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  Forum: DIES und DAS
    Thema: krähen und andere haustiere
Miffitach auch^^

ich hab ja schon öfters von rabenvögeln gehört, die von leuten krank aufgefunden wurden und dann aufgepäppelt wurden.
und dann sind die danach auch zahm^^ (sind so kleine punkx die merken das wir sie füttern und sich nicht mehr durch harte leben schlagen müssen^^, sind eben ziemlich kluge tiere;))

ich glaub ich mach mal im frühling ein paar spaziergänge und halt nach verletzten krähen, raben und dohlen ausschau^^

sind ja eben ziemlich schlaue tiere und werden auch recht alt!

na mal schauen ob auch hier ein paar tierschützer sind und das nicht gut finden^^

ich kann schon mal sagen, dass ich nach der genesung mit denen auchz rausgehen werde, wenn sie wegflattern hab ich pech und wenn er da bleibt ist er clever genug um zu verstehen dass er bei mir sorgefrei leben kann ;)

schwarzer gruß
|Dunkelschön|Ich denke mal dass deine Nachbarn zuerst Probleme damit haben da es ja nicht irgendein Wellensittich ist den du da hältst ;)
moreNa, dann mal viel Glück. Vor allem wird dir das Tier mit Sicherheit die ganze Wohnung zukacken. Wenn du Pech hast, wird er auch ein paar Parasiten einschleppen.
Im Übrigen ist es sehr schwierig einen verletzten Vogel groß zu ziehen. Bin schon ein paar Mal über kleine, verletzte Vogelkinder gestoßen. 80 % davon haben nicht überlebt, obwohl ich die Aufzucht mit dem Tierarzt besprochen hatte und er das überwacht und kontrolliert hat.

Aber dass die Krähe zahm wird, könnte durchaus sein. Aber die Überlegung ist doch, wozu? Ich finde es generell nicht gut Vögel als Haustiere zu halten. Ob das nun ein Wellensittich, ein Papagei oder ein wildes Tier aus heimischen Gefilden ist. Der Vogel wird mit einem Menschen nie so leben können wie mit Seinesgleichen. Und eigentlich ist so eine Haltung nur für den Halter schön. Für das Tier sicher nicht.
Was ist, wenn du keinen Spass mehr an die Tier hast. Oder du umziehen musst und die Krähe nicht mitnehmen kannst. Eine Handaufzucht ist oft nicht auswilderbar. Diese Gedanken sollte man mal in seinem Kopf kreisen lassen.
TöggelieWir hatten des öfteren Spatzen, die wir verletzt irgendwo aufgegabelt hatten.
Sie waren nachher wirklich so zutraulich, dass sie auf unseren Schultern saßen.
Irgendwann sind sie dann aber alle wieder weggeflogen. ;)
atharaZunächst mal vorweg: Dass ein adulter Vogel zahm wird, der zuvor in freier Wildbahn gelebt hat, ist nahezu ausgeschlossen. Das wird nur passieren, wenn Du ihn als Jungvogel findest, möglichst noch vor der Prägephase. Und das ist eigentlich noch viel problematischer, denn das hier:
[QUOTE]... er clever genug um zu verstehen dass er bei mir sorgefrei leben kann[/QUOTE]
ist leider verklärte Illusion. Ein Vogel, der auf den Menschen gepägt ist, HÄLT sich für einen Menschen und wird immer ein (nach anthropomorphen Konzepten) unglückliches Dasein führen, weil allein schon seine partnerschaftliche Liebe und SEINE Wünsche und Ansprüche daran für ihn wohl auf immer unerfüllt bleiben. Und das finde ich schrecklich traurig. :(




[SIZE=1](An dieser Stelle auch kurz das Stichwort "sprechende Papageienvögel": Ein Vogel fängt an zu "sprechen", weil er schrecklich einsam ist und auf diese Art versucht, einen artgenossenähnlichen Kontakt zu einer artfremden Species zu knüpfen und zu halten)[/SIZE]
spookyalso, ich würde wildgeborene und aufgewachsene tiere nicht als haustier halten. auch wenn die zahm werden sollten.
bei in gefangenschaft geborenen tieren wäre das was anderes.
rainravenIch habe in meinem Studium schon mit Wildvögeln (gefangenen und aufgezogenen) gearbeitet und das ist nicht im geringsten das, was man sich unter einem zutraulichen Haustier vorstellt.

Mal ganz abgesehen davon, daß Du Dich dann gemäß dem Artenschutzgesetz strafbar machst, wenn Du einen (verletzten, hilflosen) Vogel hochpäppelst und dann auch dauerhaft zu Hause behältst.

Ein gesundes Tier aus der Natur zu entnehmen, darf man sowieso nur, wenn man einen triftigen Grund dafür hat, also Jäger oder Falkner ist, an Artenschutzprogrammen oder zu Forschungszwecken an Versuchsreihen teilnimmt oder was auch immer, aber auch dann gibt es Vorschriften, an die man sich halten muß.

Es gibt Ausnahmen oder Genehmigungen, die es einem ermöglichem, sich heimische Wildtiere (fast alle geschützt) zu halten, aber frag mich nicht danach, ich bin vernünftig genug, meinen Traum von einer Eule oder einem Corviden als Haustier nie umgesetzt zu haben, denn ich könnte dem Tier und seinen Ansprüchen nie gerecht werden.
Einen Krähenvogel sollte man auch nicht alleine halten, da das sehr soziale Tiere sind, die Gesellschaft von Artgenossen benötigen, und wo willst Du mit einer Voliere voller Raben/Krähen hin? Es gibt da ein paar Websiten, wo so Förster oder irgendwelche Spezialisten ihre Tiere und deren Aufzucht vorstellen, aber die haben dann wirklich die Voliere im Garten und am Wald und die Vögel werden nicht verhätschelt und kommen nicht ins Haus. Und Rabenvögel sind keine Schmusetiere, selbst Elstern können einem das Fleisch in Fetzen aus dem Arm reißen, stell Dir mal vor, Dich packt jemand am Arm mit der Flachzange und dreht dann kräftig rum, das ist nicht so angenehm...


Natürlich muß man bei aller Kritik auch unterscheiden zwischen domestizierten Ziervögeln, die niemals ihre Steppen/Dschungel/Waldheimat kennengelernt haben und seit Generationen aus menschlicher Obhut stammen, die sind zum Teil degeneriert, verändert und an das Menschenleben angepaßt und würden sich gar nicht mehr selbst in "freier Wildbahn" zurechtfinden. Wenn man einen Wellensichttich draußen fliegen läßt, ist das mitnichten eine "gute Idee", ihm die Freiheit zu schenken... :( Doch unsere heimischen Wildvögel sind ja an die Bedingungen hier angepaßt, denen tut man insofern keinen Gefallen, wenn man sie aus ihrer Natur entnimmt.

Ich hab selbst vier Sittiche, die bei mir ein eigenes Zimmer und Freiflug darin besitzen, das ist das Mindeste, was ich ihnen bieten kann, und ich träume immer noch von einem gekachelten großen Vogelzimmer, wo NUR meine Vögel leben können und keine Möbel oder Zeugs drin stehen. Und frei fliegende Vögel machen einen Heidendreck, Du wirst nie wieder die Wohnung sauber haben können, aber ohne Freiflug sollte man sie auch nicht halten, das wäre Tierquälerei.

Wenn du auf die "Vogelforen" gehst, wirst Du wahrscheinlich in der Luft zerrissen, wenn Du da so eine Frage nach einem Wildvogel als Haustier stellst...:D



und ganz nebenbei @ athara:
von meinen Vögeln spricht auch einer etwas, aber der ist nicht einsam, im Gegenteil...:) Das nachahmende Erwerben von Melodien und Geräuschen und deren Anwendung bei der Balz oder Kommunikation ist bei vielen Vogelarten angeboren. Was anderes ist das selbstverständlich bei einem Einzelvogel, der aus Langeweile und Reizarmut den Menschen nachmacht. Andererseits versucht jeder bellende, winselnde, japsende... Hund auch nur, mit dem Menschen zu kommunizieren, denn der Wolf hat keine derartigen Geräusche in seinem Kommunikationsrepertoire...
athara@rainraven

[QUOTE]von meinen Vögeln spricht auch einer etwas, aber der ist nicht einsam, im Gegenteil... Das nachahmende Erwerben von Melodien und Geräuschen und deren Anwendung bei der Balz oder Kommunikation ist bei vielen Vogelarten angeboren. Was anderes ist das selbstverständlich bei einem Einzelvogel, der aus Langeweile und Reizarmut den Menschen nachmacht. Andererseits versucht jeder bellende, winselnde, japsende... Hund auch nur, mit dem Menschen zu kommunizieren, denn der Wolf hat keine derartigen Geräusche in seinem Kommunikationsrepertoire...[/QUOTE]
Ja, aber genau das meinte ich ja. Das Problem ist ja die Aufzucht von solitär gehaltenen Vögeln, die ja quasi in die absolte Identitätskrise gestürzt werden, wenn sie nur mit Menschen sozialisieren (darauf wollte ich auch im Fall der Wildvogelgeschichte hinaus - wenn man einen Jungvogel im Wald "findet" klaut man ja nicht irgendwo noch einen gesunden anderen irgendwo aus dem Nest, damit Vogel Nr. 1 nicht so allein ist). Sicherlich ist es ethisch problematisch, ein solches Tier wider seiner Natur aufzuziehen, wenn man als Alternative nur den Tod für das Tier anzubieten hat (und da ich mich ja gut kenne, weiß ich auch, was ein solcher Konflikt für mich bedeuten würde).

Bei Papageien ist es aber oftmals so, dass sie grad wegen der Fehlprägung auf den Menschen und der damit verbundenen größeren Sprachaffinität und -adaption soltär gehalten werden (vor allem auch ohne Sexualpartner), weil es immer wieder doofe und naive Menschen gibt, die sich wahnsinnig darüber freuen, wie stark ein Tier sich fixieren kann. Bei so Sätzen wie "Ooch, der ist sooo niedlich, und wie er mich liebt! Und er ist ganz schrecklich eifersüchtig!" , könnte mir glatt der Hals platzen, weil die Ursachen hierfür gar nicht reflektiert werden.
Sowas ist schlichtweg Tierquälerei.

Es war mir nur wichtig, rainraven, an dieser Stelle nochmal näher darauf einzugehen, um sicher zu gehen, dass ich mich richtig vermittelt hab. Denn das mimetische "Geplapper", was im Repertoire vieler Vögel vorhanden ist, meinte ich natürlich nicht. Wenn man sich mit einem Tier "unterhält", kann dies natürlich auch als eine zusätzliche willkommene Stimulanz betrachtet werden, die einem gesunden Geist durchaus dienlich sein kann (wobei mir ein gesunder Geist oft angezweifelt wird, wenn ich mit meinen Katzen unterhalte. ;) ).

LG A.
Miffi@all:
ganz interessante gedanken die ihr da habt^^

zu erst einmal sind alle haustiere irgendwann einmal vom menschen gefangen worden, z.b. katzen, hunde/wölfe, fische, pferde und auch vögel.

ich hatte als vorbild ratten im kopf die von vielen auch gehalten werden und mit nach draußen genommen werden und am halter herumklettern.
auch hunde machen dass gleiche (die klettern bloß nicht an einem herum:])

außerdem glaube ich nicht dass rabenvögel großartig unter mangel an artgenossen oder gar an einer identitätskriese leiden werden, weil sie bestimmt nicht über genug denkvermögen verfügen um sich darüber gedanken zu machen.

es gibt ja auch genug zoos die shows mit vögeln machen,
im allgemeinen kann man jedes tier mehr oder weniger zahm kriegen, man muss sie halt nur auf dich fixieren.

ich würde auch nicht sagen das ein tier, bloß weil es nicht wie in der natur lebt, unglücklich ist.
ich weiß aber das der vogel meiner schwester, ein wellensittich, unglpücklich ist. der hat auch nen ganz schönen federnverlust und sitzt nur aphatisch auch seiner stange und macht fast garnichts.
sein partner dein meine mutter und ich besorgt haben hat sich auch selbt eliminiert.
wenn man meine schwester auf das unglück ihres vogels anspricht löst es sowieso nur zorn bei ihr aus und dem vogel geht es nach wie vor schlecht.
so etwas es tierquälerei und das sieht man dem armen tier auch an, der auch ewig keinen freiflug hatte.
da haben es die vögel von rainraven wirklich wesentlich besser^^

wenn man sich aber genug mit so einem tier beschäftigt dann ist es auch in der einzelhaltung bestimmt nicht unglücklich.
athara[QUOTE]außerdem glaube ich nicht dass rabenvögel großartig unter mangel an artgenossen oder gar an einer identitätskriese leiden werden, weil sie bestimmt nicht über genug denkvermögen verfügen um sich darüber gedanken zu machen.[/QUOTE]
Darf ich fragen, wie Du darauf kommst, einem so intelligenten sowie auch empathischen Tier wie einem Krähenvogel so etwas zu bescheinigen?
moreWarum ist es dann nicht unglücklich? Wie willst du dem Tier einen Artgenossen ersetzen?

Selbst Katzen sollte man nicht alleine halten, weil sie seelisch verkümmern, wenn sie sich nur auf ihren Halter fixieren. Sie werden Verhaltensgestört und teilweise aggressiv.

Ich frage mich, wie du zu dieser These kommst. Was kannst du denn dem Vogel geben? Und wie beurteilst du die Intelligenz von Tieren? Einen Artgenossen zur Fortpflanzung zu benötigen ist keine Intelligenz sondern tief verwurztelter Instinkt.
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Miffi [/i]
@all:
ganz interessante gedanken die ihr da habt^^
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das sind nicht nur gedanken, sondern fakten.


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zu erst einmal sind alle haustiere irgendwann einmal vom menschen gefangen worden, z.b. katzen, hunde/wölfe, fische, pferde und auch vögel.
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das ist wohl kein vergleich.

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ich hatte als vorbild ratten im kopf die von vielen auch gehalten werden und mit nach draußen genommen werden und am halter herumklettern.
auch hunde machen dass gleiche (die klettern bloß nicht an einem herum:])
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es werden gaaaaaanz selten in der natur gefundene ratten mit nach haus genommen, um gesund gepflegt zu werden.
ausserdem werden ratten und hunde seit langem "verzüchtet".

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außerdem glaube ich nicht dass rabenvögel großartig unter mangel an artgenossen oder gar an einer identitätskriese leiden werden, weil sie bestimmt nicht über genug denkvermögen verfügen um sich darüber gedanken zu machen.
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erst sind sie so schlau, dann zu dumm? biegst du dir das nicht ein bisschen zurecht?

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es gibt ja auch genug zoos die shows mit vögeln machen,
im allgemeinen kann man jedes tier mehr oder weniger zahm kriegen, man muss sie halt nur auf dich fixieren.
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ganz ehrlich: du solltest dich ein klein wenig mehr mit der materie beschäftigen.
ich hab schon einige jungvögel grossgezogen, meist amseln und blaumeisen und allein das ist eine heidenarbeit und sehr schwierig. krähenvögel haben ein wesentlich komplexeres sozialverhalten und wenn du dem nicht rechnung trägts, hast du nicht eine krähe, sondern einen "Krüppel" (im innernen sinne)

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wenn man sich aber genug mit so einem tier beschäftigt dann ist es auch in der einzelhaltung bestimmt nicht unglücklich.
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nochmal: rabenvögel haben komplexes sozialverhalten. kennst du [I]irgendein[/I] verhaltensmuster der vögel? mal abgesehen davon, da sich zb nebelkrähen und saatkrähen vorneinander unterscheiden.

und man sollte nicht "Tiere" so über einen kamm scheren. ich hab welche daheim, die du niemals "zahm" kriegen würdest.
rainravenIch kann nur auf meine Worte verweisen.

Rabenvögel haben das Empfinden und die Intelligenz von vierjährigen Menschenkindern und bloß, weil ein Tier sich nicht mit Sprache artikulieren oder mangels Körperbau (keine Hände etc. )mit uns interagieren kann wie ein Mensch, ist es nicht zwingend "dumm".

Für ihren Lebensraum, ihre Bedürfnisse und ihre Artgenossen sind fast alle Tiere optimal daran angepaßt und haben in diesen Bereichen von Natur aus uns Menschen eine ganze Menge Fertigkeiten voraus, die wir nur durch Technik und Logik wettmachen können.

Selbst ich gebe zum, daß ich meine (seit Generationen domestizierten, draußen nicht lebensfähigen) Ziersittiche nur zu meinem Vergnügen halte, weil ich meine Liebe an sie verschwende und sie mich erfreuen. Und da muß ich trotzdem auch zustimmen, JEDER Vogel in Gefangenschaft ist irgendwo ein Gefangener, egal, wieviel Platz er hat und auch wenn er es nicht anders gewohnt ist.
Aber ich habe schon früh gelernt, daß man einen Vogel nicht zu etwas zwingen kann, ohne ihn und seine Vollkommenheit zu zerstören, und ich versuche zumindest, meinen Schützlingen so weit wie möglich entgegenzukommen (Platz, Artgenossen, Umbegung, Ruhe...). Zwei davon sind auch nicht zahm, einer gar nicht, einer nur bedingt, aber ich liebe sie dennoch und muß das so akzeptieren, denn sie sind kein Spielzeug, das ich rumtragen oder mich mit ihnen beschäftigen kann, wie ich will.

Das Problem bei einem auf den Menschen geprägten (Wild)Vogel ohne Artgenossen sehe ich wirklich darin, daß ein Vogel im Gegensatz zum Beispiel Hund, der ein Rudeltier ist, das aufgrund seiner genetischen Veranlangung einem "Leittier" (in diesem Zusammenhang dem Menschen) folgen möchte und im Gegenzug Sicherheit, Geborgenheit und Aufgaben erfährt, immer ein Sklave oder ein "Kasperl" des Menschen bleiben wird, der nur zu unserem Vergnügen agiert und selbst darunter leidet.


Der geprägte Vogel hält sich dann selbst für einen Menschen, will mit diesem auf seine Vogelart interagieren und sich vermutlich auch mit dem "geliebten" Menschen paaren und verständigen, was aber nie erfolgreich sein wird. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz berichtete zum Beispiel von einer zahmen Dohle, die ihn bedauerlicherweise selbst in seine eigene Jackentasche locken wollte, um dort mit ihm ein Nest zu bauen (!!) und nicht verstehen konnte, in welchem Dilemma sie sich befand. Außerdem benötigt eine Dohle (oder war es Krähe?) mindestens vier "enge Vertraute" unter den Artgenossen in ihrem Schwarm, zu denen sie dann verschiedene Beziehungen und verschiedene Interaktionen unterhält, etwa wie wir Menschen zum Partner, zur besten Freundin, zum besten Freund und einem guten Kollegen oder so. Das alles kann ein Mensch der Krähe nie ersetzen, und vor allem sucht sie sich diese Vertrauensvögel auch selbst aus und wäre nicht glücklich, wenn man ihr willkürlich jemanden vorsetzt.

(Das sehe ich leider auch bei meinen eigenen Vögeln, wo zwei Männchen zu einem Weibchen eine Dreiecksbeziehung mit Eifersucht unterhalten und ein anderes Weibchen völlig vernachlässigen, weil keiner mit ihr was zu tun haben will...Darunter leide auch ich, wenn ich ihnen zusehe, aber ich habe keine Möglichkeit, dieses Weibchen gegen ein anderes einzutauschen und weiß nicht, ob ein anderes dann auch meinem zweiten Männchen taugen würde...)


Ich hab auch lange von der "Coolness" oder dem Gefühl geträumt, wie es denn wäre, wenn ein Corvide mir gehorchen und mit mir rumlaufen würde, aber ich hätte keine Freude mehr daran und würde mich schämen, wenn ich wüßte, der Vogel macht es nur, weil er aufgrund seiner Prägung "nicht anders kann" und mein dummer Spielball ist, der für meine Eitelkeit leiden muß...
Ich will auch keinen Partner, der mich "liebt" und mit mir zusammen ist, weil er dazu irgendwie verpflichtet oder gezwungen ist, dabei aber selbst nichts empfindet...




*Aber falls man Dich wirklich nicht überzeugen kann, geh mal auf [url]www.vogelforen.de,[/url] da findest Du zwar zu 90% Leute, die Dich wegen eines solchen Vorhabens wüst beschimpfen werden :) aber auch Leute, die Dich vernünftig überzeugen, informieren oder mit Dir darüber diskutieren und Erfahrungen beisteuern können. Mehrere der User haben oder besaßen Wildvögel oder kennen Züchter derselben.*
rainraven[url]http://www.dragoncave.de/crow/indexger.html[/url]


und das war glaub ich eine der Seiten, die ich im Netz gesehen hatte wo Leute sich Corviden halten. Und ich würde auch mal lesen, wie er dazu gekommen ist und was man alles beachten muß...
atharaIch würde gerne noch was zur Intelligenz schreiben, etwas, das ich selbst erlebt hab.

Irgendwann im letzten Herbst bin ich auf dem Weg zu nem Freund ne Strasse entlang gelaufen, als mir eine Saatkrähe auffiel, weil sie sich für mich beim ersten Hinsehen irgendwie etwas seltsam zu verhalten schien. Ich sah, wie sie eine Eichel (glaub ich) im Schnabel trug, die sie zuvor unter einem Baum ganz in der Nähe gesammelt hatte, und diese auf die Strasse legte. Als ich genauer hingesehen hab, bemerkte ich, dass dort an der Stelle, wo sie die Eichel abgelegt hatte, schon ein paar lagen. Das hab ich erst nicht so ganz verstanden, aber dann, als ein Auto kam, ist die Saatkrähe zurück an den Strassenrand hüpfte und wartete, bis das Auto über den präzise in der Spurrinne platzierten Eichelhaufen fuhr, war mir klar, was dort vor sich ging. Ganz entzückt davon hab ich das Tierchen dann noch ne Weile beobachtet. Der Clou an der Sache war, dass die Krähe wohl "bemerkte" dass auf der anderen Fahrbahnseite mehr Verkehr war - denn nach ner Zeit disponiete sie um und legte ihren neu zusammengetragenen Futterhaufen auf die andere Fahrspur. Wieder präzise in der Fahrrinne, so dass auch ja sicher war, dass der Haufen von den Reifen erwischt werden konnte.
[I]Corvus spitzfindicus technicus[/I]

Ich war total sprach- und fassungslos und zugleich total glücklich, so etwas live gesehen haben zu dürfen (wenn auch etwas traurig, weil ich keine Kamera dabei hatte - ich hätte es mir später sehr gerne nochmal angesehen).
rainraven@ Athara:
hast Du schon mal gesehen, wie Krähen einen verschneiten Schlittenhügel rauflaufen, sich auf den Rücken werfen und darauf runterrutschen, um sich unten im Schnee zu kugeln und das Spiel so oft zu wiederholen, bis es ihnen langweilig wird? :)
atharaLeider noch nicht live, aber ich hab mal ne ganz entzückende Doku über Corviden gesehen, wos auch solche Bilder von im Schnee spielenden Krähen gab. Einfach klasse. :)
Miffimmh...
kann sein das ihr in vielen punkten recht habt...
aber erinnert euch daran wenn ihr irgendwann mal kinder haben werdet oder schon habt und mit denen ihr dann in den zoo latscht, in den zirkus geht oder das kind sich ein haustier wünscht.
denn wenn ihr das alles macht verstoßt iht gegen eure eigen gut gemeinten vorsätze.

man kann fast kein tier 100% naturgerecht halten.
ich kenn auch nur eine ausnahme und zwar guppys in einem aquarium, die vergessen alle 2sek. alles und können alle instinkte in einem 50l aquarium mit ein paar anderen guppys ungeniert ausleben.
alle anderen haustiere leiden dann genauso an der haltung.

Knut ist das beste beispiel!

ich glaube aber das man ein tier auch zufrieden stellen kann ohne es wie in der natur zu halten.
überzeugt hat mich die internetseite, die rainraven empfohlen hat.
das man das tier nicht wie eine ratte mitnehmen kann.
nicht zu letzt hab ich auch keine lust denn schmerzhafen biss einer dohle erfahren zu müssen.

letzte worte zur intelligenz meinerseits:
ja, in technischen vorgängen sind die super. aber ich glaube nicht das sie so ein hoch entwickeltes gehirn haben um an einer identitätskriese zu leiden.
das wäre einfach zu utpisch.

mfg miffi
Harley_Quinn[QUOTE][i]Original geschrieben von Miffi [/i]ich kenn auch nur eine ausnahme und zwar guppys in einem aquarium, die vergessen alle 2sek. alles und können alle instinkte in einem 50l aquarium mit ein paar anderen guppys ungeniert ausleben.
[/QUOTE]


Ich weiß zwar nicht, wer diese Urban Legend mit den vergesslichen Fischen in die Welt gesetzt hat (vermutlich Leute, die Fische in einem Goldfischglas halten und sich einreden wollten, der Fisch vergisst ja, wie klein seine Welt ist), aber das ist schlicht falsch. Auch Fische haben ein Erinnerungsvermögen, ich hab mal eine Doku gesehen, in der das ausgiebig getestet wurde.


Und ein Zoo ist - sofern es ein anständiger Zoo ist - eine wesentlich artgerechtere Haltung, als die Krähe in der Wohnung.

Und dass man Kindern nicht jeden Wunsch sofort erfüllen muss, auch wenn sie sich ein Haustier wünschen, sollte auch nicht allzu neu sein.
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Miffi [/i]
denn wenn ihr das alles macht verstoßt iht gegen eure eigen gut gemeinten vorsätze.
[/quote]
wenn man einem kind respektvollen und verantwortungsbewussten umgang mit anderen lebewesen beibringen kann, warum nicht? allerdinsg sollte man selber dann auch ahnung haben udn bereit sein, sich weiterzubilden.

[quote]
man kann fast kein tier 100% naturgerecht halten.[/quote]
"naturgerecht" und "halten" schliesst sich sowieso aus (ausser bei domestizierten arten). man kann nur es so gut wie möglich machen und das geht, wie man in der terraristik sieht, sehr gut.

[quote]
ich glaube aber das man ein tier auch zufrieden stellen kann ohne es wie in der natur zu halten.[/quote]
nicht einfach "tier". es gibt ne menge tiere, die sich einfach unterscheiden.
Fauchschaben vermehren sich in gefangenschaft gegenüber der natur viel besser als z.b ginsterkatzen.

[quote]
letzte worte zur intelligenz meinerseits:
ja, in technischen vorgängen sind die super. aber ich glaube nicht das sie so ein hoch entwickeltes gehirn haben um an einer identitätskriese zu leiden.
das wäre einfach zu utpisch.[/quote]
natürlich nicht. man darf nur nicht den fehler machen, das tier zu vermenschlichen bzw menschliche masstäbe anzusetzten.
demelzaHm, da ich mich als Laie damit nicht so auskenne, würde ich als erstes versuchen, einen Experten zu rate zu ziehen - vielleicht hier:

[url]www.wildvogelhilfe.org[/url]
Mrs. SpookinessIch habe im bayerischen Wald mit einer zahmen Dohle Bekanntschaft gemacht, die wirklich sehr distanzgemindert - zahm war (beim Versuch meine Ohrringe zu essen war dann aber Schluss :rolleyes: ). Sie wurde auch von den dortigen Pflegern aufgepäppelt und lebt nun eben in einem dieser riesigen Voliere mit einigen Artgenossen - von denen übrigens alle sehr zutraulich sind. Davon, einen einzigen Vogel aufzuziehen würde ich allerdings strengstens abraten. Auch wenn diese Tiere sehr treu sein können (Dohlen bleiben mitunter ihr ganzes Leben bei einem wenn man sie aufgezogen hat, Krähen sollen da etwas eigener sein und dann und wann davonfliegen...) so benötigen sie soziale Interaktion und Kommunikation untereinander - ein einzelner Vogel wird krank! (wie es eigentlich mit allen Tieren ist, wie auch mit Menschen!)
So schön die Illusion vom eigenen Rabenvogel auch sein mag - bleib besser bei der schwarzen Katze ;)

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