folgen der Verstrahlung finde ich ein wenig zynisch von dir.
Das Strahlenopfer aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden ist ein gänzlich anderes Problem und hängt eher mit der japanischen Gesellschaft ansich zusammen. Niemand behaupt das die Japaner keine Verbrechenen im Krieg begonnen haben, aber das ist ein gänzlich anderes Thema.

Gruß
Trin
PelloquinEin weiteres Detail, das den Gebrauch der Atombombe im Angesicht des absehbaren Zusammenbruchs der japanischen Streitkräfte unverständlich macht, ist die den Amerikanern zum damaligen Zeitpunkt bereits bekannt gewesene Absicht Russlands, den Japanern den Krieg zu erklären.

So erfolgte denn auch die japanische Kapitulation weniger infolge der Schrecken, die die beiden Bomben gebracht haben (das ganze Ausmaß der Zerstörung war der japanischen Regierung noch garnicht bekannt; von Hiroshima erfuhren sie erst, als schon die zweite Bombe unterwegs war - denn [i]es war ja niemand mehr da, der sofort aus Hiroshima hätte berichten können![/i]), sondern vielmehr infolge der sowjetischen Kriegserklärung zwei Tage nach Abwurf der Nagasaki-Bombe. Dem SPIEGEL zufolge hat (erst) diese Kriegserklärung die Befehlshaber der japanischen Armee regelrecht paralysiert und endlich zur Kapitulation bewogen.
Darket[QUOTE]Ich bitte dich, die ganze Welt befand sich im Krieg. Es war eh nur eine Frage der Zeit, das ein Angriff stattfindet, das wußten auch die Amis. [/QUOTE]
Es geht nicht um die Vorhersehbarkeit, es geht darum, dass ein Angriff ohne Kriegserklärung völkerrechtswidrig und unmoralisch ist. Pearl Harbour war ein Verstoß gegen das Kriegsrecht, die Menschenrechte und jedwede Moral!


[QUOTE]Pearl Habour bleibt ein militärisches Ziel - Hiroshima war eine Stadt mit viel Zivilbevölkerung. Da ist ein Unterschied.[/QUOTE]
Natürlich, ich zweifle die Unmoral eines strategischen Bombenagriffes auf Zivilbevölkerung in keiner Weise an. Der Haken ist nur: Das haben alle größeren Kriegsparteien getan. Die Deutschen bombardierten London, Liverpool und Birmingham. Die Briten und Amerikaner taten das selbe mit Dresden, Hamburg, Würzburg, etc. Die Japaner mit Nanjing und genug anderen chinesischen Städten (bei Nanjing kamen noch andere üble Kriegsverbrechen hinzu) usw.
Da kann sich niemand moralisch freisprechen.

[QUOTE]Das ist das schöne Lügenmärchen von der 'caritativen Bombe' was sie aufgetischt haben, um ihre heißgeliebte Waffe testen zu können. Die Amis sollten gewußt haben, das die Japaner am Ende waren.
Das Ende des Krieges haben sie zwar so etwas beschleunigt, aber der Preis war definitiv zu hoch.
Überraschend - nein, eigendlich zeigt es nur wie menschenverachtend die amerikanische Regierung eigendlich ist.
[/QUOTE]
Ich wüsste nicht was an dem was ich schrieb caritativ war, ich schrieb von einem militärischen abwägen.
Die Invasion Japans war schon geplant, die Operation hatte sogar schon einen Namen (ist mir grade entfallen). Deacy hat zurecht geschrieben, dass die kalkulierten Verluste zu hoch gegriffen sein dürfen und ich stimme dem durchaus zu, allerdings bleibt anzumerken, dass die Japaner im Mutterland und in China noch über 2 Mio Soldaten unter Waffen hatten (durch diese Waffen entstand im übrigen die Volksrepublik China), davon einige hunderttausend auf der Hauptinsel. Der Angriff der Sowjets hätte den Japanern schlussendlich auch den Rest gegeben, keine Frage, aber, und das sage ich auch als strikter Atomwaffengegner: Die Invasion hätte auf beiden Seiten zusammen mehr Opfer gefordert als die Atombombe, der Plan besagte 1,2 Mio Zivilisten mit Speeren zu bewaffnen ist doch wohl eine deutliche Sprache.
BeowulfDie Diskussion wird wohl eh nicht zu einem befriedigendem Ende kommen. Hier prallen Einfach moralische Vorstellungen aufeinander.
Ich stimme darket darin überein, dass der Atombombenabwurf kein herausragendes Ereignis im 20 Jahrundert ist.
Für andere hingegen ist die Art der Waffe, ob eine große Bomber oder viele kleine, entscheident ob ein Angriff "schlecht" oder "schlechter" ist. Seis drum.

Ich will noch klarstellen dass ich den Japanern gar nichts vorgeworfen habe. Nicht dass man ihnen nichts vorwerfen könnte, es hat bloss nichts mit dem Thema zu tun.
Trinity Goth[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]Es geht nicht um die Vorhersehbarkeit, es geht darum, dass ein Angriff ohne Kriegserklärung völkerrechtswidrig und unmoralisch ist. Pearl Harbour war ein Verstoß gegen das Kriegsrecht, die Menschenrechte und jedwede Moral!
[/B][/QUOTE]
Da werden wir wohl auf keinen Konsenz kommen :D
Ich denke nämlich in Kriegszeiten ist der Angriff des Gegners auf ein militärisches Ziel nicht so verwerflich als sich an Zivilisten zu vergreifen, auch wenn es pervers ist: Soldaten müssen damit rechnen bei der Ausführung ihres Jobs zu sterben. Egal ob eine Kriegserklärung nun vorliegt oder nicht.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Natürlich, ich zweifle die Unmoral eines strategischen Bombenagriffes auf Zivilbevölkerung in keiner Weise an. Der Haken ist nur: Das haben alle größeren Kriegsparteien getan. Die Deutschen bombardierten London, Liverpool und Birmingham. Die Briten und Amerikaner taten das selbe mit Dresden, Hamburg, Würzburg, etc. Die Japaner mit Nanjing und genug anderen chinesischen Städten (bei Nanjing kamen noch andere üble Kriegsverbrechen hinzu) usw.
Da kann sich niemand moralisch freisprechen.
[/B][/QUOTE]
Ich habe nirgens gesagt das die Japaner keine Kriegsverbrecen begangen haben, sondern nur bemerkt das der Angriff es militärischen Ziel in Kriegszeiten weniger verwerflich ist als der eines zivilen Ziels.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
Ich wüsste nicht was an dem was ich schrieb caritativ war, ich schrieb von einem militärischen abwägen.
[/B][/QUOTE]
Truman's Rede nach dem Abwurf klang so als ob man die Bombe nur zum Besten der Japaner abgeworfen hat. Mit der altbekannten Ausrede: 'Wir wollten euch doch nur befreien!'

[QUOTE][i]Original geschrieben von Darket [/i]
[B]
dass die Japaner im Mutterland und in China noch über 2 Mio Soldaten unter Waffen hatten (durch diese Waffen entstand im übrigen die Volksrepublik China), davon einige hunderttausend auf der Hauptinsel. Der Angriff der Sowjets hätte den Japanern schlussendlich auch den Rest gegeben, keine Frage, aber, und das sage ich auch als strikter Atomwaffengegner: Die Invasion hätte auf beiden Seiten zusammen mehr Opfer gefordert als die Atombombe, der Plan besagte 1,2 Mio Zivilisten mit Speeren zu bewaffnen ist doch wohl eine deutliche Sprache. [/B][/QUOTE]
Die Russen hätte die Japaner in der Manschurei mit Leichtigkeit besiegt und dann hätten die Japaner kapituliert. Ich glaube nicht das sich die 1,2 Speerträger lange gewehrt hätten, denn ich glaube auch die Japaner wissen trotz Indoktrinierung wann sie besiegt sind. Ich glaube nicht das dies mehr Tote als die Atombombe gefordert hätte vor allem auf Seiten der Zivilbevölkerung. Die Atombombe war ein Test ohne Rechtfertigung.

Gruß
Trin
Darket[QUOTE]Ich denke nämlich in Kriegszeiten ist der Angriff des Gegners auf ein militärisches Ziel nicht so verwerflich als sich an Zivilisten zu vergreifen, auch wenn es pervers ist: Soldaten müssen damit rechnen bei der Ausführung ihres Jobs zu sterben. Egal ob eine Kriegserklärung nun vorliegt oder nicht.[/QUOTE]
Richtig, ich habe grundsätzlich mit niemandem Mitleid, der freiwillig (!) eine Wafe in die Hand nimmt und dann draufgeht. Man sollte von erwachsenen Menschen erwarten können das Risiko einzuschätzen. Nunja, in der Theorie ganz einfach, der Haken ist nur, dass das ganze in der Praxis nicht so einfach ist. Die amerikanische Armee war keine Berufsarmee, die wenigsten waren freiwillig in Pearl Harbour. Das ist eine mit heute vergleichbare Situation. In den USA gibt es keine Wehrpflicht mehr, viele sind dennoch gezwungen zum Militär zu gehen und für ihr Land zu verrecken. In Zeiten von Wehrpflicht bombardiert man keine militärischen Ziele, bestenfalls bombardiert man leidlich ausgebildete, bewffnete Zivilisten in Uniform... :rolleyes:

[QUOTE]Ich habe nirgens gesagt das die Japaner keine Kriegsverbrecen begangen haben, sondern nur bemerkt das der Angriff es militärischen Ziel in Kriegszeiten weniger verwerflich ist als der eines zivilen Ziels.[/QUOTE]
Es ist sinnlos darüber zu debattieren wie die moralische Verwerflichkeit in diesen beiden Fällen gegeneinander aufzurechnen ist, in Ordnung war beides definitiv nicht.

[QUOTE]Truman's Rede nach dem Abwurf klang so als ob man die Bombe nur zum Besten der Japaner abgeworfen hat. Mit der altbekannten Ausrede: 'Wir wollten euch doch nur befreien!'[/QUOTE]
Propagandageblubber eben, das würde ich nicht auf die Goldwaage werfen.

[QUOTE]Die Russen hätte die Japaner in der Manschurei mit Leichtigkeit besiegt und dann hätten die Japaner kapituliert. Ich glaube nicht das sich die 1,2 Speerträger lange gewehrt hätten, denn ich glaube auch die Japaner wissen trotz Indoktrinierung wann sie besiegt sind. [/QUOTE]
Japan hat auch nach der zweiten Atombombe nur auf Grund der Intervention des Kaisers kapituliert, das Militär wollte weitermachen und hat sogar versucht zu putschen! Die Armee wäre aus der Mandschurei (und nicht nur da, sie standen verdammt tief im westlichen China (Nanjing, Shang Hai, Hong Kong, Beijing) von den Russen hinausgetrieben worden und hätte trotzdem weitergekämpft. Die Japaner haben das getan, was die Wehrmacht irgendwann aufgegeben hat, sie haben weitergekämpft, egal wie beschissen die Situation war, auch die einzelnen Soldaten. Blutbäder wie Okinawa oder Iwo Jiima sprechen da eine sehr deutliche Sprache. Auf Iwo Jiima hat von zigtausenden Japanischen Soldaten nur eine handvoll kapituliert, wie hätte das wohl auf dem Mutterland ausgesehen?
OrcaDesign[QUOTE][i]Original geschrieben von Trinity Goth [/i]
[B] Ich denke nämlich in Kriegszeiten ist der Angriff des Gegners auf ein militärisches Ziel nicht so verwerflich als sich an Zivilisten zu vergreifen, auch wenn es pervers ist: Soldaten müssen damit rechnen bei der Ausführung ihres Jobs zu sterben. Egal ob eine Kriegserklärung nun vorliegt oder nicht.[/B][/QUOTE]
Zivilisten sind allerdings im Grunde auch nur solange Zivilisten bis ein Uniformierter an ihre Tür klopft und sie unter Androhung eines Kriegstribunals zwingt, eine solche ebenso anzuziehen.

Was unterscheidet einen solchen Soldaten von einem Zivilisten bzw. macht ihn Schuldiger und zum Abschuß freigegebener?

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Nebenbei , die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki waren eigentlich mal dem Deutschen Reich bestimmt gewesen.
Allerdings dem kam eine Kapitulation zuvor, woraufhin das ursprüngliche Testziel in aller Eile (vor dem endgültigen Kriegsende) durch ein anderes ausgetauscht wurde... Begründungen hin oder her, die politischen Möglichkeiten an Friedensverhandlungen wurden offensichtlich seinerzeit mit Absicht zuvor nicht vollständig ausgenutzt oder nicht für ernst genommen... dann lieber ein "Bömbchen" oben drauf und dem verschreckten Gegner die Bedingungen diktieren können?!
Tapio Bearking[QUOTE]Nebenbei , die Atombombe über Hiroshima und Nagasaki waren eigentlich mal dem Deutschen Reich bestimmt gewesen.[/QUOTE]

Nicht nur das. Das Uran für die Bomben stammte aus Deutschland und sollte eigentlich auf dem U-Bootweg nach .jp geliefert werden. Unterwegs erreichte den Kommandanten des U-Boots die Kapitulation des BdU und auch er kapitulierte nach langem zögern.
Darket[QUOTE]Nebenbei , die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki waren eigentlich mal dem Deutschen Reich bestimmt gewesen. [/QUOTE]
Wäre aus strategischer Sicht Unfug gewesen, wo hätte man sie abwerfen sollen? Berlin? Wieso denn, das hätten die Russen sich so oder so gekrallt, dann hätten sie doch ruhig einen Verlustreichen Kampf führen können, den Amerikanern hätte es egal sein können.
OrcaDesignIch kann die historischen Fakten nicht ändern... das Manhattan-Projekt war '42 eilig in's Leben gerufen worden als Gegengewicht zum bekanntgewordenen deutschen Uranprojekt - und als potentielles Ziel war von Anfang an Berlin im Gespräch gewesen. Vor Fertigstellung der ersten Uranbombe ebenso wie vor dem ersten Test der Plutoniumbombe lag dann allerdings die Kapitulation des Deutschen Reiches.

Über Unfug oder Fug eines Hiroshimas als strategisches Ziel brauchen wir allerdings sicher auch nicht weiter zu diskutieren...
... rein "zufällig" im Übrigen eine vorher weitestgehend von Bombardements verschonte Stadt: nur so konnte man die Durchschlagskraft einer Atombombe auf Städten nachvollziehen, unter den quasi perfekten Testbedingungen einer eben zuvor noch weitestgehend intakten Stadt...

Apropos Testbedingungen: die Uranbombe wie die auf Hiroshima abgeworfene arbeitete nach dem Prinzip der kritischen Masse, während die auf Nagasaki abgeworfene Plutoniumbombe nach dem Verdichtungsprinzip funktionierte - bei ersterer verzichtete man übrigens komplett auf einen vorigen Test, nach öffentlicher Verlautbarung weil ein Versagen als wenig wahrscheinlich angesehen wurde.
Und sicher auch, weil es den Herren Militärs zu lange gedauert hätte, bis erneut genug waffenfähiges Uran bereitgestanden wäre für den Bau einer zweiten Bombe, die man hätte auf einem echten "Test"gelände wie dem Hiroshimas abwerfen können.
Es ist an sich schon denkwürdig genug, daß hier im kurzen Abstand hintereinander zwei technisch sich deutlich unterscheidbare Waffensysteme verwendet wurden. Zeugt nicht direkt davon, dass überhaupt ein großes Interesse daran Bestand, nach dem Abwurf der ersten auf den der zweiten verzichten zu woll... pardon, müssen. Eher davon, dass man vorhatte zu ermitteln, welcher Typ nun "brauchbarer" ist...
Trinity Goth[QUOTE][i]Original geschrieben von OrcaDesign [/i]
[B]
Was unterscheidet einen solchen Soldaten von einem Zivilisten bzw. macht ihn Schuldiger und zum Abschuß freigegebener?
[/B][/QUOTE]
In der Logik im Krieg alles, denn Leute die Waffen haben können sich wehren und sind somit legitime Ziele. Wie ich bereits sagte hat der Krieg eine perverse Logik und wenn schon Menschen sterben besser die die selber töten.

@Darket: Es gibt andere Ansichten zum Thema Kriegsende, das ist aber denke ich müßig darüber zu diskutieren. Ich denke jedenfalls das der Abwurf der Atombomben sinnlos in Bezug auf das Kriegsende war.

Ich glaube ein Abwurf über Deutschland wäre deshalb nicht in Frage gekommen, weil man sonst die Allierten getroffen hätte eventuell. Das die Bombe grausligen Schaden anrichtet war den Amerikaner ja klar.

Gruß
Trin

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