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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Die Angst vor der Normalität.
rosenkind[I]Ein Reihenhaus am Stadtrand, ein blühend grüner Garten und ein weißer Gartenzaun. Ein/e liebevolle/r Ehemann/frau und 2 herzallerliebste Kinder. Dazu noch einen schönen großen Hund. Man hat einen guten Beruf und verdient genug Geld um sich ein bisschen Lusux zu leisten. 2 mal im Jahr gehts in ein beliebsten Urlaubsland. Es herrscht Harmonie und man führt ein geregeltes, geordnetes Leben[/I]

Eine wunderbare Vorstellung oder? Alles so wie man es sich doch wünscht? keinen Stress, Ordnung, Ruhe. Wunderbar! Wirklich?

Wenn es etwas gibt, was mir von Kindesbeinen an Angst bereitet, dann ist es irgendwann ein massenkonformes, standarisiertes Leben zu führen. Dann ist es, irgendwann in einem Leben aufzuwachen, dass scheinbar perfekt wirkt und dem typischen Gesellschaftsbild entspricht.

Die Normalität ängstigt mich von klein auf. Die Vorstellung eines Tages in jenem Reihenhaus aufzuwachen, wie jeder Durchschnittsbürger, ist für mich eine Horrorvision.

Ich glaube nicht, dass das kleinbürgerliche Idyll alleine mich jemals ganz zufrieden stellen könnte. Ich bin eine Suchende und ich war es schon immer, meine Suche endet nie. Meine Suche nach Weiterentwicklung, nach neuen Wegen, nach Ideen, nach dem tieferen Sinn unseres Daseins, nach weltbewegenden Dingen, nach nach nach allem, was außerhalb dieser kleinen Reihenhauswelt passiert.

Schon mit 8 Jahren erzeugte das Wort Normalität Angst bei mir, zeitgleich faszinierte mich der Wahnsinn. Die Zeit hat diese Angst nie ausgelöscht. sie besteht seit Jahren. Angst davor, in ein gesellschaftliches Korsett gesperrt zu werden, Angst davor in den Strukturen und Rastern dieses Systems unterzugehen, Angst meine Persönlichkeit dort zu verlieren und meine Individualität einzubüßen, bis ich nichts mehr bin als ein austauschbares Rädchen im Getriebe einer scheinbar intakten Gesellschaft bin.

Heute, 10 Jahre später, hat mich der Sozialisationsprozess immer weiter in unsere Gesellschaft eingegliedert und es hört nie auf. Die Freiheit zum gelebten Anders - Sein, schrumpft kontinuierlich. Volljährigkeit bedeutet gesellschaftliche Verpflichtung, bedeutet nicht ungestraft sich aus dem Korsett winden zu können und bald wird das Korsett durch das Wort "Berufsleben" noch enger geschnallt.

Und noch immer habe ich noch kein Schutzschild gegen die Vereinnahmung gefunden, noch immer droht der weiße Gartenzaun mich völlig einzunehmen und mich meiner selbst zu berauben.

Dabei merke ich, dass ich, je mehr ich mich entdecke, ich mich aber auch immer weiter von der Masse entfernen.
Und nun stehe ich vor einer Gesellschaft, für die ich zu funktionieren habe. Vor einer Gesellschaft, die mir nur dann Perspektiven bieten kann, wenn ich in jenes Reihenhaus mit dem kleinbürgerlichen Idyll ziehe. Doch ich möchte nicht, ich möchte psychisch nicht genesen für eine Welt, die mich einsperren will. So fehlt mir der Sinn ebenso wie die Perspektiven. Was mir bleibt ist reine Verweigerung und die Suche... die Suche nach einem Kompromiss mit der Gesellschaft und die Suche nach etwas, für das ICH kämpfen will.

kennt ihr sie manchmal auch, die Angst vor der Normalität. Ich habe hier meine Empfindungen geschrieben, was sind eure?
TwilightSunIch denke, hoffe, dass ein Nebeneinander existiert von Anders-Sein und dem sich anpassen...die Vorstellung von Normalität löst in mir eine Sehnsucht aus...ich finde die Vorstellung schön, ein kleines Haus zu haben, einen Garten inklusive Ehemann und Kindern...es ist eine Normalität, die mir fast schon irreal erscheint. Ich habe mein Leben lang eine solche Normalität vermisst, eine Familienidylle, die all diese klischees beinhaltet. Ich würde gerne zur Ruhe kommen, in einem solchen Leben.
Auf der anderen Seite...ängstigt es mich, ängstigt mich die Vorstellung, in einer solchen Idylle jede Tiefe zu verlieren, dass mein Inneres zu einem solchen Reihenhaus verkommt, dass ich zu einem gesichtslosen Fleck in der Masse werde. Ich habe Angst, dass das der Preis für dieses Leben wäre.

Aber ein Teil von mir hofft, glaubt, dass es möglich ist, beides zu verbinden. Warum sollte es unmöglich sein, gesellschaftskonform und gleichermaßen individuell, anders zu leben? Ist es zwingend, in einem Reihenhaus vor dem Fernseher zu sitzen, Talkshows zu gucken oder mit der Nachbarin über neue Kuchenrezepte zu reden? Kann ich nicht ebenso dieses Leben führen und gleichzeitig mich selbst ausleben, könnte ich nicht auch in diesem Leben die großen Philosophen lesen/Gedichte schreiben/Waldspaziergänge machen...oder einfach denken? Ich habe die Hoffnung, dass eine solche Parallelität existieren kann. Wenn nicht...weiß ich nicht, wie es ginge. Aber ich bin sicher, dass es geht, dass man ein "normales" Leben führen kann, ohne dadurch "normal" zu werden...

Liebe Grüße
Twi
Sanna I.S.P.vor einigen jahren noch, quälte mich der gedanke, ein praktisch vorbestimmtes leben zu führen, in einer gesellschaft, in der ich mehr sklave, als frei denkender wäre - es bereitete mir nicht angst in dem sinne, doch verursachte es bei mir eine arg depressive stimmung.

heute sehe ich das ein wenig anders - es ist für das, was ich vielleicht einmal erreichen möchte, unumgänglich, einen "normalen" beruf zu ergreifen, mich in die gesellschaft einzugliedern, und es stört mich auch keineswegs, denn ich habe erfahren, dass ein mittelweg leicht möglich ist, und ich meine eigenarten, die nicht "normal" sind, und die ich an mir selbst schätze (oft im gegensatz zu anderen), nicht mehr unterdrücken muss, als ich das ohnehin immer gemacht habe.

und es gibt auch hoffnung, wenn man einen blick in die welt wagt, ohne sich gleich wieder abzuwenden ... dort sieht man so viele verschrobene, seltsame, oft auf lustige, oder liebenswürdige weise wahnwitzige irre, dass man erkennen muss, dass auch für einen selbst, immer ein platz sein wird, an dem man sich verwirklichen kann, ohne seinen "normalen" zugewiesenen platz in der gesellschaft aufgeben zu müssen.

niemand kann einen wirklich vereinnahmen, wenn man es nicht zulässt.
Neithan[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]Ich glaube nicht, dass das kleinbürgerliche Idyll alleine mich jemals ganz zufrieden stellen könnte. Ich bin eine Suchende und ich war es schon immer, meine Suche endet nie. Meine Suche nach Weiterentwicklung, nach neuen Wegen, nach Ideen, nach dem tieferen Sinn unseres Daseins, nach weltbewegenden Dingen, nach nach nach allem, was außerhalb dieser kleinen Reihenhauswelt passiert.

Schon mit 8 Jahren erzeugte das Wort Normalität Angst bei mir, zeitgleich faszinierte mich der Wahnsinn. Die Zeit hat diese Angst nie ausgelöscht. sie besteht seit Jahren. Angst davor, in ein gesellschaftliches Korsett gesperrt zu werden, Angst davor in den Strukturen und Rastern dieses Systems unterzugehen, Angst meine Persönlichkeit dort zu verlieren und meine Individualität einzubüßen, bis ich nichts mehr bin als ein austauschbares Rädchen im Getriebe einer scheinbar intakten Gesellschaft bin.
[/B][/QUOTE]
Bei mir ist es genau umgekehrt. Mein ganzes Sein steuert auf genau ein Ziel hin:
Ich und meine Frau (oder Mann, wer weiß), drei bis vier Kinder, zwei bis drei Hunde, ein kleines Häuschen ausserhalb der Stadt, ein geräumiges Auto, drei Wochen Zelten im Sommer und eine Woche in die Hütte nach Dänemark oder Norwegen, fünf Tage die Woche 8 Stunden zur Arbeit (sein wir realistisch), Bausparvertrag, Lebensversicherung, Krebsvorsorgeuntersuchungen, mit 70 in Rente, ...
Ich finde diese Vorstellung himmlisch und sie ist es, die mir jeden Tag meine Energie zum Leben gibt. Erst in dieser Umgebung kann ich wirklich der sein, der ich sein will: Der, der ich bin.
Wärend meiner 8 Stunden Arbeit muss ich die Maskerade der Welt mitspielen um an mein Geld zu kommen aber wärend den restlichen 16 Stunden kann ich voll und ganz der sein, der ich bin: Wenn ich nach hause komme kommen Schlips und Anzug in den Schrank zurück und ich ziehe wieder meine schwarzen Jeans und Rangers an, meine uralten schwarzen Army-Hemden und trage die Haare offen. Dann setz ich mich aufs Sofa zu meinen Liebsten, leg Nightwish oder Blind Guardian ein und lese Salvatore und trinke meine Cola oder meinen Multi.
Für mich ist das das Paradies und ich will nichts anderes.

Mich wärend der 8 Stunden Arbeit zu einem Niemand zu machen, den keiner warnimmt störrt mich nicht im Geringsten. Sie wollen gerne eine Welt in der es keine Beachtung und nichts persöhnliches gibt? Bitte, sollen sie das doch. Ich kann einfach daneben stehen und es mir ansehen. Solange ich nicht versuche sie an ihrem bedeutungslosen Tun zu hindern werden sie mich auch nicht stören. Ich denke mit mehr als 12 Freunden würde ich gar nicht klar kommen und bisher haben mir so vier bis sechs immer vollkommen genügt. Und so schlimm sind 'die Normalen' nun auch nicht. Ich würde sie nicht unbedingt Freunde nennen aber die letzten Jahre in der Schule und jetzt auf meiner Stelle als Zivi komme ich eigentlich mit so ziemlich allen anderen bestens aus. Sie sehen mich nicht immer als gleichgestellt und manchmal auch als eindeutig untergeordnet, aber die meisten tun das trotzdem noch mit Respekt. Was das Fachliche angeht bin ich eigentlich immer eindeutig auf der untersten Stufe, doch als Mensch fühle ich mich vollkommen ernst genommen und respektiert. (Bei den meisten Lehrern gab es praktisch nichts persöhnliches über den Unterricht hinaus und bis auf eine Ausnahme trifft das genannte auf meine Vorgesetzen nicht zu, aber die Kollegen respektieren mich ausnahmslos.)

Vor einiger Zeit ging ich mit meinem Bruder die Straße entlang und ein paar Meter weiter liefen ein haufen Kinder rum (also so 14 bis 18 Jahre :D). Sie trugen Baseball-Caps, die Gürtel in den Kniekehlen, Basketball-Hemden über den T-Shirts, offene Turnschuhe und dicke goldene Ketten um den Hals. Sie latschten gewohnt lässig umher und redeten wohl irgendwelche nichtssagende Scheiße und lachten sie halb tot darüber. Da hab ich echt gedacht, dass es keine Art von Leben gibt, die ich weniger ertragen könnte. Sie erinnerten mich an meine Schulzeit (damals grade mal zwei Monate her) und die ganze Welt, in der ich damals gelebt hatte, oder besser gesagt, neben der ich gelebt habe und die ich mit angesehen habe:
Hip-Hop, Popstars, Kaugummi, Zigaretten, RTL2, Flip-Flops (Badelatschen), Bild-Zeitung, Stern, billiges Bier, bis morgens um sechs in die Disko, Koma-Saufen, Sozialschnorrer (keinesfalls Sozialhilfeempfänger im allgemeinen), Mallorca, Kiffen; rosa, bauchfreie Tops; 3-Tage-Beziehungen (Kennenlernen, ficken, trennen), Schlägereien, Ghetto-Gangs, Britney Spears, Dschungelcamp, FC Bayern, Formel 1, tiefergelegte Opel Cadett, Ey Alda!, Schokorigel klauen, ...
Ich war so unglaublich glücklich, als mir kurz darauf klar wurde, dass es keinen Grund gibt warum ich jemals wieder in diese Welt zurückkehren sollte. :)

Bischen später hab ich dann angefangen mich in der "dunklen Szene" umzugucken und den Kontakt zu den örtlichen Goths zu finden.
Es war allerdings sehr ernüchternd: Die meisten Goths sind genau die gleichen Looser wie diejenigen, vor denen ich damals geflohen bin. Ich hab das so ein oder zwei Monate gemacht, hör jetzt aber auch auf damit. Wenn ich nochmal abends weg gehe bin ich meistens einer der ersten die da sind und gehe dann aber meistens schon so gegen eins wieder. Dann haben die meisten genug intus um einfach nur noch abstoßend zu sein und die Musik wird so schlecht, dass man sie eigentlich nicht mehr ertragen kann. Ich hab nach meiner Schulzeit vor sechs Monaten vieleicht drei gleichaltrige (also 2 bis 4 Jahre älter als ich ;)) getroffen, mit denen man sich vieleicht anfreunden hätte können.
Mein Leben hat wohl so ziemlich genau Anfang des Jahres begonnen. Jetzt gehe ich jeden Tag geduldig zur Arbeit, lass die Cheffs ihre heiße Luft reden und zähle die Tage bis die letzten 6 Monate rum sind und ich umziehe und mein Studium anfange. Schlaucht sicherlich etwas und ist ganz sicher keine erfreuliche Sache aber ich muss nur jeden Tag ein halbes Jahr nach vorne sehen und an das neue Leben denken, dass ich mir dann aufbaue. Mein Häuschen mit Hund-Katze-Kind gehört auch dazu. :)

Ich habe zusätzlich noch das Glück ein ausgezeichnetes Verhälltnis zu meinen Eltern und dem mütterlichen Zweig meiner Familie zu haben und meine Eltern haben es nach langen Jahren nun doch zu einem kleinen aber feinen Wohlstand gebracht und in der Not kann ich mir ihrer Hilfe immer sicher sein.
Ich habe keine Sorgen mehr im Leben. :)
Neithan[QUOTE][i]Original geschrieben von Sanna I.S.P. [/i]
[B]und es gibt auch hoffnung, wenn man einen blick in die welt wagt, ohne sich gleich wieder abzuwenden ... dort sieht man so viele verschrobene, seltsame, oft auf lustige, oder liebenswürdige weise wahnwitzige irre, dass man erkennen muss, dass auch für einen selbst, immer ein platz sein wird, an dem man sich verwirklichen kann, ohne seinen "normalen" zugewiesenen platz in der gesellschaft aufgeben zu müssen.[/B][/QUOTE]
Ich denke nicht, dass ich krank bin, aber definitiv verrückt. :)
overdoseGeregeltes Leben - ok. Nur meine Freiheiten werde ich mir weiterhin gönnen. Und langfristige Pläne gehen eh schief.
NeithanSagen wir so: Sie führen uns nicht da hin, wo wir hin wollten aber das Ziel kann sehr oft noch verdammt viel geiler sein! :D
overdoseDann heißt es ja nicht mehr Plan, sondern Zufall. Und ich lasse die Dinge lieber auf mich zukommen. Mindert die Enttäuschung, wenn was nicht klappt.
NeithanHm, ganz planlos will ich aber nicht...

Könnte nämlich dann sein, dass ich in 50 Jahren immer noch da bin wo ich jetzt bin. Welchen Weg ich genau neme weiß ich noch nicht, aber ich weiß in welche Richtung ich will. ;)
overdoseIch habe das Problem, dass dermaßen viele offene Wege vor mir liegen, dass ich nicht weiß, welchen ich gehen soll. Das ist nichtmal übertrieben. Habe wohl Angst, den falschen zu gehen und nichts mehr rückgängig machen zu können,
Sanna I.S.P.[QUOTE]Ich denke nicht, dass ich krank bin, aber definitiv verrückt.[/QUOTE]
ich meinte auch nicht nur kranke, und völlig gestörte personen, sondern diese alltäglichen querdenker, ob es nun der seltsame maler, oder der durchgeknallte bankangestellte ist.
überall findet man verrückte, leicht verirrte, denen an ihrem dasein nicht als erstes ein symptom von krankheit ins auge sticht.

für (fast) jeden ist irgendwo in dieser welt platz, auch geordnet, in friedlichem mit- und nebeneinander; es ist nicht so, dass jeder, der anders ist, sogleich ins irrenhaus gesperrt wird - da landen meist eh nur die "normalen", die man weg haben möchte :D ;) .
neptunia[QUOTE][i]Original geschrieben von Sanna I.S.P. [/i]
für (fast) jeden ist irgendwo in dieser welt platz, auch geordnet, in friedlichem mit- und nebeneinander; es ist nicht so, dass jeder, der anders ist, sogleich ins irrenhaus gesperrt wird[/QUOTE]

sanna, das sind weise worte ...


im übrigen kann man sich auch sehr gut in der scheinbaren normalität verstecken, damit es nicht so auffällt, wenn man eigentlich doch aus der rolle fällt ... aber tatsächlich wahnsinnig wird man / wurde ich bei einem wahrlich geordneten job. 9 - 5, fünfmal die woche, immer wieder auf's neue, endlos ... und ich mußte ausbrechen. jetzt habe ich ungeordnete arbeitszeiten, verrückte kunden, und jetzt ist es erträglich ... manchmal kann man die wirklichkeit passend hindrehen ... keine angst vor dem morgen, weil man nicht genau weiß, was kommt; nur, daß was kommt. wie ein ewiges kinderüberraschungsei ...
blauchenLiebes Rosenkind,

Deine Worte entsprechen fast wörtlich Gedanken, die ich seit annähernd 20 Jahren habe. Es erfüllt mich mit sympathie zu erfehren, daß es auh andere gibt, diese Gefühle teilen. Ich bin jetzt übrigens 34 und immer noch nicht "vereinnahmt".
atharaUi. uralt-Fred.

[QUOTE]Ein Reihenhaus am Stadtrand, ein blühend grüner Garten und ein weißer Gartenzaun. Ein/e liebevolle/r Ehemann/frau und 2 herzallerliebste Kinder. Dazu noch einen schönen großen Hund. Man hat einen guten Beruf und verdient genug Geld um sich ein bisschen Lusux zu leisten. 2 mal im Jahr gehts in ein beliebsten Urlaubsland. Es herrscht Harmonie und man führt ein geregeltes, geordnetes Leben[/QUOTE]
Diese Vorstellung hatte mich vor mehr als 10 Jahren dermaßen erschreckt und mich letztlich dazu bewogen, mich von meinem damaligen Partner (welcher ein solches Leben anstebte) zu trennen. Heute hat er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern ein solches Leben. Und ich Gott sei dank nicht.
Tapio BearkingWarum Gott-Sei-Dank, wenn ich mal ganz neugierig fragen darf?
MontroseDas sogenannte normale Leben ist voll von Verpflichtungen. Das fängt damit an, dass man ein Haus nicht nur bewohnen kann, sondern es auch putzen muss. Und natürlich kann man mit Verpflichtungen für zwei Kinder nicht mal schnell den Job wechseln, wenn der Chef ein Arsch ist.

Die sogenannte Mittelschicht ackert ständig in der Tretmühle aus angst, nicht das bißchen Wohlstand zu verlieren. Genauso kommt der preußische Untertan zustanden: durch die stinknormale Erpressung durch das Leben.

Andererseits hat die Normalität auch Vorteile, wenn sie denn funktioniert. "Normale" sind weniger anstrengend, man kann ihnen mehr vertrauen. Das war ja mal mein Irrtum. Ich dachte: Lass Dich auf Asis ein, die werden keine Ansprüche an Dich stellen. Das war ein großer Irrtum, denn genau das Gegenteil ist der Fall. Leute, die selbst gesettelt sind, verursachen einem viel weniger Streß.

[QUOTE]Habe wohl Angst, den falschen zu gehen und nichts mehr rückgängig machen zu können,[/QUOTE]Wenn Du gar keinen Weg gehst, hast Du auch nichts davon.

Leute, die solche Sätze schreiben, haben womöglich keine echte Leidenschaft, die sie über die Angst hinwegträgt. Es gibt viele Ziele, und für jedes Ziel gibt es sicherlich jemand, dem das Risiko des Scheiterns die Sache einfach wert ist.
athara[QUOTE]Warum Gott-Sei-Dank, wenn ich mal ganz neugierig fragen darf?[/QUOTE]
Ich weiß gar nicht, ob ich das so recht verständlich beantworten kann. Mich ängstigt(e) einfach die Vorstellung, ein "gesetztes", den gesellschaftlichen Ansprüchen genüge leistendes Leben zu führen.
Ich hatte mal einen Alptraum, in dem ich meine Pantoffeln vor der Tür meines Eigensheims inmitten einer Reihenhaussiedlung stehen sah und bin schweißgebadet aufgewacht.
Sicherlich mag ein gut bürgerliches Leben eine Menge an Vorzügen bieten. Einige dieser Vorzüge möchte ich auch nichts desto trotz für mich gerne in Anspruch nehmen (z.B. ein geregeltes Einkommen). Demgegenüber steht aber auch das Faktum, dass ich mich so für einen langen Zeitraum (wenn nicht des Rest des Lebens) auf eine Lebenweise festlegen müsste. Und meine Biographie hat mir bis jetzt gezeigt, dass es einfach keine Konstanten geben kann, die man längerfristig zu überschauen vermag. Was weiß ich, was noch kommt, was das Leben noch für mich bereit hält? Das können positive wie negative Ereignisse sein, aber allen voran auch solche, die mit einem "gesetzten", festgelegten Leben nonkonform gehen.
Ich weiß, dass ich ganz bestimmte Verbindlichkeiten nicht einhalten kann. Auch mag ich mich einfach nicht freiwillig in das Korsett gesellschaftlicher Anforderungen, Wert- und Moralvorstellungen pressen (es sind eh schon zu viele), wenn es auch anders geht. Und da haben Pantoffeln vor der Tür meines Reihenhauses in der Reihenhaus-Neubausiedlung einfach keinen Platz.
HeiligerGeist[Ohne die andren Posts vorher gelesen zu haben]

Es gibt eine einfache Einstellung, ein einfaches Weltbild, mit dem du selbst das aushälst. Albert Camus, redet in seinem Sisyphos Essay über genau ein solches thema. Sisyphos war ja ein Grieche der gegen die Götter gesündigt hat und in die Unterwelt gekommen ist immer und immer wieder einen großen Stein einen Berg hinauf zu rollen als Strafe, der, wenn er oben ist, wieder herunter. Eine sinnlose Tätigkeit, und das für immer. Wie kann Sisyphos diese Qual überleben? Nun, Camus geht von einer allgemeinen Sinnlosigkeit der ganzen Welt aus, (damit auch dein weißes Reihenhaus). Der Mensch als [B]Sinnsuchendes[/B] Wesen steht mit der sinnlosen und grausamen Welt in Konflikt. Dass er dennoch einen Sinn sucht, ist das Absurde daran. Hat er die Sinnlosigkeit erkannt, wird er zum absurden Menschen.
Aber jetzt wieder zu Sisyphos. Das einzige was Sisyphos machen kann um seine Strafe für ihn erträglich zu machen ist, die Strafe zu verachten und gegen die Götter zu rebellieren (das kannst du mit deinem weißen Zaun auch ;) ). Er befindet sich quasi in der permanenten Revolte und kann sich so selbstverwirklichen und frei sein, da der Stein sein Leben ist und deshalb seine Sache ist. Ein Selbstmord wäre nicht sinnvoll, da er genau so sinnlos ist wie das Leben ansich und der Tod nur das Ende bringt, was vorher als einzigstes im Leben festgelegt war. Würde sich Sisyphos umbringen(oder du), dann hätte der Stein gewonnen, also das sinnlose Leben (bzw. dein Reihenhaus). Ich hoffe mal ich hab das jetzt alles richtig erklärt.

Und als platte Bemerkung sei gesagt: Ich denke, man hat sein Leben schon noch soweit in der Hand um zu entscheiden wie man es denn leben möchte.

lg
Trauerwesenathara:

Ich verstehe dich voll und ganz. Lange Zeit dachte ich, dass solche Dinge automatisch geschehen, wenn man älter wird. Dass ich selbst solch ein Spießer werden würde, die mir seit meiner Teenagerzeit Würgereize bescheren. Und davor hatte ich auch Angst. Bis ich dann irgendwann merkte, dass das nicht sein muss. Ich kenne genügend Leute, die nach wie vor ein "anderes" Leben führen und auch älter werden.
Zum einen sehne ich mich zwar schon nach Sicherheit, einem einigermaßen geregelten Leben, zum anderen aber ist mir meine Freiheit so wichtig. Wie heisst es doch so schön bei Aristoteles: "Wer die Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave." Und Freiheit bedeutet für mich nicht, mich nach der Arbeit um meine Kinder zu kümmern (die mich per se schon zuviel einschränken würden), sonntags Kaffeetrinken mit der Familie und sonstwas. Es würde meinen Wunsch nach Spontanität zu sehr eindämmen.
Ich dachte lange Zeit, solch ein Leben würde mir die innere Ruhe geben, die mir fehlt. Aber dazu brauche ich kein Reihenhaus, es gibt da auch durchaus Kompromisse (bei denen eben auch u.a. ein geregeltes Einkommen mit inbegriffen ist).
HeiligerGeist[QUOTE][i]Original geschrieben von Eremitin [/i]
[B]Also mit solchen gesetzten,geregelten,soliden Menschen bin ich hier in der Nachbarschaft reichlich gesegnet.Das Haus kann gar nicht mehr glänzender sein,der Garten gleicht einem Friedhof,jedes kleine Unkraut eine Katastrophe.Alles perfekt geregelt und abgesichert über den Tod hinaus.NEIN,so möchte ich nicht leben!Auch wenn es für manche erstrebenswert ist.Sicher so ist man gesellschaftlich anerkannt und geschätzt.Aber auch lebendig einbetoniert!Denn solche Menschen lieben keine Abweichungen und entwickeln sich meistens nicht weiter.Für mich ist das kein Leben sondern ein Zustand. [/B][/QUOTE]

Und die Gegenposition? Nehmen wir einmal an, ich würde mir auch so ein Reihenhaus holen, meine 1,3 Kinder haben usw.
Es mag ja meinetwegen schön sein dann deshalb in der Gesellschaft anerkannt zu sein, aber muss ich deshalb auf einem Standpunkt stagnieren? Kann ich nicht trotzdem irrationale verrückte Dinge tun und ein erfülltes Leben haben?
JensemannDie Angst vor Nomalitaet - was immer diese auch bedeutet - resultiert m.E. nach aus selbiger heraus. Man will immer das, was man nicht hat. Ich suggeriere einfach mal das du (Rosenkind) in dieser "Idylle" aufgewachsen bist. Somit hast du alles gesehen und dein Wissensdurst sehnt sich nach neuem; was ja normal als auch verstaendlich ist. Zudem glaube ich auch, dass es eine Frage der individuellen Reife ist. Manche werden nie erwachsen und "sesshaft", andere frueher. Aber auf den Wunsch nach Defiziten bezogen: bei mir z.B. ist es genau andersrum. Ich wuerde alles dafuer geben ein solches Leben zu fuehren das dich so sehr aengstigt, eben weil bei mir niemals feststeht wo ich am naechsten Tag bin oder was ich ich tue. Diese Stabilitaet hat sicher auch viele positive Seiten, allerdings ist sie wohl sehr anfaellig auf Veraenderungen. So eine Vorort-Idylle bricht ziemlich schnell auseinander wenn sie von Menschen gefuehrt wird die nicht zu 100% kooperieren.
Ikaramich schreckt am meisten die fassade ab, die hinter einem gut-bürgerlichen leben zu stehen scheint. die natur ist nicht unkrautfrei, ein haus kann man nie ganz frei von staub, dreck etc halten und von der äußerlich reinen fassade kann man schon mal gar nicht auf die "inneren" zustände schließen. die idylle zu BESITZEN heißt ja nicht dass man das auch so empfindet...

ich muß dazu aber auch sagen dass ich am liebsten irgendwo meinen eigenen berg mit viechern und meiner ruhe hätte. und am liebsten alle 5-7 jahre land wechseln. ein "reihenhäuschen-leben" finde ich sehr einschüchternd. und wenn ich das mal so sagen darf (als jemand der davon nun absolut keine ahnung hat) hätte ich reihenhaus mann auto hund kinder wäre mein leben gefühlt vorbei. dann steck ich bis zum hals drin und fertig.

allein schon die ganzen einschränkungen, die damit einhergehen (irgendwer muß sich ja drum kümmern!) wären nix für mich. aber jedem das seine, ich möchte es nur für mich absolut nicht haben. das problem, das ich grad damit habe ist dass mein partner nun einen job hat der ihn zwingt ein "normales" leben zu führen. und ich als nachtmensch möchte einfach nicht darauf verzichten nachts spaziergänge zu machen oder durchzuratschen oder sonst was. wie das vereinbar sein soll weiß ich nicht.

auf der anderen seite- für meine eltern war halt nicht mehr drin als genau dieses. dafür haben sie drei kiddies gekriegt, was ja schon mal nicht mehr normal ist.
rainravenWas ist schon "spießig" und "geregelt" ? Ich kenne eine Menge "schwarzer" Menschen, die ein "spießigeres, geregelteres" Leben als ihre eigenen Eltern führen und andersrum ist nicht jeder "Normalo" konventionell.
Was überhaupt ist schlimmer, ein in irgendeiner Hinsicht geregeltes Leben führen zu wollen oder eben nur die Fassade eines vobildlichen solchen aufrecht erhalten (zu müssen)?

Ich hatte auch früher schon Zwangsvorstellungen vor meiner Zukunft, die mich mich selbst wie eine Maus in einem Irrgarten links und rechts begrenzt von zwei riesigen hohen Wänden laufen sahen, es ging nur geradeaus, und ich konnte nicht aus. Das war aber wohl auch damit begründet, daß ich in der Tat eine Zeit lang keine Perspektiven sah und überhaupt keine Ahnung hatte, wohin ich mich entwickeln sollte, wollte oder konnte.


Da ich eigentlich schon eine seßhafte, häusliche Person mit allerdings viel Freiheitsdrang bin, wäre meine Idealvorstellung ein großes, aber gemütliches Haus mit Garten und Pool und vielen Tieren und Freunden in Stadtnähe, aber im Grünen, so eine Art Kommune, wo aber jeder sein eigenes Appartment haben kann.

Ich würde nicht arbeiten, zumindest nicht die ganze Woche lang, wenn ich nicht müßte, und würde viel Zeit meinen oder anderen Tieren widmen, meiner Fitneß und Wellness, oft Parties haben oder einfach mit netten Leuten zusammensein und spielen, reden, essen, trinken, Filme gucken...Zwar in einer festen Partnerschaft leben, aber in meinem Herzen guten Gewissens mehrere Lieben tragen können. Allerdings wäre ich bei meinem Partner nicht so tolerant...:) Ja, und da endet meine Fantasie auch schon wieder, denn so ein Verhalten fände ich auch dem Partner gegenüber in der Realität unverschämt, das Versorgen der Tiere oder das Instandhalten des Hauses würde mich überfordern (wie es jetzt schon oft meine Wohnung und die bereits vorhandenen Tiere tun), und da ich aus ethischen und Mißtrauensgründen niemand anderen mit der Pflege und Instandhaltung betrauen möchte, kommt das auch nicht im Frage.
Abgesehen davon HÄTTE ich ganz einfach nicht genug Geld für ein Haus und den ganzen Luxus und keine Freunde, die mit mir in ihrem Alter (wir sind ja alle inzwischen auch so um die 30 and over) noch eine Art Kommune aufziehen wollen, die denken eher an Familie und Heiraten und so...

Doch ich bin ganz zufrieden mit meinem Leben, das in den Augen einiger sicher recht spießig ist (fester Job-zum Glück!, Wohnung mit dem Partner, Freunde, Haustiere, feste Gewohnheiten), jedoch in den Augen Anderer sicher beneidenswert, weil ich doch viele Freiheiten und auch "nonkonforme" Freunde habe, mich oft nicht den Normen unterwerfe, oft tue, was mir gerade gefällt, auch wenn man "das in meinem Alter nicht macht" oder Leute komisch gucken, ich nicht vorhabe, mich einer Familienplanung zu stellen und definitiv "anders" bin als der Nachbar mit den Pantoffeln und dem Reihenhaus. Es ist okay so.

Aber es ist auch okay, alle paar Jahre umzuziehen, Island wochenlang mit dem Zelt zu durchqueren, als Landschaftsarchitekt in einem Bauwagen zu leben und Schamanismus zu praktizieren, mit 30 noch nicht verheiratet zu sein, mit 40 Lehrerin, Rollenspieler und Mittelalterfan zu sein, es ist auch okay, drei Kinder zu haben, Büroangestellte zu sein und dennoch "schwarz", auch vom Aussehen, es ist auch okay, verheiratet zu sein und ein Dominastudio zu haben...was auch immer...alles Leute, die mir begegnet sind, die ihr Leben so einrichten, wie SIE es gerne haben, egal, wessen "Norm" es entspricht. Es liegt ganz alleine an einem selbst, wie man sein Leben gestaltet und wie sehr man dafür Kräfte aufwenden will. Und wie man sieht, erscheinen einem später auch ganz andere Ziele erstrebenswert als früher (siehe diese schokoriegelklauenden Baggypants-Baseballcaps-Kiddies in einem dieser Beiträge hier) und man ist froh, daß man nicht wieder zurück in "diese" Welt muß...:)
Mrs. DoeDiese Angst vor der "Normalität", wie auch immer man sie definieren mag, kenne ich auch noch. Aber heute, nochmal ungefähr 10 Jahre von Rosenkinds "heute" entfernt, muss ich sagen, dass ich mich mittlerweile durchaus beginne, mich nach so einer Normalität zu sehnen.
Weil ich weiß, dass diese Normalität nicht bedeutet, nie mehr unnormal sein zu können. Das ist keine Entweder-Oder-Geschichte. Ich kann mit dem richtigen Menschen an meiner Seite auch ausreißen, aber ich habe einen sicheren Hafen, zu dem ich immer wieder zurückkommen kann. Mich interessiert es nicht, ob in meinem Vorgarten Unkraut wächst. Man muss ja nicht gleich von der absoluten Spießer-Apokalypse ausgehen. Aber ich fände es schön, in manchen Punkten zur Ruhe kommen zu können. Heiraten, Familie gründen, einen Lebensmittelpunkt haben. Das ist für mich Normalität. Erstrebenswerte Normalität.
moreMeine Welt war nie normal. Sie bestand schon immer aus Chaos. Die Kindheit geprägt durch Gewalt, Ablehnung, Armut und Angst. Ich habe mir immer gewünscht "normal" zu sein, ohne zu wissen, dass "die Normalität" nicht existiert.
Ich habe immer nach Halt gesucht. Ich klammere mich stark an Traditionen, die ich von Kind an kenne, damit etwas mich in der Bahn hält. Ich habe keine Angst vor Normalität - ich habe Angst, dass meine Welt im Chaos versinkt. Dabei ist mein Leben in den letzten fünf Jahren sehr normal - ja - spießig geworden. Zur Ruhe habe ich aber bis heute nicht gefunden.

Warum man Angst vor der "Normalität" haben kann, verstehe ich aber trotzdem. Im Endeffekt geht es doch immer nur darum sein Gleichgewicht zu halten.
KampfsauIch weiß nicht, Konformität kann ein Zwang sein.


Aber meint ihr nicht, dass sich viele die Non-konformität zum Zwang machen?Hauptsache anders, egal wie .

Ich verstehe denn Drang nach Abwechslung und Abenteuer ja selbst. Immerhin bin ich auch nicht wirklich alt.

Ich selber bin ja eher wohlbehütet aufgewachsen. Die Eltern waren da, wenn man Sie brauchte, weil Sie eben nicht ihr eigenes Interesse vor uns gestellt haben.

Ich denke mal eine Jugend in geordneten Verhältnissen, die festigt einen auch später.Wenn man finanziell abgesichert aufwuchs und beide Eltern ein gutes Verhältnis zu sich und den Kindern hatten.

All das was einem so normal erscheint, gibt einem oft Stärke.

Ich will hier aber nichts verallgemeinern. Ich kenne nur viele Leute mit mangelnder psychischer stabilität, Minderwertigkeitskomplexen und schwachen Selbstbewusstsein, bei denen das oft auf solche Dinge zurückzuführen ist.

Ich selber würde nicht sagen, man ist konform sobald man ein Haus, einen sicheren Job, eine feste Beziehung/Ehe und Kinder hat.

Das alleine ist doch viel zu wenig aus, um einen einzuschränken.Es sagt nicht in welchem Haus man wohnt, was man für einen Partner hat, wo man arbeitet und wie man seine Kinder denn nun erzieht.

Also ich hab erstmal 2 Ziele, einen guten Job und die eigenen 4 Wände.

Das hat nichts mit Komformität zu tun. Sondern mit Sicherheit.

Es ist eben nicht wie in den Filmen, man kann nicht ewig das Abenteuer leben.

Für mich geht das z.B. nur in jungen Jahren, also den 20ern vielleicht 30ern.


Besitz bindet zwar aber wenn man die Stärke und Flexibilität seiner Jugend verliert und nichts handfestes erreicht hat, dann geht man so ziemlich unter.

Außerdem kann man ja trotzdem sein Haus verkaufen oder sich einen anderen Job suchen, wenn einem das eigene Leben nicht gefällt.

Diese Diskussion könnte man ja auf viel mehr Dinge als nur oberflächliche Wie Haus, Auto Job usw ausweite.

Ich meine viele hier scheinen Angst davor zu haben, etwas zu besitzen, bzw daran gebunden zu sein.

Einige haben auch Kinder dazu gezählt.

Aber wie weit kann man das ausweiten, gilt das für alle zwischenbeziehungen, auch für den Freund, der erwartet, dass man sich an gemeinsame Termine hält?

Man muss sich vor Augen behalten, Freiheit bezahlt man mit Unsicherheit ,Mangel und ....... Einsamkeit.

Selbst wer frei von Sünde ist, hat einen Mangel an Erfahrungen.
~arcaneNebula~*mal wieder zu faul war um mir alle anderen Beiräge durchzulesen*:D

Natürlich stellt sich zuallerst mal die Frage:Was ist überhaupt normal? Ist es nicht für jeden etwas anderes? Na gut, vielleicht sind wir uns insofern einig, das Normalität irgendwas mit gutbürgerlichem Leben, schöner,geplegter Garten und perfekte äußere Fassade(feste Arbeitsstelle, immer freundlich,nie Streit mit anderen Familienmitgliedern etc.) zu tun haben muss...
Ich definiere normal sein folgendermaßen: Gesunde Psyche, festes finanzielles Einkommen, immer schön freundlich sein und grüßen, bloß nicht mal laut werden in der Öffentlichkeit, es nicht mal wagen mit einem Fleck auf der Kleidung herumzulaufen,genug,viele(meist oberflächliche) Freunde zu haben..
um nur einiges zu nennen..

Für mich ist Normalität schlichtweg öde..
Ich will nicht normal sein und werde es auch nie sein..
das war schon immer so..ich fühlte mich schon als kleines Kind anders als die anderen,war immer Außenseiterin und hatte-wenn überhaupt-nur Freunde die auch irgendwie einen an der Waffel hatten*lach*. Und dabei wuchs ich in einer "normalen"Familie und Umgebung auf..
Ich wollte,als ich klein war immer so sein wie die anderen..bis ich merkte dass das Anders-sein auch seine Vorteile hat..
ist es nicht schwach sich an anderen zu orientieren? Ich finde schon. Sich zu verstellen nur um überhaupt Freunde zu haben? Ich finde schon. Es ist armselig.
Vor allem die Macken an einer Person sind es doch die sie erst liebenswert machen..wie öde ist es denn bitte jemand dauerlächelndes und immerfreundliches vor sich zu haben?
Jeder, der seinen eigenen Weg geht ist eine starke Persönlichkeit und tausendmal interessanter für mich als der Durchschnittsmensch.
Verzeiht mir,wenn ich etwas vom Thema abgekommen bin..

~Nebula~
rainraven@ Nebula:

Dieses "Phänomen" habe ich auch bei mir beobachten können.
Ich stamme auch aus einer heilen, normalen Familie und schon im Kindergarten war ich die Einzige, die Scheußliches fazinierte, während andere Kinder mit Puppen spielten, mußten es bei mir seit ich drei Jahre alt war, Dinosaurier, Drachen und Monster sein. Spielten andere Kinder Räuber und Gendarm oder Vater-Mutter-Kind, spielte ich ein personifiziertes Flugzeug, dessen bester Freund ein Auto war (! welch Fantasie!) oder befand ich mich im Spiel in Cyberwelten (nur nannte man die damals in den End-Siebzigern nicht so) und half imaginären Roboterfreunden aus der Klemme. (Kein Wunder, daß ich heute Cybergoth bin... :D )
Später wurde mir aus irgendeinem Grund schon früh klar, daß Kinderfilme mit ihren Happy-Ends verlogen und Schein waren und im richtigen Leben nicht (immer) das Gute gewinnt. So waren in meinen Spielen auch stets die Bösen, die Attraktiveren, die Klügeren und die Gewinner, was ich mit gerdezu frühreifem Zynismus kommentierte.

Mein erster richtiger Schwarm war keine "Boygroup" (oder ein Äquivalent dessen, denn das Phänomen "Boygroup" kam erst später auf), sondern Horror-Rocker Alice Cooper, damals fragte sich meine Mutter angesichts dessen noch, was sie in ihrer Erziehung falsch gemacht hätte...und dann wurde ich erst mal Metalfan :) - Einer von dreien an einem 800-Leute-Gymnasium für ehemals Kinder von "besseren" Leuten.

Und schon immer hatte ich diesen Drang, "anders" sein zu wollen, weil "normal" doch alle sind und es langweilig ist. Noch heute widerstrebt es mir, eine Meinung oder eine Tatsache kommentarlos als gegeben anzunehmen, bloß, weil alle das tun; ich muß sie erst mal mißtrauisch hinterfragen und "dagegen" sein, auch wenn ich später zustimme.


Insofern habe ich mich auch stets "von der Norm abgegrenzt". Aber dabei habe ich mich vermutlich wieder anderen, ebenso existenten, nur mir mehr zusagenden, "Normen" unterworfen. :)
solipsismus@Kampfsau
Ich kann deinem Beitrag zustimmen. Besonders hier auf dem Board entsteht öfter der Eindruck, dass Nonkonformität [i]das[/i] Lebenselixier ist, obwohl die wenigsten zunächst überdenken, was denn Konformität bedeuten soll.
Cagliostro"Ein Reihenhaus am Stadtrand, ein blühend grüner Garten und ein weißer Gartenzaun. Ein/e liebevolle/r Ehemann/frau und 2 herzallerliebste Kinder. Dazu noch einen schönen großen Hund. Man hat einen guten Beruf und verdient genug Geld um sich ein bisschen Lusux zu leisten. 2 mal im Jahr gehts in ein beliebsten Urlaubsland. Es herrscht Harmonie und man führt ein geregeltes, geordnetes Leben"


...alles ist relativ.

In München oder Berlin würde mir diese Vorstellung Panik aller Art verursachen....

In Cham oder Zwiesel schon wieder nicht.
Aber eigentlich habe ich damit fast schon aus dem Nähkästchen geplaudert, in Punkto Lebensqualität....
KampfsauNun, ich hab mir nochmal den Einführungssatz angehört.

Irgendwie klingt doch alles daran gut.

Ein liebevoller Ehepartner: Ich frage mich, wer sich das denn nicht wünscht?

Vielleicht Menschen, die mit Partnerschaften nichts anfangen können.


[QUOTE] 2 herzallerliebste Kinder. [/QUOTE]

Das ist auch so eine Sache, eigentlich hätte außer Kinderhasser auch jeder gerne ein paar Kinder, die gesund sind, nicht in irgendwelche Förderschulen müssen und auch keine Drogen nehmen oder auf den Straßenstrich gehen, wenn Sie nicht gerade alte Menschen quälen.

[QUOTE]. Dazu noch einen schönen großen Hund.[/QUOTE]

Das ist auch so eine Sache, entweder man will einen oder man will keinen. Ich selber will keinen, hätte aber auch nichts dagegen, wenn dann Frau und Kinder darauf bestehen. Ich denke das ist eher optional als vorgeschrieben.



[QUOTE] Man hat einen guten Beruf und verdient genug Geld um sich ein bisschen Lusux zu leisten. 2 mal im Jahr gehts in ein beliebsten Urlaubsland.[/QUOTE]

Nun, das ist doch eine Sache, die sich ebenfalls die meisten wünschen, eine geregelte 40 bzw 35 Stundenwoche bei IG Metall, Luxus und Urlaubsreisen.

Ich weiß nicht wer jetzt lieber in einem 50-60 Stunden Knochenjob mit unter 1000 Euro netto nach Hause geschickt werden will.

Diese Normalität, dass ist im Grunde der Traum des Bevölkerungsdurchschnitts. Alles was diese Menschen sich wünschen und nachdem sie streben.

Ich sehe darin nichts Schlechtes, ich kann es nachvollziehen.

Ich denke mal, hier in Deutschland ist auch niemand gezwungen so zu leben, es gibt immer andere Orte, an der man seiner Lebensweise besser nachgehen kann.

Ich kann mir jetzt konkret nur einen Grund vorstellen, warum man vor diesem Idyll Angst hat.

Nämlich davor, nach nichts mehr streben zu können. Dadurch würde man letzten Endes keine Sorgen und Probleme mehr hat, da ja alles geregelt ist, hat man keine Angst mehr im Leben.

Viele Menschen wären froh, im Leben keine Angst mehr zu haben.

Der Mensch ist ja so eine vergessliche Kreatur. Man nimmt Dinge zu schnell als gegeben an. Deswegen langweilen sie einen und man schätzt sie nicht mehr.
Erst durch die Vergänglichkeit erlangen Dinge für die Menschen ihren Wert.

Und erst wenn alles so richtig schief geht, läuft man zu Hochtouren auf.Im zweiten Weltkrieg sind viele Menschen gestorben und es gab unbeschreibliches Elend. Andererseits würde ich auch sagen, dass in dieser Zeit, die Bevölkerung körperlich und mental stärker gefordert war. Die Wissenschaft lief zu Hochtouren auf, es wurden viele neue Erfindungen gemacht, die Menschen waren körperlich fitter, da Sie dies für den Krieg einfach sein mussten, wenn Sie überleben wollten.

Darum geht es eben, in diesem Vorstadtidyll würde man seinen Biss verlieren, so wie ein Tiger der jede Nacht auf der Jagd war, zu einem krallenlosen Schmusekätzchen mutieren würde.

Zumindest denken das wohl viele, dass Sie zu einer langweiligen, trägen Person werden würden, an der nichts Besonderes mehr ausgeprägt ist.

Naja, ich denke so, dass man sich doch auch selber Ziele setzen kann, im Job, in der Beziehung, in der Freizeit, bei der Kindererziehung.

Ich denke mal in diesem Thread geht es im Grunde weniger darum, wie spießig das Vorstadtidyll ist, sondern eher darum, wie man die eigene Entwicklung immer weiter voranschreiten kann.

Bewegung und Veränderung, für mich ist sowas wichtig, Veränderung unterscheidet uns von Steinen.

Darum mag ich z.B. Autofahren, ich glaube mir würde es z.B. Spaß machen, Fahrer eines Busses eines Reiseunternehmens zu sein. Jetzt nicht direkt die Übermüdung beim Fahren aber einfach das Gefühl, man kommt voran, das man in Bewegung ist. Ich fänds auch nicht so schlimm, im Regionalverkehr zu fahren, Städte und Straßen verändern sich ja auch permanent.

Aber da man dort recht wenig verdient und es davon recht viele gibt, suche ich mir lieber einen anderen Job.
Außerdem gibt es ja auch Staus und das ist wieder Stillstand^^

Darum hasse ich Fabrikarbeit, man macht immer das selber aber egal wie hart man Arbeitet, man muss immer und immer weiter machen, da immer wieder neue Aufträge und man hat gar nicht das Gefühl, dass irgendetwas was man tut, eine Bedeutung hätte, außer dass man nachher etwas Geld auf dem Konto hat.

Ich meine so könnte man die Sache doch auch bei dieser Norm ansehen. Haus,die eine Frau, die Kinder der 8 Stundenjob. Was kommt danach?

Macht man das bist zur Rente, die nächsten 20-30 Jahre? Das ist schon ein schrecklicher, Angsteinflößender Gedanke.

Mir macht dieser Gedanke nur keine Angst, weil ich weiß, dass es Blödsinn ist, dass sich nichts mehr ändert. Ehen können Entwicklungsphasen durchgehen, hoffentlich zum Besseren. Die Kinder wachsen auch jeden Tag heran, suchen ihren Platz im Leben. Im Beruf kann man sich auch spezialisieren, Befördert werden, neue Kollegen kennen lernen und neue Aufgaben übernehmen.

Also es ist nicht unbedingt das Hamsterlaufrad, dass man sich darunter vorstellt.Im Prinzip lässt sich fast jedes Leben in ein paar Sätzen zusammenfassen, Trotzdem wäre es nicht annäherend so trivial, wie es der Bezeichnung oder Vorstellung nach klingt.
Desenganoich denke auch, dass beruf nicht alles ist. wenn man einen geregelten (langweiligen) 8stunden beruf hat, kann man wunderbar hobbies pflegen, die einem selbstbestätigung geben.
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B][I]Ein Reihenhaus am Stadtrand, ein blühend grüner Garten und ein weißer Gartenzaun. Ein/e liebevolle/r Ehemann/frau und 2 herzallerliebste Kinder. Dazu noch einen schönen großen Hund. Man hat einen guten Beruf und verdient genug Geld um sich ein bisschen Lusux zu leisten. 2 mal im Jahr gehts in ein beliebsten Urlaubsland. Es herrscht Harmonie und man führt ein geregeltes, geordnetes Leben[/I]
[...]
Wenn es etwas gibt, was mir von Kindesbeinen an Angst bereitet, dann ist es irgendwann ein massenkonformes, standarisiertes Leben zu führen. Dann ist es, irgendwann in einem Leben aufzuwachen, dass scheinbar perfekt wirkt und dem typischen Gesellschaftsbild entspricht.

Die Normalität ängstigt mich von klein auf. Die Vorstellung eines Tages in jenem Reihenhaus aufzuwachen, wie jeder Durchschnittsbürger, ist für mich eine Horrorvision.[/B][/QUOTE]
Ich sehe keinen Grund vor einem derartigen "Aufwachen" Angst zu haben. Aus dem einfachen Grund daß, wenn man diesen Zustand nicht als Wunschziel vor Augen hat man Reihenhaus, Garten, beruflichen Erfolg, Luxus sowie geordnetes Leben ziemlich sicher nicht "erreichen" wird.

Das sind ja alles Dinge (liebevollen Ehepartner evtl. mal ausgeklammert), die nun mal nicht vom Himmel fallen, es seie denn man wird durch außergewöhnlich wohlhabende bzw. einflußreiche Vorfahren quasi hineingeboren, selbst dann ist ein Ausbrechen möglich.

Noch eine Anmerkung: Der Durchschnittsbürger wird nie am Stadtrand wohnen. Viele wollen am Stadtrand wohnen, bauen dort ein Häusle und ziehen hin. Einige Jahre später sind wieder soviel mehr an den Stadtrand gezogen daß der Rand dann weiter nach außen wandert und die ehemaligen Stadträndler wieder im Inneren eines größeren Wohngebietes wohnen. Kann sein daß die Streichung der Eigenheimzulage das krebsgeschwürartige Wachstum derartiger Wohnsiedlungen etwas gedämpft hat. Besonders makaber ist die Lage in einigen (ostdeutschen) Großstädten mit schrumpfender Einwohnerzahl, wo eine regelrechte Aushöhlung der Städte im Inneren stattfindet während am Rande die Natur der Stadtausbreitung weichen mußte.

[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]Und noch immer habe ich noch kein Schutzschild gegen die Vereinnahmung gefunden, noch immer droht der weiße Gartenzaun mich völlig einzunehmen und mich meiner selbst zu berauben.[/B][/QUOTE]
Das mit dem Zaun ist sicher eine Frage der Sichtweise. Man kann auch den eingezäunten Garten als Oase der Freiheit betrachten, innerhalb derer man ein Stückchen Land hat wo einem nicht andere zu sagen haben was man dort tut, wo nicht jeder darin herumtrampeln kann, wo man sich hinter Hecken oder unter Bäumen zurückziehen kann wenn der Garten nicht so winzig ist wie bei den heutigen Standardbaugrundstücken (besonders schön mitunter sind alte Bauerngärten).

Da ich seit einigen Jahren einen Kleingarten habe kann ich auch mitnichten behaupten daß der Wunsch nach einem Garten Normalität und Zeitgeist bedeutet, im Gegenteil der allergrößte Teil der Gartenbesitzer ist in einem Alter jenseits der 50.

[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B] Was mir bleibt ist reine Verweigerung und die Suche... die Suche nach einem Kompromiss mit der Gesellschaft und die Suche nach etwas, für das ICH kämpfen will. [/B][/QUOTE]
Ich kann nur jedem wünschen etwas zu finden wofür er/sie mit viel Engagement kämpfen will, so etwas kann einem unabhängig von gesellschaftlichen Normen und Erwerbsarbeit Erfüllung geben. Sei es nun offiziell ehrenamtlich, völlig auf eigene Faust oder daß man zuerst Gleichgesinnte gewinnt.
Momentan ist es bei mir eher so daß ich zuviel habe für das ich kämpfen möchte und es gar nicht alles schaffe. Frei nach dem Motto der Tag könnte 36 Stunden haben und trotzdem kein Platz für Langeweile, auch ohne Fernseher. Etwas beklemmend wirkt es auf mich an vielen Stellen zu sehen/hören/lesen daß Leute, vor allem aber nicht nur jüngeren Alters, nicht wissen was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i]
[B]Nun, das ist doch eine Sache, die sich ebenfalls die meisten wünschen, eine geregelte 40 bzw 35 Stundenwoche bei IG Metall, Luxus und Urlaubsreisen.

Ich weiß nicht wer jetzt lieber in einem 50-60 Stunden Knochenjob mit unter 1000 Euro netto nach Hause geschickt werden will.[/B][/QUOTE]
Letzteres ist sicher für kaum einen erstrebenswert, und doch kenne ich Leute die ziehen den "Ausputzjob" einer Arbeitslosigkeit vor, obwohl ihnen sogar bewußt ist daß sie sich durch Mißachtung von Arbeitsschutzvorschriften im Unternehmen die Gesundheit ruinieren.

Es gibt allerdings noch Ziele abseits der beiden oben genannten, als Beispiele hier mal:
- Selbständigkeit (von einigen mit Selbstverwirklichung verbunden)
- Karriere zum Topmanager (unterstelle ich dem Durchschnitt aller Wiwi-Studenten :) )
- Profisportler (vor allem im Schulalter)
- Halbtagsstelle deren Verdienst zum Leben ohne großen Luxus ausreicht und die noch nebenbei Freiraum läßt für viele Dinge die man für wichtig und wertvoll hält.

Letzteres betrachte ich für meine Zwecke in gewisser Weise als ideal, irgendwo ist klar daß es ganz ohne Arbeit nicht geht aber das wertvollste was wir haben ist im Grunde genommen die Zeit, welche wirklich begrenzt ist und welche ich für zu wertvoll halte um sie tagein, tagaus dem Rennen nach Geld und Karriere zu opfern.

Viele träumen davon im Ruhestand finanziell ausgepolstert die Zeit genießen zu können, nicht wenige rennen sich auf dem Weg dahin kaputt.
Am Ende hängt die eigene Entwicklung stark davon ab, was man sich für Prioritäten setzt und was man in seinem Leben mitnehmen oder bewirken möchte.

Schattengrüße
Stonehenge
rosenkindoh je, was habt ihr denn da wieder aus der Versenkung geholt? Inzwischen sind 4 Jahre ins Land gegangen und alles längst nicht mehr aktuell.
rainravenUnd? Wie ist Deine Ansicht zur Angst vor Normalität heute? Würde mich interessieren...
rosenkindIch habe keine Angst mehr, da ich grob gesagt heute sehe, dass ich mein Leben gestalte und mir durchaus meinen Nischenplatz suchen kann. Aber ich möchte das hier nicht vertiefen.

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