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  Forum: Von Musiker zu Musiker
    Thema: Wie produziert Ihr (abmischen, Gesang) ?
BelgarionIch frag mich, wie Ihr so an sie Sache rangeht, bezogen auf Elektronische Musik.


Ich hab meistens ne Idee, mach dann im grunde oft den Refrain schonmal fast fertig. Dabei hab ich dann eine Standarddrum, tu nen Bass dazu, ne Melodie, ein paar Hats oder so, singe einmal kurz ein. Dann simm ich die Instrumente ab, mache viel am EQ und Effekten. Und ich hab das Gefühl, ich mach ZU viel. Ich hatte grad erst nen Song, bei dem ich dann mal einfach alle EQwerte wieder löschte - und es hörte ich dann viel besser an... :confused: Hab mir überlegt, ob es evtl. besser ist, alles erst ohne Effekt eund EQ nur lautstärkemäßig anzupassen und erst dann am FX+EQ zu werkeln... und beim EQ nicht zuviel. Ich mach oft +/- 10dB bei einer bestimmten Fequenz, also bei cubasis zB hab ich dann echte Gebirge bei meinem 4band-EQ nd nicht nur bei zB 4000Hz nen kleinen Hügel für den Gesang oder so.

Dazu kommt auch noch das Problem der Abhöre. Was sich über Kopfhörer gut anhört ist auf der Anlage unhörbar und umgekehrt...


Und zum Gesang: seid Ihr da gehemmt oder nicht? Ich bin da immer ein wenig leise, da die Nachbanr sonst alles mitbekommen, und beim Aufnehmen würde man NUR meine nervige kleine seichte Stimme hören, da das Playback nur über Kopfhörer läuft... :D
noise.not.noizeGesang gibt's bei mir ja nicht, ansonsten habe ich einen Tontechniker in der Verwandtschaft. Der kann selbst aus dem letzten Mist in fünf Minuten noch was rausholen und hat mir schon so einige Tipps und Tricks gezeigt.

Generell wende ich einen EQ erst dann an, wenn lautstärkemäßig alles passt und ich einen fertigen Mixdown habe. Dann kann man auch viel besser auf einzelne Mängel stoßen, als bei einer Abmischung jeder einzelnen Spur. Soll heißen, ich nehme alles auf, regle die Lautstärke und mache einen ersten Mixdown, den ich mir dann anhöre. Wenn ich jetzt merke, dass da zB der Bass zu wenig Höhen hat (ja, ich höre sowas, ich ging durch eine klassische Musikausbildung... differenziertes Hören ist der größte Vorteil daran!) oder etwas mehr Zerrung gebrauchen könnte, wird das im Nachhinein Spur für Spur korrigiert, nach jeder Spur wieder ein Mixdown etc. usw. usf... macht zwar saumäßig viel Arbeit, aber dafür sind die Ergebnisse toll.
Belgarion[QUOTE][i]Original geschrieben von noise.not.noize [/i]
[B]Gesang gibt's bei mir ja nicht, ansonsten habe ich einen Tontechniker in der Verwandtschaft. Der kann selbst aus dem letzten Mist in fünf Minuten noch was rausholen und hat mir schon so einige Tipps und Tricks gezeigt. [/B][/QUOTE] na toll... :q

;)

[QUOTE] Wenn ich jetzt merke, dass da zB der Bass zu wenig Höhen hat (ja, ich höre sowas, ich ging durch eine klassische Musikausbildung... differenziertes Hören ist der größte Vorteil daran!) [/QUOTE] ja, dass auch bass höhen hat und hohe melodie-instrumente bassfrequenzen ist mir durchaus bewußt, daher mach ich auch oft prophylaktisch einfach bei 1+4KHz ne absenkung bei den instrumenten, bei der stimme ne anhebung. oder ich mach nur oft schon von vornherein nen hicut zB beim bass - falsch?

benutzt du kompressor pro spur? ich nutze gar keine, auch weil es bei mir dann zu einer latanz in der software kommt... erst am schluss auf das gesamte stück. nach so 3-4stunden kommt dann zB so was bei raus, sofern alles glatt läuft ( is wohl "futeurepop" ) : [url]http://van-esco.de/MUSIC/TRACKS/Caveman_ZweiteHoehleLinks.mp3[/url]

1,5MB, is natürlich noch nicht fertig, und hab ich um 22h leise und nur einmal eingesungen ;)



[QUOTE] oder etwas mehr Zerrung gebrauchen könnte, wird das im Nachhinein Spur für Spur korrigiert, nach jeder Spur wieder ein Mixdown etc. usw. usf... macht zwar saumäßig viel Arbeit, aber dafür sind die Ergebnisse toll.[/QUOTE] hast du ein paar links zu deinen werken...? bzw "wer bist du denn?" ;) :D
noise.not.noize[QUOTE][i]Original geschrieben von Belgarion [/i]
[B] hast du ein paar links zu deinen werken...? [/B][/QUOTE]

Leider noch nicht, wenn das Semester endlich mal vorbei ist und ich meine letzte Klausur hinter mir habe, setze ich mich aber daran, mein erstes Album fertig und ionline zu stellen.
fragmenthmm...
Ich hab mir angewöhnt das grobe untermischen bei jedem neuen Instrument, das dazukommt sofort zumachen.
Gerade über meinen Basslinien schmeiße ich oft noch eine Verzerrung, um der bißchen Druck zu geben. EQ kommt meißtens auch gleich drauf, damit es nicht zu sehr brummt... sprich ich nehm ich den tieferen Regionen wieder was weg.

An den snares/claps fummel ich immer recht lang...dann liegen dann auch mal 2 Zerre übereinander und je nach Bedarf Filter, EQ, Reverb usw usw...
Auf Leads mach ich fast generell etwas Delay, EQ, Kompressor und auf Flächen Reverb + EQ und evtl Kompressor.
Wenn ich das nicht tue hören sich die ganzen Instrumente sehr trocken an und dann tue ich mich schwer noch weitere passende Sachen zu finden.

Zu vocals kann ich leider nicht viel sagen...ich habe erst einen Song bei dem ich das ernsthaft versucht habe. Hab mich da aber so schwer getan, dass ich irgendwann einfach eins von den 5 EQ-presets genommen hab...soviel zu dem Thema.

Alles was automatisiert wird und die Feineinstellungen mach ich erst am Ende...ich versuche mir gerade anzugewöhnen die ganze Arrangiererei ein bißchen konstruktiv anzugehen. Gibt ja immer jede Menge Frickelarbeit und die erledige ich nach Liste, wenns mit den Ideen gerade schlecht aussieht...öhm..ich schweife ab...

War jetzt doch relativ ausführlich...ich hab grad nix zu tun :D
Belgarion[QUOTE][i]Original geschrieben von fragment [/i]
[B]

War jetzt doch relativ ausführlich...ich hab grad nix zu tun :D [/B][/QUOTE] du kannst ja mal DE-fragment-ieren, so was dauert immer ein paar stunden... ;) :D
fragmentWie soll ichn das jetzt verstehen :eek: :D ?

Um mal zu verdeutlichen was ich meine hab ich schnell mal zwei snips geschustert...Eins völlig roh und eins vorbearbeitet. Also grob alles dahintergepackt um dem ganzen eine Richtung zu geben...

[URL=http://perfect.orangespace.de/snipeffects.mp3]Hier [einma klicken bitte][/URL] ist das ganze, wie ich es zur Weiterverarbeitung nutzen würde (und heute abend/nacht auch noch nutzen werde *g*).

[URL=http://perfect.orangespace.de/snippur.mp3]Und hier [nochma klicken][/URL] is dat ganze wie es ausm Synthie kommt bzw. das sample pur klingt. Wobei ich da schon an den Klangeinstellungen rumgewerkelt hab.

So nu mach ich was sinnvolles...
(nein ich werde mich nicht de-fragment-ieren :q ;) )
Belgarionna, ich meinte festplatte defragmentieren, du meintest ja, du hättest zu viel zeit ;)


werd erst morgen deine samples an- und hier wieder vorbei-schauen, ich schreib morgen um 9h ne klausur und hätte eigentlich gar nicht online gehen sollen *DSL und internetverlockungen verfluch*


da hab mir extra ein notebook gekuft, damit ich fernab und TV und internet lernen kann - und nu stz ich hier im schlafzimmer auf dem bett und bin über WLan on... *rgmpf* ;)
freakstyleIch kann jetzt zwar nur sagen wie ichs normalerweise bei meinen Rocksachen mache, da hab ich etwas mehr Erfahrung, und versuch das jetzt langsam aauch in den Elektrobereich mitzunehmen.

Also eigentlich fang ich schon beim Sounddesign damit an, so das ich an den Gitarren meist ausser Kompressor und Lowcut nicht mehr viel mit dem EQ machen muss (meist nur noch +/- 1-2 db). Bei Synthis bin ich noch nicht soweit *g* Da die Drums bei mir meist sowieso Programmiert sind hab ich da zumindest von der aufnahme keine Probleme.

Beim Abmischen Fang ich dann meistens mit der Base Drum und den bass an uzm Abmischen und danach dann mal Lautstärken mössig die Drums anpassen. Danach gehts einzeln durch die Drumspuren mit Kompressor und EQ und sonstige Effekte und dann wird das alles wieder Lautstärkenmässig angepasst. Und so gehts halt dann weiter

Ein Kompressor auf jeder Spur ist bei mir schon ein muss.
SolsticeIch setze beim Arrangement bereits hier und da Equalizer und / oder Kompressor ein. Die Lautstärken werden natürlich auch schon mal angepasst. Aber das sind dann alles noch Variablen, bis der Endmix gemacht wird. Den mache ich erst, wenn ich alle Spuren beisammen habe. Dann beginne ich auch mit den Drums (Bassdrum, Snare, Hihat getrennt, TomToms nicht mit zu viel Delay und alles mit Kompressor). Dann den Bass dazu, Gitarren und Synths, zuletzt den Gesang (erst allein, dann im Verbund mit der Musik. Wichtig ist, allen prägnanten Melodieanteilen, sei es Gitarre, Bass oder Gesang, einen Frequenzbereich zu lassen, der nicht von anderen Instrumenten zugebraten wird. Außerdem sollte man sich immer vor Augen (Ohren?) halten, dass ein Instrument im Solo-Modus nicht gut klingen muss, um ins Arrangement zu passen. Da ist Gehör und Erfahrung gefragt. Aber man kann sich ja einarbeiten. Man sollte nur nicht gleich am Anfang zu viel erwarten und resignieren. Tipps gibt´s reichlich.

Hörbeispiel: [url]http://www.the-escape.de/images/MP3/I%20Will%20Follow.mp3[/url]
Move over KateIch fang immer mit den Bass-Linien an, dann kommen die Grooves und zuletzt die Melodien... Mir gefällt das Arbeiten so recht gut, da ich ziemlich Rhythmus orientiert arbeite.

Grundsätzlich achte ich schon beim Arrangieren darauf, dass sich die Frequenzen der verschiedenen Stimmen im Frequenzband nicht beissen, also die Bässe z. B. den Leadsynth nicht in die Quere kommen, oder umgekehrt. Wenn da grundsätzlich was nicht passt, kann man am Ende auch mit EQs herzlich wenig retten. Im Zweifel dreh ich eher an den Filter-Settings (Cut-Off-Frequenzen und Resonanz) bis es passt. Die Synthie-Spuren (ich nutze meistens einen Quasimidi Quasar) mixe ich schon im Synthie selbst, regle also hier Panorama, Lautstärke, interne Effekte. Den Syth schicke ich dann Midi-gesteuert (Yamaha QY 700 Hardware-Sequenzer) als Stereo-Summe ins Mischpult, wo der Rest (meistens Vocals) vom HD-Recorder dazu kommt... Gleiches gilt für die Samples, die vom Akai S-2000 kommen.

Ansonsten gilt für mich, was oben schon gesagt wurde: Gitarren, Bässe, alle natürlichen Instrumente müssen bei der Aufnahme so gut klingen, dass ich im Mix wenig dran machen muss. Und was Solo gut klingt (z. B. typische Metallgitarre mit viel Druck in den Bässen, wenig Mitten, viel Höhen) kann den Mix dennoch total versauen. Im Zweifel hier die Frequenzen weg lassen, die anderen Instrumenten ins Gehege kommen... Den Gesang bearbeite ich grundsätzlich nur mit Compressoren und Effekten nach (Zerrung immer schon beim Einsingen), den EQ setze ich in 98% aller Fälle nicht ein. Ich benutze ein Großmembran-Röhrenmikro von Thomann, das Teil klingt eigentlich immer sehr gut. Gehemmt bin ich normalerweise nicht, was die Nachbarn denken, ist mir recht schnuppe...

Wichtig ist beim gesamten Prozess vor allem Disziplin... Aussagen wie "das Regeln wir im Mix" oder erst recht "kommt beim Mastern" halt ich für Käse. Wenn das Fundament nicht stimmt, nutzt alle Technik nicht. Oder wie unser Soundmann immer sagte: "Wenn ich nem Haufen Scheiße ein Fähnchen aufsetze und ihn mit Puderzucker bestreue, bleibt es im Kern immer noch ein Haufen Scheiße..." Da ist was dran.

Hilfreich waren auf jeden Fall die Bücher [URL=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3932275020/qid=1140264165/sr=8-1/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/303-6220486-7705036]"Mixing-Workshop"[/URL] und [URL=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3934903339/ref=pd_bxgy_text_1/303-6220486-7705036]"Das eigene Musikstudio"[/URL]

Zur Abhöre: Ich nutze normale Hifi-Boxen von Sansui, die hat mir ebenfalls unser Tonmann empfohlen. Die gab's bei Ebay für 30 Euro das Paar, die sind aber mit irgendwelchen englischen Qualitiätsspeakern bestückt, die recht teuer sind. Die waren ein Glücksgriff, sie betonen aber die Mitten etwas über, so dass ich den Eindruck hab, dass manchmal im Mix der Gesang zu leise ist. Den Eindruck hab ich immer, wenn ich z. B. über "Bumm-Bumm-Bumm-nur-Höhen-und-Bässe"-Hifi Boxen abhöre (z B. die viel gelobten Bose :mad: ). Dafür klingts auf Mamis Küchenradio mit CD-Player wieder ganz anders. Letztlich ist es beim Mix so wie beim Fahren mit nem schnellen Auto. Irgendwann weiß man, dass man vor der Kurve runterbremsen muss, weil man sonst rausfliegt. Spätestens wenn man einmal rausgeflogen ist...

Hier ein aktueller Rough-Mix, und Rough-Mix heißt wirklich: maximal zehn Minuten für Effekte, Compressoren und Verhältnisse:

[URL=http://rapidshare.de/files/13266407/IG_Farben_-_Widerstand_jetzt_.mp3.html]IG Farben - Widerstand jetzt![/URL]
noise.not.noize[QUOTE][i]Original geschrieben von Belgarion [/i]
[B]Oder ich mach nur oft schon von vornherein nen hicut zB beim bass - falsch?[/B][/QUOTE]

Nicht unbedingt falsch, aber ich bin der Meinung, dass man dem Bass seine Höhen auch nicht rauben sollte... das schwierige ist, dass diese Frequenzen eben sehr leicht zu einem breiigen Sound führen können, wenn sie sich dann überlagern mit 'nem anderen Instrument. Aber ich würde beim Bass-Instrument erstmal versuchen, die Höhen drin zu lassen und dann nachträglich eben runterreglen.

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