| rosenkind | aufgrund einer aktuellen Diskussion in einem anderen (nicht schwarzem) Forum, dessen namen ich hier nicht nennen möchte: bedeutet die Zugehörigkeit einer bestimmten Gruppe zangsläufig Vereinsmeierei und die Aufgabe der Eigenidentität zum Zwecke der Gruppenidentität. Oder ist es möglich, eine Subkultur lediglich als Plattform für die eigene Persönlichkeit anzusehen? meiner Ansicht nach ist es klar, dass es 100% nicht gibt, jeder Goth ist nicht nur Goth, sondern auch Mensch und jeder, der sich einer Subkultur aus welchen Gründen auch immer angeschlossen hat, ob ganz oder zum Teil ist auch ein bisschen wegen der Gruppenidentität dabei. Deshalb geht es mir darum: was steht im Vordergrund? Der Vorwurf, der in dieser Diskussion gemacht wurde, war folgender: wer sich einer Subkultur anschließt, der gibt seine Individualität (ich bin ich) auf und übernimmt die Gruppenidentität: WIR sind Gothics, ICH bin Goth, Wir gehören zusammen. Ich persönlich behaupte, dass ein solches Verhalten oftmals zwar auf einen Teil und nicht mal einen kleinen zutrifft, aber gewiss nicht auf alle. Der Teil, auf den es zutrifft, nenne ich im Gegensatz zur ganzen Subkultur Szene. Die Grupperiung definiert sich über Gemeinsamkeiten, das Gefühl "wir sind alles Individuuen und mögen uns, deshalb gehören wir zusammen" wird ein "wir sind alles Mitglieder dieser Gruppe, wir sind uns alle sehr ähnlich, deshalb gehören wir zusammen" und ungeschriebene Regeln für die Mitgliedschaft in dieser Gruppe aufstellt (true - untrue-Denken z.B.). Ähnlich wie ein Mensch, der sich als sich selbst definiert, Einflüsse, die die Stabilität seiner Identität angreift und sein Weltbild ins Wanken bringen könnte, nicht an sich heranlässt, lässt die Gruppierung auch nichts in sich, was die Stabilität der Gruppe ins Wanken bringen könnte, man schottet sich also nach außen anderen Gruppen gegenüber ab. Abschotten nicht im Sinne von sich nicht auf Menschen einlassen, mit denen man aufgrund völlig anderer Lebenstile und Einstellungen nichts anfangen kann (denn das ist eine normale Reaktion, dass man sich auf diese menschen nicht einlässt), sondern durch eine Ablehnung gegenüber allem, was nicht dieselbe Ettikette trägt. Kurz gesagt nennt man diesen Prozess auch Vereinsmeierei :D Darüber hinaus gibt es der 2. These nach aber viele, die eine Subkultur lediglich als Plattform zum Austausch der eigenen Persönlichkeit sehen, Lebenstile ausleben, weil es ihnen liegt, sich aber nicht in einer Gruppenindettität einsperren lassen, sondern die Subkultur als Teil von sich selbst sehen und die Interaktion mit anderen Mitgliedern der Subkultur lediglich als Austausch mit anderen !Individuen! ansehen, die Teile der eigenen Persönlichkeit teilen. Diesen Menschen ist Vereinsmeierei meist zuwider, einige scheuen sogar den Begriff der Subkultur für sich zu übernehmen. Bist du Goth? Sagen wir, ich fühle mich der Subkultur schon nahe, aber ich würde mich nicht Goth (oder etwas vergleichbares) nennen. Ich persönlich zähle mich ehr zu letzter Gruppe. Eine Frage, die mir aber diesbezüglich stellt: eine Subkultur, egal ob Gruppe 1 oder Gruppe 2 beruht aber immer auf die Ablehnung (zumindest für sich selbst) eines oder mehreren Aspekten der restlichen Gesellschaft, des Zeitgeistes oder wie man es nennen möchte: man grenzt sich also als Mitglied einer Subkultur immer etwas ab, ob man dieses nun unter dem Vorzeichen "ich tute das, weil ich Goth bin" tut oder ob man es tut, weil man davon selbst überzeugt ist und in der Subkultur lediglich eine Plattform für diese eigene Überzeugung findet. Ist es nun möglich als Mitglied einer Subkultur, einen Zeitgeist, Aspekte einer Gesellschaft oder ähnliches abzulehnen, ohne in Gruppenidentität zu verfallen? ich denke schon, dass es in gewisser Weise möglich ist, indem man diese Ablehnung als Teil seiner eigenen Persönlichkeit sieht und nicht als etwas, was die Gruppe einem auferlegt. Gleichzeitig ist dieses Ideal aber ein Ideal der ganzen Gruppe. Was heißt, dass eine Subkultur immer eine Anammlung von Menschen ist, die sich in einem oder mehreren Punkten Deckungsgleich sind. Es gibt also nicht das totale Individuum in der Subkultur, es besteht immer eine Identitfikation mit! (nicht über) der Subkultur, die Frage ist nur: in wie weit gebe ich dabei meine Individualität auf und lasse mich vom Gruppen-ich bestimmen. Dies ist keine Frage der Zahl der Dinge, die ich mit dem für die Subkultur typischen gemeinsam habe, sondern viel mehr die Frage, wie viel davon ich aus eigener Kraft, aus eigenem Interesse tue oder wie viel ich übernehme, als was ich mich !in erster Linie! sehe: als ich, der halt gemerkt hat, dass ihm die Subkultur einiges für die eigene Persönlichkeit bieten kann oder als Teil einer Gruppierung, die mir eine Identität verleiht und ich dazugehöre. Meiner Ansicht nach ist der "echte" Goth nicht davon abhängig, wie gruftig oder ungruftig ich bin, sondern wie stark ich es aus "eigenem Antreib" mache oder mich auf eine Gruppe besinne. Darber hinaus halte ich Menschen, die sich mehr auf sich verlassen als auf eine Gruppe meist für toleranter. Wie seht ihr die Sache? ich würde gerne eure Meinungen hören. Und wie betrachtet ihr die Subkultur für euch, sagt ihr "ich bin Goth" oder "Goth bin ich"? edit: un achja nochwas: denkt ihr, dass die Frage ob man zum ersten Schlag oder zum zweiten gehört auch eine Frage des Alters (denn es ist bekannt, dass Jugendliche stärker zur Indentifikation über die Grupp neigen) bzw. der Länge der "Mitgliedschaft" ist? |
| Ashriel | Ich würde sagen, am Anfang versucht man strärker möglichst viele Eigenschaften den anderen Subkultur-Anhänger zu übernehmen, um sich seinen Platz sozusagen zu erkämpfen. Mit der Zeit merkt man dann, dass man auch dazugehört, wenn man mal ein weißes T-Shirt trägt oder für ne Stunde der Sonne ausgesetzt ist.. Das schöne an 'unserer' Subkultur ist doch, dass wir nicht alle gleich sind.. Wir, oder zumindest ein großteil von uns, schafft es noch, sich ein eigenes Bild zu machen. Wir laufen nicht alle schreiend einer einzigen bekannten Band hinterher.. Irgendjemand hat hier im Forum einen schönen Spruch in der Signatur.. in etwa "Ich bin viel zu indivuuell um Goth zu sein". Ich finde das sagt viel aus.. |
| Demon17 | Also niemend weiß was Gothic ist, also kann auch niemand mit Sicherheit sagen ob er ein Goth ist, höchstens ob er sich für einen hält. Ich bin mir sicher das ich keiner bin, doch werde ich manchmal als einer wahrgenommen, also bin ichs vielleicht doch? Wer weiß? Außerdem worum geht es denn. Um schwarze Nächte in den Clubs um schwarze Boards und für manche auch um Mode. Also um Lifestyle, um Kommunikation und Kultur, was ist so schlecht daran in diesen Dingen etwas anders zu sein? |
| Nope | Nun ich zähle mich, wie du es so schön ausgedrückt hast, nicht zu Szene sondern zur Subkultur ( wenn man so will ) Gerade die mir bekannte (Club-) Szene missfällt mir derart, dass ich selber nie ein Zugehörigkeitsgefühl zu diesem 'Teil' bekommen werde, was nicht heißt, dass dieses noch nie existierte. Insofern sehe ich mich selbst als Individuum. Ich habe [b]meine[/b] Gründe, warum ich mich schwarz kleide und wenn ich deine Definition richtig gedeutet habe, 'darf' ich mich zur Subkultur zählen (-; Gruß Nope |
| Grete | Also ich persönlich sage von mir selbst nicht 'ich bin goth'... fände ich ein bisschen sonderbar. Ich sehe mich selbst nur als Mensch, allerdings fühle ich mich zur schwarzen szene hingezogen, also ich habe diveres eigenschaften, die auch ein sogenannter goth hat, habe auch einige Bekannte/Freunde, die Goth oder so sind. Andere bezeichnen mich manchmall als Goth, aber ich mag dieses Schubladendenken nicht so, da für mich dann die Individualität flöten geht. Es fällt den meisten Leuten schwer, die mich fragen, was ich denn sei, damit zufrieden zu sein, dass ich nicht irgendwo dazugehören möchte, vorallem, weil sie mich dann äußerlich für irgendwas halten. Ich lese auch öfter in irgendwelchen Foren etwas über eine 'gothic-Lebenseinstellung', die zwar meist jeder für sich selbst definiert, aber trotzdem denke ich mir, dass ich meine eigene Lebenseinstellung nicht so bezeichnen möchte. Es ist einfach meine eigene Lebenseinstellung und dann möchte ich dafür keinen anderen Begriff haben. Ich bin aber halt auch gerne in diesem Forum hier, da ich hier auch andere Menschen vorfinden, die mir von ihren Ansichten, ihren Gedanken, ihrem Musikgeschmack, ihrem Kleidungsstil etc. ähnlich sind. |
| Antilicht | Diese Sache mit Individualität und Schubladendenken ist immer so schwierig. "Alle riefen: ´Ja, jetzt sind wir individuell!´ Nur einer sagte: ´Nö, ich nicht.´". Durch den zwanghaften Drang nach Individualtiät geht doch auch alles verloren. Unt mittlerweile kann man die meisten, die sagen, sie seien zu individuell für eine Schublade, in eine bensolche stecken - sie sind nämlcih auch vom gleichen Schlag. Erst wenn ich mir keine Gedanken mehr darüber mache, in welchem Grad ich individuell bin, kann ich es wirklich sein. Und was ist eigentlich so schlimm daran? Ich trage schwarz, ich höre die Mucke, ich gehe in diese Clubs - ja, ich mag sogar einige ach-so-ausgetretene Klischees. Also gehöre ich in die "Schublade: Gothic". Wenn ich da nicht hineinwollte, müsste ich halt anders rumlaufen, meinen Geschmack ändern. Und wenn ich in gar keine Schublade passen will, dann sollte ich mir vielleicht einen Lampenschirm aufsetzten, mich in einen Duschvorhang wickeln, mir einen Agame auf die Schulter setzten und mich genau 27 Mal am Tag gen Süden verneigen - aber vielleicht gibt es diese Schublade auch schon. In diesem Sinne, dat Anti |
| rosenkind | nun, ich definierte Individualität in diesem Kontext nicht als "völlig anders als alle anderen", sonbdern im Sinne von etwas aus sich selbst heraus tun und sich nicht (so stark) durch von außen beeinflussen lassen. im übrigen wurde mir in genannter Diskussion der Vorwurf gemacht, ich würde bewusst immer eine Antihaltung beziehen, um zu provozieren, weil ich angab, dass ich durch diese Subkultur nicht gekommen bin, um eine Gruppendefinition übergestülpt zu bekommen, sondern weil ich dort Anteile meiner Persönlichkeit gespiegelt sah, weswegen ich erzählte, dass ich schon als Kind irgendwie anders drauf war, um zu erklären, dass die Andersartigkeit nicht akzeptiert wurde, um dazu zu gehören, sondern die Andersartigkeit das war, was mich angelockt hat. Ich frage mich: warum denken Menschen automatisch, dass, wenn man den Lebensstil einer Minderheit vertritt bzw. die meinung einer Minderheit vertritt dieses immer nur aus reiner Provokation macht und in Wirklichkeit eigentlich "gleich" ist? Es ist doch die Frage, ob ich anders sein möchte oder ob ich anders bin. Ich hab meine Meinung, meine Lebenseinstellung eigentlich selten (ich will nicht sagen nie, aber selten) daran festgemacht, wie wenige oder wie viele sie teilten, sondern wirklich daran, was ich selbst für sinnvoll und richtig erachtete. Ein Beispiel: mit 13 haben viele um mich herum begonnen zu trinken und zu rauchen. Ich fand es blöd und kindsich, war also dagegen und gehörte damit zur Minderheit. Der Vorwurf wäre ja: du bist ja nur gegen das Rauchen und das Trinken, um zur Minderheit zu gehören. Dem war aber nicht so, ich fand es lächerlich, vorallem, weil es gesundheitsschädlich ist. |
| Lesbia | Also im wesentlichen kann ich mich Grete anschließen. Nur das ich bewusst in keine Schublade gesteckt werden will, weil ich sonst wie die der 1. Kategorie werde. Deshalb, egal wie ähnlich ich irgendeiner Gruppe bin, ich bin ich. Warum alle immer denken, man wolle provozieren... erstens mal, weil es viele gibt, die das wirklich tun. warum unterstellt man einem mädchen, das fußball guckt, es würde es nur wegen den kerlen tun? weil viele dieser gattung dies als grund angeben. zweitens natürlich, weil sie eine solche haltung nich verstehen. und was nicht sein kann, nicht sein darf... |