| aquatilis | Hallo Zusammen! Gibt es unter Euch Leute, die schon mal bei einer Zeitarbeitsfirma untergekommen sind? Ich bin im mom beruflich ziemlich angenervt, habe einen Zeitvertrag und überlege wenn der endet, erst mal eine Zeitlang was anderes zu machen, wobei ich mir nicht zu schade bin auch als Helfer für Produktion oder ähnliches zu arbeiten. Allerdings mach ich mir da ein wenig sorgen über Bezahlung usw. Ich kann mich daran erinnern, als ich vor gut 15 Jahren mal als Ferienjobber bei einer gearbeitet habe hatte ich einen Stundenlohn von 13 MARK! (Hachja, die gute alte D-Mark....) Jetzt habe ich mal ein bissel so in Newsgroups gesucht und da schreiben Leute,sie würden nicht mehr als 1300 Euro BRUTTO verdienen, auch als IT-Fachkraft z.B. So, und nun helft mir bitte mal beim rechnen! Das heißt, dann kommt man ja im Höchstfall bei Steuerklasse eins auf 900 Euro Netto?!? Nicht, das ich verwöhnt wäre, aber kann das wirklich sein??? Das würde bedeuten, daß man Heute immernoch einen Stundenlohn von ca.6 Euro Netto hat. Und auch so Horrorgeschichten von wegen heute in München, morgen auf Rügen arbeiten??? Mich würden Eure Erfahrungen interessieren, ich wohne in der nähe von Heidelberg und hier gibt es schon einige Zeitarbeitsfirmen. Viele Grüße aquatilis |
| more | Habe bei MANPOWER gearbeitet. Hatte 800€ Netto. Zur Überbrückung wars nett, aber ich kann dir gleich sagen, dass du innerhalb der Probezeit rausfliegst, und dass sie dich eine Woche später wieder anrufen um dich anzuwerben. Zumindest kenne ich die Verfahren von MANPOWER RANSTADT GMW Weil ich damals mit Leuten aus verschiedenen Zeitarbeitsfirmen zusammengearbeitet habe, und die alle das Gleiche erzählt haben. Aber wie gesagt, besser als garnichts. |
| Ascaron | Ich habe einen Monat bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, um die Zeit zwischen Wehrdienst und Ausbildungsbeginn zu überbrücken und würde es nur im Notfall wieder tun. Abgesehen davon, daß die Bezahlung nicht gerade gut war, bekommt man nicht gerade Traumjobs angeboten. Außerdem ist man jederzeit austauschbar. Jemand, der bei meinem jetzigen Arbeitgeber als Leiharbeiter gearbeitet hat, hat mir erzählt, daß er rausgeschmissen wurde, weil er zwei wochen krankgeschrieben war. Ca. einen Monat später haben sie ihn wieder angerufen (wie more bereits berichtete). Und um mal aus der Sicht eines Kunden von Zeitarbeitsfirmen zu berichten: da wir sowohl im kaufmännischen Bereich als auch direkt im Betrieb schon viele Leiharbeiter hatten, die schlecht arbeiteten und/oder sich kräftig daneben benahmen, werden sie bei uns sehr genau beobachtet. |
| Odessa | Ich kenne einige Leute, darunter mein Mann, die über eine Zeitarbeitsfirma einen guten Job bekamen. Als mein Mann und ich heirateten, kam er von Viernheim nach München (wo ich damals noch lebte) und fand binnen 3 Tagen einen Job bei einer dieser Zeitarbeitsfirmen. Er wurde als kaufmännischer Sachbearbeiter zu einer Computerfirma geschickt, obwohl er zuvor nur als Verkäufer beim "Toys r us" gearbeitet hatte, aber er machte seine Sache so gut, daß ihn die Firma nach der Probezeit sofort übernahm, also quasi von der Zeitarbeitsfirma abwarb. Ähnlich ging es anderen Leuten - die allermeisten wurden von einer der Firmen, für die sie tätig wurden im Rahmen der Zeitarbeit, übernommen. Ich selbst bin jetzt seit Mai arbeitslos und habe mich auch bei einigen Zeitarbeitsfirmen beworben, bevorzugt für den medizinischen Büropersonal-Bereich. Bisher fand sich für mich leider deswegen nichts, weil ich für alle Einsatzgebiete, die sich auftaten, einen Pkw gebraucht hätte, da die Arbeitgeber-Angebote alle aus dem Umland von München kamen, man die üblichen Anfahrtswege von 50-100 km dorthin hätte (das zählt immer noch als "Umland" und als zumutbarer Fahrtweg hier in Oberbayern) und in diesem Bereich natürlich kein öffentliches Verkehrsmittel mehr fährt bzw. die, die fahren, zu Zeiten fahren, die mit der Arbeitszeit nicht zusammenpassen. Da ich aber keinen Führerschein habe, kann ich all diese Angebote nicht wahrnehmen. Trotzdem lasse ich die Bewerbungen weiterlaufen in der Hoffnung, irgendwann ein Angebot zu bekommen das hier im Umfeld ist oder in Zentral-München (wo ich nur knappe 50 km Anfahrtsweg und dank Zugverbindung nur 2 Stunden Fahrtweg hätte), denn die Chance, in Firmen "reinzuschnuppern" mit so einem Zeitarbeits-Vermittlungsvorschlag, ist doch recht hoch; und auch wenn man nicht übernommen wird, sondern nach Ende des Auftrags wieder geht, hat man jede Menge Erfahrungen gesammelt, die sich im Lebenslauf immer ganz gut machen:-) Ich wünsch Dir viel Glück, und laß Dich nicht übern Tisch ziehen - oft kann man noch ganz gut verhandeln, das Gehalt betreffend, wenn Du bestimmte Qualifikationen (Fremdsprachen, besondere soziale Kompetenz, Bereitschaft zu Überstunden etc.) die Du hast hervorhebst :) |
| Solstice | Ich denke auch, dass ein Job bei einer Zeitarbeitsfirma Vor- und Nachteile hat. Der Nachteil ist sicherlich das geringe Gehalt, der geringe Arbeitsschutz und die große "Austauschbarkeit". Die Vorteile, die man sich aber auf dem Arbeitsmarkt erwirbt, sind aber in meinen Augen so groß, dass man lieber bei einer Zeitarbeitsfirma jobben sollte, statt "nur" arbeitslos zu sein. Ich bin in einer Position, in der ich Leute einstelle. Ich schaue durchaus, ob sich ein Bewerber während einer Phase von Arbeitslosigkeit irgendwie betätigt hat, sei es durch Weiterbildung oder durch Zeitarbeit. So etwas signalisiert Einsatzwillen und ist mehr Wert als eine gute Zeugnisnote. Außerdem hat Odessa Recht, dass Firmen immer wieder gute Leute von den Zeitarbeitsfirmen in Festverträge übernehmen. Und wenn man bisher noch gar nicht im Berufsleben war, ist es auch ein Zeichen von Leistungsbereitschaft und verschafft einem Berufserfahrung (die immer mehr gefragt ist). |
| Ascaron | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]"Öffentlicher-Dienst-Hungerlohn"[/B][/QUOTE]Ich weiß genau, was Du meinst. [I]*seufz*[/I] [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Was bei den Zeitarbeitsfirmen noch ein großes Plus ist: Du bekommst sogar Fahrgeld erstattet und Essenszuschläge etc.[/B][/QUOTE]Das habe ich nicht bekommen. [I]*grummel*[/I] |
| *~Dead-Rose~* | Zeitarbeitsfirmen, da kommt mir das kalte Kotzen... ich musste im Rahmen der Ausbildung mal in die Arbeitgeberbetreuung von der Arbeitsagentur (lerne dort), sollte damals überprüfen, ob es überhaupt die angebotenen Stellen gibt, oft werden Stellen ausgeschrieben die es offiziell gar nicht gibt, nur damit die Frimen möglichst viele potenielle Arbeitskräfte bekommen und wenn mal ein Auftrag kommt haben die die freie Auswahl. Es ist für einige eine Möglichkeit Fuß zu fassen, andere werden hin- und hergeschickt, wieder andere stehen kurze Zeit später wieder auf der Straße. Meine persönliche Erfahrung ist, dass viele absolut unzuverlässig sind, da stimmt das überwiesene Gehalt nicht, Anmeldungen bei Sozialversicherungsträger werden nicht gemacht, Lohnabrechnungen stimmen nicht und man muss jedem Cent hinterher rennen, das Gehalt ist viel zu niedrig, die Leute werden auf Teilzeit eingestellt und es wird von ihnen verlangt Vollzeit zu arbeiten, die Masse an "schwarzen Schafen" ist groß, aber zu Zeiten von Hartz IV ist es oft noch die bessere Möglichkeit. Meine Ma hat eine Zeitarbeitsfirma aus Ulm als Mandant, er hat einen Familienvater der kurz vor der Langzeitarbeitslosigkeit für 6,80€ eingestellt, der Mann ist Bankkaufmann, das grenzt schon an moderner Sklaverei, aber was tut man nicht schon alles aus Verzweiflung. Ich wünsch Dir viel Glück bei der Jobsuche, es hat nicht nur "schlechte" Firmen, aber es ist eben sehr mit Vorsicht zu genießen. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von blackest_soul [/i] [B]Für 6,80 EUR würde ich ganz sicher nicht arbeiten gehen. [/B][/QUOTE] Ich mache das, und habe bei weitem mehr raus als Hartz IV und das mit Steuerklasse 5 Die Alternative wäre nämlich Zeitarbeit, und davon habe ich die Nase mittlerweile getrichen voll... Da ist mir ein kleiner Familienbetrieb mit exzelentem Betriebklima lieber, auch wenn die nicht so viel zahlen [b]können[/b]...zumal man in der Region Nordhessen ohnehin sehr günstig lebt...aus Erfahrungen mit dem Rhein/Main Gebiet weiß ich noch, daß der Euro dort unten nur zweidrittel so viel "wert" ist, bei Mieten sogar schlicht nur die Hälfte. |
| aquatilis | Vielen Dank für Eure Antworten. Ich arbeite im Krankenhausbereich und habe nun auch gesehen, daß es Zeitarbeitsfirmen gibt die sich auf Pflegepersonal spezialisiert haben. Ich denke ich versuche es da mal, die halten sich eigentlich eher noch an geregelte Bezahlung (hoffe ich doch). Zeitarbeitsfirmen scheinen generell mit der Not der Arbeiter zu spielen. Warum machen das Firmen eigentlich? Ist es wirklich so bequem einen hohen Preis zu zahlen an eine Firma die wiederum für einen Mitarbeiter sorgen soll egal für wie lange? Hm, vielleicht sollte ich meine eigene Ich-AG in Form einer Ein-Mann-Zeitarbeitsfirma aufmachen :-) Da wollte ich doch tatsächlich vor einiger Zeit eine Auskunft über Selbständigkeit beim Arbeitsamt bekommen und die zuckten nur mit den Schultern. Wollten mich zu nem Gründerseminar von der IHK schicken. tztztz... |
| Ascaron | [QUOTE][i]Original geschrieben von aquatilis [/i] [B]Warum machen das Firmen eigentlich? Ist es wirklich so bequem einen hohen Preis zu zahlen an eine Firma die wiederum für einen Mitarbeiter sorgen soll egal für wie lange?[/B][/QUOTE]Erstens ist so gewährleistet, daß, wenn der Leiharbeiter krankheistbedingt ausfällt, Ersatz bereitsteht. Zweitens haben manche Firmen die Vorgabe von oben (wenn z. B. ein großer Konzern dahintersteht), die Lohnkosten zu senken. Und Leiharbeiter werden nicht über Lohn- und Gehaltskonten gebucht. |