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  Forum: lebens : ART
    Thema: "nennt mich bitte nicht Goth"
rosenkindEs ist eine kaum zu übersehende Tendenz. Viele jener schwarzgekleideten Gestalten, welche man fälschlicherweise des öfteren für Satanisten hält und die sich einmal im Jahr treffen, um sich die Stadt Leizig für ein paar Tage zueigen zu machen, wollen heute gar keine "Goths" oder "Gothics" mehr sein, zumindest was den Begriff angeht. Irgendwie sind mir bisher kaum Menschen begegnet, welche darauf bestanden, als "Goth" oder "Gothic" bezeichnet zu werden. Die Ausdrücke wurden, wenn überhaut, dazu verwendet, um die Subkultur Außenstehenden zu erklären oder um schneller Dinge zu suchen, finden oder gewisse Sachen zu vereinfachen. (Goth aus [instert Stadtname] sucht Gleichgsinnte ist viel schneller geschrieben als dungelgewandetes Wesen, welches sich als Mitglied der Subkultur Gothic sieht, sucht...). Und jene welche, die auf "Goth" oder "Gothic" bestanden waren zumeist diejenigen, denen man unterstellte, nur der Aufmerksamkeit wegen und des Anderssein-wollens dabei zu sein. Jene welche (zu) viel Wert auf das nervige Thema "true - untrue" legten. Wer will heute noch "Goth" sein? Die meisten sind "Schwarze", manch einer "Schwarzromantiker", andere sind "einfach ich". Aber wer heute etwas auf sich hält will irgendwie alles sein, nur kein "Goth". ich nehme mich da selbst nicht aus. Sicher, wenn mich jemand fragt "bist du eigentlich Goth", sage ich ja, anstatt zu erklären "nein, eigentlich bin ich mehr nur Mitglied der Subkultur, aber kein Goth". Denn im Prinzip stimmt es ja auch, dass diejenigen, die einer Subkultur angehören ebenfalls den Namen der Subkultur tragen: Leute der Hip Hop Szene sind Hip Hopper oder nur Hopper, Leute der Punkszene Punks, Leute der Rockabillyszene Rockabillys usw usw usw. Aber für mich, in meinem Selbstbild stört mich der Begriff. Vor mir selbst will ich kein "Gothic" oder "Goth" sein (letzteren Begriff hab ich noch nie gemocht, er klingt so naja) und damit bin ich weiß Gott nicht alleine.

Die Frage, sie sich einem stellt ist aber: warum wehrt sich ein nicht grade kleiner Prozentsatz dieser Subkultur gegen diesen Begriff?
Ich persönlich kann sagen, dass ich den Begriff Gothic deshalb nicht mag, weil mir "Gothic/Goth" irgendwie zu festgelegt und doch wieder viel zu offen ist. Gothic/goth ist eine Schublade, als der heuter - außerhalb der eigenen Reihen - gebäruchlichtse Begriff ist Gothic/Goth mit so vielem verbunden, was ein Goth sein darf/ist und was nicht. Die Tatsache, dass viele der "Gothics/Goths" die mir begegneten jene Sorte waren, welche dieses true- untrue-Getue praktizierten, welche andere als Poser beschimften, obwohl sie selbst die größten waren und in ihrer Persönlichkeit auf diese Szene fixierten, es um Ettikette und nicht um Persönlichkeit ging, machte mir diese Begriffe unsympatisch. Aber auch das, was von außen auf diese Begriffe projeziert wird, Medien, die den Begriff Gothics verwenden, Definitionen und ähnliches, das ganze Bild, das daudrch erzeugt wurde, alles, was an diesem Begriff haftet, auch das gefällt mir nicht. Es ist so festgelegt, wie bereits gesagt, Ettikette eben. Auf der anderen Seite ist mir dieser Begriff aber wiederum viel zu offen. Gothic/Goth, das umfasst so vieles, so viele Menschen um mich herum, die den selben "Namen" tragen und dennoch völlig anders sind als ich. Der Ausdruck fehlt, "Gothic/Goth" gibt mir nichts. Was sagen die Wörter aus? Einzig und allein die Assoziation mit Gotik bei Gothic, aber "Goth"? Goth sagt noch nichtmal das, Goth erinnert mich irgendwo so an Ghost, aber das wars dann auch schon.


Viel lieber mag ich persönlic mag Ich persönlich zum Beisiel "schwarz" , weil dieser Begriff durch mediale Verbreitung noch nicht sooo festgelegt ist, außerdem ist er als Adjektiv nicht ganz so einnehmend wie ein Substantiv. außerdem gibt er MIR viel mehr. Gruftie ist mir manchmal auch sympatisch, aber nur in gewissen Situationen von guter Laune und Selbstironie. Schwarzromantikerin gefällt mir - bis auf die Länge - auch sehr gut, insbesondere seitdem ich mich mit der Literatureoche der Romantik außeinandersetze und sie mir bisher sehr gut gefällt. Aber auch das Wort Romantik ohne der geschichtlichen Hintergrund in Kombination mit dem "schwarz" mag ich sehr gerne, der Begriff trifft es recht gut.

Natürlich hat jeder seine eigenen Gründe, warum er gerne oder ungerne "Goth/Gothic" ist. Mich würde interessieren, was die eurigen sind, warum ihr diese Begriffe gerne für euch verwendet oder ablehnt. Und für diejenigen, welche sich ungern Goth/Gothic nennen, was eure Alternative ist, bzw. welche Begriffe euch besser gefallen (gibt ja noch mehr, die innhalb der Subkultur öfters gebraucht werden: Gote(n), Schwarze/schwarz, Schwarzromantiker...). Außerdem, ob ihr dieses Phänomen auch schon beobachtet habt, worauf ihr es zurückführt und ähnliches.
JesterRosi, Rosi, Rosi,... du machst dir viel zu viel Gedanken (nicht hauen ;)) die auch viel zu spezifisch gestellt sind, Probleme um der Probleme wegen, einfach nur um beschäftigt zu bleiben?

"a mountain of mistakes for us to climb for pleasure"
Covenant - Call the ships to port

Warum hängt sich ein jeder an dieser total überbewerteten Bezeichnung auf, es will sich noch immer nicht in den Bereich meines Hirns winden, in dem Verständnis keimen könnte.
Warum stört es euch so wie die "Subkultur" genannt wird, warum beschwert ihr euch dann nicht auch darüber das wir alle als "Menschen", "Europäer" oder "Deutsche" bezeichnet werden, das sind auch Gruppenspezifizierungen, genau wie "Gothic", "Goth" oder sonstwasnoch.

Ich will nicht dies sein, und ich will nicht das sein,... Individualisierungsdrang?

Für mich sind es einfach nur recht hohle Worte die den Zweck erfüllen etwas zu benennen und es nicht pantomimisch darstellen zu müssen, genau wie Namen. Es sagt absolut nichts für mich aus über einen Menschen, aber es vereinfacht die Kommunikation, solange alle wissen was gemeint ist.

Aber man kann sich das Leben auch schwerer machen als es eigentlich schon ist, wieder un wieder das gleiche Thema durchkauen, nur mit neuen Geistern die einfach nicht vermögen über Begrifflichkeiten zu stehen. Aber die Gruppendefinition auf Zwang scheint ja eins der grössten Sozialgüter geworden zu sein.

Komisch, ich bin der Meinung es gab noch Zeiten da hatte man einfach gemeinsame Interessen, hat sich dadurch oft gesehen und getroffen, auch auf öffentlichen Ereignissen, man war dadurch irgendwie eine Gruppe,....
... aber einen Namen, brauchte man den....? NEIN! Namen werden einem immer von aussen gegeben, aber wer sich um seiner selbst Willen einen geben muss,...

... aber lassen wir das an dieser Stelle.
rosenkindJester, entgegen meiner anderen Threads ist dieser nicht entstanden, weil ich mir selbst zu viele Gedanken um meine Definition machen würde, sondern einfach aus Neugierde, woher dieses Phänomen kommt, welche Beweggründe dahinter stecken ect.

ich weiß, dass das Thema sinnlos ist, aber ich bin doch sooo neugieirg (und außerdem gelangweilt *duck*) :D

ich mein, ich wehr mich nicht dagegen, wenn jemand sagt "du bist Goth". Denn reich sachlich gesehen bin ich ja einer: trage die Kleidung, höre die Musik, identifiziere mich mit den Attitüden und laufe sogar ganz 2 Mal im Jahr auf ne "goffick"- Party :D. Trotzdem muss mir der Begriff und die damit verbundene Schublade nicht gefallen. Vielen Lesben gefällt auch das Wort Lesbe nicht, weil es nach Wespe klingt ;)

[QUOTE]aber es vereinfacht die Kommunikation, solange alle wissen was gemeint ist.[/QUOTE]

genau deswegen benutze ich ja "Gothic/Goth" dennoch. Aber die bereits von dir genannte Überbewertung des Wortes macht es mir unsympatisch.
Mal abgesehen davon, dass mir - wie bereits genannt - die (nicht vorhandenen) Assoziationen und der Wortklang einfach nicht gefallen. Nein, Schwarze oder Schwarzromantikerin gefallen mir besser.

Das nächste Mal sollte ich wohl darauf hinweisen, dass nicht alles allzu bitter ernst verstanden werden sollte ;)
Desenganoich spreche meistens von "schwarzen" veranstaltungen und "gruftie"-läden. *g* aber das hat glaub ncihts damit zu tun, dass ich mich mit den begriffen eher identifiziere, sondern dass ich keinen kenne, der von "gothic" spricht. oO wir nennen das immer alles schwarz oder gruftig.
den begriff "gothic" kenne ich nur aus den medien oder hier aus dem forum.
ich selbst bezeichne mich wohl eher als "schwarz", wobei mir selbstdefinitionen immer sehr schwer fallen. *g*
Nope[QUOTE]Mich würde interessieren, was die eurigen sind, warum ihr diese Begriffe gerne für euch verwendet oder ablehnt[/QUOTE]

Meine persöhnlichen Gründe hast du selbst schon ziemlich perfekt formuliert:

[QUOTE]Die Tatsache, dass viele der "Gothics/Goths" die mir begegneten jene Sorte waren, welche dieses true- untrue-Getue praktizierten, welche andere als Poser beschimften, obwohl sie selbst die größten waren und in ihrer Persönlichkeit auf diese Szene fixierten, es um Ettikette und nicht um Persönlichkeit ging, machte mir diese Begriffe unsympatisch. Aber auch das, was von außen auf diese Begriffe projeziert wird, Medien, die den Begriff Gothics verwenden, Definitionen und ähnliches, das ganze Bild, das daudrch erzeugt wurde, alles, was an diesem Begriff haftet, auch das gefällt mir nicht[/QUOTE]

*deine'artikel'mag* ;)

Gruß
Nope
WindAlso ich finde die Frage gut, berechtigt, und hätte ich sie so gut ausformulieren können, wie du, hätte ich sie vielleicht auch irgendwann gestellt, da ich selbst auch schon darüber nachgedahct & diskutiert habe :)
Ich denke, ersteinmal ist "Gothic" für jeden etwas anderes, für den einen eine Lebenseinstellung (wobei diese ja auch wieder nicht wirklich definiert werden kann), für den anderen eine Musikrichtung (was a noch am ehesten zu definieren ist , wobei es hier ja auch schon Streitigkeiten gibt ;) ), für den anderen ein Kleidungsstil - ich schätze für die meisten eine Mischung daraus. Hm, naja Gothic definieren sollte ich vermutlich nicht... jedenfalls, wenn man sich halbwechs einig ist, dass Gothic im groben diese drei Punkte umschließt, frage ich mich, wie man -selbst- "Gothic" ---sein- kann, wie man eine Lebenseinstellung, ein Kleidungsstil oder eine Musikrichtung -sein- kann? Man ist vielleicht eine Person, die sich zu etwas hingezogen fühlt, die eine bestimmte Musikrichtung hört...
Aber sobald man selbst von sich sagt "ich bin Goth/Gothic", ist man es sowieso nicht mehr. Warum? Man steckt sich damit in eine Schublade. Wenn man sich in eine Schublade steckt, in die man mit Sicherheit nicht zu 100% reinpasst, ist man doch gar nicht mehr man selbst, wenn man nicht mehr man selbst ist, kann man auch kein "wirklicher Goth" sein. So schließt sich der Kreis.
Ich persönlich würde mich jedenfalls eingeengt fühlen, wenn ich sagen würde "ich bin Goth". Ich halte es für wichtig, dass man sich selbst nicht in Schubladen steckt, in keine.
Ok, wenn andere zu mir sagen, ich sei Goth/Gothic sage ich auch nichts dagegen. Das wäre einfach für den Moment viel zu kompliziert dies genauer zu erklären, bin eben faul :D
"schwarz", "schwarzes Wesen", "Schwarzromantiker", ... - diese Begriffe gefallen mir auch viel besser, wie schon gesagt wurde, weil sie noch nicht so Klischeebeladen und vom Mainstream 'ausbeutet' wurden, wie "Gothic".
Dass es gerade in der Gothic-Subkultur oftmals abgelehnt wird, "Gothic" genannt zu werden liegt vielleicht ganz einfach daran, weil sich hier mehr Leute über die eigene Identität, über das ich, über sich selbst Gedanken machen. Aber das Phänomen gibt es auch in anderen Subkulturen, ich kenne z.B. jemanden, der von der Außenwelt als "Punk" eingestuft wird, der sich selbst aber aus genau den oben genannten Gründen niemals "Punk" nennen würde.
Etwas paradox ist das ganze natürlich schon, denn letztenedes existiert Gothic als Subkultur in dem Sinne gar nicht, wenn die "dazugehörigen" den Begriff ablehen.
Vielleicht gibt es "Gothic" also Subkultur ja gar nicht mehr, wenn sich alle jetzt "schwarz" oder etwas derartiges nennen, ist das dann eine neue Subkultur? :cool: :rolleyes: Obwohl, wie gesagt Schubladen, in die man sich selbst steckt, sind immer einengend, ob diese Subkultur nun "Gothic" oder "xyz" heißt.
Hoffe man versteht irgendwie so halbwechs was ich meinte, bin etwas in Eile ;)
Liebe Grüße
wind
Locomon"Gothic" ist und bleibt für mich ein Oberbregriff einer in viele Subkategorien eingeteilte Musikrichtung, dessen Hörerschaft zumeist dunkel Gekleidet ist.

Die ableitung Goth finde ich daher zwar nicht gerade unpassend, dennoch würde ich mich nie selbst so bezeichnen. "Schwarz", oder von mir aus auch "Grufti" finde ich dort wesentlich angenehmer, da man mit Goth oder Gothic auch eine bestimmte Bauart meinen kann. Daher sage ich den meisten scherzhaft die mich als Goth bezeichnen "Seh ich aus wie der [Kölner] Dom?"

Was man nun mit dem begriff Goth, schwarz, Grufti ect. pp. in verbindung bringt ist dabei eher nebensächlich für meinen Geschmack. Schliesslich kann man ein Individuum nicht mit einem begriff beschreiben. Vielleicht kann man den grundriss einer Seele so definieren, aber "an der Oberfläche kratzen", sagt noch lange nichts über die Person aus die sich "Goth", oder sonstwie nennt.
logic_systemdie begriffe "goth" oder "gothic" wurden

a) zuviel von der presse fehlverwendet und stehen unter nem ziemlich blöden licht

b) ständig von nervigen "ich bin so obergoth"-vollidioten vergewaltigt

c) bei uns in der region eh meistens nur für musik verwendet.

ich bevorzuge wohl eher deutsche ausdrücker wie gruftie, schwarzkittel o.ä.
hier in der gegend wird aber mittlerweile auch öfters wieder von "wavern" gesprochen, um sich irgendwie von div. leuten zu distanzieren, da man den begriff gothic heute hauptsächlich mit blödengel und konsorten asoziiert
cätich muss gleich vorneweg sagen, dass mir der erklärungsversuch rosendkinds, wonach der begriff "gothic" einengt und ungeschriebene gesetze vorgibt, gefallen hat. ich könnte das sehr gut nachvollziehen.
das thema an sich hat mich auch schon beschäftigt, allerdings in bezug auf den punk. habs schon in anderen threads angesprochen, deshalb nur die kurzversion. ich bin für eine neue bezeichnung für den heutigen punk, da meiner meinung nach der 'wahre punk' der 60er überholt ist und längst nicht mehr gelebt wird. (die möglichen gründe lass ich hier weg, weil o.t.)
naja, ich dachte mir, das könnte man doch auch auf die schwarze szene beziehen. man selbst entwickelt sich weiter, die szene und alles drumherum entwickelt sich weiter.
rosenkind*rofl*
logic_systemin nem netten leserbrief wurden die gäste von "the cave" als "sektierer" bezeichnet *g*
rosenkinddas cave in FFM

scheiße, man weiß wo ich wohn, ich muss umziehen :D
logic_systemfalsch, 1654 - the cave
[url]http://www.xhponozon.com/1654_cave.html[/url]
rosenkindhab mich schon gewundert
Onugninich gehöre zu den leuten die sich auch eher als grufti bzw schwarzer denn als gothic bezeichnen (ok, gelegentlich rutscht mir auch dieses wort über die lippen, aber ich versuchs zu vermeiden)

warum ?
gothic steht für mich für die maskenträger, die all zu oft hinter ihre maske alles, nur nicht schwarz sind
es steht für musik und schockeffekte
und es ist "in"

grufti hingegen ist so ein wunderschön lustiger begriff, so schön selbstironisch
und es beschreibt auch meinen lebensstil bevor ich mich mit gothics abgegeben habe so wunderbar: daheim in der gruft lebendig begraben (diese gruft war übrigens n ganz normales zimmer)
grufti beschreibt auch ausschließlich den lebensstil, während gothic mehr die musikszene beschreibt

und musikalisch bin ich doch eher metaller oder neofolker, nicht aber gothic (ok, ich höre auch gerne gothic, aber "typische gothicmusik" wie EBM und Industrial ist für mich unhörbar)


ich mache sogar eine unterscheidung zwischen gothic und grufti
ein gothic is für mich jemand, der nach außen hin die lebensart agressiv vertritt, halt die "schwarze maske" trägt
ein grufti hingegen vertritt die lebensart nach aussen hin eher dezent, lebt und fühlt sie dafür wirklich
man kann beides gleichzeitig sind, aber auch nur gothic (halt die fakekiddies) oder nur grufti (die kleinen schwarzen gestalten die keiner kennt)

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