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  Forum: lebens : ART
    Thema: Die Wege der „Alten“
Der Gedanke„Nennt uns Vampire! Jene, die bewahrt werden müssen, jene, die nicht gehen oder rennen, sondern schreiten! Jene, deren Namen man als bekannte, elitäre Kaste auf allen Internetforen leise und voller Erfurcht flüstert und jene die es vermögen, allein durch ihre Erscheinung klar werden zu lassen, dass man hier Jahrhunderte alte Seelen vor sich hat. Nennt uns jene Kinder der Nacht, deren Frauenblicke man nur einmal sah, um danach vollends die Besinnung im Verzehren nach solch unendlicher Schönheit und Erhabenheit zu verlieren. Nennt uns jene Kinder der Nacht, deren Fürsten ebenso langhaarig und edel so zu lieben verstehen, dass allein ihr Wohlwollen die Damen scharenweise dazu zwingt, sich allein IHM zu schenken, bis er sie gnädig in die Nacht versenkt und sie dann erst mit seinem unsterblichen Kuss beschenkt.

Nennt uns jene, - die es so niemals gab, noch gibt!



Lieber Leser,


seit längerem schon hat ein natürlicher Generationswechsel innerhalb unserer Subkultur stattgefunden, der das „gleiche Empfinden“ zwischen den älteren und jüngeren „Szeneangehörigen“ spaltete. Die Jüngeren verstehen oftmals die Ansichten der Älteren nicht und umgekehrt genauso. Alles bleibt anders. Man hat schon tausendfach darüber gesprochen, geschrieben und gelesen und das ewige Nörgeln zu beiden Seiten, ist hinreichend bekannt. Nochmals so ein Thema in gleicher Weise aufzunehmen, macht keinen Sinn.

Dieses Thema nun, soll keinen lobpreisenden Abgesang auf die „Uralten“ darstellen, genauso wenig, wie es die jüngere Szenegeneration ins Rampenlicht rücken soll. Es soll auch nicht großartig hierüber innerhalb des Themas diskutiert werden, sondern es soll einzig und allein ein Sammelsorium einzelner „Weg-Geschichten“ der „älteren Generation“ darstellen, durch dessen Lesen so mancher von uns vielleicht einmal besser nachvollziehen kann, warum sich die Grundempfindungen zu beiden Seiten so sehr spalten. Nicht mehr und nicht weniger. Deshalb bitte ich einen jeden Leser um den nötigen Respekt und Anstand gegenüber einer jeden folgenden Geschichte, denn es werden sehr persönliche Weggeschichten sein, die sich hier Euch offenbaren.

Dieses Thema wird enttäuschen! Es wird so manchen überromantischen Schleier vom tatsächlichen Geschehen hinweg nehmen, so manche Verklärung brutal ins Nichts auflösen, wird aber auch so manchen Aha-Effekt auslösen und wird ganz am Ende für alle Lesenden nur eine einzige Botschaft bereit halten: Egal wie SCHWARZ oder TIEF oder ANDERS oder UNSTERBLICH oder BESSER wir uns gegenüber allen anderen Menschen halten – insbesondere gegenüber den „Bunten“:

ALLE MENSCHEN SCHEIßEN GLEICH!

Nur darüber soll sich am Ende ein jeder Gedanken machen.

Das Kopieren dieses Themas und seiner Beiträge in andere Foren, ist absolut erwünscht, da sich nur so eine breite Mehrheit daran beteiligen kann. Wer damit nicht einverstanden ist, soll hierzu nichts schreiben.

Ich wünsche allen Lesern im Folgenden, erkenntnisreiche, spannende, lachende und weinende Momente!


Euer
Swan (oder auch: Diodatis / Seelenherz / Der Gedanke)
Der Gedanke[B] [U]Mein Weg zum Ich[/U] [/B]

„Kniet nieder Ihr unwürdigen, neuschwarzen Seelenkinder, denn niemanden anderes habt Ihr vor Euch, als einen der „Mächtigsten der Uralten“, jenen DIODATIS, der unzählige Foren schon zum Wanken brachte, dessen Schriften in all ihrer Unsterblichkeit, schwarzerotisch, literarische Buchstaben kleckerten und dessen unsterbliche Wesensperson überall zu Lande in der Nacht ehrfurchtsvoll umworben wird! Huldigt mir wie es mir gebührt, denn was mich gegenüber Euch auf diesen Thron erhebt, ist allein die schlichte Tatsache, …… dass ich 35 Jahre alt bin!

Ähhhhm, ja. So weit, so schlecht! Ich heiße Thomas (obgleich man mich schon so lange Swan nennt, dass ich selbst manchmal überlege, wie nun mein richtiger Vorname ist. Aber das ist okay so.). Ich bin 35 Jahre jung (sehe zum Glück noch viel jünger aus), und habe eine wunderschöne Tochter von zweieinhalb Jahren, die dadurch entstand, dass mich eine dunkle Schönheit aus den Nachtwelten mal anrief, um darum zu bitten, für 3 Tage aus dem über 500 km entfernten Sachsen zu mir fahren zu dürfen, um Weisheit von mir zu schöpfen. Nun ja, 3 Tage sollten es werden, doch die Schönheit kehrte nie wieder nach Hause zurück und an Stelle meiner Weisheit, schöpfte sie über die Jahre eher meine Fruchtbarkeit. Eine richtig schöne romantische Geschichte, die tatsächlich so stattgefunden hat, doch hier nur dazu dienen soll, mich ganz kurz als Mensch vorzustellen.

Obwohl ich zu den „bekannteren, elitären Pappnasen“ dieser Subkultur gehöre, bezeichne ich mich nicht mehr als Goth oder ähnliches. Während ich hier sitze und schreibe, trage ich ein graues Levis-T-Shirt, eine schwarze Jeanshose, bin wie fast immer komplett ungeschminkt und meine Freundin trägt zu ihrer braunen Jeans, ein rosa Oberteil. Als Berufsmusiker und Veranstalter innerhalb der Subkultur, arbeite ich in Projektform auch schon mal mit bekannteren Szene - Gruppen und Namen wie mit Subway to Sally oder Wumpscut zusammen und trotzdem bin ich einfach nur ein Typ, der mit Sandalen rumrennt, sein Ding durchzieht und täglich über sich selbst lachen kann. Und ich lache viel und gern. Ich bin auch ein Typ, der unheimlich gern provoziert, bin nicht selten dadurch auch mit dem Gesetz in Konflikt geraten und im virtuellen Leben habe ich meine Rolle als übermächtiger Diodatis echt geliebt. Einfach deshalb, weil ich meinen Weg schon gegangen bin und vieles selbst nicht mehr so ernst nehmen kann – am wenigsten mich selbst. In gewisser Weise, bin ich auch arrogant. Ich allein bestimme, wen ich an mich ran lasse und ich erwarte grundsätzlich einen denkenden Menschen! Alles andere stoße ich von mir weg. Ich bin gegen unendlich viele Mauern gerannt, habe mit unendlich vielen Windmühlen gekämpft, bevor ich zu der Person wurde, die ich heute bin – in mir selbst ruhend und „schwarz“ – und immer noch weiter gehend auf meinem Weg.

Wie viele Wege muss man gehen, um am Ziel, vor sich selbst zu stehen? Ich kann Euch nur in kleinen Ansätzen meinen Weg erzählen.

ANDERS zu sein oder zu werden hat rein gar nichts damit zu tun plötzlich zu entdecken: Hoppla, ich bin ja gern Unsterblich, ein Vampir, genieße es meinen Schmerz zu erleiden, bis ich darin fast schon ornanieren kann und bin deshalb und auf Grund meiner andersartigen Kleidung ach so schwarz. ANDERS zu sein oder zu werden, hat schlicht und einfach mit meinen Erfahrungen aus frühster Kindheit zu tun, nämlich dem Gefühl und der Tatsache, schon als 7 jähriger Stöpsel einfach nicht über die selben Dinge lachen zu können und die selben Interessen in sich zu tragen, wie andere, gleichaltrige Kinder. Irgendwie gehörte ich einfach nie dazu und stand oftmals schon als kleiner Junge abseits vom Erleben der anderen. Was ihnen Freude machte, worin sie sich amüsierten, was sie interessierte und dergleichen, waren Dinge, die einfach nicht an mich ran wollten und ich verstand sie nicht und sie verstanden mich nicht. Ich verstand mich selbst nicht. Wie denn auch? ANDERS zu sein und zu werden, hat meiner Erfahrung nach auch immer mit einem „KNACKS – Erlebnis“ zu tun und beides zusammen (die innere Ausgeschlossenheit vom Erleben der Gleichaltrigen, sowie auch unüberwundene Seelenschnitte), führte in mir dazu, schon sehr früh zum Außenseiter und Einzelgänger zu werden. Mein erstes Knackserlebnis erlebte ich in der 5. Klasse in einer Sporthalle. 3 Unterrichtsklassen hatten gemeinsam Sport, ich konnte keines der Kinder leiden und sie alle mich nicht. Sie saßen auf hölzernen, langen Bänken zusammen gedrängt und niemand wollte mich neben sich sitzen lassen. Und weil ich eben keine Freude am Fußballspielen empfand, sondern als Eigenbrödler im Unterricht eher erste kleine Gedichtsversuche schrieb, riefen sie einstimmig im Chor „SPINNER!“ und zeigten geschlossen mit ihren Fingern auf mich. Ich lief raus, weinte und fühlte mich nur noch als ein DING unter den Menschen, etwas, dass niemand leiden kann. Kinder können grausam sein und dieses Erleben hat sich in mir eingebrannt. So wurde ich abgeschottet und schottete mich selbst auch von den anderen ab. Ich wollte ihren Haß nicht mehr ertragen müssen, wollte keinen Schmerz mehr in mir und blieb für mich allein. Ich wuchs als Teenager mitten in den 80er Jahren auf, wohl behütet vom Sozialismus der DDR (der mir 1989 meinen zweiten und schwersten Knacks versetzen sollte) und es ergab sich im Zug der Entwicklung, dass sich alle Jugendlichen in den Anfängen der 80er Jahre zu entscheiden hatten, ob sie nun zur „Popper – Fraktion“, oder aber zur „Punk – Fraktion“ gehören. Die „POPPER“, dass waren diese mit elegantem Seitenscheitel stets in Poppelinhosen gehüllten „Plastics“ , deren Erkennungsmarke die neuste Schallplatte von „Modern Talking“ war und die Punks, waren eben jene junge Rebellen, die versuchten künstlich mit schwarzen Lederjacken, rotem Anarchisten-Zeichen auf dem Rücken, der Ratte auf der Schulter und einer kaputten Jeans-Hose, gegen alles und jeden zu rebellieren, was auch nur im Ansatz nach konservativer Gesellschaft roch. Man hörte „Einstürzende Neubauten“, „Schleim-Keim“, „Die angefahrenen Schulkinder“ etc. etc., halt alles, was man heimlich aus dem Westen an Musikkassetten und Schallplatten eintauschen konnte. Bewaffnet mit einem „Getto-Plaster“ und sechs Flaschen Bier, traf man sich auf Stein-Ruinen und gammelte nächtelang einfach nur rum.


Ende Teil I
Der GedankeTeil II

Dann kam ein einschneidendes Erlebnis. Das war glaube ich 1985. Es war an einem ganz normalen Abend in der Altstadt von Weimar. Mir kam plötzlich ein Typ entgegen, der mich einfach nur den Unterkiefer runter klappen ließ. Er trug ein Rüschenhemd unter einem Brokatgehrock, sein Gesicht war weiß geschminkt, der Hals mit filigranem schwarzen Schmuck behangen und seine Haare fast im Wave-Look steil nach oben trapiert. Wow sah der geil aus und ich konnte gar nicht anders, als diesen Kerl regelrecht anzustarren. Es ging gar nicht anders. Ich stand nur da und glotze so dämlich wie noch nie zuvor. Zuerst dachte ich, der Typ käme direkt von einer Theater-Probe und sei ebenfalls ein Künstler. Doch dann sah ich seine Augen, konnte meinen Blick nicht mehr von ihnen lösen und plötzlich wusste ich in mir, dass vor mir ein Mensch mit einem ganz anderen Seelenleben stand, als ich je gewagt hätte kennen zu lernen. Er war so anders, die Art wie er ging, wie er sich darstellte, diese Ausstrahlung und auch dieser unendliche Schmerz der in seinen Augen lag. All das zog mich in seinen Bann und auch wie er mich verächtlich starren ließ und an mir vorüber schritt. Es vergingen zwei Tage und zwei Nächte in denen ich nur noch an diese Begegnung musste und ich beschloss, diesen Kerl unbedingt zu suchen und zu finden. Ich hatte keine Ahnung, was ich ihm sagen sollte, oder warum ich ihn aufsuchte. Ich wusste es ja selbst nicht einmal. Ich wusste nur, dass ich ihn suchen und finden musste. Obgleich es Wochen dauern sollte in denen ich ihn nirgendwo mehr sah, gab ich meine innere Suche nicht auf und entdeckte ihn dann eines Tages schließlich doch in der Nähe des Weimarer Friedhofes. Ich nahm all meinen Mut zusammen, ging auf ihn zu, hatte immer noch keine Ahnung, was ich eigentlich von ihm wollte und als ich dann vor ihm stand, rutsche eine Frage aus meinem tiefsten Innersten heraus, die für mich selbst so unglaublich war, dass ich mich vor mir selbst erschrak. Ich sah ihn an und fragte den wildfremden Typen einfach: „Wer bin ich?“. Doch er lachte mich weder aus, noch ignorierte er mich, noch schien ihm meine Frage sonderlich vorzukommen. Er blickte mich einfach nur an, von oben bis unten, blickte mir ins Gesicht und sagte dann ganz leise ohne eine Spur von Überheblichkeit: „Ein Suchender!“. So lernte ich den ersten „New-Waver“ kennen, freundete mich mit ihm an und im Laufe unendlich vieler Gespräche und Spaziergänge, gab er mir so viele unendlich tiefe Einblicke in mein Selbst ohne je belehrend zu wirken und zeigte mir eine Welt, für dessen Gefühl es in mir nur eine Antwort gab: “Endlich Daheim!“. Ich hörte ihm zu, wenn er von den Goth aus England sprach, tanzte unendlich glücklich zu den Liedern von Depeche Mode und wir suchten gemeinsam Orte auf, deren Stille und Schönheit in der Nacht unsere gemeinsamen Stimmungen unterstrichen. Wir waren kunstliebende, feinsinnige Geister die sich an stillen Orten trafen um gemeinsam in den Geschichten und Gedichten berühmter Dichter und Denker zu schwelgen, die darin aufgingen und lebten, oder die auch bei mir oder ihm Zuhause vor dem Plattenteller der Musik frönten. Clubs oder ähnliches gab es damals noch nicht und als ich ihn eines Tages fragte, ob es denn noch mehr Menschen dieser Gefühle gäbe, antwortete er nur traurig: „Ich weiß es nicht! Bislang sind wir Kinder der Nacht allein!“ Ja, das waren wir auch. Unter uns und dennoch allein. So allein, wie wir es immer in uns waren. Er hieß auch nicht Lestat oder Dunkelherz, sondern einfach nur Lars. Und dennoch offenbarte mir diese neue Welt des Erlebens eine bislang nie erreichte Tiefe aller Gedankengänge und Gefühle und ich selbst veränderte mich; wurde noch stiller, mein Hirn zermarterte sich mit Fragen des Sinns und Seins des Lebens und des Todes, ich wurde morbider und wähnte mich fortan die Antworten in mir gefunden zu haben, weshalb ich schon immer so ANDERS und TRAURIG war: nämlich, weil es gar nicht anders sein konnte, als das meine Seele ein Scherbenhaufen eines Vorlebens sein muss, welches nun gefangen in der heutigen Zeit und in diesem Körper gepeinigt seine Ruhe nicht finden will. Wie anders sei es zu erklären, dass mich stille, dunkle Orte anzogen, dass mich das HEUTE nicht in Besitz nehmen konnte und ich in meinen Gedanken, Gefühlen und Phantasien, den Welten vergangener Jahrhunderte nachhing. Ich konnte gar nicht mehr anders in mir selbst und begann zu werden.

Doch auch mein „äußeres Leben“ ging weiter, trotz meiner inneren Wandlungen. Als junges Talent war ich mittlerweile gefragt und ich bekam sogar Angebote von ganz bekannten Gruppen in der damaligen DDR, als Gastmusiker mitwirken zu dürfen. Das nahm ich auch wahr, was sich später für mich auch als Glücksfall erweisen sollte für mein weiteres Leben. Leben! Ich glaube, dass mein damaliges Leben 1989 endete. Noch rebellierte ich gegen jegliche konservative Meinung, gegen meine Eltern sowieso und als ich 18 Jahre alt wurde, erfüllte ich mir den größten rebellischen Herzenswunsch, der zumindest zu diesem Zeitpunkt zum „Sündenfall der Familie“ werden sollte. Ich stellte genau an meinem Geburtstag einen Ausreiseantrag aus „wirtschaftlichen Gründen“, flog sofort noch am gleichen Tag aus allen kulturellen Sonderstellungen raus, bekam ein berufliches Auftrittsverbot und man steckte mich für drei Tage zur „Befragung“ unter polizeilichen Arrest. Toller Geburtstag. Aber ich wusste auch, dass mir nichts passieren würde, denn inkonsequenter Weise stützen sich meine Hoffnungen auf Papa. So kam es auch. Am dritten Tag auf der Polizeistation, ging die Tür zum Verhörzimmer auf und mein Vater stand da – nach so langer Zeit des Sehens – mit all seinem Lametta an den Schultern und auf der Uniform und nicht nur ihm war in diesem Augenblick klar, sondern auch mir, dass er allein durch sein Betreten der Polizeiwache, der ranghöchste Offizier dort war. Also entließen sie mich, mein Vater ließ mich in seinen Dienstwagen einsteigen und erst als wir allein waren, brach sein Wutausbruch los. Verständlich, denn fast hätte ich ihm zum damaligen Zeitpunkt damit beruflich das Genick gebrochen. Das war auch das letzte Mal, dass ich Weimar und Lars wieder sehen sollte. Wenn ich zu dem Zeitpunkt noch glaubte, dass es nicht mehr schlimmer kommen könne, sollte ich mich bald eines Besseren belehrt wissen, in einer Ironie des Lebens, die ironischer und darin tragischer nicht hätte sein können. Um Politik hatte ich mir damals noch nicht all zu viele Gedanken gemacht, ebenso wenig über die DDR selbst. Ich lebte darin, ich lebte verdammt gut darin, hatte mein Auskommen und wusste egal was passieren würde, dass es ja Papa gab, dessen Meinung ich zwar nie war und schon gar nicht in Bezug auf DDR und Sozialismus, doch zumindest von dem ich wusste und akzeptierte, dass er 1945 als ein „Trümmerkind der Arbeiterklasse“ aufwuchs und „sein Land“ mit tiefster Inbrunst und Verteidigung mit aufbaute. Er war immer so vernagelt und verbohrt, so sehr überzeugt von der Bauern- und Arbeitermacht, dass er selbst Staat wurde. Auch noch 1989 – jenem Jahr, dass alles veränderte und wie erwähnt, mich selbst zerbrechen sollte. 1989 – im Juni, als noch niemand offiziell mit dem Ende des Staates rechnete und dennoch mitten in der Nacht meine Zimmertür aufging, und es abermals mein Vater war, der mich ein paar wenige Sachen und Papiere einpacken ließ und mich in einer Nacht- und Nebelaktion begleitet von einem anderen Offizier abfahren ließ. Er sprach nicht viel, sagte mir nicht wohin die Reise gehen sollte oder warum überhaupt. Das Einzigste was er sagte war: „Das ist das Letzte was ich für Dich tun kann. Ich liebe Dich!“. Ich verstand rein gar nichts, doch fügte ich mich und wurde gesprächslos vom Dienstwohnsitz meiner Eltern in Bautzen an die Grenze zur Tschecheslowakei von wo aus ich weiter nach Prag gebracht wurde, bis vor die Tore der bundesdeutschen Botschaft dort. Jetzt erst dämmerte es mir so langsam. Die nachfolgenden zwei Monate sind eine andere Geschichte. Ich wurde ein namenloser Flüchtling im Botschaftsgelände und wie alle anderen auch im September 1989 durch Genscher „befreit“ und dann mit dem ersten Sonderzug, der wieder durch die DDR musste, in die „Freiheit“ der Bundesrepublik Deutschland nach Hof gebracht.


Ende Teil II
Der GedankeTeil III


Was macht man als eh schon in sich gespaltener, der erst 18 Jahre jung war, keine Ahnung vom Leben hat, geschweige denn, was Überleben in einem fremden Land bedeutet, dort auch niemanden kannte und plötzlich auf sich allein gestellt war? Man tippt auf die fremde Landkarte auf irgend einen X-beliebigen Punkt und begibt sich dort hin: Aufnahmelager – Hotel – die erste erreichbare Adresse mit Anschrift, der erste Versuch auf eigenen Beinen zu überleben, weil man es muss. Ohne Papa! Im November 1989, die Mauer fiel, bekam ich einen Brief von einem ehemaligen Offizier meines Vaters zugesandt. Ein kurzes, teilnahmsloses Schreiben, welches mich brechen sollte. Den genauen Wortlaut kann ich nicht mehr wiedergeben, den Inhalt schon: „Hiermit wird mitgeteilt, dass sich der zweite Kommandant der Haftanstalt Bautzen II nebst Ehefrau per Kopfschuss das Leben nahm. Herzliches Beileid!“ PAPA! Ich war erst 18! Klar, ich wusste immer, auch wenn ich es nie an mich ranlassen wollte und auch nie wirklich wissen wollte, was hinter den Mauern der „Roten Burg“ oder des „U-Bootes“ passierte, dass ich das Kind eines Schreibtisch-Mörders war, doch es war auch Papa und Mama, die mir erst mein Leben so ermöglicht hatten, wie ich es vorher leben konnte und nun selbst Täter und Opfer ihres eigenen Wertesystems, ihrer einzigen riesengroßen Lebenslüge geworden sind. Sie zogen ihre Konsequenzen daraus und wahrscheinlich war es wirklich das Einzige, was sie hatten tun können, denn sie waren zu Tätern an unzähligen, freiheitsliebenden Menschen geworden, wenn auch nur vom Schreibtisch aus. Dies mag auch niemals entschuldigt werden können. Nie!

Bis heute konnte ich nie darüber sprechen, es war immer mein dunkelstes Geheimnis und irgendwie ging es weiter – allein – doch es zerbrach auch alles in mir, was noch stark gewesen war. Äußerlich rappelte ich mich hoch, kämpfte mich weiter durch, lernte selbstständig zu überleben und über die Jahre hinweg, ein wirklich eigenes Leben aufzubauen, mit allem was dazu gehörte. Nur innerlich fühlte ich mich zerrissener denn je und vergrub mich schutzsuchend in meine eigene kleine Welt, die sich in verschiedene Persönlichkeitsspaltungen aufsplittete. Den Knacks hatte ich weg. Obgleich ich nach außen hin erfolgreich wurde mit der Musik, so blieb ich in mir doch allein und ohne Freunde und konnte mich nächtelang irgendwo allein auf Friedhöfen rumtreiben, um nach irgendeinem Sinn des Ganzen zu suchen. Anfang der 90er Jahre entdeckte ich dann auf der Strasse immer mehr der „Unsrigen“, erste ganz kleine Clubs bildeten sich, (dass war in Dortmund der „Keller“), wo man sich traf. Unsere Geschichten waren im Groben fast alle gleich. Man war von frühan ein Außenseiter, wurde darin zum genaueren Nachdenken und Sinnieren animiert, bildete seine eigene-kleine-Welt-Persönlichkeit und hatte irgendwo im Leben seinen Knacks weg gekriegt. Und darin fand man sich und auch die anderen. Ich glaube gegen 1992 rum, hörte man das erste Mal von einem Magazin namens Zillo, welches sich zur Aufgabe gemacht hatte, diese neue Subkultur in Deutschland zu bündeln und die erste bundesweite Kommunikationsplattform zu schaffen.

Der Rest ist kurz erzählt und bekannt. Das Zillo wurde riesig und zum ersten Mal konnte man größere Treffen mit „Schwarzen“ anderer Städte organisieren. Das alles verselbstständigte sich so unglaublich schnell und so riesig, dass man spätestens seit Mitte der 90er Jahre von einer direkten Subkultur gesprochen werden konnte. Angebot und Nachfrage deckten und trugen sich und plötzlich schossen zig Magazine und „angesagte“ Szeneclubs aus dem Boden unterirdischer Heimstattkeller. Auch diese wuchsen und es begann die Zeit der ersten „schwarzen Festivals“ mit dem WGT. Doch eines war zu dieser Zeit immer noch anders als heute: Es handelte sich immer noch um eine fast rein „schwarze Szene“ – trotz des Wachsens. Zillo`s Einheitsstreben schaffte gleichgeschaltete Denkmuster, die zwar alle noch aus dem Individuellem her rührten und dennoch schon die ersten Typisierungsmerkmale vom Vampir bis hin zum Edel-Goth-Sein aufstellten. Daraus wurde dann eine riesige Suppe neugeborener Vampire und Burgfräuleins. Und es wurden immer mehr! Als dann ab dem Jahr 2000 die Internetnutzung in Form von Forenplattformen dazu kam (die Nachtwelten waren damals noch sehr klein und erst die zweite schwarze Plattform im Internet), war die schwarze Globalisierung perfekt und über die Jahre wechselte die Masse die Klasse und den tatsächlichen Individualismus ab. Zudem entdeckte die Modeindustrie die Kaufkraft der Subkulturen und spätestens ab da, trugen die Schwarzen nicht mehr die Kleidung, sondern die Kleidung die Schwarzen. Es begann der regelrechte Ausverkauf des Besonderen. Diese neue Zeit, hatte aber auch Vorteile. Zum Beispiel die Internetplattformen wie die Nachtwelten. Man fühlte sich nicht mehr ganz so allein, traf virtuell auf unendlich viele „Gleichgesinnte“, entwickelte sich auf Grund der eigenen eh schon gespaltenen und kaputten Persönlichkeit zu einem noch schwärzeren Binärwesen mit urplötzlichen Nicknamen und konnte seine eigene Zerstörtheit erst so richtig ausleben. Man erhob sich zum allwissenden Donnergoth und je lauter man brüllte, um so mehr schwarze Schafe fanden sich, die zustimmend mähten. Das Denken wurde auf Gleichstrom geschaltet, in dem man so großartig „ANDERS“ sein konnte. Die Goth-Szenerie wurde zum größten Inzesthaufen der Welt und neben den gehaltvollen Kommunikationen über X-tra-X – Mode, Musik die urplötzlich „In oder Out“ sein musste, dümpelte man auf einer wabbernden Oberfläche, die man sogar ficken konnte. Allerdings kam es zu diesen Extremfeststellungen erst ab 2004, vorher war es nicht ganz so extrem. Irgendwie verschoben sich alle inneren Wertvorstellungen und was einstmals geprägt durch das Alleinsein zu einem andersartig denkenden Menschen wurde, dass kehrt sich meiner Meinung nach heute ins genaue Gegenteil um. Dies ist nur eine Feststellung, keine Wertung, da völlig logisch ist, was passiert und wie könnte ich es einem noch zu jungen Menschen übel nehmen, der eben mit WGT, X-tra-X und tausend Szene-Diskotheken aufwächst, dass er sich eben nur daran in seinen Idealen halten kann? Er kennt eben nur das.

Zudem hat sich noch etwas verändert: Die eigentlich schwarze Szene, die es mal gab, gibt es schon lange nicht mehr, da sich daraus mit dem Hinzukommen unheimlich vieler anderer Facetten-Outsider wie Metaller, Mittelalter-Fans, etc. etc., eine riesige Subkultur – Mischung gebildet hat, die dadurch um so wertvoller geworden ist, aber nicht mehr als rein schwarze Szene verstanden werden kann. Und das ist auch okay so.

Doch für mich selbst habe ich gemerkt, dass ich all das nicht mehr brauche. Ich muß mich nicht schminken oder bestimmte Klamotten tragen um „erkannt“ zu werden. Ich muß auch nicht auf allen Foren im Internet sein um überall meinen Senf hinzuzufügen. Ebenso wenig bin ich auch nicht auf das Zillo, Mera Luna oder WGT angewiesen und wenn ich wirklich mal in die sogenannten schwarzen Edel-Diskotheken wie zum Beispiel in die Druckkammer in Koblenz gehe, dann wird mir jedes Mal erneut speiübel von dem nur noch oberflächlichen Kindergarten dort, der absolut nichts mehr, aber wirklich gar nichts mehr mit irgend einer Grundgefühlsregung zu tun hat, wie ich sie noch in meinen Anfängen, in der Zeit mit Lars erleben durfte. Und trotzdem gehe ich manchmal dorthin und trinke mein Bier. Einfach so. Doch längst nicht mehr, weil ich mich dem zugehörig fühle. Heute lebe ich einfach mein Leben und habe für mich die einzig wichtige Erkenntnis aus allem gezogen:


Alle Menschen scheißen gleich!



Swan /Diodatis / Seelenherz / Der Gedanke
SenecaTotgesagte leben länger, nicht wa*h*r Monsieur...?
rosenkind*seneca mal ein "h" schenk*

ich sehe in diesem Text einige Parallen zu meiner eigenen Biografie, vieles ist aber auch anders gelaufen. Aber welche Leben verlaufen schon gleich. Außenseiter war ich schon immer, jedenfalls so weit ich mich zurück erinnern kann. Das Mobbing fing dann in der 1. bzw. 2. Klasse an und während andere mit ihren Freunden spielten, saß ich mit 8 Jahren alleine auf dem Geländer der Bushaltestelle und dachte nach - oft, dauernd, täglich und schrieb mit einem nicht existenten Füller mein "Tagebuch im Wind". Zuhause, wenn ich den echten füller und Papier hatte schrieb ich manchmal auch mit meiner unleserlichen Schrift jene Gedanken nieder, die meine Mutter ab und an mit in die Schule (Lehrerskind) um ihre Kollegen damit in Erstaunen zu versetzen. Mit 9 oder 10 führte ich dann mit meiner Mutter und meinem Bruder Abends philosophische Diskussionen, bei denen mein Vater sich immer recht bald ausklinkte, weil er nicht mitkam, weil er nicht mehr begriff, was sein kleines Töchterchen sagte. Soweit ich mich erinnern kann war unser meist diskutiertes Thema Existenz - ab wann existiert etwas? existiert es, wenn der Gedanke daran gedacht wurde, existiert es, wenn es materiell vor uns steht oder gibt es Existenz ohne Gedanken und ohne Materie? Und der Stuhl, auf dem ich sitze, woher weiß ich, dass er wirklich existiert? Gedichte geschrieben habe ich auch seit der 2. Klasse. In der dritten und 4. saß ich aufgrund derSituation in der Klasse freiwillig am Einzeltisch, schaute aus dem Fenster und schrieb meine Gedichtchen. Im Laufe der Zeit kam die Faszination für Theater und mit 13 Kunst dazu. Mit 13 begegnete mir dann auch der erste Gothic. Ich hatte schon ein Jahr zuvor in einer Zeitschrift namens Bravo girl! einen Leserbrief gelesen, wo jemand meinte, Gothic sei keine Mode, es sei eine Einstellung. Das Wort erschien mir interessant, konnte aber nicht wirklich was mit anfangen. Mit 13 wusste ich schon, was Gothic ist, das heißt, ich wusste wie die aussehen, woher, weiß ich heute nicht mehr. Jedenfalls war ich in der Stadt unterwegs, dachte an meinen damaligen Schwarm, als ich sie sah - es war ein Pärchen, wie sie genau aussahen weiß ich heute nicht mehr, aber es waren welche von der auffälligeren Sorte und ich war überaus fasziniert vom ihrem Aussehen, aber auch etwas ängstlich, weil ich seinerzeit, ob aufgrund von bravo oder von Mama, dachte, das wären Satanisten. Die faszination vom Optischen ließ mich aber nicht los, mit Ende 15, während meines Coming outs, fuhren 2 Mädchen, Gothics, im Zug und hinter beiden war ich mehr oder weniger her, ich fand sie faszinierend, diese Kleidung (und natürlich auch der Rest). Ein Jahr später, in einer Zeit, in der es mir nicht gut ging, schleppte uns unser musiklehrer ins Musical "Tanz der Vampire" und dort wurde ich gebissen. Dieses Musical löste bei allen Faszination aus, bei mir war es aber mehr als das, ich erkannte darin etwas von den Konflikten, die sich tief in mir abspielten, besonders im Lied "die unstillbare Gier". Dieses Musical war ein Spiegelbild meiner Probleme. Und dieses Musical verband ich mit dem Begriff "Gothic". Dass Gothic kein Satanismus war, wusste ich inzwischen, aufgrund von ein paar Leuten, die in einem Forum registriert waren, in dem ich auch registriert war. Viel hatte ich mit ihnen nicht zu tun, nur so viel, dass ich wusste: Stanisten sind das nicht. Was folgte war die Zeit des Erahnens. Weder Kleidung, noch Musik, noch andere Menschen führten mich hier her und ich weiß, dass es seltsam ist, aber es war so. Was mich herbrachte, war einzig und allein das Erahnen, das Erahnen, dass in dieser Düsterkeit etwas lag, was mir entsprach, dieses Erahnen zog sich ein halbes Jahr. Die Kleidung faszinierte mich mehr denn je und irgendwann fand ich mich vor einem Geschäft wieder, in dem ich grade mein erstes "schwarzes" Oberteil gekauft hatte. Aber auch das spielte sich vor dem Hintergrund des Erahnens ab. Ich begann mich nach Musik umzuschauen und bin durch ein Forum auf sopor aeternus gestoßen, die ersten 2 Lieder, die ich je aus der Richtung hörte, wobei sie mir seinerzeit noch nicht so gut gefielen. in der 2. Hälfte dieses halben Jahres führte ich dann ein paar sperrliche Gespräche mit den Leuten aus jenem Forum. Weitere sperrliche Informationen steckte mir meine Mutter zu. Und doch war es hauptsächlich das erahnen. Dann lernte ich eine heutige Freundin kennen, die sich zwar selbst nicht Gothic nennt, aber ein bisschen mehr drüber Bescheid wusste, weil sie sich dafür interessierte und ihr Ex-freund einer war. von ihr bekam ich dann alles mit, was ich wissen musste, was ich vorher nur erahnt hatte.... ein halbes Jahr später war die - inzwischen vielfach gelobte - Definition, die ich schrieb, weil es mich ankotze, dass andere Texte dieser Art zu sehr auf Musik, Kleidung und Geschichte, aber viel zu wenig auf Lebensphilosophie eingingen, online, welche man heute auf meiner Website nachlesen kann. Sie ist seitdem in ihren Grundfesten auch kaum überarbeitet worden.

Das war meine Geschichte...

hinzugefügr sei noch: ich bin im Jahre 1986 geboren und gehöre somit zu den "Jüngeren, die alle Werte vergessen haben und nur noch konsumorientiert sind"....
Seneca@ Rosenkind

Einige der "Älteren" könnten noch ganz andere Geschichten um den Herrn "Swan" erzählen, die er uns hier aber vorenthalten hat...!

Genaugenommen bin ich gespannt, welche Absicht er heute verfolgt, denn ich habe gelernt, das Monsieur "Swan" immer für eine Überaschung gut ist...

Aber auf jeden Fall ist er "echt". In der Hinsicht könnte sich so manche "Fassade" etwas von ihm abschneiden...!

@ Der Gedanke

Du schuldest uns noch ein Stampfen...! ;)

PS: ich werde meine "schwarze Biographie" hier nicht posten, das habe ich früher in genug anderen Threads schon (überflüssigerweise) getan...!
rosenkindeigentlich hätte ich das auch nicht, aber mit Selbstdarstellung kann man mich leicht ködern...

wobei ich mich frage, ob ich jetzt zu den jungen oder alten gehöre? O.o
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]eigentlich hätte ich das auch nicht, aber mit Selbstdarstellung kann man mich leicht ködern...

wobei ich mich frage, ob ich jetzt zu den jungen oder alten gehöre? O.o [/B][/QUOTE]

Da haben wir doch schon wieder Dein kleines Problem...du suchst schon wieder nach Deiner Position innerhalb der Subkultur...dabei wollte Monsieur Swan uns doch sagen, dass so etwas völlig überflüssig ist... oftmals sogar etwas Hinderliches auf dem Weg zu sich selbst...

Oder anders gesagt:

Wer ewig nur ein Gruftie bleibt, findet nie zu sich selbst...!
rosenkindich denke wir sollten in Anbetracht des eigentlichen Themas die Diskussion evtl. in meinem Thread weiterführen (?)
Der GedankeIch denke auch, das wir hier beim Thema bleiben sollten, dennoch ein paar Worte zuvor noch an den guten Seneca:

Was ist hiermit wiedermal bezweckt? Auf fast allen schwarzen Internetforen (wie auch hier auf den NW oder aber auch hier:

[url]http://www.elfenwahn.de/elfenwahn/forum/viewtopic.php?t=493[/url]

wurde meine Proklamation der Schwarzen Subkultur veröffentlich und nicht nur dieses, sondern als reale Plakate auch in zig schwarzen Szeneclubs von Trier, Köln, Berlin, Koblenz bis hin nach Frankfurt.


Überall sind daraufhin Gespräche entstanden, die nicht nur zu Gesprächen worden, sondern sogar etwas Fruchtbares, Reales in Gang brachten: die sogenannten "Koblenzer Montagstreffen", zu denen vorwiegend wir "Alt-Dunklen" zusammen finden, um in freier Natur wie noch vor 20 Jahren bei gleicher Musik und Art entgegen der Club-Möglichkeiten uns zu treffen. Die Initierung dieser "Montagstreffs" kam allein aus den verschiedenen Foren heraus und wurden nicht von mir künstlich bzw. bewußt angestrebt.

Mit diesem Thread nun, der ebenfalls zeitgleich auf verschiedenen Foren angelaufen ist, versuche ich ebenso landesübergreifend die persönlichen Weggeschichten der Älteren einzusammeln und einem jeden Forum zugänglich zu machen, damit die jüngere breite Masse nachlesen kann, warum wir manches so sehen und nicht anders, bzw. warum es zu diesem oder jenem kam, selbst wenn die Gefahr dabei besteht, den übergestülpten Szeneromantizismus (den ich ja eigentlich selbst mag wie Du weißt), zu zerreißen. Hier geht es um Menschen und ihre Wege um nicht mehr und nicht weniger und ich würde mich um lebhafte Beteiligung freuen.


LG
Swan
rosenkindich plane derzeit etwas ähnliches in Frankfurt aufzuziehen (man beachte meinen FK). Interessenten waren bisher aber alle unter 25... egal, das tut nichts zur Sache.

ist die Lebensgeschichte eines Jüngeren, welche ähnlich verlief nicht erwünscht? Ich kenne genügend Jüngere, die einen ähnlichen Werdegang haben... fänd ich etwas schade...

nun gut, ich halt jetzt meine Klappe und lausche...
SenecaNa mir war doch klar, dass Du was im Schilde führst Thomas...!
Ich verstehe Dein Anliegen, und Lokal habe ich das vor einiger Zeit auch mal versucht, allerdings fehlte mir zuletze die Motivation, da ich auf wenig Verständniss stieß...denn viele von den "Alten" haben sich lägst mit dem "heute" arrangiert, und sind auf den Zug der Zeit aufgesprungen...!

Es sind einfach zu wenige übrig, Swan, und man wird so leicht verdrängt, speziell wenn man an die Clubbranche denkt...!
Vor fast 2 Jahren haben wir durch den Tod der Inhaberin hier unsere Lokalität verloren, und sind seitdem nicht wieder auf die Füße gekommen, wärend die Gothic Floors der Grossdiskos trotz ihres 08/15 Programms voll sind.
Gelegentliche Treffs irgenwo DA draussen haben einfach nicht die Magnetwirkung wie die Clubs, und zu bald findet man dort dann doch alle wieder...!

Marketing war nie die Stärke dieser introvertierten Spezies, da sind die "Anderen" einfach besser...!

Mögen Deine Bemühungen von Erfolg gekrönt sein, wie hätten alle was davon...!
Der GedankeAuch die Geschichten der Jüngeren sind willkommen und Serneca mein alter Freund: Brauchen wir das Massenhafte wirklich noch? Wollen wir es finden?

Swan
SenecaWer redet den von Massen, heute ist es schon schwer mal mehr als drei (trotz Sommer) zusammen zu bekommen, ohne dafür in eine dieser Clubs zu gehen...!
Vielleicht gehe ich das auch zu subtil an...?
rosenkindheute scheint der Fehlerteufel umzugehen. ;-)

ein Treffen - außerhalb eines privaten Freundeskreises - in der "Pampa" zu planen erachte ich auch als schwierig, weswegen ich eigentlich darauf aus bin, den fragost in irgendeinem netten (nicht unbedingt schwarzen)Lokal zu veranstalten, das ruhig und gemütlich ist. Die Website dazu ist fast fertig - ich bin etwas voreilig - wie immer, wenn es um die Erfüllung von Träumen geht...
Aber immerhin haben ein paar Freunde schon gemeint, sie schauen "mal vorbei". Und wenn nur 3 oder 4 Leute zusammenkommen, die einmal im Monat am Tisch sitzen und miteinander philosophieren, dann ist das für mich schon ein Erfolg.
Denn - um wenigstens etwas on topic - zu bleiben, war es genau das, wäre es genau das, was ich mir immer gewünscht habe - mit Leuten zu reden über Lyrik, über Kunst und philosophische Gespräche. Einfach mal außerhalb des Internets (obwohl ich diese dort gar nicht mehr führe, weil ich aufgrund der Tatsache nur Text vor ir zu haben und keinen Menschen viel zu emotional reagiere), im realen Leben. Es war mir bisher selten vergönnt, eines von diesen seltenen Erlebnissen hatte ich Sonntag letzte Woche, als ich mit 2 FK-Leuten, die ich vorher nicht kannte im Stadtpark beim Pik-nik saß und man trotz des sich noch nicht kennens recht bald gute Gespräche führte...
Der GedankeSeneca, komm nach Koblenz!


Rosenkind,

verfolge Deinen Weg und Dein Ziel weiter, denn überall werden es mehr und sie werden auch bei Dir kommen und in kleinen besonderen Gruppen sich wiederfinden, so wie derzeit in Koblenz.


Und nun sei der Platz weiter frei für weitere, folgende Weg-Geschichten.


Swan
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Der Gedanke [/i]
[B]Seneca, komm nach Koblenz!

Und nun sei der Platz weiter frei für weitere, folgende Weg-Geschichten.

Swan [/B][/QUOTE]

Aber Monsieur...ich werde doch auf der Burg Ludwigstein gebraucht...!
Auch wenn's mancher nicht so recht glaubt, aber auch das Nachtwelten-Treffen auf der Burg Ludwigstein ist nicht ganz frei von diesem "Gedanken"...!
Die von dir doch gerne mal verteufelten Nachtwelten bestehen eben doch nicht nur aus Fassaden...!

Ich denke aber trotzdem mal darüber nach...
Auch ich entscheide ja nicht mehr für mich allein...;)

PS: [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=813736#post813736]Meine schwarze Biographie, Kurzfassung[/url]
[url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1138215#post1138215]Das Motiv[/url]
pulSar
3 x satte 5 KB für eienen gedanken....
huiii.... nein -- ich habs nichtwirklich DURCHgelesen, das wäre zu viel produktionsausfal - sorry.
wollte nur anmerken, dass das unabhängig vom nickname nur einer sein kann!
nicht viele beiträge sehen im durchscollen aus, wie ein jpg im hex-editor...



und nein ---
es gibt immer viel zu bemängeln, und wer sucht, der finded immer genug, was schief läuft und was es anzuprangern gilt...
wenn es nicht die nachtwelten gäbe, wäre ein anderes board so groß mit wohl den gleichen phänomenen.....

aber a) lebt totgesagtes nunmal einfach länger ((ich nehm hier gerne die firma apple als beispiel) und b) als umkerschluss: wer kleine oasen der menschlichkeit, der offentheit und des gemeisnchaftssinns sucht, der wird diese auch finden....

indes dann doch eher im echten leben (z.b. am lagerfeuer) als im virtuellen.

sicher auch auf der burg!


und wie man sich mit den jüngeren als alter versteht, ist immer auch die frage, wie man sich mit denen verstehen will!

[b][color=99FF99]
mir ist da die hochtrabende denkweise und die selbst-identifikationitis an der szene überhaupt nicht wichtig -- sondern einfach die sprechweise und das direkte gespräch!

nur wer offen ist, für neue impulse und entwicklung, wird sich auch weiterentwicklen...
ansonsten steht man auf der stelle -- und es bleibt nichts, ausser älter werden und das verschwinden der guten alten zeit zu bemängeln ((und diese zu glorifizieren))...
[/b][/color]


gruß,
puls
Demon17Eine schöne Idee, die Biographien alter Mitglieder auftzuschreiben um vielleicht daraus etwas Tiefe zu gewinnen, ein paar Wurzeln, die sich nicht mit Fashion erkaufen lassen. Doch wer kann schon wirklich frei reden, wer ist wirklich anonym?

Wer kann scjonsagen auf welchem Board so ein Text nicht überal veröffentlicht wird?
Demon17Deshalb habe ich beschlossen meine Vita hier lieber nicht zu posten.
pulSarhi..
das muss nicht ein board sein -- und nichtmal menschen gemacht sein!

habe bei recherchen bzwgl der gärten mal entdeckt, dass es eine hand vol portale gibt, die keinen eigenen content haben und nur ihre crawler losschicken..

"sie interessieren sich für gärten" und dann auch die nachtwelcten dabei gespidert wurden...

wenn die wüssten, was sie da wirklich verlinken... harr ...


in so fern ist immer mal ne portion vorsicht geboten...

alleine mal aus technischer sicht!




grüße


PS: ich kann dir sagen, wer dir das sagen kann:
gooooogle! einfach mal eine passage in "" setzen und danach suchen... :)
JesterHmmm, eine interessante Geschichte, führwahr,... doch frage ich mich in welcher grösse sie hier zulauf gewinnen wird. Ich zweifle nicht daran das die Idee an sich gut aufgenommen werden dürfte, vielmehr denke ich das es recht wenige geben wird die, wie es auch Demon begründet hat, ihr gesammtes vorleben hier veröffentlichen werden.

Fragwürdig auch, ob dieses "Projekt" auch überhaupt, wie wohl erhofft, das Verständnis der "Gernerationen" zueinander wirkich beeinflussen würde, ganz ehrlich, ich bezweifle es gar ein wenig, da die Denkweisen in den Kreisen der "Schwarzen" sowohl bei den "jungen" wie auch den "alten" leider doch sehr festgefahren sind,...
Natürlich freue ich mich immer wieder über jede Ausnahme, über jede Person die sich über diese lächerlichen Richtlinien erheben, und wieder bereit sind jeden Menschen für sich selbst und nach seinen eigenen Vorstellungen zu beurteilen. Denn was bedeuten schon Übergruppierungen wenn sie mitlerweile so plakativ geworden sind wie es nunmal auch in der unsrigen (mich gräult es fast ein wenig dieses Wort zu benutzen) "subkultur" der Fall ist.

Warum von einem Generationswechsel reden,...? Ist es wirklich das was uns beschäfigen sollte? Ist es nicht alleine schon gefährlich solch ein Wort in den Mund zu nehmen da es ja auch schon eine vehemente Distanzierung impliziert?
Für mich macht es nicht viel Unterschied ob vor mir ein "alter" oder ein "junger" sitzt, ich muss mit dem Menschen an sich zurechtkommen, mit seinem Denken,... und nicht mit der Art wie sein denken nach aussen getragen, oder gar von der Umwelt dargestellt wird.

Aber da auch ich nicht frei von der Sünde des Wertens bin, sage ich hier auch unverblühmt das ich mit den Wegen, die hier vielleicht als die "Wege der Alten" bezeichnet werden, im Grossen und Ganzen eher konform gehe.

Aber das alles ist wohl auch nicht ganz das Thema treffend, eher es nur tangierend.

Zum Thema allerdings, es wird auch von mir hier keinen Lebensweg zu sehen geben, allerdings aus unterschiedlichsten Gründen. Zum einen ist es kein "Weg der Alten" und es ist auch kein Weg den die "Jungen" als sonderlich "szenetauglich" erachten würden. Zum anderen bin ich auch der Meinung das meine Vergangenheit dort wo sie sich befindet, nämlich im nebel, recht gut aufgehoben ist, für die Menschen die mich jetzt noch kennenlernen ist mein jetztiges Ich das einzige das relevanz besitzt, den was gestern war ist Vergangenheit, nichtig und blass. Und auch wenn mein heutiges Ich von dieser Vergangenheit geprägt wurde, so ändert das wissen darum mein jetziges Ich nicht im geringsten.

In diesem Sinne,

euer jesterchen!
EorlIch kann verstehen wenn jemand seine Bio hier nicht posten will. Das mit der Anonymität ist eben so eine Sache, wie Demon ganz richtig sagt.
Andererseits muss ich sagen, das ich diesen thread mit sehr großem Interesse verfolge. Ich finde es äußerst interessant solche Biografien wie von Gedanke und rosenkind zu lesen, weil das auch ein wenig darüber verrät was Gothic für sie bedeutet, und wie sehr sich diese Bedeutung von dem unterscheidet was man heute teilweise serviert bekommt.
Weil es etwas darüber verrät, wie sie ihren Weg gefunden haben, und weil es vielleicht andere dazu ermutigt, sich auf sich selbst zu besinnen, und selbst ihren Weg zu gehen, ohne zu kopieren.
Ich würde mich nicht als "Jungen" bezeichnen, auch wenn ich noch nicht lange als gothic bezeichnet werde. Ich habe mich nicht so sehr verändert seitdem, es liegt wohl eher daran das es den Begriff vorher im Allgemeinen Sprachschatz nicht gab.
Aber es ist einfach faszinierend, die Geschichten anderer zu lesen, und zu lesen, welche Bedeutung, welchen Wert, sie der Gothik in ihrem Leben beimessen.

(etwas ungeordnet vermutlich, sry dafür)
rosenkindsein beginnt ja auch nicht erst durch einen Begriff, den man sich überstülpt
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Eorl [/i]
[B]Aber es ist einfach faszinierend, die Geschichten anderer zu lesen, und zu lesen, welche Bedeutung, welchen Wert, sie der Gothik in ihrem Leben beimessen.
[/B][/QUOTE]

Einen zu großen, wie mir scheint... ;)
Montrose[QUOTE]Einen zu großen, wie mir scheint... [/QUOTE]Was hat einen größeren Wert im Leben?

Es war doch immer so, daß die Leute neben ihren ganz privaten Wünschen (Beziehung, Kohlemachen usw.) auch einen kulturellen Rahmen haben wollten.
decay73Natürlich. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen. Aber mir scheint doch, daß das mittlerweile Zeit ein wenig zu verkrampft geschieht.

Vielleicht sollte man viele Dinge einfach etwas lockerer sehen. Alles andere macht nur "merkwürdig nervös". ;)
pulSar[color=99FF99]
ist halt die ganz normale [b]schwarz-neurose![/b]
* zeichnet sich durch [b]gotis-definitionitis[/b] im fortgeschrittenen stadium aus...
* wird oft begleitet von der [b]lamentitis[/b] gestritis...
* die [b]sirenis-intollerantis[/b] ist der begleitende jammerton...

und wenn sie nicht gestorben sind, dann jammern sie noch heute!
[/color]


vielleicht sollte manch einer nicht alles gar so ernst und bitter nehmen...
und wiederum mache wenige einfach den stock ausm hintern..

gruß,
puls
EorlMus nicht jeder für sich selbst wissen was er für bedeutend hält? Darf sich ein außenstehender anmaßen, das zu werten, und zu sagen, der misst dem und dem zuviel Bedeutung bei.. und dem zu wenig?

Ich glaube nicht.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Eorl [/i]
[B]Mus nicht jeder für sich selbst wissen was er für bedeutend hält? Darf sich ein außenstehender anmaßen, das zu werten, und zu sagen, der misst dem und dem zuviel Bedeutung bei.. und dem zu wenig?
[/B][/QUOTE]
Nein, das nicht, aber eine Meinung dazu haben darf er. Es wird hier ja niemand gezwungen. :)
EorlIch wäre auch mit ener "Meinung" sehr vorsichtig. Letztendlich kann das doch niemand außer einem selbst wirklich beurteilen.
JesterHmm, aber es ist auch immer noch eines der grundlegden Rechte seine Meinung zu besitzen und auch kund zu tun. Und wer sagt das seine Meinung schlechter als die deine ist?

Wenn behauptet wird das solchen Dingen zuviel Wert beigemessen wird, und die zweite Partei das Gegebnteil behauptet, wer darf sich anmassen das Recht für sich zu beanspruchen?

Wir sind wieder bei dem gleichen Problem das hier schon als "Generationskonflikt" angesprochen wurde, sobald es zwei Meinungen gibt, kann keiner für sich beanspruchen das er Recht hätte, man kann nur in die Unendlichkeit hineindiskutieren und hoffen den anderen überzeugt zu bekommen,... oder man driftet halt auseinander, wird sich in der Denkweise immer fremder!

Aber das ist ja nicht nur die Problematik im "Generationskonflikt", es ist das "Problem" des individuellen Denkens! Sobald es freie Geister gibt, gibt es auch unterschiedkiche Gedankengänge,.. unterschiedliche Auffassungen.

So stellt sich das Jetserchen mit in die "Gedankenströmungsecke" vom Decay...
EorlPrinzipiell stimme ich euch ja zu.
Ich denke nur, das in diesem speziellen Fall eine Meinungsbildung für eine aussenstehenden absolut keinen Sinn macht, weil die Betrachtungsweise absolut entfremdet ist, gegenüber dem selbst Betroffenen, und man genau genommen von der Situation, bzw den Umständen keine Ahnung hat.
Und Meinungsbildung ohne wirkliche Sachkenntniss, wie man sagen könnte, ist doch auch nicht erwünscht, oder?
JesterJa, eine nette Betrachtungsweise, aber dann darf man sihc in keinem einzigen betehenden Thema eine Meinung erlauben, da die Relevanzen immer die selben sind (auch wenn das Endprodukt verschiedneartige Gewichtungen haben kann).

Man ist immer "Aussentehender", da man glücklicherweisenoch immer nicht die Gedanken der anderen lesen kann. Und genau das ist der Grund warum es diesen (und letztendlich auch jeden) anderen Konflikt gibt.

So sei es auch jedem freigestellt seine Meinung (oder in diesem Fall Erfahrungsbericht) in den Äther zu schiessen. Ich will die Idee an sich ja auch keinseswegs als schlecht beleuchten oder ähnliches, udn es wird auch genug Leute geben die diesen Berichten viel Wert beimessen und sie auch dementsprechen "würdigen". Für mich sind es mehr "Belanglosigkeiten" die dazu niedergeschrieben werden, wieder im Grunde seinen eigenen Standpunkt zu untermauern (im besten Falle ist damit wirklich "Versändniserscahffung" beabsichtigt). Was letztendlich dabei herauskommt? Sicherlich einige schöne udn auch lesbare Geschichten, aber am Ende ist es doch auch wieder der Stoff aus dem neue Diskussionen erwachsen!

Und man möge mir jetzt nicht unterstellen das ich Diskussionen als etwas schlechtes ansehe, bei weitem nicht, Diskussionen könne etwas sehr produktives sein,... doch hängen mir die "szenediskussionne" zu den Ohren heraus, weil ich für mich persönlich nicht sehe worüber es zu diskutieren gilt. Die "Schwarzen" haben sich aufgefechert, warum können sie nicht bereit sein das walten zu lassen was sie alle so schon proklamieren...? Toleranz!

Toleranz ist eine Tugend die sich heute keiner mehr zu leisten scheinen möchte, und ic hmeine damit nich tdas man zu allem ja udn amen sagt, nein bei weitem nicht, denn keiner ist frei von eienr wertenden Meinung, aber wenn man etwas weniger wertschätzt, warum muss man es dann partout denunzieren udn sein eigenes Handeln darüber stellen?

Aber egal, ich denke diese Diskussion gab es schon zur genüge, und auch mit mir als beteiligtem!


PS: Ein kleiens "Entschuldigung" an den Gedanken in diesem Falle, ich denke das der Thread ein wenig seiner Bestimmung entgleist ist,..
decay73@Eorl:
Mir geht es einfach darum, daß dem Begriff "Gothic", wie auch jedem ähnlichen, einer oberflächlichen Betrachtungsweise entstammenden Begriff, zu viel Bedeutung beigemessen wird.
Das ist meine Meinung, die sich auch vertreten läßt, ohne daß jemand gezwungen wird, diese Meinung zu übernehmen.

Eher ist es als eine allgemeine Feststellung zu verstehen, daß man mit solchen Begriffen etwas vorsichtiger und zurückhaltender umgehen sollte, da sie bezüglich der persönlichen Definition als Mensch oder Individuum nur eine untergeordnete Rolle spielen (sollten).
Sternenwolfeuer ausflug ist ja sehr interessant, aber es bleibt doch jedem überlassen ob er schreibt oder nicht und ihr könnbt eure disskusion wo anders weiter führen. ;)
ich als "junge" würde schon gerne geschichten von den "alten" hören.
Aja, ab wann gilt man als alt?
Eorl@Decay:
Dann reden wir aneinander vorbei: Mir ging es nicht um die Begrifflichkeit, sondern um das was dahinter steht.
MontroseIch denke, jeder hat das Recht nach Definitionshoheit zu streben, genauso wie nach Glücksrittertum oder sich an der manchmal vielleicht auch exaltierten Geschichte anderer zu delektieren.

So lange all dies aus guten Quellen ---und der Gedanke und Seneca sind klar wie forellendurchschwommene Gebirgsbäche --- und nicht schnöden Merkantilismen entspringt, kann dies wohl kaum anlasten.

So möchte ich doch fast dafür plädieren, daß die Alten weiterhin ihre schwarzsaumseligen Erinnerungen zum Besten geben, ohne Stahlbetondecken anders als in Form von verlorenen Nächten unter Brücken und Unterführungen einzuflechten.

Da wir hier in vertrautem Kreise sind, sollten sich Leute wie decay, Jester oder Pulsar nicht allzu sehr schämen, unter die Räuber gefallen zu sein. So mag man jenen Geiseln der Bürgerlichkeit gut zureden *knuff, knuff, Nasenstüper*... oder ihnen den Knebel zurück in den ranzigen Gaumen stopfen, auf daß die Geschichten forthin ungestört zu erschallen vermögen.
JesterKeine Angst Celtvis, es ist auch durchaus richtig was du da schreibst, das sehe ich in gewisser Weise genauso, allerdings genauso wie du es sagts,... unter "guten Freunden".
Allerdings definiere ich Menschen die ich gerade kennenlerne oder kennengelernt habe nicht als "gute Freunde", und auch wenn dieses Board doch irgendwo eine gewisse Relevanz für mich hat, fühle ich mich hier nicht so heimelig, als das ich meine Vergangenheit ausbreiten müsste.
Es liegt mir einfach fern meine Vergangenheit einem breitem Publikum dar zu bieten, besonders wenn dann Menschen dazu kommen könnten mich nach dem vergangenen zu beurteilen, und damit laufe ich auch Gefahr das sie mein heutiges, mein jetziges, und damit mein relevantes Ich nicht wahrzunehmen, und mich somit falsch einzustufen...

Natürlich spreche ich mit den Menschen die mir nahe stehen über meine Vergangnheit, sie gehört ja immer noch zu mir, aber kennen Menschen immer zuerst mein jetztiges ich bevor sie von meiner Vergangenheit etwas hören. Und wenn mich jemand nach meienr Vergangenheit fragt, im trauten Kreise, so werde ich mich auch nicht verschliessen, immerhin bin ich mit meiner Vergangenheit im reinen!

Und ich sage ja nicht das ich mich nicht selbst mit meienr Vergangenheit beschäftige, ganz im Gegenteil, für mich selbst messe ich meiner Vergangenheit einen grossen Wert zu, sie hat mich gebildet, sie hat mich zu dem gemacht was ich bin und sie hilft mir immer noch auf meinem Weg!
Demon17Was heißt hier Vergangenheit,

wer wirklich eine Vergangenheit hat kann sie doch gar nicht erzählen. Deshalb werden die Satanistenkulte immer im Untergrund bleiben:D

@Seneca,

Kaninchen????
JesterNein, keine Angst, mein Statement bezog sich hauptsächlich auf die publizierung im Netz!

Und nein, ich denke das man nicht im reinen mit seiner Vergangenheit sein muss um sie zu publizieren, es kann auch einen guten Schritt dorthin bedeuten,... oder eine Warnung für andere sein, die gleichen Fehler nicht zu begehen. Die Vergangenheit kann uns viel lehren, aber sie kann uns auch sehr schaden, wenn die falschen Leute über sie bescheid wissen... aber ist auch nebensächlich und wäre schon wieder ein Thema für sich!

Kleines Zitat zur Vergangenheit am Rande, auch wenn es thematisch nicht ganz passt....

"... a thousand generations, the soil on wich we walk..."
- Covenant - Call the ships to port -


Edit:

@Demon: Aber du kannst "Vergangenes" erzählen...
rosenkinderinnert mich dran, meine konfusen Gedanken das nächste Mal für mich zu behalten und Konflikte, die sich in meinem inneren abspielen auch dort abspielen zu lassen

- Beitrag raus editiert -
JesterGothic, ist für mich nicht mehr als ein Sammelbegriff für momentan existierende Strömungen, und ich mache mir ganz ehrlich auch schon lange nicht mehr die Mühe es weiter zu hinterfragen, wozu auch?

Ich brauche keine solchen Überbegriffe um mich zu katalogisieren, wenn andere sie brauchen um eben jenes mit mir zu tun, dann soll mir das recht sein, wirklich weh tun tut es mir ja nicht. Ich denke einfach das zu viel darüber sinniert wird was Gothic überhaupt sein sollte, damit zerrt es sich immer mehr wie Kaugummi auf, da es in den immerwehrenden Diskussionen immer weiter ausseinandergezogen wird.

Wenn du so willst ist Gothic nicht mehr als das Tablett auf denen sich die ganzen weiteren "Splittergruppen" präsentieren, und gleichzeitig ist es der grösstmögliche Rahmen der zum katalogiseren geschlagen werden kann!
JesterWir kommen bestimmt mal auf dem Burgtreffen dazu uns ein weig zu unterhalten, würde mich auch freuen!


Aber mal ganz ehrlich, ist Gothic nicht nur ein Wort? Machen uns Worte nicht alles nur unglaublich schwierig wenn wir ihnen sehr viel Gewicht geben? Ich denke das vielen Worten solange immer mehr Gewicht beigemessen wird, bis sie einen unter die Oberfläche des eigenen Verständnisgewässers ziehen und man dann entweder wieder loslassen muss, oder droht Wasser zu schlucken! Naja und die dritte Möglichkeit, ist sich einfach selbst so weit zu treiben das man beginnt Wasser zu atmen, ohne sich wirklich bewusst zu sein warum man es tut, da es doch eigentlich jeglicher Logik entbehrt.

Ich würde mich auch nie als Gotrhic bezeichnen, ich kann mich einfach auch nicht mit den gängigen Gedanken zu diesem Thema, zu dieser "Gruppe" anfreunden, es ist nichts das ICH bin, also warum sollte ich ein Teil davon sein!? Warum stecken mich dann andere in diese Schublade, ich denke nicht weil sie Dinge von mir wissen die mir verschleiert bleiben, ich denke vielmehr weil der Mensch an sich Ordnung in seinem kleinen Unviersum haben möchte, und Einzelteile sind schwerer zu verarbeiten als Grüppchen!

In diesem Sinne gehe ich in mein wohlverdientes Wochenende, und man hört wohl erst Sonntag wieder von mir. Also zerbrecht euch eur Köpfchen nicht zu sehr, und tut es mir gleich,... geniesst die arbeitsfreie Zeit ;)
MontroseGenausogut könnte man fragen, gibt es Hippies. Und dann würde man anfangen, daß Hippies einen VW-Bus fahren, nach Goa fliegen, abgetragene Hosen haben usw. usw.

Und dann wäre jemand wie Rosenkind, die immer nach dem "Was ist Gothic?" fragt vielleicht irgendwann glücklich, weil sie jetzt endlich wüßte, was ein Hippie ist. Oder aber sie würde erst echt das ganze Hippie-Sein infragestelllen.

Das ist alles recht müßig und sinnlos.


Jetzt nehmen wir mal an, Du lernst einen kennen mit abgerissen Hosen, der einen VW-Bus hat und nach Goa fliegt. Oder aber, Du kennst einen kennen, der von sich behauptet, er sei Hippie.

Was dann??

Weißt Du, der eigentliche Kracher wäre doch, wenn der Typ Jörg oder Klaus oder Martin heißen würde.

Und der noch größere Hammer wäre, wenn der neben all dem, was man eben von einem Hippie erwartet oder nicht erwartet, einfach nur ein Mensch ist. Vielleicht ist der gar nicht nach Goa geflogen, sondern nach Alaska. Wow!!!!

Zu sagen, dieser Jörg oder wer auch immer, sei kein Hippie oder sei ein Hippie, spielt gar keine Rolle. Nicht wie man jemand bezeichnet, sondern was er ist, ist entscheidend.

Heißt das, es gibt keine Hippies und "Hippie " ist nur ein Wort??? Hm, ich weiß nicht. Immerhin gibt es Leute, die mit dem VW-Bus nach Goa fahren und mit abgerissenen Hosen was hübsches rauchen und die Musik und die Blume im Haar paßt auch...

Es ist einfach der falsche Ansatz. Die ganze Sache ist dialektisch. Natürlich gibt es Hippies wie's auch Gothics gibt. Es sind nicht nur Worte. Aber gleichzeitig gibt es sie eben auch nicht, nicht so, wie Du Dir das in Dein Kopf reinpressen willst und sagen: "Ich hab jetzt einen Hippie" gefressen.


Der Ansatz, hier mit Lebensgeschichten zu kommen ist gut. Denn sie sind das eigentliche.

Der Ansatz, hier keine Lebensgeschichten zu erzählen, ist auch gut.

Es kommt nämlich nur darauf an, zu wissen, daß es Lebensgeschichten gibt ...
rosenkindGothic als Sammelbegriff.. das denke ich auch... es war nur interessant diese Frage mal zu diskutieren. Gothic als der Dialog verschiedener Aspekte, die auch außerhalb existieren, aber hier zusammentreffen, um sich zu bündeln und vom individuum wieder außeinandergenommen und einzeln übernommen werden. Holla, ist das kompliziert... sagen wir: gothic ist Interaktion. sowohl die Interaktion zwischen den Menschen als auch die Interaktion der Vorlieben/Interessen/einstellungen/Lebensweisen eines Menschen mit einem größeren Ganzen. Was ich damit meine: man kann verschiedene Aspekte des Inhalts (Philosophie, Esotherik, Melancholie, Lyrik) für sich haben ohne was von Gothic zu wissen, schließe ich mich der Subkultur an (mit anschließen meine ich nicht zangsläufig sich den Namen überstülpen, sondern sich damit beschäftigen und irgendwie feststellen: joa, das passt zu mir) so ermöglicht mir dieses, das, was ich von mir kenne, was ich bisher aber als persönliche Eigenschaft ansah im Rahmen eines größeren Ganzen zu sehen. Ich kann mich wiederfinden in Musik, die das beispielsweise ausdrückt oder in Menschen die mir ähnlich sind oder einfach in einem Gefühl, welches die Subkultur ausstrahlt. der Fehler, den man nur leicht macht liegt darin, zu glauben, dass dieses größere Ganze diese Dinge für sich gepachtet hat.

Wuah, ich muss langsam mal wieder wirklich unter Leute, ich mach mir zu viel Gedanken.

Damit hätte ich das für mich geklärt

@Montrose

ich glaub du hast meinen Beitrag etwas missverstanden, ich wollte nicht fragen, ob es DIE Gothics (also die Menschen) gibt, sondern ob es die Matrix Gothic gibt. Argh, ich kann es schlecht ausdrücken, eben ob DAS "Gothic" als eigenständige Lebensphilosophie existiert oder lediglich ein Sammelsurion verschiedener Lebensweisen und Interessen und Einstellungen ist, die man in den Begriff quetscht. zum Beispiel war eine Frage in "wie gothic seid ihr?" folgende: "wie stark lebt ihr nach Gothic?". "Nach" etwas kann man aber nur leben, was eine eigene, festgefügte Lebensphilosophie ist, beispielsweise kann man nach einer bestimmten Religion leben, in der es zum Beispiel ein Buch namens Bibel gibt, in dem steht: Habe keinen Sex vor der Ehe oder ähnlichem. Aber ist Gothic wirklich etwas, "nach" dem man leben kann, etwas derart festgelegtes? Aber das hat sich jetzt ja geklärt.

Ich hoffe ihr haltet mich jetzt nicht alle für Gaga
Sternenwolfnein, du bist nicht gaga du verknotest dir nur grad das hirn vor lauter denken. keine angst, mach ich auch ;)

Zitat meine Metalfreundes "Gothic ist die Bezeichnung für einen Haufen Verrückter die ihren Weg durchs Leben suchen."
ich glaub da hat er gar nicht so unrecht, obwohl das auf alle menschen zutrifft.... warum nennt ihr einen apfel apfel? es gibt soviele verschiedene:granny smith, golden delicius, morgenduft und jonagold.... eine gewisse ordnung braucht der mensch deswegen gibt es ja wörter. (wer hat das schon gesagt?). gothic ist auch ein begriff. ihr braucht euch nicht dazuzählen, aber gothic is da, wer dabei sein will kanns sein und wer nicht der nicht.

Sorry, ich versteh das problem nicht ganz (außerdem möchte ich zum eigentlichen thema zurück *grummel*). Selbst wenn cih als junge jetzt angeschnautzt werde, aber was macht ihr euch hier so einen kopf darum? (oder versteh ich das problem nur nicht?) es gibt etliche topic wo es schon diskutiert wurde (was ich durchaus als wichtig erachte) aber wärs bitte wirklich möglich, sie woanders hinzuverlegen? bitte.

vielleicht noch kurz was: ihr versteht nicht warum ihr eure geschichte erzählen solltet:
[QUOTE]ein Sammelsorium einzelner „Weg-Geschichten“ der „älteren Generation“ darstellen, durch dessen Lesen so mancher von uns vielleicht einmal besser nachvollziehen kann, warum sich die Grundempfindungen zu beiden Seiten so sehr spalten. Nicht mehr und nicht weniger.[/QUOTE]
wenn iohr es hier nicht wollt verstehe ich das und akzeptiere es auch, nur wenn es doch jemand erzählen möchte, sollte es doch dieses topic hier geben.
Montrose[QUOTE]Buch namens Bibel gibt, in dem steht: Habe keinen Sex vor der Ehe oder ähnlichem.[/QUOTE]Das steht in der Bibel überhaupt nicht drin. Da stehen folgende Möglichkeiten drin:
1. Man schnappt sich eine Jungfrau, und ist mit der dann automatisch verheiratet.
2. Man schnappt sich eine Verheiratete, und wird mit ihr zusammen gesteinigt.
3. Man schnappt sich eine Verheiratete, bringt ihren Mann um und ist zufällig König, was dann auch völlig okay ist.
4. Man schnappt sich sehr viele Frauen auf einmal, was völlig okay ist, sofern man sie alle heiratet.
5. Man ist Hure und wird gesteinigt.
6. Man ist Hure, rettet zufällig Israel oder macht auf einen sozialen Mißstand damit aufmerksam (Juda!) oder erfüllt durch seinen Beruf eine prophetische Zauberhandlung (Hosea), und das ist dann auch wieder voll cool.

[QUOTE]Das, was ich von mir kenne, was ich bisher aber als persönliche Eigenschaft ansah im Rahmen eines größeren Ganzen zu sehen.[/QUOTE]Die Bezeichnung ist dann wichtig, wenn es um soziale Zugehörigkeitssymbolik geht.

Einen Inhalt im eigentlichen Sinne, würde ich mal sagen, hat Gothic nicht. Es ist keine Religion, Philosophie oder ähnliches.

Ich versuche hier manchmal halb im Scherz und auch als Experiment, in die Sache etwas reinzuinterpretieren so nach dem Motto.... was wäre wenn.

Aber, Rosenkind, wenn Du in Gothic etwas Tieferes suchst, läufst Du einer Fata Morgana hinterher. Es sind die eigenen Tträume, die man glaubt da zu finden. Und wenn man ....das habe ich mit der Hippie-Geschichte angedeutet...die Leute sehr genau anschaut, merkt man, daß das, was man an ihnen für Gothic hält, in Wirklichkeit etwas ganz anderes ist.

Manche Pinseln sich schlichtweg nur deshalb an, weil sie nicht ihr Gesicht sehen lassen wollen, hinter einer Maske verschwinden. Das ist in etwa so, wie wenn Du mit einer Marionette sprichst.... Du kannst mit dieser Marrionette alles mögliche tun.... aber die Fäden führt jemand ganz anderes. Eine andere Person als wie Du sie in der Maskerade zu erkennen glaubst.

Um nochmals auf das Soziale zurückzukommen: natürlich ermöglicht etwas Gemeinsames wie die Farbe Schwarz zum Beispiel, daß sich sehr unterschiedliche Leute treffen, die sich sonst nie begegnen würden. Mir ging das schon so. Und das ist ein Wert an sich, und macht vielleicht auch etwas Geheimnisvolles an der Sache aus.

Aber Gothic ist nicht gleichzustellen mit einer Religion oder so. Vielleicht kann man bestenfalls Gothic eher als Technik verstehen. Eine Tür aufzumachen zu seinen Empfindungen und Träumen. Aber wohin dieses Tor dann führt, das kann man nicht sagen.

Seneca spricht immer wieder mal von der Kunst, den Ausstieg wiederzufinden. Ich glaube ihn langsam zu verstehen. EIn Stück weit ist Gothic der Tanz um das Goldene Kalb, eine Art Götze, der sich aber anders als Gold in Luft auflöst. Etwas, das man vielleicht irgendwann gar nicht mehr versteht, so wie man seine eigenen Gedanken manchmal nach Jahren nicht mehr nachvollziehen kann und sich wundert, wer man war.

Gothic ist etwas, das Impulse gibt. So wie die Zündung am Automotor. Aber es ist nichts, was einen stetig voranbrächte. Es ist nicht der Motor selbst. Alles andere wäre auch merkwürdig. Denn der dogmatische Kern des Gothic ist entweder gar nicht vorhanden oder in gewisser Weise halt doch destruktiv.

Ich war in letzter Zeit auf zwei Beerdigungen und mußte deshalb Schwarz tragen. Ich lauf derzeit nur mit hellen Klamotten rum ... . Schwarz ist eigentlich nicht meine Farbe.

[QUOTE]Zitat meine Metalfreundes "Gothic ist die Bezeichnung für einen Haufen Verrückter die ihren Weg durchs Leben suchen."[/QUOTE]Metal ist die Bezeichnung von Leuten, die nicht viel in der Birne haben und deshalb gar nicht auf die Idee kämen, daß es etwas zu suchen gibt.
rosenkind[QUOTE]Metal ist die Bezeichnung von Leuten, die nicht viel in der Birne haben und deshalb gar nicht auf die Idee kämen, daß es etwas zu suchen gibt.[/QUOTE]

Ein guter und ziemlich intelligenter Freund von mit ist metaler

noch mal zum thema größeres und ganzes. Ich schrieb nicht nur vom Austausch mit anderen menschen, sondern Austausch mit dem DAS Gothic. so kann man die eigene kleine Welt in jenem größeren Ganzen wiederfinden, das muss nicht abhängig von Menschen sein, zum Beispiel auch in der Musik (ich nehm das einfach mal, weils hier am einfachsten zu erklären ist). Wenn die eigenen Gedakengänge, die man sich machte, wenn man die plötzlich vertont auf irgendeiner CD irgendeiner Band wiederfindet. Dieses ist ja kein direkter Austausch mit einem Menschen, sondern mit etwas anderem. Klar: die Musik ist ein Werk der Menschen dahinter, aber es ist nicht der Mensch direkt. Natürlich kann dieses alles Illusion sein, aber was im Leben weiß man schon ganz sicher?
Ich habe zu meiner Anfangszeit die Menschen nicht ausstehen können (weil ich umgeben war von lauter ich find ritzen cool kiddies) dennoch habe ich dieses eil eines größeren Ganzen Gefühl gehabt, aben eben nicht in Menschen, sondern in anderen Dingen, zum Beispiel Musik.

Aber die Wahrnehmung dürfte von Indviduum zu Individuum so unterschiedlich sein, wie es unterschiedlicher nicht geht.

Aber wollen wir nicht über was anderes reden. Der Gedanke war von mir unbedacht geäußert und ich schäm mich nun dafür. Außerdem krieg ich Kopfweh

Verflucht, wann lern ich endlich zu leben anstatt nach der ultimativen Wirklichkeit zu suchen, die nicht existiert?
Der GedankeSchade dass der Beitrag hier im Forum derzeit in anderen Bahnen läuft, da nicht das Anliegen die Frage war: "Warum schreibe ich hier meine Vita nicht?", sondern das genaue Gegenteil. Dennoch gibt es hier sehr viele fruchtbare Ansätze und Gedanken, wenn auch anders verlaufen.

Zu einigen Sätzen mag ich kurz Stellung beziehen - nur aus meiner Sichtweise heraus.



[QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenwolf [/i]
[B]
Aja, ab wann gilt man als alt? [/B][/QUOTE]


Gemeint war weniger das biologische Alter, obgleich dieses eine Grundvoraussetzung für einen gewissen Erfahrungsschatz ist. Gemeint waren die Erzählungen jener, die schon vor der "Zillo-Zeit" mit dieser Subkultur in Berührung kamen, da es diese Personen sind, die mehr erleben konnten, als jene, die "Gothsein" erst seit der Bravo her kennen (übertrieben natürlich!). In einem anderen Forum hat man mich gefragt, ob hier auch "jüngere Wege" stehen dürften. JA, denn auch wenn der Thementitel anders lautet, so sind doch alle Wege erfahrungs- und ergänzenswert.






[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]
So lange all dies aus guten Quellen ---und der Gedanke und Seneca sind klar wie forellendurchschwommene Gebirgsbäche --- und nicht schnöden Merkantilismen entspringt, kann dies wohl kaum anlasten.[/B][/QUOTE]

Was meintest Du mit forellendurchschwommene Gebirgsbäche? Ich grübele immer noch. Bitte hilf mir.





[QUOTE][i]Original geschrieben von Jester[/i]
[B]
für die Menschen die mich jetzt noch kennenlernen ist mein jetztiges Ich das einzige das relevanz besitzt, den was gestern war ist Vergangenheit, nichtig und blass. Und auch wenn mein heutiges Ich von dieser Vergangenheit geprägt wurde, so ändert das wissen darum mein jetziges Ich nicht im geringsten.[/B][/QUOTE]




Für die Menschen, die Dich jetzt kennen schon, doch auch für Dich, wo doch niemand ohne seine Vergangenheit zu seinem Jetzt werden konnte? Ist sie wirklich so nichtig und unwichtig oder gerade das, was einen jeden Menschen im Laufe seines Seins verändert?







[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca[/i]
[B]
@ Der Gedanke

Du schuldest uns noch ein Stampfen...! [/B][/QUOTE]



Lieber Freund, dies habe ich längst schon hinter mir. Im Gegenteil! Ich sitze hier, so ruhig wie kaum je zuvor und das einstige Stampfen war es, dass mich zu meiner heutigen Ruhe geführt hat. Vielleicht liegt auch darin die Begründung, weshalb jeder weis wer ich bin, ich trotzdem noch hier schreiben darf und kann (obgleich dies eigentlich nicht sein könnte oder dürfte) und ich dennoch darin auch offiziell bleibe, wer ich war oder bin. In diesem Zusammenhang auch ein liebes Dankeschön vor allem an "ER" und alle Mods hier - ehrlich gemeint!




Der Gedanke
Montrose[QUOTE]Ein guter und ziemlich intelligenter Freund von mit ist metaler[/QUOTE]Vielleicht sieht er ja nur intelligent aus.

[QUOTE]Der Gedanke war von mir unbedacht geäußert und ich schäm mich nun dafür. Außerdem krieg ich Kopfweh.[/QUOTE]Ich krieg nie Kopfweh, wenn ich mich schäm. Schade eigentlich, vielleicht würde es mich ablenken.

[QUOTE]Wenn die eigenen Gedakengänge, die man sich machte, wenn man die plötzlich vertont auf irgendeiner CD irgendeiner Band wiederfindet.[/QUOTE]Schon klar, was Du meinst.

Die Frage ist doch: sind die Texte wirklich so gut?

Der Sänger von Ordo Rossarios irgendwas (keine Ahnung mehr, wie die Gruppe genau hieß), sang sinngemäß die Zeile, daß es ihm viel schlechter als Jesus geht. Und das sind halt solche für Gothic typischen Dingerchen, wo man etwas ins Grübeln kommt.

Oder in der Disse läuft da ein Liedchen, in dem ein Kampf beschrieben wird, und da stirbt dann einer. Das Ganze wird von einer Frauenstimme gesungen. Und dann wedeln die Mädels mit ihren fetten Waden in ihren hochhackigen Stiefelchen und machen sich nicht mal einen Lufthauch von Gedanken, was sie da eigentlich gerade hören und wie unpassend es eigentlich ist, zu solch einem Text zu tanzen. Ich hab da bei solchen Liedern aus guten Gründen nie mit getanzt. Wenn da Hitlers Mein Kampf vertont würde, das würde kein Arsch auf der Tanzfläche merken..... die würden alle weitertanzen.

SisterofMercy "Temple of Love".... um mal was populäreres zu bringen: ja wovon handelt den eigentlich dieses Liedchen. Es ist auch gruftig, weil pessimistisch .. so wie ich das verstanden habe, bedeutet der Text: nicht mal in der Liebe findet man einen Halt. Das mag richtig sein.... aber viele "Gothics" würden das wohl in dieser ganzen Schärfe nicht verarbeiten können.

Da könnte man unendlich weitermachen.

Ich glaube, daß die Texte nur deshalb so gut ankommen, weil sie ein dumpfes Gefühl bedienen. Eine tieferes Nachdenken über diese Texte dürfte selten passieren. Und wenn man über die Texte nachdenken würde, müßte man manches ablehnen.

edit: Der Kleine von Tors of Dartmoor sang was der Art "The bible stucks in chapter one"...... das war ein interessanter, vielleicht sogar guter Text.

[QUOTE]Was meintest Du mit forellendurchschwommene Gebirgsbäche?[/QUOTE]Ich denke, daß Ihr in dem, was Ihr seid, mit Euch selbst übereinstimmt. Das ist nicht selbstverständlich. Und das hat was mit Klarheit und Ursprung zu tun.

[QUOTE]Für die Menschen, die Dich jetzt kennen schon, doch auch für Dich, wo doch niemand ohne seine Vergangenheit zu seinem Jetzt werden konnte?[/QUOTE]Das ist schlau.
Den Ort erreicht man nur, wenn man einen Weg zurückgelegt hat.
rosenkind[QUOTE]Vielleicht sieht er ja nur intelligent aus. [/QUOTE]

ich hoffe, das war ironisch gemeint. Er ist wirklich intelligent.

zum Thema Texte: das ist wiederum ein anderes Thema, es ging in erster Linie um die Identitikation und Wiedererkennungswert.

so und mehr sag ich dazu nicht.
MagnusCaudar(BwSucht euch eure Werte selbst ... So .
Meine Bio. lasse ich genau deswegen . Die Vergangenheit ist vorbei und sie war in meinen Augen schlecht .
Demon17[QUOTE]Wenn da Hitlers Mein Kampf vertont würde, das würde kein Arsch auf der Tanzfläche merken..... die würden alle weitertanzen.[/Quote]

Das ist ein schlechtes Beispiel Monty. Dieses Buch ist dermaßen grottenschlecht geschrieben, man müßte lange nach ein paar makabren Sätzen suchen. Doch wer geht schon zum philosophieren auf die Tanzfläche. Es geht um die Vernichtung der christlich basierten Werte und Normen in diesen Liedern. Denn sie haben keinen besser gemacht doch viele gehemmter. Ich bin ein Junger Werwolf ... töten macht Spaß. Deshalb mag ich die Szene, wer fies sein will braucht das nicht moralisch zu begründen, wer andere zwingen will kann das offen zugeben und macht Macht auf Fetisch. Ich glaub das ist einer der Gründe für die Gewaltlosigkeit in der Szene, auch für den starken Zustrom der Opfer des Erziehungssystems. Wann werden sie endlich kapieren das sie Wissen zu vermitteln haben und sonst nichts? Ich brauchte noch eine Counter-Moral um mich zu befreien, Gothic erspart ihnen die Ideologie...und die gedankliche Mühsal
;)
Sternenwolf@ der Gedanke: Danke für deine Antwort, aber es scheint mir als hätte es sich erledigt. Ich wollte eigentlich wissen auf welche Zeit ich mich einstellen hätte dürfen (<-wo is mein Deutsch hin ?)
aber nachdem es hier sowieso keinen interessiert, [SIZE=4]WAS ICH SEHR!!!! SCHADE FINDE[/SIZE] und alle über [SIZE=4]etwas anderes diskutieren[/SIZE] , was sicherlich auch sehr interessant ist, scheint meine Frage überflüssig zu sein.

So für alle dies jetzt nicht gemerkt haben: das soll ein Schlag mit dem Zaunpfahl sein!
Ich diskutiere selber gerne, aber mich würde das eigentliche Thema einfach brennend interessieren. ich liebe Geschichte und gesachichten gleichermaßen und ich würde menschen die erzählen möchten gerne zuhören.
*mich niedersetzt und auf Opas/Omas geschichte wart*
EfeuIch möchte mich Sternenwolf gerne anschließen.
Obwohl ich selber gerne diskutiere und Diskussionen oftmals verfolge ,fände ich es schön den Geschichte bzw. der in Worte verfassten Vergangenheit anderer zu lauschen. Zu verstehen.
Ich kann sehr gut nachvollziehen wenn die Vergangenheit nicht veröffentlicht werden soll , ich denke mir persönlich würde es , obwohl ich in meinem kurzen Leben bis jetzt nicht soo viel erlebt habe, schwerfallen meine "Geschichte" komplett, offen darzulegen. (davon abgesehn , dass sie sowiso niemanden interessiert).
Ich würde mich freuen weiterhin die "Geschichten" der Erzählenwollenden zu lauschen.
liebe Grüße, Efeu
Sternenwolfnaja, du erzählst deine geschichte ja sowieso automatisch zensiert, oder?
ich würd mich freuen (auch wens uninterssant ist, was ich nicht glaube) deine geschichte zu hören. außer es ist dir unangenehm antürlich. es soll sich ja kein genötigt fühlen.

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