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  Forum: DIES und DAS
    Thema: merwürdige ansichten
blue79Hallo wie viele von euch bin ich auch in anderen Comunities angemeldet und bei einer von denen darf man Weblogs schreiben.Da habe ich einen entdeckt der ich euch unbedingt mal zeigen wollte.
Ich habe das Regelwerk durchgelesen und nichts gefunden das ein verbot gleichkommt wenn doch war es keine absicht und schliest es einfach wieder oki.:D
Der Weblog ist nicht von mir sondern von einem der sich dort LaMagra nennt aber seht selbst.

Patchouli-Kult.

Jederzeit wird es hervorgehoben und immer wieder betont:

Gothics sind friedfertig, Gothics tun niemanden etwas zuleide, Gothics sind im Prinzip menschen- freundlich.

Alles gelogen!

Sie haben sich einer der perfidestes, abscheulichsten Geheimwaffen bemächtigt, die Katastrophen wie Stalingrad, Hiroshima, Tschernobyl, den 11. September und gar die Existenz Michel Friedmans locker in den Schatten stellt: Das Patchouli.

Dieser Pest ist dem Gros von uns schon in frühester Jugend begegnet: Nach ätzenden Ausdünstungen müffelnde, meist noch mit Babyspeck behaftete Kindfrauen versuchten ihre Duftwolke aus angetrocknetem, kristallisierendem Urin, halbgarer, tröpfchenbildender Menstruation, Clearasil und pubertärem, an stickige Schulsportumkleidekabinen gemahnenden Schweiß mit eben diesem "Parfum" zu kaschieren, was logischerweise eine andere Wirkung hatte, als die beabsichtigte: Für viele Schnittenfänger wurde so das gerade zaghaft wachsende Pflänzchen Libido im Keim erstickt, nicht wenige von ihnen wurden deshalb schwul oder sogar impotent.

Patchouli war kurze Zeit später - neben den nicht minder Brechreiz erregenden Marihuana-Wolken - der maßgebliche Grund, mich schon sehr früh von allem, was mit Hippies, gebatikten Latzhosen, Esoterik, fernöstlichen Aromen und auf pflanzlicher Basis hergestellten, gar "bewusstseinserweiternden" Genussmitteln zu tun hat, so weit wie möglich fern zu halten.

Zumal die Anhänger des tödlichen Gestanks nicht müde wurden, ihre Giftgaswolke auch ideologisch abzusichern: Patchouli sei "irgendwie heilsam" zudem "anregend, tonisierend, antiseptisch und fiebersenkend".

Mit ihm sei es möglich, "innere und äußere Grenzen zu überschreiten", das Kraut unterstütze es, "mitgegebene Kräfte wieder sinnvoll einzusetzen" und "dem Geist Frieden und dem Heim Harmonie zu bringen".

Zudem helfe es gegen Schlangenbisse, was vor allen Dingen in unseren Breiten ein kaum schlagbares Argument für den übermäßigen Einsatz dieses Teufelszeugs ist.


Patchouli - was ist das überhaupt?

Pogostemon Cablin Benth, so der botanisch korrekte Name dieses floristischen Folterinstrumentes, stammt aus der Familie der Lippenblütler, wächst vornehmlich in Indonesien - und das auch nur bei Temperaturen über 12° Celsius.

Also per se schon mal nichts für den kiemenatmenden, fröstelnden Mitteleuropäer.

Doch genau diese Exotik, die damit transportierte Mystik, Aura und das damit einhergehende Halbwissen scheint immer noch eine immense Faszination auszuüben.

Dabei ist es erstaunlich, dass gerade die sich friedliebend, esoterisch gebende Gothic-Szene solange gebraucht hat, Patchouli zu entdecken.

Vor Jahren zunächst nur zaghaft eingesetzt, fußt mittlerweile ein kleiner Industriezweig auf der Gewissheit, dass es dem gemeinen Gothic schon längst nicht mehr genügt, sich durch schwarze Gewänder, falsche Vampirzähne und ein Zillo-Abo von seinen Mitmenschen abzugrenzen.
Mittels der asiatischen Stinkbombe schaffte er es auf viel lockerere Weise und ohne großen Kraftakt, sich die komplette Zivilisation, sowie einige ansonsten nur durch chemische Keulen zu vernichtende Vertreter der Tierwelt vom Hals zu halten.

Dass ausgerechnet Mücken beim Konsum von Patchouli von der Wand kippen, macht diese Plage- geister fast schon wieder sympathisch.

Auf der anderen Seite sollte es Anlass genug sein, sich angesichts dessen auch mal über die Wirkung dieses Leben vernichtenden Destillats auf das menschliche vegetative Nervensystem Gedanken zu machen.


War in Deutschland schon vor Jahrzehnten schwer angesagt: Patchouli


Warum der Gothic Patchouli liebt, darin badet, seine Eier mit dem Zeug einschmiert und stets eine Reservedröhnung des Destillats in Form von kleinen, um den Hals baumelnden Fläschchen mit sich herum schleppt, ist, abgesehen von der Tatsache, dass es schon seit Jahrhunderten als ein "gutes Mittel für ängstliche, unsichere Menschen" gilt, sonnenklar: Es hat so was Ewiges.

Das ätherische Patchouli-Öl ist beinahe endlos haltbar, so dass die echte Befürchtung besteht, dass eventuelle Restbestände selbst eine atomare Katastrophe überleben.

Zudem "reift" es, ähnlich wie guter Wein - mit dem Unterschied, dass man beim Wein nur die besten Reben für das Destillat verwendet, beim Patchouli hingegen die verwelkten, kranken Blätter weitaus mehr "Aroma" besitzen, als die frische und gesunde Pflanze.

Es ist offensichtlich: Gäbe es dieses Gezücht nicht schon längst, müsste es für den Gothic herausgemendelt werden!

Dass der noch über einigermaßen funktionstüchtige Riechorgane verfügende, gepeinigte Mitmensch, der sich seit seinen ersten, von Patchouli verseuchten Liebesabenteuern vor der ätherischen Keule sicher wähnte, nun von einem Trauma ins nächste wankt, interessiert den Gothic recht wenig.

Dank seines übermäßigen Konsums riecht und schmeckt er das Zeug selbst schon lange nicht mehr. Und dass der Gebrauch nur noch soziale Kontakte mit Gleichgesinnten zulässt, kommt ihm gerade recht.

Wer angesichts der sämtliches Leben und Lust killenden Wolke blau anläuft und in die Ecke kotzt, hat eben Pech gehabt und wehrt sich offensichtlich unterbewusst gegen die "sinnlichen, aphrodisch stimulierenden, Neugier und Energie auslösenden Qualitäten" des heimtückischen Gewächses. Von wegen! Mit einer Patchouli-Fahne geht absolut gar nichts mehr!

Es ist zum Heulen, dass gerade die anmutigsten Gothic-Königinnen mit dem indonesischen Fluch behaftet sind: Der bestialische Gestank lässt auch das lieblichste Antlitz zu einer Horrorfratze verkommen - und der in diesen Momenten einzige aufbauende, erotisierende Gedanke bleibt das in zwanghafter Gegenwehr ins Gedächtnis gerufene Aroma des hoffnungslos überfüllten Katzenklos daheim.


Spätestens auf dem diesjährigen "Wave & Gotik"-Treffen war die Toleranzgrenze endgültig erreicht.

Ohnehin als arrogante Sau verschrien, fiel es mir Gott sei Dank nicht schwer, jeglichen körperlichen Kontakt oder die Nähe eines potenziellen Patchouli-Konsumenten von vorn herein zu vermeiden.

Nicht zuletzt deshalb, weil man sich dieses Nervengifts in der Funktion als DJ nur schwer entziehen kann, weiß ich, was es bedeutet, von einem Patchouli-Jünger gegen seinen Willen umarmt zu werden:

Wie im Märchen von Frau Holle haftet das Zeug an Dir wie Pech und Schwefel - und du wähnst Dich so lange als Aussätziger, bis Du daheim deine Kleidung abstreifst, verbrennst und Dich erst nach einem ausgiebigen, Leib und Seele erfrischenden Bad aus Domestos und Rohrreiniger wieder als halbwegs vollwertiger Mensch fühlst. Ein Hoch auf die Chemie!

Doch in Leipzig konnte man nicht fliehen: Das Gift war allgegenwärtig, ebenso wie die immer bedrohlichere Ausmaße annehmenden Stände der anwesenden Marketender, die die Gothic-Szene nun mit dem definitiven Geruchs-Gau versorgen: dem Patchouli-Raumspray!!

Diese biologische Waffe dürfte innerhalb kürzester Zeit die ohnehin kaum zu ertragenden Räucher- stäbchen ablösen und jeden Szenetreff in einen Vorort der Hölle verwandeln.

Meine Strategie ist klar: Sollte ich irgendwann und irgendwo erleben, dass irgendein Idiot diese Jauche in meiner Nähe oder in einem geschlossenen Raum versprüht, werde ich ohne Vorwarnung die drei toten Katzen verbrennen, die für diesen Zweck im Kofferraum meines Autos schon seit zwei Wochen vor sich hin gären.

Aber wahrscheinlich käme nicht einmal das liebliche Bouquet der sich verflüchtigenden Vierbeiner gegen diese Seuche an.

Darum mein wohlgemeinter Hilferuf: Wenn ihr schon anders sein und anders riechen wollt, würde es durchaus reichen, sich gar nicht mehr zu waschen, die Klamotten quartalsweise zu wechseln und sich
nicht mehr den Arsch abzuwischen.

Zwar auch nicht schön, aber immer noch erträglicher als der Patchouli-Kult.

Mhh mal komich mal schon wieder böse was haltet ihr den davon.
:D
belladonnaIch kann mich amüsieren, denn mich betriffts ja nicht. Ich benutze kein Patchouli.;)
AzaIch finds klasse...
Ist wohl was wahres dran =)
LaMagra kenn ich irgendwoher, macht der Mensch auch Musik?
Ich mein auf ultradarkradio läufen einige Stücke von ihm/ihr
VardaEs ist vor allem total faszinierend geschrieben:

[QUOTE]Nach ätzenden Ausdünstungen müffelnde, meist noch mit Babyspeck behaftete Kindfrauen versuchten ihre Duftwolke aus angetrocknetem, kristallisierendem Urin, halbgarer, tröpfchenbildender Menstruation, Clearasil und pubertärem, an stickige Schulsportumkleidekabinen gemahnenden Schweiß mit eben diesem "Parfum" zu kaschieren[/QUOTE]

Ich glaub, ich würde auf solche Formulierungen gar nicht kommen. ;)
Der Beweis: Patchoulie macht nicht kreativ, denn unser Autor hat wohl nie welches benutzt und ist es trotzdem. ;)
LelaihahNaja leicht übertrieben ist es ja schon. aber irgendwie lustig. Ich mag Patchouli trotzdem. Aber nur ab und zu und nicht in der Schule...
InamorataHehe,der Text ist klasse.Ich liebe es,wenn jemand so überspitzt schreibt.:D

Irgendwie habe ich auch noch nie jemanden getroffen,der das pure Patchouli-Öl oder Parfum erträglich dosieren kann oder zu dem es pur überhaupt passt.:rolleyes:

Kannst du mal die Adresse von dem Blog posten?Bin ja jetzt doch neugierig,was der sonst noch so schreibt.:)
funktionGenial :D
blue79[url]http://www.ezzytower.net/v2/index.php[/url]
Das ist der link allerdings ist das eine art Wohnhaus aber ihr könnt auch als Gast da rein.Also wenn ihr drin seit einfach rechts auf neue Weblogs gehen und da kommt der schon.Dann einfach den Namen anklicken und ihr seit im Zimmer vom ihm.Da könnt ihr dann wenn ihr angemeldet seid auch Gästebücher schreiben.Ist cool.Probierts mal.
Morri[QUOTE]Irgendwie habe ich auch noch nie jemanden getroffen,der das pure Patchouli-Öl oder Parfum erträglich dosieren kann oder zu dem es pur überhaupt passt.[/QUOTE]

Vielleicht könnte es ansatzweise erträglich werden, wenn man es 1:1000 mit Alkohol verdünnt.
Dafür habe ich aber das Geheimrezept, wie man nachts das Bett für sich hat: abends zur Entspannung ein Vollbad mit etwas Lavendelbadeöl und einem Tropfen hochreinem Patchouliöl nehmen. Danach ist man von den Ohren abwärts gleichmäßig mit dem Zeug überzogen.
Von Bettwäsche und Badehandtuch gar nicht zu reden!
FrostwyrmErsetzt Patchouli mal durch Vanille Deo, dann könnte ich es ansatzweise nachvollziehen...
blue79Also ich muss mir das mal besorgen.Alle sind so begeistert davon.:D Bekommt man das in einer parfümarie oder woanders.
rosenkinddas ist j mal einfach nur genial :D
Frater NephilimWenn als Kolumne gedacht ist: sehr schön, wunderbar auf die Spitze getrieben und dann noch ein Stückerl weiter

wenn sich LaMagra wirklich ernsthaft darüber aufregt: Respekt vor der Arbeit, die er sich mit diesem Text gemacht hat!

Selbst rieche ich das Zeug gerne in dezenten Mengen, aber es ist halt so wie mit allem ätherischen Kram: zuviel macht Kopfweh.

Die Idee mit der Alkoholverdünnung ist ned schlecht, werde es dann mal innerlich anwenden, vielleicht dünstet man es dann gleichmäßiger aus. ;)

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