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  Forum: Von Musiker zu Musiker
    Thema: wie heißt dieses Instrument?
rainravenAuf dem Konzert der Legendary Pinkdots fiel mir ein seltsames Blasinstrument auf. Der Spieler hatte einen dazugehörigen länglichen Holzkasten umhängen, an dem dann das eingentliche Blasinstrument angesteckt oder damit verbunden war. So ein etwa 40 cm langes schwarzes Vierkantholz mit einem Zylinder am Vorderende und ein paar Knöpfen, das synthieähnliche Nebelhornklänge hervorbrachte und aussah wie eine viereckige Opiumpfeife mit fünf oder sechs runden Tasten. :) Was ist das?

Da ich gar kein Instrument spiele, hört sich meine Frage für den Fachmann vielleicht etwas komisch an, aber es ist ja nicht so, daß ich nach einer Tuba fragen würde...:)
Belgarionvielleicht findest du hier was: [url]http://www.spielleut.de/inst.htm[/url]


andererseits wäre es wohl am simpelsten, wenn du der band ne mail schreibst, denn (aus mainstreamsicht) eher unbekannte bands werden nicht gerade von anfragen überhäuft und hätten somit genug zeit... ;) bin nicht sicher, ob das hier die offizielle page ist [url]http://www.brainwashed.com/lpd/main2.html[/url] ich mein aber schon... :confused:
rainravendanke für die interessante Seite, auch bei mittelaterlichen Instrumenten kenne ich mich nicht aus, bin aber sehr interessiert, darüber zu lesen.
Aber es ist jetzt nicht so wichtig, daß ich gleich der Band schreiben müßte (hätte ja auch fragen können), ich dachte nur, es handelt sich um ein Musikern besser als mir bekanntes Instrument und es hat mich halt fasziniert. :)

Und es war schon was Elektronisches, kein mittelalterliches Instrument, eher sowas wie ein Synthesizer zum Blasen...
Belgarionach so! dann war es evtl. nur ein stinknormaler synthesizer, aber mit so nem teil angeschlossen... ich weiß grad nicht wie die heißen... is so ein mundstück, das die stimme in den synthie leitet, so dass die synthieklänge durch die stimme moduliert/verändert werden - so würde man live zB diesen "cher"-effekt machen, du weißt schon, dieses furchbare verzerrte bei "do youuuuuu bel-iou-uoa-ve in lo-uia-auou-ve", wobei die teile in den bindestrichen den effekt simmulieren sollen... ;) - bei cher ist die stimme dominant, aber man kann mit diesem mundstück AFAIK auch so arbeiten, dass rein klanglich der synhtie der hauptpart ist.

und die band hat sich vielleicht aus nem synhtie und dem teil ein instrument selbergebastelt, so dass es halt wie'n holzkasten aussieht... ich glaub aber weniger, dass das ein massenproduziertes instrument mit feststehendem namen ist...

vielleicht weiß aber jemand mehr... :confused:
Belgarionalso, ich hab mal in nem musikerforum gefragt, da kennt das keiner, aber einer der jungs weiß mit sicherheit, dass die band öfter mal eigene instrumente bastelt.

vermutet wird ein "blase"-midi-controller. per midi kann man instreumte und deren parameter steuern, also werden die vermutlich je nach blasintensität den klang verändern...


ps: vermutet wurde auch, dass das ne fette opiumpfeife war und du benebelt warst (von wegen nebelhorn...) ;) :D
SolsticeEs gibt sogenannte "Breath-Controller", die Klänge durch Atmung variieren können (typischer Einsatz zu hören beim Anfang von Bon Jovis "Living On A Prayer" (aber das kennt hier wohl keiner...)
(Nein, ich bin kein Bon Jovi Fan!). Letztlich lassen sich alle Bewegungen oder physikalischen Einflüsse über Elektronik in Midi-Befehle umwandeln. So gibt es zum Beispiel eine Harfe ohne Saiten, die über Lichtschranken Töne erzeugt...
Der Effekt, der bei Chers "Believe" zum Einsatz kam, ist ein Antares Autotune, der Gesangsstimmen bei schrägen Tönen geradebiegen kann (jawohl! glaubt ja nicht, alle Stimmen, die gerade klingen, wurden auch gerade gesungen!!!). Je nachdem, wie stark man die Parameter einstellt, kann man die Stimme unbemerkt "begradigen", oder extreme Tonwechseleffekte (wie bei Cher oder Daft Punk) erzeugen.
scorchedIch würde auch sagen, daß das besagte Instrument ein breath controller war - man steuert eigentlich einen Synthesizer (oder Effekte oder wasweißichwas) wie mit einer Klaviatur, aber hat eben die Möglichkeit, die Dynamik eines Blasinstruments als einen Kontrollparameter zu verwenden.

@Autotune: Sieh mal an - ich dachte immer, das wäre ein Vocoder (oder ist der Antares einer?)

Um an dem Thema dranzubleiben: Hat einer hier mal Mila Mar live gesehen? Beim M'era Luna 2003 demonstrierte sie mal den Umfang ihrer durchaus beeindruckenden Stimme und eine Art "Portamento" von ganz hoch nach ganz tief. Meine Freundin (die gesangstechnisch durchaus bewandert ist) meinte, es sei ein Effek. Wie geht das denn, ohne daß man es merkt, und live? Im Studio sicher kein Problem, da geht noch viel mehr (siehe "Farinelli"), aber live?
Belgarion[i] Vocoder :
Ein Vocoder funktioniert nach folgendem Prinzip: Ein Träger-Material, z.B. eine Streicher-Fläche oder ein Synthesizer-Akkord, wird durch einen Modulator (z.B. Sprache oder Gesang, aber auch Drumloops) so beeinflußt, dass der Eindruck entsteht, der Flächensound würde plötzlich sprechen oder singen. Dies geschieht durch die Übertragung der charakteristischen Frequenzmerkmale des Modulators auf den Träger.
Zu diesem Zweck wird das Spektrum des Modulatorsignals berechnet und daraus eine dynamische (zeitlich veränderliche) Filterkurve berechnet. Das Trägersignal wird dann mit diesem dynamischen Filter gefiltert. [/i] => [url]http://homerecording.de/modules/glossaire/glossaire-aff.php?lettre=V[/url]


und die stimme hoch/runterpitchen geht heutzutage auch recht einfach, da die effektprozessoren bzw. PC mit ihren effekt-plugins sehr schnell arbeiten können. kann sein, dass mila mar so was benutzten...
SolsticeGenau wie beschrieben: ein Vocoder "mischt" ("moduliert") im Prinzip ein Synthsizersignal (oder etwas anderes) mit einer menschlichen Stimme. Der Effekt klingt dann so, als könnte das Instrument "sprechen". Wurde z.B. eingesetzt bei Kraftwerks "Robotern" oder ELO´s "Mr. Blue Sky". Auf dem WGT 04 haben Covenant live einen Vocoder benutzt (der Keyboarder vom Publikum gesehen links hatte ein Kehlkopfmikrofon, das über einen Vocoder lief). Ein Vocoder ist also ein Effekt, der entwickelt wurde, um die Stimme zu verfremden.
Der Antares Autotune hat in erster Linie die Aufgabe, eine insuffiziente Intonation zu korrigieren, und das möglichst unbemerkt. Das Revolutionäre an diesem Teil, als es vor ein paar Jahren herauskam, war, dass es diese Eingriffe in Echtzeit mit minimaler Latenz bewerkstelligen konnte. So war es also erstmals möglich, neben umfangreicher Studiobearbeitung auch Gesangsparts in dem Augenblick, in dem sie entstanden, praktisch durch das Gerät durchzuschleifen und korrekt zu intonieren. Man kann an dem Ding die Korrekturzeit im Millisekunden-Bereich und die Korrekturgenauigkeit ("Human Touch") exakt einstellen. Theoretisch steht also einem Live-Einsatz eines solchen Effekts nichts im Wege. Ganz so einfach ist es dann zwar doch nicht, da man stimmlich schon eine gewisse Genauigkeit in der Intonation mitbringen muß (Wunder vollbringt auch dieses Gerät nicht), aber mit milder Effekteinstellung und gewisser Latenzzeit lassen sich die auffälligen "Cher-Effekte" (dort ist die Latenz auf Minimal eingestellt, so dass der Ton plötzlich von einem zum anderen springt, was unnatürlich klingt) so man will vermeiden. Aber wie gesagt, das reißt nicht alles raus. Eine Gesangsstimme besteht eben aus mehr als korrekter Intonation. Und mit dem Geraderücken der Töne mache ich aus Siouxsie Sioux noch keine Tarja und aus Robert Smith keinen Veljanov (wohlgemerkt: in ihrer Art alles gute Vocalisten!!)
scorchedOkay, danke für die Hnweise. Wenn man zu Hause Literatur über Synthesizertechnik liegen hat, sollte man sie vielleicht auch mal lesen :o (aber bis zum Vocoder bin ich nie gekommen). Den Effekt kannte ich schon als alter Kraftwerk-Fan, zum ersten Mal bin ich ihm wohl bei Alan Parsons Project begegnet. Als ich die Produkte auf der Seite von Antares sah, war ich aber schon ein bißchen "schockiert", wie sehr man da schummeln kann...
Andererseits fand ich es immer in Ordnung, wenn irgendwelche Boygroups mit Playback arbeiten - bei den Choreographien zu singen ist wirklich Schwerstarbeit.
rainravendankeschön, wenigstens kann ich mir jetzt ungefähr vorstellen, was der gute Mann da gespielt hat...

...und ich kenne sogar noch den Anfang von Bon Jovis "Living on a Prayer" ;)
*bin lange genug Hardrock-Poser gewesen*

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