| rosenkind | alle Reden, keiner tut was... ein Phänomen, das auf viele Menschen zutrifft, leider auch auf viele Schwarze, es ist ernüchtern und enttäuschend. :( Vielleicht gibts ja hier ein paar Menschen, die sich sozial engagieren? Ich muss sagen, dass ich selbst derzeit nicht viel mehr tue als jeden Monat am Ende das "Restgeld" wegzulegen für eine Spende an eine seriöse Organisation am Jahresende, aber ich will mal einen Beruf ergreifen, in dem ich Menschen helfen kann. Baut meine angeknackste Hoffnung wieder auf und meldet euch hier im Thread, wenn ihr euch sozial engagiert. stellt vor, was ihr macht und warum, aus welcher Überzeugung. Warum tun so wenige Menschen etwas? warum reden die meisten nur? wo fängt soziales Engagement an? hoffe auf viele Antworten |
| Aza | soziales Engagement fängt bei mir da an, wo ich anderen Leuten helfe. Und zu solchem Engagement zähle ich auch immer für meine Freunde da zu sein, egal wann wo und was sie bedrückt... (ja das kann auch ein vollzeit-job sein ;) Es muss ja nicht jeder mit nem Schild "ich helfe anderen" durch die Gegend rennen... [was jetzt keinesfalls gegen dich gerichtet sein soll!] |
| Black Reaper | Was heißt soziales Engagement? Für mich fängt das schon mit einem Lächeln an, das man einem Obdachlosen schenkt, vielleicht ein wenig mit ihm oder ihr redet... Ich für meinen Teil lege wenn möglich ein wenig Geld beiseite, um es irgendwo zu spenden, wo es mir gerade wichtig erscheint, außerdem bin ich immer mal wieder in Dortmund im sogenannten Gast-Haus. Dabei handelt es sich um ein Obdachlosen-Projekt, das Obdachlosen oder auch generell Bedürftigen kostenlose Mahlzeiten bietet, und darüber hinaus auch häufig die Möglichkeit, zu duschen und frische Kleidung zu bekommen über die zum Gasthaus gehörende Kleider-Kammer... Eine ärztliche Versorgung (zur Zeit durch einen pensionierten Arzt, der ehrenamtlich einige Nachmittage im Gasthaus ist) wird auch gerade immer weiter ausgebaut... In meinem Wunsch-Beruf werde ich wohl sozial Schwachen nicht unmittelbar helfen können, aber wenn ich mit einem guten Job mehr Geld für solche Projekte erübrigen kann, wenn mit meinen Steuergeldern Arbeitslose weitergebildet werden können, dann hilft das auch schon... Wie gesagt: Engagement fängt für mich schon bei einem Lächeln an, etwas Geld oder Lebensmittel sind natürlich auch wichtig, aber sollte man gerade nichts davon zur Hand haben, können auch ein Lächeln oder ein paar nette Worte schon helfen... Wenn ich ich sehe, wie sich mancheiner gefreut hat, wenn ich noch ein Brötchen oder ähnliches übrig hatte und es verschenkt hab, dann ist das für mich auch irgendwie ein Grund zum Lächeln... Denn wenn diese Leute etwas verlieren, ist es am häufigsten die Selbstachtung... Und da hilft nicht Geld, sondern nur Worte, die den Leuten zeigen, dass sie kein Abschaum sind, egal warum sie in der Lage sind, in der sie nun mal sind... Und schließlich zu der Frage, warum viele Leute so viel reden und doch nicht handeln... Ich vermute mal, es ist Trägheit, mangelnde Information bzw. die Verbindung dieser Punkte... Einige meinen natürlich auch, dass sie was besseres wären und's nicht nötig hätten, sich da mal ein wenig die Finger schmutzig zu machen, aber viele sind das nun wirklich nicht... Mein Gott, ich find's wirklich nicht toll, am Samstag- oder Sonntagmorgen um 5 Uhr aufzustehen, um zum Gasthaus zu latschen, und den morgen lang den Rücken krumm zu machen und zu metern bis die Füße schmerzen, aber was soll's... Wenn ich dann die Leute mal wieder lächeln sehe, nachdem sie beim Hereinkommen niedergeschlagen und beschämt aussahen, dann freue ich mich auch... So pathetisch das klingen mag... Soweit, Black Reaper |
| Lästerndes Elendsgemächt | Ich gehe arbeiten und zahle Steuern. Von den Steuern kann der Staat Schulen unterhalten, Arbeitslose und Rentner versorgen, und Arbeitgebern Geld in den Arsch pusten. Finde ich schon sozial genug. Ansonsten helfe ich lieber in meinem Bekanntenkreis nach bestem Wissen und Gewissen. Da wird es gebraucht und wird nicht Missbraucht. Warum keinen Obdachlosen? Zwei Begegnungen: Obdachloser fragt mich: "Tschuldigung, haben sie vielleicht 50 Cent für mich, damit ich mir ein Bier kaufen kann?" Ich war über die Ehrlichkeit so perplex, daß ich schon zur Brieftasche gegriffen hatte, aber Alkohol unterstütze ich nicht. Obdachloser hält mich und Freundin an: "Tschuldigung, aber ich möchte mal eine ehrliche Antwort von ihnen... haben sie vielleicht ein bißchen Geld für mich, damit ich mir die nächsten Tage was zu essen kaufen kann?" "Geld gebe ich grundsätzlich nicht, aber wenn sie mit dort drüben in den Marktkauf kommen, kaufe ich ihnen zwei belegte Brötchen." "Was soll ich denn mit belegten Brötchen? Von 2 Euro könnte ich zwei ganze Tage leben..." Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Und wenn der Typ so ein Angebot ablehnen kann, scheint es ihm ja nicht so schlecht gehen zu können. |
| Black Reaper | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lästerndes Elendsgemächt [/i] Warum keinen Obdachlosen? Zwei Begegnungen: Obdachloser fragt mich: "Tschuldigung, haben sie vielleicht 50 Cent für mich, damit ich mir ein Bier kaufen kann?" Ich war über die Ehrlichkeit so perplex, daß ich schon zur Brieftasche gegriffen hatte, aber Alkohol unterstütze ich nicht.[/QUOTE] Ok, kann ich unterstützen... Wer so blöd ist, das offen zu sagen, kriegt auch von mir kein Geld... So sind aber beileibe nicht alle... [QUOTE]Obdachloser hält mich und Freundin an: "Tschuldigung, aber ich möchte mal eine ehrliche Antwort von ihnen... haben sie vielleicht ein bißchen Geld für mich, damit ich mir die nächsten Tage was zu essen kaufen kann?" "Geld gebe ich grundsätzlich nicht, aber wenn sie mit dort drüben in den Marktkauf kommen, kaufe ich ihnen zwei belegte Brötchen." "Was soll ich denn mit belegten Brötchen? Von 2 Euro könnte ich zwei ganze Tage leben..." Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Und wenn der Typ so ein Angebot ablehnen kann, scheint es ihm ja nicht so schlecht gehen zu können. [/QUOTE] Die Begründung finde ich mehr als schlecht... Denn diese Leute haben einfach aus Not schon einen Grund zum sparen... Für 2 ? bekommt man 2 belegte Brötchen oder auch 10 weiße... Und da ist mehr dran...Ergo vermute ich mal, dass der schon wieder so gedacht hat... Denn wenn er sagt, von 2 ? könnte er zwei Tage leben, dann liegt für mich dieser Schluss nah... Denn ich habe mit Obdachlosen gesprochen, die ebenfalls so oder ähnlich planen... Ergo vermute ich, dass dein Schluss grundverkehrt war... Dem ging's so schlecht, dass er mit den gebotenen 2 ? sich nicht den Luxus von belegten Brötchen erlauben wollte... Da lass dich von dem zeitweilig recht rauen Ton nicht täuschen... |
| Nnordy | Solche Sachen wie für Freunde da sein und dort helfen zähle ich nicht unter soziales Engagement, sondern das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Bin ehrlich gesagt ein bißchen verwundert daß das hier so rausgestellt wird als sei das der Gipfel dessen was machbar ist... Naja. Soziales Engagement ist für mich z.B. sich in karitativen Einrichtungen zu engagieren, für die alte Nachbarin einkaufen zu gehen oder den Hund auszuführen, in einem sozialen Beruf wie Krankenpflege, Altenpflege, Behindertenbetreuung, Hospiz usw. zu arbeiten, ein freiwilliges soziales Jahr zu machen... Natürlich sind auch Spenden, egal in welcher Form (auch Kleiderspenden, Carepakete...), wichtig und förderlich, auch wenn man da schauen sollte, wem und wohin man spendet. Ich habe selber mal drei Monate für die Diakoniestation in der mobilen Pflege gearbeitet, dann aber festgestellt, daß ich das psychisch nicht verkrafte. Wenn man mal gesehen hat, was diese Gesellschaft mit den Alten macht, dann kann einem nur schlecht werden, dieser ganze Jugendwahn und wenn man alt ist ist man nixmehr wert und taugt bloß noch für den Friedhof... Zum Kotzen, total zum Kotzen. In anderen Gesellschaften werden die alten Leute hoch geehrt aufgrund ihrer Lebenserfahrung und ihrer Geschichten, aber das ist hierzulande ja 'out'. Naja, egal. Mein Mann arbeitet schon seit 12 Jahren in der Krankenpflege und hat jetzt eine Hospizgruppe übernommen, auch außerhalb seines Dienstes ist er für seine Patienten da und bringt ihnen auch, gerade wenn sie kein Geld haben, mal Salben, Medikamente usw. mit - DAS ist soziales Engagement. By the way: Er ist seit 17 Jahren "schwarz". |
| Friedhofskind | Ja, auch ein Lächeln oder ein paar Worte gehören schon dazu. Da stimme ich Black Reaper vollkommen zu. Ich bin übrigens ehrenamtlich als Schulweghelfer tätig. Das heißt früher aufstehen und bei jedem Wind und Wetter den Leuten über die Straße helfen. Manchmal könnte ich dort richtig austicken, da ich alleine an einer Kreuzung stehe (...übrigens mit einem knallgelben Mantelchen :D ) und auf vier Straßen und einer Parkplatzausfahrt, wo Autos rauskommen gleichzeitig achten muss. Und häufig sind die Leute morgnes gestresst, sie nehmen dem Anderen die Vorfahrt, ordnen sich nicht richtig ein etc.. Und an dieser Kreuzung helfe ich eben Schulkindern, größtenteils Grundschülern, damit sie nicht unter die Räder kommen. Oft werden einem irgendwelche Flüche von Autofahrern oder alten Leuten entgegen geschrien, weil man sie kurz anhält (...ich stehe sowieso beim Zebrastreifen, sie müssten eigentlich halten). Ich bin froh, das es solche Dinge gibt. Als ich noch in die Grundschule ging, hatten wir auch einen Schulweghelfer, der einem immer die Ampel gedrückt hat, weil man fast nicht hoch zum Drücker kam. Leider verstarb er nach einiger Zeit. Nun werden einige sagen, an einer Ampel sind solche Helfer sowieso überflüssig, aber es halten nun nicht alle bei rot. Einmal hab selbst ich schon den Wind des Autos gespührt. Und Geld vom Staat hilft hier nun mal nicht, Lästerndes Elendsgemächt. Es braucht nun mal hier Leute, die das freiwillig und gerne machen. |
| rosenkind | zumal Steuern zahlen ja nun etwas ist, wozu man gezwungen wird. Und Freunden helfen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. |
| Lästerndes Elendsgemächt | @ Black Reaper Tja, Vermutungen werden den eigentlich Verwendungszweck wohl nicht klären können. Fakt ist: er wollte Geld. Und da ich nicht kontrollieren kann was mit dem Geld geschieht, [I]könnte [/I] es für Alkohol missbraucht werden. Ich hatte ihm die Möglichkeit angeboten etwas zu essen zu bekommen, aber das wollte er nicht. Wenn man schon auf die Unterstützung anderer angewiesen ist stellt man keine Forderungen, sondern nimmt das, was freiwillig gegeben wird. Und an belegten Brötchen ist nun wirklich nichts auszusetzen, solange man überhaupt etwas bekommt. @ Friedhofskind [QUOTE]Und Geld vom Staat hilft hier nun mal nicht, Lästerndes Elendsgemächt. Es braucht nun mal hier Leute, die das freiwillig und gerne machen.[/QUOTE] Nun, es gibt tatsächlich noch schwarze Schafe, die mit der Einstellung leben: "Warum soll ich arbeiten gehen? Ich komme mit dem bisschen Stütze rum und kann jeden Tag ausschlafen. Warum soll ich jemanden einen Job wegnehmen, wenn er das Geld viel besser gebrauchen kann?" Ich käme wohl auch mit wesentlich weniger Geld rum, gehe aber trotzdem arbeiten, anstatt dem Staat auf der Tasche zu liegen. Ich zahle meine Steuern (selbst Kirchensteuern, die von so vielen hier ja so abgrundtief gehasst wird), mit denen ein soziales Netz unterhalten wird, und habe meiner Meinung nach genug damit getan. Edit: Kleine Ergänzung "Genug getan, um nachts schlafen zu können." @ Nnordy [QUOTE]Solche Sachen wie für Freunde da sein und dort helfen zähle ich nicht unter soziales Engagement, sondern das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Bin ehrlich gesagt ein bißchen verwundert daß das hier so rausgestellt wird als sei das der Gipfel dessen was machbar ist... Naja.[/QUOTE] Und hier wertest du etwas ab, was man nicht abwerten darf. Vielleicht möchtest du aber auch nur deine/eure eigene Rolle im Sozialwesen aufblasen. Natürlich hilft man seinen Freunden, wenn es denn wirklich Freunde sind (manche bezeichen ja sogar schon Tagesbekanntschaften als Freunde...), aber wer keine Allmacht besitzt, sollte dort als Beispiel vorangehen, wo er wirklich etwas bewirken kann. Im eigenen Umfeld. Der Freundeskreis endet schließlich nicht bei den eigenen Freunden, sondern geht auch über die Freunde von Freunden hinaus, mit denen man nichts zu tun hat. Freundschaft kann manchmal schon in einen Sozialdienst ausarten, wenn man irgendwann feststellt, daß man Depressive, Anorexiekranke und Schlitzer in seinem Freundeskreis hat. Diese Leute dann aus Bequemlichkeit nicht einfach fallen zu lassen, ist heutzutage schon ziemlich sozial. @ Rosenkind S.o. |
| rosenkind | ich glaube dir nicht, dass du arbeiten gehst, um Steuern zu zahlen, um damit den Staat zu unterstützen. Viel mehr glaube ich gehst du arbeiten, damit du selbst Geld hast, um dir einen gewissen Lebensstandart zu erfüllen. |
| Lästerndes Elendsgemächt | @ Rosenkind Unbestreitbar. Und dennoch dienen meine Steuergelder dem Erhalt eines sozialen Netzes. Ich an deiner Stelle würde hier jetzt keine Diskussion über die Motivation zum sozialen Engagement anfangen. Letztendlich würde sich vermutlich herausstellen, daß NIEMAND völlig [U]selbstlos[/U] handelt. Das wäre dann Heuchelei die zwar anderen hilft, die jedoch keinesfalls eine besondere Erwähnung verdient. |
| Black Reaper | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lästerndes Elendsgemächt [/i] @ Black Reaper Tja, Vermutungen werden den eigentlich Verwendungszweck wohl nicht klären können. Fakt ist: er wollte Geld. Und da ich nicht kontrollieren kann was mit dem Geld geschieht, [I]könnte [/I] es für Alkohol missbraucht werden.[/QUOTE] Richtig... Aber wenn du die Leute wirklich kennen würdest, dann würdest du feststellen, dass viele mit dem Geld zumindest zum Teil essen kaufen... und es nicht für ein Besäufnis verwenden... Und wenn ein Obdachloser ein, ich wiederhole, ein Bier trinkt, dann kann ich das auch noch unterstützen... Und bei vielen ist es wirklich nicht mehr... [QUOTE]Ich hatte ihm die Möglichkeit angeboten etwas zu essen zu bekommen, aber das wollte er nicht.[/QUOTE] Das stimmt so doch gar nicht... Ich hab dir doch gesagt, dass du dich da an dem zeitweilig etwas rauen Ton nicht stören solltest... Denn dass er etwas zu essen nötig hatte (und es demnach auch wollte), halte ich für offensichtlich... Ich glaube, es störte ihn eher die Art des Angebots... Wobei dein Angebot an sich natürlich in Ehren gehalten werden muss, ich denke aber, dass dort einfach ein Missverständnis vorlag und kein Unwillen des Bettlers... [QUOTE]Wenn man schon auf die Unterstützung anderer angewiesen ist stellt man keine Forderungen, sondern nimmt das, was freiwillig gegeben wird. Und an belegten Brötchen ist nun wirklich nichts auszusetzen, solange man überhaupt etwas bekommt. [/QUOTE] Richtig... An sich nichts auszusetzen... Aber wer die Denkweise einiger Obdachloser kennt, der kann die Äußerung dieses Beispiels auch anders deuten, als du es getan hast... Soweit, Black Reaper |
| darkchan | ich denke das problem ist zumindest bei mir das ich nichts finde, wo ich helfen kann. ich würde schon gerne, habe auch gesucht mich ehrenamtlich oder so zu betätigen aber nichts gefunden. ich habe lege gerade den grundstein für mein leben. ich mache eine soziale schulbildung um irgendwann mal menschen wirklich helfen zu können. |
| rosenkind | nein, ich starte keine Diskussion darüber, ob man selbstlos handelt oder nicht, ich behaupte aber, dass man die Normalität [B]primär[/B] zur Deckung der eigenen Wünsche, nicht als soziales engagement ansehen kann. (Mal abgesehen davon, dass ein "ich arbeite ehrenamtlich, weil ich das gefühl brauche, etwas gutes getan zu haben und aus dem Dank selbst Kraft ziehe" völlig anders zu bewerten ist als ein "ich geh halt arbeiten, damit ich mein Geld kriege und zahl gezwungenermaßen Steuern, die anderen irgendwo helfen") Punkt. Und Lust auf eine weitere Diskussion darüber habe ich auch nicht. Meine Meinung wird sich diesbezüglich eh nicht nicht ändern, deine vermutlich auch nicht und jede weitere Diskussion würde vermutlich auf eben ein Meinungs ändern wollen hinauslaufen. Und damit wäre ein Diskussion eh sinnlos |
| Lästerndes Elendsgemächt | @ Black Reaper Wir werden niemals erfahren, ob da ein Irrtum vorlag oder nicht. Selbst mit deiner Erfahrung kannst du nur eine "Ferndiagnose" stellen. Von daher erübrigt sich die Diskussion darüber leider auch schon. Meine Abscheu gegenüber Alkohol wird auch in Zukunft sicherstellen, daß es statt Geld nur ein Gegenangebot gibt. Man kann es annehmen, abändern oder ablehnen. Bereit zur Hilfe bin ich schon, aber nur, wenn ich eine gewisse Kontrolle darüber habe. Und ich möchte ganz sicher sein, daß Alkohol nicht gefördert wird. @ Rosenkind Und wenn du darauf bestehst werde ich dir nachweisen, daß dein Wunsch zu helfen ebenfalls [B]primär[/B] deinem eigenen Nutzen dient. Psychologiestudenten im Freundeskreis sind da äußerst geschickt, wenn es ums zerpflücken falscher Vorstellungen geht. Wenn du allerdings nur hilfst, um dich besser fühlen und dir das Mäntelchen der Scheinheiligkeit umhängen zu können, sind deine Motive auch in Frage zu ziehen. DAS würde ich nicht als viel bessere Einstellung betrachten wollen. |
| Aza | [QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i] [B]zumal Steuern zahlen ja nun etwas ist, wozu man gezwungen wird. Und Freunden helfen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. [/B][/QUOTE] Wenn es kein soziales Engagement ist, was ist es dann ? Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht, wie viele wohl bestätigen können (wenn sie ehrlich zu sich selber sind) Ist ja auch egal, jeder tu soviel er kann und möchte. Aber ich kann mir natürlich auch in die Signatur schreiben, dass ich hier und da Geld spende *wow* Ohne Sinn... Man tuts und gut ist, oder man lässt es bleiben, damit profilieren und anderen vorhalten, was sie nicht getan haben find ich schwach... |
| rosenkind | Nutzen ist relativ. Und klar, dient es der befriedigung meiner eigenen Bedürfnisse, wenn ich wie gesagt beispielsweise selber Kraft daraus ziehe. (wo hab ich das Gegenteil behauptet?) Irgendwer, mit dem ich mich mal unterhielt, sagte mir: ich helfe anderen gerne, weil ich so auf die Lösung für meine eigenen Probleme komme. Mein Therapeut sagte einst etwas ähnliches: ich lerne unglaublich viel von meinen Patienten und kriege auch so viel zurück. Dennoch ist es ein Unterschied, ob ich Abgaben leiste, zu denen ich durch Gesetze gezwungen werde und mir sonst alles andere scheißegal ist und ich das als ach so tolles soziales Engagement ansehe oder ob ich mich freiwillig hinsetze, freiwllig auf etwas Geld verzichte, freiwillig eine Arbeit mache, die mir nicht immer Spaß macht (siehe Black Reaper, aufstehen um 5 Uhr) und ich das, was ich tue aus dem wirklichen Bedürfnis heraus tue, UM anderen Menschen zu helfen. Es geht nicht um Selbstlosigkeit, Selbstlosigkeit ist ein Ideal, das einen Menschen zerstört, würde es das geben und es geht auch nicht um nicht ganz so offensichtliche versteckte eigennützige Beweggründe,um die Einstellung, es geht darum, was ich tatsächlich tue und was ich nicht tue. Und eine ehrenamtliche Tätigkeit, die ich ausübe,obwohl ich mir vorstellen könnte, meine Zeit besser zu nutzen, eine Spende, die ich freiwillig abgebe, Zeit und Ideen, die ich selbst in ein soziales Projekt stecke oder die Wahl eines Berufes, der schwer ist, aber in dem ich anderen helfe ist etwas völlig anderes als "ich bin Steuerzahler und das langt". Diskussion Ende. ich werde mich zu deinen Statements nicht weiter äußern @aza: wo habe ich mich profiliert? meinst du etwa: [QUOTE]Ich muss sagen, dass ich selbst derzeit nicht viel mehr tue als jeden Monat am Ende das "Restgeld" wegzulegen für eine Spende an eine seriöse Organisation am Jahresende, aber ich will mal einen Beruf ergreifen, in dem ich Menschen helfen kann. [/QUOTE] wenn du das schon als profilieren ansiehst, find ich das auch ziemlich schwach. Denn ein "ich muss sagen dass.... nicht viel mehr tue als" ist wohl mehr ein "ich tue eigentlich selbst viel zu wenig"... und der nächste Satz ist nicht mehr als ein "ich will mich bessern". Und der Rest war mehr eine Aufforderung an andere. Oh ja, ehrenamtlich etwas zu machen und es nicht zu verschweigen wie ein dunkles Geheimnis ist ja schon gleich profilieren... genauso, wie ich mich profiliere, wenn ich in einer Umfrage in mode:art schreibe, dass ich schwarz trage, damit will ich ja auch nur beweisen, dass ich mega true bin, schon verstanden... :rolleyes: Mal abgesehen davon, zeige mir, wo in meiner [B]Signatur[/B] etwas davon steht, dass ich Geld spende und später mal beruflich was soziales tun will. Es ist in [B]einem einzigen Satz[/B] in einem Thread erwähnt worden, der sich damit beschäftigt, was andere sozial tun. |
| Lästerndes Elendsgemächt | Da Rosenkind sich zurückgezogen hat, mag vielleicht sonst jemand ihre Seite verteidigen. [QUOTE]Und klar, dient es der befriedigung meiner eigenen Bedürfnisse, wenn ich wie gesagt beispielsweise selber Kraft daraus ziehe.[/QUOTE] In diesem Fall sind die Begünstigten ein Mittel zum Zweck . Als Obdachloser z.B. hat man wohl am ehesten das Problem, daß man nicht als Mensch gesehen wird, sich vielleicht sogar minderwertig fühlt. In deinem Fall ein Mittel zum Zweck. Auch nicht so toll. [QUOTE]Dennoch ist es ein Unterschied, ob ich Abgaben leiste, zu denen ich durch Gesetze gezwungen werde und mir sonst alles andere scheißegal ist und ich das als ach so tolles soziales Engagement ansehe oder ob ich mich freiwillig hinsetze, freiwllig auf etwas Geld verzichte, freiwillig eine Arbeit mache, die mir nicht immer Spaß macht (siehe Black Reaper, aufstehen um 5 Uhr) und ich das, was ich tue aus dem wirklichen Bedürfnis heraus tue, UM anderen Menschen zu helfen.[/QUOTE] Du bewertest dein Tun höher. Du tust es primär zu deiner eigenen Befriedigung. Du schaust auf Leute herab, die nicht wie du handeln. Aza hat vollkommen Recht. Profilieren. |
| Flugtier | Ich hab nicht alles komplett gelesen sondern das meiste grob überflogen, also entschuldigt mich, falls ich wiederhole. es ist der zeitmangel der mich dazu zwingt^^ aber dabei bin ich hängen geblieben: @ Rosenkind "Und wenn du darauf bestehst werde ich dir nachweisen, daß dein Wunsch zu helfen ebenfalls primär deinem eigenen Nutzen dient." Hmhm, dem stimme ich zu, dass man immer einen Nutzen daraus zieht, aber nicht umbedingt primär und mit dem komm ich nicht klar: "Wenn du allerdings nur hilfst, um dich besser fühlen und dir das Mäntelchen der Scheinheiligkeit umhängen zu können, sind deine Motive auch in Frage zu ziehen. DAS würde ich nicht als viel bessere Einstellung betrachten wollen." Okay, das Mäntelchen der Scheinheiligkeit ist unbestreitbar. Aber wieso ist der Grund sich besser zu fühlen ein schlechter? Ich fühle mich immer besser wenn ich jemandem eine Freude machen konnte, ihm helfen konnte, für ihn da sein konnte. Und das ist sicher ein Mitgrund warum ich gerne für Freunde da bin. Die Freude der Menschen die mir wichtig sind ist auch meine Freude. Dazu muss ichs nicht raushängen lassen, dass ich grad jemandem geholfen hab, nein, das ist eine stille kleine Freude nur für mich. Und daran kann ich nichts negatives sehen... Ich weiß nicht, in wie weit man was als sozial bezeichnen kann. Ich möchte Sozialpädagogik studieren und somit mit meinem Beruf direkt Menschen helfen können, auf welche Weise auch immer. Im Moment mache ich Praktikumsartige sachen in die Richtung, denn mehr lässt die Schule nicht zu und bin Jugendleiter von der evangelischen Kirche aus. Also auch für Menschen da sein usw. Und da bin ich wieder bei dem Eigennutzen, es macht ungeheuren Spass, es bringt Erfahrung, es gibt mir ein bisschen Hoffnung, denn darin sehe ich für mich einen Sinn. Ob sozial oder nicht...egal. SOlange es mich "erfüllt" |
| Lästerndes Elendsgemächt | @ Flugtier [QUOTE]Aber wieso ist der Grund sich besser zu fühlen ein schlechter? Ich fühle mich immer besser wenn ich jemandem eine Freude machen konnte, ihm helfen konnte, für ihn da sein konnte.[/QUOTE] Mittel zum Zweck. Man tut etwas, damit man sich besser fühlt, vielleicht sogar besser angesehen wird. (Das würde vom Protzverhalten gestützt werden.) In diesem Fall sind es halt die Begünstigten, die davon profitieren, daß jemand von ihnen profitiert. Und doch sehen manche die Bedürftigen wohl eher als Chance, sich selbst etwas gutes zu tun. Ich-tue-besonderes-Gutes-um-mich-besser-zu-fühlen schaut auf Ich-tue-nichts-besonderes-Gutes-um-mich-nicht-besser-zu-fühlen herab. Meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Scheinheiligkeit. |
| rosenkind | @ Flugtier in dem von dir zitierten Abschnitt, in dem ich angeblich [B]mein[/B] Tun höher bewerte, habe ich Tätigkeiten in diese Richtung [B]generell[/B] höher bewertet. Wo profiliere ich mich, wenn ich sage, dass ich beispielsweise das, was Black tut als wertvoller ansehe? profilieren tue ich mich doch nur dann, wenn ich [B]meine[/B] Tätigkeit als besonders und toll herausstelle. Das habe ich hier aber nicht getan, ich hab nicht geschrieben "aber ich, ich spenede Geld und das ist ja wohl viel höher zu bewerten als Steuernzahlen", nein viel mehr habe ich über solche Dinge generell gesprochen. Sicherlich fällt das, was ich tue, auch darunter, aber es ging nicht um mich, sondern ums generelle und wie ich bereits sagte: ich für meinen Teil finde, dass ich momentan selbst [B]zu wenig[/B] tue, mich aber durch die Berufswahl bessern will. Somit tifft meine Kritik doch auch mich selbst. Und zur Kritik gegenüber welchen, die sich weniger engagieren, als es beispielsweise Black tut: ist jede Kritik ein Profilieren? profiliere ich mich auch, wenn ich sage: ich finde Krieg schrecklich, ich versuche, Frieden zu halten, ich verachte Menschen, die Krieg toll finden, warum gibt es so viele, die es tun? warum können nicht alle Krieg schlecht finden. ich finde es scheiße, dass so viele Krieg toll finden. Ist das auch profilieren? nur, weil ich kritisiere? zum Rest: vielen Dank btw: mir ist es scheißegal, ob sich jemand einen Packen Charityarmbänder kauft, um damit anzugeben, wie sozial er ist oder ob jemand Psychotherapeut werden will, weil er meint "damit kann ich mir sicher auch selbst gut helfen", hauptsache ist, dass etwas getan wird. Dass es selbstlos ist, hab ich nie behauptet, es stimmt aber auch die Behauptung nicht, dass es ur darum geht, sich als besserer Mensch zu fühlen und anzugeben. Es kann um noch so vieles mehr gehen, zum Beispiel: ich hätte gerne eine Welt, in der ich völlig sicher bin vor Leid, darum möchte ich das leid auf der Welt mindern, damit ich diesem Ziel näher komme oder ein. ich hab so viel Leid selbst schon durchgemacht und die Hilflosigkeit anderer erinnert mich an meine eigene Hilflosigkeit, ich möchte nicht daran erinnert werden, also helfe ich oder: ich sehe, wie viel Leid es gibt und ich will nicht, dass das mir passiert, also helfe ich. Oder ein: wenn ich anderen helfe, kann es mir helfen, meine eigene Hilfslosigkeit zu vergessen und die Verantwortung, die ich trage, gibt mir endlich das Gefühl gewollt zu sein. Oder wenn ich anderen helfe, die ähnliche Probleme haben, die sie überwinden, kann ich da drin meine eigenen Probleme überwinden (=Projektion) oder ich möchte nicht mit Leid konfrontiert werden, also schaffe ich es aus der Welt. oder oder oder oder. Was mich angeht, habe ich beim helfen bei Freunden oder "Schützlingen" in irgendwelchen Foren immer das Gefühl, gewollt, bewundert zu sein. Dass derjenige, dem ich helfe zu mir aufblickt, die Dankbarkeit gegenüber meiner Person, das geliebt werden, etwas, was ich in meinem Leben bisher wenig gespürt habe, das ist es, was mir daran gefällt. Und ja: selbstlos ist es nicht. Mal abgesehen davon, dass ich mir selber eine heile Welt wünsche, in der auch nicht kein Leid ertragen muss, also arbeite ich für diesen Traum. von diesen Beweggründen mal abgesehen, behalte ich es immernoch meine Kritik zu bewahren und es "scheiße" zu finden, dass sich so wenige sozial engagieren. Oder um es anders auszudrücken, wo wir bei den Beweggründen sind: ich fühle mich aufgrund dessen, was ich erlebt habe mit Leidenden verbunden (projektion) und finde es scheiße, dass niemand anderen hilft und damit MIR hilft. Auch nicht selbstlos, wie das Leben so ist. |
| Lästerndes Elendsgemächt | Neuer Denkansatz: Manch einer braucht Elend, um sich bei der Bekämpfung desselben gut fühlen zu können. Ist Elend demnach gut oder schlecht? Braucht ein solcher Mensch demnach Elend in seiner Umgebung, um sich besser fühlen zu können? Braucht man überhaupt Elend in seiner Umgebung, um sein eigenes Glück auch schätzen zu können? Und was wäre, wenn schlagartig alles Elend aus der Welt geschafft werden könnte? Wären dann alle glücklich oder unglücklich? |
| Beowulf | Elend ist weder gut noch schlecht. Es ist ein Parameter menschlichen Lebens, dass erst durch die Betrachtung dessen für den direkt oder indirekt Betroffenen mit wertenden Attributen gefüllt wird. Wenn ein Mensch Elend braucht, ist das eine Psychische Erkrankung die man auch Streetworkerkomplex nennt. Dieser Mensch hat aber in der Regel selbst massive Lebensprobleme. Wenn es schlagartig kein Elend gäbe würde, würden wir nicht mehr von der Menschheit reden. Wie wäre es mit dem Denkansatz: Du bist faul, und angagierst dich deshalb nicht sozial. Das verschafft dir ein schlechtes Gewissen, und du fühlst dich Menschen mit sozialem Gewissen moralisch unterlegen. Deshalb unterstellst du diesen Menschen eine Arroganz und Scheinheiligkeit um ihre Moral zu tangieren. |
| Lästerndes Elendsgemächt | [QUOTE]Wie wäre es mit dem Denkansatz: Du bist faul, und angagierst dich deshalb nicht sozial. Das verschafft dir ein schlechtes Gewissen, und du fühlst dich Menschen mit sozialem Gewissen moralisch unterlegen. Deshalb unterstellst du diesen Menschen eine Arroganz und Scheinheiligkeit um ihre Moral zu tangieren.[/QUOTE] Klingt interessant, funktioniert aber auch in die andere Richtung. Man hat einen Minderwertigkeitskomplex und will ihn irgendwie kompensieren. Daher engagiert man sich sozial, um sich wenigstens denen gegenüber überlegen fühlen zu können, die sich nicht sozial engagieren. Man sucht etwas, mit dem man sich besser fühlen kann. Moral ist da nur Mittel zum Zweck. Damit das aber funktioniert, muß man darüber reden und andere anprangern. Die Wertigkeit von helfen und nichthelfen/wenighelfen hat Rosenkind angefangen. Sie unterstellte mir beim freiwilligen arbeiten Egoismus, ich unterstellte ihr beim freiwilligen helfen Egoismus. Ich versuche lediglich ihr beizubringen, daß ihre Art der egoistischen Hilfe nicht dazu rechtfertigt, auf andere herabzusehen. Sie fragte, wie und warum man hilft. Ich antwortete. Wenn sie mit meiner Antwort nicht zufrieden ist und sie schlechtreden möchte, muß sie auch das Echo vertragen können. |
| rosenkind | ich habe dir nicht Egoismus unterstellt, weil du arbeitest, sondern ich habe dir unterstellt, dass du dich nicht sozial engagierst! Und dass Arbeiten und Steuernzahlen nicht unter "soziales Engagement" fällt. Da das Steuern zahlen nicht auf Freiwlligkeit beruht und das Arbeiten an sich bzw, das, was es als Folge mit sich bringt (das Geldverdienen) hauptsächlich DIR nützt, während das soziale Engagement in seinem Wesen als Sache hauptsächlich nicht dem Ausführenden nützt (derjenige, der im Armenhaus kurz vorm Verhungern eine warme Mahlzeit bekommt hat einen viel größeren Nutzen von dieser Tätigkeit als die Frau, die das essen gekocht hat, ihr Nutzen ist ein sozialer Stand, für den sie etwas tun musste, für ihn ist das Essen von essenzieller Wichtigkeit, OHNE dass er was dafür tun musste.) Und habe dir aufgezeigt, dass Ehrenämter oder ähnliches unter dem aspekt "soziales Engagement" völlig anders zu bewerten/einzuordnen sind [QUOTE]Sie fragte, wie und warum man hilft[/QUOTE] nein, ich fragte, warum man es [B]nicht[/B] tut. Die Frage: warum tut ihr es richtete sich [B]nur[/B] an welche, die sich sozial engagieren. Darüber hinaus hab ich merfach erwähnt, dass es mir bei meiner Wertung von helfen und nicht helfen nicht primär um die Einstellung ala Selbstlosigkeit/Egoismus geht, sondern um die tatsächlichen Taten. |
| Jensemann | Hm, interessant. Ich war mal ein halbes Jahr arbeitslos, gar nicht so lange her. Irgendwas musste machen sonst gehst du ein dachte ich und wollte bei den Tafeln helfen. Leider stellte sich recht zügig heraus das es dort wirklich menschliche Abgründe gibt, damit meine ich jedoch nicht das Elend, sondern das Verhalten des Menschen wenn er einem anderen etwas neided. Also überlegte ich was sonst und bin ins Tierheim gegangen um mit Hunden spazieren zu gehen oder menschenfeindliche (ängstliche) Doggies wieder zu zähmen. Erschreckend das die Arbeit mit benachteiligten Tieren befriedigender sein kann als jene mit Menschen. Vielleicht liegts daran das Tiere keine Messer halten können die sie dir in den Rücken rammen könnten. Jedenfalls kann ich, gerade Arbeitslose, nur empfehlen so etwas zu machen, es gibt einen das Gefühl gebraucht zu werden bzw. nützlich zu sein. VG Jens |
| Nnordy | Rosenkind, mit Lästerndes Elendsgemächt kommst Du hier nicht weiter. Sein Menschenbild ist ganz offensichtlich das: "Der Mensch ist von Natur aus schlecht" und "Alles, was ich für andere tue, tue ich nur, um sie als Mittel zum Zweck für meinen eigenen Egotrip zu nutzen" sowie "soziales Engagement per definitionem benutzen Profilneurotiker um sich den Gang zum Therapeuten sparen zu können". Da kommst Du und komme auch ich mit meinem Ansatz nicht weiter, weil wir ein anderes Bild haben. Ich würde mich da nicht provozieren lassen. Ich habe damals diese Diakoniesache v.a. deshalb gemacht, weil ich mal einen Job machen wollte, bei dem ich wirklich was Sinnvolles tue, womit ich jemandem helfen kann. Daß es mir dadurch schlechter ging, beweist wahrscheinlich unzweifelhaft, wie L.E. jetzt sagen würde, daß ich hier das falsche Mittel zur Bewältigung meiner Profilneurose gesucht habe. Dadurch ist es aber nicht weniger wert. Wichtig ist meiner Meinung nach, überhaupt etwas zu tun, und den Menschen etwas zu geben. Da sind die Beweggründe erstmal egal, solange diejenigen, denen man helfen will, dadurch nicht benachteiligt/in Mitleidenschaft gezogen werden. Aus Erfahrung weiß ich, daß jemand, der nicht wirklich mit Herz und Seele bei der Sache ist, das nicht lang durchziehen kann. Ein reiner Helferkomplex ist nicht ausreichend, um sich jahrelang den Arsch für andere aufzureißen... Aber das ist nur meine Meinung. @Jensemann: Das mit den Tieren stimmt - wobei auch alte Menschen für ein bißchen Aufmerksamkeit und Hilfe unglaublich dankbar sein können (und jeder andere Mensch wahrscheinlich auch). Auch im Bereich Tierhilfe kann man ohne viel Aufwand einiges machen und geben, man muß es nur wollen... @Freundschaft: Tja, L.E., da gehen dann wohl Deine und meine Auffassung von Freundschaft sehr auseinander. Ich habe wenige Freunde und viele mehr oder weniger gute Bekannte. Und zu Freundschaft gehört für mich, für meine Freunde da zu sein, ohne Wenn und Aber. Ob es ihnen schlecht geht oder gut - wenn sie mich brauchen, bin ich da - und umgekehrt genauso. Genau das ist es nämlich, was eine Freundschaft ausmacht: Man fängt einander auf, wenn man fällt. Verrätst Du mir, was Du unter Freundschaft verstehst, und was darunter fällt? Ist eine Freundschaft etwas, das nur solange gut geht, bis der andere mal mit Problemen ankommt? Ich habe nichts abgewertet, ich habe lediglich meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, daß hier in meinen Augen Selbstverständlichkeiten als herausragendes soziales Engagement gewertet werden. Unter soziales Engagement fällt für mich etwas anderes. |
| Lästerndes Elendsgemächt | @ Rosenkind Ich gehe arbeiten und zahle Steuern. Nicht nur ich gehe arbeiten und zahle Steuern, sondern sehr viele Menschen mehr. Mit diesen Steuern wird ein soziales Netz finanziert, mit dem sozial (oder eher finanziell?) Schwache, die momentan vielleicht nicht arbeiten können (Jobverlust/schwer vermittelbar/Krankheit/Alter...)*eigentlich* aufgefangen werden sollten. Ich tue dies nicht alleine aus reiner Menschenfreundlichkeit, sondern weil es eine Notwendigkeit ist. Momentan vielleicht nicht für mich, aber für andere. Auf diese anderen schaue ich jedoch nicht geringschätzig nieder, denn wenn es mal an mir sein sollte auf die Hilfe anderer zurückgreifen zu müssen, werde ich mich ohne Scham ans Sozialamt wenden. Dafür ist es nämlich da. Wenn ich mal wieder irgendwo lesen oder hören muß, daß manche Menschen aus Scham auf die ihnen zustehende Stütze verzichten, dann kann ich mir nur an den Kopf fassen. Sozialhilfe ist NICHTS abwertendes, sondern etwas im Notfall unterstützendes. Wer sich als Sozialhilfeempfänger als minderwertig ansieht sollte sich fragen lassen, was er VOR seinem sozialen Abstieg von Sozialhilfeempfängern gedacht hat. Wahrscheinlich nicht das Allerbeste. Vielleicht kann Black Reaper als jemand mit mehr Erfahrung mit Obdachlosen einen Einblick geben, wie Menschen überhaupt mittellos auf der Straße landen können. Für eine weitere Diskussion wäre das sehr hilfreich. Ich glaube an die Idee der Sozialversicherung und unterstütze das System freiwillig. Hätte ich die Möglichkeit die Steuern zu umgehen, würde ich es dennoch nicht tun, weil ich das System für gut und richtig halte. Mir etwas anderes zu unterstellen hast du keinen Grund. Wie ich schon früher schrieb, zahle ich sogar noch Kirchensteuern, die ja nun alles andere als gesetzlich erzwungen sind. Ich weiß nämlich, daß viele Kindergärten von Kirchengeldern gefördert werden und halte diese zusätzliche Abgabe für sinnvoll. [QUOTE]Warum tun so wenige Menschen etwas? [/QUOTE] Jeder der seine Steuern zahlt oder Kinder erzieht, statt sie vor dem Fernseher abzuladen, tut etwas. Es wird nur nicht als wertvoll erkannt, weil es nicht für alle sichtbar ist. [QUOTE]warum reden die meisten nur?[/QUOTE] Weil es Menschen sind. Und Menschen sind von Natur aus egoistisch. Und schließlich kostet reden keinen Cent. [QUOTE]wo fängt soziales Engagement an?[/QUOTE] Meiner Ansicht nach in der Familie und im Freundeskreis. Aber da sind andere ja anderer Meinung, weil das ja selbstverständlich sein sollte. SOLLTE! Wenn jemand Kirchensteuer zahlt, obwohl er das Geld sicher anders anlegen könnte, tut der wirklich nichts? Wenn eine Mutter ihre Kinder zu freundlichen und hilfsbereiten Menschen erzieht, tut die wirklich nichts? Wenn man mit Anorexiekranken und Depressionskranken befreundet ist und sie mit viel Geduld dazu bringt, ihre Krankheit als solche zu erkennen und eine Therapie zu machen, tut man dann wirklich nichts? Ist ein Dienst an der Gemeinschaft für euch wirklich nur dann soziales Engagement, wenn es für alle klar ersichtlich ist? @ Nnordy Eigentlich ziehe ich hier nur die Motive derjenigen in Frage, die auf andere wegen ihrem geringen oder nicht vorhandenem Engagement herabsehen. Was vielleicht doch da ist, jedoch einfach nur gerne übersehen wird, weil es sich eben nicht als Heiligenschein manifestiert. Willst du etwa von dir behaupten, den Wert einer guten Erziehung höher einstufen zu können, als den Wert von suppeauschenken oder für alte Leute einkaufen zu gehen? Die Erziehung ist keine direkte und sichtbare Soforthilfe, kommt aber auch der Allgemeinheit zu gute. Und eine gute Mutter zu sein ist heutzutage nun mal NICHT selbstverständlich. Ebenso wie es heutzutage eben NICHT mehr selbstverständlich ist, Freunden jahrelang beizustehen, wenn sie sich zu Tode hungern oder sich die Arme zerschnippeln. Wie du schon selbst sagtest: "Aus Erfahrung weiß ich, daß jemand, der nicht wirklich mit Herz und Seele bei der Sache ist, das nicht lang durchziehen kann." [QUOTE]Genau das ist es nämlich, was eine Freundschaft ausmacht: Man fängt einander auf, wenn man fällt.[/QUOTE] Deshalb ist Freundschaft also wichtig? Aha... so falsch kann man also mit dem Sozialsystem ja dann doch nicht liegen, was ihr als so nebensächlichen Dienst abtun wollt. Das hat nämlich die gleiche Funktion. Nur eben auf der unpersönlichen Schiene. [QUOTE]Verrätst Du mir, was Du unter Freundschaft verstehst, und was darunter fällt? Ist eine Freundschaft etwas, das nur solange gut geht, bis der andere mal mit Problemen ankommt?[/QUOTE] Wenn du aufmerksam lesen würdest, könntest du dir einen Teil der Frage sparen... Ich: "Freundschaft kann manchmal schon in einen Sozialdienst ausarten, wenn man irgendwann feststellt, daß man Depressive, Anorexiekranke und Schlitzer in seinem Freundeskreis hat. Diese Leute dann aus Bequemlichkeit nicht einfach fallen zu lassen, ist heutzutage schon ziemlich sozial." Und um dich auch nochmal zu zitieren: "Aus Erfahrung weiß ich, daß jemand, der nicht wirklich mit Herz und Seele bei der Sache ist, das nicht lang durchziehen kann." Obwohl der Depressive und die Anorexiekranke mehr Frust, Zorn, Verzweiflung und Enttäuschung gebracht haben, als Freude, habe ich sie dennoch nicht fallengelassen. Und nach viel Geduld und Ausdauer und noch mehr Zeit, haben sie sich sogar irgendwann aus eigenem Willen zu einer Therapie entschlossen. Ich glaube nicht, daß ich mein Verständnis von Freundschaft von dir in Zweifel ziehen lassen muß. [QUOTE]Ich habe nichts abgewertet, ich habe lediglich meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, daß hier in meinen Augen Selbstverständlichkeiten als herausragendes soziales Engagement gewertet werden. Unter soziales Engagement fällt für mich etwas anderes.[/QUOTE] Ist es heute selbstverständlich, daß die Leute aufstehen und helfen, wenn ein Schwarzer von Rechten zusammengeschlagen wird? Ist es heute selbstverständlich, daß die Leute die Polizei rufen, wenn in der Wohnung nebenan ein Kind vor Schmerzen schreit? Ist es heute selbstverständlich, daß man einen Obdachlosen aus seinem eigenen Erbrochenem zieht, damit dieser nicht erstickt? Die Welt ist kalt geworden, und deine Selbstverständlichkeit ist heute meilenweit von der Realität entfernt und eine Seltenheit geworden. Wenn du diese Seltenheit kleinreden willst, tust du damit den Leuten Unrecht, die sich noch an diese "Selbstverständlichkeiten" halten. |
| Nnordy | Ja, für mich ist es selbstverständlich. Ich tue es. Und ich werde niemals begreifen, warum es Leute gibt, die das nicht tun, denn: Es sind Selbstverständlichkeiten, die sich daraus ergeben, daß wir Menschen sind, daß wir die Fähigkeit zur Reflexion besitzen, und daß es etwas gibt, was sich "Verantwortungsbewußtsein" nennt. In der heutigen Spaßgesellschaft mag ich mit dieser ANsicht zwar relativ allein dastehen, aber das ist mir ziemlich egal. Nochmal: Soziales "Engagement" geht über das "Ertragen" von Borderlinern, Cuttern, Depressiven usw. im Freundeskreis hinaus - egal ob man jetzt einfach nur erträgt oder versucht, aktiv zu helfen. Dafür sind es Freunde, und nicht Leute, die einem scheißegal sind. Eine Freundschaft besteht aus Geben und Nehmen. Heute fange ich auf, morgen werde ich aufgefangen. So funktioniert eine Freundschaft. Es ist ein ganz einfaches emotionales Prinzip, das schon seit Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten und wahrscheinlich auch Jahrtausenden so praktiziert wird. Es ist für mich nur eine Symptomatik der heutigen Gesellschaft, daß ich dies als etwas herausstellen soll, was ganz wunderbar außergewöhnlich toll ist. Es sollte selbstverständlich sein, und für mich ist es das auch. Deshalb ist es trotzdem wunderbar und toll - aber nicht außergewöhnlich, und wie gesagt: Für mich gehört zu sozialem Engagement ein wenig mehr. Ich lege daher meinen Maßstab an, und es ist mir ziemlich einerlei, ob ich damit Menschen - in DEINEN Augen - Unrecht tue oder nicht. Wenn man anfängt, mit zweierlei Maß zu messen, stimmt im eigenen Weltbild etwas nicht. Unser Sozialsystem baut dagegen nicht auf Emotionen auf, sondern auf utilitaristischen Prinzipien. Ansonsten wäre es nicht möglich, daß auch heute noch viele Leute durch das soziale Netz fallen. Du bist als arbeitender Mensch dem ZWANG unterworfen, Steuern und Abgaben zu zahlen. Die Menschen, die Du damit evtl. unterstützt, bleiben gesichtslos, und Du tust es nach wie vor nicht freiwillig. Noch was: Wie steht es denn mit Dir? Warum habe ich das Gefühl, daß Du im Umkehrschluß die Leute abwertest, die sich sozial engagieren, in sozialen Berufen arbeiten? Sind die einfach doof, braucht es die nicht? Haben die alle einen Helferkomplex, befriedigen nur ihre eigene Profilneurose? So liest es sich zumindest bei Dir. Ist das Deine Linie? Interessant auf jeden Fall... |
| Lästerndes Elendsgemächt | Für dich sind diese Sachen selbstverständlich, für mich gehören sie heute zu den Ausnahmen. In dieser Hinsicht bist du genauso extrem eingefahren und läßt eine andere Meinung nicht zu. Da ich die Messlatte anscheinend ein wenig niedriger lege als du, und auch die unsichtbaren Taten würdigen möchte, versuch(t)e ich die Augen für eben diese Taten zu öffnen. Aber wenn das einfach Selbstverständlichkeiten sein sollen, werden diejenigen, die erst durch Scheiße schwimmen müssen um als große Helfer angesehen zu werden, dies natürlich niemals nachvollziehen wollen. [QUOTE]Wie steht es denn mit Dir? Warum habe ich das Gefühl, daß Du im Umkehrschluß die Leute abwertest, die sich sozial engagieren, in sozialen Berufen arbeiten? Sind die einfach doof, braucht es die nicht? Haben die alle einen Helferkomplex, befriedigen nur ihre eigene Profilneurose? So liest es sich zumindest bei Dir. Ist das Deine Linie? Interessant auf jeden Fall...[/QUOTE] All die kleinen Taten in Familien und Freundeskreisen sehe ich schon als gute Taten an der Gesellschaft und nicht mehr nur als selbstverständlich an. Sowas ist heute nicht mehr selbstverständlich, sondern die Ausnahme geworden. Wenn diese Ausnahmen dann nicht gewertet oder gar abgewertet werden, dann wird das kritisiert. "Ich lege daher meinen Maßstab an, und es ist mir ziemlich einerlei, ob ich damit Menschen - in DEINEN Augen - Unrecht tue oder nicht." |
| Weltenbummler | hallo, wie hier schon gesagt wurde: im freundeskreis helfen und für bekannte dasein, oder einer alten oma über die straße oder in den bus helfen, das ist kein soziales egagement... das meine bezieht sich darauf das ich der nachbarin jedentag etwas koche, (sie ist selber zu alt.. will aber nicht ins pflegeheim)mit einer alten frau aus dem dorf spazieren gehe, und für beide einkaufen. ein paar stunden in der woche und wieder 2 menschen glücklich gemacht die sonst niemanden haben auf der welt.. desweiteren habe ich mit meiner mutter sowas wie eine tierauffangstation, dh. wir pflegen kranke (meist wild-) tiere gesund, ziehen verlassene jungtiere auf... (mein beitrag zur vom menschen geschändeten umwelt ^^) und ich gebe kindern aus sozial schwachen familien unendgeldlich reitunterricht, (sie müssen mir dann beim stallmachen helfen) weil ich weis wie es ist unbedingt reiten zu wollen und es nciht zu können (ja, irgendwo ist es noch immer der sport der schönen und reichen...) es ist alles nichts weltbewegendes, aber es ist was... LG |
| Frostwyrm | Sozialen Engagement fängt bei mir da an, wo ich anderen helfe, egal in welcher Form. Mit meinen 17 Jahren habe ich zwar noch nicht die Möglichtkeit Unsummen zu spenden (gehe noch zur Schule), aber ist es nicht auch schon eine Form von sozialen Engagement, wenn ich älteren oder kranken Mitbürgern beim Einkaufen helfe oder mal auf die Nachbarskinder aufpasse? Es ist nunmal auch im Bekanntenkreis keine Selbstverständlichkeit, dass man sich gegenseitig hilft :rolleyes: Da ist ja noch nichteinmal Ehrlichkeit selbstverständlich :( Irgendwo muss man ja anfangen... |
| Nnordy | Abschließend ein letztes Wort an Herrn L.E.: "Deshalb ist es [für Freunde da sein/helfen] trotzdem wunderbar und toll - aber nicht außergewöhnlich, und wie gesagt: Für mich gehört zu sozialem Engagement ein wenig mehr." - schrieb ich in meinem letzten Post. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Vielleicht liegt es ja an Deinem Umfeld, daß dort anscheinend solche Taten etwas ganz und gar Wunderliches sind. In meinem Umfeld sind sie es nicht. Und noch was: Höre doch einfach mal auf, anderen Leuten hier zu unterstellen, sie würden etwas abwerten. Du hast eine sehr merkwürdige Art, Wertungen bei anderen zu entdecken und umgekehrt selbst zu bewerten. Interpretiere also bitte nicht in andere Posts etwas rein, was nicht dasteht. |
| Flugtier | rosenkind ich zitierte mit meinem letzten beitrag nicht das von dir geschriebene, sondern nur das an dich gerichtete. hab aber die gänsefüßchen falsch gesetzt das "@rosenkind" hätte noch mit ins zitat mit reingehört :) zum neuen denkanstoß: interessant^^ über letzteres hab ich oft schon nachgedacht. denn dauerglück würden die meisten kaum mehr wahr nehmen. aber ich denke darauf gibt es keine antwort die wir menschen geben können, denn kein mensch war je in einem solchen zustand, den wir befragen könnten. für das gut oder schlecht des elends schließ ich mich den meinungen an. es ist nicht so zu bewerten. außerdem glaube ich nicht, dass ein mensch nur deshalb glücklich wird, sondern glücklicher als vorher, im nichts-tun-zustand. das nicht-glück kommt ja erst vom elend, das vorhanden ist, gäbe es das elend nicht, wäre der mensch dem zu folge auch glücklich. jetzt stellt sich die frage ob zuerst das glück oder das elend da gewesen ist^^ es ist wie die frage mit huhn und ei :) |
| rosenkind | Steuern zahlen ist kein soziales Engagement. Das werden 99% aller Menschen unterzeichnen. Punkt. Ende der Diskussion. @glück-Elend ect. Ich denke, je mehr wir diese Welt umgestalten, umso mehr verändern sich auch die Menschen. Sollte es jemals zu dem uropischen Punkt kommen, in dem es das Elend nicht mehr gibt, so wird der Mensch das Elend auch nicht mehr brauchen, weil er selbst die Entwicklung dorthin mitgemacht und sich angepasst hat. "Jeder ist das Kind seinerZeit". |
| Lästerndes Elendsgemächt | @ Nnordy Eigentlich habe ich mich nur an einer Aussagen gerieben: [QUOTE]Solche Sachen wie für Freunde da sein und dort helfen zähle ich nicht unter soziales Engagement, sondern das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Bin ehrlich gesagt ein bißchen verwundert daß das hier so rausgestellt wird als sei das der Gipfel dessen was machbar ist... [/QUOTE] Deine Worte. Dazu die genauere Aussage: [QUOTE]Ich habe nichts abgewertet, ich habe lediglich meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, daß hier in meinen Augen Selbstverständlichkeiten als herausragendes soziales Engagement gewertet werden.[/QUOTE] Auch deine Worte. [QUOTE]Es sind Selbstverständlichkeiten, die sich daraus ergeben, daß wir Menschen sind, daß wir die Fähigkeit zur Reflexion besitzen, und daß es etwas gibt, was sich "Verantwortungsbewußtsein" nennt.[/QUOTE] Deine Ansicht zu echter Freundschaft. Meine Ansicht zu sozialem Engagement. Um dich noch ein weiteres mal zu zitieren: "... ich habe lediglich meiner Verwunderung Ausdruck verliehen, daß hier in meinen Augen Selbstverständlichkeiten als herausragendes soziales Engagement gewertet werden." Wer sich selbst als Menschen bezeichen will, [I]sollte[/I] sich sozial engagieren. Daß andere es nicht machen, ist völlig unerheblich. Es [I]sollte[/I] so sein. Wenn soziales Engagement aber ebenfalls selbstverständlich sein [I]sollte[/I], verstehe ich nicht, wieso hier manche Leute ihr soziales Engagement überhaupt aufzählen. Sowas ist doch schließlich selbstverständlich. Ursache und Wirkung. Ihr bekämpft die Auswirkungen von menschlichem Versagen. Verantwortungsbewußte Freunde und Eltern können es schon vorher verhindern. |
| Nnordy | Hochkarätiger Käse. Ich bestreite nicht die starken Einflüsse von Familie und peer-groups, aber allein die medialen Einflüsse bzw. politische/religiöse Rädelsführer können Menschen weitgehend verändern. Ist ja lustig, daß Du der Auffassung bist, daß Du allein und ein paar andere (Freunde/FAmilie) das Heil für andere bringen kannst. Daß das nicht funktioniert, ist ebenfalls seit Jahrhunderten bewiesen - wobei ich nach wie vor nicht verstehe, warum die Menschheit so viel Energie darauf verwendet, immer effizientere Tötungsmechanismen zu entwickeln... DU wertest Menschen ab, die sich TATSÄCHLICH ÖFFENTLICH sozial engagieren - und nicht 'nur' im stillen Kämmerlein. Natürlich bekämpfen diese nur die Symptome, nicht die Ursachen. Aber in einer medialen Welt, wie die, in der wir heute leben, und in der Eltern schon überhaupt nicht mehr wissen, wie man Kinder richtig erzieht, kann man soziales Engagement - wie ich und einige andere hier es verstehen - überhaupt nicht hoch genug bewerten. [QUOTE]Verantwortungsbewußte Freunde und Eltern können es schon vorher verhindern.[/QUOTE] Ein solches Zitat von Dir? Wie gesagt - s. oben. Und noch was: Redundantes Zitieren bekräftigt nicht Deine Hypothesen. Etwas mehr Gehalt, bitte. |
| Lästerndes Elendsgemächt | Zitieren bekräftigt nicht? Das ist sogar wirksamer, als wenn ich meine Gedanken selbst in Worte kleiden müßte... [QUOTE]Aber in einer medialen Welt, wie die, in der wir heute leben, und in der Eltern schon überhaupt nicht mehr wissen, wie man Kinder richtig erzieht, kann man soziales Engagement - wie ich und einige andere hier es verstehen - überhaupt nicht hoch genug bewerten.[/QUOTE] Einerseits bist du der Meinung, daß eine solche Erziehung selbstverständlich ist und deshalb keine Erwähnung verdient, andererseits erkennst du an, daß es schon fast keine Eltern mehr gibt die Kinder richtig erziehen können, und wertest gerade deshalb euer Tun so auf. Fällt da ausser mir noch jemandem etwas auf? |
| Nnordy | Lies bitte meinen Post richtig. REDUNDANTES Zitieren bekräftigt nicht. Ich glaube nicht, außer der Tatsache, daß Du Kausalzusammenhänge aufstellst die es nicht gibt. Und daß Du hier der einzige bist der nach wie vor der Meinung ist, daß auch Steuern zahlen als soziales Engagement zu werten ist. Die Erziehung hast Du hier ins Spiel gebracht - mir ging es um FREUNDSCHAFT. Über die Erziehung brauchen wir uns hier nicht zu streiten - wie der aktuelle Prozess um die 'Eltern' von Jessica beweist. Erziehung und Freundschaft stehen auf zwei ganz anderen Stufen und involvieren unterschiedliche Personen mit unterschiedlichen Graden an Nähe zur jeweiligen Person. Darüber hinaus hast Du Dich bis dato immer noch erfolgreich um eine Stellungnahme dazu gedrückt, warum Du Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten, hier ständig deklassierst. Ich finde das nämlich unerträglich. |
| Beowulf | Es wird hier offensichtlich differenziert zwischen dem was Selbstverständlich ist, und dem was Selbstverständlich sein sollte. Nur ist eben das was Selbstverständlich sein sollte gerade nicht Selbstverständlich. Lästernden Elendsgemächt (was fürn Nick) behauptet ein normaler, gesetzestreuer Bürger, der den öffentlichen Pflichten nachgeht, somit also als ökonomische und soziale Einheit das Grundgerüst des Staates bildet, würde sich sozial engagieren. Ich finde da nichts Falsches daran. Jemand muss ja die ganzen Studierenden finanzieren, die Kinder großziehen und dafür Sorgen dass sie halbwegs funktionieren, die Straßen reinigen, und Kranke behandeln. Das ist immer noch besser als sich hinzusetzten und sich von Menschen mit sozialem Engagement durchfüttern lassen. Natürlich kann man mehr tun als man tun muss. Aber das Konkurrenzdenken, wer jetzt sozialer ist, ist wirklich absurd. |
| rosenkind | soziales bzw. gesellschaftliches Engagement bezeichnet aber per definition etwas, was über die Regel hinausgeht: # Ausüben einer Tätigkeit außerhalb der beruflichen Betätigung aus idealistischen Beweggründen (gesellschaftliches Engagement). -> wiki Arbeiten gehen, Geldverdienen und Steuern zahlen , ist, insofern man es kann, eigentlich der Regelfall. Nicht arbeiten gehen (frewillig!) und dem Staat auf der Tasche liegen nicht. |
| Beowulf | Schön und gut. Trotzdem dreht sich diese ganze Diskussion doch eigentlich nur um die Begriffsdefinition. Und ich sehe da einfach wenig Sinn darin. Ob man den Begriff "soziales Engagement" jetzt ausdehnt auf alle Tätigkeiten die dem Allgemeinwohl dienen oder nur auf Tätigkeiten die dem Allgemeinwohl dienen und nicht der Regelfall sind bleibt, finde ich, im Spielraum des Begriffs und jedem selbst überlassen. Ich würde Steuern zahlen auch nicht als sozial engagiert bezeichnen. Aber hindere auch niemanden daran es zu tun. |
| rosenkind | ich bin ja eigentlich aus der Diskussion bereits ausgestiegen, was ich schrieb sollte höchstens als Zusatzbemerkung gesehen werden, denn eigentlich sind wir vom Thema abgekommen. |
| Nnordy | Die Begriffsdefintion - ebenso wie die 'Wertigkeitsdiskussion' - hat L.E. losgetreten. Davor war das Ganze noch eine sinnvolle Diskussion mit einem möglicherweise etwas schwammigen, aber nichtsdestotrotz relativ einheitlich anerkannten Begriff bzw. einer einheitlichen Defintion von 'soziales Engagement'. Mir tut es auch leid, daß sich rosenkinds ursprünglich intendierte Richtung inzwischen völlig anders entwickelt hat, aber wer mir Dinge unterstellt darf sich nicht wundern, wenn ich ihn drauf hinweise, daß das womöglich so nicht stimmt. Ich zahl auch Steuern und Sozialabgaben, na und. Da bin ich ganz sicher nicht die Einzige. Und wenn es mehr Leute gäbe, die sich sozial engagierten, würden wir möglicherweise in einer etwas besseren Welt leben, aber das ist halt nun mal nur eine Utopie. |
| Beowulf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i] Und wenn es mehr Leute gäbe, die sich sozial engagierten, würden wir möglicherweise in einer etwas besseren Welt leben, aber das ist halt nun mal nur eine Utopie.[/QUOTE] Na, mit Utopien argumentieren ist auch nicht sehr sinnvoll. Im Gewissen Sinne kompensiert sozieles Engagement das was außerhalb des Regelfalls (Steuern, Arbeit, Erziehung, etc) fällt. Würde also jeder das tun was Selbstverständlich ist, Arbeiten und Steuern zahlen, wäre soziales Engagement überflüssig. Auch eine bessere Welt. |
| Nnordy | Bitte ergänzen: Sich um alte Menschen kümmern, sich um Obdachlose kümmern, sich um Behinderte kümmern usw. Das kriegt man allein mit Erziehung und Steuern zahlen nicht hin. Es sei denn wir krempeln die Gesellschaft komplett um (in anderen Gesellschaften funktioniert sowas ja). Und gerade wenn ich mir die heutigen Jugendlichen und die Spaßgesellschaft angucke kommt man nicht umhin sich schwerlich vorzustellen, daß die sich um ihre Eltern kümmen werden, wenn die mal alt und krank sind. Und so lange sich das nicht ändert, könnt ihr hier gern weiter drauf beharren daß soziales Engagement unnötig sein müßte, solang sich das nicht ändert ist es nötig und es ist wichtig, daß es Leute gibt, die es tun. Und die MEHR tun als Steuern zahlen. Ehrenamtliche Mitarbeiter gibt es nämlich auch, die für ihr Engagement keinen Cent sehen. Ansonsten bin ich es langsam müde, daß mir hier ständig Sachen untergeschoben werden, die ich weder intendiert noch geschrieben habe... Setz mich doch einfach auf ignore und umgekehrt, dann haben wir beide was davon. |
| Beowulf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i] [B]Bitte ergänzen: Sich um alte Menschen kümmern, sich um Obdachlose kümmern, sich um Behinderte kümmern usw. Das kriegt man allein mit Erziehung und Steuern zahlen nicht hin.[/QUOTE] Wir redeten von einer Utopie. Wenn jeder Arbeitet gibt es auch keine Obdachlose. Ich wollte nur sagen: Man kann nicht mit Utopien a la, wenn alle das und das tun würden, wäre alles besser, argumentieren. [QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i] Und so lange sich das nicht ändert, könnt ihr hier gern weiter drauf beharren daß soziales Engagement unnötig sein müßte[/QUOTE] Wer ist mit "ihr" gemeint? Und wo schrieb ich dass soziales Engagement unnötig wäre? [QUOTE][i]Original geschrieben von Nnordy [/i] Ansonsten bin ich es langsam müde, daß mir hier ständig Sachen untergeschoben werden, die ich weder intendiert noch geschrieben habe... [/QUOTE] Was habe ich dir denn bitte unterstellt? Du behauptest ständig, ich würde dir etwas unterstelle, aber ich habe ehrlich gesagt nicht die geringste Ahnung was das sein sollte. Zu dir als Person habe ich mich kaum geäußert. Habe auch kein Verlangen danach. |
| Nnordy | O, wie nett, in einem anderen Thread hat sich das noch ganz anders angehört. Davon abgesehen daß Du keinerlei Befugnisse hast Dich über mich als Person zu äußern, da Du mich nicht kennst. Oder vielleicht passen ja gewisse 'Kommentare' aus einem anderen Thread auch nicht hierher bzw. taugen nicht dazu, meine Ansichten hier zu untergraben... Aber das ist Spekulation. Den utopischen Denkansatz hatte ich nur mal als Hoffnung formuliert, ansonsten hab ich mich im bisherigen Threadverlauf auf Fakten beschränkt, und um die ging es mir. Es ist nämlich, wie Du selber anmerkst, müßig, über eine Utopie zu diskutieren. Ich wollte bloß Deine unvollständige Aufzählung etwas vervollständigen und habe mich wieder auf Fakten bezogen. Du hast Dich ähnlich wie L.E. geäußert - daher das 'ihr' - und in ähnlicher Weise argumentiert. Wenn ich Dich da falsch verstanden haben sollte - sorry. |
| Lästerndes Elendsgemächt | @ Nnordy Ich beharre nicht darauf, daß Steuern zahlen soziales Engagement ist, weil ich es ernstlich dafür halte, sondern um dich ebenfalls so auf die Palme zu bringen, wie du es mit deinem beharren darauf erreichst, daß Freundschaft kein soziales Engagement ist. Ich sage: Freundschaft und Elternschaft sich ebenso wichtig und haben Erwähnung verdient. Du sagst: Freundschaft (Elternschaft ist nichts öffentlich wirksames und hilft keinen sozial Benachteiligten... fällt wohl somit in fast die gleiche Schublade...) ist selbstverständlich und braucht nicht erwähnt werden. Irgendwann hört die Erziehung der Eltern auf und das Kind sucht sich andere Vorbilder. Schule, Vereine, Spielgefährten. Der Einfluss der Eltern nimmt irgendwann ab und andere Aussenstehende bekommen mehr Einfluss auf den Heranwachsenden. Wenn es dann an Leute gerät, die tatsächlich in dem Sinne Freunde sind, wie du und ich es verstehen, wird aus dem Kind sicherlich ein Verantwortungsbewußter und mitfühlender Charakter. In meinen Augen ist Freundschaft nunmal nichts, was man sich in zehn Minuten aus dem Ärmel schütteln kann, und was dann ewige Glückseligkeit auf beiden Seiten bedeutet, sondern sie kann auch in harte und langwierige Arbeit (nicht nur die Körperliche) ausarten. DU SELBST hast den Begriff Spaßgesellschaft angesprochen. Wie paßt Spaßgesellschaft mit "Borderlinern, Cuttern, Depressiven usw." zusammen? Sind solche Leute spaßig? Werden Spaßgesellschafter an solchen Leuten festhalten oder sich lieber irgendwann neue "Freunde" suchen, die weniger anstrengend sind? Freundschaft KANN Menschen zum positiven verändern. Dann muß das aber auch eine Freundschaft sein, wie sie hier schon mehrfach angesprochen wurde. Freunde sind nicht einfach Fremde, mit denen man ganz gut zurecht kommt, sondern Freunde sind (im Gegensatz zum eigenen Fleisch und Blut) selbsterwählte Familie. Solange du Freundschaft allerdings als nicht erwähnenswert ansiehst und nur die offensichtlich öffentlichen Tätigkeiten für das Allgemeinwohl gelten lassen magst, solange werde ich dir die *eventuell* verdiente Achtung für das was du tust absprechen. Das mag dir egal sein, wurmt dich aber schon seit drei Seiten. Warum bohre ich immer nach? Warum gehe ich dir auf die Nerven? Tja, ich habe etwas gegen Leute, die alleine ihre Taten und alles Offensichtliche als ganz toll und lobenswert erachten, auf alles andere darunter allerdings herabsehen und dabei ebenfalls wichtige Dinge übersehen. Deklassiere ich wirklich alle Leute in sozialen Berufen? Oder hast du einfach inzwischen nur noch den roten Schleier vor Augen und siehst in all meinen Beiträgen einen generellen Hass auf Sozialarbeiter? Zitier mich doch mal, wo ich eindeutig und unmißverständlich auf sozial engagierte Menschen eingeschlagen habe. Nicht solche Absätze, in denen ich Rosenkind mit Vergleichen meine Meinung darstellen wollte. Rosenkind hat meine Motive in Zweifel gezogen. Ich habe Rosenkinds Motive in Zweifel gezogen. Um ihr jedoch nicht persönlich ans Bein zu pissen, habe ich es eher allgemein gehalten. Ansonsten bin ich es selbst leid, daß du mir ständig Sachen unterschieben willst. Da bist du nämlich auch kein Anfänger drin. |