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  Forum: DIES und DAS
    Thema: Wirbel um Kampusch-Song
JohnSteedSpiegel-online,

Wirbel um Kampusch-Song
Schweizer Tenöre bekommen kalte Füße

Beschimpfungen, Drohungen und Verachtung: Die Reaktion auf ihren "Natascha Kampusch"-Song hatten sich die drei Schweizer Tenöre wohl anders vorgestellt. Als sie ihn einem großen Publikum zu Gehör bringen wollten, machten sie plötzlich einen Rückzieher.

Hamburg - "Ihr habt mehr Löcher im Hirn als ein Schweizer Käse", schrieben wütende Fans auf der Website der Swiss Tenors, wie die Schweizer Zeitung "Blick" berichtet. "Geschmacklos und widerlich", wetterten andere. Die Homepage ist inzwischen gesperrt. Auch der Song stehe nicht mehr zum Download zur Verfügung.


Die Swiss Tenors: Kleinlaut gekniffen?
Ursprünglich hatten die drei Musiker den Song, ein Remake des Falco-Songs "Jeanny", beim Auftakt ihrer Tournee gestern Abend in Winterthur zum ersten Mal präsentieren wollen. Daraus wurde nichts. Den ganzen Abend, so schreibt "Blick", hätten die "Schock-Tenöre" ihr Publikum auf die Folter gespannt. "Dann kneifen sie kleinlaut", berichtet das Blatt. Zusätzlich zu der heftigen Kritik, die von allen Seiten auf die Tenöre einprasselte, hatte der Veranstalter vor Beginn des Konzerts gedroht, den Strom abzustellen, sollte das Trio tatsächlich das "Natascha"-Lied anstimmen.


Das Original von "Jeanny" stammt aus dem Jahr 1985 und handelt von einem jungen Mädchen, das Opfer eines Sexualverbrechers wird. Der Song löste damals wegen der unverblümten Gewaltdarstellung einen Skandal aus - vor allem aber auch, weil die Geschichte aus Sicht des Täters erzählt wird. Mehrere öffentlich-rechtliche Radiosender boykottierten das Lied. In der Version der Swiss Tenors schlüpfen die Sänger in die Rolle von Natascha Kampuschs Entführer Wolfgang P.



Natascha Kampusch findet die Songidee unmöglich. "Die ganze Sache ist schlicht und einfach Mist", hatte sie gestern der Schweizer Abendzeitung "heute" gesagt. "Was hier passiert, kann nicht im Sinne von Falco sein. Sein Erbe wird missbraucht und ausgenutzt."

Den Vorwurf können die Swiss Tenors nicht nachvollziehen - man habe doch aufrütteln wollen. "Der 'Natascha'-Song ist eine ernste Sache, eine Hymne an eine starke Frau, und es ist unsere Aufgabe als Künstler, gesellschaftskritisch zu sein", sagte einer der Sänger, Christian J. Jenny, der Zeitung "Blick". Man habe nicht mit dem Schicksal der jungen Frau, die acht Jahre in der Gewalt eines Entführers war, Kasse machen wollen. Außerdem wollen die drei am Grab des 1998 verunglückten Falco in Wien gestanden und sein Einverständnis vernommen haben.

Von rechtlichen Schritten will Natascha vorerst absehen. Ein Prozess würde dem Lied nur zu mehr Öffentlichkeit verhelfen, sagte Kampusch-Anwalt Gerald Ganzger der österreichischen Zeitung "Der Standard". Von der Musikrichtung her bevorzugt die 18-Jährige nach eigenem Bekunden übrigens Frank Sinatra und die kubanische Gruppe Orishas. Großer Traum: einmal ein Robbie-Williams-Konzert besuchen.
GISMOWären sie cool gewesen, hätten sie es gesungen, um die Zuschauer um ihren Eintrittspreis zu prellen, die Menschen grundlos aufregen zu lassen, der künstlerischen Freiheit in der Musik einen Anschlag zu verpassen, und die Spinner unter den Zuschauern zu Tenör-Boykottierern gemacht, obwohl sie die Musik eigentlich mögen.

Das ist immer ein Gewinn.
Ich gehe dann mal im Internet auf die Suche nach dem Song ...
Hugin & Munin"Jeanny" des von mir sehr verehrten Falco ist eine fiktive Figur, mit der von einem realen Problem erzählt wird.
Natascha Kampusch ist eine reale (noch lebende) Figur und schon aus diesem Grund kann man beides m.E. nicht gleich setzen.

Natürlich dürfen sich die Tenöre auf ihre künstlerische Freiheit berufen und von mir aus hätten sie den Auftritt auch durchziehen können, aber wenn ich unbedingt polarisieren und vielleicht auch provozieren will (und nichts anderes mache ich mit einem solchen Song), dann sollte ich auch die Eier in der Hose haben das durch zu ziehen - auch auf die Gefahr hin mal ein paar Piffe und faule Tomaten ab zu kriegen.

Erst groß ankündigen und dann entsetzt tun und den Schwanz einziehen, das ist auch nicht besser als in SA-Uniform aufs WGT gehen und sich dann beschweren das das braunes Hemd ein paar Grafitti ab bekommen hat.

Ich würde die protestierenden Zuschauer nicht als Spinner bezeichnen, die haben genau so ein recht intolerant zu sein, wie die Tenöre ein Recht auf Provokation haben (so lange sich die Reaktionen im gesetzlichen Rahmen bewegen).

Ich finde es mittlerweile sogar wieder gut, dass man nicht jeden Scheiss widerstandslos schluckt.
Zu viel (und m.E. nicht zu wenig) Toleranz hat unsere Gesellschaft erst zu dem moralischen Müllhaufen gemacht, der sie jetzt ist.
GISMOWenn sich Natascha Kampusch darüber aufregt: OK.
Wenn sich ein Haufen Menschen, die weder Natascha, noch den Täter, noch die genauen Umstände der Sache kennen, und deren Betroffenheit von dem Thema darin bestand, der medialen Berichterstattung drumherum ein paar Tränen und Flüche, wie Schlecht die Welt doch ist, zu schicken, ohne den Song auch nur zu kennen, sind das Spinner.
blue79Das war auch mein erster gedanke wie ist der text ?
Dann hätte man ja kampuch fragen können um sich abzusichern dann wäre das alle nicht passiert.
Wie heist es gut gemeint und doch daneben :D

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