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  Forum: lebens : ART
    Thema: Besseres Lebensgefühl?
BlacksilverWie geht es euch mit eurer Lebenseinstellung bzw eurer Vorliebe für Gothic.

Ich persönlich habe erfahren, dass sich verzeifelte Phasen und aussichtslose Momente so besser überbrücken lassen . Wie seht ihr das?

Ich hoffe ich habe nicht eine schon vorhandene Thematik aufgegriffen!

Güße Euch
MagnusCaudar(BwNun , ich Denke zwar immer noch nicht das Gothic eine Verdrängungstherapie ist , doch oftmals hat es etwas mit dem Ausleben innerer Zustände zu tun , besonders im Modischen Bereich ... So etwas gilt ja als Kunst und die soll ja schon mal den Effeckt einer Verdrängungstherapie haben
Blacksilvermhh an Verdrängung dachte ich noch nicht . interessanter Denkanstoß ...
m0rtisIch persönlich trage innere Antipathie nach außen, aber eigentlich bin ich ganz lieb und die anderen sind böse.
BlackElvenTearist einfach eine ecke der gesellschaft wo ich mich so wie ich bin entfalten kann und meine träume leben kann...also in etwa der idealzustand...:D
und außerdem sind andere goths i.d.R. leute mit denen man vernünftig reden kann und sich nicht auf erweitertern smalltalk beschränken muss
SenecaIch persönlich habe es eher so erfahren, daß ich [i]"verzeifelte Phasen und aussichtslose Momente"[/i] schlimmer erlebt habe, als zuvor...zumal mit dem für alle sichtbaren Eintritt in die "Szene" diese eher mehr, als weniger wurde...

Dafür habe ich Einiges gesehen und erlebt, welches ich andernorts so niemals gefunden hätte...!
Sternenwolf[QUOTE]Ich persönlich habe es eher so erfahren, daß ich "verzeifelte Phasen und aussichtslose Momente" schlimmer erlebt habe, als zuvor...zumal mit dem für alle sichtbaren Eintritt in die "Szene" diese eher mehr, als weniger wurde...[/QUOTE]
bei mir ist es ganz anders. Ich kann nicht sagen. das ich solche phasen schlimmer erlebt habe, sondern eher intensiver.
In jener zeit wo ich diese "Phase" (;)) hatte, gab mir diese bewusste erleben und lösen eines problems und das intensive wahrnehmen und auseinandersetzten damit ziemlich viele neue erkenntnisse und auch neue kraf für mein weiteres leben. es ist einfach, als ob ich stärker geworden bin.
Gothic hatte damals noch keinen namen sondern war einfach mein "seltsame" seite. und ja, sie hat mir geholfen. sehr sogar.
rosenkindMein erster Erlebnis mit Gothic auf derartige Emotionen bezogen war: ich kann meine Trauer ausleben, muss sie nicht verstecken, darf sie zeigen, darf sie leben. Und in dem Moment, in dem ich das tat, lag ich kurze Zeit später mit euphorischen Glücksgefühlen am Boden. Es war damals so, als wäre ich aus einer emotionalen Lethargie erwacht. Ohne "gothic" gings mir seinerzeit wesentlich schlechter, um mich nur so fröhliche "bunte" Menschen, Tabuisierung von gewissen Themen, aufgestzte Fröhlichkeit, eine "du musst happy sein"-Stimmung. In dieser Welt war ich rigendwo "tot". Eigentlich fühlte ich nicht mehr viel, geweint hatte ich lange nicht mehr, obwohl ich es gerne gewollt hätte. Dann wurde die Subkultur stärker in meinem Leben und ich fand - vorallem durch die Musik - erstmals wieder den Zugang zu meinen Gefühlen, zunächst zu den schmerzvollen, negativen. aber das war nicht schlimm, ich fand mich verstanden, sie durcten zum ersten Mal existieren. Ich lies sie also zu, lebte sie in dieser Musik. Und dann passierte etwas, was erstmal komisch klingt: mit diesem Schritt kehrten auch auf einmal wieder die positiven Gefühle zurück. Die Musik ließ mich erstmals seit Monaten wieder weinen und als die Tränen getrocknet waren, war ich auch wieder Fähig Freude zu empfinden. Hatate damals irgendwo lange als Lebensmotto stehen: leugne nicht deine Tränen, denn sie werden dein Lächeln sein.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse die ich aus dieser Zeit gezogen habe: schlechte Zeiten mögen weh tun, aber sie sind gut, denn sie machen uns bewusst, was wir an den guten habe. Und: lebe auch deine schlechten Gefühle, sie ermöglichen dir, die gten fühlen zu können.

Gott, ich schreib zu viel :eek:
mcbearalso verdrängung.. nein überhaupt nicht..

ich würde sogar sagen, dass es eher eine art ist sich mit dingen offen ausseinanderzusetzen
als sie zu verdrängen.
dinge zu verarbeiten. sich mit dieser welt auseinanderzusetzen..

ich denke, dass diese szene zumeist von leuten besetzt ist, die das
leben nicht hinnehmen sondern sich die mühe machen und darüber nachdenken.
um zum einen besser in dieser welt leben zu können und
um sie einfach zu verstehen...
Sternenwolfich werd ab jetzt warten bis rosenkind schreibt und dann sagen: ja genau so ises bei mir auch! ;)
nur die Musik hat bei mir einen geringeren status. Sie ist wichtig, aber sie hat für mich und meinen weg zu gothic nur eine sehr geringe rolle gespielt. bei mir ist gothic mehr das lebensgefühl als die musik....
rosenkindich hab meinen Text ja nur auf eben jene Frage nach derartigen Emotionen (Gothic als Ausdrucks/Verarbeitungsmöglichkeit für negative Gefühle) bezogen. Naja, die Musik ist ein Teil des Lebensgefühls, ich glaube Töne allein hätten das nicht vollbracht, das Lebensgeführ, dass ich durch die Musik erfahren habe...
BlacksilverRosenkind, deine Antwort spricht auch mir aus der Seele

Grüße
RattenmumWas soll ich noch gross dazu sagen??
Mh, also... wenn ich jetzt schreiben würde was ich denke, dann käme vom Sinn das gleiche wie bei Rosenkind raus.... also lest doch bitte ihren Beitrag ;)


LG

Rattenmum
Sternenwolfrosenkind lebe hoch!!! ;)
rosenkindLeute, hört auf, sonst fang ich noch an mich elitär zu fühlen :D
docht[QUOTE]Die Musik ließ mich erstmals seit Monaten wieder weinen und als die Tränen getrocknet waren, war ich auch wieder Fähig Freude zu empfinden.[/QUOTE]
irgendwoher kenn ich das..

ich vermute mal, gothic ist nicht immer das selbe. womoeglich ist es sogar nur eine art entwicklungsphase, kommt drauf an wie man das wort definiert, und ob das, was man danach ist, noch als gothic zu bezeichnen waere..
um das mal auszufuehren: zuerst ist gothic nur schwarz, duester, traurig etc., und das ist auch wichtig, um diese dinge zu verarbeiten und nicht zu leugnen.. (fuer mich zumindest, und scheinbar fuer viele die hier gepostet haben auch!? - bei einspruch bitte melden)
doch wenn man es dann verarbeitet hat, sollte das ganze ja nichtmehr [i]nur[/i] schwarzes und duesteres und negatives zum inhalt haben.. (denke ich mir halt mal so)

heisst das jetzt, die [i]wenigsten[/i] "goths" verarbeiten ihre - sagen wir mal depri-phasen ?
- kenne naemlich kaum(ein paar gibts schon, aber..) gothic musik die auch froehliche, helle etc. dinge thematisiert und die kleidung, die kunst etc. der meisten, die sich zum gothic zugehoerig fuehlen, ist ja auch sehr oft eher duester anstatt auch mal froehlich und so..
hab ich ja nix gegen, nur ist es dann ja doch wieder einseitig auf "negative" gefuehle beschraenkt, so wie es vor der gothic-phase eben einseitig auf positive beschraenkt war (vermutlich)..
wuerd mich nur interessieren, warum das so ist.
deswegen hoer ich naemlich nicht immer nur gothic-musik und meine kunst beinhaltet auch nicht immer nur das, was ich von gothic her eben kenne.

-wenn gothic vom begriff her wirklich nur das negative beinhaltet, dann waere es sehr gut, wenn gothic nur eine entwicklungsphase oder eine teil-lebenseinstellung darstellt.. (aus meiner sicht)

oder hat man nach der entwicklungsphase einfach mehr gefallen am dunklen gefunden, sind also "negative" gefuehle und "schreckliche" darstellungen auf einmal positiv und schoen geworden, sodass man spaeter, obwohl es einem nicht mehr (nur) schlecht geht, nurnoch diese dunklen dinge wirklich mag?


-hoffentlich hab ich nicht mal wieder zu verwirrend strukturiert :)
bis denn, byebye
rosenkindich denke du siehst das ganze etwas zu einseitig.
Das hier besprochene (Gothic als Therapie oder wie immer man es nennen will) ist ja lediglich [SIZE=3]ein Teil[/SIZE] jenem Lebensgefühl/jener Lebensgefühle, die die Subkultur ausmachen.

"Gothic" (man suche meinen Thread zur Wortdiskussion :D) sollte natürlich nur eine Phase sein, denn dieses Wort ist für ein empfinden recht eingeschränkt und durch Medien, aber auch durch das Zutun der eigenen Szenemitglieder ziemlich festgelegt. (Man klärte mich vor kurzem auf, dass jener Begriff erst seit Mitte/ende der 90ger? existiert). Aber wenn man "gothic"vergisst, besteht das "schwarz" dennoch weiter, es sucht sich vielleicht nur andere Begriffe, Schwarzromantiker oder ähnliches, vielleicht auch gar keinen.

Dass Gothic nur auf negative Gefühle bezogen sei, ist ja grade der Trugschluss, den viele außenstehende machen. Man thematisiert es offen und hat evtl. einen anderen Umgang mit derartigen Gefühlen gelernt, es fällt einem vilelicht leichter als vorher sie zuzulassen und mit Hilfe von Kunst, welcher auch immer, sie zu verarbeiten. Das heißt aber noch lange nicht, dass man das Gegenteil, Freude, nicht mehr zulässt (sollte es zumindest). Vielleicht verzichtet die Freude dann nur einfach auf eben jene schrill-bunte Variante der Äußerung, wie sie der "Mainstream" kennt, wo einem auf jedem Werbeplakat das Wort "Fun" und "Party" entgegenleuchtet, sie wird vielelicht subtiler, aber dennoch ist sie existent.

Bevor ich hier weiter rede, habe ich mal einen Text geschrieben, der gut zum Thema passen könnte:
[url]http://members.fortunecity.de/crazecity/lebensgenuss.htm[/url]

Musik ist ebenfalls nur ein Teilaspekt des Ganzen. Grade die schwarze Subkultur hat neben Musik so viel anderes noch zu bieten als manche anderen derart strukturierten Subkulturen. Musik sollte man als das sehen, was sie ist: eine Kunstform, Kunst eben. Kunst hat an sich selber den Anspruch eine gewisse Leitung zu erbringen, eine gewisse Tiefe zu haben. Zum einen die rein technische Qualität: die Wahl und der gekonnte Einsatz der stilmittel. Zum anderen aber auch das, was Kunst transportiert: die Aussage. Es ist ein Unterschied ob du das Bild einer 15-jährigen, die in Kunst eine 5 hat nimmst oder das Gemälde eines bekannten Künstlers. Genauso verhält es sich auch mit Musik, wer Musik wirklich umder Musik willen betreit, wird versuchen etwas zu erschaffen, was usikalisch gut ist und was auch eine Aussage transportiert, die Tiefgang hat. Kunst an sich bedeutet auch nicht nur zu gefallen, das positive zu zeigen. Sie war auch immer irgendwo ein spiegel der Gesellschaft und zeigte Missstände auf, man provozierte auch oft mit Kunst. Was bedeutet das für Musik: Fakt ist, dass ein Text über ein sensibles Thema weit mehr Tiefgang besitzt als ein Text, welcher von Sonne und Partymachen handelt. Somit ist dort, wo der Anspruch besteht Musikkunst zu machen, auch die wahl solcher Themen (natürlich nicht ausschließlich) vorhanden (im übrigen gilt das nicht nur für die schwarze Szene). Desweiteren ist nicht alles aus dem schwarzen Bereich depressive Katzenjammermusik. Es gibt genug Songtexte, die auf mich mehr [B]rebellisch[/B] als depressiv wirken, Texte, die sensible Thematik anschneiden, aber nicht in dem Grundgefühl "mir geht es so schlecht", sondern "schaut her wie die Welt aussieht und tut was dagegen". Natürlich gibt es auch die "mir gehts so schlecht"-Songtexte en masse, aber eben nicht NUR. Hinzu kommt noch die Musik als solches. Und wider erwarten gibt es hier sogar noch mehr Melodien, die nicht auf eine schwermütige, ruhige Stimmung setzen. Von the cure bis zu ASP, ich hab hier so viele Lieder, die mehr auf einen schnellen Rythmus setzen und somit zum Tanzen anregen. Ich denke den Vorwurf [B]NUR[/B] depri zu sein, kann man der Musik nicht machen.

zur Kunst: wer sagt, dass man als Schwarzkittel denn nur sterbende Engel oder ähnliches schön finden darf? Klar, wer ehrlich ist, wird sich bewusst sein, dass ein Interesse an solchen Bildern (ob genmalt oder fotografiert) in diesen Kreisen sehr hoch ist. Aber ist es das alleine? Ich fände es ziemlich traurig, wenn sich das große(?) Kunstinteresse der Subkultur nur darauf beschränken würde. Ich denke ein derart eingeschärnktes Interesse gehört ehr zu dem "gothic" nach meiner Definition oben, aber die Subkultur an sich ist größer.

Das sind nur 2 Sachen von vielen, die ein Aspekt des Lebensgefühls sind, es kommt noch so viel dazu. Philoosphie z.B. Man kann in diesem schwarz eben recht vieles sehen.

Für mich ist es inzwischen mehr als die reine Verarbeitung von Gefühlen geworden. schwarz bedeuet für mich noch nichtmal mehr jene Depression, die mit Melancholie verwechselt wird. Viel mehr geht es um [B]Tiefe[/B] in meinem Leben. Jene Phase damals hat mir ermöglicht eine andere Umgehensweise mit meinen negativen Gefühlen zu finden, die ich woanders ausgebaut habe. Die "Depression", die es zu üverwinden galt ist zum großteil überwunden, was aber bleibt ist eben jene Tiefe, jene Tiefe, die mir drüben im Mainstream fehlt. Es geht ja nicht darum, depressiv rumzulaufen, viel mehr um ein [B]Bewusstsein[/B] für die Existenz solcher Zeiten und die Möglichkeit, es !im Falle, dass es einem mal wieder schlecht geht! auszuleben anstatt es zu verdrängen. Die schwraze Subkultur hat für mich viel mit Lebensgenuss zu tun und verdammt viel mit Freude, weil ich eben jene Tiefe auch in diesen Emotionen finden kann. Wie bereits gesagt: verlaugne nicht deine Tränen, denn sie werden dein Lächeln sein. Darum gehts und um nichts anderes.
Sternenwolf*niederknie* höchstböses-absolut-megaschwarzes Rosenkind *anhimmel* ich liege dir zu füßen (aber nur wenn ich schlaf ;) )
rosenkindhmm, also der Goth-Papst ist ja schon seni

was könnte ich dann sein? :D
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]hmm, also der Goth-Papst ist ja schon seni

was könnte ich dann sein? :D [/B][/QUOTE]

Hohepriesterin schwarzromantische Lebensart...
docht[QUOTE]Aber wenn man "gothic"vergisst, besteht das "schwarz" dennoch weiter, es sucht sich vielleicht nur andere Begriffe, Schwarzromantiker oder ähnliches, vielleicht auch gar keinen.[/QUOTE]
mir ging es auch nicht unbedingt um den genauen begriff, sondern um die subkultur


[QUOTE]Dass Gothic nur auf negative Gefühle bezogen sei, ist ja grade der Trugschluss, den viele außenstehende machen.[/QUOTE]
das wort [B]nur[/B] hab ich nicht verwendet. es ging mir um die frage, warum [B]so viel[/B]..
es ging mir auch nicht nur um schwermut und niedergeschlagenheit, auch eben schnelle, rebellische, sarkastische, zornige, was weiss ich fuer gefuehle. eben "negative" - wobei ich es selbst nicht als nur negativ ansehe, aber ich denke man weiss wie ich das wort hier meine (gefuehlsmaeßig).
frage mich nur, warum es so viel solcher duesterer musik, gedichte, bilder, gedanken gibt.. warum ist es nicht genausoviel wie froehliches, positiv schwaermerisches/traeumerisches (romantik muss nicht nur schwarz sein, tiefgruendigkeit bedeutet nicht immer nur dass man den spass am leben verlieren muss, skeptiker zu sein heisst auch offen zu sein fuer viele dinge..), etc.. ?

- muss dazu sagen, ich komme nicht viel rum in diesen kreisen, d.h. ich geh nicht wirklich weg in so clubs oder so (wobei ich denke da gibt es recht aehnliche musik wie diese zusammenstellungen in den "szene-heften"). und naja, ansonsten liest und sieht man halt einiges auf irgendwelchen webseiten. womoeglich sind die nicht repraesentativ, aber ich bin jedenfalls sehr oft auf bilder, gedichte, gedanken, musik mit inhalt: schwermut, angst, tod, trauer, wut, dunkelheit.. etc. gestoßen..
das heisst ich hab vielleicht nicht unbedingt wirklich ahnung was es alles in dieser subkultur alles gibt.

aber warum findet man(ich) so viel von der dunklen seite des lebens in dieser subkultur und so wenig was anderes? geht es denn nur mir so? wenn ja, wuerd ich mich freuen, tipps zu bekommen wo ich mal eher recherchieren sollte
rosenkind[QUOTE]warum ist es nicht genausoviel wie froehliches, positiv schwaermerisches/traeumerisches[/QUOTE]

genau das gibt es doch! Es ist nur, wie ich bereits gesagt habe subtiler! Sind schwärmereien von Naturereignissen etwa nicht derartige Schwärmereien? Ich hab schon viele von solchen Schwärmereien über Naturereignisse gelesen, gehört ect. pp.

Mal abgesehen sollte man die Kunst der subkultur nicht mit dem Menschen und anderen Aspekten des Lebensgefühls gleichsetzen. Wie bereits geschrieben will Kunst etwas ausdrücken und tiefgang haben, will Kunst eben nicht nur schön sein, sondern auch die kritische Stimme bewahren!

Wenn du dieses alleine sieht, könntest du den meisten (großen) Schriftstellern ebenso unterstellen, dass ihr weltbild ebenso nur aus dunkler Thematik, aus Traurigkeit und Depressivität besteht, da sehr viele Bücher nicht nur das schöne erzählen und nicht nur Geschichten erzählen, in denen alles toll läuft, sondern in den meisten Fällen irgendwelche sensiblen Themen irgendwo aufgegriffen werden und/oder die Hauptfigur einiges überstehen muss.

Aber grade DAS ist eben nur ein Teil des ganzen.

Grade die schwarze Subkultur hat sich doch auf die Fahne geschrieben, gewisse Thematik aus dem Schatten des Tabus zu holen und zu thematisieren. Das Schlagwort heißt Nachdenklichkeit. Es verwundert also nicht, wenn die Kunstkultur eben genau diese Dinge thematisiert.

Aber das ist eben ebenso wenig alles wie das Buch des Schriftstellers sein komplettes Leben ist. Es ist lediglich die Kunst der Kultur. Mal abgesehen davon, dass sehr viele Menschen, meistens dann anfangen Gedichte zu schreiben, wenn es ihnen schlecht geht, um mal auf die Websites evt. zurück zu kommen.

Natürlich gibt es jene "traurige" Kultur in der Kultur, welche Gothic wie du es beschrieben hast betreit. aber eben genau das ist es, was ich, wie gesagte das ist, aus dem man herauswächst. Aber da raus kann man auch wachsen ohne der Subkultur komlett den rücken zukehren zu müssen, man fängt nur an etwas anderes darin zu sehen.

Ich denke, dir sind bisher einfach nur die falschen Leute begegnet. Grade das Internet ist voll von Websites von Menschen, die noch "wachsen" müssen. Ich kenne da selbst genug Websites, die wirklich nur schwermütig sind. Klar, sie existieren, sie sind ein Teil der Subkultur, aber eben nur ein Teil dessen. die Gothicszene hat verdammt viele Gesichter. Du hast eines davon kennengelernt, aber es gibt noch soooo viele andere.

Und damit meine ich sicher nicht die Clubs, denn dort bin ich auch nicht unterwegs. Aber andere Dinge, andere Treffen. Ich nehme mal weil es dieses Forum ist einfach mal das NWT. Es waren so viele gut gelaunte, fröhliche Menschen dort und eine wirklich tolle Stimmung.
Sternenwolf[QUOTE]kenne naemlich kaum(ein paar gibts schon, aber..) gothic musik die auch froehliche, helle etc. dinge thematisiert[/QUOTE] das kann aber auch daran liegen, dass sie ihre probleme darin verarbeiten. sprich, du hörst dir ihre problembewältigung an ;). weiters geht es in vielen liedern um schönheit. vielleicht im schwarzromantischen sinn (ich liebe das wort ;) ) und für mich persönlich ist gothic auch ruhiger. man brauch seine freude nicht rausposaunen, sondern sie wird ebensogut gehütet und genau im gleichen maße geäußert wie trauer.

was mir noch eingefallen ist: Ich bin erst bewusst zu Gothic als Lebensart gekimmen, als mein "Depri"-phase vorbei war. inzwischen scheint es mir viel eher eine Preventionsmaßnahme. Um ein nochmaliges Tief zu verhindern, versuche ich mich gleich mehr mit meinen gefühlen, erlebnissen und Eindrücken zu beschäftigen. verdrängen hat keinen sinn, also muss ich einen anderen weg. Gothic eben.

[QUOTE]Grade die schwarze Subkultur hat sich doch auf die Fahne geschrieben, gewisse Thematik aus dem Schatten des Tabus zu holen und zu thematisieren.[/QUOTE] Darin sehe auch ich eine nsehr wichtigen punkt. Man beschäfftigt sich vermehrt, wenn auch nicht ausschließlich mit tabuthemen. konfrontiert die anderen damit, versucht zum denken anzuregen, disskutiert.... als ich das gelesen habe ist mir noch etwas klar geworden. auf meinen Tischplakaten steht seit meinem 15 lebensjahr Tod. schön in der mitte, dick und fett. gut sichtbar eben. ich war an zarten 14 vorbei und gothic/gruftie/schwart, all das gab es für mich noch nicht.damals und auch das folgende jahr hab ich die tatsache, dass ich es hinschrieb hingenommen. erst letztes jahr wurde mir klar warum ich es tat. Ich wollte, dass die menschen um mich es lesen und kurz inehalten um nachzudenken, und wenn es nur ein bruchteil von sekunden war, ich wollte, dass sie sich einen augenblick an ihre verstorben erinnern.
im nachhinein scheint es mir äußerst seltsam. doch jetzt stehe ich wieder vor meinem lehren tischplakat und wieder möchte ich das kleine wörtchen hinschreiben. doch ich glaube, diesmal ist es zeit meine tradition aufzugeben.

Gothic bedeutet für mich sowohl negative zuzulassen als auch posetives anzunehmen. ich lebe gerne, ich freu mich über etliche banale dinge und wenn es darum geht den trübsinnigsten Gruftie zu finden, bin ich defenitiv nicht unter den top 100. ganze zeit herumzujammern scheint einfach bequem zu sein. man kann über die ganze welt schimpfen, muss sich nicht bemühen etwas zu ändern. und ich glaube dieser bequemlichkeit erligen doch viele goths. wenn ich mich jedoch umsehe, in meiner schule, in meinem heimatort, wie viele normale menschen jammern, sehen nur das schlechte? es ist als wäre man von gothic schwarz zu gothic bunt gehüpft. für mich jedoch bedeutet "mein" Gothic, ähnlich wie rosenkind es schon sagte, mehr Tiefe. Sowohl in meinem normalen und farbigen leben als auch im dunklen.
dochtich danke fuer eure antworten.
es mag wohl jedem selbst ueberlassen sein, wie er kunst definiert.
den aspekt der katharsis und der kritik gibt es aber wohl oefter in der kunst, als ich annahm..

und natuerlich ist auch die definition von schoenheit individuell.. ich selbst finde ja auch trauriges schoen irgendwie.. warum auch immer

finds trotzdem seltsam, dass man eher das beduerfnis hat, sich z.b. auszuschreiben wenns einem schlecht geht, und weniger wenns einem gut geht..


nunja, jedenfalls danke fuer das aufzeigen der anderen perspektiven ;)

ps: nwt = nachtweltentreffen?
rosenkind[QUOTE][i]Original geschrieben von docht [/i]
[B]

ps: nwt = nachtweltentreffen? [/B][/QUOTE]

jupp
Demon17[QUOTE][i]Original geschrieben von Blacksilver [/i]
[B]Wie geht es euch mit eurer Lebenseinstellung bzw eurer Vorliebe für Gothic.

Ich persönlich habe erfahren, dass sich verzeifelte Phasen und aussichtslose Momente so besser überbrücken lassen . Wie seht ihr das?

Ich hoffe ich habe nicht eine schon vorhandene Thematik aufgegriffen!

Güße Euch [/B][/QUOTE]

So ging es mir auch bis vor ca. 1-2 Jahren, als das schwarze Programm in den zwei wichtigsten Clubs verwässert wurde. Man konnte dreimal die Woche zu schwarzer Musik tanzen hgehen. Heute stehen in meiner Heimat nur noch kümmerliche Reste und faule Kompromisse zur Verfügung, so dass ich nicht mehr einsehe diesen Kommerzfuzzis die die Szene zerstören und dadurch auch finanzielle Verluste erleiden mein Geld in den Rachen zu werfen.

sollen sie verrecken

demon17

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