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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Lähmend Lethargische Lebensgeschichte
similis[SIZE=1]...lechzend lungernde Leguane lenken lakonisch lachend lustige lilane Lieferwagen... :D[/SIZE]


Hallooo Nachtwelten.
Da das hier mein erster Post ist, gehört er vielleicht ins Foyer. Aber Foyer klingt nicht wie Platz zum Rat suchen. Gut, "DIES und DAS" auch nicht. Aber ich weiß nicht was "DIES und DAS" für eine Atmosphäre haben sollte. Aber ein Foyer sollte warm und flauschig und freundlich und nett und frei von sich selbst bemitleidenden Exzentrikern sein. Deswegen kommt das jetzt hier hin und falls das ein Fehler ist lasse ich mir gerne auf die Finger hauen. ;)


Ich tauche direkt ein...


Mich plagt die romantische Vorstellung des Rebellendarseins und die Furcht, dass meine Selbstachtung auf der Strecke bleibt, gäbe ich mich einem normalen (Was auch immer das sein mag) Leben hin und damit eben diesen Status auf.
Um keine Misverständnisse aufkommen zu lassen - Mantel und Mascara liegen hinter mir, seit ich merkte dass äußerliche individualisierung nicht hilft um meinen vermeintlich "eigenen Kopf" zu stützen. (Es soll sich niemand auf mich stürzen, ich spreche hier nur für mich. Gossick war für mich ein Werkzeug nach außen anders zu sein. Wer andere Gründe hat, um so schöner :))

Also - Ich habe paralysierende Angst vor einem "9 to 5 job". Angst, als Konformist zu enden. Da ich zarte 19 bin und mit einem Realschulabschluss dastehe ist es jedoch wohl langsam Zeit den bürgerlichen Weg zu gehen und meine Zukunft auf ökonomisch aussichtsreichere Gleisen als ALG II zu hieven. Das sagt mir zumindest meine Umwelt - und nicht zu knapp.

Aber [b]ich kann mich nicht motivieren.[/b]


Parallelen dazu findet man in meiner Schullaufbahn, da ich ab der dritten Klasse ein solider Schwänzer war, weil es einfach Dinge gab die mir wichtiger waren. Wie, zum Beispiel, alles außer Schule. Ich bin der "wir wissen du kannst... DAS GANZE POTENTIAL!"-Typ aus der hintersten Ecke des Klassenraums -- aber das führt jetzt zu weit und ich will die Aufmerksamkeit derer die es bis hier hin geschafft haben nicht verspielen.



Ich kann mich nicht motivieren. Ums Verrecken nicht. Ich bin firm mit Computern(Und mit "firm" meine ich enthusiastisch und mit "enthusiastisch" meine ich Generation-Y-Kann-Sich-Nicht-Vorstellen-Wie-Alte-Menschen-Früher-Spaß-Hatten-Computernerd), spreche fließend Englisch, bin gut mit Menschen, tierlieb, kinderlieb, kann kochen und auch gut anpacken und wie mir die dicke Frau beim Arbeitsamt - [SIZE=1]welcher ich Smalltalk und gespieltes Interesse genau in Dosen groß genug vorheuchle, dass die Zeit des Routinegesprächs sich immer geraaaaade dem Ende neigt bevor sie mich in eine Maßnahme stecken kann [/SIZE]- versichert, habe ich alle Chancen auf der Welt. "Sie können doch alles werden! Sogar Abitur nachmachen! Pilot, Programmierer - WAS-SIE-WOLLEN!!!"

Und ich glaube, ich kann. Nur... was will ich denn? Ich kann mich selbst nicht dazu bringen etwas zu tun wohinter ich nicht zu 100% stehe. Ich kann diese überwältigende Lethargie nicht einmal in Worte fassen weil es für mich etwas so selbstverständliches ist, dass ich nur noch den Rahmen erkenne, aber nicht die Textur.

Prinzipiell habe ich auch... "Motivation": Geld. "Freiheit auf Papier".
Nur habe ich bereits mehrmals die Erfahrung gemacht, dass arbeiten in einem Beruf den ich theoretisch nicht auch umsonst machen würde den Preis für diese "Freiheit" nicht wert ist. Ich halte es einfach nicht aus. Zuerst rede ich mir latent ein wie grausam Job XY ist und dann nimmt die Psychosomatik ihren Lauf und ich leide konsequent so lange unter Fieber dass dem Arbeitgeber nichts bleibt als mich rauszuschmeißen.

Auf soziale Stigmata "Arbeitslos" könnte ich auch verzichten - Doch da überwiegt der Trotz mich nicht von sowas treiben zu lassen. Wenn, dann soll mein Motiv rein sein. (Seufz)



What's my point, anyway... Ehrlich gesagt hoffe ich nur auf ein paar weise Worte von ein paar weisen Menschen. Ich weiß nicht wie ich von hier an weiterkomme. Es ist als stünde ich vor einer Mauer.




Addendum: Ich rede mir die Gesellschaft nicht schöner als sie ist. Ich bin mir sicher dass der Großteil der User früher oder später oder auch zu diesem Zeitpunkt einen Beruf ausüben der sie gnadenlos ankotzt... Und so wenig ich das auch nachvollziehen kann, meinen Respekt haben sie und ich hoffe niemand denkt, dass ich versuche mit meinem postpubertären Kopfgekasper zu trivialisieren wie sich andere durch den Alltag kämpfen.

++Puh. Ich habe schon lange vergessen wie der Text angefangen hat und fürchte, dass wenn Ich nachlese, alles impulsiv wieder lösche. Das was ich hier in Worte gefasst habe belastet mich sehr. Ich weiß auch nicht ob ich den Knoten in meinem Kopf in verständlicher Form zu (e)Papier bringen konnte - und wenn nicht - einfach etwas sagen, dann editiere ich rum oder erläutere.



Danke im Voraus für eventuelle Antworten und ich hoffe sehr ein akzeptables Subforum gefunden zu haben, falls nicht: Schieben :)

Liebe Grüße,

similis
solipsismusHey,

verstehe ich das richtig, dass du bis jetzt keine Profession gefunden hast, die dir die Mühe wert scheint? (eine neutrale Frage, kein Vorwurf)
Ich weiß, dass ich an deiner Stelle wahrscheinlich Zeit gewinnen würde, indem ich das Abitur nachhole :D in der Hoffnung, dass ich auf wundersame Weise eine Eingebung erhalte, was ich denn gerne eines Tages tun würde.
Ein Jahr "frei", in dem du soziales/ökonomisches/politisches Jahr bzw. Europäischen Freiwilligendienst machst, möchtest du nicht, oder?

Erst einmal so viel, ehe ich noch mehr Fragen stelle...

Gruß
Sol
StonehengeSchonmal überlegt, einer Hofgemeinschaft mit weitgehender Selbstversorgung beizutreten? Kochen und anpacken können klingt da erstmal nicht ganz ungeeignet.
Wäre für mich vermutlich der Versuch der Wahl, wenn ich mal irgendwann überhaupt keine Arbeit mehr finden würde die mich gleichzeitig einigermaßen ausfüllt und von der ich auch leben könnte...

(falls Du Dich jetzt fragt wo man soetwas finden kann, im Bioladen liegt immer so ne Zeitung rum (Schrot&Korn), da sind mir schon abundzu entsprechende Anzeigen ins Auge gestochen).

Abitur eröffnet wiederum beispielsweise je nach Interessenlage manchmal die Möglichkeit ein Fach zu studieren welches einen besonders interessiert, vielleicht wäre das ein Motivationsanreiz.

Schattengrüße
Stonehenge
similis[QUOTE][i]Original geschrieben von solipsismus [/i]
[B]Hey,

verstehe ich das richtig, dass du bis jetzt keine Profession gefunden hast, die dir die Mühe wert scheint? (eine neutrale Frage, kein Vorwurf)
Ich weiß, dass ich an deiner Stelle wahrscheinlich Zeit gewinnen würde, indem ich das Abitur nachhole :D in der Hoffnung, dass ich auf wundersame Weise eine Eingebung erhalte, was ich denn gerne eines Tages tun würde.
Ein Jahr "frei", in dem du soziales/ökonomisches/politisches Jahr bzw. Europäischen Freiwilligendienst machst, möchtest du nicht, oder?

Erst einmal so viel, ehe ich noch mehr Fragen stelle...

Gruß
Sol [/B][/QUOTE]
Das ist richtig so. Ich habe meine 'Passion' noch nicht gefunden. Es gibt zwar Dinge in denen ich gut bin und die ich privat gerne mache, aber es ist nochmal etwas anderes da eine erstrebenswerte Berufsperspektive draus zu formen.

Ich habe schon ein FSJ gemacht um die Zeit totzuschlagen - und dabei zwar wundervolle Erfahrungen mit hilfsbedürftigen Kindern machen dürfen - but it's not for me.


Danke dir, und zöger nicht mit Fragen!


---


[QUOTE][i]Original geschrieben von Stonehenge [/i]
[B]Schonmal überlegt, einer Hofgemeinschaft mit weitgehender Selbstversorgung beizutreten? Kochen und anpacken können klingt da erstmal nicht ganz ungeeignet.
--snip--
Abitur eröffnet wiederum beispielsweise je nach Interessenlage manchmal die Möglichkeit ein Fach zu studieren welches einen besonders interessiert, vielleicht wäre das ein Motivationsanreiz.

Schattengrüße
Stonehenge [/B][/QUOTE]

Hofgemeinschaft... das klingt wirklich interessant. Dazu schau ich mir definitiv mal was an, danke dir!


Und zum Abitur...hm... Ich trage meine seltsame Mentalität ja nicht erst seit gestern mit mir herum. Seit (s.o.) der dritten Klasse wurde mir von meinem Vater äußerst unmisverständlich klar gemacht dass er unsagbar enttäuscht wäre, würde ich mein Abitur nicht machen. Das ganze lief dann so dass mein Zeugnis der vierten Klasse zu schlecht fürs Gymnasium war, ich aber trotzdem angenommen wurde. Dort war ich dann leider etwas zu passiv um nicht gemobbt zu werden und bin desöfteren einfach nicht hin. So landete ich dann auf der Realschule (aus Scham das Jahr nicht geschafft zu haben - hätte auch wiederholen können). Dann dasselbe Spiel -> Hauptschule. Von Schulform zu Schulform ist meine Motivation mitgesunken, weil jede Instituion ein unsympathischerer Ort war, als die zuvor. Die Menge an Mobbing und Schlägen stieg auch mit jedem Schulwechsel.
Nichtsdestotrotz - das hat mich alles zu einer stärkeren Person gemacht und ich beklage mich nicht. Ich denke das alles war nötig um mich dazu zu bringen mehr aus mir raus zu gehen. Zu sagen, wenn mir etwas stinkt. Nichts gefallen lassen, etc.


Uhoh, abgeschweift.. :)
Ich will eigentlich nur verdeutlichen, dass ich kurzfristige Ziele brauche weil ich sonst den Fokus verliere. Und mir in der dritten Klasse zu sagen dass man sich auf mein Abitur freut.

Ich traue mich jetzt nicht mehr so richtig Abitur zu versuchen weil ich von meiner miserablen Haltung durch die Schullaufbahn hindurch beschämt bin und garnicht drüber nachdenken möchte was eine Wiederholung für mein Ego tut.




Ich würde meine Mentalität am liebstern ändern, statt alles andere um mich herum.
...Wäre es im Zuge dessen eine vernünftige Idee einen Psychiater aufzusuchen?



lg,
similis
CabalWenn du die Weiterbildung in einem Abitur wünschst, bleibt dir nichts anderes übrig allen Risiken, Befürchtungen und Gefahren zum trotz es einfach zu versuchen. In jedem anderem Beruf verhält es sich ähnlich. Wünschst du, etwas zu tun, gibst du zwangsläufig etwas anderes dafür auf. Alles in allem ist das nur ein Kampf gegen die Gefühle. Dein "Dauerfieber" interpretiere ich so, dass du diesem Kampf einfach unterlegen warst bzw. das Gefühl des Freiheitsverlustes dich übermannte. In diesem Augenblick sind krankhafte Symtpome etwas ganz natürliches, wenn man das Gefühl hat etwas vollkommen Falsches und Eigenschädigendes zu tun.

MfG
Cabal
belladonnaAlso ein Psychiater muß es wohl nicht gerade sein. Wäre in deinem Fall wohl eher mit Kanonen auf Spatzen schießen ;)

Du sollst Dich nur einfach mal von dem Muster frei machen, daß egal was Du anfängst Du am Ende sowieso nur eine Entäuschung (für deinen Vater) bist. Kurz - Dich mal mit Deinen Versagensängsten auseinandersetzen.
Daß du dich offensichtlich schon recht selbstkritisch mit dir auseinandersetzt ist doch schon mal ein guter Anfang :) Aber laß das nicht in ein "dich selbst runtermachen" ausarten! Besser solltest du ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln, das nicht daraus resultiert, was du glaubst anderen wert sein zu müssen, sondern daraus was du dir selbst wert bist ;) Dann kommst du auch drauf was DU eigentlich willst und nicht was du glaubst tun zu müssen um andere nicht zu entäuschen.
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von similis [/i]
[B]Ich habe schon ein FSJ gemacht um die Zeit totzuschlagen - und dabei zwar wundervolle Erfahrungen mit hilfsbedürftigen Kindern machen dürfen - but it's not for me.[/B][/QUOTE]
Etwas ähnlich ging es mir mit dem Zivildienst und alten Menschen.

[QUOTE][B]Hofgemeinschaft... das klingt wirklich interessant. Dazu schau ich mir definitiv mal was an, danke dir![/B][/QUOTE]
Nur zu, gibt nicht gar so viele Leute die sich für derartiges interessieren, aber nach meinen Kenntnissen zumindest im Osten der Republik eine größere Anzahl leerstehender Höfe, denen es bestimmt gut bekommen würde vor dem weiteren Verfall gerettet zu werden.
Falls Du Dich in der Richtung etwas vertiefst würde ich mich auch über einen Gedankenaustausch freuen, vielleicht per PN weil ich im Forum nicht so regelmäßig lese.

[QUOTE][B]Ich will eigentlich nur verdeutlichen, dass ich kurzfristige Ziele brauche weil ich sonst den Fokus verliere. Und mir in der dritten Klasse zu sagen dass man sich auf mein Abitur freut.[/B][/QUOTE]
OK die 3.Klasse hast Du ja jetzt hinter Dir, aber unter 2-3 Jahren bekommste das Abitur vermutlich nicht :)
Die gleiche Schwäche daß es einem schwerfällt auf ein langfristiges Ziel hinzuarbeiten, kenne ich von Studium und aktuell von der Doktorarbeit her. Mit dem Abitur hatte ich insofern Glück, daß es mir aufgrund Wiegentalent und eingeführtem Leistungskurssystem sogut wie geschenkt wurde.

[QUOTE][B]Ich würde meine Mentalität am liebstern ändern, statt alles andere um mich herum.
...Wäre es im Zuge dessen eine vernünftige Idee einen Psychiater aufzusuchen?[/B][/QUOTE]
Experten korrigiert mich bitte wenn ich falsch liege, aber soviel ich weiß ist der Psychiater eher für ganz schwere Fälle gedacht (Selbstmordabsichten etc.), und eine entsprechende Behandlung führt nicht selten in die Dauermedikation. Für Dich wäre vermutlich eher ein Psychotherapeut (oder Psychologe?) das Mittel der Wahl, wo einem erstmal durch Gespräche neue Lebenseinsichten vermittelt werden sollten.

Schattengrüße
Stonehenge
belladonna[QUOTE]Ich will eigentlich nur verdeutlichen, dass ich kurzfristige Ziele brauche weil ich sonst den Fokus verliere[/QUOTE]

Vielleicht hilft dir ein Zitat aus "Momo" von M. Ende weiter:

"Weißt du, Momo - es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man. Und dann fängt man an sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.
Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.
Dann macht es Freude; das ist wichtig dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."

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