German Gothic Board
 
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  Forum: lebens : ART
    Thema: an die alten Hasen: die alten werte oder Früher war alles besser ;)
SternenwolfHallo allerseits!
Ich weis nicht ob es hier richtig bin, aber wenns nicht so ist bitte einfach verschieben.
Ich bin ja ein Jungspund und gerade deshalb würde mich interessieren welche Werte die "frühen/alten/anfänglichen" Grufties/Goths(<- Zungenbrecher ;) ) hatten und. ich weiß schon, es gibt keine eindeutige definition für gruftie (gott sei dank). Ich möchte auch nicht, dass das ganze auf das ewige true und untrue rausläuft.
Ich möchte einfach von den Älteren wissen, welche Werte sie damals hatten/haben. wie es früher in der *würg* Szene war.

Ich weiß nicht ob ich mich klar ausgedrückt habe *manchmalbisschenkonfusbin*

Grüße
Sternenwolf
Eldgrim[QUOTE]Ich möchte auch nicht, dass das ganze auf das ewige true und untrue rausläuft.[/QUOTE]
Warum fragst du dann?
ZerbrochenerIst eine berechtigte Frage. Die ganze "true/untrue"- Masche ist schließlich eine Profilierung der "neuen" Generation und findet seinen Ursprung im Dogma der Metal-Szene.
oskadisIch denke es geht hier nur um "Erfahrungsberichte" und nicht um Profilierung bei dieser Frage.

Wäre auch interessiert mal solche zu hören :)
SternenwolfHallo wieder!
[QUOTE]Ich möchte auch nicht, dass das ganze auf das ewige true und untrue rausläuft.[/QUOTE] [QUOTE]Warum fragst du dann?[/QUOTE]
Weil ich daran interessiert bin wie es früher war.

[QUOTE]Die ganze "true/untrue"- Masche ist schließlich eine Profilierung der "neuen" Generation [/QUOTE]
Eben, und ich will mal die neue generation "außen vor lassen".

Ich habe mich hier angemeldet weil ich hier viele meiner interessen, wünsche, weltanschauungen etc. vorgefunden habe. und nun beginnt mich das ganze zu interessieren. Ich möchte ein bisschen tiefer graben. an die anfänge, den ursprung zurück. teils damit ich meinen eigenen weg finden kann, teil, und das ist der eigentliche Grund, weil es mich schlicht interessiert.

Und wie schon in etlichen topics diskutiert wurde, gehen die alten werte und die eigentliche szene den bach runter (hat halt den anschein erweckt). Aber woher soll ich als grünschnabel auch wissen wie es früher war? es wird nichts von der alten szene erzählt. Ja, natürlich gibts sachen über die anfänger der Goths, aber keine berichte von den Menschen, keine Zeitzeugenberichter aus erster Hand. Und woher soll ich sie bekommen wenn nicht hier?

ich kann weis nicht ob ihr jetzt versteht um was es mir geht. Es ist für mich persönlich unbefriedigend etwas über alte werte zu lesen und wenn man nachhackt erweist es sich alls schwammig, undurchsichtig, oft nichtssagend. der begriff wird hochgehoben wie eine mahntafel und wenn man näher hinschaut, was sieht man dann?
Ich habe nicht die leiseste ahnung.

Ich selbst sehe mich als teilweise schwarz nicht aber als goth. Ich würde es nicht wagen mich einen Gruftie zu nennen wenn ich "nichts" über die szene weis. Ich meine, sorry, aber ich kann mich nicht anschließen ohne was zu wissen. dafür habe ich vor der szene, den menschen die sich ihr zugehörig fühlen und dem was sie für mich darstellen viel zu viel respekt, achtung und auch wohlwollen.
Und auch wenn ich mich nicht zugehörig fühle und mich wahrscheinlich nie ganz anschließen werde (bin nun mal unverbesserlicher individualist ;) ) so hege ich doch sehr starke sympathien für "euch" und es ist mir einfach nicht gleichgültig was mit Diongen passiert die ich so lieb gewonnen habe.
SternenwolfIch möchte eine bitte an alle Älteren richten: ich schreib in der schule eine Arbeit über Gothic und möchte etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Anfänge legen. ein paar leutle hab ich schon angeschrieben, aber ich hoff das sich vielleicht noch einige Interesse haben.

P.S.: Ich will jetzt nicht herumzicken aber, wie ich sehe hab ich noch keine Antwort auf meine Frage nach den alten Werten bekommen und genau das is es. Es wird davon geredet hakt man nach bekommt man keine Antwort. Das stört mich wenn ein Argument (ein sehr gutes Sogar) ohne Inhalt bleibt aber immer und immer wieder vorgehalten wird.

Nichts für Ungut, ich wollt das einfach mal anbringen. schönen Abend noch
SenecaAls erstes muss ich leider mit der Theorie aufräumen dass die Szene früher tatsächlich so sehr anders gewesen wäre, als es heute der Fall ist.
Natürlich gab es Veränderungen in Mode, Musik und Verhaltenskodex, aber die Grundlagen der "Szene" sind immer noch die Gleichen.
Die Leute in der Szene waren immer ein Spiegel der "normalen" Gesellschaft. Insofern daß der grundlegende "Geist" der Szene immer dem Zeitgeist der entsprechenden Dekade entsprach, oder als Antipode entgegentrat...!

Genau genommen gab es Mitte der 90er sogar Phasen, in denen die Szenelandschaft weit "schlimmer" war. als heute.
Zu dieser Zeit, in der viele der heutigen Klischees entstanden, hielten sich viele dieser Jugendlichen tatsächlich für eine Art stille Elite, und schotteten sich dementsprechend ab...
man bewahrte sich seine gerade erlangte Individualität dadurch, das man die Attitüden andere abzuwerten begann...genau genommen war das der Punkt, an dem der Inhalt überflüssig, und die Fassade vordergründig wurde...!

Glücklicherweise scheint es heute wider wichtiger zu sein, eine Persönlichkeit, anstatt eines Darstellers zu sein, dummerweise gehen dabei aber die Gemeinsamkeiten verloren.
Die Gemeinschaft war vielleicht die einzige Stärke der Gruftiebewegung der 90er, sofern man es geschafft hatte sich in deren Augen als würdig zu erweisen....nur um sehr schnell zu erfahren, das hinter den Masken auch nur ganz normale Leute mit Alltagsproblemen steckten...!

Die ganze abgefahrene "Gothic" Attitüde ist nur ein Spiel der Provokation durch Symbolik und Gestus...
Wertefindung und Lebenskonzepte stellen sich, wenn überhaupt oft erst sehr spät, und oft erst durch Emanzipation vom Szenegedanken ein...!

Mir sind eine Menge der Eskapaden meines früheren Lebens heute peinlich, daher sehe ich den Jüngeren auch vieles nach, denn ich sitze sozusagen im Glashaus meiner eigenen Vergangenheit.
RosebudVor einiger Zeit hab ich mal ein Interview mit Bruno Kramm gelesen, und der hat was gesagt, was ich sehr treffend fand.

Ich weiß es nicht mehr wörtlich, aber es ging darum, daß die Szene früher vorwiegend aus sich selbst heraus Kraft geschöpft und Initiative ergriffen hat, Trends neu zu entwickeln und weiterzuführen. Denn es gab ja nur die Szene und keinen Asteroidengürtel aus Szenezeitschriften, X-tra-X-Katalogen, Mailordern, TV-Sendern und Internetseiten um sie herum.

Heute dagegen wird vieles von einem kleinen Zirkel aus eben diesen Zeitschriftenredakteuren, PR-Leuten, Plattenfirmen u.ä. vorgesetzt und zu viele Szenegänger rennen hinterher.
SenecaWenn gerade der Herr Kramm das sagt, klingt das sehr schal, weil auch er sehr wohl zu denen gehört deren Erfolg an die Kaufkraft der Szene geknüpft ist...!
Mitläufer gab es früher auch, fdas Problem ist nur, das sie heute die Mehrheit stellen, und die Clubszene, auf die sich die Szenen nun reduziert hat, kaum eien Plattform für die Expressionisten des altes Schlages ist...in der Tat haben die meisten "Stilbildner" die Szene verlasse, als sie "in" wurde, weil sie "in" wurde...!
Die Szenemacher von heute stört das aber nicht, solange man mit "Gothic" Geld verdienen kann, und das kann man...!

Der Rest tanzt auf der Asche der 80ern und 90er...!
Rosebud[quote]
Wenn gerade der Herr Kramm das sagt, klingt das sehr schal, weil auch er sehr wohl zu denen gehört deren Erfolg an die Kaufkraft der Szene geknüpft ist...!
[/quote]

OK, da geb ich dir z.T. sogar Recht, was aber an der Aussage selbst nichts ändert.
(Und auch wenn mir nicht unbedingt alles gefällt, was er heute so musikalisch von sich gibt, war es doch um 1990 neu und mutig und zum Teil sogar richtig gut - ich denke da v.a. an Fahrenheit 451.)
SternenwolfDanke für eure Antworten.
[QUOTE]Also, um Deine Frage mal ein bisschen einzugrenzen, solltest du vielleicht mal erwähnen, wer genau für dich jetzt diese alteingesessenen Zeitzeugen sind...[/QUOTE]
Tja...ähm....die alten halt. Nein sorry, ich kann die Frage nicht wirklich beantworten. Je länger bzw. früher er dabei war um so besser. Prinzipell schlage ich keine Information in diese richtung ab.

[QUOTE]Als erstes muss ich leider mit der Theorie aufräumen dass die Szene früher tatsächlich so sehr anders gewesen wäre, als es heute der Fall ist.[/QUOTE]
Nunja, soweit ich jetzt gelesen habe gab es bis vor "kurzem" (20 jahre) keine Szene in dem heutigen sinn, oder? Von dem her müsste auch das bewusstsein anders gewesen sein.

[QUOTE]Die Gemeinschaft war vielleicht die einzige Stärke der Gruftiebewegung der 90er, sofern man es geschafft hatte sich in deren Augen als würdig zu erweisen....[/QUOTE]
kannst du das vielleicht näher erläutern?

[QUOTE]Wertefindung und Lebenskonzepte stellen sich, wenn überhaupt oft erst sehr spät, und oft erst durch Emanzipation vom Szenegedanken ein...! [/QUOTE]
schuldigung wenn ich jetzt so frage, aber: in manchen texten scheint es so als wäre Gothicszene etwas absolut fragiles gewesen. nur eine rauchschwade, lose verbunden. Ein haufen von Individualisten eben.
Anderen Informationsquellen zufolge ist die szene eine enge gemeinschaft von werten nur so gespickt.

Jaja ich weiß, wir nähern uns dem was ist Gothic.... Was mich eigentlich beschäftigt: was erhofften sich diese Szene. Was bewog die "ersten" ihr "beizutreten"? und da kommen jetzt die werte ins spiel: Ich kann nicht wo dabei sein ohne irgendeine ideologie zu haben (selbst wenn es die ist, keine zu haben). irgendetwas will man immer ausdrücken. Und eine szene ist, meiner meinung nach eine gruppe von menschen die ähnliche werte haben, ähnlich denken oder sonst eine gemeinsamkeit.

O du meine güte. das ganze ist einfach konfus.....

[QUOTE]in der Tat haben die meisten "Stilbildner" die Szene verlasse, als sie "in" wurde, weil sie "in" wurde...![/QUOTE]
genau solche sind es die mich interessieren.

wenn jemand lust hat kann er auch in richtung erlebnissbericht gehen und mir was erzählen. stellt euch vor ich hab schon eine seite :rolleyes: :p tja.....vielleicht sollte ich nicht ganz so genau regergieren (oder goethe und seine auswirkung auf die gesselschaft damals nehmen *nachdenk* *kopfschüttel* nee mach ich nich)

Grüße Leticia
AlexHallo zusammen,

ich hab gerade Schreibwut, deshalb möchte ich an dieser Stelle mal versuchen, etwas über mich selbst in schriftlicher Form zu reflektieren und dabei vielleicht sogar noch einen konstruktiven Beitrag zum Thema zu leisten.

Ich bin zwar kein „alter Hase“ und weiß daher nicht, wie die Szene in den 80ern ausgesehen hat, bin aber schon lange genug dabei, um eine massive Veränderung innerhalb der letzten Jahre bemerkt zu haben. Wobei ich allerdings dazu sagen muß, daß ich mich selbst in dieser Zeit mindestens ebenso verändert habe und daher vielleicht alles relativ betrachte.

Da sich meine Definition von „Werten der Gothics“ im Laufe der Zeit stark gewandelt hat, will ich auch erzählen, wie ich zu meinen heutigen Ansichten gekommen bin.

Ich hatte lange Zeit keine Ahnung, daß es soetwas wie Gothic gibt, da es an meiner Schule und in meiner Stadt keinerlei Gruftis gab (oder sie sind mir nur nie aufgefallen). Jedenfalls habe ich aus irgendeinem Grund meine Pubertät versäumt und kriegte dann kurz vor dem Abi meine Persönlichkeits-Abgrenzungs-Selbstdefinitions-Phase. Zum ersten mal in meinem Leben fing ich an, selbständig Musik zu hören, und das war - entsprechend der Tatsache, daß ich bis dahin extrem bürgerlich und spießig war – natürlich rebellischer Heavy Metal. Ich war aus irgendeinem Grund davon besessen, zu zeigen, daß mancher HM einen hohen musikalischen und philosophischen Anspruch hatte. Das Standard-Image des Metallers dagegen stieß mich – vorurteilsbedingt – eher ab. So kam es dann, daß ich mich eher als „Edelmetaller“ sah: elegant und stilvoll. Da ich natürlich musikalisch kaum was kannte, war ich zunächst mal ziemlich oft ziemlich schnell ziemlich begeistert, so u.a. von BG, Lacrimosa und Nightwish (ja, die gabs damals auch schon).

Zu diesem Zeitpunkt (so ca. 98 oder 99) traf ich dann auf den Begriff „Gothic“ und verband ihn eben mit meinem Lebensgefühl: Der Hang zur Melancholie, Friedhofsästhetik und Sinnfragen-Diskussionen. „Gothic-Musik“ war für mich daß, was man als Gothic-Metal bezeichnet, von EBM, Industrial einerseits, von Deathrock und Batcave andererseits hatte ich dagegen noch nie was gehört.

Ich bin dann – nachdem ich mich über Napster mit einigen Leuten über musikalische Vorlieben auf relativ seichtem Niveau unterhalten habe – auf die damals noch sehr jungen Nachtwelten gestoßen. Hier erst hat sich langsam für mich herauskristalisiert, daß Gothic etwas anderes ist als Düster-Metal, und daß es mehr von diesen Leuten gibt, als ich gedacht hätte.

Ich habe dann vesucht, in diese Szene, also in eine lokale Gruppe, die siech kennt und trifft, hineinzukommen, allerdings relativ erfolglos.

Und dann fing es plötzlich an, daß alles zu wachsen begann: Es gab plötzlich Parties, Gruftis auf offener Straße, Klamottenläden etc. und mit dem Boom fing dann auch gleich die Diskussion an, die wir ja alle nur allzu gut kennen.

Und zu diesem Zeitpunkt bin ich auf einen Metal-Stammtisch getroffen, der recht schnell zu meinem festen Freundeskreis geworden ist. Das Schöne hier ist: Es wird zwar auch ständig gelästert und gestänkert: Eierkneifer gegen Pinguine, Fidel-Folker gegen Weibergejaule usw. Die True-Untrue-Diskussion ist omnipräsent.Aber meistens freundlich und eher kumpelhaft, nicht so verkrampft; man trennt zwischen der Person und ihrem Musikgeschmack.

Seitdem habe ich im Prinzip aufgehört, nach eine Gothic-Community zu suchen. Ich lese noch regelmäßig auf den Nachtwelten und gehe ab und zu (sehr selten) zu einer Gothic-Party, um ‚auf dem Laufenden zu bleiben‘, aber eigentlich lebe ich meine „gruftigen Neigungen“ (bin ich jetzt pervers?) allein aus.

Was mich vielleicht zu einem Fazit führt, was denn nun für mich „gruftige Werte“ sind:

Ich denke, das wichtigste ist (für mich) der Hang zur Melancholie: Das Versinken in schöner Musik, Phantasiereisen, Ehrfurcht. Das Gefühl, von etwas ergriffen zu sein, sei es nun eine Melodie oder ein Bild, eine Landschaft oder ein Schicksal oder oder oder...Das ist für mich der innere Wert, den Gothic erfüllt. Das kann bei einem Nachtspaziergang oder bei Kerzenschein und Wein (ich bevorzuge allerdings – ganz untrue – Weißwein) passieren.

Der äußere Wert ist für mich Ästhetik, und zwar solcher Art, wie sie mir gefällt. Und das ist nuneinmal die des gothischen Klischees, diese oben schon genannte Friedhofsästhetik – ich denke, jerder weiß, was gemeint ist.

Das Philosophieren, das Wertediskutieren, das Fachsimpeln über Sinn und Unsinn dieser Welt ist dagegen nicht typisch gothic für mich. Sowas sehe ich bei anderen Menschen in geleichem, wenn nicht sogar in stärkerem Maße.

So, ich hoffe, daß dies irgendwem nützt. Vielleicht taugt es ja sogar zum Diskutieren, wer weiß?

Bis dahin eine angenehme Nachtruhe,

Alex
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenwolf [/i]
Ich habe mich hier angemeldet weil ich hier viele meiner interessen, wünsche, weltanschauungen etc. vorgefunden habe. und nun beginnt mich das ganze zu interessieren.
...
Ich selbst sehe mich als teilweise schwarz nicht aber als goth. Ich würde es nicht wagen mich einen Gruftie zu nennen wenn ich "nichts" über die szene weis. Ich meine, sorry, aber ich kann mich nicht anschließen ohne was zu wissen. [/QUOTE]@ Sternenwolf:
So ähnlich war meine Einstellung vor etwa 15 Jahren, als mein Bruder "in der schwarzen Szene aktiv" war. Und weil ich lange Zeit keine weiteren Informationen in Erfahrung bringen konnte, blieb ich bis vor etwa einem Jahr bei dieser Einstellung. Wenn ich hier also meine Sicht darstelle, dann ist es eine Sicht etwa aus der Distanz, wie du sie heute hast.

[QUOTE]dafür habe ich vor der szene, den menschen die sich ihr zugehörig fühlen und dem was sie für mich darstellen viel zu viel respekt, achtung und auch wohlwollen. [/QUOTE]Respekt und Achtung hatte auch ich während dieser 15 Jahre. Wohlwollen hatte ich allerdings nicht immer, da war sehr viel Distanz und Skepsis dabei.

[QUOTE]Und auch wenn ich mich nicht zugehörig fühle und mich wahrscheinlich nie ganz anschließen werde (bin nun mal unverbesserlicher individualist ;) ) so hege ich doch sehr starke sympathien für "euch" und es ist mir einfach nicht gleichgültig was mit Diongen passiert die ich so lieb gewonnen habe. [/QUOTE]Seit wenigstens einem Jahr habe ich die "Szene" auch liebgewonnen und fühle mich ihr zugehörig, wobei ich für mich die seit 15 Jahren stehende Frage immer noch nicht gelöst habe, ob man seine innere Einstellung immer und überall nach außen zeigen muss.

Aus meinen eigenen Erfahrungen und den Aussagen meines Bruders heraus kann ich das von Seneca Gesagte so in etwa bestätigen, ebenso die Aussage von Bruno Kramm und die Tatsache, dass er selbst "zu denen gehört deren Erfolg an die Kaufkraft der Szene geknüpft ist". Die ganze Entwicklung der "Szene" und diese selbst sind eben sehr komplex.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
Genau genommen gab es Mitte der 90er sogar Phasen, in denen die Szenelandschaft weit "schlimmer" war. als heute.
Zu dieser Zeit, in der viele der heutigen Klischees entstanden, hielten sich viele dieser Jugendlichen tatsächlich für eine Art stille Elite, und schotteten sich dementsprechend ab... [/QUOTE]Ich sehe diesen Elite-Gedanken nicht unbedingt als schlimm an, ich halte ihn sogar für ein charakteristisches Merkmal dieser "Szene" (ich kann mich weder mit dem Begriff "Szene" noch mit dem Begriff "Bewegung" so recht anfreunden, ein besserer ist mir aber auch noch nicht eingefallen).

[QUOTE]Die ganze abgefahrene "Gothic" Attitüde ist nur ein Spiel der Provokation durch Symbolik und Gestus...
Wertefindung und Lebenskonzepte stellen sich, wenn überhaupt oft erst sehr spät, und oft erst durch Emanzipation vom Szenegedanken ein...! [/QUOTE]Sehe ich ähnlich: Gothic als [b]Suche[/b] nach Werten und Lebenskonzepten ... und nach sich selbst. Wobei diese Suche nicht von vornherein zielgerichtet ist, sondern mehr ein Spiel, ein spielerisches Entdecken. Vielleicht sind die Grufties einfach nur Kinder geblieben, oder wieder zu Kindern geworden?
Da könnte etwas dran sein. So wie noch nicht (v)erzogene und verbogene Kinder stellten - und stellen - die Grufties Fragen ohne Tabus und diskutier(t)en und philosophier(t)en darüber, nach dem Motto "Die Gedanken sind frei", wobei eben auch viele dunkle Seiten zur Sprache kommen. Vielleicht ist, um das ungestört tun zu können, eine gewisse Abschottung sogar notwendig?
Auf dieser Tabulosigkeit beruht wahrscheinlich auch die vielbeschworene Toleranz. Trotz der Abschottung und scheinbaren Unnahbarkeit sind die Grufties offen gegenüber Allen, die sich ihnen ohne Tabus und Vorurteile nähern - das ist jedenfalls meine Erfahrung und auch die meines Bruders.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenwolf [/i]
in manchen texten scheint es so als wäre Gothicszene etwas absolut fragiles gewesen. nur eine rauchschwade, lose verbunden. Ein haufen von Individualisten eben.
Anderen Informationsquellen zufolge ist die szene eine enge gemeinschaft von werten nur so gespickt. [/QUOTE]Ich glaube, sie ist beides zugleich, fragil und doch stark. Einerseits wirklich ein loser Haufen von Individualisten, andererseits gibt es genug Zusammenhalt, um gemeinsam etwas zu unternehmen, um in Verbindung zu bleiben, den "Buschfunk" in Betrieb zu halten. Das schon angesprochene "Elite-Gefühl" spielt dabei wahrscheinlich keine geringe Rolle.

[QUOTE]Was mich eigentlich beschäftigt: was erhofften sich diese Szene. Was bewog die "ersten" ihr "beizutreten"? und da kommen jetzt die werte ins spiel: Ich kann nicht wo dabei sein ohne irgendeine ideologie zu haben (selbst wenn es die ist, keine zu haben). irgendetwas will man immer ausdrücken. Und eine szene ist, meiner meinung nach eine gruppe von menschen die ähnliche werte haben, ähnlich denken oder sonst eine gemeinsamkeit. [/QUOTE]Die Anfänge sind möglicherweise in West und Ost sehr unterschiedlich gewesen. Aus meiner (ostdeutschen) Sicht war es vor allem eine Art "innere Emigration", eine schwarze Höhle, in der die Gedanken frei waren und es keine Tabus für das Denken gab. Zwischen den Fronten von Staatsideologie, West-Medien und Kirche (als quasi einzige mehr oder weniger geduldete Opposition in der DDR) war "Freiheit von Ideologie" ganz sicher einer der Beweggründe, sich einer Gruppe von Grufties anzuschließen.

Kurz zusammengefasst (aus meiner Sicht) : Die "Szene" ist zwar nicht "von Werten nur so gespickt", aber es gab (und gibt) einige davon, zum Beispiel Friedlichkeit, Gewaltfreiheit, kindliche Neugier, Freiheit von Tabus und Ideologen, und Toleranz gegenüber Denjenigen, die diese Werte respektieren.

Ich glaube übrigens nicht, dass "die alten Werte und die eigentliche Szene den Bach runter gehen". Es ist nur sehr schwer geworden, diese Nadel in dem von Zeitschriften, PR-Leuten, Plattenfirmen und anderen Interessengruppen aufgetürmten Heuhaufen zu finden.

Ich war erst wieder letzte Woche bei einem Konzert unheimlich erstaunt und fasziniert davon, wie Expressionisten, Musikbegeisterte, "alte Hasen", und Jugendliche, die einfach nur provozieren, poken und ihren Frust loswerden wollen, so friedlich miteinander auskommen können. ... Ein Gefühl von Heimat ...
Seneca@ Sternenwolf

Meine Bemerkung mit dem "würdig" erweisen ist folgermaßen zu verstehen...

In weiten Teilen der Tepublik exitieren "gothic" Clubs meist erst seit 5-7 Jahren.
Vorher gab es vielleicht bestenfalls eine Veranstaltung im Monat, oder in einer noch niedrigeren Frequenz.
Viele diese Vernanatsltungen waren privat organisiert, da man weder eine Konzession, noch eine Erlaubnis vom Ordnungsamt, oder noch weniger vom Eigentümer der Liegenschaft bekommen hätte (*g*) auf dem sie stattfand...!

Für solche vernanstaltungen wurde demnach nicht geworben, es kamen aber trotzdem alle....weil Ort und zeit per Mundpropaganda weitergegweben wurde...natürlich nur am Leute, die schon "drin" waren...!

Als man mich das erste mal "mitgenommen" hat, bin ich vorher regelrecht "angelernt" worde...!

Seit man nur noch unter Google "Gothic" eingeben muss, und darunter eine Liste von hunderten von Clubs ausgespuckt bekommen, ist es natürlich leicht, "reinzukommen"...!

Nur hat das, was in den Clubs stattfinden schlicht an Persönlichkeit eingebüsst, weil es eben nur Diskos sind...!

Noch bis 2002 habe ich einem Rest der alten "elitären" Szene mit erlebt, der zwar die Clubs frequentierte, sich aber dadurch abgrenzte, das man sich abseit der Clubs auch noch zu andern Begebenheiten im größeren Rahmen traf....verabredet wurde sich über ein Passwortgeschütze Internetforum....

Früher gab's Telefonlisten....!

Der Haken ist nur...diese Leuten waren nie wirklich eine Elite, sie wollten nur eine sein, und haben sich immer nur die Leute hineingeholt, die ihnen gepasst haben....
Dabei war auffällig, dass man als hübsche Frau viel schneller drin war, und auch viel schneller aus eigene Stücken wieder gegangen ist...!

Tut mir leid, aber diesen Praktiken kann ich heute nichts mehr abgewinnen, da ist mit die aktuelle Situation lieber...!
Demon17Für mich war früher alles anders, weil in den 80ern schwarz sein dagegen sein hieß. Also kein Kompromiss mit Gesellschaft und Karriere, Kick die Hippies mit ihrem linksalternativem Gelaber, knall dich zu und genieße deine Depressionen. Ach ja, vergiss nicht eine suizidalen Kumpels zu begraben, soviel Konformität muß sein.

Gib zu verglichen mit uns besteht die Szene von heute doch aus Warmduschern.:D
Darket[QUOTE]Seit man nur noch unter Google "Gothic" eingeben muss, und darunter eine Liste von hunderten von Clubs ausgespuckt bekommen, ist es natürlich leicht, "reinzukommen"...![/QUOTE]
Als erstes bekommt man aber uns hier ausgespuckt :D
Ich persönlich schätze die Clubszene sehr, alle ein, zwei Wochen mach ich mich auf um feiern zu gehen. Ich bin auch so ein Kind der Neuzeit, das über die Clubs erst reinkam. Als ich das erste mal meinen heutigen Stammclub betrat habe ich mich zu Hause gefühlt und es ist teilweise immernoch so, ich kann nicht sagen woran es liegt, aber zwischen diesen ganzen seltsam dreinschauenden Gesellen habe ich eine Heimat gefunden. Allerdings scheint das alles recht schnelllebig zu sein, denn nun, nach nicht ganz drei Jahren, gehöre ich dort zu den recht wenigen, übriggebliebenen alten Hasen. Es gibt Abende an denen ich mit dem DJ in seinem Kabuff stehe und wir uns eigentlich die ganze Zeit darüber unterhalten, dass wir keine Sau mehr kennen. Das ist allerdings widerum ein subjektives Problem, da uns nichts davon abhält diese neuen Gesichter genauso kennenzulernen wie die Leute vor einigen Jahren, als ich der Neuling war, aber offensichtlich hält mich eine gewisse Arroganz davon ab, keine Ahnung wo die herkommt.
Arthur Dent[COLOR=crimson]es ist prinzipiell genauso wie frueher, nur man selber is´ aelter und sieht das etwas anders.das geschwaetz ueber true und untrue gibt´s auch schon lange, nur nicht mit dem ausdruck true, kiddies haben immer genrvt und wurden als modegruftie abgestempelt, weil zu jung um wirklich dazuzugehoeren und heute sind es die selbst so ueber die kiddies urteilen(nehm mich nicht raus)

[QUOTE]Es gibt Abende an denen ich mit dem DJ in seinem Kabuff stehe und wir uns eigentlich die ganze Zeit darüber unterhalten, dass wir keine Sau mehr kennen. Das ist allerdings widerum ein subjektives Problem, da uns nichts davon abhält diese neuen Gesichter genauso kennenzulernen wie die Leute vor einigen Jahren, als ich der Neuling war, aber offensichtlich hält mich eine gewisse Arroganz davon ab, keine Ahnung wo die herkommt.[/QUOTE] gruftie???
also ich hab´gar keine lust andere kenenzulernen, die hoeren dann lacrimosa, nightwish ... und dann will ich nicht mehr mit denen reden, ja ich weiss intolllerant [/COLOR]
Darket*lol* Oder so :D
Trinity GothUhh, die 80er...die gute alte Zeit. Ob die so gut war? Musikalisch vielleicht. (subjektive Nachsicht :) ) Ansonsten erinnere ich mich an Stunden vor dem Spiegel, um meine Haare zu stehen zu bringen...die arme Ozonschicht. Naja, die Älteren neigen dazu zu sagen , dass früher alles besser war. Das sollte die Jüngeren nicht interessieren, denn früher war alles nur anders.

Gruß
Trin
Rosebud[quote]
Es gibt Abende an denen ich mit dem DJ in seinem Kabuff stehe und wir uns eigentlich die ganze Zeit darüber unterhalten, dass wir keine Sau mehr kennen.
[/quote]

Sei froh, bald kommst du in die Phase, wo es deinen Stammclub gar nicht mehr gibt!
Und was meinst du, um wieviel besser es DANN früher war :)
Demon17[QUOTE][i]Original geschrieben von Trinity Goth [/i]
[B]Uhh, die 80er...die gute alte Zeit. Ob die so gut war? Musikalisch vielleicht. (subjektive Nachsicht :) ) Ansonsten erinnere ich mich an Stunden vor dem Spiegel, um meine Haare zu stehen zu bringen...die arme Ozonschicht. Naja, die Älteren neigen dazu zu sagen , dass früher alles besser war. Das sollte die Jüngeren nicht interessieren, denn früher war alles nur anders.

Gruß
Trin [/B][/QUOTE]

Also ich ab immer noch die Hoffnung das sie es besser machen als wir. Allerdings haben sie auch mit völlig neuen Schwierigkeiten zu kämpfen. Früher konnten die Bands ihre ersten Scheiben nach dem eigenen musikalischen Geschmack gestalten, heute werden sie von vornherein von geklonten Retortenbands aus den Medien verdrängt.

never surrender

demon17
Darket[QUOTE]Sei froh, bald kommst du in die Phase, wo es deinen Stammclub gar nicht mehr gibt![/QUOTE]
Glaub ich net, der Laden läuft zu gut und feiert grade siebenjähriges Jubiläum, is also net auf Sand gebaut und nach mangelnder Kundschaft siehts net aus...
SenecaAber was für eine Kundschaft ist das....?
Diese Kundschaft wäre aus den alten Clubs rückwärst wieder herausgefallen, wenn sie sich auf dem Weg in die Techno- Bude dorthin verirrt hätte....!
Rosebud[quote]
Glaub ich net, der Laden läuft zu gut und feiert grade siebenjähriges Jubiläum
[/quote]

Naja, meinen früheren Stammclub gibt´s auch noch, der ist wahrscheinlich eh so alt wie ich selbst. Nur besteht das Publikum dort seit 10 Jahren aus Proleten :-(
RinkullaHallo Lieber Sternenwolf,

ich muss Dir erstmal ein großes Lob aussprechen, weil Du Dich informieren möchtest, bevor Du Dich irgendetwas anschließt.
Diese Haltung vermisse ich heute sehr bei vielen Leuten.
Es nervt mich furchtbar, wenn heutige "Schwarze" über Punks herziehen oder mir nen Vortrag darüber halten wollen, was die Szene ausmacht und was "wirklich" schwarz ist, nur weil ich mal anmerke, dass es früher anders abgelaufen ist und man das als die eigenen Ursprünge achten und vor allem nicht vergessen sollte.
Letztens wieder ein nettes Erlebnis gehabt: Spiele jemandem eine CD von den "Fields of The Nephilim" vor und bekomme zu hören: "Hä, das ist doch gar kein Gothic!!! Gothic klingt doch ganz anders! Du hast ja keine Ahnung!"
Nix für Ungut: Ich finde, dass es heute sehr viele interessante neue Strömungen in der Szene gibt und die künstlerische Qualität in vielen Fällen zugenommen hat (und das Styling ist besser geworden...HiHi....), nur sollte man nicht vergessen, wie all das heutige entstand. Aber dafür gibts ja Foren wie dieses!

Ich selbst komme ursprünglich aus Berlin, bin zwar noch nicht so alt (in den zwanzigern), war aber sehr früh dabei und habe gleich am Anfang hauptsächlich mit den Berliner Gothicbands und deren sozialer Umgebung zu tun gehabt (Marquee Moon, Timothy Moldrey, Untoten usw). Ich war mit Abstand die jüngste und hab durch die älteren Freunde viel von dem Geist und der Musik der Achtziger mitbekommen.

Schau doch mal auf [url]http://www.gothic-berlin.de[/url]

und lies Dir den Pressespiegel durch. Da erfährst Du viel über das Lebensgefühl.
Man beachte die Bilder des Berichtes "Deutschlands Gruftis" (von 1990)!!! Da waren die Haare noch ordentlich hochtoupiert, wie es sich gehört :-) !!!
(Außerdem gab es im Orkus mal die Reihe "The History of Gothic". Die Artikel müsste man eigentlich auch noch irgendwo bekommen.)


Viele von den Leuten auf den Bildern kenne ich noch. Es sind auch tatsächlich so einige dabei geblieben. Nur gehen sie entweder seltener weg als früher oder sie machen hauptsächlich Privatparties, treffen sich in den alten etablierten Freundeskreisen.
Die meisten sind auch mit der Zeit gegangen, haben sich mit der Szene verändert. Das Styling hat sich geändert, der Musikgeschmack auch hin zu EBM-Bands, einer ist Verkäufer und Model bei XtraX usw. Deshalb ist die "Alte Garde" manchmal gar nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
Es gibt aber auch andere, die aus der Szene ausgestiegen sind, weil sie (nach eigener Aussage) die Oberflächlichkeit nicht mehr ertragen konnten. Und diese Leute sind der Meinung, dass es damals mal anders war. Man grüßte jeden "Schwarzen" auf der Straße, auch wenn man ihn noch nicht persönlich kannte, man war NICHT unpolitisch und traf sich mit Punks und Linken zu diversen Demos und das wichtigste: Auf Rückhalt innerhalb der Szene konnte man sich immer verlassen, auch bei schwerwiegenden Problemen wie Wohnungsverlust, Trauer nach Todesfällen (ja, es gab einige, die sich umbrachten) usw.
Man war eben eine große Familie.
Dieses Gefühl erlebe ich heute so nicht mehr und um ehrlich zu sein: Ich vermisse es!
Demon17[QUOTE]man war NICHT unpolitisch und traf sich mit Punks und Linken zu diversen Demos [/QUOTE]
Offenbar reden wir hier von total unterschiedlichen Szenen. Demos mit Punks und dem sogenannten schwarzen Block sind nun wirklich das letzte für Schwarzromantiker.

[COLOR=crimson]think zwice ist magic[/COLOR]

demon17
SenecaUnd da komme wie zum dritten Problem, wenn man früher beschreiben soll...es kommt immer ganz darauf an, wo sich das abgespielt hat denn in den 90ern war die Subkultur (ja es war noch eine) nicht so gleichgeschaltet wie heute...!

Man konnte bei dem überregionalen Treffen (WGT) teilweise sogar erahnen, aus welcher Ecke der Republik jemand stammte...!
Rosebud[quote]
Man konte bei dem überreginalen Treffen (WGT) teilweise sogar erahnen, aus welcher Ecke der Republik jemand stammte...!
[/quote]


Am Tanzstil :-)

Weiß ich noch, wie ich mich damals bei meinem ersten Berlinbesuch "geoutet" habe...


@Rinkulla

Also meiner Meinung nach war das Styling früher wesentlich besser, aber ansonsten geb ich dir völlig Recht!

Und: super Link!
Endlich hab ich den BravoGirl-Artikel von 1992, wo ich mich seit jeher ärgere, weil ichs nicht gekauft hatte :)
Darket[QUOTE]Aber was für eine Kundschaft ist das....?[/QUOTE]
Wir ham alles im Angebot, is auch wenig festgelegt, inzwischen rlativ groß und zieht Publikum aus so ziemlich allen Sparten an, je nach Veranstaltung.
Zerbrochener[QUOTE][i]Original geschrieben von Rosebud [/i]
Endlich hab ich den BravoGirl-Artikel von 1992, wo ich mich seit jeher ärgere, weil ichs nicht gekauft hatte :) [/B][/QUOTE]

Es gibt auch noch einen Bravo-Bericht aus den 80ern (meine nicht die Foto-Love-Story), den gabs auch mal im Internt, weiß jemand wo ich diesen finden kann?
Demon17[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Und da komme wie zum dritten Problem, wenn man früher beschreiben soll...es kommt immer ganz darauf an, wo sich das abgespielt hat denn in den 90ern war die Subkultur (ja es war noch eine) nicht so gleichgeschaltet wie heute...!

Man konnte bei dem überregionalen Treffen (WGT) teilweise sogar erahnen, aus welcher Ecke der Republik jemand stammte...! [/B][/QUOTE]

Diese erfahrung mache ich heute noch, wenn ich 50KM nach Osnabrück fahre. Aber mit Randale hatte das Ganze eigentlich nie zu tun.

never surrender

demon17
RinkullaHey,

ich denke, in Berlin lief es in bestimmten Teilen der schwarzen Szene einfach früher anders ab.
Zum einen gab es ja am Anfang noch keine "reinen" GothicClubs, wie wir sie heute kennen, sondern es trafen sich zu diesen Parties Gothics, Punks, Rockabillies (hüstel, ich hoff, ich habs richtig geschrieben) usw alle zusammen.
Hängt viel mit der HausbesetzerSzene zusammen.
Es gibt sogar (heute noch) ein Haus in Berlin, das nur von Grufties besetzt wurde. Und die Leute waren auch bei den Demos dabei, so wie alle anderen Besetzer aus der Straße.
Auch in der kleinen hübschen Nachbarstadt (Potsdam) gibt es ein ehemals besetztes Haus, in dem auch heute noch öfter schwarze Veranstaltungen stattfinden. Und natürlich kommen dann auch manchmal Punks oder Redskins zu diesen Parties. Schließlich wohnen die da.
In der Region hingen eben alle aus dem Underground zusammen.
Schließlich fanden die ersten schwarzen Parties hauptsächlich in Besetzerhäusern statt.
DarketWobei Berlin mit dem Linientreu eigentlich eine Art Institution der schwarzen Clubszene hat, auch wenns heute wohl nicht mehr das wahre sein soll....ich muss mich bekennen: Ich bin Berliner und war nie dort...aber die glanzvolle Ära war auch deutlich vor meiner Zeit.
RinkullaNe, Linientreu kannste inzwischen leider vergessen.
CischClub hieß glaub ich der erste Club, wo immer schwarze Parties waren. Die Alte Gäng schwärmt heute noch von der Zeit, wo alle im Winter vor m Cisch anstanden, und der Schnee in die toupierten Haare fiel.....
Aber das war auch vor meiner Zeit.
Kenn halt nur die Leute, die dort immer hingingen.
DarketNaja, Linientreu war noch in den 90ern ziemlich angesagt. Oomph beschreiben das so schön im Booklet ihrer ersten CD ;)
Das es heute mistig ist hört man immer wieder, auch wenn regelmäßig die halbe Stadt plakatiert ist, wenn sie da mal wieder ne 0815 80er Party schmeißen... :rolleyes:
ShiroAlso ich denke mal das eine grundlegende Aussage dieser ,, Szene'' doch wohl die Akzeptanz des Verfalls ist. Ich meine welche andere Szene beschäftigt sich so sehr mit dem Tot und seinen Folgen? Jedenfalls ist es bei mir so.
Ich war nie ein großer Szenemensch, war noch nie auf einem der großen Partys und habe ehrlich gesagt einen Schock bekommen, als ich in den letzten Monaten mal das Ela besucht habe. Ich meine, ich kam dort eher schlicht an und ich hatte wirklich das Gefühl, als währe ich unsichtbar. Für mich hatte diese Szene immer etwas philosphisches an sich, so als wenn wir alle auf der Suche nach einem Geheimniss sind und das uns das schliesslich verbindet.
Doch ich hatte dort das Gefühl, dass ich nicht dazu gehörte, weil ich nicht so aufwendig aussah wie die anderen.

Ich führ meinen Teil habe erkannt das wir jetzt den Weg des Verfalls gehen. Es ist nur logisch, dass wir, die Szene sich verändert. Wenn ich nicht völlig falsch liege, liegt unsere Stärke jetzt darin, dass wir diese Veränderung akzeptieren und nicht von dem sprechen was früher diese Szene ausgemacht hat und was sie heute für ein Gesicht hat. Das würde uns meiner Meinung nach in zwei Lager spalten.
Schwarzer Prinz[QUOTE][i]Original geschrieben von Rinkulla [/i]
[B]Ne, Linientreu kannste inzwischen leider vergessen.
CischClub hieß glaub ich der erste Club, wo immer schwarze Parties waren. Die Alte Gäng schwärmt heute noch von der Zeit, wo alle im Winter vor m Cisch anstanden, und der Schnee in die toupierten Haare fiel.....
Aber das war auch vor meiner Zeit.
Kenn halt nur die Leute, die dort immer hingingen. [/B][/QUOTE]

ich war mal da ( sogar als nicht-berliner ).

war ganz nett, der chris ( t.choice,blutekel..) war ooch da :)

mucke u. leute gingen aber okay, wenn ich mich an diese
alten zeiten recht erinnere :rolleyes:
Schwarzer Prinz[QUOTE][i]Original geschrieben von Shiro [/i]
[B]Doch ich hatte dort das Gefühl, dass ich nicht dazu gehörte, weil ich nicht so aufwendig aussah wie die anderen.
. [/B][/QUOTE]

ach, das ist doch egal !

ich war auch schon in "schwarzen" clubs mit bunten/batik hemden.. man meinte dann auch das wäre "unpassend" oder sich darüber lustig zu mache... ehrlich mir sowas von egal.

ich laufe rum wie ich will, klamotten u. szenezwang ist für leute die halt noch nicht so selbstständig sind u. normen brauchen an die sie sich halten können...naja, etwas krass formuliert, aber sicher weiß der eine o. andere was ich damit meine. (? :rolleyes: )

okay , ich würde aber natürlich auch nicht auf ein meeting in der firma mit "schwarzem" outfit gehen, dh. es gibt natürlich grenzen bei og. "ich ziehe an was ich will" dieses möchte ich hinzufügen

;)
Demon17Also dieses Wir-Gefühl find ich süß. Ich habe es nur in leeren großen Hallen mit der richtigen Musik. Im Gedränge verliert es sich sehr rasch.:rolleyes: aber ist schon schön wenn alles schwarz ist:)
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Shiro [/i]
[B]Wenn ich nicht völlig falsch liege, liegt unsere Stärke jetzt darin, dass wir diese Veränderung akzeptieren und nicht von dem sprechen was früher diese Szene ausgemacht hat und was sie heute für ein Gesicht hat. Das würde uns meiner Meinung nach in zwei Lager spalten. [/B][/QUOTE]

Nur zwei...?

Es gibst doch schon grob gesagt vier Lager...!

Die "Gothics" (Chartgrufties) die EBM, Industrial und Electrofans, die Fetisch (aller Art) Fraktion und die Retroleute (Mittelalter etc.)

Alle diese sparten schaffen sich zunehmend ihren eigenen Raum, weil nicht zusammengehört, was nicht zusammenpasst...
Demon17Die ideale Reaktion auf diese Entwicklung sind die Mehr-Area-Clubs. Ich pendle da sehr gern. Dazu eine schöne Chillout-Zone und die Nacht lohnt sich wieder.:)
SenecaSo weit sind wie in der Provinz noch nicht, hier wechselt das Programm jedes Wochende zwischen den Hauptströmungen...!
Wobei die Schwarze Techno- & Beatfraktion immer bedient wird...!
Demon17Ich hatte gestern das Vergnügen endlich mal das X auf drei Areas für schwarze Musik. Der Raum Bielefeld-Herford ist ja auch nicht der Nabel der Welt. Ich denke es ist eine Frage der Zeit. Solange man eine Radius von 50 KM hat und die Parties mitnimmt ist es auch in der Provinz ganz gut auszuhalten. Mir gefallen vor allen Dingen die mentalen Unterschiede zwischen der eher ländlich geprägten Mittelalter-Szene in OS und der eher städtisch geprägten Industrial-EBM, Elektropop Szene in Bielefeld-Herford ganz gut. Aber es ist eine echte Marktlücke Seneca, das Ganze zusammenzubringen. Selbst unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist eine Befreiung von faulen Kompromissen sehr interessant.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
Aber es ist eine echte Marktlücke Seneca, das Ganze zusammenzubringen. Selbst unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist eine Befreiung von faulen Kompromissen sehr interessant. [/QUOTE]Seit Anfang April gibt es endlich hier in meiner Nähe einen Club, der diese Marktlücke zu füllen versucht. Da muss ich nicht mehr jedesmal 2x 150 km fahren. :cool:
Ich freu mich schon auf den [URL=http://www.Freytanz.de]Freytanz[/URL] morgen (bzw. heute) Abend ...
chiseso ich gehöre auch net zu den "alten" aber ich habe einen text zu der aussage "früher war alles besser" er bezieht sich zwar eher auf den punk aber ich finde im gewissen sinne trifft es auf viele "szenen" zu ich spreche hier auch niemanden persöhnlich an oder so finde nur das der text im gewissen sinne eine aussage hat über die man nachdenken sollte!(er ist auch net von mir geschrieben)

wenn Dir im lauf deines lebens jemand erzählen sollte früher war alles besser dann gaub ihm kein wort.für ihn wars früher nur deswegen besser,weil er noch dichteres haar,regelmäßigen sex und keine bierwampe hatte.wenn man ganz genau hinsieht,hat er er nämlich damals nur öfters onaniert,und das würde ich nicht als vollwertigen sex zählen.für die bierwampe ist er selbst zuständig und der rest ist entweder erblich oder stress bedingt.früher (oder "damals" wie die ganz ehrfürchtigen alten zu sagen pflegen)da gab es natürlich noch die geileren bands, die besseren konzerte,mehr zusammenhalt.Punk war noch Punk,alles sah viel gefährlicher aus,die bewegung hatte noch schwung und zur schule sind wir die 43kilometer auch noch im dicksten schnee zu fuss gelaufen .alles mumpitz!früher gab es eine überschaubare "szene",in der sich alle kannten und allesamt dieselben erlebnisse teilten.was kann man sich da großartig erzählen?da der mensch vieles im laufe der zeit zu vergessen pflegt,streicht er auch die ungeilen typen der kleinen,örtlichen szene,die besuche beim hautartzt(von wegen mehr sex),vergisst,dass man in guten alten tagen wegen der bunten haare andauernd einfach so etwas vom freundlichen motorradrocker von nebenan auf die fresse bekommen hat und die vielen lokalverbote,die ausschließlich für punks galten.da eliminiert man auch gern aus den gehirnzelen das in der presse wirklich nur müll stand.es gab kaum auftrittsorte,dafür lediglich zweieinhalb tv-programme.in den tonstudios sassen fusseligealthippies,die sich einen scheiß um das gekümmert haben,was die hoffnungsvoll eingemietete punkband an sound wollte.platten machen war ein buch mit sieben siegeln,es gab kaum läden,in denen man gute scheiben kaufen konnte.fanzines waren mit uhu und schere gebastelt und sahen auch so aus.und die instrumente waren gebraucht,aber dafür schweine teuer.Nein - früher war nichts besser,genausowenig wie es jetzt besser ist .es ist nur einen tick bunter geworden und die möglichkeiten vielfältiger.im grunde ist doch jede zeit so geil oder ungeil,wie man sie sich selber baut.und das sollte kein anderer für dich tun.dann mache es lieber selber und beklag die nicht.

carpe noctem
chise
KatzenschattenFrüher war alles besser...
klar, weil man sich nur an die schönen Dinge erinnert. Es gab früher nicht so viele Poser, vielleicht gab es da ein verstärktes Wir-Gefühl, aber da die Zeit relativ ist und Gothic nie gleich Gothic war denke ich ausser an der Masse hat sich nicht viel geändert.
SenecaFrüher nannte man das garnicht Gothic...*g*
KatzenschattenJa, Gruftis und Darks, je nach Ort, aber Du weißt was ich meine

Ich war im 18ten Jahrhundert nicht dabei... aber ich habe im Jugen-Rot-Kreuz gelernt, dass es früher schon eine Unterart der noch rebellierenden Gruftis (Punker die an den Tod erinnern) gab, die sich Gothic nannte (also die noch schwärzeren).
Es war damals noch alles überschaubar, weil man sich mehr auf die Gemeinsamkeiten und nicht auf die Unterschiede untereinander konzentrierte, da war man eben Gruftie, egal ob man Lakaien oder Brahms Requiem gehört hat.
Schwarze Kleidung und Traurigkeit, das hat genügt.
SternenwolfHallo!
Tud mir leid, dass ich erst jetzt schreibe aber unser Computscher hat einen Virtus und ist nicht zu gebrauchen... Ich werd trotzdem mal kurz was schreiben (hab nicht viel zeit sorry)

1)@Seneca
[QUOTE]Meine Bemerkung mit dem "würdig" erweisen ist folgermaßen zu verstehen...[/QUOTE]
es war nicht auf würdig erweisen bezogen, sondern auf: vielleicht ist das die einzige stärke.
Zusammenhalt als einzige stärke.....klingt wenig.....

2) was mich ein bisschen verwirrt: wie war das am anfang/ entstehung: Punk (soweit istb alles klar ;) ) und dann??: Kommerz-> edelpunk-> new romance+ new wave??? und ist new romance mit gothic gleichzusetzten?
Bei diesem thema bin ich total verwirrt weil soviele verschiedene Behauptungen da sind und ich weiß nicht welcher ich glauben darf...

danke für den Link rinkulla.

Und auch sonst danke an alle. ich schau hoffentlich bald wieder vorbei.
RinkullaSchitteBön!!! :-)
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenwolf [/i]
[B]@Seneca

es war nicht auf würdig erweisen bezogen, sondern auf: vielleicht ist das die einzige stärke.
Zusammenhalt als einzige stärke.....klingt wenig.....[/b][/quote]

Fanden wir offenbar nicht, klingt nach wenig, fühlt sich aber wunderbar an...! Ist das nicht Ziel jeder Uniformierung, in der Gruppe Schutz und Stärke zu finden, und das in einer Aesthetik in Ausehen und Gestus, die einen wiederum schwach machen könnte...*g*
Die "Szene" ist für alle ein sicheres Terrain gewesen, auf dem man nichts verbergen musste....

[quote]
[b]was mich ein bisschen verwirrt: wie war das am anfang/ entstehung: Punk (soweit istb alles klar ;) ) und dann??: Kommerz-> edelpunk-> new romance+ new wave??? und ist new romance mit gothic gleichzusetzten?
Bei diesem thema bin ich total verwirrt weil soviele verschiedene Behauptungen da sind und ich weiß nicht welcher ich glauben darf...
[/B][/QUOTE]

Genaugenommen wollte sich die späterer "Gothic" genannte Stilrichtung ganz klar vom Punk distanzieren.
Wenn man denn schon mit "Punk" kommt, müsste man sagen, das sich "Gothic" vom "Punk" abgespalten hat, somit keineswegs eine Fortführung unter Verwendung einer anderen Symbolik ist.

Wenn man davon spricht, das sich Gothic aus dem Punk entwickelt hat, nimmt man wohl Bezug auf zwei Punkte...

1. Einige der späteren "gothic" Musiker, die übrigens fast alle von "Dritten" in dieses Genre gesteckt wurde, es sich keineswegs ausgesucht haben, wie es heute der Fall ist, was auch dazu führt, das sich einige nach wie vor weigern, sich in diese Kategorie einzuordenen, ihre Musikerkarriere in Punk Formatione begannen...

2. Man hierzulande Grufties oft auch Edelpunks nannte, mangels schon existierender Schubladen...!

Jedem der sich mit der Materie auseinandersetzt müsste relativ schnell klarwerdem das "Gothic" ein klarer Bruch mit Punk war, und keine Nachfolgeentwicklung.
was die anderen Stilrichtugne der 80er angeht, also Wave, new Wave, New Romantic, dabei handelte es sich nur um Bausteine, die im ganzen, heute "Gothic" genannte, verbaut sind...!
Sternenwolfhmm.....
[QUOTE]Fanden wir offenbar nicht, klingt nach wenig, fühlt sich aber wunderbar an...! Ist das nicht Ziel jeder Uniformierung, in der Gruppe Schutz und Stärke zu finden[/QUOTE]
jaja, is alles schön und gut, aber: nur weil ich mich in eine Gruppe wohl fühle heist, dass nicht, dass ich nur deswegen dort bin. Gruppen können sich ja nur dort bilden wo gemeinsamkeiten bestehen. Ist die Sehnsucht nach geborgenheit dieses Verbindungsglied? wenn ja, warum ausgerechnet Gothic? ich mein, würd es nur um den zusammenhalt gehen kann ich in einige X-beliebige gruppe gehen, es ist einfach egal.
aber wenn du dich in eine szenenlandschaft wagst, ist es dann nicht so dass du nach irgendetwas suchst, dass dich endlich befriedigt?
Natürlich hat jeder andere werte, aber eine grundidee war doch da? (oder soll ich mich von dem gedanken trennen?)

[QUOTE]Genaugenommen wollte sich die späterer "Gothic" genannte Stilrichtung ganz klar vom Punk distanzieren.[/QUOTE]
ich habs so aufgefasst: Gothic ist eine Gegenpol zum Punk, der aus selbigen heraus entsprang.

Was für mich noch unklar ist:
es gibt quasi zwei entstehungstheorien:
1) Punk->punk wurde kommerzialliesiert->auch für "gebildertere schichten" ansprechend (->edelpunks) (daher käme auch das klischee der intelektuellen Goths)

2)Punk-> stillere zeitgenossen konnten sich mit dem aggressiven auftreten nicht abfinden->gothic

Beide ineinander wiedersprechen sich nicht, aber wo liegt das hauptpotenzial?

Mich verwirrt das alles wahnsinnig. es gibt eine flut an informationen und ich muss aussondern.......*uff*.........aber gerade das mag ich.(deshalb hab ich nicht goethe genommen ;) )
Demon17Ich glaube nicht, das es sich so klar differenzieren läßt, wie es im Nachhinein immer dargestellt wird. Ich bin z.B. von Rock zu Wave gegangen und habe dabei viel Reggae und avantfgardistische Sachen aller Richtungen gehört. In den 80ern waren die meisten Rockbands dermaßen ausgelutscht, das etwas neues kommen mußte. Punk hatte unheimlich viele Bands doch alle es gab glaub ich nur fünf die der Rede wert waren. Sex Pistols, The Dammned, Clasch, Stranglers und Dead Kennedies. Alles andere war Lärm. Auch waren diese Pogo-tanzenden Punks, dieses sich gegenseitige schubsende Menschenknäuel nur temporär zu genießen. Sie sielten in meiner Lebenswelt und den Clubs, die ich damals besuchte keine Rolle. Es gab ja neben den neuen Bands, Cure, Bauhaus, JoyDivision, Christian Death, Eyeless in Gaza, Mechano um nur einige zu nennen, die schon von der ersten Platte an definitiv n i c h t s mit Punk zu hatten, noch jede Menge Indie-Bands. Außerdem völlig neue kontinentale Klänge wie Neubauten und Laibach. Das was sich eigentlich Gothic nennt, ist für meine Begriffe eine Remeniszenz an eine romantisch angedüsterte Form der britische Popmusik der 80er, die ich nie gehört habe. langer Rede kurzer Sinn, die Einflüsse der Rockmusik und die Vorgänger aus den 70ern werden bei dieser ewigen Punk-Gothic Differenz einfach ignoriert. Ohne Iggy Pop, Lou Reed, Frank Zappa oder Eric Burdon, die auf ihre Weise die Quintessenz der schwarzen Szene vorformulierten ist das ganze nicht denkbar. Die Rock-Wave-Avantgarde Szene, die auch gelegentlich mal aktuellen Jazz oder Synthesizer hörte war jedenfals in meiner Gegend eindeutig von der Punkszene getrennt. Im Gegensatz zu den Scheiben neuer Bands, die einige DJ´s damals regelmäßig aus London holten, wo auf den ersten Scheiben einfach noch nicht zu erkennen war ob eine neue, junge Band Punk,Wave oder Underground-Rock machen würde. Meines Wissens hat aber auch keine dieser Bands einen größeren Bekanntheitsgrad erreicht.

Es ist ein Mix aus vielen Dingen und es war schon immer eine Frage der Intelligenz und musikalischem know how, das den Unterschied machte.

never surrender

demon17
Sternenwolfich ahb schon wieder einige fragen. sind mir während des schreibens gekommen: ich habe was Punk angeht zwei verschiedene ausführungen (eigentlich drei) bezüglich politischer ambitionen:
1) Punk war unpolitisch
2)Punk war nie unpolitisch
3)Punk war anfangs unpolitisch wandelte sich jedoch zu einer durchaus politisch interessierten szene.

ich hoff ihr kennt euch damit aus. ich hab damit eigentlich nichts am Hut und meinen Lieblingscousin erreiche ich nicht (der wär Punk)

Und noch eine Frage: warum tragen viele aus unserer szene springer?
Ist das nur eine modeerscheinung? wenn ja, woher kommt die?

so, bin erledigt aber werd noch weiter schreiben.
Arthur Dent[COLOR=crimson]es kommt immer drauf an, wo der punk ist

in england entstand der punk und war ein zeichen gegen die monarchie und ihre anhaenger, in gewissem sinne politisch, aber weniger rechts/links orientiert

in deutschland war es viel politischer, entstand zu zeiten, als die npd in verschiedenen landtaegen sass, und sie es auf punks abgesehen hatten, dadurch entstand dann der punk als linker mensch in deutschland.

fuer heute gilt das nicht mehr wirklich, seitdem punks onkelz, stoerkraft, lanzer ... hoeren

und springer sind einfach bequem, legt sich aber spaeter wieder


[QUOTE]Punk hatte unheimlich viele Bands doch alle es gab glaub ich nur fünf die der Rede wert waren. Sex Pistols, The Dammned, Clasch, Stranglers und Dead Kennedies[/QUOTE]

sex pistols hatten nix mit punk zu tun, casting-band, keine eiegen texte(wurden von der plattenfirma geschrieben), modedesigner fuer das doch so tolle punkoutfit; the dammned is ja wohl uberhaupt keion punk mehr, viel zu komplexe musik, clash hatten die punklieder, waren zwar politsch machen musikalisch aber rock mit ska-einfluessen und sahen auch nicht wie punks aus ,stranglers, naja fraglicher punk, und dk, amis die nix zu tun hatten, die lass ich noch als punk durchgehen[/COLOR]
Sternenwolf[QUOTE]sex pistols hatten nix mit punk zu tun, casting-band, keine eiegen texte(wurden von der plattenfirma geschrieben), modedesigner fuer das doch so tolle punkoutfit;[/QUOTE]
Hülfe! !!*schnell zur arbeit nlauf und die sex pistols raus streich*
Und welche band würdest du als die ersten wichtigsten Punkbands bezeichnen? <-keine ahnung von punk hab
Schwarzer Prinzthe exploited ( gb ) u. inferno ( d ) zb.
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Früher nannte man das garnicht Gothic...*g* [/B][/QUOTE]

hihi, genau. Den Begriff finde ich immer noch abartig, auch wenn ich selber dabei sind, und es den Begriff damals schon gab.

Ich denke auch, früher gab es weniger plüsch und neon *fg*
wobei man dann ja wieder bei dieser Abspaltungsdiskussion wäre, und das ist glaube ich nicht im Sinne des Themenerstellers.

Heutzutage aber mehr Fetishklamotte dabei, und hier und da halt. Kurz gesagt. Ich wollte hier gar nicht schreiben, aber das ist mir nochmal so aufgefallen, wobei diese Fetishsache schon reinpasst, wie ich finde. Über neon lässt sich streiten, das ist halt dann der Technoeinfluss....aber nein, was tu ich nur, ich will hier nichts anderes anzetteln....

Was Punk angeht, ist es mE politischer als die schwarze Untergrundbewegung (die es einmal war). Klar gibt es ausnahmen (auch, was mehr so die rechte Fraktion angeht), aber im ganzen würde ich doch unpolitisches nennen. Ups, schon wieder am Thema vorbei.
Demon17[COLOR=red][SIZE=4][FONT=arial]politricks thuxxx[/FONT] [/SIZE] [/COLOR] :D :q :rolleyes: :( :D
Montrose[QUOTE]Früher nannte man das garnicht Gothic[/QUOTE]das ist wahr. Früher hörte ich ja auch Depeche Mode, Kraftwerk, Police und blabla. Daß da mal irgendwas mit "Gothic" rauskommt, hätte man damals nicht gedacht.

Die Ableitung vom Punk leuchtet mir nicht ein. Gerade das melodiöse von Gothic steht im Widersprcuh zu Punk und verweist auf viel ältere Wurzeln. Ich würde fast behaupten, daß schon Rolling Stones usw. schwarze Anwandlungen hatten und damit Einfluß auf das genre nahmen.

[QUOTE]Das was sich eigentlich Gothic nennt, ist für meine Begriffe eine Remeniszenz an eine romantisch angedüsterte Form der britische Popmusik der 80er[/QUOTE]Sehe ich auch so.

[QUOTE]in england entstand der punk und war ein zeichen gegen die monarchie und ihre anhaenger, in gewissem sinne politisch, aber weniger rechts/links orientiert[/QUOTE]Nö. ich dachte, Punk war gegen den Thatcherismus, den sozialen Abbau und die hohe Arbeitslosigkeit gerichtet. Die Monarchie war in England nie Angriffsziel der Jugend. Die Königsfamilie macht ja keine Politik, sondern veranstaltet nur eine soap opera, bei der ab und zu mal eine Prinzessin auf einen Pfeiler knallt.

[QUOTE]in deutschland war es viel politischer, entstand zu zeiten, als die npd in verschiedenen landtaegen sass, und sie es auf punks abgesehen hatten, dadurch entstand dann der punk als linker mensch in deutschland.[/QUOTE]Das bezweifle ich. In der Punkerszene gibt es viele Leute, die man früher einfach als Landstreicher bezeichnet hätte. Ihre Hunde halten sie, um vom Futtergeld Bier zu kaufen. Deutscher Punk ist unpolitisch.

Darkwave und Gothic war noch nie politisch. Es gibt ja nichts, wogegen Gothic sich richten oder eine Umwandlung anstreben würde. Das in Gothic zelebrierte Leid ist rein individueller Natur, ein Gemeinschaftsgedanken ist darin nicht erkennbar.

Bei Gothic der Gegenwart glaube ich noch einen gewisssen West-Ost-Unterschied festzustellen. Im Westen haben Gothics öfter Abitur, im Osten sind es eher Arbeiter usw. Das hängt sicherlich mit der allgemeinen Großwetterlage ab. Nur dürfte die sich auch auf das Verständnis von Gothic auswirken.

Ich glaube, daß Gothic in Ostdeutschland politischer ist. Wenn der Arbeiter nebst Freundin plötzlich als Adeliger daherkommt, verbindet sich altes und neues:

Altes: eine Reminiszenz an das Ideal der Herrschaft des Arbeitertums aus SED-Zeiten

Neues: gegen die strukturelle Unterdrucküng zu DDR-Zeiten und in der neuen BRD (wo Ossis teilweise in nachteiligen Positionen sind) ein Gegenzeichen zu setzen.

Im Westen ist Gothic der verzweifelte Versuch, Böse zu sein und sich aufzulehnen, wo es doch ein Verständnis von Böse und Unterdrückung überhaupt nicht mehr gibt. In der BRD ist (scheinbar...) alles möglich, so daß Gothic als Mittel gegen die daraus entstehende Langeweile dient. Politisch ist diese Bewegung vielleicht nur insofern, daß implizit bürgerliche Ideale "wiedergespürt" werden (Goethes Werther ist ja eine klassisch bügerliche Frage: Stand/Klasse vs Liebe). Und doch: ein klares Bild formiert sich daraus (noch) nicht.
Sternenwolfhallo wieder mal!
wollt nur sagen, dass ich fertig bin und sie auch schon wieder zurückbekommen habe. (sehr gut natürlioch ;) ) Vor allem vonj meinem Vorwort war er angetan (man ich bin so gut....<-eigenlob stinkt, ich weiß)
nur hatte er irgendwas mit tschechischem surrrealismus. kA was er meint. muss ihn fragen. ein einzihes mal kommt bei mir das word Surrealismus votr aber ansonst....naja
danke für eure mitarbeit. ducrh manche texte bin ich aus sehr interessante spuren gekommen.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenwolf [/i]
... nur hatte er irgendwas mit tschechischem surrrealismus. kA was er meint. muss ihn fragen. [/QUOTE]Vielleicht meint er damit den Wirkungskreis von Franz Kafka, dessen Werke oft mit die Grundlage bilden, auf der Gothic-Kunstwerke entstanden und entstehen.
SenecaSamsas Traum bezogen sich (schon im Bandnamen) früher z.B. sehr stark in ihrere Motivwahl auf F. Kafka...besonders auf Kafkas "Verwandlung", in der "Herr Samsa" in eine Käfer verwandelt wird...!
MontroseJa genau. Deshalb ziehen sich manche Gothics ja auch diese Latexsachen an, damit sie wie in der Sonne glänzende Käfer aussehen.

Und dann lassen manche noch ihre Haare hochstehen: das sind dann die Fühler.
SternenwolfHuch, hab ich ja gar nicht gewusst!!!
habt ihr das irgendwo zum nachlesen oder könnt ihr mir dazu genauere informationen geben? Bei meinen ganzen Nachforschungen bin ich nie darauf gestoßen.

man lernt nie aus......ist das schön
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Ja genau. Deshalb ziehen sich manche Gothics ja auch diese Latexsachen an, damit sie wie in der Sonne glänzende Käfer aussehen.

Und dann lassen manche noch ihre Haare hochstehen: das sind dann die Fühler. [/B][/QUOTE]

*rofl*

Ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?

Ich musste das Buch mal lesen, ich fand sie grausig. Vor allem solch Sätze wie "na, wieso passiert das ausgerechnet mir, hätte ja jedem anderen eher passieren können" fand ich furchtbar. Ich mochte seine Parabeln irgendwie mehr.

Aber der Name "Samsa" war mir dann zwecks Verdrängung auch entfallen, sonst hätte ich solche Parallelen evtl auch ziehen können, aber danke, Seneca.

Hm, da wir dabei sind *rumklugscheiss*: The Cures Lied "Killing an arab" wurde inspiriert durch Camus' Roman "Der Fremde" (ime ngl. Original: Staring at the sea - na, klingelts?). Dort erschiesst der Typ auch einfach nen Araber und es stört ihn nicht. Das nur nochmal dazu ;)

generell kafka (da oben stand was davon) ist ja auch sehr düster und nihilistisch geprägt. Und eder Typ hatte einen an der Waffel, passt also auch ;D (sorry, gute Laune heute^^)
logic_systemnix geggäääääääään kafka *mecker* ;)
(achtung: OT)
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Trauerwesen [/i]
Hm, da wir dabei sind *rumklugscheiss*: The Cures Lied "Killing an arab" wurde inspiriert durch Camus' Roman "Der Fremde" [/QUOTE]Um wieder auf "die guten alten Zeiten" zurückzukommen: damals haben Gothics noch Bücher gelesen ...

[QUOTE]generell kafka (da oben stand was davon) ist ja auch sehr düster und nihilistisch geprägt. Und eder Typ hatte einen an der Waffel, passt also auch [/QUOTE]Er hatte wache Sinne und hat gespürt, das die ganze Welt um ihn herum am Rad dreht, und wohl auch, welche grausamen Folgen zu befürchten waren. Wundert es da, wenn so jemand "den Verstand verliert"?
Sternenwolf[QUOTE]Um wieder auf "die guten alten Zeiten" zurückzukommen: damals haben Gothics noch Bücher gelesen ...[/QUOTE]
es gibt die lesenden menschen noch!
Ich persönlich hab aus zeitmangel nur "die verwandlung" gelesen, werd aber sicher noch ein werk lesen. Mir hat es ziemlich gut gefallen(trotzdem ist goethe noch besser, aber zu dem hab ich auch schon eine viel längere beziehung). . faszinierend fand ich die tatsache, das sich samsa nie gedanken darüber gemacht hat wie er wieder zu einem Menschen werden könnte.....
ob er einen an der waffel hatte ist mir egal. wenn ich was les und es gefällt mir isses gut.

Aber bitte zurück zum thema. Ich hab keine ahnung von der verbindung surrealismus-gothic. also noch nichts was ich brauchbar verwerten kann.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Sternenwolf [/i]
[B]Aber bitte zurück zum thema. Ich hab keine ahnung von der verbindung surrealismus-gothic. also noch nichts was ich brauchbar verwerten kann. [/B][/QUOTE]

Die Subkultur ist von vielen Stilen beeinflusst, der Surealismus a'la Kafka ist nicht so weit entfernt von den unheimlichen Geschichten eines E.A. Poe, oder besser gesagt, den surrealen Bildern im Kopf, die beim lesen Surrealer, (die Realität verzerrender) Literatur entstehen können...

Nicht zuletzt verzerrt sich das Individuum dann schließlich selbst, durch Überzeichnung oder Veränderte Linieführung an sich selbst, die alle Natürlichkeit abstreift, und eine Hauch von künstlicher Nichtmenschlichkeit ausdrücken will (keineswegs Übermenschlichkeit)

Man findet diese Tendenzen nicht nur in vielen Zeichnungen und Bildern, die ich von verschiedenen Leuten aus dem Dunstkreis der Subkulktur gesehen habe, dieses Streben nach Nichtmenchlichkeit findet sich auch darin wieder, wie man seine Umgebung gestaltet....

Erklärt somit nicht nur eine Nebenphänomen der Subkultur. welches mit der Vampyrszene auf die Spitze getrieben wird, sondern auch den Hang vieler zu Phantasiewelten... man sieht wieder viele Elben durch die Länder Mittelerdes wandeln, dieser Tage...!
ScuanorOffenbar reicht es wohl, wenn in irgendeinem Thread sich Worte
wie "gothic" oder "schwarz" befinden, egal wie es dann endet,
um durch den Spamfilter zu rutschen, mal ganz abgesehen von,
wie ich es nennen möchte "Vetternwirtschaft".

Und damit ihr auch nicht "nur" was zum Meckern habt (auch wenn ich ziemlich
sicher bin, dass <3000-Poster eher unbeachtet bleiben, was natürlich
ne fiese Falle ist, diese Annahme, weiss ich wohl), schreibe ich tatsächlich
noch was zum Topic, doch ... wirklich.

---

Ich sage oberflächlichler, schneller, plakativer ists heute, nicht unbedingt
wegen dem, was man eventuell "szenen-in-sein-gothic-tum" nennen könnte,
sondern aus dem Grund, dass heutzutage sich diese Szene jedem sehr
einfach erschliesst, fast egal, ob er sich damit identifiziert oder nicht.

Es gab sicher so etwas wie "elitäres bandentum" früher, was natürlich denen
sehr gefiel, welche sich auf in ihrer "abgesondert sein"-Rolle gefielen.
Was heute wohl gar nicht mehr möglich ist, siehe Threads hier wie
"was tragt ihr für schuhe" "was gehört raisert" und all die anderen "wie
werde ich gothic"-Threads.

Das Fernsehen...
Früher war es wohl eher so, dass Gothics nur sporadisch auftauchten, dann
auch so, dass es so dargestellt wurde, wie eine szene, der man eher
nicht angehören wollte, dann lieber Punk (lustiger, mehr action, nicht so
"indirekt/heimlich"), was wohl auch denjenigen gut gefiel, die eben Gothic für
sich haben wollten.

Das Internet...
Gothic Hier, Gothic Da, grösstenteils Werbung für Klamotten und Sex,
dazwischen Foren fürs Schwarzsein, Schwarzwerden, Fotostrecken,
Handy/ICQ-Nummerntausch und dem obligatorischen "psychische
störungen"-thread. Ich bin nicht der Meinung, dies betrifft nur diese szene,
der Kommunikationsverfall ist weitreichender und eben auch durch Internet
und Handy früher wirksam.

Die alten Werte...
Werte ? Kann eine Meinung etwas wert sein ? Kann sie in irgendeiner Weise
gegen etwas aufgewogen oder getauscht werden ? Ich denke nein.
Oft aber sehe ich eben jenes Verhalten "Meine Meinung ist mehr wert als
deine, darum weiche oder ich werd sauer", anstatt einfach nur die andere
Meinung zu überdenken, sie versuchen zu verstehen und eventuell zu
akzeptieren.

Es hat sicherlich auch etwas positives, diese leichte Erreichbarkeit der Szene
heute, ich denke da zum beispiel an die schlichte Menge der Leute, die heute
sagen, schreiben, ausdrücken "Ich bin Gothic", da mag es viele darunter
geben, die nur dem Trend hinterherhetzen, doch gibt es wohl auch wesentlich
mehr schwarze Wesen heutzutage, die sich wirklich kritisch, menschlich,
thematisch, und tiefgründig damit beschäftigen und dies auch mit
anderen tun.
Der GedankeDie alten Werte .... oh doch, es gibt und gab sie immer! Allerdings haben sie, wenn man ganz ehrlich sein will, weniger (wenn rein gar nichts) mit dem Goth-Sein, oder Schwarz-Sein zu tun, als vielmehr, mit den wenigen inneren Werten, die man sich als Kodex auf die Fahne schreibt.

Diese alten Werte sind und können für jeden Menschen etwas anderes sein und eine andere Gewichtung haben und dennoch, sie sind so alt, wie die Menschheit selbst:

Wahrhaftigkeit, Treue, Glaube, Ehrlichkeit und das innerste Anliegen, das Schwache vor dem Starken zu verteidigen.


Dies nur als ein paar plakative Werte, doch genau die sind es, aus denen alle andere Werte mit entstanden sind und die älter sind, als jegliche Glaubens- oder Szeneform.


Persönlich halte ich "alte" Werte für unendlich wichtig, denn sie füllen das im Herzen und im Menschen aus, was er später einmal "WERT" sein wird - gerade dadurch.

Doch einem jeden Menschen sei seine Entwicklung gegebn und ob er plakativ und äußerlich Werte hochhält, oder aber, ob er innerlich (und manchmal ohne direktes Wissen darum) an ihnen reift, dies möge gleich bleiben.


Werte zu leben (bewußt oder unbewußt) bedeutet nicht altverstaubte Generationsüberbleibsel aufzupolieren, sondern durch die menschlichen Grundwerte in sich selbst und für die Menschheit zu wachsen. Dies sollte man sich wert sein!


Diodatis
SternenwolfHallo Scuanor!
nachdem du so darum bittest, dass dein text übergangen wird, wird er natürlich nicht übergangen ;).

ich stimme dir in einigen punkten zu, wiederspreche jedoch in andern.
Natürlich ist gothic heute leichter zu erreichen und erhält mehr zustrom. eine kommerzialiesierung der szene mit weiß was ich für medien tam tam.....
ganua deshalb, habe ich mich mit diesem thema beschäftigt um wenigstens ein bisschen herauszufinden was los ist und wie ich in meinem vorwort schrieb, ist es mir vollkommen klar, dass das was ich gothic nenne, was für mich schwarz sein bedeutet wahrscheinlich ein luftschloß ist, auf welches ich meine wünsche und wertvorstellung projeziere.
Ehre, stolz, gerechtigkeit, freundschaft, loyalität, glaube.....sicher, diese begriffe kann man wieder zerpflücken, aber was ich so oft sehe ist, dass mna dafür ausgelacht wird. ehre und stolz sind begriffe die aus der urzweit stammen und dementsprechend leicht werden sie auch übergangen und je nach belieben gändert. in dieser wankelmütigen zeit brauche ich jedoch etwas, das mir halt gibt. irgendetwas, das mir in einer profitorientierten gesellschaft meinem platz für träume und "unproduktivität" lässt. kann sein, dass ich wieder zur klischeereiterin werde,aber ich würde behaupten das ich doch eine sehr....sensible und träumische person bin. und wenn wir ehrlich sind, hat doch jeder irgendetwas um mit der umwelt umzugehen. manche trinken, kiffen, versuchen alle bedürfnisse mit konsum abzudecken, gehen auch ohne störung zu einem therapeuten, schreiben tagebuch.....oder weilen hin und wieder under dem mantel von "gothic".
tja, und so ist gothic für mich keine szene, sondern ein boot geworden.

Was ich zu den alten werten sagen wollt. ich habe bis jetzt nur einige unklare wertvorstellungen der "alten" gehört, was natürlich sehr unbefriedigend ist. trotzdem denke ich, dass es einen ursprünglichen gedanken gab. warum bezeichnen sich alle als schwarz? jeder verbindet etwas eigenes damit und so unterschiedlich wie die menschen, so unterschiedlich sind die vorstellungen. was mich immer wieder stört ist, in der szene über "sittenverfall" zu sprchen und zu sagen" die alten werte verschwinden". tatsache ist, dass damit argumentiert wird, sehr spärliuch jedoch alte werte definiert werden.

[QUOTE]Werte ? Kann eine Meinung etwas wert sein ? Kann sie in irgendeiner Weisegegen etwas aufgewogen oder getauscht werden ? Ich denke nein.
[/QUOTE]
(falls ich das nein auf die richtige frage bezogen habe). doch meinungen sind etwas wert. ich möchte nicht die meinung von jemanden x-beliebigen übernehmen. sicher, wenn mir ein gedanke gefällt übernehme ich ihn, aber deshalb soll trotzdem alles was zu meiner meinung kommt "gefiltert" werden. das viele sagen :das ist DIE meinung", passiert leider nur all zu oft....
doch was hat dies mit alten werten zu tun?


ichn glaube das werte für menschen wichtig sind. zumindest stelle ich es bei fest. ich bin ein unheimlich wertbesetzter mensch. soetwas wie zu freunden halten, auch wenn sie durch schwere zeiten gehen. dinge wie verantwortung tragen auch wenn sie schmerzt, dingew wie kritisch nachvorschen........"ein kritikfähiger geist in einem träumenden herz." so oder so ähnlich stand es in einem buch und so ähnlich schaut es für mich aus. vielleicht albern, vielleicht vernünftig, asuf jeden fall wurde ich dafür schon oftmals ausgelacht.

liebe grüße

p.s.: du bist auch hier :D
Montrose[QUOTE]Wahrhaftigkeit, Treue, Glaube, Ehrlichkeit und das innerste Anliegen, das Schwache vor dem Starken zu verteidigen.[/QUOTE]Und eine gewisse Verstrickung. Eben nicht nur den Weg durchzuziehen und sich dafür auf die Schultern zu klopfen, sondern die Dinge zu hinterfragen. Die Auseinandersetzung mit dem Tod schafft beides: die Erkennntis der Vergänglichkeit, aber auch eine ewige Gemeinschaft .... denn die da auf dem Friedhof liegen, haben genauso gelebt, geliebt und gelitten wie wir.

Auch wenn mir bislang so ziemlich jeder widersprach, halte ich Gothic immer noch für eine Anti-68ger-Bewegung. Die von der Linken propagierte Befreiung führte ja merkwürdigerweise in die Dunkelheit und nicht ins Licht. In der Zugänglichkeit der Freiheit wurde letzendlich doch jeder um seine Einzigartigkeit betrogen. Es hat sich einfach nicht bewährt, mit Latzhosen die Welt zu retten und in Kommunen nackt rumzuhopsen. Letzendlich war die Revolution nur der Versuch, Normalität nachzuäffen. Dies sieht man daran, daß die Ultra-Linken wie spießerige Buchhalter protokollierten und zu ihren eingebildeten Gerichtssitzungen über die Welt saßen. Die Dunkelheit des Gothic ist wie das Gespenst zu Scrouges Weihnachten..... ein Spiegelbild der Verfehlung. Ein Protest gegen den Protest. Die Perversion der Perversion, indem die Kinder jener, die sympathisierend mit der Waffe und gegen Israel gerichtet die Waffenlosigkeit und den Antisemtismus der Väter überwinden wollend und antikapitalistisch-antikommerziell in gerade deren unglückliche Fußstapfen traten ---und welcher Punk ist nicht ein geprügelter Hund ---- mit Springerstiefeln und dorngespickten Halskrausen, entpolitisiertem Konsum ---denn das schwarze Kleidchen steht für sein Bezahltsein---- das vormals Falsche in einer Weise auf den Kopf stellen, daß es wiederum falsch ist. Und die Parolen sind, wie ehemals, nur kokettes Beiwerk.
Sternenwolfwieso wiederspricht dir da jeder? so (nur einfacher, so das ich es auch leicht versteh ;) ) hab ichs auch geschrieben....
ScuanorAn Sternenwolf:
Na, wär ja auch merkwürdig, wenn du dein eigen-geschriebenes nicht
verstehen würdest. °grins°

Ich meine Wert im Sinne von "meine Meinung ist mehr Wert als deine" oder
so. Daher meine Antwort zu meiner Frage : Nein.
Natürlich sind Meinungen in ihrem Dasein sehr viel Wert, werden sie dann
auch noch ehrlich geäussert, sogar noch mehr, wenn jedoch Werte, welche
man sich aneignet, welche man vertritt, nicht seiner eigenen Meinung
entsprechen, oder aber nur angenommen werden, nicht jedoch kritisch
beäugt, dann sind sie wenig wert.

Und alte Werte neigen dazu, einfach übernommen zu werden, in beiden
negativen, wie auch postitiven Richtungen. Herdentrieb, der nicht mehr
Ausdruck des einzelnen ist, sondern vielleicht eher Das Unkritische, Das
Nicht-Mit-Denken-Wollen/Können verkörpert.

An Montrose :
Führt Befreiung von Regeln, von ... (gefühlter) Unterdrückung nicht immer
erstmal ins Dunkel ? Und seis nur weil die Schafe auf der Weide plötzlich
hilflos den Wölfen am Wegesrand gegenüberstehen, nun ohne den die Wölfe
fernhaltenden Zaunes der Gesellschaft, Gesetze, Alten Werte. (Wobei der
Zaun halt auch die Schafe einsperrt)
Sternenwolf[QUOTE]Und alte Werte neigen dazu, einfach übernommen zu werden[/QUOTE]
ja, da versteh ich deinekritik voll und ganz *zunick* es muss schon zu einem passen was man sagt.
was mir zu deinem geschreibsel noch eingefallen ist: ich hab ja meine arbeit über gothic geschrieben und der freund meiner mutter fragte mich ein bisschen ausm über was ich den schreibe. ich sagte Gothic, natürlich konnte er nichts damit anfangen und deshalb sagte ich gruftie (auserdem mag ich das wort ;) ). und da meinte er: "dass heißt, die gesellschaft hat, ohne es zu wissen, den ricvhtiogen namen gewählt." ich wollte natürlich wissen was er meinte und er antwortete: "gruftie kommt von gruft und eine gruft ist etwas, das altes und eigentlich totes beinhaltet."
aus seinem mund klang es wie eine beleidigung, aber die worte selber finde ich interessant. und ich für meinen teil sehe darin wirklich etwas wahres. und wenn man altes bewahrt, gilt das natürlich auch für die werte....
ScuanorAn Sternenwolf :
Du meinst damit, "welches Altes, Totes (wie die Alten Werte) beinhaltet" ?
Dann kommt eine Unterscheidung zwischen Gruftie (was ich selber auch am
ehesten für mich annehmen würde, noch eher aber Waver) und Gothic
doch schon fast einer ... hm ... Abwertung des Gothic nahe, oder ?
Wobei mir da grad einfällt : "andere Menschen, andere Werte"

Nachtrag :
Wenn es denn mal die Gesellschaft war, die den Ausdruck Gruftie prägte.
Sternenwolfja genau das meinte ich. mein deutsch ist heute schon ein bisschen....naja...nicht da ;)

mit waver kann ich so ziemlich nichts anfangen (zu jung? noch nicht soweit gekommen?<- auf jeden fall noch damit bescheftigen muss). Guftie hat was....mmm. so etwas natürliches an sich. ich mag gothic auch und sehe es nich als negativ, nur ist das wort für mich als mensch zu fein und grazil. Gothic wird von mir die Szene (ich weiß ich weiß, aber es gibt kein ersatzwort) genannt und grufties sind für mich die Menschen als eigenständig gesehenes wesen.
Meine logik ist hin und wieder sehr eigenartig ich weiß ;) und zu wörtern hab ich sowieso ein etwas anderes verhältniss.

[QUOTE]Nachtrag :
Wenn es denn mal die Gesellschaft war, die den Ausdruck Gruftie prägte.[/QUOTE]
stimmt. sollte man nicht außer acht lassen. danke.
Scuanor"Gothic wird von mir die Szene ... genannt und grufties sind für mich die Menschen als eigenständig gesehenes wesen."

Schöne Definition. Und Wahrscheinlich näher am Kern, als man denkt.
°rumdenk°
Denn dann würde doch bedeuten, dass jemand, der Gothic ist, die Szene
verkörpert und nicht das Individuum, hm ?
Aber das geht jetzt in eine andere Richtung, als es der Threadtitel erlauben würde...

Waver...naja, mir fiel sonst nichts ein.
Sternenwolfan und? ist ja schon einige zeit vorbei und er wäre wohl bald in der versenkung verloren gegangen. (außerdem find ichs schön so ruhig über die definitionen zu reden. mir wird das sonst oft zu hektisch und aggressiv)

gute nacht
Rosebud@Montrose:

[quote]
Die Ableitung vom Punk leuchtet mir nicht ein
[/quote]

Na dann hör (und schau) dir doch einfach mal Siouxsie a.t.B. an.

Natürlich ist Punk nicht der einzige Ursprung, bzw. auch der hat weiter zurückreichende Wurzeln.

[quote]
In der Punkerszene gibt es viele Leute, die man früher einfach als Landstreicher bezeichnet hätte. Ihre Hunde halten sie, um vom Futtergeld Bier zu kaufen.
[/quote]

Stimmt!
Trotzdem würde ich nicht pauschal sagen, deutscher Punk sei unpolitisch. Siehe zB Slime, Abwärts, Fehlfarben (sind inhaltlich meiner Meinung nach klar Punk)

[quote]
Im Westen ist Gothic der verzweifelte Versuch, Böse zu sein und sich aufzulehnen, wo es doch ein Verständnis von Böse und Unterdrückung überhaupt nicht mehr gibt.
[/quote]

Ich will also böse sein...?
Aha
logic_system*rosebudistgott* ;)
Der Gedanke[QUOTE][i]Original geschrieben von Scuanor [/i]
[B]
Und alte Werte neigen dazu, einfach übernommen zu werden, in beiden
negativen, wie auch postitiven Richtungen. [/B][/QUOTE]


Richtig. Vor der gefahr im negativen sollte man sich vorsehen. Doch ist es so verkehrt, alte Werte, die schon bestehen, die man aber in sich selbst ebenso als "eigene" alte Werte akzeptiert und mitfühlt zu übernehmen? Es gibt ein altes Sprichwort von den Anfängen des Computerzeitalters: "Verändere niemals ein funktionierendes System!" (:D ). Abgesehen von der Doppeldeutigkeit, trifft es aber den Kern. Warum sollte man ein fahrendes Auto neu erfinden? Verbessern und ihm eine neue, persönliche Note geben, ja. Doch grundsätzlich abstoßen? Nein. Und so ist es auch mit den alten Werten - für die ich zu jeder Zeit eintreten werde, egal ob ich darin allein stehe oder nicht.

Lieben dunklen Gruß
der gedanke

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