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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Verrohung der Gesellschaft
AmalaswinthaSeid gegrüßt zusammen,

ich muss mich doch immer wieder sehr über meine Mitmenschen wundern.
Gestern war ich zusammen mit meinem Freund einkaufen. Als wir im Supermarkt waren, lief hinter uns im Mittelgang eine ältere Frau, man könnte auch sagen, eine "Oma" :rolleyes:
Nichts Böses ahnend machten wir uns mit den ausgewählten Konsumgütern auf den Weg zur Kasse, so konnte man dann plötzlich beobachten, wie flink ältere Menschen sein können, wenn es darum geht, "Erster" an der Kasse zu sein. Aber nicht nur das, es wird geschubst und gerempelt ohne Rücksicht auf Verluste und so kam es, dass die "Oma" meinen Freund wortwörtlich vor der Kasse beseite schubste und ihm dabei noch ordentlich einen Schulterhieb versetzte und sich somit den Platz vor uns in der Schlange an der Kasse "erkämpfte".
Nicht das erste Mal, dass ich so etwas erlebe, ich hab auch schon selbst das ein oder andere Mal einen Einkaufswagen in den Hacken oder Rücken gefahren bekommen und wurde dann auch noch bepöbelt. Und man staune, es waren alles ältere Leute, ich schätze mal so um die 60 rum oder älter.

Klar gibts das auch bei den Jüngeren, ich will hier nichts generalisieren.

Meine Frage ist allgemein, was ist denn nur mit den Menschen los?
So unfreundlich, unhöflich, nicht nur beim Einkaufen, überall wird geschubst, gedrängelt, gepöbelt... Da bekommt die sprichwörtliche "Ellbogengesellschaft" eine ganz andere Bedeutung.

Ich will jetzt nicht weiter ausholen, aber mein Freund ist Busfahrer hier in Berlin und ich könnte noch eine ganze Menge mehr an Beispielen geben.

Wo soll das denn noch hinführen?
:eek:

*kopfschüttelnd*

dunkle Grüße aus der Hauptstadt
SenecaHat keinen Sinn sich darüber zu ärgern, aber ich Pflege seit einiger Zweit immer zu sagen: "Gehen sie ruhig vor, ich bin ja noch jung, ich kann ja noch warten!"
Meine Oma menit übrigens dass sei normal für die Städter ihrer Generation, das sind die Erfahrungen der Nachkriegszeit...wer zu langsam war ging halt leer aus.

Nach meinung meines Großvaters (Gott hab ihn seelig), gabs in meiner Generation übrigens keine Spur von Verrohung, lediglich eine deutliche Verweichlichung.

Das fing meist mit: "Damals vor Stalingrad" und ging mit "damals in russischer Gefangenschaft" weiter.

Ich glaube mein Opa hat mehr Leute gekillt als so mancher schwerer Möchtegern Gangster. Auf die Juden hat er auch gerne geflucht. Als er dann 1986 tot war, fanden wir im Nachlass einem K-98 eine schwarze Uniform und eine P38.

Wo soll da bitte die Verohung zu sehen sein?
AmalaswinthaHm, vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt und Verrohung ist vielleicht nicht ganz das passende Wort, aber wenn ich mich so umschaue, wenn ich mal in der Stadt unterwegs bin oder auch einfach nur mal Nachrichten schaue und Zeitung lese oder mein Freund von der Arbeit nach Hause kommt, und erzählt, dass er mal wieder bespuckt wurde oder er hat mal wieder ein blaues Auge (weil es ja "in" ist, sich zu treffen, um "Busfahrer zu klatschen"), dann hat das für mich durchaus etwas mit Verrohung zu tun, im Sinne von, dass Dinge, wie Respekt, Achtung vor einander und Menschlichkeit immer mehr auf der Strecke bleiben.

Wenn im Krieg Menschen getötet werden, ist das schlimm, aber es ist Krieg.
(Nicht, dass ich das gut heiße)

Aber wenn es im alltäglichen Leben bei solchen Kleinigkeiten anfängt, ist es doch kein Wunder, wenn dann daraus solche Dinge wie Amokläufe oder sonstiges resultieren.

Die Menschen achten zu wenig aufeinander, darum ging es mir eher mit meiner Aussage.
Diese Welt ist so hektisch und schnelllebig und auf oberflächliche Ideale ausgelegt, dass sich eben bei vielen (ich sage nicht bei allen) die Wertigkeiten verschoben haben.
Und da fängt es bei mir eben mit der Rücksichtnahme und Höflichkeit an.

Nachkriegszeit hin, Nachkriegszeit her, das mag ja sein, aber wenn's danach geht kann man ja für alles eine Entschuldigung finden.
Klar trägt alles, was man erlebt einen Teil zum Verhalten und der Persönlichkeit bei, aber dafür hat man ein Gehirn und das Verhalten kann man bewusst steuern, so man das will.

Ist vielleicht nicht immer einfach, aber machbar.

Ich ärgere mich ja auch nicht darüber, dass sind letztlich meine Nerven, aber ich finde es traurig, weil ich mich halt frage, wo das hinführt und somit daraus auch Fragen wie "Sollte ich das einem Kind zumuten" zumindest für mich resultieren.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich bin ein Sensibelchen und schon immer gewesen und ich wurde in der Schule "nur" gehänselt. Aber wenn mein Vater erzählt (Direktor an einer Grundschule), was da schon so los ist, dann bin ich froh, nur gehänselt geworden zu sein, obwohl mich das heute noch manchmal beschäftigt und ich mich frage, wie denn andere sensible Kinder heute auf das was passiert reagieren.

Aber das íst ein anderes Thema.
HrefnadisBerlin ist generell ein hartes Pflaster. Ich habe schon in einigen Ecken Deutschlands gewohnt, aber Berlin ist wirklich eine Sache für sich. So der alltägliche Wahnsinn des Alltags ist gemeint, gerade in Bezug auch auf öffentliche Verkehrmittel zu Stoßzeiten. Wer regelmäßig mit kleinem Kind oder Kinderwagen unterwegs ist, kann von der "Freundlichkeit" von Mitmenschen ein Lied mit mehreren Strophen singen. Da wird man abgedrängt, rausgedrängt, bedrängt. Das mein Kind noch nicht zerquetscht wurde, hängt wohl damit zusammen, dass ich inzwischen auch im Alltagsverkehr Springer trage und die anderen weh tun, hingegen mir nicht, wenn sich einer die Mühe machen sollte, mir auf die Zehen steigen zu wollen, genauso wie meine gottgegebenen Ellbogen einsatzbereit sind, sobald ich eine U-Bahn nahen sehe. Jeden Tag ein Krampf.
Amalaswintha[QUOTE]Jeden Tag ein Krampf[/QUOTE]


Jeden Tag ein Kampf.




Leider.
AmalaswinthaZum Glück hab ich ein Auto...


Obwohl... Auch im Straßenverkehr spiegelt sich das wieder.


Ich frag mich, wie die Leute das während dem großen S-Bahn Chaos hinbekommen haben, wenn so schon immer geschubst und gedrängelt wird.... teilweise kann man nicht mal aussteigen, weil man wieder reingedrängt wird... alles schon erlebt.
overdoseSchlimmer als die Alten finde ich diese "superwichtigen" Geschäftsmänner, die sich jeden Tag Tag durch die S- und U-Bahn-Stationen schlängeln, in einer Hand nen Kaffee, in der anderen die Aktentasche, mit der dritten Hand das Blackberry am Ohr ... fürchterlich, als wenn die Welt aufhört, sich zu drehen, wenn sie mal nicht mehr da sind. Gott sei Dank habe ich dir Stadt hinter mir gelassen und muss mich mit diesem Abschaum der Gesellschaft nicht mehr abgeben.
AmalaswinthaSei froh, ich würde auch lieber wieder außerhalb wohnen, nur ist mir das im Moment nicht möglich, aber es wird dran gearbeitet :D

Mir geht das auch alles ganz schön auf den Kranz (um das andere Wort nicht zu gebrauchen ;) ).
overdoseDu hast keinen Sack (um das andere Wort mal zu gebrauchen ;))

Wohin zieht es Dich denn?
AmalaswinthaDoch, zwei sogar mindestens, Tränensäcke :D

Naja, so schlimm ist es noch nicht.

Wo es mich hinzieht?

Hm, in Gedanken ein Haus am Meer, weitab vom Schuss, wo man nur das Rauschen der Wellen vernehmen kann, oder ein altes Schloß, im Wald, ein Bauernhof mit vielen Tieren, aber das alles ist utopisch und so wäre ich schon mit Randberlin zufrieden, also irgendwo im Land Brandenburg, in der märkischen Heide, Hauptsache mehr grün, mehr Natur und mehr Ruhe...
belladonnaIn Berlin bin ich geboren und groß geworden. Ich habe lange gedacht, daß ich dort niemals wegziehen würde, weil dort einfach immer was los ist und das kulturelle Angebot sehr vielfältig ist. Aber seit ich Kinder habe, weiß ich daß es gut ist, daß wir jetzt in einem sehr dörflichen Stadteil einer niedersächsischen Stadt wohnen ;) Nach Berlin kriegen mich keine zehn Pferde mehr zurück.
Aber auch hier ist man vor Rücksichtslosigkeiten nicht gewappnet: Niedersachsen hat die schlimmsten Autofahrer ever!
In meinem ganzen Leben habe ich noch nie täglich mehrmals Autofahrer bei Dunkelrot über die Kreuzung flitzen sehen. Nicht mal wenn an der Ampel Kinder stehen, erinnern sich diverse Autofahrer daran, daß es da auch noch ein Bremspedal gibt :rolleyes: Von Sicherheitsabstand hat hier offensichtlich noch niemand etwas gehört so daß es nahezu unmöglich ist bei Berufsverkehr die Spur zu wechseln, weil man an der nächsten Ampel links abbiegen will. Die Straße vor unserem Haus auf der u. a. auch unsere Kinder öfter unterwegs sind, wenn sie z. B. die Nachbarskinder besuchen wollen ist 30ger Zone, aber gefahren wird hier mindestens 60. Da wird auch schon mal ungebremst mit nicht mal einem halben Meter Abstand an mir und den Kindern vorbeigerast.
Meinen Kindern habe ich beigebracht, auch bei für sie grüner Ampel nicht zu vergessen, nachzusehen ob auch wirklich alle Autos stehen!
So rücksichtslos sich hier offenbar die Erwachsenen gebärden, so färbt sich das auch auf ihre Kiddies ab. Gestern hat mein Sohn sich über eine Horde im Nachbarschaftspisa mithalten müssenden Kiddies beschwert, die nach ihrer musikalischen Früherziehung aus der Musikschule strömten und ihn dabei fast umrannten und scharenweise auf seine Füße gelatscht sind. Nicht eines der Kinder hat sich bei ihm entschuldigt, darüber war er ganz schön sauer.
Im Wartezimmer letztens hat ein kleiner Bengel Nintendo gespielt - da hat ja keiner was dagegen, aber den Sound auf volle Lautstärke zu drehen, obwohl schon am Eingang darum gebeten wird Rücksicht zu nehmen und das Handy auszuschalten...Dem Kleinen gesellte sich dann noch ein anderer Junge hinzu der mehr als lautstark mit Ausrufen wie "was is das fürn Spieeellll???" "Eeecht???" "Boah, Cooooool!!!!" kommentierte. Und dann guckt er noch selbstgefällig durch den Raum, ob es auch alle mitbekommen haben, was für'n goldiges Kerlchen er doch ist....Ich habe ihn auf meiner Liste "Unsympatische Kinder, deren Mutter ich nicht zu sein sehr froh bin" ganz nach oben gesetzt.
Gute Manieren werden heute scheinbar kaum noch vermittelt - galten offenbar in der jetzigen Elterngeneration als "spießig". Dabei bricht doch nun wirklich keinem ein Zacken aus der Krone einfach mal höflich und rücksichtsvoll zu sein und Bitte und Danke zu sagen.
AmalaswinthaGenau das meine ich :)

Du sprichst mir aus der Seele...

Wo bleiben die berühmten "guten Manieren"...

Leider auf der Strecke...

Ganz besonders interessant, was den Bereich Kinder anbelangt, finde ich ja immer wieder die sog. "antiautoritäre" Erziehung...

Dazu kann ich auch eine lustige Geschichte erzählen, die ist zwar schon länger her und auch nicht von mir, aber das macht ja nichts:

Unsere damalige LER-Lehrerin war mal einkaufen und stand an der Kasse hinter einer Frau mit einem kleinen Mädchen. Das Mädchen war ziemlich zappelig, quengelte und nervte seine Mutter, nahm dann einen Joghurt vom Band, machte ihn auf und kippte denselbigen über den Mantel unserer Lehrerin. Welche sich dann bei der Mutter des Kindes beschwerte, woraufhin diese nur meinte: Mein Kind darf das, es wird antiautoritär erzogen.
Besonders toll finde ich die Reaktion unserer Lehrerin (wie gesagt, ist schon ein paar Jahre her): Sie nahm ihren Senf-Becher, öffnete ihn und schüttete den der Frau auf den Kopf und sagte dann: Ich bin auch antiautoritär erzogen worden :D

Ach ja :p
Lethala[QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i]
[B]INiedersachsen hat die schlimmsten Autofahrer ever!
In meinem ganzen Leben habe ich noch nie täglich mehrmals Autofahrer bei Dunkelrot über die Kreuzung flitzen sehen. Nicht mal wenn an der Ampel Kinder stehen, erinnern sich diverse Autofahrer daran, daß es da auch noch ein Bremspedal gibt :rolleyes: [/B][/QUOTE]
Da kann ich Dir nur zustimmen. So manches Mal hab ich das Gefühl es ist ungefährlicher bei Rot über die Straße zu gehen als bei Grün. ;) Die Autofahrer könnten ja wertvolle Sekunden verlieren, wenn sie den Fußgängern ihre ohnehin zu kurze Grünphase auch komplett zugestehen würden.
overdoseHast Recht, Niedersachsen Autofahrer sind Nieten³. Geben an einer Ampel Vollgas um 5 m weiter abrupt zu bremsen, weil in 200 m irgendwo ein Kind auf dem Fußweg am Straßenrand spazieren geht und es ja auf die Straße laufen könnte.

Ich komme zwar aussem Osten, war aber erst 3 mal in Berlin und fand es insgesamt recht angenehm. Hatte keine Probleme in der U-Bahn, man kommt schnell ins Gespräch und die Preise sind auch ok. Andererseits merkt man eben, dass die Stadt hinter den Kulissen ein sterbender Moloch ist, der ununterbrochen menschliche Wracks und gesellschaftliches Elend auskotzt, wenn man in die falschen Ecken gerät.
AmalaswinthaDas ist hier kaum anders.

Ein Freund von mir wurde erst vor einer Woche angefahren, obwohl er Grün hatte.

Die Autofahrer warten ja auch nicht, bis jemand komplett die Straße überquert hat, nein, die Menschen haben es ja so eilig, dass sie einem quasi noch den Hacken halb abfahren.
Amalaswintha[QUOTE]ein sterbender Moloch ist, der ununterbrochen menschliche Wracks und gesellschaftliches Elend auskotzt, wenn man in die falschen Ecken gerät.[/QUOTE]

Wen wunderts...

Das wird auch bestimmt nicht besser...
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Amalaswintha [/i]
[B]Das ist hier kaum anders.

Ein Freund von mir wurde erst vor einer Woche angefahren, obwohl er Grün hatte.

Die Autofahrer warten ja auch nicht, bis jemand komplett die Straße überquert hat, nein, die Menschen haben es ja so eilig, dass sie einem quasi noch den Hacken halb abfahren. [/B][/QUOTE]Ich lebe in einer Rregion mit starker Überalterung, Hier kommt es eher vor das sich die Eheleute jenseits der 80 an der Hofeinfahrt überfahren, oder geparkte Autos nachts schlicht übersehen, oder aber einfach alle 100 Meter auf der Landstraße stehenbleiben und Hupen.

Pferde, Wildschweine und Rinder werden hier auch sehr regelmäßig überfahren. Auch die ländliche Provinz hat ihre Gefahren.
Goat93[QUOTE]Wo bleiben die berühmten "guten Manieren"...[/quote]

Solange Gute Manieren dem Vorwärtskommen in der Gesellschaft
hinderlich sind, werden die auch hintenangestellt. Wir haben
eine Ellenbogengesellschaft, wer nicht rempelt, schreit und
sich qwichtig macht, den bestraft die Gesellschaft und das ist
kein Witz oder dummer Spruch. Das merkt man schon bei
Bewerbungen aller Art bis zum Einkaufen. Solange man Rück-
sichtlos, unbequem und widerlich ist, bekommt man was man
will, ist man es nicht, bekommt man garnichts. Alles was
irgendwie "umkämpft" ist, wird zu einem Problem wo man
scheinbar "Arschloch" sein muß. Aber ironischerweise ist das
bei Beziehungen mittlerweile genauso
GISMOIch muss ehrlich zugeben, dass sich die "Ellbogengesellschaft" wohl weißlich immer von mir ferngehalten hat. Während es mir hingegen immer sehr negativ auffällt, wenn ein dahin schlenderndes Paar am besten noch mit Kind nebeneinander herlaufend den ganzen Gehweg blockiert. Da möchte ich am liebsten auch wie Rambo auf Ecstasy durchbrechen.
OdessaNiedersachsens Autofahrer sind "alle Nieten", hmm - also ich kenne zumindest schon mal 12 niedersächsische AutofahrerInnen die keine Nieten sind, die nicht dicht auffahren und nicht bei Rot über die Ampeln brausen. Nur weil man im eigenem Bundesland dort halt jeden Tag zwangsweise im Straßenverkehr unterwegs ist und entsprechend öfter bzw. täglich halt auch auf schlechte Autofahrer trifft, heißt das doch aber nicht daß nicht in Sachsen, Bayern oder im Saarland das Gleiche jeden Tag den dort lebenden Leuten passiert. Und "Geschäftsmänner = Abschaum": auch nicht gerade ein Beispiel für "manierlichen" verbalen Umgang miteinander, Herr merciful *stubs*;-).

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Gute Manieren werden heute scheinbar kaum noch vermittelt - galten offenbar in der jetzigen Elterngeneration als "spießig". Dabei bricht doch nun wirklich keinem ein Zacken aus der Krone einfach mal höflich und rücksichtsvoll zu sein und Bitte und Danke zu sagen.
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Zustimmung, belladonna. Viele junge Leute (das ist wiederum nur meine persönliche Erfahrung, es ist keine pauschale Wertung "der Jugend") scheinen nicht zu verstehen, daß es bei "guten Manieren" nicht darum geht, eine Gesellschaftsnorm oder anderer Leute "Erwartungen" zu erfüllen und schon gar nicht darum, daß man irgend etwas macht was man selbst gar nicht so empfindet, daß man eine "Show" abzieht und heuchelt - sondern daß dieses gute/rücksichtsvolle Benehmen einem selbst ein Bedürfnis ist, daß man sich selbst nur wohl fühlt wenn man sich Anderen gegenüber höflich (nicht devot oder "dienernd"), freundlich (nicht verlogen-schleimig) oder zuvorkommend verhält. Weil es das Alltagsleben einfach leichter macht, weil gewisse Dinge sich nonchalanter und entspannter angehen lassen mit einem gewissen Grundschatz an zivilisiertem Sozialverhalten, und weil man selbst sich ja auch freut, wenn man ein Danke, ein Bitte, ein freundliches "Grüß Gott" oder gar ein charmantes Kompliment ("Das war sehr nett von Ihnen, mir zu helfen beim Tragen, junger Mann/junge Frau") zu hören bekommt. Sogar Kritik oder Beschwerden anzubringen ist imho viel leichter, geschieht es in freundlich-sachlichem Ton, verbunden mit einer Bitte denn mit einem "Muss" und "Recht haben".


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Solange Gute Manieren dem Vorwärtskommen in der Gesellschaft hinderlich sind, werden die auch hintenangestellt. Wir haben eine Ellenbogengesellschaft, wer nicht rempelt, schreit und sich qwichtig macht, den bestraft die Gesellschaft und das ist
kein Witz oder dummer Spruch.
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Das kann ich wiederum in keinster Weise bestätigen. Ganz im Gegenteil - in meinem bisherigen Umfeld wurde noch nie jemand "belohnt" dafür, daß er rempelte und schrie, und ich habe in zahlreichen Betrieben/Behörden gearbeitet. Auch in meinem privaten Umfeld kenne ich das so nicht, es wird im Gegenteil immer sehr viel Wert auf gute Umgangsformen, Teamgeist, Freundlichkeit und Rücksichtnahme gelegt. Ich sehe zwar, wie erwähnt, daß viele Leute auf den Straßen, in den Supermärkten, in den Bussen und Bahnen etc. sich "a-sozial" im wahrsten Sinne des Wortes verhalten, aber ich könnte das nie auf mein direktes eigenes privates Umfeld (das meiner Tochter, das meines Mannes, das meines Geliebten usw.) münzen. Denn da kommen solche egomanischen Rüpel und respektlosen Rotzlöffel erst gar nicht "rein".
|Dunkelschön|Na Ilo da haste aber nur gute Betriebe kennen gelernt, ganz frei zitiert nach den Prinzen "Du musst ein Schwein sein in dieser Welt", kannte ich bisher nur: Wer schmierig ist, Weltmeister im um die Wette schleimen, Fachmann im Hinter dem Rücken Getuschel ("Kollegennazi") der kommt weiter, wer das nicht kann schaut in die Röhre.

Kann natürlich sein dass sich good old Bavaria in diesen Dingen endlich weiterentwickelt hat, kann gut sein ;)
GISMOKommt halt ganz drauf an, was manche so als "schmierig, schleimig und als Kollegennazi" bezeichnen. Nicht?
Loki CrimsonBei uns ist das auch so.
"Je oller, desto doller" :D

Besonders auch im Straßenverehr. Da kommt es schon mal vor, das alte Herren (mit Hut vor der Frobtscheibe abgelegt) einen den Parkplatz wegnehmen, in dem man gerade Rückwärtseinparken will, oder einfach zum parken mitten im Mittelgang des Parkplatzes stehen bleiben, sodass man kämpfen muss, um vorbei zu kommen.
Auch sind solche Menschen meist so ungeduldig, dass sie die Vorfahrt nehmen, oder einfach so über die Straße laufenn; die Autos werden schon anhalten...

Scheinbar legen diese Leute nicht viel darauf, ihre hart erarbeitete Rente auszugeben, oder sind übereifrig dabei...
overdose[QUOTE][i]Original geschrieben von |Dunkelschön| [/i]
[B]Na Ilo da haste aber nur gute Betriebe kennen gelernt, [/B][/QUOTE]
So sehe ich das auch. In der bayrischen Provinz bekommt man ja nichts mit von der Welt :cool:

Jeder macht da seine eigenen Erfahrungen, man wird Leute haben, die ihr ganzes Leben lang immer nur das Positive im Menschen kennen lernten und welche, die immer nur mit Arschlöchern zusammentreffen. Aus dem Grund halte ich auch an meiner Meinung fest und bitte jeden, der das Gegenteil behauptet, mal 2 Wochen die Bundesstraßen und Autobahnen zwischen Emden, Leer, Norden und Aurich zu benutzen.
AmalaswinthaIch denke, dass ist wie mit Allem, es gibt immer Gutes und Schlechtes, egal in welchem Bereich, ob Auto fahren, Zwischenmenschliches oder Sonstiges.

Wenn's nur Schlechtes gäbe, dann gäbe es schon keine Menschen mehr und wenn alles nur rosarot und schön und gut wäre, gäb's nix zum Aufregen und Diskutieren und Bessermachen.

Schade ist natürlich trotzdem, dass sich diese "Arschlochmentalität" doch zumindest teilweise zunehmend zu verbreiten scheint. Das Thema Beziehung wurde dahingehend ja auch schon angesprochen.
Die Frage, die ich mir ab und an stelle, ist, woran liegt es eigentlich?
Woher kommt dieser Werteverfall?
Oder war das schon immer so?

Ich glaube nicht. Dieses immer schneller, höher, besser, weiter trägt viel dazu bei und die Medien auch und die Menschen verlernen einfach zusehends, sich auf die elementaren Dinge, die Basis des Lebens zu besinnen.

Ist es wirklich wichtig, ob mein Auto nun das Logo von BMW oder Mercedes-Benz ziert oder ob es ein Dacia ist?
Ob es alt oder neu ist?
Ist es wichtig, ob der Pullover den ich trage, nun von D&G ist oder von C&A oder KIK?

Ich hab mich das früher schon gefragt, als ich noch kleiner war, in der Schule und auch teilweise wegen meiner Sachen gehänselt wurde.
Kinder können da ja sehr ehrlich und grausam sein.

Aber warum benehmen sich Erwachsene so?

Was nützt mir das strahlend blendende Perlweisslächeln und das neue Ed-Hardy Shirt und der glitzernde D&G Gürtel, wenn ich strohdoof bin und ein "Arschloch" noch dazu?
Charakter und Persönlichkeit hat man oder nicht, kann man sich aber meiner Meinung nach nicht mit einer Marke kaufen. Doch leider wird genau das so propagiert hab ich den Eindruck.

Aber ich schweife schon wieder ab, vielleicht liegts an meiner Grundstimmung heute.

nachdenkliche Grüße aus der tristen Hauptstadt
:rolleyes:
overdoseIch glaube, auf die Fragen gibt es keine allgemeingültige Antwort. Jeder Mensch findet für sich irgendwann das Optimum im Leben, sei es war Wertevorstellungen, soziales Engagement, Geisteshaltung oder elementare Dinge betrifft. Die Erfahrungen möchte man natürlich weitergeben (mh, vielleicht triffts der Begriff "aufdrängen" besser). So stoßen Welten der Subjektivität aufeinander und das führt zu Reibereien. Hast 2 Möglichkeiten: fleißig mitmachen oder Dich ausklinken und Deine Erfahrungen für Dich behalten. Ist übrigens auch eine streitbare Einstellung, hihi :D
AmalaswinthaNaja, zum Teil bin ich da schon abgebrühter geworden und denk mir dann halt auch, ich behalts für mich bzw. teil es mit den Leuten, die das zu schätzen wissen und mir wichtig sind und was der Rest macht ist mir wurscht.

Ich bin ja nicht dafür da, die Welt schlau zu machen, es reicht, wenn ich mich schlau mache :D
OdessaSo sehe ich das auch. In der bayrischen Provinz bekommt man ja nichts mit von der Welt
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Ja genau, wir sind alle doof und blöd und überhaupt. Wart nur, bis Du anrufst, dann gibts Popoklatsch für diese Frechheit ;-)

Schade daß anscheinend nicht so rüberkam, was ich eigentlich damit ausdrücken wollte als ich augenzwinkernd diese Bemerkung machte: die Verrohung fängt schon bei der Sprache an. Und wenn ich - oftmals auch nur völlig harmlos aber gedankenlos und per se "alle" Ausländer, "alle" Frauen, "alle" Ossis, "alle" Wessis, "alle" Behinderten, "alle" Rentner, "alle" Moslems, "alle" Juden etc. verbal zu einer "Masse" an Menschen mache, die ich mit einer Eigenschaft belege oder auch abwerte, dann ist es, wenn es sich einbürgert und zur "Norm" wird, leider oft nicht mehr weit zu einem Feindbild, in das man alle seine Hassgefühle und Vorurteile reinlegen kann - es sind ja nicht mehr individuelle Menschen, sondern eben nur noch "die Ausländer", "die Autofahrer", "die Rentner".

Ich weiß dass Du das nicht machst und so auch nicht meintest, aber Dein Beitrag war mir einfach ein guter Aufhänger dafür DASS Verrohung auch durchaus ihren Anfang hat, oftmals, im Sprachgebrauch.

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Aus dem Grund halte ich auch an meiner Meinung fest und bitte jeden, der das Gegenteil behauptet, mal 2 Wochen die Bundesstraßen und Autobahnen zwischen Emden, Leer, Norden und Aurich zu benutzen.
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Und ich halte daran fest, daß mein Lebenspartner und seine Familie als auch meine zahlreichen niedersächsischen Freunde NICHT zu diesen "Nieten" gehören, denn sie fahren NICHT so wie Du es beschrieben hast. Eigentlich beleidigst Du diese Menschen damit und ich verbitte mir das zumindest für die mir bekannten Leutchen und werde Dich wie angekündigt für diese Beleidigung auch am Telefon bestrafen *jaa gibs zu, nur das willst Du doch* :D
AmalaswinthaDie Autobahnen zwischen Köln und Bonn tun es auch...


Ich bin da selber ein halbes Jahr unterwegs gewesen und heute noch halte ich zumindest Sicherheitsabstand von Autos mit Kennzeichen auf denen BM draufsteht, das steht für Bereifter Mörder genauso wie SU für Selbstmörder Unterwegs oder im Brandenburger Land MOL, Mensch ohne Lebenswillen :D

Spaß muss sein :cool: :p
solipsismusIch denke nicht, dass die "rohen" Menschen mehr werden, sondern dass man sich dafür mehr sensibilisiert (hat), wenn sie einem auffallen - oder einem der Zufall besonders viele unachtsame Menschen zugespült hat.
Wenn mir denn solche Menschen begegnen, versuche ich damit möglichst produktiv umzugehen; sie -nicht missionierend- darauf hinweisen, warum ihr Verhalten mich tangiert, wenn es die Situation denn zulässt. Oftmals tut sie es nicht, dann versuche ich, damit so umzugehen, dass die Sache mir nicht den Alltag vermiest.
Und natürlich, wie hier schon Massnahmen für Autofahrer erwähnt wurden - Sicherheitsabstand halten (auch im übertragenen Sinne). Ein unsanfter Zusammenstoss mit einem Auto hat mir mal gezeigt, dass ich manchmal besser auf mein "Recht" verzichte, um schadlos davonzukommen.
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]So sehe ich das auch. In der bayrischen Provinz bekommt man ja nichts mit von der Welt
----

Ja genau, wir sind alle doof und blöd und überhaupt. [/B][/QUOTE]

Ich würde das "behütet" nennen :D

@olipsismus

Nö, nicht wirklich. Man merkt es generell einfach, das eine
ganze Masse an Leuten schlicht agressiver wird und sich
auch dementsprechend verhält. Allerdings merke ich das
bei mir selbst ebenso, ich habe lange nicht mehr die
Geduld wir vor ein paar Jahren noch :(
Amalaswintha[QUOTE]Die Supermarkterfahrungen kenne ich auch, die Du geschildert hast, Amalaswintha. Aber auch hier: es sind, vergleicht man dann mal die Menge der Leute im Supermarkt, doch wieder nur 2-5% meinetwegen die so sind. Die fallen einem dann auf, klar, denn sie belästigen einen ja auch tatsächlich oder verletzten einen sogar (Auffahren auf die Fersen etc.). Aber die 95 bis 98% die das NICHT tun, und die sich freundlich und höflich korrekt anstellen an der Kasse ohne einen dabei umzurempeln und anzufahren, und die einem helfen wenn man was aus einem höheren Regal haben will und die einen lächelnd ungefragt vorlassen, wenn man nur 2 Sachen in der Hand hat, die fallen einem nicht auf, man nimmt sie als selbstverständlich weil man ja selbst auch so ist :-).[/QUOTE]

Da geb ich dir durchaus recht, zumindest was das mit dem Supermarkt angeht.

Zustimmend aber zu dem was Goat93 gesagt hat, ist es schon so, dass die Menschen im allgemeinen aggressiver geworden sind und das krieg ich nun tagtäglich von meinem Liebsten aus seinem Busfahrer-Dasein frisch auf dem Silbertablett serviert. Leider. :(
solipsismusEin aktueller thematisch verwandter Artikel dazu, der vor allem die Wirtschaftskrise in die Überlegungen mit einbezieht.

[URL=http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31658/1.html]Kalte Gesellschaft, aufgefressen von Angst[/URL]

Edit: jetzt sollte der Link korrekt sein.

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