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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Einmischen, oder nicht?
KreaDas ist hier die Frage.

Stellt Euch vor, Ihr seid zu einer Feier im Freundeskreis eingeladen. Es wird lecker gegessen und gelacht.
Ein rundherum schöner Abend mit liebenswerten Menschen, die man schon lange kennt.
Ca. 20 Leute sind anwesend, dabei auch die allein stehende Cousine der Gastgeberin - die ohne Begleitung da ist - und ein langjähriger Freund der Gastgeberin, dessen Ehefrau an der Feier nicht teilnehmen kann, weil sie als Ärztin Nachtdienst schieben muss.
Zu vorgerückter Stunde - die Stimmung ist gut - seht Ihr auf einmal, wie die Cousine und der Mann der Ärztin - vor aller Augen - eng umschlungen dasitzen. Er hat die Hand auf ihrem Knie, ihre Hand krabbelt neckisch an seinem Oberschenkel hinauf. Die Situation ist eindeutig.

Wie verhält man sich als "Freund(in)"?

Sieht man diskret weg, weil man der Meinung ist, dass einen das nichts angeht
oder, fühlt man sich der abwesenden Ehefrau gegenüber in der Verantwortung und kritisiert das Verhalten beider?
overdoseDer größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant. :rolleyes:

Also: Halt Dich raus und lass die Leute das untereinander ausknobeln. Wenn die beiden sich gefunden haben sollte sich da kein Dritter einmischen. Wenn es nur auf ein sexuelles Erlebnis hinaus lief wird es eh irgendwann rauskommen und dann werden sie es auch untereinander regeln.
SoulReaper696Ich bin auch dagegen, sich einzumischen.
Kann ordentlich nach hinten losgehen, sich in sowas einzumischen.

Die eigentliche Frage ist aber wohl eher, ob du das mit deinem Gewissen vereinbaren kannst.

In diesem Fall aber bist du ja zu keinem der zweien näher gebunden, soweit ich das herauslesen konnte; von daher würde ich definitiv die Finger von lassen.
JohnSteedProblem anderer Leute, die meiner Meinung nach "erwachsen" sind und wissen was sie tun.

Interessierte, beobachtende Neutralität.
rainravenMich würde es amüsieren und ich würde mir so meinen Teil denken, aber solange ich nicht selber auf einen der beiden scharf bin (und etwa eifersüchtig :)=) ) oder der abwesenden Ehefrau sehr nahe stehe, würde ich mich auch raushalten, solange keiner der Beteiligten mich direkt deswegen anspricht.

Und selbst wenn ich in irgendeiner obengenannten Form da mit drinhängen würde, würde ich mich vermutlich nicht direkt einmischen, da ich ohnehin nicht viel ausrichten könnte. :(
KildareHmmmm....irgendwie vertrete ich da wohl die andere Ansicht.

Wenn ich tatsächlich mit dem Paar befreundet bin, würde ich wohl zumindest ihn darauf ansprechen, was da eigentlich passiert. Es gibt dann ja wie immer im leben mehrere Möglichkeiten:
a) Die beiden führen eine offene Ehe oder die Ehefrau weiß davon. Alles paletti.
b) Sie weiß es nicht. Problem gesucht- Problem gefunden.

Von b) aus gibt es dann die Möglichkeit, alles auf sich beruhen zu lassen, ihn zu ermuntern, sie in Kenntnis zu setzen oder eben als ultima ratio mit der Ehefrau zu sprechen.

Warum ich nicht die Linie vertrete, dass man das doch die Beteiligten unter sich regeln lassen könne?
Ich denke mir einfach ein paar Minuten lang, es wäre mein Freund (oder Gatte). Ich wüsste also von nichts. Niemand sagt mir was. Er auch nicht. Natürlich bedeutet das, dass in der Beziehung was im argen liegt. Vielleicht ahne ich das so gar. Aber ich weiß es nicht. Und irgendwann später kommt's dann raus - alle wussten es schon, außer mir. Stelle ich mir nicht schön vor.

Außerdem - wer etwas öffentlich tut, sollte davon ausgehen, dass es kein Geheimnis bleibt. Tut er das nicht, geht er ohne Absprache davon aus, dass die anderen Anwesenden ihn im Zweifelsfall "decken" werden. "Und, hattet ihr noch Spaß an dem Abend?" Was antwortet man der Frau dann?

Entschuldigung, aber wer mich ungefragt zum Mitwisser macht, der braucht sich auf meine Diskretion nicht zu verlassen.

Das gilt natürlich nur, wenn ich die Betreffenden gut kenne. Und ich ziehe es auch vor, wenn die direkt involvierten Personen ihre Dinge untereinander klären (deshalb auch der Punkt, erst mit ihm zu sprechen, vielleicht ist ja auch schon alles geklärt).
Nur Abwarten und Tee trinken könnte ich allerdings aus den angeführten Gründen für mich nicht gut heißen - und würde es ehrlich gesagt auch meinen Freunden übel nehmen.

In diesem Sinne und mit Oscar Wilde: "One should never do something that one cannot talk about after dinner." ;)
rainraven...eben diesen Satz hab ich auch gerade gelesen (las das Bildnis des Dorian Gray) :)
Ich sag ja, nur wenn ich nicht der abwesenden Ehefrau nahe stehe oder nicht einen der Beteiligten sehr gut kenne, würde ich mich raushalten, denn ich hab aus Erfahrung gelernt, mich nicht mehr in die Beziehungen oder -wirren in meinem Freundeskreis einzumischen, ist oftmals besser so, sonst verliert man eher noch Freunde, als man ihnen hilft. :(

Wenn ich einem der Beteiligten aber wirklich nahe stehe und es mir wichtig ist, daß da Klarheit herrscht, würde ich schon unter vier Augen mit dieser Person reden oder der "Betrogenen" ggfs. einen Rat geben, ihren Mann mal etwas genauer zu beobachten. Aber verpetzen im klassischen Sinne würde ich niemanden. Ich wäre auch dankbar für so einen Tip, wenn mir jemand Hörner aufsetzen würde, aber ich glaube, ich würde es merken oder es wäre im Vorfeld geklärt, zumindest in meiner Beziehung.
JohnSteedWer ist schon freiwillig und gern mit einem Paar befreundet?
Das geht nie gut, wenn man quasi das dritte Rad am Wagen ist.
Paare verhalten sich immer konträr.
APBTich würde nichts zum partner sagen, dem fremdgehenden gegenüber jedoch meine meinung äßern und wenn ich darauf angesprochen werde nicht lügen.
das wissen übrigens auch alle meine befreundeten paare und es ist gut so.

verpetzen würde ich nicht, denn a) ist es ein freund b) habe ich nicht vor der moralapostel zu sein, wenn ich selber hin und wieder daneben schlag...
Demon17Also einmischen würde ich mich nicht, schließlich ist die freie Partnerwahl eines der Grundrechte jedes Menschen. Aber wenn er es verheimlicht und du mit beiden befreundet bist, musst Du Dich irgendwann zwischen einem von beidem entscheiden. Entweder lässt Du sie als Freundin im Stich, indem Du schweigst, oder ihn, indem Du ihn verrätst. Im Zweifelsfall würde ich ihn darauf aufmerksam machen, dass Du in der Zwickmühle sitzt und irgendwie reagieren musst.
SoulReaper696Wie geht diese Geschichte weiter, [B]krea?[/B]
KreaWie geht diese Geschichte weiter?

Ich selbst war/bin nach wie vor mit keiner der möglichen Verhaltensweisen so richtig glücklich (siehe Zwickmühle).

Dafür hat ein anderer Gast "die Zügel in die Hand genommen" und der Ehefrau die ganze Sache gesteckt und nun ist das schönste Theater im Gange, denn Frau hatte angeblich bereits diverse Ahnungen, etc... :rolleyes:
xxxzinixxxich finds gut. in einer beziehung sollte doch wohl klarheit herrschen. wenn jemand für eine so freie beziehung ist, dann muss er sich einen partner suchen, der ebenso denkt. er kann doch nicht voraussetzen, dass sowas einfach von allen hingenommen wird.
rainravenJetzt mal ganz abgesehen davon, daß jemanden auf einer Party im Trubel der Partylaune umarmen, eng neben einem sitzen, einen Oberschenkel anfassen oder mit jemandem flirten echt nicht die Welt ist und ich nicht "Untreue" daran festmachen würde. Aber wie die Dinge im Einzelfall aussehen, oder im angesprochenen Spezialfall, vermag ich aus Außenstehender nicht zu beurteilen.
David v. WeberIch denke, ich tendiere eher zur "denunziantenverachtenden" Gruppe, jedenfalls solange keine (enge) Freundschaft zu den Beteiligten besteht. Zivilcourage ist zwar generell sehr löblich, aber es sollte sich meiner Meinung nach niemand als Hüter der ehelichen Sitte aufdrängen.

Und wenn man es schon nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, so ein unerhörtes Verhalten zu dulden, dann sollte man sich zuerst an den "fremdflirtenden" wenden und die Sache mit ihm klären, bevor man den Partner drauf anspricht.

Denn man weiß nie, was man durch sein anschwärzen erreicht. Auch wenn sich der fremdflirtende Partner falsch verhält (was man als Außenstehender nicht zwingend weiß) und damit an sich"selbst schuld" ist, können die Konsequenzen schnell nicht mehr verhältnismäßig sein. Und ich hätte auch ein Problem damit, wenn durch mein Eingreifen wegen einer Hand auf dem falschen Oberschenkel beispielsweise eine mehrjährige Ehe in die Brüche geht und damit Kindern (die dafür dann wirklich nichts können) ihre Familie genommen wird.
rainravenjepp. So seh ich das auch.
xxxzinixxxich würde von meinen freunden erwarten, dass sie mir sowas erzählen, wenn mein freund mit einer anderen rum macht.
dann könnte ICH selbst daraus machen was ich will.
blue79Also wenn ich die beiden da so sehen würde ,würde ich versuchen die situation etwas aufzulockern .
Also hingehn und sagen hay wie geht es deiner frau.:D
Manchmal merkt Mann oder Frau nicht was sie da eigentlich treiben und so kann man dann ein bischien nachhelfen
Wenn er weitermacht . Wird es schwieriger aber ich glaube meine Freundin will dann das ich es ihr sage . Und ich könnte mit sowas auch nicht leben.
Auch wenn ich erst mit dem mann sprechen würde um ihm eine chance geben es selbt zu tun. :D
Kildare[QUOTE][i]Original geschrieben von David v. Weber [/i]
[B]Ich denke, ich tendiere eher zur "denunziantenverachtenden" Gruppe,

Denn man weiß nie, was man durch sein anschwärzen erreicht. Auch wenn sich der fremdflirtende Partner falsch verhält (was man als Außenstehender nicht zwingend weiß) und damit an sich"selbst schuld" ist, können die Konsequenzen schnell nicht mehr verhältnismäßig sein. Und ich hätte auch ein Problem damit, wenn durch mein Eingreifen wegen einer Hand auf dem falschen Oberschenkel beispielsweise eine mehrjährige Ehe in die Brüche geht und damit Kindern (die dafür dann wirklich nichts können) ihre Familie genommen wird. [/B][/QUOTE]

Denunziant, Anschwärzen - das hat für mich irgendwie eine negative Konnotation, die impliziert, dass man versucht, einen eigenen Vorteil zu erreichen. Außer einem wiederhergestellten Seelenfrieden gibt es da allerdings nach meiner Erfahrung nicht viel zu gewinnen. Die Überbringer schlechter Nachrichten werden dafür selten geliebt.

Was die Konsequenzen angeht - wenn eine mehrjährige Ehe wegen einer Hand auf einem Oberschenkel in die Brüche geht, dann würde ich so über den Daumen des Hobbyanalytikers sagen, das da schon vorher etwas im Argen lag, die "Sollbruchstelle" war vorhanden. Meiner Meinung nach, die allerdings keine praktikablen Erfolge vorzuweisen hat, ist es nicht gut, Probleme in einer Beziehung tot zu schweigen und einfach "weiterzumachen".
Unterschwellig schwelende Agressionsherde sind auch nicht unbedingt das, was ein Familienleben schöner werden lässt.

Ich denke, als Hüter der ehelichen Sitte würde ich mich aufspielen, wenn ich darüber befinden würde, ob die von einem Paar gemeinsam gefundene Lösung (z.B. eine offene Beziehung) moralisch annehmbar ist. Seinem Partner bewusst Informationen, die für diesen relevant sind, zu verheimlichen (und nur, wenn sie es sind, müssten sie dann ja auch von zeugen verschwiegen werden), halte ich nicht für einen Eingriff in die eheliche Sitte, da dies nicht auf ehelicher Gemeinschaft beruht.
Man könnte hier vorwerfen, dass man sich als Hüter der Moral eines Anderen - des Betrügenden(generisches Maskulinum, Frauen betrügen natürlich auch) - versucht. In gewisser Weise trifft dies zu, denn ich zwinge ihm meine Wertvorstellungen auf. Allerdings hat er mir vorher auch das mein Gewissen belastende Wissen ungefragt aufgezwungen. Insofern halte ich die Reaktion durchaus für angemessen und vertretbar.
GISMOGanz ehrlich? Ich hätte mir von Seiten der Cousine ein Angebot eingeholt, was ihr Schweigen wert wäre, und hätte, sofern ich ein Beweis gehabt hätte, ein Foto oder ähnliches, es anschließend der Ärztin anonym gesteckt. Das eine Betrachte ich als Bezahlung für meine andere moralisch korrekte Tat und als Ansporn, das Richtige zu tun.
*~Dead-Rose~*Allerdings weiß man als Außenstehener nicht, wie die Grenzen der Partner untereinander sind.

In der einen Beziehung kann anflirten zum Bruch führen, in einer anderen ist es etwas, was für beide ok ist, in wieder einer anderen ist auch außerehelicher Sex kein Problem.

Ich tendiere zum raushalten - allein schon, weil man die Konsequenz des einmischens nicht abschätzen kann und immer das persönliche Empfinden die "Berichterstattung" verzerrt.

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