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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Einstiegsgehalt - ein Pokerspiel?
darkmavBefinde mich momentan in einer Bewerbungsphase. Wäre alles nicht so schwierig, wenn es da nicht das leidige Thema des Einstiegsgehalts gäbe...

Die konkrete Fragestellung lautet: Wieviel kann man als 32-jähriger promovierter Physiker in einem größeren (3000 Mitarbeiter) in Regensburg ansässigen Halbleiterunternehmen verlangen (Die Position ist als "Entwicklungsingenieur" ausgeschrieben). Ein Bekannter von mir hat mir die 60.000 Euro/Jahr als Richtschnur empfohlen; ich weiß allerdings nicht so richtig, was ich davon halten soll.

Verlangt man zuviel, gilt man als arrogant (insbesondere, wenn man direkt von der Uni kommt); verlangt man zuwenig, sieht das so aus, als ob man wirklich jeden Job annehmen würde. Tja - Parallelen zur Partnersuche sind erkennbar - über jenen Bereich habe ich mir in letzter Zeit deutlich mehr Gedanken gemacht, als über den Berufseinstieg.

Kann jemand von Euch mir einen Tip geben, wie ich da vorgehen soll? Kennt jemand eine gute Gehaltstabelle im Internet? An die Berufstätigen unter Euch: Was habt Ihr als Einstiegsgehalt verlangt?
ilumina[quote][i]geschrieben von darkmav am 27-04-2006 um 16:35, im Thread "Girls Day" [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=58985&perpage=15&highlight=girlsday&pagenumber=3](Klick mich, ich bin ein LINK zum alten Girls Day Thread!!!;) )[/URL] : [/i]

Zitat 1:

.....blablabla.....[b]waehrend ich meine 60.000 Euro Einstiegsgehalt kassiere[/b].........

Zitat 2:

@ ilumina, Moderator: [b]Werde gerade von Headhuntern gejagt[/b] - man hat mir eine Stelle als Senior Application Engineer in einer grossen Softwarefirma angeboten. Denke mal, dass man (bzw. auch frau) da als Promovierter durchaus soviel Geld verlangen kann. [/quote]

Tja, Bursche, da hatte ich vor fast einem Jahr wohl doch Recht mit meiner Vermutung, daß die 60.000 € pro Jahr ein purer Wunschtraum waren.........:p

Einfach nur LÄCHERLICH & ARMSEELIG!!!!:mad:
moreIch kann dir nur den Tipp geben, erkundige dich bei verschiedenen Personen und Stellen (Internet ist auch eine gute Quelle) über das Durchschnittliche Einstiegsgehalt. Wähle dann diesen Durchschnitt und gebe diesen an.
Ein Personalchef wird nicht daran entscheiden ob er dich nimmt oder nicht an deiner Gehaltsvorstellung. Das ist meist nur "ein auf den Zahn fühlen". Wenn du zuwenig verlangst hat er vielleicht den Eindruck du hättest entweder keine Ahnung, oder keinen Arsch in der Hose. Also scheu dich nicht, deine Vorstellungen kundzutun. Sollte es allerdings total überzogen sein, wird er auch an deiner Kompetenz zweifeln.
Dir sollte bewußt sein, was du kannst.
Du musst dir allerdings im Klaren sein, dass deine Angabe eine Verhandlungsbasis schafft und er dir vielleicht dann weniger vorschlägt.

Aus dem Bekanntenkreis weiß ich, dass ein junger Mann bei Siemens anfing. Er erklärte seine Vorstellung, der Personalchef tat erst recht empört, hat im allerdings dann sogar mehr gezahlt mit der Begründung, wir haben ein festes Einstiegsgehalt, daran gäbe es sowieso nichts zu rütteln.
Die Frage nach dem Wunschgehalt ist also meist wirklich mehr ein Test, denn meist wissen die Firmen ganz genau was sie zahlen wollen.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von ilumina [/i]
[B]Tja, Bursche, da hatte ich vor fast einem Jahr wohl doch Recht mit meiner Vermutung, daß die 60.000 € pro Jahr ein purer Wunschtraum waren.........:p

Einfach nur LÄCHERLICH & ARMSEELIG!!!!:mad: [/B][/QUOTE]
Hast aber ein gutes Gedächtnis, ilumina. Respekt! :rolleyes: Wußte ja selbst nicht mehr, daß ich das geschrieben habe.

Bei dieser Headhuntersache habe ich allerdings etwas langsam reagiert, so daß die Stelle dann schon weg war. Tja - hatte damals ziemlich Streß mit meiner Diss... Habe auch das Gefühl, daß die Jobs, die einem die Headhunter besorgen, oft auch nicht die besten sind. Einen Headhunter könnte man als "Verkuppler" bezeichnen, wenn ich das Analogon der Partnersuche hervorbingen dürfte. Die Mädels, mit denen man verkuppelt wurde, waren oft auch nicht das Gelbe vom Ei.

Der Tip von meinem Bekannten, der schon ein paar Jahre in diesem Ingenieursgeschäft tätig ist, zeigt jedoch, daß ich mit den 60k€ gar nicht so falsch lag... habe genau diesen Betrag heute in die Online-Bewerbung reingeschrieben. Mal schauen, was daraus wird... Wenn's nix werden sollte, ist das kein Beinbruch, da ich noch bis Ende Juni ein Arbeitsverhältnis habe, und ich auch noch andere Stellen in Aussicht habe. Zum Beispiel könnte ich als PostDoc nach Amiland gehen...

Ansonsten spüre ich, daß in Deinem Post, ilumina, ein hohes Maß an Neid und Mißgunst mitschwingt. Woher kommt denn das?

@more:
[quote]
Die Frage nach dem Wunschgehalt ist also meist wirklich mehr ein Test, denn meist wissen die Firmen ganz genau was sie zahlen wollen.
[/quote]
Den Eindruck habe ich auch. Dieser Test will aber auch erst einmal bestanden werden... Vielen Dank für Deine Ratschläge! :)
rainravenIch hab mich da an Gehaltstabellen im Internet orientiert , aber immer in meine Bewerbungen reingeschrieben, daß ich durchaus zu Verhandlungen bereit bin.
Da ich eigentlich auf meinen bisherigen Stellen nie das bekommen habe, was mir gemäß meiner Ausbildung "zustehen würde" und eigentlich auch nie auf "vergleichbaren" Stellen gearbeitet habe, ist es etwas schwierig, da ich nicht so viel verlangen kann. Aber ich weiß, was ich schon mal bekommen habe, ich weiß, was ich im Monat mindestens brauche, und dementsprechend taste ich mich dann vor. (beides liegt noch unter dem, was ich eigentlich bekommen MÜSSTE, aber ich muß mich eigentlich immer auf Stellen bewerben, für die ich "überqualifiziert" bin, da es für mich nichts gibt...) Aber ich hasse es auch, wenn man bei Bewerbungen seine Gehaltsvorstellungen angeben muß und sich Gedanken macht, ob man dann zu großspurig oder sich anbiedernd erscheint...
ange gardienDie Sache mit den Einstiegsgehältern kann man durchaus als Pokerspiel bezeichnen. Wie hier schon geschrieben, setzen sich die Firmen selbst ein Limit, was sie maximal zu zahlen bereit sind. Abweichungen davon gibt es nur, wenn der Bewerber eine besonders seltene und herausragende (Zusatz-)Qualifikation hat.

Wenn jetzt mehrere Bewerber mit ähnlichen Qualifikationen zur Auswahl stehen ( und man kann in der Tat sagen, dass sich die Bewerber - was die Qualifikation angeht - bei manchen Berufsbildern immer stärker gleichen, ja vom Profil her fast identisch sind ) kann es durchaus sein, dass der "billigste" bevorzugt wird.
Warum soll man für einen anderen mehrere tausend € mehr im Jahr zahlen, wenn man das nahezu identische Profil viel billiger bekommt.

Da hilft oft nur Insiderwissen aus der Firma. Die Gehaltstabellen ( gerade für Akademiker ) im Internet kann man großteils vergessen, ebenso die in manchen Wirtschaftsmagazinen. Ich frage mich manchmal auf welchem Planeten die Leute leben, die einem Berufseinsteiger derart unrealistische Versprechen machen.

Ich kenne promovierte, die kriegen nicht viel mehr als ein normaler Angestellter - und sind noch froh einen richtigen Job zu haben und nicht als Praktikant verheizt zu werden.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von ange gardien [/i]
[B]Ich kenne promovierte, die kriegen nicht viel mehr als ein normaler Angestellter - und sind noch froh einen richtigen Job zu haben und nicht als Praktikant verheizt zu werden. [/B][/QUOTE]

Das glaubt mir hier ja auch keiner, ist aber so.
Ich hab erst vor eine Jahr einen Doktor der Physik als Rezeptionskraft angelernt, weil er vom Praktikumsentgelt alleine nicht leben konnte.
Bis Er endlich eine ausreichend bezahlte Teilzeitanstellung an der Uni hatte wäre er nach eigener Aussage "fast verhungert".

In der Privatwirtschaft wollte ihn keiner haben, evtl. weil er aus Kamerun stammt.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]
In der Privatwirtschaft wollte ihn keiner haben, evtl. weil er aus Kamerun stammt. [/B][/QUOTE]
Kannst Du das beweisen? Wenn nicht, gehe ich bei Deiner Annahme von "positiven Rassismus" aus. [1]

Vielleicht ist er eher der Typ, der lieber an der Uni arbeitet - soll es ja auch geben, und manchmal kann ich das gut verstehen. Die "Industrie" ist doch meistens eher an praktischem Nutzen interessiert, während an den Unis hauptsächlich Grundlagenforschung betrieben wird. ("Mein" Institut ist da wieder eine Ausnahme...)


[1] Das bedeutet, anzunehmen, jemandem würde es [i]nur[/i] schlecht gehen, weil er aufgrund seiner Nationalität, Hautfarbe etc. benachteiligt wird; obwohl das erwiesenermaßen nicht stimmt: Ich kenne keinen Arbeitgeber, der rassistisch ist; das kann sich heutzutage keiner leisten, schon alleine aus Imagegründen nicht - wohl aber einige Arbeitnehmer, die überaus wählerisch in ihrer Wunschprofession sind (möchte mich da zum Teil einbeziehen), oder die gewisse Qualifikationsstandards nicht erfüllen. Könnte selbst jetzt auch keine Tieftemperaturphysik betreiben - schlicht, weil ich keine Ahnung habe. Habe Thermodynamik immer gehaßt.
SenecaNatürlich kann ich das nicht beweisen. Aber das war seine, nicht meine Vermutung.
Cthugha[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Ich hab erst vor eine Jahr einen Doktor der Physik als Rezeptionskraft angelernt, weil er vom Praktikumsentgelt alleine nicht leben konnte.

In der Privatwirtschaft wollte ihn keiner haben, evtl. weil er aus Kamerun stammt. [/B][/QUOTE]

Das kann auch davon abhängen, aus welchem Fachgebiet er kommt. Meiner Erfahrung nach ist es überhaupt kein Problem, in der Industrie unterzukommen, wenn man aus der experimentellen Festkörperphysik kommt. Theoretiker haben es schon etwas schwieriger, weil ihr Betätigungsfeld kleiner ist. Experimentelle Astro- und Teilchenphysiker haben es wiederum relativ schwer, passende Stellen zu finden.

Ist zumindest meine Erfahrung, wenn ich mal unseren Fachbereich und speziell unseren Lehrstuhl betrachte. Von dem sind bisher noch alle schnell untergekommen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
Die konkrete Fragestellung lautet: Wieviel kann man als 32-jähriger promovierter Physiker in einem größeren (3000 Mitarbeiter) in Regensburg ansässigen Halbleiterunternehmen verlangen (Die Position ist als "Entwicklungsingenieur" ausgeschrieben). Ein Bekannter von mir hat mir die 60.000 Euro/Jahr als Richtschnur empfohlen; ich weiß allerdings nicht so richtig, was ich davon halten soll.
[/B][/QUOTE]

Das hängt natürlich auch stark vom konkreten Unternehmen und vom bisherigen Forschungsgebiet ab. Größere Unternehmen zahlen gerne auch mal mehr. Wenn deine Veröffentlichungsliste noch dazu ansprechend ist, erst recht. Da ich bei dir mal auf die Firma mit dem großen "O" tippe, sollten 55.000 bis 60.000 Euro / Jahr im Rahmen einer brauchbaren Schätzung sein, wenn du dich vorher nicht gerade mit komplett esoterischen Themen beschäftigt hast.
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Befinde mich momentan in einer Bewerbungsphase. Wäre alles nicht so schwierig, wenn es da nicht das leidige Thema des Einstiegsgehalts gäbe...

Die konkrete Fragestellung lautet: Wieviel kann man als 32-jähriger promovierter Physiker in einem größeren (3000 Mitarbeiter) in Regensburg ansässigen Halbleiterunternehmen verlangen (Die Position ist als "Entwicklungsingenieur" ausgeschrieben). Ein Bekannter von mir hat mir die 60.000 Euro/Jahr als Richtschnur empfohlen; ich weiß allerdings nicht so richtig, was ich davon halten soll.

Verlangt man zuviel, gilt man als arrogant (insbesondere, wenn man direkt von der Uni kommt); verlangt man zuwenig, sieht das so aus, als ob man wirklich jeden Job annehmen würde. Tja - Parallelen zur Partnersuche sind erkennbar - über jenen Bereich habe ich mir in letzter Zeit deutlich mehr Gedanken gemacht, als über den Berufseinstieg.

Kann jemand von Euch mir einen Tip geben, wie ich da vorgehen soll? Kennt jemand eine gute Gehaltstabelle im Internet? An die Berufstätigen unter Euch: Was habt Ihr als Einstiegsgehalt verlangt? [/B][/QUOTE]

Hatte im Studium mal an so einem Bewerbungsseminar von MLP teilgenommen, ist schon ca. 5 Jahre her. Die hatten damals so Tabellen mit durchschnittlichen Einstiegsgehältern von Akademikern. Mathematiker wohl so 70tausend DM, Ingenieure (auch Physiker?) eventuell 80-90 TDM. Hab die genauen Zahlen nimmer im Kopf, im Zweifelsfall frag mal bei oben genannten (kleiner Tip: Wenn de denen eine Telefonnummer gibst lassen sie Dich erst nach sehr energischer Abfuhr wieder in Ruhe, also lieber nur per Spaßemail anmelden ;) ). Im Osten nochmal ~30% abziehen, was bei Dir vermutlich nicht der Fall wäre. Bei Promovierten im Zweifelsfall 10-15 TDM aufschlagen, käme als grob gerechnet bei 50 TEUR Jahresgehalt raus.

Wenn Du zuwenig verlangst nehme ich an stellt einen das Unternehmen mit Kußhand ein, freuen sich doch über jeden Ahnungslosen an dem sie sparen :)

Eine volle Stelle an der Uni bringt etwa 30 T Jahresbrutto, wenn ich mich in der Wirtschaft bewerben würde würde ich nicht deutlich weniger bekommen wollen, hätte also so etwa zwischen 25 und 30 T als Gehaltsvorstellung. Als Doktor eher 30-33. Käme mit den obigen Zahlen über den Daumen gepeilt hin, unter Berücksichtigung der Inflation ;)

Schattengrüße, Stonehenge
KampfsauEs ist schwer sich seinen eigenen Wert wirklich immer bewusst zu werden aber direkt nach der Uni verdient man eigentlich noch recht moderat.

Ungefähr soviel wie ein sehr gut ausgebildeter ,leistungsfähiger Angestellter mit einigen Jahren Berufserfahrung.Das würde ich so konkret sagen.

Meistens, laut Liste verdienen die Hochschulabgänger zwischen 32- 40 Tausend pro Jahr einstiegsgehalt.

Aber meistenst steigert sich das auch nach einigen Jahren deutlich, wenn man sich richtig eingearbeitet hat.


Große Firmen zahlen anfangs meist mehr, dafür hat man es auch schwerer, sich selber in den vorhanden Strukturen durchzusetzen.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Cthugha [/i]
[B]Das kann auch davon abhängen, aus welchem Fachgebiet er kommt. Meiner Erfahrung nach ist es überhaupt kein Problem, in der Industrie unterzukommen, wenn man aus der experimentellen Festkörperphysik kommt. Theoretiker haben es schon etwas schwieriger, weil ihr Betätigungsfeld kleiner ist. Experimentelle Astro- und Teilchenphysiker haben es wiederum relativ schwer, passende Stellen zu finden.

Das hängt natürlich auch stark vom konkreten Unternehmen und vom bisherigen Forschungsgebiet ab. Größere Unternehmen zahlen gerne auch mal mehr. Wenn deine Veröffentlichungsliste noch dazu ansprechend ist, erst recht. Da ich bei dir mal auf die Firma mit dem großen "O" tippe, sollten 55.000 bis 60.000 Euro / Jahr im Rahmen einer brauchbaren Schätzung sein, wenn du dich vorher nicht gerade mit komplett esoterischen Themen beschäftigt hast. [/B][/QUOTE]

Danke für die Info :) Dann lag ich mit meinen 60k€ wohl nicht so daneben. Etwas zu hoch pokern ist besser, als zu niedrig, denke ich mir - runtergehen kann man ja noch immer, und ich bin ja auch nicht unbedingt auf diesen Job bei der Firma mit dem großen "O" angewiesen. Tja... Parallelen zum Gebrauchtwagenkauf tun sich auf ;) Da trifft man sich ja auch meist in der Mitte.

Veröffentlichungsliste ist recht ansprechend, finde ich - und mein Thema ist vergleichsweise bodenständig.

Aber ich denke, daß auch theoretische Teilchenphysiker momentan recht leicht eine Stelle in der "Industrie" finden - jedenfalls sofern sie von der Persönlichkeit her nicht "abgespacet" wirken. Ich denke, diese sind in der Halbleiterbranche dann aber eher fehl am Platz, dafür werden sie aber von Unternehmensberatungen oder Softwarefirmen sehr begehrt.

@Stonehenge:

In so einem MLP-Seminar war ich auch... Sehr oberflächlich das ganze - hat mir absolut nichts gebracht, außer den Ärger, die MLP-Berater wieder abzuwimmeln. Naja... Eine Stelle für einen promovierten Physiker ist wohl kaum mit einer Stelle eines Diplom-Wirtschaftsinformatikers vergleichbar - so auch nicht die Gehälter. Aber an der Uni verdient man meiner Meinung nach auch nicht schlecht - sofern man eine der raren vollen BAT2a-Stellen (oder gar eine Beamten-Stelle) ergattert. Sofern die Stelle unbefristet vergeben wird, muß man sich auch um einen eventuellen Rauswurf keine Sorgen mehr machen. Leider gibt es solche Stellen heutzutage recht selten - nur für Spitzenleute oder vielleicht auch noch für reine Verwaltungsdienste etc., aber nicht für den Otto-Normal-Forscher.

@ Kampfsau:

So pauschal wie Du es darlegst, kann man das wohl nicht sagen. Es hängt eben (wie schon gesagt wurde) ganz von der Größe, Branche und Lage des Unternehmens ab. Desweiteren hängt es von einem persönlich ab: Hat man Expertenwissen? Übernimmt man Führungsaufgaben? Reist man viel? Reißt man ab und zu auch Überstunden ab? Hat man 'nen guten Draht zum Chef?

[quote]
Große Firmen zahlen anfangs meist mehr, dafür hat man es auch schwerer, sich selber in den vorhanden Strukturen durchzusetzen.
[/quote]
Das stimmt nicht. Es ist vielleicht schwieriger, sich an die Strukturen zu gewöhnen, aber die selben Strukturen sorgen meiner Meinung nach für ein entspannteres Betriebsklima, bessere Aufstiegsmöglichkeiten, mehr Flexibilität (Work/Life-Balance) usw.

Das ist auch der Grund, weswegen ich eher ungern in einer kleinen Klitsche anfangen möchte. Du hast dort kaum Aufstiegsmöglichkeiten und bist Deinen Chefs (die u. U. gleichzeitig die Firmeneigentümer bzw. Geschäftsführer sind) auf Gedeih und Verderb ausgeliefert - Du kannst nicht mal eben schnell zu einer anderen Abteilung wechseln, und es gibt aufgrund der Mickrigkeit des Unternehmens keine Anlaufstelle, wo man sich zBsp. über Mobbing durch seinen Vorgesetzten etc. beschweren könnte...
CeltvisIch hoffe, der thread ist nicht dafür geschaffen worden, um neben der Informationseinholung noch dezent auf "mein Auto, mein Boot und mein Haus" zu verweisen, sprich eine Best of-Liste der sagen wir Mehrverdiener im Board zu erstellen oder das eigene, evtl. zu verdienende Gehalt zu betonen?
Dann wäre sofort Schluß hier.

Darkmav,
ich interpretiere Ilu's posting so, daß sie nicht glücklich darüber ist, daß Du einst schriebst, Du würdest dieses Gehalt xy bereits verdienen und nun fragst Du nach, ob man dieses Gehalt verlangen könne, woraus zu schließen wäre, daß Du dieses Gehalt xy eben noch nicht verdienst bzw. verdient hast, was dann einfach nur haltlose Prahlerei wäre - was ich übrigens auch ekelhaft fände, wenn es so wäre.

Celtvis
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Parallelen zum Gebrauchtwagenkauf tun sich auf ;) Da trifft man sich ja auch meist in der Mitte.[/B][/QUOTE]
Nur wenn man etwa so gut verhandeln kann wie der Verkäufer ;)
Ich bin da eher zu zaghaft bzw. gutmütig, beim letzten Kauf hatte ich einen sehr zähen Verhandler als Gegner, der nur in 50-Euro-Schritten nachgegeben hat... (und war nicht eine Mühle die bloß paar 100 kostet). Aber selbst 100 oder 200 Euro in einer halben Stunde verhandeln ist ein exzellenter Stundenlohn.

[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Veröffentlichungsliste ist recht ansprechend, finde ich [/B][/QUOTE]
Das hat wohl ein geringeres Gewicht, als die Tatsache wie es "die Community" findet. Wobei referierte Veröffentlichungen im Gegensatz zu z.B. Preprints schon einen Wert an sich haben, weil sie ja von "Experten" anerkannt wurden.

[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i][B]
In so einem MLP-Seminar war ich auch... Sehr oberflächlich das ganze - hat mir absolut nichts gebracht, außer den Ärger, die MLP-Berater wieder abzuwimmeln.[/B][/QUOTE]
Für mich war es insofern interessant, daß ich gelernt habe daß die nette Beraterin dort in jedem potentiellen Absolventen naturwissenschaftlich-technischer Studiengänge einen Prototyp des Karieremenschen sieht (oder auch Kapitalisten, so in etwa wie allgemein Wiwi-Studenten eingeschätzt werden). Die gute Frau ist fast vom Hocker gefallen als ich gemeint hatte, daß ich es nicht für wahrscheinlich halte, aber auch nicht ganz ausschließe irgendwann einmal über die Verdienstgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherungspflicht zu kommen. Waren teils erfrischende Diskussionen, aber irgendwann wurde es mir zu dumm.

[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i][B]
Aber an der Uni verdient man meiner Meinung nach auch nicht schlecht - sofern man eine der raren vollen BAT2a-Stellen (oder gar eine Beamten-Stelle) ergattert.
Sofern die Stelle unbefristet vergeben wird, muß man sich auch um einen eventuellen Rauswurf keine Sorgen mehr machen. Leider gibt es solche Stellen heutzutage recht selten - nur für Spitzenleute oder vielleicht auch noch für reine Verwaltungsdienste etc., aber nicht für den Otto-Normal-Forscher.[/B][/QUOTE]
Befristete (auch volle) Stellen zu kriegen sehe ich als nicht ganz so schwierig, aber eine unbefristete Stelle als Nicht-Professor ist heutzutage sowas ähnliches wie ein 6er im Lotto. Was einen Bekannten Doktorierten nicht daran hinderte, ein solches Angebot auszuschlagen weil er lieber eine Weile im Ausland forschen wollte. Manche Leute werde ich wohl mein Lebtag nicht verstehen können.
Was ein nicht zu unterschätzender Vorteil an der Uni ist, ist die [b]Freiheit[/b]. Damit meine ich sowohl die des Denkens und Forschens als auch diejenige, seinen persönlichen Tages-, Wochen- und Jahresablauf zu gestalten. Oft auch als Flexibilität bezeichnet, aber in der Wirtschaft gilt diese Flexibilität oft nur in einer Richtung.

Noch ein Kommentar zu der Nebendiskussion mit Ilu, Celtvis...
Ich kann schon nachvollziehen daß der eine oder andere eine gewisse Arroganz aus Deinen Postings heraushört, gerade jemand der selbst vielleicht finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.
Zumindest scheinst Du sehr von Dir und Deinen Fähigkeiten überzeugt zu sein, inwieweit das mit der Realität konform geht entzieht sich meiner Einschätzung.

Stone
Celtvis[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]NurIch kann schon nachvollziehen daß der eine oder andere eine gewisse Arroganz aus Deinen Postings heraushört, gerade jemand der selbst vielleicht finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.
[/B][/QUOTE]

Nanana, nun lassen wir doch mal die Katze im Sack, nicht wahr?
Ich verbitte mir, aus meinem posting schlußfolgern zu wollen, ich wäre sagen wir finanziell in einer unangenehmen Situation - dem ist nicht so.
Ich finde es trotzdem ekelhaft, falls (FALLS dem denn so sein sollte) Menschen es nötig haben sollten, mit Ihrem Gehalt prahlen zu wollen.

Mit meiner finanziellen Situation hat das wirklich herzlich wenig zu tun, nur mit meiner tiefempfundenen Abneigung gegen sprichwörtliche "Neureiche" oder Angeber.
Wobei, falls dem denn so sein sollte (ja, ich wiederhole das gern immer wieder, da ich niemandem im Vorwege unlautere Absichten unterstellen möchte), ich doch betonen möchte, daß 60k € per annum nicht als "neureich" ausreichen, sondern höchstens als unangemessene Prahlerei in einem Board zu betrachten sind, in dem auch viele Schüler zu finden sind.

So, ich hoffe, ich habe damit verdeutlicht, was ich von Spekulationen über u.a. meine Finanzlage halte - gar nichts.
darkmav[QUOTE][i]Original geschrieben von Celtvis [/i]
[B]Nanana, nun lassen wir doch mal die Katze im Sack, nicht wahr?
Ich verbitte mir, aus meinem posting schlußfolgern zu wollen, ich wäre sagen wir finanziell in einer unangenehmen Situation - dem ist nicht so.
Ich finde es trotzdem ekelhaft, falls (FALLS dem denn so sein sollte) Menschen es nötig haben sollten, mit Ihrem Gehalt prahlen zu wollen.

Mit meiner finanziellen Situation hat das wirklich herzlich wenig zu tun, nur mit meiner tiefempfundenen Abneigung gegen sprichwörtliche "Neureiche" oder Angeber.
Wobei, falls dem denn so sein sollte (ja, ich wiederhole das gern immer wieder, da ich niemandem im Vorwege unlautere Absichten unterstellen möchte), ich doch betonen möchte, daß 60k € per annum nicht als "neureich" ausreichen, sondern höchstens als unangemessene Prahlerei in einem Board zu betrachten sind, in dem auch viele Schüler zu finden sind.[/B][/QUOTE]
Jeder hat seine eigenen Probleme: Ein Schüler weiß nicht, wieviel Taschengeld er verlangen darf, ich weiß nicht, wieviel Einstiegsgehalt ich verlangen darf, und ein Top-Manager weiß vielleicht nicht, wieviel Millionen Umsatzbeteiligung er verlangen darf.

Leider ist es in Dtl. noch so, daß man über Geld nicht spricht, vor allem nicht über sein eigenes. Ich finde das sehr schade, weil dadurch alles sehr intransparent wird. Fände es besser, wenn wirklich bei [b]jedem[/b] offengelegt würde, was er jährlich verdient, und wo das Geld genau herkommt - egal ob Krankenschwester, Politiker oder Top-Manager.

Du hast etwas gegen Neureiche, aber nichts gegen Altreiche? :rolleyes: Also ich finde es weitaus verwerflicher, Millionen zu erben [obwohl man kein Deut dafür getan hat, also das Geld nicht [i]verdient[/i]hat (im wahrsten Sinne des Wortes)], als ein stattliches Jahresgehalt einzustreichen, das man allerdings auch selbst erwirtschaftet, und für das man hart arbeitet (bzw. eine teure und harte Ausbildung absolviert hat).

Deswegen bin ich radikal dafür, die Erbschaftssteuer zu erhöhen und die Einkommenssteuer ("Lohnsteuer") zu senken, so wie es auch in den USA der Fall ist. Bin selbst jemand, der vermutlich überdurchschnittlich viel erben wird - dennoch möchte ich nicht auf Kosten meiner Eltern leben, die ihr Vermögen ebenfalls hart erarbeitet hatten - nach dem Krieg war ja nichts da. Das beste wäre, wenn meine Eltern eine Stiftung gründen würden, deren Erlös für gemeinnützige Zwecke eingesetzt wird. Allerdings hätte ich schon gerne eine Art Stimmrecht, um zu entscheiden, für was genau das Geld verwendet wird. Würde das Geld erst mal in den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs investieren, etc. - da sehe ich vor allem Handlungsbedarf, gerade in Hinsicht auf die drohende Klimaerwärmung.

Bevor mir jetzt jemand Größenwahn unterstellt: So groß, um da wirklich was zu ändern, ist das Vermögen meiner Eltern auch wieder nicht - aber ich könnte damit vielleicht ein kleines Signal setzen.

Gegen Angeber habe ich auch etwas - aber genauso gegen Neider; vor allem gegen faule Neider, die meinen, ihnen fliegen die gebratenen Tauben ins Maul, ohne was dafür zu tun (soll nicht persönlich sein, Celtvis).

Noch was zu Ilu: Als [COLOR=red]Moderator[/COLOR], Celtvis, solltest Du darauf achten, daß der Ton nicht persönlich und ausfallend wird. Genau das habe ich aber bei Ilu's Posting festgestellt. Hatte übrigens nie geschrieben, daß ich 60k€ verdienen würde. Wie denn auch, wenn ich zu der Zeit noch in meiner Ausbildung (=Promotion) gesteckt habe? Damals, so wie heute, sind es noch 20k€ (BAT2A/2); zumindest so lange, bis ich einen Job gefunden habe. Hatte lediglich (etwas großspurig, zugegebenermaßen) erwähnt , daß ich durch einen Headhunter evt. die Möglichkeit gehabt haben würde (Uff! Futur II, Konjunktiv), 60k€ einzusacken - aber eben erst nach meiner Promotion. Die Doktorarbeit wegen des schnellen Geldes abzubrechen wäre sehr, sehr dumm gewesen.


So... jetzt zurück zum Thema:

Danke für Dein Posting, Stonehenge :)

Stimmt... Verhandlungstalen gehört dazu... aber auch das kann man lernen...

[quote]
Das hat wohl ein geringeres Gewicht, als die Tatsache wie es "die Community" findet. Wobei referierte Veröffentlichungen im Gegensatz zu z.B. Preprints schon einen Wert an sich haben, weil sie ja von "Experten" anerkannt wurden.
[/quote]
Das sehe ich auch so. Ich bin jemand, der sich zum Grundsatz macht: Lieber wenige Veröffentlichungen, diese aber in renommierten Journals, als jeden Mist irgendwo auf Wald-und-Wiesenkonferenzen unterzubringen.

Naja... MLP ist schon ein geldgeiler und leider zugleich auch substanzloser Haufen. Da wundert es mich nicht mehr. Bei der Veranstaltung, wo ich war, wurde sich noch über Architekten lustig gemacht, weil damals eine ganz schwere Zeit für die Baubranche war, was sich heute glücklicherweise wieder bessert.

[quote]
Befristete (auch volle) Stellen zu kriegen sehe ich als nicht ganz so schwierig, aber eine unbefristete Stelle als Nicht-Professor ist heutzutage sowas ähnliches wie ein 6er im Lotto. Was einen Bekannten Doktorierten nicht daran hinderte, ein solches Angebot auszuschlagen weil er lieber eine Weile im Ausland forschen wollte. Manche Leute werde ich wohl mein Lebtag nicht verstehen können.
[/quote]
Im Zuge der Exzellenzinitiative könnte es bei uns dann massenhaft Postdoc-Stellen geben. Vermutlich aber leider auch befristet. Unbefristete Stellen gibt es vor allem in wissenschaftsfernen Bereichen, wie Systemadministration oder Verwaltung. Deinen Bekannten kann ich aber gut verstehen... Nach der Doktorarbeit ist die beste Zeit für Postdoc im Ausland... man will später ja nach Dtl. zurückkehren und vielleicht auch mal Familie haben... Vermute mal, daß die ausländische Stelle auch eine Traumstelle gewesen war?

[quote]
Was ein nicht zu unterschätzender Vorteil an der Uni ist, ist die Freiheit. Damit meine ich sowohl die des Denkens und Forschens als auch diejenige, seinen persönlichen Tages-, Wochen- und Jahresablauf zu gestalten. Oft auch als Flexibilität bezeichnet, aber in der Wirtschaft gilt diese Flexibilität oft nur in einer Richtung.
[/quote]
Also war schon in der Doktorarbeit in Kollaborationen eingebunden, und werde jetzt (als Postdoc) ausschließlich von Industriemitteln bezahlt. Der Termindruck war teilweise enorm (vor allem, wenn ein neues Meeting anstand, oder ein Fortsetzungsantrag geschrieben werden mußte).

Die Freiheit liegt meines Erachtens mehr in dem, [i]wie[/i] Du arbeitest. Du bist nicht an irgendwelche Normen oder Regeln gebunden, Du darfst publizieren usw. Gerade letzteres ist ein hohes Gut, daß ich auch später in der Industrie, sofern es so weit kommen sollte, nicht missen möchte.
darkmavAus aktuellem Anlaß, und um Öl ins Feuer der Neider zu gießen:

Gerade habe ich eine Einladung bekommen, ich solle mich bitte ins [url=http://www.marquiswhoswho.com/]Who's Who in Science and Engineering[/url] eintragen lassen. Sowas macht einen schon stolz... man sollte aber acht geben, nicht abzuheben. Zumal ich wirklich noch nicht weiß, ob ich da tatsächlich eingetragen werde... Wahrscheinlich werden die Daten, die ich denen zukommen lasse, nochmals auf Relevanz geprüft, bevor über den endgültigen Eintrag entschieden wird.
StonehengeHoppla, hier habe ich jetzt unbeabsichtigt ein Heißlaufen der Diskussion angestoßen :(

[QUOTE][i]Original geschrieben von Celtvis [/i]
[B]Nanana, nun lassen wir doch mal die Katze im Sack, nicht wahr?
Ich verbitte mir, aus meinem posting schlußfolgern zu wollen, ich wäre sagen wir finanziell in einer unangenehmen Situation - dem ist nicht so.
Ich finde es trotzdem ekelhaft, falls (FALLS dem denn so sein sollte) Menschen es nötig haben sollten, mit Ihrem Gehalt prahlen zu wollen.
[/B][/QUOTE]

Erstmal Celtvis, möchte ich mich ausdrücklich dafür entschuldigen, sollte ich den Eindruck erweckt haben auf Deine finanzielle Situation anzuspielen. Das hatte ich mitnichten beabsichtigt.

Ich wollte damit nur ausdrücken daß [b]ich selbst[/b] darkmavs Überzeugtheit vom eigenen "Humankapital" (um das Schimpfwort mal zu gebrauchen :) ) sowie dessen öffentliche Zurschaustellung als etwas arrogant empfinde (auch wenn ich das nicht so explizit hinschreiben wollte, da ich niemanden beleidigen möchte). Mit den finanziell schlechtergestellten Menschen wollte ich lediglich darauf hinweisen, daß ein nicht unerheblicher Teil meines Bekanntenkreises (die teils jeden Euro umdrehen müssen) eine solche Argumentation respektive Anspruchshaltung als Schlag ins Gesicht empfinden würde. Mir selbst tut es nicht weh, weil ich derzeit gut über die Runden komme, aber trotzdem finde ich es daneben. Ich hoffe ihr versteht mich jetzt richtig. Will mich doch nicht mit euch herumstreiten, sondern nur meine Meinung kundtun, die ich manchmal verquer ausdrücke.

Noch eins zum Thema Taschengeld: Verlangt habe ich nie welches, freiwillig bekommen vielleicht das erste Mal mit 16 und da auch fürs Schulessen zum Selberbezahlen auf volle 10 Mark aufgerundet. Finde ich im Nachhinein als sehr wertvoll, weil ich mich dadurch ans wenig ausgeben so gewöhnt habe, daß ich auch während langer Studienzeit und wenigem Einkommen immer noch etwas zurücklegen konnte. Während manche andere schon beizeiten mit 50 Mark die Woche nicht mehr auskommen und mit 30 Jahren schlimmstenfalls bis über beide Ohren in Schulden stecken.

Bescheidenheit hat mir noch nie geschadet, bestenfalls die finanzielle Situation kurzfristig geschmälert.

[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Das sehe ich auch so. Ich bin jemand, der sich zum Grundsatz macht: Lieber wenige Veröffentlichungen, diese aber in renommierten Journals, als jeden Mist irgendwo auf Wald-und-Wiesenkonferenzen unterzubringen.[/B][/QUOTE]
Leider denken nicht alle so. Eben aus dem Grund da z.B. bei unserem Kanzler mehr die Masse zählt, hatte sich unsere Fakultät irgendwann auch mal ISBN-Nummern für ihre Preprints zugelegt. Weil die anderen Fakultäten das alle schon länger hatten und dadurch auf den ersten Blick die etwa 10-fache Menge an Publikationen brachten, kann man ja raten wo bei Stelleneinsparungen immer als erstes der Rotstift angesetzt werden sollte :(

Genauso unsinnig finde ich dieses neumodische Bachelor- und Masterzeug, erzeugt eben mehr Masse aber weniger Klasse. Aber da kämpft man ja gegen Windmühlenflügel.

Schattengrüße, Stonehenge
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Genauso unsinnig finde ich dieses neumodische Bachelor- und Masterzeug, erzeugt eben mehr Masse aber weniger Klasse. Aber da kämpft man ja gegen Windmühlenflügel.
[/B][/QUOTE]

Das geht nicht nur Akademikern so.
Ich war auch vehement gegen die Neuordnungn im Handwerk, die es einfachen Handwerkern in vielen Gewerken erlaubt, einen eigenen Betrieb zu gründen. Aber genutzt hat es wenig. Den betroffenen Facharbeitern übrigens auch nicht.

Und nun läuft überal Konkurrenz herum, die einander unterbietet, auch auf deren eigene Kosten.
Wird bei Akademikern auch sehr bald so sein, zumal es von denen bald schon mehr gibt als spezialisierte Facharbeiter.
Cthugha[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Danke für die Info :) Dann lag ich mit meinen 60k€ wohl nicht so daneben. Etwas zu hoch pokern ist besser, als zu niedrig, denke ich mir - runtergehen kann man ja noch immer, und ich bin ja auch nicht unbedingt auf diesen Job bei der Firma mit dem großen "O" angewiesen. Tja... Parallelen zum Gebrauchtwagenkauf tun sich auf ;) Da trifft man sich ja auch meist in der Mitte.
[/B][/QUOTE]

Nur noch mal zur Sicherheit. Das ist alles keine Garantie. Bei uns am Lehrstuhl sind nur in letzter Zeit ein paar Leute fertiggeworden und da unterhält man sich schon mal mit den Leuten darüber, was sie nun so machen und was sie so verdienen.

Unser Lehrstuhl beschäftigt sich in erster Linie mit Optik und niederdimensionalen Heterostrukturen. Ob du das jetzt auf deine Situation extrapolieren kannst, weisst du vermutlich selbst am Besten.

Aber wenn deine Veröffentlichungsliste in der Tat so ansprechend ist (PRL und besser sind immer gut), sollte das ja kein Thema sein.
Celtvis[QUOTE][i]Original geschrieben von darkmav [/i]
[B]Du hast etwas gegen Neureiche, aber nichts gegen Altreiche? [/B][/QUOTE]

Irrtum, ich habe nichts gegen den Status des Neureichen, ich habe lediglich etwas gegen dieses typisch neureiche Verhalten, mit dem eigenen Geld prahlen zu wollen, dieses Verhalten finde ich mehr als ekelhaft.

Und weil mir persönlich diese Art der Selbstdarstellung deutlich mißfällt, würde ich Dich doch bitten, Dir für solche Darstellungen eine eigene Website oder ähnliches zu beschaffen, hier ist mir der Speicherplatz zu schade und damit ist hier auch Schluß, der thread ist hiermit geschlossen.

Stonehenge,
danke für die Antwort, ist akzeptiert.

Celtvis

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