| die 4 elemente | [B]"Psychonaut"[/B] Das Wort wurde von verschiedenen Autoren benutzt, u. a. von Timothy Leary. Grob definiert beschreibt es jemanden, der die "innere Welt" der Seele bereist, entdeckt ... sei es durch Drogen (wovon wir uns hier klar distanzieren) oder durch Meditation und andere Wege der Bewußtseinsveränderung. Das Lied gleichen Namens von Carl McCoy/Fields of the Nephilim wurde 1989 veröffentlicht. [B]Psychonaut[/B], nach numerologischen und mathematischen Prinzipien ("Goldener Schnitt" / Phi 1,618) konstruiert, aufgenommen bei Kerzenlicht und Weihrauchduft, ist mit der mystischen Beschwörungsformel im Kernstück wie ein Zauber und wir sind ein Teil davon. Wer es hört, kennt die Worte, spürt wie es durch den Geist pulsiert und die Lebenskraft des eigenen Geistes nutzt. Der meditative Mittelteil, der die Trance einleitet (''zi dingir kia kanpa, zi dingir anna kanpa'_ - Gott der Erde, erinnere Dich, Gott der Himmel, erinnere Dich") ist sumerisch. "Wir weiten unsere Kehlen und intonieren die uralten Namen, wir rufen die Nephilim und sie kommen zu uns, Fremde mit eines Menschen Augen"... [B]"Psychonaut's"[/B] Intention (sowohl die des Liedes als auch die des Projektes hier) ist es nicht, auf einer kognitiven Ebene verstanden zu werden. Er ist vielmehr geschaffen dazu, tief unter die Haut zu gehen, durch alle Nervenbahnen, unter die Synapsen - und dort zu verweilen für lange, lange Zeit ... [B]"Projekt Psychonaut"[/B] Freunde und Fremde, die ihre Seele offenlegen. Sich dabei verletzlich zeigen, stark zeigen, schwach zeigen. Es wird gebeten, wie schon beim I. Teil des "Psychonauten" die "Stille" des Projektes nicht durch Kommentare oder Kritik zu stören, sondern diese nur im [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=40294]Freundeskreis "Projekt Psychonaut II"[/URL] anzubringen. Ebenso sollten sich die Beiträge im "Psychonauten" an jekura´s Anspruch für dieses Forum ("sinistre Gedanken, dunkle Seelen") orientieren. Und sie mögen sich dabei, den Nervenbahnen gleich, miteinander verknüpfen, ergänzen ... [B]Die 4 Elemente sind:[/B] [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] - offen für alle Interessierten. [SIZE=1](Wer Interesse hat, bitte bei Wasser, Feuer oder Erde per pn melden)[/SIZE] [COLOR=sandybrown]Erde[/COLOR] - die Aversion, m. [COLOR=coral]Feuer & Flamme[/COLOR] - Odessa & the nephilim, w. & m. [COLOR=teal]Wasser[/COLOR] - neptunia, w. [color=silber]Eisregen[/COLOR] - White_fang, m. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Zentaur - Sanyasin, m. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Quecksilber - Pelloquin, m. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Einhorn - Sternenstaub, w. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Silber - Elbenblatt, w. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Stahl - Haevion, m. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Sylph - Sanna i.s.p., m. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Salz - LaChatte, w. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / Sturm - autumnnight, w. [COLOR=purple]Blitz & Donner[/COLOR], Elemente-umspannend: Nnordy, w.; Menedemos, m. [IMG]http://claudia-krug.de/gothicboardpicts/projekt2b.jpg[/IMG] [SIZE=1]Diesmal eine Collage von Sanyasin. o.v.l.n.r.: Elbenblatt, Nnordy, Haevion, the nephilim, Sanyasin, Pelloquin; m.v.l.n.r.: Sanna i.s.p., Menedemos, Sternenstaub, Odessa, Darket; u.v.l.n.r.: die Aversion, neptunia, autumnnight, Lachatte.[/SIZE] |
| die Aversion | [COLOR=orange]Erde[/COLOR] Je älter ich werde, desto klarer erscheint mir nicht nur die Gewissheit, dass ich keines natürlichen Todes sterben werde, sondern auch, dass ich es bin, der mittel- oder unmittelbar meiner Existenz ein Ende setzt. Ich habe jetzt vier Abende in Folge in Gegenwart von Menschen verbracht – Menschen, die mir etwas bedeuten, die mir lieb und teuer sind. Doch reichte es aus, diese Anspannung aufkommen zu lassen, die sich meiner bemächtigt, wann immer ich mich für einen zu langen Zeitraum nicht zurückziehen, nicht vom Rest der Welt abkapseln und bewusst ICH sein kann. Es ist ein innerer Druck, der mich panisch werden und der Welt mit Verstörung begegnen lässt. Baut er sich nur lange genug auf, ohne dass er die Chance zu entweichen besitzt, habe ich das Gefühl, den Verstand zu verlieren. Je länger dieser Zustand anhält, desto näher fühle ich das Durchdrehen, den völligen Kontrollverlust, der einzig und allein darauf abzielt, dem sich aufwallenden Druck nachzugeben und diesem endlich die Freiheit zu gewähren, nach der er so machtvoll verlangt. Dabei ist es nur ganz natürlich, dass es, je größer der Druck wird, resoluterer Mittel bedarf, ihn zu kompensieren; und Schmerzen jeglicher Art sind der Kompensation schon immer dienlich gewesen – womit wir bei der potentiellen Todesart Nummer eins angelangt wären: Einmal die Situation falsch eingeschätzt, einmal nur eine Maßnahme, die ich besser hätte unterlassen sollen, und das war's. Welch eine Ironie, wenn man es sich genauer betrachtet: Während man versucht, einem subjektiv empfundenen Kontrollverlust vorzubeugen, wird man zum Opfer eines objektiv bestätigbaren. Doch wie gesagt: Ein intensiverer Druck bedarf eines größeren Ventils, was durchaus in einer bewusst herbeigeführten Selbstauslöschung zu münden vermag. Das ist jetzt nicht als Ankündigung eines Selbstmordes (beziehungsweise eines Amoklaufes, siehe unten) zu verstehen, sondern als das Ergebnis, zu dem ich gelange, wenn ich mein Verhältnis zu mir selbst sowie der 'Menschheit als solcher' bis zur letzten Konsequenz weiterdenke. Die dritte Möglichkeit, die mir vorschwebt, gewissermaßen wenn ich keine Gelegenheit hatte, den Druck in mir – dieses zerrende, nach 'draußen' dringende Etwas – kontrolliert verpuffen zu lassen, ist das ungesteuerte Bahnbrechen zu lange unterdrückter Aggression, die sich unterschiedslos gegen mich wie meine Umwelt richtet – eine im wahrsten Sinne des Wortes blinde Wut, die ihren ultimativen Tribut an der Welt fordert und mich mit der Kugel eines Scharfschützengewehres im Kopf zurücklässt. Noch ist es nicht soweit, und hoffentlich wird es nie soweit kommen. Bisher schrie ich immer, ohne dass mir ein Laut entfleuchte, und/oder schrieb, um den Druck auf diese Weise in kontrollierte Bahnen zu lenken und ihn Stück für Stück abzubauen, allmählich entweichen zu lassen, ohne dass die Gefahr einer Explosion besteht. Stumm schreiend und schreibend. Schrei(b)end. So sitze ich hier. |
| Sternenstaub | [COLOR=grey]Einhorn.[/COLOR] Es schlägt die braunen Augen auf. In der Traumwelt. Es hört Schreie, hört ihn weinen. Wie damals, wie oft. Das Einhorn und seine Vergangenheit. Es versucht, weiterzugaloppieren. Doch manchmal schmerzen die Hufe. Es verirrt sich im Zauberwald, wird zurückgeworfen, stolpert und verzettelt sich. In Träumen und in der Realität. In Scherben und im Glanz - zerrissen. |
| Nnordy | [COLOR=purple]Blitz und Donner[/COLOR] Die Zeit. Wie sie mir einmal mehr davon rennt. Je älter ich werde, umso schneller scheint sie zu sein. Oder werde ich langsamer? Wie man doch immer seinen Zielen hinterher rennt. Und die Zeit. Sie lächelt. Immer einen Schritt voraus. Die Möhre vor der Nase des Esels - immer im Kreis, versuchend, die Möhre zu erhaschen, die doch stets immer außer Reichweite bleibt. Zeit haben. Zeit festhalten wollen. Augenblicke... Wie Blitze in einem mächtigen Gewitter, so gibt es diese Augenblicke, die sich für immer einprägen. Solche Augenblicke gibt es, die in meinem Gehirn für immer eingebrannt sind... M., wie er mir zu meiner bestandenen Führerscheinprüfung gratuliert - 10 Tage vor seinem Tod. A., wie sie mir vom Anruf meiner Eltern erzählt, mit der Nachricht, daß meine Oma gestorben ist. Meine Mutter, wie sie uns eines Morgens aufweckte - wie alt war ich? 8 oder 9 Jahre alt? - und uns erzählte, daß der nette alte Herr von nebenan gestorben ist. Mein Vater, der auf meine Frage, wo denn mein Wellensittich ist, mit Tränen in den Augen antwortet: "er ist tot". Der Anblick des Sarges vor der Trauerfeier. Schlaglichter, vor einem endlosen Vorhang aus niederfallendem Regen. Grelles Weiß in schwarzer Schwärze. Auch Donner kann sein wie ein Blitz. Auch wenn er länger grollt... Meine "wilde Phase" mit meiner besten Freundin. 3 Monate "utmost extremes". 4 Stunden Schlaf pro Nacht, jeden Abend weg, Party, nicht nachdenken. Suche nach Wärme, nach Zärtlichkeit, Geborgenheit, nachdem ich vor den Scherben meiner Beziehung stand. Zurückgewiesen, abgeschmettert, Trost suchend in Armen, die mir nicht das gaben, was ich suchte... ER, mit einer Anderen in den Armen... Donner grollt. Und mein jährlicher Donner: Der Herbst. Eingeläutet durch den Wind, der das Herbstlaub durch die Luft wirbelt, mich einholt mit seiner blauen Melancholie, die sich schneeflockengleich auf meine Seele und mein Gemüt senkt, mich von Jahr zu Jahr mehr niederdrückt - mit der Zeit, die mir davon rennt. Möhren im Äther. Staubwolke am Horizont. Verdurstend in der Wüste. Zeit. Augenblicke. Donnergrollen. Hab mich dabei aus den Augen verloren... Wer bin ich? |
| Sanyasin | [COLOR=skyblue]Luftiger Zentaur ....[/COLOR] [COLOR=darkblue]Freude über die Rückkehr des Experimentes ....[/COLOR] [COLOR=skyblue]Luft![/COLOR] Ja, da ist es wieder dieses Element. Neben Feuer, Wasser und Erde galt die Luft in der Antike als eines der vier Urelemente. Und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts galt die Luft als einheitlich. Auch in diesem Experiment Verbindet sie. Bewegt die Erde, schürt das Feuer und läßt das Wasser nicht zur Ruhe kommen. Luft ist in dünner Schicht ein farbloses und unsichtbares Gas, dessen Vorhandensein wir gerne vergessen. "Der ist Luft für mich", sagen wir, wenn wir jemanden geringschätzen. Eigentlich müßte das aber ein riesengroßes Lob sein, denn von der Luft hängt unser Leben ab. Von der Luft .... [COLOR=skyblue]Luft Luft Luft[/COLOR] Wie jeder andere Stoff, so ist auch die Luft gekennzeichnet durch eine ganze Reihe von Parametern. Hier möchte ich nur eine nennen .... Den Siedepunkt bei -194,35 °C bei anderen war es 2003. Das Jahr. In meinem Leben hatte der Siedepunkt viele Daten. Hier einer von Ihnen .... Ich hatte oft die kindliche, durch nichts begründete Hoffnung, unsere Elfe könnte sich wieder erholen. Die Prognosen der Ärzte waren, wie die Erfahrung uns gezeigt hatte, nicht annähernd so zuverlässig wie das makelose Weiß ihrer Kittel und Hosen. Sie hatten uns prophezeit, so wörtlich unser Kind würde völlig verblöden. Sie hatten uns ihren Tod im Alter von zwölf bis fünfzehn angekündigt. Beides war nicht eingetroffen. Sie sprengte die Erkenntnisse der Schulmedizin! Ich vergrub meine ganze Hoffnung darin, in Elfe eine Ausnahmepatientin zu sehen. Einen Menschen der jeder Prognose strotzt. Natürlich wusste ich, das die Krankheit sich längst über ihre Organe hergemacht hatte, ein böses, gefräßiges Tier, das nicht aufhören würde, bevor es ganze Arbeit geleistet hatte. Ebenso wussten wir, dass die starken Medikamente, die sie einnehmen musste, ihre Kraft unaufhaltsam von einer andern Seite her erschöpften. Als der Schluckmuskel betroffen war und sie sich immerzu verschluckte und beängstigend wenig aß und trank, als sie lebensbedrohlich abmagerte, ja da wurde ihr eine Sonde eingesetzt. Sie sollte fest in ihrem Magen "installiert" werden und über die Bauchdecke zugänglich sein. Der Eingriff wurde ambulant unter Volnarkose vorgenommen. Meine Frau und die Elfe waren Fix und Fertig als sie aus der Klinik zurück kamen. Mann hatte unser Kind dort behandelt wie eine Schwachsinnige, nicht mit ihr gesprochen, nicht einmal den Versuch gemacht, ihr die Vorgänge zu erklären. Und obwohl man in dieser Klinik keine Erfahrung im Umgang mit ihrer Erkrankung hatte, war die Bitte meiner Frau, bei unserer Elfe bleiben zu dürfen, bis sie einschlief, auf taube Ohren gestossen. [I]Sie hatten mich hinausgeschickt, ich habe mich hinausschicken lassen, immer noch autoritätsfürchtig, obwohl ich inzwischen es doch hätte besser wissen müssen. Nach zwanzig langen, quälenden Minuten wurde ich wieder hereingerufen, weil mein Kind so verkrampft war, dass der Arzt nicht weiterkam. Ich sah die schreckgeweiteten Augen meiner Tochter, stieß diese dumme Schwseter beiseite, nahm sie in die Arme, streichelte sie, murmelte tröstende Worte, ich spürte, wie sich ihr kleiner, magerer Körper allmählich entspannte.... [/I] Diese Worte! Diese Worte. Sie durchliefen mich und taten weh, weh ...... weh. Sie hatten versucht der Elfe mit Gewalt den Mund zu öffnen. Ich fuhr am nächsten Tag in diese Klinik ... wollte das Team der Gastroenterologischen Station sprechen, zitierte selbst den Abteilungsleiter hinzu. nachdem ich mich einigermassen beruhigt hatte, erläuterte ich dem Professor und seinem Team, dass sie von Menschen nicht halb so viel verstanden, wie sie eigentlich solten. Es war mir egal was sie dachten - sie sollten hören was ich zu sagen hatte, denn die Elfe konnte nicht mehr schreien .... aber ich konnte. Und ich tat es .... Der Professor entschuldigte sich bei mir, nicht bei der Elfe. Bei mir. [I]Er hatte nichts begriffen. Nichts![/I] Ent-schuldigen .... Sich der Schuld entledigen. So leicht wollte ich es ihnen nicht machen ... ich verließ die Klinik ohne einen Händedruck, ohne ein weiteres Wort. Zu meiner Wut kam die Scham. Ich konnte der Elfe nicht in die Augen sehen. |
| the nephilim | [COLOR=coral]Flamme[/COLOR] Ihr Elemente, ihr ruft die Flamme herbei..... Und sogleich züngele ich um euch herum, dem magischen Gesetz folgend, zum Ursprung des Rufes. Füge mich ein, in die Muster, die ihr webt und knüpft. Die Wechselwirkung mit euch, den ewigen Elementen, wird zu einem Tanz der Möglichkeiten, auf dem Weg durch grenzenlose Welten und deren Wahrnehmung. [IMG]http://people.freenet.de/paraphernalia/nephilim/FeuerundFlamme.jpg[/IMG] |
| Haevion | [color=#87CEEB]Luft[/color] / [color=#767676]Stahl[/color] Unsere Herzen sind aus [color=#767676]Stahl[/color]. Wie lange ist es her? Zeit heilt keine Wunden. Vor zwei Monaten schrieb ich das letzte Mal, weil ich festgestellt habe, dass Sprache die Menschen nicht erreichen kann. Wir sind von Chiffren umgeben, die einst von den Romantikern erfasst und niedergeschrieben wurden. Wahre Gefühle? Der Mensch ist nicht zum empfinden wahrer Gefühle fähig. Nicht in dieser Zeit. All die Schönheit, die einst zu Worten wurde, nun in Bilder und Fotos gebannt wird, ist nichts als Lüge. Wie könnte ich euch mit meinen begrenzten Worten erklären, was ich sehe? Wie kann ein Mensch erklären, was Liebe ist? Worte sind unnütz. "Alles, was den Menschen bleibt, sind Erinnerungen." Ich stritt mit Sternenstaub über diese Aussage. Und doch ist es wahr... Der Mensch ist nichts weiter, als eine einzige Erinnerung an das Vergangene. Alles was wir sind, existiert bloß in unserem Kopf. Wenn wir zu den Sternen aufblicken, können wir nicht mehr die Schönheit in ihnen sehen, welche die Menschen vor 200 Jahren in ihnen sehen durften. Wir sind gefangen in einer neuen Welt. Überall ist künstliches Licht. Und dort, auf den fernen Dörfern, wo die Nacht stockfinster ist, und wir tief in's Weltenall blicken können, auch dort wird unser Blick gebrochen, von den winzig kleinen Rußpartikeln, die hoch oben in der [color=#87CEEB]Luft[/color] schweben. Ein unwirkliches Gefühl von Freiheit. Der Mensch ist frei, so lange er denken kann. Und doch ist unser Verstand nichts weiter als Erinnerungen, die in Ketten liegen. Unsere Herzen sind aus [color=#767676]Stahl[/color]. |
| Sanna I.S.P. | [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / [COLOR=royalblue]Sylph[/COLOR] viele menschen drängen sich eng aneinander, anscheinend macht es ihnen nichts aus; ich kann mir stets freiraum verschaffen, alles nur eine frage der erscheinung, und die liegt nicht in kleidung oder schminke, und auch nicht in sonstigem tand begründet. man hält abstand, genau das ist es, was ich mir wünsche, wozu ich die anderen stumm auffordere - sich mir nicht zu nähern. es ist simpel, das was ich ihnen mitteile, ohne meine lippen zu einem einzigen wort zu öffnen, und meist versteht man. aber immer wieder gibt es einige, die sich nicht an die stille abmachung halten. und ich spüre ihre wärme auf meiner haut, fühle ihren atem - es ekelt mich an, es ist abstoßend. selten verschwinden sie von allein, öfter gehe ich, oder scheuche sie fort - alles eine lapalie. warum sollte es mich kümmern. |
| the nephilim | [COLOR=coral]Flamme[/COLOR] Ausgegangen von einem Raum, der nicht mehr der eigene ist, keiner ist, weil er von anderen beansprucht wird. Sie nehmen den Raum fort, indem sie ihn betreten, gewollt ungewollt. Es wird zu unserem Raum, statt zu meinem, der ja aufgehört hat zu existieren. Die Eindrücke kommen und gehen nicht mehr wellenhaft, gleitend - nein, sie sind jetzt intensiv, konstant und fortwährend, gewollt, ungewollt. Die FLAMME, sie züngelt um unsere Seelen, durchdringt unsere Träume, unnachgiebig fordernd, an uns zehrend, wie eine Schlange, deren Gift das Feuer ist.. Einer einzelnen läßt sich ausweichen, dem Feuer entgehen, davonlaufen..... Gleichzeitig erhellt sie die Dunkelheit, verschaft sie Einblicke in die Welt, die sonst nur die mächtige Sonne zu ehellen vermag. Dazu muß man sie unter Kontrolle halten. Eindämmen. Manipulieren. Und wehe, man macht einen Fehler; es könnte der letzte gewesen sein. So plötzlich, fast aus dem Nichts. Kleine Flamme. So unscheinbar. Immer und immer wieder zehrt sie an mir, meinem Körper, meinem Geist und meinem "Herz" Wäre es nur ein Feuer, in dem man mit Leidenschaft bis zur Gänze verbrennt ! Und vorbei ! Doch in diesen Tagen ist es das Lodern, eines kleinen Flämmchens, was unscheinbar und fast bläulich unsichtbar, vor mir gaukelt, mich umtanzt. Als ob sein Wort sei: "Laß uns brennen." Und so höre ich mich rufen, nach dem Großen, dem Feuer, als wären es die Worte von andern Wesen, die durch mich klingen, als hätte ich es selbst gesagt und wieder entschwinden. Einer Flamme gleich, unbestimmt und im Wandel unberechenbar. Doch ähneln sie einem Muster. Und musterhaft sind sie verquickt mit Situationen und Details aus meinem Leben. Wie von Magie gefesselt, angerufen vom großten aller Magier: Zeit . In Zyklen und Kreisen, wie die Flamme, mal da, mal wieder nicht, oder an einem anderen Ort, um ein anderes Wesen zu verzücken. Bleib ich zurück, nicht entfacht. Abgebrannt, ausgebrannt ? Oder brenne ich - ist das dieses Gefühl ? In der Tiefe der Nacht, Gedanken und Gefühle die sich wandeln und gegenseitig bedingen. Die Erde in mir, gleichzeitig das Feuer, von den Göttern bestimmt und durch die Sterne angezeigt. Der Charakter und das eigene Wesen. Das eine verbrennt, vernichtet die Erde, die Früchte der Erde und alles Leben, das andere bringt all das hervor. Um diese beiden Mysterien spannt sich der Bogen meines Lebens. Wie ein kleiner Splitter im Kopf ist es ständig zu spüren, durch alle Welten und Zeiten. Es scheint als könne es auch durch eine Kugel nicht ausgelöscht werden. Ewig bestehen, ewig ! Es kann nicht anders sein. Flamme sein. Wesen entfachen, um in einem großen Feuer zu brennen, bis weder Glut übrig bleibt, noch Rauch, den sie erzeugt. Kein Wünschen, kein Hoffen. Keine Geschichte, die eingemeißelt ist in einen Grabstein. Nur Erinnerungen, die in einem fernen Universum schlafen, das einst mein eigenes war. Der Zauberspruch ist vergessen, die Magie hat aufgehört zu wirken. Aeonen ! Es bleiben Wahrheit und Lüge, die sich umschleichen wie zwei Krieger, die wissen, daß sie einander brauchen, um zu existieren. Leben mit der Lüge....... Wahrheit ist nicht wahr... Wenn Wahrheiten sich als Unwahrheiten entpuppen, wird dann die Realität zur Absurdität ? Momentane Wirklichkeit. |
| the nephilim | [COLOR=coral]Flamme[/COLOR] Der blaue Himmel ist bedeckt mit grauen Wolken, die sich durch die Lüfte veformen. Eine spannungsgeladene Atmosphäre, doch es kommt kein Regen, keine Entspannung. Keine Entlastung. Kein Reinwaschen. Die Wasser des Himmels, sie harren aus, als spielten sie mit der Spannung. Nein, als würden sie darüber herrschen. Ein Blitz schlägt ein, in den knöchernen Baum am Rande der Felder. Mit einem lauten Knall und Donnergrollen, frißt er sich tief in seinen Stamm, bis hinunter zu seinen Wurzeln. Entfacht erst eine kleine Flamme und bald steht bereits ein ganzer Ast in Flammen, bis schließlich der ganze Baum lichterloh brennt.. Auch im Schutz des Feuers kann die Flamme nicht überleben, wenn es keine Erde gibt, die es gilt zu verbrennen, oder sie bereits schwarz und verkohlt ist.. Wenn es kein Wesen gibt, das sie zu zügeln vermag, oder zu nutzen im rechten Maße. Wenn die Welt nur noch voller Hüllen ist, die sich nicht mehr entfachen lassen, oder wie ein Strohfeuer in Sekunden verbrennen. Tränen. Wasser des Himmels - ergieße dich ! Heiliges Wasser - ich rufe dich... Komm und ergieße dich. Wasche mich rein vom Fluch der Götter und der Menschenkinder... |
| the nephilim | [COLOR=coral]Flamme[/COLOR] Liebe X. Sicher, es hätte auch zu einem besseren Ende kommen können. Aber bedenke die Worte, die ich seit Anbeginn gesagt habe. Andererseits, du hattest Recht, Liebe ist kein Dauerzustand, wenn man nicht am Wachstum arbeitet. Und nun tanzen die Hexen wieder bis zur Ekstase. Springen um und durch die lodernden Flammen des Feuers. Ich war ja die ganze Zeit nicht involviert, denn der "alte Platz", war nicht mehr "rein". Also warte ich auf die neue Weihe, um die Energien zu reinigen. Die sieben Steine sind immer noch an ihrem Platz bei den Bäumen versteckt. Wenn du sie finden möchtest, warte bis Dezember. Und vergiß nicht den Vers von dem Magier - du brauchst keine Angst vor dem Wald zu haben. Die Dinge werden sich ändern. Realisiere es ! |
| Little Dreamer | ...Himmel ist bedeckt mit grauen Wolken... [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR]massen wältzen sich vor Wut. Luft, Träger des Wassers, der Emotionen, Träger grauer Emotionen, grauer Wolken, die sich in einem Sturm entladen und dem Feuer, der Flamme Nahrung geben. Die Flamme, die sich in die Gedanken brennt und versucht sämtliches Gefühl auszulöschen. Luft will nicht mehr ignoriert werden. Sie fühlt sich einsam und verlassen, denn sie hat niemandem mit dem sie sich vollkommen verbinden kann, es ist immer nur eine halbherzige Vermischung, die sich bei der nächstbesten Gelegenheit wieder trennt. Genau wie der Regen, der im nächsten Sturm wieder zurück zur Erde geht. Die Gäste der Luft sind nur selten da, meißt zieht sie allein über den Himmel. Luft will nicht mehr von der Flamme verbrannt werden und doch ist sie selbst die Ursache dafür, da sie allein der Flamme die Möglichkeit gibt zu existieren. Luft ist unvollkommen, ist unrein, verschmutzt durch die emotionalen Abgase des menschlichen Lebens. Die ganzen Verunreinigungen unentdeckt, sieht man jedoch meißt nur den wunderschönen blauen Himmel. Wunderschön anzusehen, wenn die Sonne die letzten Strahlen des Tages auf die Erde wirft. Wunderschön..... |
| Sanyasin | [COLOR=skyblue]Luft ....[/COLOR] [COLOR=darkblue]z e n t a u r[/COLOR] (All)tagsgeschichten in Leben von Elfen und Ihren Mitbewohnern ... Immer wieder waren Hilfsmittel in unseren (All)tag gekommen und nach anfänglichen Gewöhnungsschwierigkeiten selbstverständlicher Teil davon geworden. Der Rollstuhl. Die Rikscha. Und zuletzt, als der Rücken der Elfe sich zu verformen begann, die Sitzschale ..... diesmal ... diesmal war es die Sonde .... und sie verursachte die tiefgreifenste Veränderung. Wir lernten schnell, damit umzugehen. Im Grunde war sie auch eine entlastung. Der Aufwand des Pürierens entfiel ... und wir waren wieder in der Lage das Haus für längere Zeit gemeinsam zu verlassen. Nachdem Nahrungsbeutel und Sondamat morgens angeschlossen waren, konnte die Elfe über Stunden aufnehmen was sie brauchte. Sie bekam eine spezielle Nahrung, die wir regelmäßig bestellen mussten. Auch die Medkamente wurden ihr nun auf diese Weise zugeführt. Sie kam wieder zu Kräften, litt nicht mehr unter Hungergefühlen und brauchte sich nicht mehr mit Essen und trinken abzuplagen. Gewöhnen ..... Kan man sich daran gewöhnen? Nicht an den Anblick von Ihrer Bauchdecke, aus der das eine Ende der Sonde hervorsah. Nicht an den Anblick des Beutels und Schlauchs, der an die Sonde angeschlossen werden musste. Nicht an den Sondamaten, einen Apparat, der die Nahrungszufuhr regelte und einen Pieton von sich gab, wenn der Beutel leer war. Alles in mir sträubte sich dagegen so an meiner Elfe zu "hantieren" ... Sie anhängig zu wissen von diesen Dingen, die so leblos und hässlich waren ... Sie aber lies alles geduldig mit sich geschehen. Beklagte sich nicht ... hielt still, wenn mir Anfangs noch die Hände zitterten, weil ich Angst hatte ihr weh zu tun. Unser Familienleben war vorallem von den gemeinsammen Mahlzeiten bestimmt gewesen, zu denen wir uns am Küchentisch trafen, wo wir Neuigkeiten austauschten und Pläne schmiedeten. Davon wichen wir trotz der Sonde nicht ab. Die Elfe bkam Quark, Jogurt, Pudding oder bstbrei, alles was sie besonders gerne mochte. "Sie muss etwas haben, was ihre Geschmacksnerven anregt", sagte meine Frau immer. Außerdem wollten wir alle zusammen Essen, wie immer! Und die Elfe genoss die Mahlzeiten, die sie früher gefürchtet hatte, weil es nicht darauf ankam, ob sie viel aß oder wenig. Ich genoss sie auch, denn sie ließen mich fast den Femdkörper in Ihr vergessen ... Nach ungefähr einem Jahr jedoch begann ich die Sonde, an die ich mich noch immer nicht gewöhnt hatte, zu hassen. Wir konnten genau ablesen, wie viel sie zu sich genommen hatte und wir sahen, dass es nach und nach immer weniger wurde. Meine Frau hatte die Entscheidung getroffen. Sie stellte den Sondamaten ab, sobald unsere Elfe ihr signalisierte, dass es genug war. Ich und auch unsere anderen Kinder rangen um jeden Mililiter. Ein aussichtloser Kampf ... Denn die Elfe machte nicht mit. Sie hatte ihr Leben lang gekämpft, sie wollte nicht mehr. Und doch war es die Zeit ihrer grössten Gelassenheit. Sie besuchte weiterhin die Schule in der Lebenshilfe. Noch in der Woche, bevor sie starb, brachte meine Frau sie zweimal hin, wenn auch nur jeweils für eine Stunde. Es war für die Elfe wichtig sich auf den Abschied vorzubereiten. Es war auch für ihre Freunde wichtig, vor allem für Hubert, der sich gegen das Abschiednehmen wehrte, genau wie Fynn. Er wich nicht von Elfes Seite. Er spielte für sie Geige ... er weinte nicht. Er lachte. Vielleicht dachte er, sein lachen könnte sie halten. Dummer Hubert, dummer Fynn. Zu der Zeit war Gott nicht mein Freund, nicht der Freund meiner Familie ... ich zweifelte an allem was ich studiert und erlernt hatte, an allem was ich Glaubte. Dieser Gott war böse. Er lies sich von einem Lachen nicht rühren ... und die Hoffnung lies ihn kalt. |
| Odessa | [color=coral]Feuer[/color] Wie so oft ist es, neben dem kühlenden und reinigenden Wasser, die Erde, die mich jetzt schützt, die mich aufnimmt, in der ich mich verkriechen kann. Deckt mich zu, ohne zu fragen nach dem Warum und für Wie lange. Deckt mich zu ohne zu fordern. Lässt mich einfach zur Ruhe kommen. Würde mich auch einfach sterben lassen, wenn ich es denn wollte. "Du kannst Dich selbst einweisen, ich empfehle Dir die Schwesterklinik in Wasserburg. Es wird Dir guttun, das war alles etwas zu viel in diesem Jahr." Der Wunsch, sich wieder, nach all den Jahren, dem Druck zu ergeben....ein Messer, und nur ganz kleine Schnitte. Das Gefühl, noch zu leben. Das Blut tropft, also lebe ich. Egal wie sehr "sie" mir zusetzen, egal wie sehr "sie alle" mich in die Ecke drängen, egal wie sehr "sie" mich um Antworten bitten (nein, sie bitten nicht - sie fordern, sie drängen, sie befehlen, sie dominieren mich in einer Penetranz und Gewalt, einer Vergewaltigung gleich) - egal egal egal, über mein Blut entscheide ich immer noch selbst. Ihr habt mir nicht zu sagen was ich zu tun habe. Ihr habt mir nicht zu sagen was ich zu fühlen habe. Das Blut tropft. Schön. Gut so. Die Tränen tropfen auch. "Leg die Schere weg. Bitte leg die Schere weg. Gut so. Komm mit mir. Komm einfach ruhig mit mir. Markus, nur die Mini-Amp. Tavor, das andere verträgt sie nicht." Carl´s Augen, sie sind immer da. Auch jetzt. Es ist immer das Letzte was ich sehe, bevor der Nebel kommt. Die Watte. Der sanfte Halbschlaf der "Droge". Seine Arme sind es, die mich auf die Liege legen. Er ist es, der bei mir bleibt. Der IMMER bei mir ist. Mich nicht im Stich lässt. Mich nicht allein lässt, in dieser ewigen Dunkelheit und mit dieser furchtbaren Verlorenheit, in dieser Angst und Angst und Angst und Angst... Er hat nie gefordert. Er hat nie gedroht. Er hat mich einfach genommen wie ich bin. Vielleicht war das der ganze "Zauber" dabei. Kein Ritter auf einem Pferd. Nur ein Mann, der statt "ich" das Wort "wir" benutzte, der statt "Dein Problem" sagte "es ist unser Problem und wir lösen es zusammen". Es ist verdammt leicht, ein Held zu sein (mein Zynismus lässt mich nie im Stich, haha, how bizarre...). Es ist so verdammt leicht, mein Herz zu bekommen. Man muss es sich einfach nur nehmen. "Sie haben ein Zimmer für Dich. Du kannst am Wochenende einchecken wenn Du willst. Ich rate es Dir." Ich möchte zu Carl. Es ist ruhig dort, wo er ist. Seiner Liebe bin ich mir immer sicher, da ist keine Angst, kein Zweifel, kein Mißtrauen - alles ist so leicht dort. Lasst mich doch einfach, niemand braucht mich hier. Das nutzloseste Wesen auf diesem Planeten bin ich, war es immer. Versager. Loser. Meine Eltern hatten Recht, damals. Es tut mir leid, dass ich ihre Erwartungen nicht erfüllt habe. Niemandes Erwartungen erfüllt habe. Ich habe es weiss Gott versucht, 40 elende lange Jahre lang habe ich es versucht. Habe mich angepasst, habe mich zurückgenommen, habe versucht, "nicht existent" zu sein. "Ich bin unwürdig, auch nur Deinen Schatten zu erblicken" war immer das Motto, unter dem meine Ehen und Freundschaften standen. Ich bin der Wurm, und Du bist der Stiefel der auf mich tritt und ich küsse Dich sogar noch dafür... denn ich bin es eigentlich ja nicht mal wert, getreten zu werden. Manchmal ist der Blick in den Spiegel so grauenvoll, dass es in Übelkeit umschlägt. Erbrechen, Würgen, Krämpfe. Ich kann dieses Gesicht nicht mehr sehen. Ich kann diesen Körper nicht mehr ertragen. Er macht keinen Sinn, wenn er nicht von Carl umarmt wird, wenn es nicht Carls Augen sind die in meinen versinken, und dieser Körper hat die Frechheit, hat die unvergleichliche Frechheit, sich auch ohne Carl nach Armen und Augen zu sehnen, nach einem Gegenüber. Das darf nicht sein. Jedes Flämmchen, jede Flamme- und mag sie noch so verführerisch sein - wird im Keim erstickt, sie könnte so gefährlich werden. Sie könnte Carl´s Augen verbrennen, könnte die Erinnerung an seine Arme und seinen Geruch und seine Liebe verbrennen, wenn sie nur gross genug wird, die Flamme, um zum brennenden Herzen zu gelangen. "Stabilisiert. Krisenintervention, ambulantes Setting wie gehabt. Okay, es ist Deine Entscheidung. Versprich mir, an den Notfallkoffer zu denken. Versprich, zu kommen, wenn es übers Wochenende schlimmer wird." Ich verspreche alles. "Wir" versprechen sowas immer. "Wir" haben Erfahrung darin, unsere Panik zu verbergen. Nach aussen hin das gleichmässig, sanft und gemütlich prasselnde Kaminfeuer zu sein, während es innen wie in einem Vulkan brodelt. Erde. Tut so gut. Erde kennt das Gefühl auch. Erde hasst die Menschen und lässt doch mich, als einen davon, zu sich. Nur die Erde kann das Feuer ersticken, auf eine gute Art. Ohne Druck, ohne Drohung, ohne Zwang. Mit viel Verständnis, Geduld und "Liebe". Liebe der anderen Art. Die auch eine kranke Seele akzeptiert. Weil sie selbst die Qualen kennt. Die gleichen. "Messer Schere Feuer Licht, sind für kleine Kinder..." - es wäre fast schon ironisch, diesen Kinderreim zur Hymne zu ernennen. Wirre Gedanken in meinem Kopf, ich schreibe sie so nieder wie sie kommen. Psychonaut. "Mein Kind". Habe ich noch eine Seele, die ich ergründen, bereisen, "ausloten" kann...? Oder ist auch das nur noch eine Illusion? Der Erde ist es egal. Sie deckt mich zu. Schweigend. Liebevoll. Verstehend. Sie lässt mich schlafen, zur Ruhe kommen, niemand hetzt mich dort, unter der warmen Erddecke. Niemand lacht über mich, niemand verhöhnt mich, niemand sieht mich und dieses mir so unerträglich gewordene Gesicht, diesen so sinnlosen und ebenfalls unerträglichen Körper. Das Wasser ist da für mich, wenn der Schlaf vorbei ist. Es kühlt die Wunden, wischt die Tränen fort. Und das Blut. |
| Odessa | [color=coral]Feuer & Flamme[/color] [IMG]http://www.semjaaza.com/ur/volcanos/firesnake_comp.jpg[/IMG] "The adept can passively witness worlds different than his own, but may not have the means of elaborating mentally or describing with word-symbols based on human experience things for which he has no terms of comparison. Imprisoned in his body, man has no other means of reference than comparison with the impressions his senses and his mind convey to him. Yet sensorial impressions are fragmentary and delusive. His inner universe alone is really within man's reach. Only by analogy with its own forms can the mind depict what lies beyond itself. The outward world is but an appearance, a reflected image; the only real thing is the mirror. This is why the formulation of knowledge can only go so far as the seeker possesses an articulate knowledge of his own self." "Hindu Polytheism" by Sri Alain Danielou |
| Sternenstaub | [COLOR=grey]Einhorn[/COLOR] [COLOR=crimson]Und das Blut ...[/COLOR] In Gedanken fließt das Blut, benetzt die Haut des Einhorns. Doch ist es nur noch die Vorstellung. Und der Wunsch verflüchtigt sich ganz langsam. Er ist nur noch ein Wunsch einiger Momente. In den Momenten der inneren Schreie, in den Momenten, wenn die Brust zu bersten schei8nt und das Einhorn doch schweigen muß. Es ist ein Fabeltier. Zu zart, um akzeptiert zu werden, zu fragil. Und doch kämpft es. [I]Immer ...[/I] Für die freien Momente, wenn es über das Land traben kann, den Wind spürend, die [COLOR=green]Luft[/COLOR] ... |
| Elbenblatt | [COLOR=silver]Silber[/COLOR] [COLOR=skyblue]in der Luft[/COLOR] [COLOR=crimson]Blut??[/COLOR] Was hat Silber mit Blut zu schaffen? Vieles ist silber. Vieles mit dem man sich verletzen kann. Ja, an Blut gedacht hat Silber schon oft. Oft schon schien Blut zu verlocken, schien eine Lösung zu sein. Doch bisher blieb Silber hart. Und es möchte niemals schmelzen. Rot und Silber vermischten sich nicht. Doch Schmerzen lassen einen die Realität spüren. Schmerzen müssen nicht immer blutig und tief und heftig sein. |
| Sanna I.S.P. | [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] / [COLOR=royalblue]Sylph[/COLOR] wenn die luft schwül und stickig wird, wird das atmen schwer, und die gedanken winden sich in fremdartigen wegen, die oft besser nie gesehen werden sollten ... ein gang durch das spiegelkabinett der ängste - wo aus jeder glatten wand die eigene hand ragt, um das schwert mit dem namen 'furcht' tief in den eigenen leib zu stoßen, bis es schließlich unmöglich wird, sich zu bewegen, alles zu verlassen; wenn die unfähigkeit, sich aus dem horror zu befreien schließlich auch den geist lähmt, und die gestalten aus den spiegeln nacht für nacht weiter vordringen, und ihre verzerrten grimassen wie höllenfratzen zu schauen sind, dann erkennt man im schmerz dinge, die mehr schein, als wahr, eher illusion, als real, und gewiss und ganz und gar nicht förderlich sind. wird das einzige vertraute, das einzige, das nicht vom schleier der angst umhüllt ist, schmerz sein, dann erkennt man auch im dunklen glanz des ewigen schnitters keinen bedrohlichen feind; vielmehr wird es ein einladendes lächeln, welches vom schädel des letzten einen hellen gang durch das labyrinth der ängste vorzeichnet. und welchem sterblichen wäre es schon gelungen, wenn der Tod sein angebot ausbreitet, ihm mit einem 'nein' zu entgegnen ... wie viele spiegel habe ich schon zerschlagen, nur um mit schrecken zu erkennen, dass ich mich sogleich in tausend scherben, häßlicher und gräßlicher als vorher, wiederspiegelte. wie oft rannte ich in die richtung, weg von dem anziehenden schein der dunklen höhlen im gesicht des einen letzten, nur um schließlich direkt in seine arme gelaufen zu sein. wie lange werde ich noch herr meiner bewegungen und gedanken sein, bevor sich der ring der grimassen tödlich um mich schließt und wie lange erliege ich schon der illusion, herr über mich selbst zu sein ... |
| Nnordy | [COLOR=purple]Blitz und Donner...[/COLOR] Auch der Blitz ist oftmals nurmehr ein Gefangener im Käfig - wenngleich der Raum des Käfigs weit ist, so ist und bleibt es doch ein Käfig. Begrenzt. Beengt. Immer wieder die Grenzen, die die Illusion von Freiheit unwiderbringlich zerstören. Und auch der Donnerhall - ist er nicht auch begrenzt, begrenzt durch die Zahl der Echos, die ihm folgen, wenn er widerhallt im Tal? Auch hier: Grenzen. Freiheits-Illusionen. Gefühle, die sich Bahn brechen, die frei sein wollen, grenzenlos, ent-grenzt - doch der Raum schließt sich, es gibt keine Tür, kein Fenster, nicht einmal einen Spalt, aus dem die elektrische Energie entweichen könnte. "Keiner kommt hier raus" - aber hier kommt auch keiner rein. Wie lang noch werden die Blitze zucken über's Firmament, wird der Donner, götter-zorn-gleich, durch den Raum rollen? Erschöpft sich nicht auch der Urgewalten Kraft einmal? Irgendwann ist der Akku leer. Schon werden die Blitze weniger. Auch weniger lang, weniger hell. Der Donner dröhnt schon viel viel leiser. Akku leer. "Ich habe mich erschrocken, Du sahst richtig schlimm aus..." Das Gewitter hat seine Grenzen erreicht - und sie nicht überwinden können. Abermals. Ein letzter Blitz zuckt über den Nachthimmel. Implosion statt Explosion. |
| Sanyasin | [COLOR=skyblue]Luft ........[/COLOR] [COLOR=darkblue]Z e n t a u r [/COLOR] ja ... auch beim letzten Treffen unserer Gruppe stand der Tod im Raum. Jeder sprach ein paar Worte mit der Elfe. Alle nahmen Abschied, ohne zu wissen, dass es wirklich der Abschied sein würde. Der Tod war schon so oft gekommen. Wir wussten, dass es keinen Sinn hatte, die Türen und Fenster vor ihm zu verschliessen. Aber manchmal hatte er sich auch schon zu früh Einlass verschafft. Und war wieder gegangen, um noch ein paar Wochen zu warten. Darauf hoffet ich .... Und wenn er sich nicht von allein wieder zurück zog, dann würde ich im einen Tritt geben. Ich sah mich um ... Einige Kinder, denen es wesentlich besser ging als meiner Elfe, wirkten zerquält. Sie waren unruhig, hatten blasse Haut und eingefallene Wangen. Und die Elfe? Ihr Gesicht war Glatt und faltenlos, vom häufigen Aufenthalt im Garten bebräunt. Ihre Miene war oft angespannt, besonders gegen Abend, aber niemals Elend. Niemals. Bei diesem letzten treffen saß sie im Rollstuhl wie eine Kaiserin, die Hof hielt. Sie schaute jeden an, der mit ihr sprach, oder ihre Hand nahm. Hörte jedem zu. Ihr Gesicht war so weich, so gelöst ... ich hatte die aberwitzige Erwartung, sie würde gleich aufstehen, lächeln und gesund sein. Ich sah den Tod klammheimlich verschwinden. Er hatte sich geirrt. Diese Elfe gehört ihm nicht. Und obwohl sich alle außer mir auf die Trennung vorbereiteten, gab es noch einen Tag vor ihrem Tod kein Anzeichen dafür, dass sie wirklich sterben würde. Loslassen ..... Am Lebensende eines jeden Menschen steht dieses kleine Wort. Loslassen. Es war all die Jahre in meinem Kopf. Meine Frau hatte die Elfe losgelassen. Ihre Augen. So groß. So dunkel. So müde. Ein alter Mann der loslassen wollte - doch noch, noch hielt ich sie. An den Fingerspitzen. Die meiste Zeit war ich bei ihr in diesen letzten Tagen, von denen ich nicht wusste, dass es die letzten sein würden. Ich ließ sie nicht los. Ich redete mit ihr, las ihr vor, hörte mit ihr zusammen Musik. Wir betrachteten den [COLOR=skyblue]H i m m e l ........[/COLOR] das Blau, das Weiß der Wolken, das Grau. Und selbst im Schweigen spann ich Fäden, die sie halten sollten .... luftig, Hauchzart. Spinnwebenfäden. Die Tage vergingen sehr langsam. Sie lullten mich ein. Ich wurde unvorsichtig. Traute meiner Hoffnung. Gesprächen ging ich aus dem Weg ... vorallem mit meiner Frau. Es war unfassbar für mich, dass sie dem Tod die Tür öffnete. Bitte, lieber Herr Tod, treten Sie doch ein. Dürfen wir Ihnen etwas anbieten? Unsere Tochter vielleicht? Ich hatte nicht gewusst, dass ich so bitter sein konnte. Ich habe meine Elfe nicht losgelassen. Ich halte sie noch immer. ... ... ... |
| Nnordy | [COLOR=purple]Blitz und Donner[/COLOR] "Bitte, lieber Herr Tod, treten Sie doch ein... [...] Ich hatte nicht gewußt, daß ich so bitter sein konnte." Sanyasin Oftmals gehen sie Hand in Hand - der Tod, diese ruhige und unbegreifliche Kraft, und die Bitterkeit, eine der intensiven menschlichen Gefühle, die so schnell in Verzweiflung, Kälte umschlagen können und oft der Trauer den Einlaß verwehren. Wenn der Tod zur einen Tür hereinkommt, und zur anderen Tür die Bitterkeit - dann ist für die Trauer kein Platz mehr. Der Raum ist voll. "Das Boot ist voll" "Trauer, Sie müssen leider draußen bleiben." Wie gut ich eine solche Bitterkeit kenne. Nicht umsonst ist der Name gewählt - sie hinterläßt einen wahrlich bitteren Geschmack auf allem, was Leben ist, auf allem, was Handeln ist. Ein Beigeschmack, omnipräsent - ein erstarrter Blitz am Himmel. Blitze können Feuer bedingen - die Bitterkeit kann umschlagen in rote, ohnmächtige Wut. Magmaheiß, die Frage: [COLOR=orangered]WARUM?????[/COLOR] Oder sie kann zu etwas werden wie dem Schweigen zwischen dem Blitz und dem folgenden Donnergrollen. Dunkel. Ohnmächtig. Kalte Verzweiflung. Die Frage bleibt dieselbe. Der Tod schert sich nicht um unsere Fragen. Er läßt uns mit ihnen zurück, er läßt uns mit all unseren Beigeschmäckern, mit all unseren Gefühlen zurück. Er läßt uns mit dem Verlust zurück, mit dem Loch in unserem Selbst, das tiefer gähnt als die tiefsten Abgründe einer alighierischen Hölle. Aus diesem Loch entsteigt sie dann - kalt wie Eis. Die Bitterkeit, Königin des Abgrunds. Besetzerin des Raumes. Hält die Trauer auf Distanz. Hält das Loslassen auf Abstand. Sie ist eine verneinende Existenz, und sie malt es in großen schwarzen Lettern über unser Herz, unsere Gefühle, Gedanken: [COLOR=purple]NEIN[/COLOR]. Dem Tod ist es einerlei. Demjenigen, der mit ihm geht, nicht. Wie muß es sein, wenn man seine Lieben, die man zurückläßt, so sieht - überwältigt von diesem schwarzen Monster, das alles in sich aufsaugt, was Leben heißt? Nein, so darf es nicht sein. So darf es nicht enden. Es gibt die Chance... Sie ist wie ein reinigendes Gewitter, voller Blitz und Donner, voll Schmerz und Angst und Verlust, an dessen Ende die Erde wie neu geboren wird, die Luft rein und klar ist, das Feuer wieder munter und voller Leben brennt, das Wasser an jeden Ort fließt, lebensspendend, kraft-spendend... Und der Mensch - loslassen kann. Und die, die gehen, wirklich frei werden... In stillem Gedenken: Helene Luise Berta Exner (1921-1999) - danke. |
| Sternenstaub | [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] Immer flog ich umher. In all den Jahren, zwischen verschiedenen Orten... Unterwegs... Doch immer, wenn ich nach Köln kam, in Deine kleine Wohnung, wußte ich, dass ich zu Hause war. Ich kam zu selten und nun bin ich auch zu selten dort. Es war nie Dein Zuhause. Dein Zuhause war St Petersburg, war der 'Nevskij Prospekt' und die Brücken an der Neva. Hier hattest Du nur uns. Und Briefe, Briefe, die kamen und kommen, mit gerader russischer Schrift. Früher warst Du noch vital, umarmtest mich kräftig, wenn ich da war, kochtest für mich und sprachst eine Sprache, die einmal die meinige gewesen ist. Wir lachten zusammen. Dein Lachen war so hell. Ich habe Deine Wachheit immer bewundert - genau, wie Deine Energie. Doch die Zeit verstrich. Und nun liegst Du in Deinem Bett, bist zu schwach um aufzustehen. Die Zeit hinterlässt mehr Spuren, als ich dachte. Sie hat Dich zerbrechlich gemacht. Traurig und alt. Mit Antidepressiva auf dem Nachttisch und Medikamentengerüchen verrinnt die Zeit weiter. Und ich hoffe jeden Tag, dass es eine Phase ist, dass Du bald aufstehst, trotz Deiner neunzig Jahre, dass wir Deinen Geburtstag feiern. Ich kann Dich nicht mehr besuchen, ich ertrage es nicht, Dich so zu sehen. Bitte verzeih mir. Bitte ... Vielleicht ist es wirklich der Herbst. Vielleicht tut Dir der Frühlingswind gut. Du wolltest bis zu meiner Hochzeit leben, hast Du gesagt. Ich weiß nicht, wann und ob ich heirate, also leb, leb weiter. Ich brauche Dich... Wir brauchen Dich. Ich liebe Dich, Oma. |
| Odessa | [color=coral]Feuer & Flamme[/color] [color=blue]Die Stadt liegt da in ihrem nackten Licht die Nacht spuckt ihre Jäger aus... Desperados schaun hinter mir her kalte Blicke unter die Haut. Il mio corpo esalta la femminilità oziosa complicità è una luce nel buio i nostri torpedos si fermano qua - Wir beide sind... So nah am Feuer so nah am Tabu wir küssen die Nacht nur ich und Du. Ich bin Dein dunkler Cherubin Du die Sphinx im schwarzen Kleid wir sind beide bereit... Wir sind - so nah am Feuer Wir halten uns fest und besiegen die Angst wir atmen gern die Gefahr wir lieben den Abgrund und fühlen uns im Schatten unverwundbar... I falsi allarmi di felicità perversi è un soffio di libertà e come due parà per noi non ci sarà ritorno... So nah am Feuer so nah am Tabu wir küssen die Nacht nur ich und Du. Ich bin Dein dunkler Cherubin du die Sphinx im schwarzen Kleid wir sind beide bereit... Wir sind - so nah am Feuer [/color] Warum mir dieses Lied grade heute durch den Kopf geht? Vielleicht weil ich es grad gehört habe...aber das tu ich öfter. Vielleicht weil mir selten ein deutscher Text so unter die Haut ging. Aus Gründen auch immer. Wie lange? Wieso überhaupt? Was ist es genau? Muss man es benennen, ergründen, analysieren, zerreden, zer-klären....oder einfach nur zulassen? 13 Monate ist es her, das mit Carl. Diese wenigen Wochen, wo nichts war ausser unserer Träume und diese grosse - ungelebte - Liebe. 13 Monate lebe ich isoliert, in Trauer und Einsamkeit, und seit seinem Tod im Juni war da nur noch mehr Trauer und noch mehr Einsamkeit. Keine Witwe, die ein Leben teilte mit ihrem Mann, trauert so lang und so viel. "Du bist immer präsent. Die ganze Zeit. In meinem Kopf, Geist, überall".... Du auch bei mir. Und ich versteh es genauso wenig. Wir haben uns noch nie gesehen. Ich habe nicht die leiseste Ahnung warum gerade Du, unter all den Dutzenden von Männern (auch hier).... Peng, knall, drei oder vier Tage FK-Geschreibsel und dann auch gleich schon am Telefon und seitdem - "24 Stunden rund um die Uhr nur ein Gedanke". Und Carl ist zwar immer dabei...aber auf eine gute Art. Eine Art, die mir sagt: "Mach endlich. Lebe wieder. Lebe weiter. Hey, der Typ trägt auch Hüte und er nennt Dich Miststück. Das hat was. Verjag den nicht. Lass es einfach zu". Carl steht da, in meinem Herzen, und lehnt an einer Wand. Und lächelt...weiß ganz genau, dass er IMMER da sein wird. An dieser Wand. IM Herzen. Und da sind noch soviele leere Ecken und Wände, wo noch ein Anderer Platz hat. Sie werden sich verstehen, die beiden. Es geht immer wieder weiter. Das Leben, das Hoffen, das Träumen, das Fühlen. Es wird auch immer wieder zu Ende gehen -das mit dem Gefühl. Ich glaube nicht mehr an die Ewigkeit. Aber die muss es auch nicht sein. Kurze Ewigkeiten, intensiv gelebt, halten lange vor. Sehnsucht. Angst. Weiche Knie und Zweifel, Schmetterlinge und Eifersucht, jedes - geschriebene oder gesprochene Wort - wird gedreht, abgeklopft, ist wichtig...Drama, Achterbahn, "into the spiral", und keine Gurte sind stark genug, das lange auszuhalten. Aber der Kick, der Kick...der ist es allemal wert. Das Kopfstehen. Das Kribbeln im Bauch. Die durchwachten Nächte, wie im Fieber, Feuer Feuer Feuer überall... "Verliebte Menschen sind albern". Ja, lieber Sanna, das sind sie wohl wirklich. Aber diese Albernheit - ist es nicht das Einzige, was dieses Jammertal Leben ein bisschen erträglich macht? Keine Ahnung wann wir uns sehen werden, Feuer & Flamme. Keine Ahnung was dann passiert. Vielleicht löst sich alles auf, sobald die täglichen Telefonate und das Geschriebene hier der Realität weicht....und in dieser keinen Bestand hat. Wer weiss? Wichtig wird auch dann immer nur sein, dass "es" war. Aber im Moment ist das jetzt und hier und heute, und das tut gut. Und macht mich endlich wieder lächeln. Und wieder wütend werden. Und wieder eifersüchtig werden. Und wieder eifersüchtig machend... Das Leben, dieses eine, nicht mehr und nicht weniger... ("Zu nah am Feuer" - Alice & Stefan Waggershausen, zu einer Zeit als wir beide schon "gross" waren...) |
| LaChatte | Wir sind das [COLOR=teal]Salz[/COLOR] der Erde. In kleinen Mengen verhilft es zu mehr Geschmack, in grossen Mengen macht es krank oder kann sogar töten. Salz hilft reinigen. Salz ist ein pharmakon, Gift und Heilgabe. Die Dosis musst du herausfinden. |
| the nephilim | [COLOR=coral]Feuer und Flamme[/COLOR] "Also sprach Zarathustra: Eins ! O Mensch ! Gib acht ! Zwei ! Was spricht die tiefe Mitternacht ? Drei ! "Ich schlief, ich schlief -. Vier ! Aus tiefen Träumen bin ich erwacht ! Fünf ! Die Welt ist tief, Sechs ! Und tiefer als der Tag gedacht Sieben ! Tief ist ihr Weh-, Acht ! Lust - tiefer noch als Herzeleid: Neun ! Weh spricht: Vergeh ! Zehn ! Doch alle Lust will Ewigkeit-, Elf ! Will tiefe, tiefe Ewigkeit!" Zwölf ! Das Erleben, Wahrnehmen, Glaube an Worte, die man liest, hört und spricht. Diese eine Wahrheit : Du und ich. Ohne Zweifel ausgesprochen. Glaubhaft, Ernsthaft, ohne Zweifel wahrnehmbar.Es ist wahr. Real. Der Eremit, der nach dem wahren Menschen suchende, wird gefunden. Gefunden, von einem Menschen, voller Schmerz und Angst. Wir sehen uns an, doch ohne Blicke. Sie sind uns nicht geschenkt, nein, sie scheinen weit. Aber, brauchen wir Blicke, um uns zu sehen ? Wir sehen uns spürend, durch Zeit und Raum, ertasten uns auf kosmische Art. Du und ich. Zwei Schwingungen, so gleich, als sei es eine. Ja, es ist eine. Sie, ist in dir und in mir. Sie lässt uns zueinander streben, zusammenwachsen,... Wir sind durch Türen gegangen, uns zu Treffen, in unbestimmten Welten. Ich stieß sie zu, in einem Wahn von Fiebertraum. Schande.... Das Göttliche verraten. Ich, der Judas ! Du machst die Tür wieder auf. Ich stehe da. Schuldig. Es war eine Sünde. Gegen die Götter, gegen die heiligen Felder und gegen die Gefühle. Gegen den Mensch. Gegen dich. Und mir bleibt zu hoffen, du vergibst... ... Die Flamme, sie hat mich verbrannt. Ich bin zum Feuer geworden. [COLOR=coral]Feuer und Flamme[/COLOR] Die Wiedergeburt, die Reinigung ??? What ever !!! ... Wir hören uns sprechen, dein Mund an meinem Ohr, ganz nah und so unsagbar weit. Es bringt diese Zweifel hervor...wer ich denn wirklich bin...!!! Wer bist du ? Zweifel ? Angst ? Ja, habe ich. Doch ich glaube an den Sinn. Das Gesetz der Felder, wirkt in uns durch uns, im Tanz zwischen den Polaritäten. Gerade frag ich mich, liegt es denn überhaupt an uns? Sind es wir, die das gestalten ? Oder wird durch uns etwas gestaltet und wir erleben es auf ganz besondere Art ......?? Durch lesen und hören.....Worte auf einem Bildschirm.......leise Worte und lautes Rauschen, am anderen Ende vom Telefon.... Worte....eins zuviel,.....eins zu wenig,...ein falsches hier,....und ein Mißverständnis da,....... Was können Worte schon sagen ?????? Die Sprache, ein Virus aus dem All.. Bayrisch - Hessisch ? .....Gibt es da ein Wörterbuch ??? Und wenn, kann es helfen, Mißverständnisse auszuräumen, wenn man hunderte Kilometer entfernt.......Ein Bild, eine Imagination.... träumt ? Teile fügen sich zu etwas zusammen. Die Felder, sie schicken uns zu einen Tanz. Einen feurigen, flammenden Tanz. Doch gerade Tanzen, sagst du, sein nicht meine Stärke, zumindest momentan,....kommt die Flamme dem Feuer nicht hinterher,....verzettelt sich. .......straucheld... wie das Einhorn..verirrt sich in dieser neuen Welt.Gefühlswelt. Es ruft mich das Wasser. Hören, was der Geist des Wassers sagt. Der Fluß, wie er fließt und dabei spricht. ...so weise Worte....ich werde ihn besuchen.... Wo ich Stunden verbrachte, am Ufer sitzend und doch schwimmend. Am Fuße der Lorelei. Ein weniger mystischer Platz, dennoch ein Ort voller Kraft. Ein Ort voller Geschichte, meiner persönlichen..... Wie wäre es, wenn wir mal dort wären ? Eine Vorstellung... Am liebsten, wenn abends, oben auf dem Felsen ein Konzert stattfindet, mit dieser unbekannten Band, wo dieser Carl singt ..... Ich sehe mich, wie ich dich durch die Orte und Geschichten meines Lebens führe. Hat es eine Bedeutung ? Könnte sie dir gefallen, meine Welt ???? ......wer ich denn wirklich bin......???? (Es gibt hier keine Berge, aber das weißt du ja....) "Feuer unterm Eis" Ulla Meinecke und Herwig Mitteregger, aus einer Zeit .... (Zitat aus "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche) |
| Odessa | [color=coral]Feuer[/color] [QUOTE][color=red]Ich sehe mich, wie ich dich durch die Orte und Geschichten meines Lebens führe. Hat es eine Bedeutung ? Könnte sie dir gefallen, meine Welt ?[/QUOTE][/color] Es ist schon fast beängstigend, wie sich die Gedanken gleichen...ich packe ein Päckchen, mit Dingen drin die für niemand einen Wert haben. Außer für mich - und, vielleicht, für Dich..? Der Platz am Gardasee, wo ich jedesmal stehe, wenn ich ankomme und wenn ich wieder abfahre. "Wo ich meine Seele verloren habe und sie seitdem regelmässig besuchen muß". Ein Foto davon.. "Könnte es Dir gefallen, diese meine Welt?..." Der Schnee vor meinem Fenster, meterhoch, von November bis April, manchmal auch Mai...dieses Land ist rauh (aber herzlich die Menschen darin), das Bergvolk ist den langen Winter gewohnt (und beklagt ihn jedes Mal aufs Neue) und die Menschen sind etwas "leiser" und nicht ganz so gesprächig, in diesem Klima. Holz vor den Höfen und Hütten, der Winter wird wieder ein harter, wenn es schon jetzt, Mitte November, ständig Minustemperaturen hat im zweistelligen Bereich. Das Vieh ist nicht mehr auf den Weiden, nur noch die Pferde von Matthias und dem Grubmayer Anderl sind tagsüber draussen, wälzen sich im Schnee.... "Könnte es Dir gefallen, diese meine Welt?" Berge, wo immer Du hinblickst. Auch im Sommer eisbedeckte Gipfel. Kurze, aber heisse Sommer. Schafe auf den Weiden, Hühner laufen Dir vor die Füsse, Kühe an jeder Ecke und die Habichte, Falken und Bussarde kreisen über jedem Haus. Eine Welt, die einfach ist. Wo man abends, wenn es dunkel ist, zu Hause sitzt. Mit wenigen Freunden oder allein. Den Gedanken nachhängt. "Beschaulich" nennt man das wohl. Ruhig. Friedlich. Durchaus düster, durchaus morbide...die dunklen Wälder, die Täler, die Leitzach und die Schlierach, die sich ihren Weg bahnen, wilde Wasser, noch wilder nach der Schneeschmelze, und sie reissen oft alles mit sich...Auch so manchen Traum. Ich sitze immer am Wasser. Ich brauche Wasser um mich herum, anders könnte das Feuer sich selbst gar nicht ertragen. Es gibt hier einen Wasserfall, am Schliersee, im Josefstal...wenige hundert Fußmeter, dann steht man vor ihm...einige Meter hoch, ergießt er sich in zwei Sturzbächen, und in der Mitte stehe ich im Sommer, so oft, und lasse die Wasserperlen um mich tanzen und die Regenbögen, die erscheinen...Kein Ort gibt mir mehr Ruhe als dieser Wasserfall, in diesem Zauberwald. "Das würde ihm gefallen. Ganz sicher". Mißverständnisse...Schuld...Türen zu und auf... Nichts was zu verzeihen wäre...es sind Dinge, die geschehen, immer wieder geschehen werden. "Hier" und "Da" und überall. Ich hatte es in 10 Minuten schon wieder vergessen...vergeben...Das Alter hat auch Vorteile, und einer davon ist: man hält sich nicht mehr zu lange mit Nichtigkeiten auf. Mit "verbalen" Mißverständnissen. Die Grundstimmung, die Grundschwingung, das "Feld" - das stimmt. Ist stimmig. Nein, wir "machen" es nicht. Nicht bewußt. Es geschieht mit uns. Schön. Ich war schon immer eher passiv, was das angeht. Ich lass es einfach geschehen. Ich lass DICH einfach geschehen, in meinem Leben, in meinem Kopf, in meinem Herzen. ("on a lighter note": Was bleibt mir auch anderes übrig? - Denn es ist doch bekannt...Erbarme, die Hesse komme...") [color=blue]We must suffer to free our pain can you help us to find our way? You're here to stay stay here in paradise I'd end this moment just to be with you through morphic oceans I'd lay here with you, only to stay stay here in paradise only to stay so lonely from this maelstrom free are you from this maelstrom ...to be with you ("And there will your heart be also" - Carl McCoy/Fields...Nephilim)[/color] [IMG]http://people.freenet.de/Fields-of-Odessa/CarlMcCoyEngelslogo.JPG[/IMG] |
| Sanyasin | [COLOR=black]loslassen .........[/COLOR] [IMG]http://www.beepworld.de/memberdateien/members79/vanillefarbenerhimmel/fly-away.jpg[/IMG] [COLOR=black]flieg mein geliebtes Kind, flieg ................[/COLOR] |
| die Aversion | [B]Die Gegenwart...[/B] Vater Du bist da seit eh und je, Begleitest mich, wo ich auch steh', So gibst Du (D/m)einem Leben Sinn, Erklärst mir stets, wer ich denn bin. Im Höhepunkt steht meine Sonne, Während Deine stetig sinkt, Beraubst mich freudig jeder Wonne - Als Narr verblendet, der sie trinkt. Wer bist Du denn, der Du es wagst, Mein eigen Sein zu definieren, Wann immer Du sehr sachlich sagst, Was es nun gilt zu akzeptieren?! Ich klaube Dir aus Deiner Hand Mein Leben und bleib' unerkannt. Versuch nur zu begreifen mit Vernunft, Doch war ich nie von Deiner Zunft; Nach Deinem Schlage kam ich nie, So lies dies jetzt, begreife, sieh: Wir sind nicht eins, Du solltest's wissen, Und wir werden's niemals sein; Noch ist das Band nicht ganz zerrissen, Doch bin ich ganz gewiss nicht Dein. |
| die Aversion | [B] ...selbst als Geschichte erzählt... Janus: Isaak[/B] Die Sonne hielt sich feige hinterm Horizont versteckt, Da trat Vater in mein Zelt und hat mich aufgeweckt. Er sagte: Steh auf Sohn, Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, Gott verlangt ein Opfer, Und der Weg zum Berg ist weit. Wir nahmen den Esel, Zwei Knechte mußten mit. Sie trugen das Holz, Sie hielten kaum Schritt. Wir durchquerten die Wüste, Die Sonne brannte heiß. Vater blickte kalt, Sein Herz war aus Eis. Vater, wohin ziehen wir ? Vater, bitte sprich mit mir! Vater, wohin ziehen wir ? Vater, wo ist das Opfertier ? Es war am dritten Tag, Wir konnten kaum mehr gehen, Da hob Vater kurz die Augen, Er schien etwas zu sehen. Er befahl den Knechten: Nehmt den Esel, wartet hier Am Fuße dieses Berges. Mein Sohn, Du kommst mit mir ! Er zeigte hoch zum Gipfel: Dort müssen wir hinauf. Dann packte er das Holz Und lud mir alles auf. Ich bat ihn zu warten, Doch er drehte sich nicht um. Seine Lippen bebten, Doch er blieb stumm. Vater baute schweigend Einen steinernen Altar. Ich kann mich nicht erinnern, Dass er je so grimmig war. Auf dem ganzen Berg War nicht ein Tier zu sehen, Doch Vater machte Feuer, Da begann ich zu verstehen. Dann hielt er eine Fackel Und ein Messer in der Hand. Ich schichtete das Holz, Auf das er mich dann band. Er lächelte entrückt, Er lächelte gequält, Er sagte: Gott hat dich Zum Opfer erwählt. Vater, bring mich fort von hier! Vater, was verlangt dein Gott von dir ? Vater, bring mich fort von hier! Vater, ich bin kein Opfertier! Vater, bitte sprich mit mir! Der rettende Engel, Er ist nicht hier! Vater, bitte sprich mit mir! Vater, was verlangt dein Gott von dir ? Vater, ich bin kein Opfertier! |
| LaChatte | Salz ist der Geschmack von Tränen. Salz ist der Geschmack von Blut. |
| die Aversion | [B] ... findet die Erklärung ihrer Existenz stets in der Vergangenheit. Samsas Traum: Stirb endlich![/B] Und trotz allem was in mir fällt und steigt Ist's immer die eine Frage, die bleibt: Wie lange dauert's, bis ich resigniere, Den ewigen Kampf mit dem Leben verliere ? Wann werde ich all dem Schwanken entsagen, Am Warten auf Rettung, der Zukunft verzagen ? Wie wird der Traum von der Anderswelt wahr ? Wann, großer Gott, ist mein Utopia da ? Suche er nicht in der Ferne, Utopia liegt doch so nah ! Stets nimmt der Narr viel zu gerne Die Zukunft als Gegenwart wahr. Ich habe all das jetzt erreicht, Was Du nie annähernd geschafft hast, Und ich bin, verdammt nochmal, Nicht einmal halb so alt wie Du. Allein dadurch, daß ich atme, Treibst Du weiter auf Dein Grab zu, Im Vergleich zu meinem Lebenswerk Ist Deins schon längst verblasst. Ich bin es, der jetzt schreibt Und Dich vor aller Welt vernichtet, Der Dich anklagt, schmäht, entwürdigt Und in Grund und Boden stampft. Und ich werde niemals aufhör'n, Bis Du tot bist und begraben, Denn über Deine alte Schande Ist die Brut schon längst erhaben. Mein größter Triumph ist, dass ich geboren ward und lebe Und langsam aber sicher den Befehl für das Finale gebe. Zum Schluß zeig' ich mich Dir mit sieben Worten noch erkenntlich: "Vater, fahr' zur Hölle und stirb endlich!" |
| Sternenstaub | 'Wenn ich an meinem Kindbett steh...' Erinnere ich mich an die gespaltene Kindheit, an Schläge und Ohrfeigen. Ich erinnere mich daran, wie ich mit einem Küchenmesser vor meiner Mutter stand. Die Schläge brannten. Brannten wie Feuer. Doch ich bin noch nicht einmal mehr wütend. Ich liebe meine Eltern, so seltsam es klingt. Einhörner sind sanfte Tiere, egal, ob sie es wollen oder nicht. Ich will niemanden verletzen und tue es doch immer wieder. Und dabei behalte ich noch vieles, was ich sagen könnte, trage es in mir und es tut immer wieder weh. Kleine Nadeln in der weißen Einhornhaut. |
| Little Dreamer | Und es ist Schmutz aus der Vergangenheit, der die [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] verschmutzt hat.... Einerseits vorsichtig, andererseits auch mit Druck, weil es sonst nicht geht, wird versucht, die Luft zu reinigen. Sie will sich nicht reinigen lasse, strebt dagegen an, und gibt im Endeffekt doch nach. SIe erhitzt sich dabei, wird wütend, innerlich. Man kann es nicht sehen, da sie durchsichtig ist, keiner sie sieht und doch stürmt es wie wild darin. wild, wild, wütend, sie wältzt sich hin und her, hin und her, und man sieht es nicht. Es geht wohl nicht ohne diese Wut, denn Filter wühlen auf... Die vielen kleinen Maschen, durch die sie gepresst wird verwirbeln sie. Verwirbeln und suchen nach den ganzen Verunreinigungen, weil Luft allein nicht mehr fähig ist, den Schmutz zu kontrollieren. Zu kontrollieren... Zu kontrollieren, was mit ihr geschieht, wohin sie fliegt, wem sie begegnet und wie lange... Sich selbst zu kontrollieren. Sich selbst zu widerstehen. |
| LaChatte | GlauberSalz ist ein Mittel, das dabei hilft, den Darm zu leeren. Das ist wichtig bei Fastenkuren, wo der Schmutz der Vergangenheit aus dem Körper gearbeitet wird. Es kann sein, dass du während des Fastens zu stinken beginnst. Das ist gut, weil der ganze Gestank war vorher in dir eingeschlossen. GlauberSalz ist ein ziemlich radikales Mittel. Es gibt auch Darmeinläufe oder Buttermilch oder Sauerkrautsaft als Alternativen. Ich spreche nicht aus Erfahrung. |
| autumnnight | [COLOR=skyblue]luft[/COLOR] . [COLOR=royalblue]sturm[/COLOR] gehen lassen.. los lassen.. fliegen lassen.. gehen lassen.. los lassen.. abschied nehmen.. gehen lassen.. los lassen.. es ist genau das, was ich nicht kann.. kann mami nicht gehen lassen.. und vielleicht möchte ich es ja auch gar nicht.. andererseit, wenn damit das auf und ab und hin und her meiner gefühlswelt beendet werden würde.. und es einfach einmal geradeaus vorwärts gehen würde.. ohne steigungen und wendungen.. ohne, dass mir steine in den weg gelegt werden.. steine, die so gross und schwer sind, dass ich sie nicht alleine zur seite schieben kann.. dann.. dann würde ich es tun.. gehen lassen.. los lassen.. nur.. wie stelle ich das an.. das gehen-lassen.. das los-lassen.. wie ist es zu bewerkstelligen.. |
| Loup de nuit | [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] /[COLOR=indigo]Wolf[/COLOR] Manchmal ist es nicht möglich irgendetwas los oder gehen zu lassen. Manchmal muss der Mensch sich selbst lösen, oder gehen. Existenziell ist es schwieriger die Initiative zu ergreifen, als passiv etwas oder jemanden freizugeben. Die Frage des Abwendens quält mich nunmehr drei bis vier Jahre. [COLOR=crimson]Qual[/COLOR] ist das einzige Wort, das die Folgen der jahrelangen Aktionen anderer mir gegenüber treffend beschreibt. Folgendes ist vor einigen Tagen entstanden: Die Luft/„einsame“ Wölfin. Die Luft ist wunderschön und sie kann das Leben verändern. Ohne sie könnte ich nicht nur psychisch manchmal nicht mehr atmen. Anpassen ist genau die vermeintliche Stärke, die einsame Wölfe nicht beherrschen. So kämpfen sie zur Not bis auf´s Blut um ihre Freiheit und ihre Rechte zu verteidigen. Die Rechte, die heutzutage oft genug nicht gewährt werden sollen. Nur regelmäßiges Stöhnen, Husten, Fußscharren und –stampfen brechen das unerträgliche Schweigen. So sehr ich die Stille liebe, hier ist jedes Telefonklingeln eine Erlösung, ein winzig kurzer Urlaub vom Terror. Ob meiner Bösartigkeit hörte ich vor Jahren auf zu Rauchen. Nur um eine Person zu quälen. Wegen einer einzigen Person! Meine Atmungsprobleme, hat nie jemand bemerkt. Klar, jeder ist sich selbst der Nächste. Je lauter man schreit, desto weniger hört man die Anderen. Die Philosophie der Branche: Sobald Du den Telefonhörer in der Hand hast, oder jemandem anders Antwort geben musst: Lüge bis sich die Balken biegen. Manch einer hat diese Berufskrankheit in sein gesamtes Leben integriert. Muss ich das auch???? Kaffee? O.k. Zigaretten? O.k. Lügen????? Ja, ich habe es versucht! Es macht selbstverständlich alles nur noch schlimmer, aber so ist die Branche. Aussätzig bin ich. Ich habe aufgehört zu lügen und ich habe aufgehört zu rauchen. Aussätzig bin ich. Auf einen rauchfreien Arbeitsplatz habe ich zwar nicht bestanden, aber das Fenster darf ruhig geöffnet werden, wenn andere ihrer Sucht frönen. Aussätzig bin ich, denn auch im Winter kann man Fenster öffnen. Aussätzig bin ich, denn mein Job macht mir Spass. Aussätzig bin ich, denn eines Tages wollte ich weder die Lügen noch das um Beifall heischende Geschrei mehr hören und sagte: „...dann rede doch nicht nur, sondern tu auch mal wirklich etwas.“ Seitdem? Funkstille, zumindest mir gegenüber. Über mich keinesfalls. Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Die üblichen Verleumdungen, die kleinen Manipulationen an meiner Arbeit, die dauernden bösen Unterstellungen, die ich von anderen zu hören bekomme. Ja, es reden noch Menschen mit mir. Die, die meine Arbeit zu schätzen wissen. Die, die wissen das nicht alle da unten arrogante Knalltüten sind. Trotzdem 42 bis 45 Stunden wöchentlich in einem Raum ohne Worte und einer Atmosphäre der ständigen Vorwurfs, durchsetzt mit unappetitlichen Geräuschen, zu verbringen bringt mich noch eines Tages um das letzte bisschen Verstand. Natürlich hätte ich Kompromisse eingehen können. Bin ich auch. Jahrelang. Weiche zurück bis Du in den Abgrund fällst. Nein, ich habe ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz. Ich habe ein Recht darauf nicht an staubdurchsetzter, 38° warmer Heizungsluft meine Lunge zu Schanden zu atmen. Was ist schlimmer? Ein regelmäßig alle ein- bis zwei Minuten als Husten getarntes Röcheln gepaart mit einem Stöhn das die Welt erbeben ließe, wenn es denn nicht so lachhaft wäre, oder die langanhaltende tödliche Stille, die hin und wieder von einem ohrenbetäubenden Türschlagen zerschmettert wird??? Beides zusammen jedenfalls ist meiner Nerven Tod. Das Einzige was ich weiss ist dass ich diesen verdammten Drecksarbeitsplatz brauche, dass es ohne nicht weiter geht, dass ich mich auf keinen Fall unterkriegen lassen darf. NIEMALS!!!! Das Netz aus Verleumdungen, bösartig aufhetzenden Verbalattacken hinter meinem Rücken ist so verzweigt ich kann es nicht schildern. Jeden Morgen auf´s Neue mit Magenschmerzen und Dauermigräne schleppe ich mich aus dem Bett. Jeden verdammten Morgen sage ich mir, dies ist der letzte Tag. Heute...heute...ja, was heute? Jeden verdammten Tag mache ich weiter. Jeden armseligen erschöpften Abend verbringe ich heulend in den Armen meines Gefährten. Meine Augenlider scheinen bereits chronisch geschwollen zu sein. Lass Dich krankschreiben. Geh zum Arzt. Nein, das bringt nichts. Wenn ich wiederkomme ist nichts anders. Spass am Leben??? Nur wenn drei Wochen Urlaub am Stück zu haben sind. Eine Woche regenerieren, eine Woche Urlaub und eine Woche mit Angst vor dem Arbeitsbeginn verbracht... Zitternd stehe ich vor der Bürotür, der Schlüssel will nicht in das Loch, die ganzen Arbeitsutensilien aus dem Betrieb fallen zu Boden. Jetzt fang bloß nicht an zu heulen, denke ich, da laufen die Tränen schon. All die unbändige Wut verwandelt sich in Tränen. Verdammt gibt es denn keinen anderen Weg?????? Seit einem halben Jahr ist es etwas besser. In meiner Verzweiflung habe ich einen verbalen Angriff provoziert, den ich ganz eindeutig abgewehrt habe. Der Spruch: Macht ist die Angst der Anderen hat das seine dazu beigetragen, aber ich wäre diesen Weg bis zu seinem bitteren Ende gegangen. Hätte ich verloren, es wäre egal gewesen. Wie lange allerdings diese Gratwanderung gehen wird weiss ich nicht. Jedenfalls komme ich momentan einigermaßen klar. Ein ganz besonderes Dankeschön hierzu gehört meinem Gefährten, der immer an mich glaubt, einer superlieben alten Freundin die mir die Richtung wies, meinem Pferd das mir meine psychischen Grenzen und deren Verteidigung besser zeigte als je ein Mensch es gekonnt hätte und den Menschen, die anfingen mich in der Verteidigung dieser Grenzen zu schulen (um des Pferdes willen). So traben denn, die Luft genießend, manchmal ein Wolf und ein Pferd nebeneinander durch den einsamen und sonnendurchtränkten Zauberwald. ...eine schöne Illusion... ...es wird wieder schlimmer! |
| Sanyasin | Heute ... es regnet und schneit. Schneeregen. So wie damas nein. Jedoch ... Es ist so, als hätte die Vergangenheit sich bemüht, die Gegenwart einzuholen. Schmutziges Grau vor meinem Fenster ... So ist es Heute, doch lasst mich von Damals ..... erzählen Es war still im Haus. Ich ging aus meinem Arbeitszimmer durch den langen Flur ... Die Tür zum Elfenzimmer stand einen Spaltbreit offen. Ich spähte hinein und sah meine Frau an ihrem Bett. Sie hatte das Gitter heruntergeklappt und hielt die Hand der Elfe. Nah ... ganz nah vor ihren Mund. Als wollte sie sie mit ihrem Atem wärmen. Das Zimmer war nur halb abgedunkelt. Durch die Ritzen im Rolladen viel streifiges, mattes Licht ... Die Aussenbeleuchtung war bereits an. Die Elfe schlief nicht. "Mein Mädchen", sagte meine Frau ganz leise. Die Zärtlichkeit in ihrer Stimme war so stark, das ich sie körperlich spüren konnte. Aber ich spürte noch etwas, scham .... meine scham, diese Zärtlichkeit zu belauschen. Ichhatte mich schon umgedreht, da hörte ich wie meine Frau weiter sprach ...was sie sagte, wie sie es sagte. "Ich möchte Dir jetzt jetwas sagen, Elfe. Wenn Du es nicht mehr .. wenn Du es nicht mehr aushälst, dann ... quäl dich nicht länger. Wenn es Zeit ist für Dich, dann sollst du wissen, dass du gehen kannst. Nimm keine Rücksicht auf uns .... Nein." Sie strich Ihr über die Stirn, beugte sich vor und küsste sie. Das Blut rauschte mir in den Ohren. Ich trammpelte die Treppe hinunter ... [I]da waren sie wieder die Worte, die Gedanken ...[/I] [COLOR=skyblue]Es war unfassbar für mich, dass sie dem Tod die Tür öffnete. Bitte, lieber Herr Tod, treten Sie doch ein. Dürfen wir Ihnen etwas anbieten? Unsere Tochter vielleicht?[/COLOR] Wie konnte sie nur ... ja wie. Alle Geräusche hatten sich zurück gezogen. Ich hatte das Gefühl, allein zu sein auf der Welt Als meine Frau herein kam, war ihr Gesicht ganz ruhig. Sie bewegte sich sehr langsam ... Wie eine Schlafwandlerin. Das viel mir noch auf, bevor ich losbrüllte. "Wie konntest Du ihr das sagen?" Sie setzte sich in den Ohrensessel. "Du hat ihr erlaubt zu sterben!" Selbst in meiner Erregung hörte ich, wie absurd das klang. Sie verschränkte die Arme vor der Brust, als sei ihr, plötzlich kalt geworden. Dabei war Juni. Ein Bilderbuchjuni, der Mücken tanzen ließ. "Sie hat lange genug gekämpft", sagte sie. Diese sonderbare Ruhe hatte auch ihre Stimme erfasst. Sie sprach leise und schleppend. "Wir haben uns Jahrelang auf diesen Augenblick vorbereitet." "Und Du bestimmst den Augenblick?", brüllte ich .... Ich war aufgesprungen, stand vor ihr ... Sie erhob sich und wich meinem Blick nicht aus, und wie sie so dastand, kam sie mir wie eine Mauer vor, eine Mauer zwischen der Elfe und mir. Dann stürzte ich zu den Boden und weinte. Ich hatte versprochen Fynn zur Schule zu fahren. Aber bevor wir das Haus verliessen, sagte wir der Elfe noch auf [I]Wiedersehen ............[/I] Sie war wach und sah uns entgegen. Ich zog die Rolladen hoch, ließ Licht ins Zimmer. "Schau dieses herrliche Wetter an .... Elfenwetter", lachte ich. Ich klappte das Gitter herunter, setzte mich und küsste mein Kind. Sie sah mich an. In Ihren Augen war ein lächeln. Ich rieb die Nase an ihrer. Unser Eskimokuss. Dann spürte ich, wie sie die Wange, leicht gegen meine drückte. "Ich dich auch", flüsterte ich. Kurz darauf sassen wir im Auto und fuhren mit offenem Schiebedach durch diesen blauen Morgen. [I]aus erzählungen ...[/I] [COLOR=skyblue]Der Mann und Fynn waren gegangen. Die Frau setzte sich zur Elfe aufs Bett. Sie nahm die Hand und streichelte sie. Sie sagte, das sie rasch Ordnung machen würde, duschen würde - und dann mit der Elfe zusammen ausgiebig frühstücken wollte. Die Elfe schloss die Augen, und öffnete sie wieder. Ihr "Ja" ... Ja, sagte auch die Frau. Ich beeile mich .....[/COLOR] Ich kam zurück .... meine Frau machte mir sonst immer auf. Diesmal nicht. Aber ich dachte mir nichts dabei. Nichts. Ich zog die Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Tür. "Hallo?" .... Keine Antwort. Es stand kein Frühstück auf dem Tisch. Es roch nicht nach Kaffee. Die Rosen die meine Frau, geschnitten hatte, sie lagen nebn der Vase. Die Uhr an der Wan, sie tickte leise. Ich hörte Schritte auf der Treppe. Und dann stand da meine Frau ... "Karl." Sie streckte die Arme nach mir aus ... und ich wusste, dass die Elfe gestorben war. [COLOR=skyblue]Sie hatte uns verlassen ... wie ein Schmetterling im Wind. Leise und leicht.[/COLOR] |
| Odessa | [color=coral]Feuer[/color] [color=green]Zum Schluß zeig' ich mich Dir mit sieben Worten noch erkenntlich: "Vater, fahr' zur Hölle und stirb endlich!"[/color] Mein liebster Freund...Dein "Vater" - das tut so weh. Weil ich es ähnlich empfand, damals, mit meinem Vater. Weil auch ich, wie das Einhorn bei der Mutter, mit dem Messer in der Hand über dem Vater stand. Es ist der alte Kampf, gerade bei Vater und Sohn. Konkurrenz. Macht. Eifersucht. Kräftemessen. Eine Zeit der Kämpfe und Wunden. Auf beiden Seiten. Du bist schon "losgelöst". Bist ein erwachsener Mann. Aber die Schatten bleiben... Ich erinnere mich an Ralf´s "Vater"-Geschichte. Ein übermächtiger Vater, in Ralf´s "Gedächtnis", ein Vater der noch dem 18jhr. Jungen "half" in allem. "Ich habe ihn gehasst. Er war ständig da und bevormundete mich. Sagte mir, ich krieg den Arsch nicht hoch allein. Sagte mir, ich würde nie ein richtiger Mann werden. Ich wollte nie so sein wie er." Ich lernte diesen "übermächtigen Vater" kennen. Es war ein wunderbarer Mann. Ruhig, auf eine stille Art humorvoll. Er liebte seine Familie über alles. Ein Mann der Sorte, wie ich sie immer gerne gehabt hätte (und zweimal auch fand). Er hat geheiratet, seine erste und einzige Liebe. Hat mir ihr drei Kinder in die Welt gesetzt. Hat gearbeitet Tag und Nacht, um diese Familie durchzubringen. Die Frau blieb zu Hause; die Mutter sollte es "schön haben" und sich nicht aufreiben müssen zwischen 8-Std.-Job, Haushalt und Kindererziehung (ich weiss, heutzutage nennt man das Emanzipation, wenn sich Frauen freiwillig ausbeuten und aufarbeiten lassen). Er war ein guter Vater und Ehemann, nutzte jede freie Minute, um mit der Frau und den Kindern etwas zu unternehmen. Ich war überrascht, da ich mir nach Ralf´s Erzählungen einen autoritären Besserwisser erwartet hatte, und befragte ihn zu seiner Beziehung zu seinem Sohn. Er schaute mich lange an und fing dann an zu weinen. Als er aufhörte damit, begann er zu erzählen. Von seinem unendlichen Stolz auf Ralf. Der der klügste war in der ganzen Schule, "damals". Der das beste Abitur ablegte, das diese Schule je "sah". Der trotzdem dabei so absolut bescheiden und ruhig war. Der sich zu Hause immer nur mit einem Buch vergrub. Der ihm nie Kummer machte. Der nicht mal zu einer Zigarette griff oder mal einen über den Durst trank, wie es bei einem jungen Mann in dieser Gesellschaft ja fast schon "zwingend" ist. Der sich - noch als er 33 war (also bis er mich kennenlernte) - überhaupt nicht für Frauen, überhaupt nicht für andere Menschen interessierte, sondern ein Einsiedlerleben führte und nur ein Rollenspielbuch nach dem anderen schrieb, wenn er von seiner Arbeit nach Hause kam. Und das machte dem Vater Sorgen. Er wollte, daß sein Sohn lernt zu lachen. Daß er andere Menschen um sich herum zulässt. Daß er mal ein "Weibsvolk" mit nach Hause bringt und sagt "das ist meine Frau". Der Vater hatte nur ANGST. Angst, daß sein Sohn sich zu einem unglücklichen, isolierten Einzelgänger entwickelt für immer. Und aus dieser Angst heraus tat "Vater" dann die Dinge, die Ralf als "übermächtig" empfand: er redete ihm "drein". Sagte ihm "Du bist so intelligent, wieso machst Du nicht mehr aus Deinem Leben. Du bist ein Versager". Versager. Es war nicht böse gemeint - es war nur Sorge und Angst. Es war ein "Mensch Junge - Dir steht alles offen, im Gegensatz zu mir". Der Vater erzählte mir viel in diesen kurzen Stunden damals, mit mir auf seiner Couch sitzend, in diesem hessischen Dorf an der Grenze zu BaWü, so daß der Vater immer sein Sprücherl sagen konnte "eigentlich bin ich ein ganz Sym-badischer, mich trennen nur 5 km von der Landesgrenze". Ich sagte ihm, daß Ralf ihn liebe. Weil es Ralf mir oft gesagt hatte. "Ich liebe und bewundere ihn, heute weiß ich was er alles tat für uns. Heute, wo ich selbst verheiratet bin und schon das nicht so gebacken kriege wie ich es mir gewünscht hätte: Für Dich zu sorgen. Dich glücklich zu machen. Dir ein schönes Leben bieten zu können. So wie mein Vater es konnte für uns. Es war, so denke ich, trotz der Nachkriegszeit leichter, in dieser Zeit ein Mann zu sein. Es gab noch Herausforderungen. Es gab etwas aufzubauen, zu gewinnen. Und er tat es. Irgendwann muß ich meinem Vater sagen, daß ich ihn liebe. Auch, daß er mir sehr weh tat - aber daß er in vielem Recht hatte. Ich hätte wirklich nie den Arsch hochgekriegt alleine, hab es erst jetzt mit Dir geschafft, annähernd sowas wie Karriere zu machen. Mich durchzusetzen. Mir kein X mehr für ein U vormachen zu lassen. Ich würde meinen Sohn genauso erziehen wie er es bei mir tat. Heute weiß ich das, aber heute bin Mitte Dreißig. Vieles renkt sich da ein, was mir mit 20 und auch mit 25 noch nicht klar war." Ich sagte das alles dem Vater. Weil Ralf es nicht konnte. Weil er jedesmal, wenn er es sich vornahm, dann sagte "ein andermal, diesmal war die Gelegenheit nicht günstig". Als der Anruf kam, Monate später, war die Gelegenheit gar nicht mehr gegeben. "Vater brach zusammen. Er liegt im Krankenhaus in Mannheim. Es geht ihm sehr schlecht. Lunge, Herz, alles bricht zusammen." Wir fuhren sofort los. Rasten in knappen 4 Stunden von München nach Mannheim. Sahen den "Bären" schwach und hilflos an Schläuchen und Kabeln hängen. Ralf beugte sich über ihn. Er machte die Augen auf, blickte ihn kurz an. Blickte dann zu mir, auf der anderen Seite des Bettes. Machte zweimal die Lider auf und zu, der Versuch eines Zwinkerns. Das Zwinkern. Das war immer ein "Gag" zwischen uns, bei den wenigen Besuchen von mir. Er wusste, daß ich seine Töchter, Ralfs Schwestern, nicht leiden konnte. Gehässig und eifersüchtig hatten sie dem Bruder sein endlich gefundenes Liebesglück nicht gegönnt, waren mir böse, daß "ich" den Bruder "verschleppte" ins ferne Bayern. Sie wünschten mir den Tod an den Hals und ich wußte wieder einmal, daß Bruder-Schwestern-Beziehungen das traumatischste nicht gelebte Erotik-Tabu sind, das wir Menschen mit uns herumtragen. Der Vater wußte von dem schlechten Verhältnis zwischen mir und vor allem seiner jüngsten Tochter und sagte damals: "Du bist das Beste was Ralf je passieren konnte. Du bist gradraus wie der Hammer aufm Nagel, bist bodenständig und ein Stehaufmanderl. Du hast Ralf das Leben gezeigt und ich sehe ihn zum ersten Mal lachen und Freude am Leben haben. Hör gar nicht hin, was meine boshaften Töchter (er zwinkerte mir zu) sagen, es hat nix mit Dir zu tun; sie würden keine Frau an der Seite ihres Bruders akzeptieren. Du und ich sind uns sehr ähnlich, während meine Töchter so gar nichts von mir haben, es befremdete mich oft. Du tust dem Ralf gut und das tut mir gut (und er zwinkerte dabei wieder). Bleib bei meinem Ralf, ohne Dich überfahren ihn die da draussen". Und dann zwinkerte er wieder, klapste mir auf den Po (er durfte das), sagte "Mein Junge weiß worauf es ankommt - rund, üppig, da haut man sich keine blauen Flecken dran, ja, das hat er von mir" und grinste dabei frech, sagte dann noch "ich darf das, ich bin doch nur der alte Schwiegervater" und trollte sich dann in seine Kellerwerkstatt, um irgendwas Nützliches für die Küche seiner Frau oder für den Garten zu basteln. Das war also die Geschichte mit dem Zwinkern. Und er lag da in diesem Krankenhausbett und zwinkerte mir zu. Er hatte mich erkannt. Mich, die er keine fünf mal in seinem Leben gesehen hatte. Wir blieben eine Stunde bei ihm. Als wir danach zurückfuhren nach München, waren wir sicher, wir hätten ihn zum letzten Mal lebend gesehen. Gott sei Dank war dem nicht so. Nach einigen Tagen durfte Vater nach Hause, er hatte sich einigermaßen stabilisiert. Wieder besuchten wir ihn, durften mit ihm nochmal einen Tag verbringen. Er war sehr ruhig, atmete schwer. Aber die Zeit reichte für Ralf, um endlich mit ihm zu reden. Zu sagen "ich liebe Dich. Du hast alles richtig und gut gemacht". Und zu sagen "Danke". Wenige Tage nach Ralf´s letztem Besuch starb der Vater. So schnell und plötzlich. Er lag im Bett und war in der Minute, die seine Frau brauchte, eine Tasse Tee aus der Küche zu holen, gestorben. Noch heute sehe ich, wie wichtig es für Ralf war, daß er noch die Gelegenheit hatte, mit seinem Vater zu sprechen. Sie war kurz genug, auch "spät" genug...aber sie "war". Der Vater starb, im Reinen mit dem Sohn. Es ist nicht leicht, ein Mann zu sein, in dieser Gesellschaft schon zwei mal nicht. Es ist nicht leicht, ein Vater zu sein. Mütter haben allen Zuspruch, habe alle Unterstützung, haben kluge Ratgeber an ihrer Seite und ein ganzes Netzwerk an "Hilfspersonen". Die Männer sind, wie so oft, diejenigen, die alleine stehen. Die eine "Rolle" erfüllen ("müssen"), zu der ihnen niemand ein Drehbuch gab. Es gibt nur die Liebe zum Kind - und den Versuch, diese zu transportieren. Und so verschieden wie die Väter sind - so verschieden werden die Wege sein, diese Liebe zu zeigen. Ich bin mit meinem Vater, mit meiner Mutter, auch wieder "im Reinen". Nach über 3 Jahrzehnten der Qual, der Mißhandlungen, der Schmerzen, der Wut, der Verzweiflung, der Rache, der Angst. Ralf´s Geschichte mit seinem Vater war es, die mich "öffnete" für meine Eltern. Die mich um Verzeihung baten. Die mir heute die besten Eltern sind, die "Kind" sich nur wünschen kann. Feuer brennt. Feuer reinigt auch. Feuer läutert. Auch die Erde kann vieles in sich bergen und begraben. Und Gras drüber wachsen lassen. Mit der Zeit... |
| autumnnight | [COLOR=skyblue]luft[/COLOR] . [COLOR=royalblue]sturm[/COLOR] erinnerungen.. rückblenden.. [I]26. April 2001 14:47[/I] da denkst du nichts böses und bist am surfen und dann siehst du so ein foto irgendwo im netz.. ein foto von einem ort, von dem du auch ein foto aufgehängt hast.. nur, dass da zwei verschiedene leute drauf sind.. die auf deinem überlebte nicht einmal die entwicklung des fotos sondern verstarb innerhalb der nächsten drei auf den fotoschuss gemachten stunden... und die andere person - deren foto ein paar jährchen später entstand - lebt.... ist ein schock...... bin sehr verwirrt nun.... ja.. bin ich... das tut einfach so weh. so weh. hört das denn nie auf [I]07. januar 1997[/I] 07.01.1997 kurz nach zehn uhr.. werde das nie mehr vergessen.. diese minuten.. dädi rief an und erzählte, dass mami beim autounfall verunglückt sei. im urlaub. in australien. und ab da war es anders. nicht alles. vieles. vielleicht doch alles. weiss nicht [I]26. April 2001 20:17[/I] ach und das gerede, dass die zeit alle wunden heilt.. und blablabla.. und von wegen nicht leiden müssen.. scheiss drauf! ist nicht wahr! diese blablamenschen haben keine ahnung! und ja: die schönenen erinnerungen sind zwar auch da (nebst den nicht so schönen - ist ja klar) aber was bringen die mir in dem moment, wo es mir nicht gut geht?? diese erinnerungen sind für gute tage. nicht für schlechte. die nehmen mich nicht in den arm. trösten nicht. [I]27. juli 2003 13:39[/I] januar 97.. ist so lang her nun.. doch noch immer quält es mich.. kann nur wie ein kleines kind verzweifelt nach meiner mami rufen.. und weiss, dass keine antwort mehr kommen wird. nie mehr. |
| Loup de nuit | Luft/[COLOR=blue]Wölfin[/COLOR] Die Treppe hinauf in das Wohnzimmer gerast: "X?" Keiner da! Wieder hinunter, Herzklopfen (lass mich bloß nicht alleine - völlig irrational) in das Schlafzimmer: tiefdurchatmen, da ist er. Schläft. Nun kann ich lächeln. Mein Halt, meine Geborgenheit. Es ist so schön, dass Du da bist, dass es Dir gut geht, dass Deine Sorgen nicht überhand nehmen, wie die meinen. Gestern erst saßen wir uns einfach stumm lächelnd gegenüber. Einfach so. Glücklich, schon so lange und doch immer wieder neu... Der Schmerz scheint mich wieder zu zerreissen. Es war schrecklich. Immer wieder, wenn es mir so schlecht geht, fange ich an Dich anzugreifen. UNFAIR! GEMEIN! Ich treibe mich selbst in Ecken aus denen es kein Hinaus mehr gibt. Dort beginne ich erst richtig Dich zu verletzen, Dir wehzutun, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Dann breche ich zusammen, schlage mit blanken Fäusten gegen die Wände bis die Knöchel die blaue Färbung von Blutergüssen aufweisen, bis ich kraftlos schluchzend am Boden liege. Jedesmal wieder. Es tut mir so unendlich leid. Vor Jahren dachte ich diesen Jähzorn bezwungen zu haben, bis es bei der Arbeit derart unerträglich wurde. Plötzlich, manchmal völlig unerwartet, bricht die aufgestaute Spannung aus mir heraus. Übersensibel reagiere ich auf Spässe und treibe in Streit und Angst hinein. Kein Ausweg! Siehst Du das Bedauern in meinen Augen? Ich versuche diese Ausbrüche zu bewältigen. Bemühe mich mehr als Du Dir vorstellen kannst, hoffe das es besser - weniger wird. Bald fahren Deine Eltern in den Urlaub. Das ist gut. Zwei Generationen in einem Haushalt sind anstrengend - besonders wenn die Weibsbilder in völlig verschiedenen Welten leben. Es ist sicher auch Erholung für Dich, nicht ständig gespalten zwischen den beiden Frauen die Du beide liebst. Eine Zeit in der nicht jedes Wort abgewogen werden muss, bevor Du es äußerst. Ja, gerade in einer Zeit wie dieser muss es schwer für Dich sein. Es tut mir so leid. |
| Sternenstaub | 'Ich versuche diese Ausbrüche zu bewältigen.' Ausbrüche. Zorn und Wut, Trauer. Der Wunsch es herauszulassen, auf eine völlig irrationale Weise. Ich weiß, dass ich Dir manchmal wehtue. Aber es ist manchmal einfach da. Dann wird das Einhorn zornig, weint. Tränen fließen, Tränen, weil das Einhorn sich manchmal hasst. [I]Ich erinnere mich an das letzte Wochenende bei Dir. Es war nur eine Kleinigkeit. Und schon rannte ich die Treppe herunter, verließ die Küche und warf mich weinend auf Dein Bett. Du kamst sofort zu mir, während sich in meinem Kopf alles drahte, wiegtest mich sanft hin und her, bis ich mich beruhigt hatte...minutenlang. Auch jetzt kämpfe ich noch mit den Tränen der Rührung, wenn ich daran denke... Ich hoffe, die Tränen werden vergehen. Es ist wohl der November. Seltsame Zeit.[/I] |
| Odessa | [color=coral]Feuer[/color] [size=1]Für Celtvis *dankbar ...* Für meine Flamme, nephilim *damit Du siehst was auf Dich zukommt* Für dieAversion *mein Spiegelbild, mein Dolmetscher für den Rest der Welt, der meine "Sprache" nicht versteht und nicht spricht*[/size] [color=blue]ICD 10 F60.31 - "Vater, Mutter, Kind"[/color] "Es wäre besser gewesen, Dich gleich zu erschlagen." - "Besser, Du wärst nie geboren." - "Sowas wie Du wird es niemals zu irgendetwas bringen. Schau Dich doch nur mal an." - "Wer glaubst Du, wer Du bist? Du bist Dreck. Ich kann Dich nicht mehr sehen, geh mir aus den Augen." - "Der größte Fehler war, Dich in die Welt gesetzt zu haben." Man versteht irgendwann die Worte. Das kleine Mädchen sitzt im Keller, wieder mal, und fürchtet sich. Es ist dunkel, es ist kalt, und überall in diesem alten Keller hängen Spinnweben. Mit ekelhaften fetten Spinnen drin. Das Mädchen hat Hunger, das Mädchen friert, das Mädchen blutet, denn der Gürtel traf den Rücken oft und die Tasse verfehlte auch diesmal nicht den Kopf. "Hör zu weinen auf, sonst schlag ich Dich tot." Das Mädchen verstand, daß so etwas wie sie am besten im Keller aufgehoben ist. Oder im Zimmer eingesperrt, wo sie "nicht stört". Nicht stören kann durch ihr Reden. Nicht stören kann durch ihr Weinen. Nicht stört durch ihr "am Leben sein". Wenn die Laune bei den Erwachsenen, die sie "Eltern" nennt, wieder besser ist, darf sie wieder den Keller verlassen. Und die Spinnen. Wird heraufgeholt in die Wärme, wird heraufgeholt zum Essen, kann in ihrem Bett schlafen. Wird auch dort manchmal wach. Wenn die Eltern Freunde zu Besuch haben und das machen, was man eine "Party feiern" nennt. Es ist dann immer sehr laut, die Erwachsenen trinken Sachen, die sie noch lauter, "lustig" werden lassen. Manchmal kommt einer der Freunde in das Zimmer zu dem Mädchen, setzt sich an das Bett. Er riecht komisch aus dem Mund, bitter, wie Erbrochenes. Der Geruch prägt sich dem Mädchen ein, sie wird noch als 40jhr. Frau in Ekel und Panik geraten, wenn ihr ein Mensch mit Biergeruch zu nahe kommt. Der Freund redet mit dem Mädchen, sagt ihr wie lieb und niedlich sie sei und dass er sie so gern habe. Seine Hände fahren über ihre Schultern und er küsst sie. Der liebe "Onkel". Das Mädchen hat Angst, sie darf nicht schreien oder weinen weil das die Eltern stört. Sie hätte Schuld, es ist immer sie die Schuld hat wenn sowas passiert. Sie macht Probleme, sie ist "komisch", sie ist dann die, die "sich nicht so anstellen soll". Der Freund meint es ja nur lieb, er hat selber keine Tochter, hätte so gerne eine. Was für ein niedliches Mädchen, komm her und setz Dich auf meinen Schoß. Es passiert nichts, nein nein, nichts was man dem Jugendamt sagen müsste oder was das Wort "Mißbrauch" so richtig rechtfertigen würde. Es ist ja nur der Mißbrauch der Seele, sind immer nur ein paar zufällige Berührungen, die viel zu nah und viel zu intim sind. Für einen großen Freund von großen Eltern. An einem kleinen Bett von einem kleinen Mädchen. Das Mädchen ist froh, wenn diese "Parties" vorbei sind und es ruhig ist in der Wohnung. Wenn sie schlafen kann. Die Schule macht ihr Spass. Dort sind Leute, die auch groß sind, die ihr aber nicht weh tun. Dort darf sie reden. Sie kann es erst gar nicht. KANN es nicht. Fängt nach wenigen Worten an zu stottern oder sich zu verhaspeln oder bricht mitten im Satz ab. Sie ist es bisher nicht gewohnt, auch nur einen Satz fertigsprechen zu können, denn bevor der Satz zu Ende ist, war da immer schon die Hand, die zuschlug, die Hand die sie in eine Zimmerecke schleuderte oder - im besten Falle - eine laute wütende Stimme, die ihr verbot, weiterzusprechen. "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" - der erste Spruch, den das Kind lernte. Er wurde ihr mit dem Bügeleisen "eingebrannt", mit dem Gürtel "einverleibt", mit der Haarbürste "über den Kopf gezogen" und mit den Fäusten eingehämmert. Die Eltern sind mit sich selbst beschäftigt. Die Mutter, in der Ecke der Küche auf dem Boden liegend, blutend, geschlagen vom Vater. Das Mädchen weiß nicht was es tun soll, steht in der anderen Ecke der Küche und versucht zu schreien. Lautlos. Denn jeder Ton, den sie macht, würde neuen Ärger bedeuten. Neue Schmerzen. (*break*... es gibt hier einen FK "Schreiraum". Ich wünschte so sehr, ich könnte dort einmal, nur einmal, schreien. Wenigstens geschrieben "schreien".... *breakLOUD*) Die Mutter ruft um Hilfe, oft..."geh zum Nachbarn, hol die Polizei"... Einmal hat das Mädchen es versucht, schaffte es bis zur Türe. Der Vater war schneller, schlug ihren Kopf gegen die dicke Holztür und schrie so furchtbar, so furchtbar laut "du verlässt dieses Haus nur wenn ich es Dir erlaube oder Du bist tot, hast Du mich verstanden?" Wieder der Schmerz, wieder das Blut, die blauen Flecken die immer kamen. Die Mutter konnte sich selbst nicht helfen. Sie konnte aber manchmal "weitergeben" - ihre Hilflosigkeit, ihren Schmerz, ihre Wut - an das Mädchen. Dem die Haare ausgerauft wurden, wenn die Mutter in minutenlangen Anfällen, schreiend und tobend, ihrer Frustration Luft machte. Und auch sie konnte alles antun was weh tat, nur nicht das Mädchen sprechen, weinen, schreien hören. Das Mädchen war gewohnt, den Mund zu halten. Drückte alles nur übers Schreiben aus. Malte Bilder von Menschen, die keinen Mund hatten. Die nicht laut sein konnten, nicht schreien konnten, nicht laut weinen konnten. Das Mädchen begann, Schleier zu lieben. Die nur die Augen frei ließen. Das Mädchen verweigerte die Kommunikation, auch in der Schule. "Die Schülerin fällt auf durch ein sehr introvertiertes Verhalten. Mündliche Prüfungen sind nicht durchführbar. Jegliche Kommunikation findet zeitweise nur schriftlich statt. Eine kinderpsychologische Untersuchung wird dringend angeraten." - "Die schriftlichen Leistungen sind exzellent und weit über dem Altersdurchschnitt. Die verbale Kontaktaufnahme ist phasenweise nahezu unmöglich." Vergilbte Blätter, alte Zeugnisse und alte Briefe. Zeugen einer Zeit, in der es dem Mädchen unmöglich war, den Mund zu öffnen. Stolz. "Sie werden mich nicht schreien hören. Niemals. Egal wie sehr es schmerzt - ich gönne Euch nicht den Triumpf, mich schreien zu hören oder weinen zu hören". Das mit dem Stolz, das kam später. Als die "Angst" der Wut wich, und als aus dem "Still und ruhig sein um mehr Schmerz zu vermeiden" ein "Still und ruhig sein um sich nicht gebrochen zu zeigen" wurde. *breakOUT* ....wenn ich den Hörer auflege, bin ich wieder das kleine Mädchen. Ich KANN dann nicht anders. "Erwartung" die keine sein darf: "Komm zu mir. Halt mich. Sei da für mich. Sprich Du. Gib Antworten. Denn mein Mund ist zu, weil mein Stolz verletzt ist"... -- "to be continued", irgendwann -- |
| Schwarzer Hase | [COLOR=firebrick]"Es wäre besser gewesen, Dich gleich zu erschlagen." - "Besser, Du wärst nie geboren." - "Sowas wie Du wird es niemals zu irgendetwas bringen. Schau Dich doch nur mal an." - "Wer glaubst Du, wer Du bist? Du bist Dreck. Ich kann Dich nicht mehr sehen, geh mir aus den Augen." - "Der größte Fehler war, Dich in die Welt gesetzt zu haben."[/COLOR] Worte Die mir nur all zu bekannt vorkommen, ja sehr vertraut sind, ja tief in meinen Inneren immer wiederhallen. Alls ich gestern spät Nachts wieder mal nicht schlafen konnte, habe ich als letztes Deinen Beitrag gelesen, der mir sehr Nahe ging, mich zum weinen gebracht hat. Doch ist es in letzter Zeit auch nicht schwer mich zum Weinen zu bringen, denn ich bin der Regen. [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR]/ [COLOR=blue]Regen[/COLOR] im Projekt Psychonaut Ich bin der [COLOR=blue]Regen[/COLOR], der den ganzen Schmutz wegspült, doch verschwindet er nicht, er sickert nur tief ins Innerste der Erde, um zur unpassensten Zeit durch neuen Regenwieder hervorgespült zu werden.Hier nun die Geschichte die der Regen wiedermal hervorgespüllt hat: 1976: Eine Frau mit fast 40 Jahren, vom Leben schwer gezeichnet, weint.Weint vor Glück, denn es ist ein Wunder passiert. Sie trägt neues Leben in sich. Sie wollte immer Kinder haben, doch es ist ihr bisher verwehrt geblieben. Jetzt, wo es so weit ist, sagen ihr die Ärzte, sie könne aufgrund ihrer Behinderung das Kind nicht austragen, ja könne sogar sterben dabei. Es ist ihr aber egal - sie möchte nur einmal in ihrem Leben glücklich sein. Kurze Zeit später wird das Kind geboren, ein Junge...ihr erstes und einziges Kind, ein Wunschkind. Sie wird diesem Kind all ihre Liebe geben, wird es in den Arm nehmen und immer da sein wenn es Hilfe braucht. Doch irgend etwas läuft gewaltig schief, und die Geschichte entwickelt sich ganz anders... Das Kind wächst ohne Liebe auf, später selbst nicht fähig, Liebe zu geben. Statt Liebe bekommt es Schläge, emotionale Kälte und das Gefühl, nicht wichtig zu sein, nicht geliebt zu werden. Die nächsten acht Jahre: Ein Kind auf der Suche nach Liebe und Aufmerksamkeit. Ein Kind, das seinen Vater abgöttisch liebt. Es versucht, ihm zu gefallen, es versucht, ihm alles recht zu machen. Es malt Bilder für ihn weil es denkt, daß er sich darüber freut. Doch der Vater kommt nach Hause, wieder mal völlig betrunken, hatte einen schweren Tag hinter sich, wie so oft. Ich möchte, dass er glücklich ist. Ich werde ihm das Bild zeigen und es wird alles gut. Doch erfängt sofort an herumzuschreien, weil die Stifte noch am Boden liegen. Er mag es gar nicht, wenn Sachen rumliegen, er wird dann immer recht wütend. Er fängt an mich rumzuschubsen, schreit mich an,schlägt mich. Meine Mutter steht ganz ruhig daneben "Ich habe Dir doch gesagt, räum bitte auf."Schweigend räume ich die Stifte weg, zerreiße vor Wut das Bild, Wut darüber das ich wieder nichtdran gedacht habe aufzuräumen. Das Bild wandert in den Müll. Nächstes mal werde ich mir mehr Mühegeben, das Bild war eh nicht gut. Mein Vater hat schon recht, wenn er immer sagt ich sei ein Versager und könne nicht einmal was richtig machen. Ich bin 6 Jahre alt. Es ist Wochenende und heute kommt Besuch. Besuch ist immer gut, mein Vater ist dann freundlich, erzählt Witze, es gibt Kaffe und Kuchen. Alle sind gut gelaunt und es wird viel gelacht. Doch heute ist es anders, Mutter geht wie ein Tiger auf und ab, wirkt nervös. Ich bin sehr aufgeregt, denn ich habe gerade erst erfahren, daß ich zwei Schwestern habe aus Vater´s erster Ehe, die ca. 10 und 12 Jahre älter sind als ich. Sie kommen nur kurz mit ihrer Mutter vorbei und wolleneine Unterschrift. Es ist eine komische Atmosphäre, es ist recht ruhig, es wird weder geschrieen noch gelacht. Die eine Schwester hat helle kurze Haar wie ihre Mutter, Sie trägt eine Brille und lächelt mich an. Die andere Schwester sieht irgendwie meinem Vater ähnlich, hat lange schwarze Haare, helle Haut und trägt knallroten Lippenstift. Sie macht einen betrübten Eindruck, sieht irgendwie traurig aus, doch für mich ist sie die schönste Frau, die ich je gesehen habe. Sie erinnert mich irgendwie an Schneewittchen... Das Märchen hat mir meine Mutter mal vorgelesen, als ich krank war; sie musste es immer wieder vorlesen, dies waren ohnehin die besten Momente meiner Kindheit - jene Tage, wo ich krank zu Hause war, mein Vater zur Arbeit ging und ich mit meiner Mutter alleine war. Sie hat mich zwar fast nie gestreichelt, aber zumindest war Sie da. Meist hat Sie mir dann aus der Bibel vorgelesen, das war nämlich ihre Welt, in die sie sich zurückgezogen hat. Ich durfte nur selten was aussuchen, aber wenn, dann war es Schneewittchen. Ich weiß nicht warum...vielleicht weil ich gehofft habe, daß es hinter irgendwelchen Bergen auch einen Wald für mich gibt, wo ich aufgenommen werde. Meine Schwestern habe ich bis zum heutigen Tag nie mehr wieder gesehen, ich weiß nicht mal mehr wie sie heißen. Doch die eine Schwester hat mich oft in "meine Welt" begleitet, eine Welt in der wir beide glücklich waren, nur wir beide in unserem Zauberwald. Auch hab ich sie oft in meinen Träumen gesehen, in den wenigen schönen Träumen meiner Kindheit. Denn meistens waren die Träume bitter und zu nahe an der Realität. Sogar heute noch quälen mich Albträume, die mich schreiend hochschrecken lassen...immer dann, wenn ich Zeit zum Überlegen habe und wenn ich gerade mal alleine bin, so wie die letzten Tage...mit schlaflosen Nächten, wo ich endlich mal schwach sein darf und nur für mich inmein Kissen weinen kann. Ein anderer Tag, im selben Leben. Ich bin 7 Jahre alt, habe gerade Schule aus und bin auf dem Weg nach Hause. Ich fühle mich unwohl, denn Vater hat heute frei und er ist bereits mit schlechter Laune aufgestanden, saß schweigend am Frühstückstisch. Er redet nicht und trinkt schon sein erstes Bier. Das sind die schlimmsten Tage, die Tage an denen Vater so ruhig ist. Ich klingele mehrmals, doch es macht niemand auf, obwohl ich weiß das die Eltern zu Hause sind. Das ganze Haus weiß, das Sie zu Hause sind - denn sie brüllen sich wieder an. Es wird immer geschrien, noch heute höre ich oft die Schreie, Fetzen der Vergangenheit, die mich immer begleiten, mich immer wieder einholen. Ich habe schreckliche Angst und will gerade wieder gehen, da fliegt die Tür auf, mein Vater packt mich und zieht mich in die Wohnung. Er schreit: "Wo hast Du Dich solange rumgetrieben?" - dabei ist es gerade Mittag und ich komme direkt von der Schule. Doch er wartet die Antwort nicht ab, sondern schlägt mir brutal ins Gesicht. Ich stürze zu Boden und er tritt auf mich ein, brüllt "Dir werd ich' s zeigen sich rumzutreiben." Meine Mutter schreit, packt ihn am Arm, will ihn von mir wegziehen. Das erste mal, dass sie für mich Partei ergreift. Er schlägt daraufhin brutal auf sie ein. Meine Mutter liegt am Boden und ihre Nase blutet, sie schleppt sich in die Küche. Er brüllt: "Du Hure, der Bastard ist eh nicht von mir, ich schlag Euch windelweich." Meine Mutter nimmt eine Pfanne und geht auf meinen Vater los: "Du Schwein." Ich liege weinend am Boden und schreie, was, das weiß ich nicht mehr. Ich habe furchtbare Angst, Angst wie noch nie zuvor in meinem Leben, ich schreie, doch niemand hört es.... wird fortgesetzt. Jetzt: Auch heute noch ist die Angst mein stummer Begleiter, Angst so zu werden wie Er. Ich höre oft ich sehe so aus wie Er und wie ähnlich ich Ihm auch im Verhalten sei. Leider ertappe ich mich immer wieder mal wie ich mit meinen Kinder schreie und oft ohne Grund überreagiere, vorallem mit dem Kleinen, der eine perfekte Kopie meiner selbst und leider auch meines Vaters ist. Diese Momente sind selten und werden immer weniger, ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Kindern, und gebe Ihnen viel Liebe, Liebe die ich eigendlich nicht habe. Ich arbeite viel an mir und wachse über mich selbst hinaus, bin ein guter Vater. An Tagen, an denen es mir nicht gut geht, gebe ich meinen Kindern besonders viel Aufmerksamkeit, lasse Sie spüren das sie wichtig und was wert sind. Doch das passiert durch einen Schleier, ich agiere nur bin nicht wirklich bei der Sache, mit jedem Lächeln das ich an solchen Tagen meinen Kindern schenke, wächst die Kälte in mir. Und ganz plotzlich ist sie wieder da, war nie richtig weg, die Angst vor dem Versagen. Díe Angst vor dem wahren Ich, Angst zu Fallen. Angst keine Kraft mehr zu haben um aufzustehen. |
| neptunia | [COLOR=teal]das eigensinnige wasser[/COLOR] [B]die drei wunderheiler[/B] das märchen von den unverbesserlichen, die nicht hören können. nicht hören wollen. und dem eigensinnigen [COLOR=teal]wasser[/COLOR], das die berge hinauf fließt ... wunderheiler nummer eins. meine mutter fühlte sich immer (fühlt sich noch) schuldig an meinem anderssein. unnötigerweise. als ich kind war, versuchte sie alles, um es zu ändern. eines tages packte sie mich ins auto und fuhr mit mir irgendwohin ins tiefste niederbayern. ziel war ein alter bauernhof fern von jeder zivilisation. wir stiegen aus und gingen mit eingezogenem kopf in eine stube. eine absurd niedrige decke. eine holzbank. ein tisch. eine kleine kommode. ein kreuz mit blümchen davor in einer ecke. am tisch saß ein ältlicher etwas schmuddeliger mann. er betrachtete mich, murmelte bayrische unverständliche worte. er fing an zu beten. er tauche ein stückchen watte in ein töpfchen mit öl und benetzte meine stirn damit. und betete. er nahm meine hände in seine. und betete. damit war die prozedur beendet. er gab uns ein fläschchen mit öl und kräutern und wir durften gehen, nachdem er eine dicke spende eingesteckt hatte ... wofür es gut war? keine ahnung! für sein seelenheil? für das seelenheil meiner mutter? ich jedenfalls war zu klein, um zu begreifen, was diese erwachsenen denn eigentlich hatten?! ich war so, wie ich war, und ahnte nur sehr dunkel, daß es so nicht sein sollte. wunderheiler nummer zwei. ich war siebzehn. mittlerweile hatte ich gelernt, daß ich anders war. mein sein als unvollkommen wahrgenommen wird. ich zu leiden habe. ich mich gefesselt und benachteiligt zu fühlen habe. aber ich hatte auch schon die wichtige lektion hinter mir, daß ich mich nicht beugen wollte und meine grenzen weiter sind als die horizonte der anderen. ich war die ganz andere unter den anderen, und ich hatte beschlossen, mich frei von ihren vorurteilen zu machen. ich hatte angefangen das leben zu leben, von dem sie nur träumen und nicht zu leben wagen. ich tat, was ich wollte. (und tue immer noch, was ich will.) und dann kam dieser nachmittag. ich war mit meiner freundin, meinem alter ego, in der stadt. wir flogen durch die fußgängerzone. anders kann man es nicht beschreiben. denn, wenn man einen rollstuhl schiebt, wird man auf seltsame weise schneller. und wenn man, wie meine freundin, schon schnell geht, so steigert es sich zu einem dahinfliegen. wir waren wie immer damit beschäftigt zu plaudern und zu kichern, als plötzlich ... da sprang ein mann in unseren weg. ende zwanzig. mit langem haar. weiten kleidern. er zwang uns, stehen zu bleiben. er schaute mich eindringlich an und sprach "erhebe dich und gehe!" ich glaubte, meinen ohren nicht trauen zu können und so fragte ich "was??" er wiederholte: "erhebe dich und gehe!" mit diesen worten packte er mich an den händen und wollte mich aus dem rollstuhl zerren. es tut mir leid. aber ich bekam einen unglaublichen lachanfall. es war höchst albern. und laut lachen gingen wir einfach weiter. ich weiß nicht, was dieser seltsame mann dann gemacht hat. ob ich ihn von seinen heilversuchen heilen konnte? jedenfalls wuchs in mir die wut, ständig in frage gestellt zu werden. nicht einfach ganz in ruhe ich selbst sein zu können. ständig mich an anderen messen lassen zu müssen. ich entscheide, ob ich meine krankheit aufgeben will. wunderheiler nummer drei. er begegnete mir auf meiner australienreise. ich war schon zwei wochen mit meinen freunden unterwegs, fast jeden tag ein neuer ort, unendlich viele autofahrtstunden, unendliche viele sehenswürdigkeiten, landschaften, menschen. ein land, das mich faszinierte und mich mit seinen eindrücken füllte. an jenem abend war ich allerdings etwas müde. wir wollten nur schnell etwas essen gehen und vielleicht noch einen trinken. und da stand an der seite dieser kleine japaner mit einem buch in der hand. er hielt uns an und fragte, ob wir ihm die bedeutung eines wortes sagen könnten. er streckte uns das buch entgegen - es war die bibel. das wort habe ich vergessen, es war beliebig. und dann fragte er mich, ob er etwas ausprobieren dürfte. er nahm meine hand, starrte mir intensiv in die augen, er stieß einen langen intensiven kampfschrei aus - und wollte mich aus dem rollstuhl ziehen. etwas müde bedankte ich mich und sagte ihm, daß es nicht funktioniere, leise lächelnd. doch, diesmal hatte ich energie gespürt. aber ich war immer noch nicht bereit, mich gegen meinen willen von mir selbst heilen zu lassen. die moral. ich bin eigenwillig. ich möchte gefragt werden, ob ich an mir, an meinem leben etwas geändert haben möchte. ich bin so eitel zu behaupten, mein leben ist gut so, wie es ist. wenn denn dann jemand etwas ändern möchte, dann würde ich ihm sagen, daß ich nichts hergeben möchte. es ist nicht perfekt. ja. aber welches leben ist es? wenn ich meine grenzen aufgebe, dann müßte ich sie neu suchen. nur um wieder auf grenzen zu stoßen. wofür also? und so komme ich nicht umhin zu behaupten, wunderheiler tun es für sich selbst. all die menschen, die ihre fürsorge und liebe und heilmittelchen und sprüche auf uns niederprasseln lassen - ungefragt. es ist eigennutzen. es gibt die anderen "heiler", die tatsächliches interesse an ihrem gegenüber haben. sie hören erstmal zu. sie bieten ihre hilfe an. und ihre hilfe kann ich mit freudigem herzen annehmen. die anderen dürfen sich zum teufel scheren ... |
| Nnordy | [COLOR=purple]Blitz und Donner[/COLOR] Von Eltern, Kindern, der Hilflosigkeit, guten Anfängen und leisen Zwischenteilen [COLOR=skyblue]Ich klappte das Gitter herunter, setzte mich und küsste mein Kind.[/COLOR] (Sanyasin) [COLOR=orangered]Es gibt nur die Liebe zum Kind - und den Versuch, diese zu transportieren. Und so verschieden wie die Väter sind - so verschieden werden die Wege sein, diese Liebe zu zeigen.[/COLOR] [COLOR=orangered]Der Vater war schneller, schlug ihren Kopf gegen die dicke Holztür und schrie so furchtbar, so furchtbar laut... [/COLOR] (Odessa) [COLOR=blue]Das Kind wächst ohne Liebe auf, später selbst nicht fähig, Liebe zu geben. Statt Liebe bekommt es Schläge, emotionale Kälte und das Gefühl, nicht wichtig zu sein, nicht geliebt zu werden. [/COLOR] (Schwarzer Hase) [COLOR=teal]meine mutter fühlte sich immer (fühlt sich noch) schuldig an meinem anderssein. unnötigerweise. als ich kind war, versuchte sie alles, um es zu ändern.[/COLOR] (Neptunia) Die Elemente und ihre Kinder. Die Kinder und die Elemente. Die Kinder-Elemente und ihre Eltern... Was sich dazwischen abspielt, ist manchmal heiß wie Feuer. Manchmal eisig wie der Wind. Manchmal alles mit sich fortreißend wie das Wasser. Und manchmal auch alles unter sich begrabend wie die Erde. ELEMENTAR. Das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern. Gibt es einen Anfang? Sollte er "Liebe" heißen? Der Blitz malt das Wort in den Himmel [COLOR=purple]LIEBE[/COLOR]. Ein guter Anfang. O ja, doch jeder gute Anfang ist keine Garantie auch für ein gutes Ende. Nicht mal ein Garant für ein gutes Zwischenspiel. Aus einem guten Anfang kann fast alles erwachsen... Die Luft kann so voller Liebe sein, daß man sie nicht nur spüren, sondern auch sehen, hören, riechen kann. Eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm, der stolze Vater steht daneben, sieht dem Kind in die Augen, spürt sein Herz weich werden vor Liebe zu diesem kleinen Geschöpf, das so wunderbar und leuchtend ist. Die Zeit vergeht... Aus den Augen des Vaters sprühen Flammen, heiß und zornig. Sie verbrennen das Kind, das hilflos dem brausenden Feuer ausgesetzt ist, nicht wissend, was es getan hat. Hilflosigkeit. "Ich habe etwas falsch gemacht. Aber was? WAS?" Kein Wasser um das Feuer zu löschen. Es braust über das Kind hinweg, hinterläßt Brandspuren auf der Kinderseele. Die Zeit vergeht... Tränen in den Augen der Mutter, wenn sie auf dem Bett liegt, weint, krampft. Das Kind sitzt neben ihr, versucht, zu trösten, was es nicht einmal ganz versteht. Spürt die Tränen auf ihrer Haut, salzig, wie BItterkeit, wie Schmerz, wie Verzweiflung. Erinnert sich an die Abende, mit der Mutter am Fenster, auf "Papa" wartend, der nicht kam, obwohl die Schicht schon zu Ende war... Der ein, zwei Stunden später endlich kam - schweren Schrittes, die Augen voller vergiftetem Wasser, die Zunge schwer. Der unberechenbar war wie die tosende See im Sturm. Das giftige Wasser hinterläßt Ablagerungen auf der Seele und reißt ein Stück des Kinderherzens mit sich. Die Zeit vergeht... Das Kind ist erwachsen geworden, selbständig. Ist in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Gewitter gegangen, die alte Narben aufgerissen haben - um sie zu reinigen, zu heilen, was nie verheilt ist. Der Donner bleibt allgegenwärtig, trägt mit sich die Erinnerung an Schläge, an Schreie, an brennende Hilflosigkeit und Schmerz. Sie sind nicht vergessen - doch das ist gut so. Denn nur so können die Narben heilen. Der Vater hat sich geändert, hat eine Entziehung gemacht, ist seit Jahren "trocken". Der Vater bereut, flüchtet sich in andere Welten, weil er mit dem Wissen, was er versäumt hat, nicht umgehen kann. Ich bin traurig deswegen. Ich habe ihm längst verziehen - mein Bruder nie. Ich kann Gewitter auch bei anderen Menschen entfesseln - wenn sie es zulassen. Meist erwächst daraus Verständnis, Akzeptanz. Meine Ausbrüche haben meinen Eltern oft klarer gemacht als manche Worte, um was es mir eigentlich geht, was die Dinge bedeuten. Sie akzeptieren mich, sind stolz auf mich, helfen mir, wo sie nur können. Auch, wenn ich oft schutzsuchend und mich weit weg wünschend im Gewitter saß - ich bin dankbar, daß ich es angenommen habe. Es hat mich mit seiner Kraft erfüllt, mir Wege geöffnet, mir den Zugang gezeigt und leichter gemacht. Jedes Kind sehnt sich nach Liebe. Nach Geborgenheit. Nach Akzeptanz. Nach Verständnis. Mit- statt Gegeneinander. Füreinander Dasein. Halten. Wenn das Gewitter weiterzieht, hinterläßt es die Luft sauber. Die Erde auf-atmend. Das Wasser voll neuer Kraft. Und hat das Feuer gebracht. [COLOR=teal]...[/COLOR] |
| Schwarzer Hase | Wenn das Gewitter weiterzieht, hinterläßt es die [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] sauber. Die [COLOR=sienna]Erde[/COLOR] auf-atmend. Das [COLOR=royalblue]Wasser[/COLOR] voll neuer Kraft. Und hat das [COLOR=red]Feuer[/COLOR] gebracht. Der [COLOR=blue]Regen[/COLOR] ist vorüber, er hat einen Teil der Seele gereinigt. Die Sonne scheint hell und gibt neue Kraft. Doch wo der Sonne Licht scheint, gibt es auch Schatten. Schatten der Vergangenheit: Ich habe furchtbare Angst, Angst wie noch nie zuvor in meinem Leben, ich schreie, doch niemand hört es.... Ich stehe auf und laufe davon, wie später noch so oft im Leben, eigentlich habe ich nie richtig aufgehört zu laufen. Ich laufe weinend durch die Gegend, versunken in meiner eigenen Welt, einer Welt in der es keine Schreie und Schläge gibt. Ich bin ein großer Abenteurer, ein mutiger Entdecker, der von allen Leuten geliebt wird. Es ist eine Welt in der ich kein Versager und nutzloser kleiner Bastard bin. Meine kleinen Füße tragen mich immer weiter, ich weiß nicht genau wo hin. Es ist schon lange dunkel, doch das merke ich nicht, denn in meiner Welt ist es lichter Tag. Ich bin auf dem Moosacher Bahnhof und male Bilder mit einem Eimer Schmieröl an ein kleines Bahnhofs - häuschen, klettere auf einen ausrangierten Zug, der für mich der Rücken des Drachens ist, den ich gerade bezwungen habe. Auf einmal dringen Schreie von außerhalb meiner Welt an mein Ohr, es ist die Bahnpolizei; sie führen mich vorsichtig vom Zug hinunter, denn über uns ist die Starkstromleitung und erst vor einem Monat hat es einen Mann zu Asche verbrannt, wie sie mir erzählen. Sie sind total freundlich und nett und reden viel mit mir, ruhig, ohne zu schreien. Schließlich bringen sie mich nach Hause. Meine Eltern sind nicht da, nur meine Tante, die schräg gegen- über von uns wohnt. Ich darf heute bei ihr schlafen. Am nächsten Tag besuchen wir meine Mutter im Krankenhaus, sie ist schwer gestürzt, sagt meine Tante. Kurze Zeit später: Mein Vater stürzt oft und verletzt sich dabei, er hat Gleich- gewichtsprobleme und stets immense Kopfschmerzen. Meine Mutter drängt, er solle zum Arzt gehen, doch er behauptet es würde ihm gut gehen. Ein paar Tage später bricht er in der Arbeit bewusstlos zusammen, der Notarzt kommt. Im Krankenhaus wird ein Gehirntumor, bereits recht weit fortgeschrittenen Stadiums, festgestellt. Er ist von nun an nicht mehr zu Hause. Für ca. ein Jahr lang verlegt man ihn in ein Krankenhaus nach dem anderen. Rechts der Isar, Klinikum Großhadern und wieder zurück Rechts der Isar. Ein langes Martyrium mit vielen Operationen beginnt. Wir sind fast jeden Tag in irgendeinem Krankenhaus und ich muss immer mit. Mein Vater hat sich stark verändert, wirkt oft abwesend und recht still, oft sieht man ihm die Schmerzen an, die er trotz der Medikamente hat. Meine Mutter und auch alle Anderen erklären mir immer wieder, daß alles gut wird und ich versuche es zu glauben...obwohl alle schon wissen, daß Vater sterben wird. Mir braucht man ja nichts zu sagen, bin ja nur ein schwaches Kind, das zwar Schläge und Demütigungen erdulden darf - aber nicht die Wahrheit. Es war ein Jahr gemischter Gefühle für mich; ein Jahr, in dem ein Knoten in mir aufgegangen ist, ein Jahr, in dem ich den ganzen Hass und die Wut, die ich in mir hatte, immer noch habe, meiner Mutter entgegengeschleudert habe. Ich habe sie beschimpft, geschlagen, getreten und angespuckt. Hatte unkontrollierbare Wutausbrüche, fing an zu stottern und meine Sachen zu zerstören. Ich ging nur noch selten zur Schule und suchte mir die falschen Freunde. Dafür wollte ich mich später immer bei meiner Mutter entschuldigen, konnte es aber nie. Miteinander reden war noch nie unsere Stärke, ich habe es oft versucht...doch immer wenn ich angefangen habe, hat sie abgeblockt: "Das wäre eh Vergangenheit". Jetzt ist mir die Möglichkeit genommen worden, da auch meine Mutter schon lange nicht mehr lebt...das ist aber ein anderer Teil der Geschichte... 1984: Ich bin 8 Jahre alt und mein Vater kommt nach Hause. Sein Kopf ist kahl geschoren und von Narben übersäht, sein Gesicht ist aufgedunsen, ein Lächeln umspielt seine Lippen. Er sieht zum ersten mal in seinem Leben wirklich glücklich aus. Er sieht aus wie der freundliche Clown, den ich mit meiner Tante im Circus Krone gesehen habe. Er ist recht schwach, meine Tante und meine Mutter stützen ihn. Er sagt freundlich zu mir: "komm her" und will mich in die Arme nehmen. Ich lasse es zu, dass er mich drückt und durch mein Haar streichelt, doch für mich ist es fremd, es ist nicht meine Welt. Ich bin nicht glücklich, nur erstaunt. Ich lasse alles zu, innerlich kalt und zur Salzsäule erstarrt. Ein paar Tage später sitze ich mit meiner Mutter bei den Haus- aufgaben und er kommt zu mir. Einer der wenigen hellen Momente, in denen er wach ist; er will mich streicheln, doch ich erschrecke mich und zucke panisch zusammen, ich hatte plötzlich Angst, er könne mich schlagen...doch in seinem Blick ist nur bedingungslose Liebe. Liebe, die ich mein ganzes Leben gesucht habe. Doch sein Blick verändert sich, ist jetzt ein komischer Ausdruck von "nicht verstehen". Diesen Blick habe ich nie vergessen...so verletzt und erstaunt war er darüber, dass sein eigener Sohn vor ihm zurückzuckt. Heute verstehe ich, dass er damals nur noch den Verstand eines Kindes hatte und nicht mehr wusste, was er mir angetan hatte. Damals wusste ich es nicht, begriff aber, dass alles anders wird, endlich gut wird, ja - endlich wird alles gut. Mein Vater wird mich nie wieder schlagen oder anschreien und ich werde ihm sagen dass ich ihn liebe. Mit dem ersten Teil hatte ich recht, den zwei Tage später war er tot. Er hat sich einfach aus meinem Leben geschlichen, ohne dass ich mich von ihm verabschieden konnte oder ihm sagen konnte, was ich für ihn empfinde. Ich hab’s versucht, doch die letzten zwei Tage ist er kaum noch aufgewacht, war zu schwach, die Medikamente zu nehmen. Ich durfte nicht in sein Zimmer. Er braucht Ruhe, sagte Mutter, und er sei eh nicht ansprechbar. Ist ja egal, sag ich’s ihm ein andermal, ich bin eh viel zu beschäftigt damit, mir in Gedanken auszumalen, was wir alles unternehmen werden. Am zweiten Tag haben sie ihn dann mitten in der Nacht abgeholt und ins Krankenhaus gebracht und meine werte Frau Mutter hat es immer noch nicht für nötig befunden, mir irgendwie begreiflich zu machen dass er sterben wird - obwohl sie genau wusste, das er nur zum Sterben nach Hause kam. Am nächsten Tag um 7.00 Uhr morgens haben sie angerufen...er sei in der Nacht verstorben. Meine Mutter hat es mir dann gesagt und ich bin weinend zusammengebrochen, habe hyperventiliert und keine Luft mehr bekommen, ich wollte es einfach nicht wahr haben. Später sind wir ins Krankenhaus gefahren und meine Mutter hat mir da auch noch verwehrt, ihn ein letztes Mal zu sehen. Inzwischen habe ich ihr verziehen, dass sie es zugelassen hat, dass ich misshandelt wurde und sie nichts dagegen unternommen hat. Ich weiß heute, dass sie zu schwach dafür war - was ich ihr allerdings noch nicht verziehen habe und auch nicht sobald werde ist, dass sie mir verschwiegen hat, das er stirbt und dass ich ihn nicht mehr sehen durfte... Begräbnis: Ein Mann, mein Vater, wird zu Grabe getragen. Viele verweinte Gesichter, Betroffenheit, dazwischen ein kleiner Junge, 8 Jahre alt, irritiert, in sich gekehrt. Keine Kraft mehr zu weinen, schon zu oft geweint in seinem kurzen Leben. Er weiß nicht was er fühlen soll - Hass, Erleichterung, Trauer, Freude oder Wut. Wut darüber, vom Leben betrogen worden zu sein. Kurze Zeit später muss ich ins Heim nach Landshut. In meinem Zeugnis steht: "Der Schüler ist für die Gemeinschaft der Klasse nicht mehr tragbar." Meine Wutausbrüche werden immer mehr und richten sich oft gegen mich selber, oft verletzte ich mich selbst dabei. Das erste Jahr wird hart. Jetzt, wo ich auch noch von meiner Mutter getrennt worden bin, vermisse ich sie fürchterlich, aber ich darf wenigstens jedes zweite Wochenende nach Hause fahren. Die Zeit im Heim stabilisiert mich, ich raffe mich auf und mache was aus meinen Leben. Ich bin einer von den "statistischen 40%", denen es gelungen ist, sein Leben in den Griff zu kriegen. Ich werde immer besser in der Schule, stottere kaum noch und habe nur noch selten Wutausbrüche. Ich habe mein Leben in der Hand und beginne nach und nach, die Vergangenheit zu verdrängen. Nach Hause zu meiner Mutter fahre ich zu der Zeit damals kaum noch; es kann mich keiner zwingen und ich bleibe freiwillig mit den wenigen Kindern da, die an diesen Wochen-enden nicht nach Hause dürfen oder keine Eltern mehr haben. Es sind immer ganz besondere Wochenenden, an denen wir immer viel unternehmen.Wenn ich doch mal nach Hause fahre, bin ich selten "zu Hause", rede kaum mit meiner Mutter. Ich bin kalt zu ihr - es ist die Kälte, die sie mir mitgegeben hat. Schließlich beende ich die Schule mit Erfolg und mache eine Lehre, die ich auch abschließe; ich bin zu einem fröhlichen jungen Mann geworden, den alle mögen, der nicht allzu schlecht aussieht, nie ein böses Wort sagt, immer einen Spruch oder Witz zur Hand hat - das perfekte Ebenbild meines Vaters. Doch es ist eine Maske, die ich trage - die Maske der Oberflächlichkeit, ein Clownsgesicht. Die Maske ist wie eine Mauer, die keinen an meinem wirklichen Leben teilhaben lässt .... |
| Schwarzer Hase | ... Ich habe viele Freunde, doch wirklich nah kommt mir niemand. Es wird nie mehr jemand an meinem Leben teilhaben, es wird mich nie mehr jemand verletzen. Es ist kein Platz für Liebe in meinem Leben, ich brauch Sie nicht, oder nur wenig davon. Mir hat meine Frau später einmal erklärt, dass alle Menschen viel Liebe brauchen....ähnlich wie Blumen Wasser brauchen, sonst welken sie dahin, "verdorren". Doch ich bin ein Kaktus, der in einer Wüste ohne Wasser lebt. Mir reicht der kleinste Tropfen. Wenn man mich überschüttet, gehe ich ein. Es sind wieder ein paar Jahre meines Lebens vergangen, Jahre in denen ich die Maske des Clowns zur Vollendung gebracht habe. Ich habe mich zum "erfolgreichen Arschloch" entwickelt, habe Sex mit vielen Frauen - doch sobald mir eine zu nahe kommt, verletze ich sie mit Absicht, bin gemein zu ihr, gehe ständig fremd. Zweimal jedoch habe ich die Maske kurz fallengelassen, es war ein Selbstversuch - doch dabei wurde ich dann bitter enttäuscht. Das hat meine Maske schließlich perfektioniert. Ich lasse Nähe, Liebe und Beziehungen einfach nicht mehr zu. Es ist mein Schutz, Schutz vor dem verletzt- und enttäuschtwerden. Meine Mutter habe ich inzwischen seit fast 1 ½ Jahren nicht mehr besucht. Beim letzten Besuch habe ich ihr vorgeworfen, dass sie es zugelassen hat dass Vater mich schlug. Sie hat sofort abge-blockt und behauptet, mein Vater hätte mich nie absichtlich geschlagen, es hätte mit seinem Gehirntumor zusammen-gehangen, außerdem hätte er mich nur selten geschlagen. Sie hat wohl viel verdrängt, ihre Maske ist genauso gut wie meine. Wir gehen im Streit auseinander. Ich habe mich immer noch nicht für die Grausamkeiten und Schläge bei ihr entschuldigt ... Das ist das vorläufige Ende der Geschichte, denn zur Zeit scheint die Sonne, doch der nächste [COLOR=blue]Regen[/COLOR] kommt bestimmt. |
| Odessa | [color=blue]Ich war so, wie ich war, und ahnte nur sehr dunkel, daß es so nicht sein sollte.[/color] [color=coral]Feuer[/color] hatte diese Ahnung auch. Wenn auch aus anderen Gründen und wegen anderer "Befindlichkeiten", die so gar nicht in die Norm passten, noch heute nicht passen. "ICD10:F60.31 - Vater, Mutter, Kind & Herzeleid": Irgendwann war es zu viel. Das Mädchen war fast 14. Sie hatte in den letzten Jahren langsam und zaghaft das "Sprechen" gelernt. Sprechen im Sinne von "den Mund aufmachen". Hatte sich getraut, ganze Sätze von sich zu geben. In der Schule, wo sie kommunizieren mußte. Der Klang der eigenen Stimme erschreckte sie am Anfang sehr, sie war sich nicht sicher, ob sie nicht zu laut sprach, daher flüsterte sie nur. Mußte ständig aufgefordert werden, lauter zu sprechen. LAUT sein. HÖRBAR sein. EXISTENT sein. Durch Sprache. Welch Frevel. Welch schöner Frevel, als es gelang. Und sie anfing, ganz vorsichtig, Geschichten, die sie schrieb, auch vorzulesen. Den anderen Kindern in der Klasse. Geschichten von Ländern im fernen Orient, mit Prinzessinnen in samtenen Kleidern, die nie sprachen und die immer seidige, bunt glänzende oder dunkle schwere düstere Schleier vor dem Mund hatten...Prinzessinnen, von denen man nur die Augen sah und darin alles "hören" konnte. Geschichten von Ländern, in denen es verboten war, kleine Mädchen beim Schlafen zu stören, darauf stand nämlich die Todesstrafe. Und jeder der laut war wurde ebenfalls getötet, dem wurde eine Glocke über den Kopf gestülpt die ständig dröhnte und vibrierte, bis dem Lauten die Ohren und der ganze Kopf platzte. Solche Geschichten erzählte das Mädchen, und viele hörten zu. Auch der Nachbar des Mädchens, ein großer Mann aus Palästina, der das Mädchen öfters auf der Treppe abfing und sie fragte, warum es immer so laut wäre in der Wohnung neben ihm. Der das Mädchen ansah mit großen brauen warmen Augen. Der leise sprach und dabei immer genug Abstand hielt. Der nie nach Bier roch. Der lange schwarze Locken hatte wie die Prinzen in den Geschichten, die das Mädchen schrieb. Der über 2 Meter groß und stark war und dunkle Haare an den Armen hatte, überall Haare, wie der Teddybär, den das Mädchen im Bett hatte. Ein Prinz mit einem Bärenfell am Körper, dem konnte man vertrauen. Der Bär tat ja auch nichts Böses. Also fing das Mädchen irgendwann an, dem BärenNachbarn zu erzählen von ihren Geschichten. Und von ihren Eltern, die so weh tun. Der Nachbar bot Hilfe an. Sagte, man müsse das Jugendamt einschalten. Man müsse die Polizei holen. Das Mädchen hatte Angst und bat den Bärenmann, nichts zu tun. Die Eltern würden nur noch lauter werden und die Schläge nur noch furchtbarer. Der Bärenmann versprach es, schaute aber dabei ganz traurig und ging unruhig in seiner Wohnung auf und ab. Ließ das Mädchen nur ungern zurück in die elterliche Wohnung. Es vergingen noch einige Wochen, bis das Mädchen nicht mehr konnte. Nicht mehr still sein wollte, nicht mehr geschlagen, nicht mehr im Keller eingesperrt werden wollte, nicht mehr bluten wollte, nicht mehr die Mutter geschlagen in der Ecke liegen sehen und nicht mehr hören wollte, dass es ein Stück Dreck sei. Das Mädchen stand eines Nachts, nachdem es wieder so laut war und danach so weh tat, auf. Sie nahm das Messer, mit dem sie immer das Gulasch schneiden mußte und das Essen nach der Schule vorbereitete, und ging ins Schlafzimmer der Eltern. Stellte sich vor das Bett - und weiß heute nur noch, daß der Vater wach wurde. Daß das Messer flog und der Vater sie gegen das Fenster warf. Glas splitterte, Schreien, laut. Sehr laut. Dann kam der Bärenmann durch die Tür, mit ihm Polizisten. - Es folgte eine Zeit, die das Mädchen nur noch wirr im Kopf hat..."Du bist erstmal hier untergebracht, hier tut Dir niemand etwas"... Untersuchungen, Tests, "mal uns ein paar Bilder", "erzähl uns was passiert" ist, und Schriftstücke und "Verhandlungen" und "Aussagen" und "Protokolle". Das Mädchen lebte danach und fortan glücklich und in Ruhe. Es bekam zu essen, bekam keine Schläge mehr. Das Mädchen sah den Bärenmann sehr oft. Denn sie lebte nun bei seiner Schwester und deren Familie. Hochangesehene Mitglieder der islamischen Gemeinde, die schon Pflegekinder aufgenommen hatten. Ihre Eltern sah es nur noch selten. Es hatte immer Angst davor, es waren Gespräche, die immer mit Streit und Vorwürfen endeten. Die Eltern waren froh, dass das Mädchen gut untergebracht war. Es schien, als wäre die Situation auch für sie entspannter geworden. Das Mädchen heiratete kurz darauf den Bärenmann. Niemand durfte es wissen. Nur die islamische Gemeinde, in der die "rituelle", die islamische, Ehe vollzogen wurde. Das Mädchen war keine 15 und der Bärenmann 30 Jahre alt. Er hatte sich monatelang gegen das Gefühl gewehrt, aber die Liebe brach sich, wie immer, irgendwann doch ihre Bahn. Das Mädchen wurde mit 16 schwanger und war das glücklichste Mädchen auf der Welt. Es hatte endlich ein Kind unter dem Herzen von dem Mann, der ihr das Leben rettete und der sie wie eine Königin auf Händen trug und ewiglich liebte. Das Mädchen wurde kurz darauf Witwe. Als der EngelEhemann mit dem Bärenfell am Körper in Palästina erschossen wurde. Aus Versehen. Das Mädchen verlor danach auch das Kind des Engels. Das Kind wollte zum Vater, wollte auch zum Engel werden, noch bevor es Mensch wurde. Das Mädchen wurde mit 16 zur alten Frau. Zur reifen Frau. Das Mädchen hatte gelernt: "Es war meine Schuld. Das mit meinen Eltern. Ich war da, also war ich SCHULD. Ich habe Schuld auf mich geladen, indem ich am Leben bin. Existent bin. Ohne mich geht es meinen Eltern besser. Was muß ich für ein wertloses nichtswürdiges Stück Kreatur sein. Ich war da als mein Mann starb. 30 Jahre lebte er. Als ich in sein Leben trat, wurde er getötet. Es ist meine Schuld. Ich bringe Unglück, Schmerz, Wut und Tod." Später, sehr viel später, wurde dieser Glaube, dieses "Wissen", als "Borderline Persönlichkeitsstörung" diagnostiziert. Eine Geissel, die dem Mädchen das weitere Leben als Frau mit Steinen und Dornen pflasterte, und auch das der Männer, die ihren Weg kreuzten... |
| Sanyasin | [COLOR=skyblue]Luft ....[/COLOR] [COLOR=darkblue]Z e n t a u r[/COLOR] Ich kämpfte ums Überleben ... Denn etwas in mir ist mit der Elfe gestorben. Sie haben mein Kind begraben ... obwohl sie doch so Angst hatte vor der Dunkelheit Kein Licht bei Ihr dort unten ... Nicht mal der Schein des Mondes. Heute, Vollmond. Kein Geräusch. Keine Wärme. blos Kälte. nicht mal [COLOR=skyblue]Luft[/COLOR] Das Zittern soll aufhören! ........... Meine Frau hatte die Elfe gewaschen und angezogen. Und nun lag sie da, als schlafe sie. Ihr Gesicht war ruhig und entspannt. Ihre Finger hielten den Hals der Plüschente umfasst. Mir war, als müste ich sie nur berrühren, um sie aufzuwecken. Aber etwas in ihrem Gesicht war fremd und hielt mich davon ab. Ein Ausdruck von .... Entschiedenheit vielleicht. Das Fremde war überall in ihrem Zimmer spübar. Wie in einem raum, den man jahrelang nicht betreten hat. "Ich aufgeräumt, geduscht und als ich wieder in ihr Zimmer kam, da war sie gegangen", sagte meine Frau leise. Davongeflogen. Wie ein Schmetterling. Ins Blau. Leise. Leicht. Wie konnte sie das tun? Mich allein zurück lassen. Unvorbereitet dachte ich. Ich konnte mein Kind nicht berrühren. Konnte nur dastehen und sie ansehen. Ansehen und wünschen, der Fremde Ausdruck würde von ihrem Gesicht verschwinden, damit ich sie in die Arme nehmen könnte. Sie hatte sich von mir verabschiedet. Fast konnte ich den leichten Druck auf ihrer Wange noch spüren. Und ich hatte nicht gemerkt, das es der Abschied war. In diesem Augenblick klingelte es. "Das wird Herr Basal sein," sagte sie und ging hinuter zum öffnen. Sie war gerade ein paar Stunden Tod und schon stand der Bestatter vor unserer Tür. Ich selbst hatte ihn gerufen. ...... Die Elfe sollte zu Hause bleiben. Alle, die es wollten, sollten sich in der Umgebung von ihr verabschieden können, in der sie gelebt hatte. Sie blieb zu Hause. Zwei Tage lang. Meine Schwester schickte eine karte mit vorgedrucktem Text. Alle anderen kamen. Nur ich mied das Zimmer, das nicht mehr das Zimmer der Elfe war, sondern das Zimmer meiner toten Tochter. Der Rolladen war etwas heruntergelassen, doch nicht mal im halbdämmer brachte ich es fertig hineinzugehen. Ich lief im haus herum oder im Wald. Ging in die Kirche und redete mit ihr. Wenn ich sie irgendwo finden konnte, dann hier, wo wir oft zusammen gewesen waren. Ich an der Orgel und die Elfe mit träumerischen Blick. Aber ich fand sie nicht. Nicht hier Nirgendwo. |
| Odessa | [color=coral]Feuer[/color] "Vater, Mutter, Kind & 25 Jahre später" Verzeihen. Ein Wort, das ich nicht einmal dachte, wenn es um meine Eltern und ihre, meine, Vergangenheit ging. Wie kann man all das verzeihen, was da vorfiel? Rache ist sonst das vorherrschende Gefühl gewesen, Rache nehmen für all den Schmerz, das Leid - es sollte sich ändern. Vor kurzem erst. Als ich Ralf heiratete, den Mann, der wusste auf was er sich einließ. Der mit mir immer wieder mein Trauma "durchlitt" und "durch-sprach". Der wusste, daß er auch nach der 100. Frage "Wirst Du mich nie verlassen?" zum 100. Mal mit einem "Nie, niemals, denn ich liebe Dich" antworten wird "müssen". Antworten musste, wollte er meine "Sprache", meinen Seelenschmerz, meine "Welt" verstehen. Der Tod meines ersten Mannes hatte mich so geschockt, ich konnte es seitdem nicht ertragen, wenn jemand zu spät kam oder sich nicht meldete bei mir. Ich flippte aus, wenn meine Tochter - die ich in meiner zweiten Ehe bekam - nur etwas zu spät von der Schule kam oder sich nicht rechtzeitig meldete, ich sah sie verunglückt, ermordet, verloren. Das ist ein Trauma, das bleibt. Auch ohne Borderliner zu sein. Für mich kam es "erschwerend" hinzu. Ralf verstand. Ralf liebte mich so sehr, daß er meine oftmals ungerechtfertigten Fragen als das nahm, was sie waren: meine Art, mich seiner Liebe zu vergewissern. Meine Art zu zeigen: ich liebe Dich doch auch. So sehr. So sehr daß ich in Panik gerate allein schon bei dem Gedanken, Dich zu verlieren. "Hilf mir. Versteh mich. Hab Geduld." Mit ihm schaffte ich es, nach all den Jahren, Jahrzehnten, wieder mit meinen Eltern Kontakt aufzunehmen. Es war schwierig. Die ersten Male konnte ich nur für Minuten ihre Anwesenheit ertragen. Da war soviel Unausgesprochenes. Irgendwann kam meine Mutter zu mir und sagte, sie könne es nicht mehr ertragen. Sie müsse mir sagen, wie leid ihr alles tue. Wie sehr sie gelitten habe, wie sehr sie versagt habe, wie sehr sie es bereue. Sie erzählte mir dann von ihrem Leben, das schon als Kind nichts anderes als Entbehrungen enthielt: Nachkriegszeit, 7 Kinder, die Mutter eine Kriegswitwe, der tote Mann ein "Mischling" aus russischen, italienischen und bayerischen Vorfahren, nie richtig heimisch hier. Hunger, Angst, noch mehr Hunger - das war das Leben. Schon als 10jhr. auf die kleinen Geschwister aufpassen, mit ihnen zum Kohlenklauen und mit ihnen in Fetzen durch die zerbombten Städte laufen... Mein Vater - seine Geschichte war noch schlimmer. Ein Kind, ausgesetzt von den richtigen Eltern. Ein "Bastard", ein Araber-Balg, von einer österreichischen Familie adoptiert. Deswegen, weil "man" ein Kind "zu haben hatte" und selber nicht schwanger werden wollte, das hätte ja "Umstände" (zyn) gemacht. Das adoptierte "Balg" wurde zum Hausbauen gebraucht, wurde mit Schlüsselbund und Rohrstock verprügelt, wurde von einer alkoholkranken "Mutter" und einem autoritären "Vater" seelisch und körperlich misshandelt und vernachlässigt. Mit 18 heirateten dieser "Araberbalg" und das älteste von 7 Kindern. Liebten sich. Flüchteten beide aus Elternhäuser, die keine Liebe geben konnten. Bekamen "mich". Waren überfordert mit sich selbst, mit dem Leben, mit dem fehlenden Geld - und mit dem Bündel Mensch, das da war, ihr Kind. Ich hörte meiner Mutter zu. Hörte meinem Vater zu. Verstand so viel. Und mein Hass war weg. War einfach weg. Ich sah diese zwei "alten" Menschen, die auch 25 Jahre lang gelitten hatten...und mich nun um Verzeihung bitten wollten. Alles war gut. In diesem Moment. Wir feierten zum ersten Mal Geburtstag. Ich bekam Geschenke, zum ersten Mal von meiner Familie. Wir gingen auch zusammen Essen. Ich merkte, wie ähnlich meine Eltern mir sind. Wir haben den gleichen bitterschwarzen Humor und die gleichen Einstellungen. Sie sind auch richtige Nomaden, keine 2 Wochen an einem Platz, immer unterwegs, immer im Süden, der Sonne nach. Sie lieben Tiere über alles. Sind in so vielem mir so ähnlich. Es tut gut, zu wissen wo die Wurzeln sind. Was man von "wem" hat. Es macht Spass, das alles zu entdecken. Mit 40. Gestern feierten wir Weihnachten. Meine Eltern fahren wie immer bis zum Frühling in den Süden, "ziehen" durch die Lande bis nach Marokko, der Wärme entgegen.... Also verlegten wir Weihnachten vor. Wir feiern eigentlich nicht Weihnachten. Weder sind meine Eltern Christen noch bin ich es. Trotzdem nannten wir es Weihnachten feiern. Seltsam. Und ich liebe sie, meine Eltern. Jetzt. Aus ganzem Herzen. Habe meinen Frieden mit ihnen gemacht, auch wenn ich durch diese Kindheit mein Leben lang in meinen Beziehungen werde "ein Problem" haben. Und die Männer, die es betrifft, an ihre Grenzen gehen müssen, oder diese sogar überschreiten.... "Ich bin es wert" ist ein Satz, den ich jetzt stolz und selbstbewußt genug bin, zu sagen. Mich bricht nichts und niemand mehr. Grenzen sind dazu da, daß man sie überschreitet. Überrennt. Überlebt. Überliebt. |
| Odessa | [color=green] 15% aller psychiatrisch stationär behandelten Patienten leiden am Borderline-Syndrom. Der überwiegende Teil sind Frauen. Das liegt vermutlich daran, daß Mißbrauch und körperliche Mißhandlung bzw. Ablehnung im Kindesalter eine große Rolle spielen. Die Selbstmordrate liegt bei 8-9%. Häufig auftretende Probleme im Leben eines Borderliners sind: stürmische, oft auch zerstörerische Partnerschaften mit Hörigkeits-Symptomatik, Co-Abhängigkeit von oftmals selbst psychisch auffälligen Partnern sowie die Unfähigkeit des Borderliners, schädliche Beziehungen zu beenden; auch Drogenmißbrauch, sexuelle Exzesse, selbstverletzendes und selbstschädigendes Verhalten, Probleme am Arbeitsplatz durch extrem schnell auftretende Langeweile bzw. Unterforderung und unkontrollierbare Wutausbrüche begleiten einen Borderliner. In Beziehungen ist in der Regel entweder das Muster zu finden, durch Provokation von Emotionen eine Reaktion erzwingen zu wollen (um die Bestätigung der Liebe zu erhalten) oder aber sich vollkommen den Bedürfnissen des Partners anzupassen - was ebenfalls zu die Beziehung bedrohenden Ausbruchsversuchen führen kann. Mit der Bezugsperson findet eine nahezu absolute Identifikation statt. Der Borderliner fühlt und wünscht sich, "eins zu sein" mit der Person und aufgrund der hohen Sensibilität gelingt dies meist auch sehr schnell. Um dies aber tun zu können, muß die Person frei von negativen Seiten sein, sie wird also idealisiert. Das führt dazu, dass Hass und Aggression unterdrückt werden, wenn - unvermeidlich - die "Ent-Idealisierung" während der Beziehung stattfindet, die geliebte Person also in ihrer Gesamtheit (inkl. der negativen Eigenschaften, die jeder Mensch hat) gesehen wird, werden muss. Wichtig ist dann, dass Kontaktpersonen (der betroffene Partner, Freunde, Angehörige) dem Betroffenen Unterstützung, Mitgefühl und Wahrheit signalisieren; fachsprachlich wird dies als SET-Kommunikation bezeichnet (support, empathy, truth). [/color] Viele Borderliner haben ihre Erkrankung sehr gut im Griff und können ein nahezu normales Leben führen, vor allem wenn sie über Jahre hinweg permanente Bezugspersonen "erleben" dürfen und dadurch das als Kind verlorene Urvertrauen wieder finden. Die extreme Feinfühligkeit, das "Erahnen" von oft noch gar nicht manifesten Stimmungen und Situationen sowie die meist überdurchschnittliche Fantasie, Kreativität und Aktivität der Borderliner sind Eigenschaften, die dann in einer Beziehung als durchweg bereichernd und positiv empfunden werden, sowohl vom Partner als auch vom Borderliner." Ich bin froh, es geschafft zu haben. Ohne Lithium und andere gefährliche Psychopharmaka - dafür mit wenigen, sehr engen und konstanten Bezugspersonen in meinem Leben. Die immer Geduld hatten, mir auch klare Grenzen setzten - jedoch dabei immer klarmachten: wir verlassen Dich nicht. Wir sind da für Dich. Danke an dieser Stelle... Psychonaut - eine Reise bis ins Innerste. Bei hohem Wellengang und auf ruhiger See, an Klippen vorbei und durch Sturm und Nebel muß das Feuerschiff, das Flammenschwert... es wird alles, aber niemals langweilig, niemals mainstream, niemals berechenbar. Fasten your seatbelts ... into the spiral ? "Kannst Du mich hören, sehen, fühlen? Auch ohne dass uns Blicke geschenkt sind? Feel it, feel it, feel it my love...feel it - see, what you are doing to me..." "Grüntext": [url]http://www.medizin-netz.de/icenter/borderline.htm[/url] |
| Odessa | [color=coral]Feuer[/color] ...Für die einzige [color=coral]Flamme[/color] in meinem Leben (oder: "into the spiral - of dream and drama") How we became Fire? Slaves to the smaller desire of ignoring wrong and right... When we could have been water the shape of all things the end of all things Burning with you at once the grace and the curse How we became Fire? When we could have been earth the ground you sleep, rest in when we could have been air follow you everywhere... How we became Fire ? Slaves to the greater desire ...of enlighten you and me ...of saving you and me (moonspell) [IMG]http://www.nefilim.de/img/animation02.gif[/IMG] ...come into the fire... |
| Sanyasin | Warme [COLOR=skyblue]Luft ...[/COLOR] [COLOR=darkblue]Z E N T A U R [/COLOR] Der schöne große Spiegel im Flur eurer Wohnung ist der, der die Menschen wohl am meisten verändert. Ich gehe jetzt einfach davon aus dort hängt einer. Wer da vorbei geht, schaut noch einmal schnell hinein, greift sich schnell in die Haare, zieht noch einmal die Lippen nach, ob rot oder eben schwarz. Der richtet die Krawatte oder das Nietenhalsband sieht sogar, dass er so nie und nimmer aus dem Haus gehen darf. Der Spiegel verändert die Menschen am meisten. Er sagt immer: Wie siehst du denn aus? Wie läufst du denn durch dein Leben? Wer bist du denn? Dabei ist das gar nicht der Spiegel, der die Menschen ändert. Schließlich ist der nur ein Stück Glas, das von hinten mit einer Spezialfarbe angestrichen worden ist. Wer die Menschen wirklich ändert, ist man schließlich selber. Man sieht sich wie mit den Augen eines anderen Menschen und korrigiert sein Äußeres. Heute schlage ich Euch vor, euer Inneres zu korrigieren. Aber nur, wenn Sie sich nicht gefallen. Dazu nehmen Sie keinen Spiegel, sondern eine Adventskerze, Streichhölzer und einen alten Putzeimer. Und dann warten Sie bitte, bis es in dieser Adventszeit dunkel wird und Sie allein sind. Jetzt zünden Sie Ihre Kerze an. Und Sie stellen sich vor, dass das Ihr Lebenslicht ist. Es ist angezündet worden, als Himmel und Erde beschlossen, genau DICH als Mensch auf diese Welt zu schicken. Und als DU mit deinen kleinen Füßchen DEINER Mutter zum erstenmal von innen gegen die Bauchdecke tratest, da war es schon an. Schon als der Arzt bei DEINER Mutter nach den Herztönen des Babys horchte, war es an. Und als DU geboren wurdest, war es nicht mehr zu übersehen. Du warst endlich da. DU lebst. Deine Augen leuchteten. Und wie eine Kerze würdest Du Nahrung brauchen, um Dein ganzes Leben lang leuchten zu können. Und alles war gut. Schau noch ein paar Augenblicke lang in das Licht der Kerze. Es ist der Spiegel Deines Lebenslichts. Atmen Sie noch ein paar mal tief, denn der dunkle Putzeimer wartet schon.' Auch er hilft beim Spiegeln. Jetzt nehme den Eimer und stülpe ihn über die brennende Kerze. Jetzt ist es dunkel im Raum. Ihr Licht brennt zwar noch und wird auch noch länger brennen. Aber niemand sieht es. Es leuchtet nicht mehr. Kommt Ihnen das bekannt vor? Wer oder was hat in Eurem Leben dafür gesorgt, dass man euer Leuchten nicht mehr sieht? Tief drin ist es noch. Aber draußen merkt man es nicht mehr. Wer oder was hat Dich in Deinem Leben so gedeckelt, dass man nichts, aber auch nichts mehr von Deinem Leuchten sehen kann? Kannst DU dem Eimer, der DEIN Leuchten verdeckt, einen Namen geben? Ist es vielleicht Deine Familie? Oder Dein Partner oder Chef oder Dein Minus auf der Bank? Ist es vielleicht eine alte Geschichte, eine Angst und ein Schrecken, den Du nie vergessen hast? Was ist es? Irgendetwas ist es? Gebe dem Eimer einen Namen, wenn DU spürst, dass es etwas gibt, das Dein Licht nicht leuchten lässt. Es ist schließlich dunkler Advent, wo wir jedes Licht brauchen, unendlich viele wie Sterne am Himmel, damit wir alle zusammen die Orientierung nicht verlieren. Übrigens: Die Idee mit der Kerze und dem Eimer ist nicht von mir. Sie stammt von Jesus. Wenn Sie von ihm lernen, geht Ihnen Ihr Licht auf. Ich freue mich auf Veränderungen und neue und alte Licher im Experiment Kapitel III Karl [COLOR=darkblue]Z e n t a u r [/COLOR] |
| Sternenstaub | ...[I]Einhorn an Lämmchen...[/I] Nun ist der November vorüber, das Grau etwas gewichen, das Jahr neigt sich dem Ende zu und nächstes Jahr, werde ich den November nicht als so fürchterlich empfinden. Zumindest hoffe ich es, ich hoffe, dass ich Dich nicht von mir fortgetrieben habe, ich hoffe, dass die Tränen versiegen werden, sich verflüchtigen und zu Staub werden, unvergessen werden sie sein, doch mit weniger Schmerz wird die Erinnerung schleichen. Im Moment betäube ich mich mit Lernstoff, um nicht zu fühlen, was das Herz fühlen würde, nicht zu spüren, dass es schlimm ist, dass ich Angst habe, meine Oma sterben zu sehen, ganz wahnsinnige Angst, die mich innerlich absolut zu zerfressen scheint. Manche halten mich für gefühllos und arrogant. Das sind die Menschen, die nicht hinter die Fassade schauen können, welche ich aufsetze, um nicht ganz zu zerbrechen. Ich finde es wunderbar, dass Du mich 'siehst', dass Du Dir die Mühe machst, mit mir immer weiter zu erforschen, warum ich so bin, wütend und traurig, warum ich mich manchmal einfach krank fühle. Ich hoffe, dass ich Dir noch glückliche Momente bereiten kann, für all den Rückhalt, die Leidenschaft und die Geduld, die Du mir in diesen Monaten geschenkt hast. |
| LaChatte | [COLOR=limegreen]Kannst DU dem Eimer, der DEIN Leuchten verdeckt, einen Namen geben? [/COLOR] Wenn es denn nur einer wäre... einer heisst "die Angst, verlassen zu werden" einer heisst "die Angst vor dem Ersticken"¨ einer heisst "die Angst, dass es keine Liebe mehr gibt"¨ einer heisst "ich bin nichts wert" einer heisst "ich müsste perfekt sein, um annehmbar zu sein" einer heisst "ich bin zu xxx für yyy" einer heisst "zzz" Einen nach dem andern nehme ich sie weg, schaue sie an, mache sie transparent, hole Holz für mein Lebenslicht, schichte es auf einem Hügel auf und zünde ein grosses Feuer an, an dem man sich wärmen kann. SALZige Bäder empfinde ich als sehr unterstützend in dem Prozess. Sie helfen dabei, Putzeimer umzukehren und sie tatsächlich als Putzwerkzeuge zu nutzen. |
| Menedemos | Aufgrund der 50-Post-Grenze für diesen Thread geschlossen. Bei Bedarf bitte einen neuen aufmachen. |