| Sathana | Um es gleich vorneweg zu nehmen, ich möchte hier niemanden beleidigen oder in eine Schublade stecken oder ähnliches. Mir ist nur aufgefallen, je länger ich jetzt in der Gothic-Szene bin und auch gerade was das Internet angeht fällt mir auf, dass doch viele Leute aus dieser Szene ziemlich "gestört" sind. Gerade in Chats oder auch in Foren wird man da mit Themen wie Depressionen, Sinnlosigkeit des Lebens, Borderline usw. zugeschüttet und das ist für mich schon echt ein Grund geworden mich mehr und mehr aus der Szene zurückzuziehen, da ich die Szene eigentlich unter anderen Gesichtspunkten schätzen gelernt habe. Ich weiss nicht, aber ich finde das Leben zu kurz und es gibt viel zu viele schöne und spannende Dinge um jeden Tag zu jammern und sich um den Sinn des Lebens Gedanken zu machen. Von daher kann ich dieses ständige Gejammere nicht verstehen. Klar hat jeder mal einen schlechten Tag/eine schlechte Zeit, aber diese Themen nehmen doch echt schon Überhand, oder seht ihr das anders? Nicht dass das hier jetzt falsch verstanden wird; ich finde es halt einfach schade, dass die Gothics immer als das "depressive Volk" bezeichnet werden und das ja wirklich oft zu recht. |
| Seneca | @ Sathana Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass es "innerhalb der Szene" mehr oder weniger Leute mit deviativen Verhalten gibt als ausserhalb....der Unterschied besteht nur darin, dass man sich hier aufgrund der angenommen Affinität andere Gothics zu solhcne themen eher traut, solche Themen auch anzusprechen...! Was dabei weiterhin auffällt ist, dass diese Thematiken hauptsächlich im Internet derart breitgetreten werden. Im alltäglichen Umgang miteinander, speziell im "echten Leben" wird man mit diesen Themen eher selten konfrontiert...! Zudem ist es wohl auch ganz klar eine Alterfrage....ein Haufen 17 Jähriger Junggothen wird sicher mehr Probleme mit sich, oder seiner Umwelt haben, als ein Grüppchen 30 Jähriger Teilzeitgrufties mit zumindest einem Beim im Alltagsleben als "Normalos". |
| more | Ich halte mich vielleicht in den falschen Kreisen auf, vielleicht liegts aber auch am Alter, mir begegnen nur fröhliches, Lebensbejaende Gruftis. Ich kann wunderbar viel mit denen lachen und selbst hier im NW-Chat wird meist viel gelacht und geschäkert. Melancholie gehört zum Leben dazu, und es kann nur positiv sein, all seine Schattierungen zu leben. Melancholie und Schwermütigkeit gehört auch zu dieser Szene, ich würde aber nicht behaupten, dass es übertrieben oft auftritt. Wie gesagt, ich würde mal die Vermutung in den Raum stellen, dass das einfach was mit dem Alter zu tun hat. Ich denke, ich bin ja nun auch Mitte 20 und irgendwann ist man näher an der Realität und hat andere Sorgen, als sich den lieben langen Tag damit zu beschäftigen, wie traurig alles ist. Ich meine, da ist die Arbeit, Familiengründung, und hat die Ablösung vom Elternhaus hinter sich, man begeht neue Wege und sieht alles auch mit anderen Augen, als ein Teenager, der noch Schwierigkeiten mit seiner Selbstfindung hat. Das soll jetzt auch nichts gegen Teenies sein, nur, deutlich machen, dass man eben andere Schwerpunkte, und evt andere Sorgen haben kann. Es ist keine leichte Zeit, dass weiss sicherlich jeder, und Depressive Phasen sind grade in diesem Alter oft mals leicht auszulösen. Sieht man sich mal den Altersdurchschnitt der Szene an, so wird einem dies ziemlich schnell klar. Also wie gesagt, in meinem Bekanntenkreis laufen nur Grinsegruftis und Happygothics rum... keine Depris, aber ich mach mal den Grund einfach am höherem Alter fest, auch wenns evt oberflächlich klingen mag. |
| Brixa | Da kann ich nur mal wieder sagen: Manche denken leider, es ist in der Schwarzen Szene ein Muss, depressiv zu sein oder so zu tun. Dann wieder gibt es welche, die kennen leider den Unterschied zwischen "mal ein wenig schlecht drauf sein" oder Melancholie und Depression nicht... :rolleyes: Natürlich will ich niemandem absprechen, wirklich Depressionen zu haben - litt selbst lange darunter und hab auch heute noch Scheißtage ab und zu (wer nicht?). Doch wenn ich manchmal von Leuten lese, die sich umbringen wollen, weil sie einen schlechten Tag haben, kann ich nur lächeln, sorry... ich denke sowieso, wer ständig rumnölt, wie depressiv er ist, der ist nicht wirklich depressiv... Nachtrag: Ich denke auch, dass es oft was mit dem Alter zu tun hat. Früher haben mich Dinge umgehauen, über die ich heute nur lachen kann. Ich war auch früher oft sehr depressiv wegen Dingen, über die ich heute nur den Kopf schütteln kann. Klar wälze auch ich mich manchmal im Selbstmitleid, doch mein Lebenswille ist dann doch stärker. Es gibt wirklich so viele Dinge, an denen man sich freuen kann. |
| Seschat | also ich kann jetzt besonders von mir sprechen, das ich in keinster weise depressiv bin und mich dennoch voll zur gothic-szene zugehörig zähle :cool: das image des stetig depressiven goths kommt wohl automatisch: schwarz --> beerdigung/trauer --> depressiv zwei freundinnen von mir wurden schon als depressiv hingestellt, obwohl beide eigentlich genauso wie ich das springende leben sind... eben nur, weil sie immer schwarz tragen :rolleyes: und wie schon gesagt: hier in der szene geht man glaube ich offener mit sowas um. man traut sich eher über seine gefühle zu sprechen. in der allgemeinen gesellschaft wird sowas gerne tot geschwiegen. und was mich angeht: das leben ist zu kurz für ein langes gesicht ;) bisher hatte ich glaube ich noch keine einzige depression. meine freunde meinen, ich kann gar nicht depressiv werden... obwohl mein leben grade mehr als mies verläuft. aber wenn man meist immer an der teppichkante herumkraucht, lernt man schnell kleine dinge zu schätzen :cool: ich freu mich über noch so kleine lichtblicke, die andere vermutlich gar nicht wahrnehmen. z.B. gehen mir grade alle blumen ein, warum auch immer, mit einem mal. nur eine blüht jetzt und ich freu mich tierisch, das sie blüht :D bisher folgte auf jedes tief ein hoch, das einen dann um so mehr freute :cool: |
| gekitsu | seneca: ich wuerde sogar sagen, dass "hier" solche probleme nicht nur eher angesprochen oder breitgetreten werden, sondern man profiliert sich dadurch zum teil sogar. |
| GothLady | Also ich denke, dass so viele Gothics "gestört" sind, weil die Gothic-Szene die einzige ist, die sich mit psychischen Krankeiten auseinandersetzt und akzeptiert. Und deshalb kommen Menschen in diese Szene (natürlich nicht nur deswegen). Ausserdem gibt es in anderen Szenen sicherlich auch viele Leute mit Problemen, nur dort kann es keiner sagen. Und ich finde es gut, dass man in dieser Szene darüber sprechen kann. Wenn nun einige meinten sie müssten sich damit profilieren - schön, deren Problem. Ich kann nicht nachvollziehen, was jetzt daran so schlimm sein soll... Immerhin zeichnet sich die Gothicszene ja angeblich durch Toleranz, Verständnis usw. aus. Da finde ich es traurig, dass manche Menschen anscheinend genervt sind von den Problemen ihrer Mitmenschen... |
| Mrs. Doe | Ich denke, wenn es wirkliche Probleme sind, werden die Leute auch nicht genervt sein, aber es gibt eben auch eine Menge "schwarze Schafe", die sich ihre Probleme selber schaffen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Eben die schon angesprochenen Leute, die sich dadurch profilieren. Ich kann beispielsweise hier in unserer Lokalszene von ein paar Leuten ganz definitiv sagen, daß ihre angeblichen Depressionen und "Geisteskrankheiten" (ja, die finden das toll) nur gespielt sind, und 99% ihrer sogenannten Probleme hausgemacht sind. Warum machen die das? Weil sie meinen, daß es sie interessant macht und weil sie dadurch die Gutmütigkeit von anderen ausnützen können. Manche sind noch so blöd und geben das auch zu, wenn sie besoffen sind. Ich persönlich finde solche Leute zum Kotzen, aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt deswegen, weil sie indirekt ja auch den Leuten schaden, die wirklich Probleme haben und dann vielleicht nicht mehr ernst genommen werden. Und es ist schäbig, so etwas zu mißbrauchen, ich bin heilfroh, daß ich nicht unter Depressionen leide und ich finde, so etwas sollte man mit mehr Respekt behandeln. Allerdings muß ich sagen, daß besagte Simulanten auch eher jünger sind, die brauchen die Aufmerksamkeit vielleicht noch, und ich denke, mit der Zeit kann man recht gut unterscheiden, wem es wirklich schlecht geht und wer nur damit hausieren geht. Wie Brixa schon sagte, die die ständig verkünden, daß sie ja soo depressiv sind, sind es meistens eben nicht. Meistens. |
| Sathana | [QUOTE]Ich kann nicht nachvollziehen, was jetzt daran so schlimm sein soll... Immerhin zeichnet sich die Gothicszene ja angeblich durch Toleranz, Verständnis usw. aus. Da finde ich es traurig, dass manche Menschen anscheinend genervt sind von den Problemen ihrer Mitmenschen...[/QUOTE] Kann dazu nur sagen, bin da einer Meinung mit Mrs. Doe. Es geht ja nicht um die Leute, die wirklich Probleme haben. Nur in den meisten Boards profilieren sich die Leute echt schon wie schlecht es ihnen geht um sich aufmerksam zu machen und das finde ich echt traurig, denn sowas geht immer auf Kosten solcher, die wirkliche Probleme haben. Genau diese werden dann nämlich erst gar nicht mehr richtig ernst genommen. Und wie kommt es denn bloß zu den Gerüchten, dass die Gothic-Szene depressiv ist... Klar gibt es immer welche Besserwisser, die meinen kein Wunder bei der schwarzen Kleidung. Aber inzwischen gibt es meiner Meinung viel zu viele schwarze Schafe, die sich nur noch in Chats und Foren aufhalten um zu jammern. Hätten sie WIRKLICH Probleme, dann gäbe es da wohl sinnvollere Möglichkeiten Hilfe zu suchen als seitenweise rumzujammern und immer wieder die selben Mitleidsbekundungen einzustecken. |
| deathly_silence | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sathana [/i] [B]Gerade in Chats oder auch in Foren wird man da mit Themen wie Depressionen, Sinnlosigkeit des Lebens, Borderline usw. zugeschüttet (...) Ich weiss nicht, aber ich finde das Leben zu kurz und es gibt viel zu viele schöne und spannende Dinge um jeden Tag zu jammern und sich um den Sinn des Lebens Gedanken zu machen. [/B][/QUOTE] Nun, sagen wir es mal so, inzwischen gibt es wohl auch immer genug Gründe, sich zu fragen, warum das Leben Sinn machen sollte usw. Die Welt gibt einem doch allen Grund dazu. Und Depressionen, nun ja, die prägen sich meist umso stärker aus, je länger man in dieser Szene ist. Sie verstärken sich durch den eh schon melancholischen Tenor. Oder würdest du es nicht als melancholisch bezeichnen, dass Gothics in schwarz rumlaufen und todbringende Musik hören. Nun weiß ich ja nicht, wie lange du schon dieser Szene angehörst. Die heutige Zeit zB kannst du nicht mehr mit der DepecheModeZeit vergleichen. Die Szene heute ist geprägt von Suizid, SVV und Depressionen. Für geht gthic einher mit Philosophie und dem damit verbundenen Nachdenken und Fragen nach dem Warum. Ich denke, dass ich da für meht als nur ein paar Leute stehe. Die Szene bietet einem die Möglichkeit zu Hinterfragen und dabei nicht verurteilt zu werden, und wenn man die falschen Fragen stellt, auf die man keine oder die falsche Antwort findet, kann es passieren, dass man sich schnell in einer Illusion aufhängt. Is meine Meinung. |
| rosenkind | [QUOTE] denn sowas geht immer auf Kosten solcher, die wirkliche Probleme haben. Genau diese werden dann nämlich erst gar nicht mehr richtig ernst genommen.[/QUOTE] Wie viele bereits gesagt haben ist das ganze denke ich z.T. auch wirklich eine Altersfrage. Etliche jüngere Grufties, die ich kennenlerne, nenne ich inzwischen "Deprigoths", weil deren Einstellung scheinbar wirklich Depression zu sein scheint. Ich hatte diese Phase auch mal, zu meiner Anfangszeit, bei mir verwuchs es sich aber innerhalb von einem Jahr, wobei man dazu sagen muss, dass es mir in dieser Zeit aber auch wirklich entsprechend ging, das ganze also nicht gestellt war (wie hier jemand anders sagte). Ich hab einfach das Gefühl, das vielen Jüngeren die kognitiven fähigkeiten fehlen, um div. Liedtexte richtig einzuordnen. Die Intention zur Entabuisierung wird dann zu einem "so muss es sein". Mir sind im Netz auch schon genug Skurrilitäten begegnet, Seiten, auf denen "Kiddies" (sorry anders kann ich sie nicht bezeichnen) sich dabei fotographierten, wie sie sich die Arme aufschlitzten und ähnliches. Aber wie bereits gesagt, eines darf man nicht vergessen: Internet ist Internet, die Hemmschwelle ist hier aufgrund der (scheinabren) Anonymität viel niedriger als im realen Leben und im realen Leben kann man solchen Dingen, sprich trittbrettfahrern, auch leichter aus dem Weg gehen. Wie es in der Szene (sprich Parties ect) aussieht, weiß ich nicht, ich habe ein einziges Mal eine solche besucht, das hat mir gelangt, von Menschen, die schwarz angezogen und arrogant sind und eigentlich nichts dahinter steckt als heiße Luft. Ein anderes Thema das ich mal in einem von meinen Threads angesprochen habe, ist aber dass bei dieser sensiblen Thematik es auch ins Gegenteil umschlagen kann. Man ist ja immer dazu geneigt, gegen Klischees zu kämpfen, Gothics sind depressiv, ist ein solches Klischee. Der Kampf gegen dieses Klischee kann aber wieder dazu führen, dass es sich umkehrt und es heißt "Gothics dürfen nicht depressiv sein", was ich wiederum für falsch halte. Denn wenn es eine Subkultur gibt, in der solche Themen thematisiert werden (achtung, thematisiert = propagiert/ als normal angesehen) und Menschen deshalb nicht verstoßen werden, dann sollte es die schwarze Subkultur sein, denn meines Erachtens gehört doch grade diese Entabuisierung und die Ablehnung eines "wir müssen IMMER fröhlich sein" zu den grundlegenden Dingen dieser Subkultur (neben anderem natürlich). icht vergessen sollte man, dass diese Offenheit doch auch grade ist, was so viele "Gestörte" anzieht, weil diese Offenheit zunächst hilft mit den Problemen etwas besser umzugehen. Ich hab schon so viele Menschen erlebt, die sagten, dass die Subkultur ihnen viel geholfen hätte, ich nehme mich da nicht aus, denn dass es mir heute relativ gu geht, hab ich zum Teil auch ihr zu verdanken. Diesen Aspekt finde ich nun alles andere als traurig, sondern sogar schön, schön zu sehen, wenn es die Kraft hat Menschen zu helfen. Schwierig wird es erst dann, wenn es stehen bleibt, wenn ich mir die Frage stelle, ob ich als Gruftie überhaupt eine Psychotherapie machen darf, um das Problem zu berwinden, oder ob ich nur als depressiver Mensch true bin oder ähnliches, was in diese Richtung geht. Dann geht es nämlich wirklich nicht mehr um Entabuisierung und Thematisierung, sondern um das Sein. Und dann kehrt sich etwas eigentlich Positives in etwas Negatives. noch schlimmer, wenn dieses "Sein" müssen dann auch noch Leute schauspielern lässt, denen es gut geht... Zum Teil kann ich dich verstehen, ich bin jetzt "grade Mal" 2 1/2 Jahre dabei und die meisten in meinem Freundeskreis haben bzw. inzwischen gottseidank hatten Probleme. Und wenn man dann seber weg möchte und um einen rum alles nur leidet und man nur von Problemen umgeben ist, hat man irgendwann einfach keine Lust mehr. Kein Mensch erträgt es, NUR Probleme um sich zu haben, 24 Stunden am Tag. Da muss es ein Gegengewicht geben. Ich denke, wenn man als Mensch mit Problemen in diese Subkultur kommt ist es irgendwo eine Entwicklung, die man durchlaufen muss. Zum Anfang sind viele "kaputt" und werden angezogen, weil es ihnen ein bisschen hilft, die Hilfe bringt sie einen Schritt weiter, zu neuer Hilfe und Selbsthilfe und irgendwann ist das Problem nicht mehr existent, woran sicher nicht nur die Subkultur allein "schuld ist", sondern viele Faktoren, von denen die Subkultur aber ein Teil ist. Und wenn man an diesem Punkt ist, dann ist das Umdenken gefragt, dann erlebt man die Subkultur irgendwo anders. Leider verfehlen viele diesen Entwicklungsschritt. Ich denke das eigentliche Problem sind auch nicht die Leute, denen es wirklich schlecht geht, sondern die Leute, die so tun als ob. Was mich mitnimmt ist nicht mal die Härte eines Falls, sondern die Motivation des Menschen. Und da, wo die Motivation fehlt, wo der Mensch nicht mal Lachen können will, weils "untrue" ist oder ähnliches, da beginnt für mich das, was hier Depression als Lebensstil genannt wird. Ironischerweise widerspricht aber genau das dem viel gepredigten "einfach Gefühle zulassen", das viele grade von denen sagen. Echtheit von Gefühlen bedeutet für mich, die tiefste Traurigkeit in mir ebenso zuzulassen wie den euphorischen Freudenausbruch. Das war es eigentlich, was MIR Gothic bedeutet und was auf mich auch viel "echter" wirkt als das ganze Depri-getue... |
| mcbear | [QUOTE][i]Original geschrieben von Brixa [/i] [B].. ich denke sowieso, wer ständig rumnölt, wie depressiv er ist, der ist nicht wirklich depressiv...[/B][/QUOTE] .. solche statements hör ich nich wirklich gern.. es ist klar.. dass es menschen gibt, die aus einer fliege einen elefanten machen und ähnliches.. und ich kenne auch menschen dieser art. aber da gibts eben auch noch die andere. und es ist genau aus diesem grund sehr riskant zu versuchen diese menschen zu unterteilen.. vor allem in solchen foren, wo man sich eben nicht persönlich kennt. ich finde, dass zu viele leute als "einfach scheiße drauf" abgestempelt werde, die sich einfach nach menschlicher nähe und ein wenig geborgenheit sehnen und diese auch teilweise BRAUCHEN.. .. ich spreche hier nicht nur brinx an.. in der gothicszene gibt es viele menschen, die dazu gekommen sind, weil sie dinge im leben zu verarbeiten hatten und hier eine möglichkeit fanden ihren schmerz etwas herauszulassen.. ich denke.. wenn ich mir meinen gothkreis im rl anschau hab ich da teilweise mehr probleme anzuhören als hier.. und ich finde es ungerecht... oftmals grenzt man nämlich genau diese leute aus.. obwohl sie es verdient haben genauso (vielleicht sogar mehr) gehört zu werden .. |
| mcbear | damit will ich nicht sagen, dass diese menschen von grund auf depressiv sind und leben.. wir sehen uns zumeist auf partys und in clubs :) |
| Ivanka | [I]cened nin sen naid...[/I] Meine Sicht zu diesem Thema... Ich stimme euch zu, ich denke, im Internet wird viel geredet, um auf sich aufmerksam zu machen, schließlich kann niemand überprüfen, was wirklich wahr ist. Wer wirklich Probleme mit z.B. SVV hat, behält sie in der Regel für sich und posaunt sie nicht in die Welt hinaus... Also, ich als Junggrufti (17) kann euch beruhigen, nicht alle Kiddies sind auf der Depritour. Ich sprühe vor grenzenlosem Opptimismus und kenne in meinem Freundeskreis niemand, wo wirklich nur noch depri ist. Klar man hat mal Probleme und Zeiten, in denen man darüber nachdenkt, aber es gibt immer wieder Dinge, die einen aufheitern. Immer depri lohnt sich doch gar nicht und verdirbt anderen auch schnell die Laune... |
| mcbear | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ivanka [/i] [B] Wer wirklich Probleme mit z.B. SVV hat, behält sie in der Regel für sich und posaunt sie nicht in die Welt hinaus... [/B][/QUOTE] .. das mein ich.. W O H E R W I L L S T D U D A S W I S S E N ???????? ... also ich hab zwar keine probleme mit ssv aber a) ich kenne menschen, die erst durch foren mut gefunden haben zu reden.. und b) ich hab einiges in meinem leben anderen menschen (unter anderem aus diesem forum) zu verdanken... weil es eben eine möglichkeit ist sich mit menschen zu besprechen ohne menschen sehen zu müssen.. |
| rosenkind | zwischen herum posaunen und verschweigen gibt es noch sehr viele andere Stufen. Schon mal daran gedacht, dass es manche Menschen gibt, die es irgendwann (villeicht nach Jahren) leid sind, im Sommer mit langen Pullis rumzulaufen? Die es leid sind, ihre Probleme für sich behalten zu müssen? zwischen einem herumposaunen und einem "dazu stehen und sich irgendwo auch mal ausheulen" ist ein großer Unterschied. Mal abgesehen davon gibt es auch genügend Leute, bei denen das Aufmerksamkeit wollen ebenfalls das Symptom einer Krankheit ist. Aber damit genug, wir wollen ja nicht wegen Krankenhauspersönlichkeit ;) geschlossen werden... |
| Seneca | Das Reizwort heisst Hospitalcharakter...! |
| Brixa | @mcbear: Ich habe ja auch geschrieben, dass ich niemandem absprechen will, wirklich Depressionen zu haben. Es ist nur eben so, dass ich in meinem Leben schon oft Leute kennengelernt habe, die dauernd ihre "Depris" zur Schau trugen und 10 x pro Tag ihren Selbstmord ankündigten, und das wegen jedem Furz, der ihnen quer steckte - so dass man das irgendwann nicht mehr ernst nehmen konnte. Eine andere Person, die ich kannte, war zwar immer mehr in sich gekehrt, hat aber niemals ihre Depressionen nach außen gekehrt - bis sie plötzlich tot war... Glaub mir, ich schreibe Dinge nicht einfach so dahin, ohne Erfahrungen damit gemacht zu haben. Aber ich schreib's nochmal: man kann nicht alle über einen Kamm scheren und ich wollte niemandem auf den Schlips treten. Ich bin im Grunde so wie einige hier der Meinung, dass viele jüngere Leute gern ihre angeblichen Depressionen zur Schau stellen, die eigentlich keinen Grund zum Jammern haben. Denn Probleme in der Schule oder mit den Eltern, eine kaputtgegangene Beziehung oder dass man nicht in die Disco darf, weil man Hausarrest hat (alles hier schon gelesen im Zusammenhang mit "flenn flenn, mein Leben hat keinen Sinn mehr, ich bring mich um") sind Probleme, die man bewältigen kann. Aber wie gesagt, sowas sieht man auch erst mit zunehmendem Alter anders und vielleicht kann ich mich in die Leute einfach nicht mehr reinversetzen... :rolleyes: [SIZE=1](Ich entschuldige mich schon mal für meine unsensible Ausdrucksweise, aber manchmal kann icheinfach nicht anders...)[/SIZE] |
| GothLady | Also erstmal frag ich mich warum sich eigentlich so viele Leute zutrauen zu wissen, wer nun pseudo-depri ist und wer wirklich Probleme hat. Ich denke auch Leute, die anscheinend nur so tun, als hätten sie eine Depression oder Borderline oder sonstwas haben ja anscheinend ein Problem, sonst würden sie nicht so tun als hätten sie eine psychische Krankheit... |
| mcbear | @Brixa: sorry.. ich reagierte wahrscheinlich wieder mal etwas schneller als ich dachte.. ich kenne nur wenige, die wirklich heulen obwohl sie nichts (oder lebensalltägliches) haben.. dann noch ein paar, die sich damit offen auseinandergesetzt haben.. und leider auch ein paar, die sich mehr verschlossen haben und es so nur noch schlimmer machten.. ich kenne jemanden, der gerade genau so agiert.. flöhlich strahlend... den ganzen tag eine maske, die diese person zerstört. und wenn dieser mensch sich unbeobachtet.. alleine fühlt bricht er zusammen. mir tut das weh.. ich kann nichts machen und das schmerzt.. bitte nehmt diese bitten um zuwendung ernst. |
| rosenkind | auch alltägliche Situationen werden von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich erlebt, was der eine mir nichts, dir nichts wegsteckt, daran hat der andere ziemlich zu knabbern, wegen einem unterschiedlichen Maß an sensibilität oder einfach einem anderen Lebenslauf. Jemand, der beispielsweise in einer Beziehung auf eine Symbiose zustrebt, der praktisch seinen ganzen Lebensinhalt auf den Partner konzentriert (nur um dieses Extrem mal als Beispiel zu nehmen), den wird das Ende dieser Beziehung wesentlich mehr mitnehmen als jemand, der auch in einer Beziehung immer nach seinen Freiräumen und einem Lebensinhalt neben dem Partner gesucht hat. Somit kann man auch hier nicht über einen Kamm scheren. Punkt. Mehr möchte ich dazu nicht äußern. |
| mcbear | symbiose.. das hast du schön gesagt. |
| Sathana | [QUOTE]Für geht gthic einher mit Philosophie und dem damit verbundenen Nachdenken und Fragen nach dem Warum. Ich denke, dass ich da für meht als nur ein paar Leute stehe. Die Szene bietet einem die Möglichkeit zu Hinterfragen und dabei nicht verurteilt zu werden, und wenn man die falschen Fragen stellt, auf die man keine oder die falsche Antwort findet, kann es passieren, dass man sich schnell in einer Illusion aufhängt.[/QUOTE] Ich finde in die Gothic-Szene wird immer viel zu viel hineininterpretiert. Im Prinzip ist die Szene doch genauso oberflächlich wie alle anderen Szenen auch. Es gibt auch hier die Modepüppchen, die jeden Samstag einen neuen Lackdress anziehen müssen, dass sie auffallen, wie es "normale" Leute gibt, nette, unsympatische, depressive usw. Mag sein, dass ich gewisse Vorbehalte bei den Depressiven hier habe, mir ist halt einfach aufgefallen, dass sich viele Leute im Internet unheimlich aufplustern nur um immer wieder das selbe Mitleidsgefasel zu hören. Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch ein paar wenige wirklich Depressive, die halt auch aufgrund dessen für einige Zeit krankgeschrieben sind und wollte mich halt auch einfach mal ein wenig informieren, aber dabei stößt man auf so viel schrott, dass man es einfach irgendwann leid ist das Zeug zu lesen, weil das halt wirklich nur Pseudos sind. Man sollte hier wirklich unterscheiden zwischen depressiv und schlecht drauf, weil man halt gerade mal vom Freund verlassen wurde oder weil halt gerade mal eine nicht so tolle Zeit auf einen zu kommt. Aber nur weil man halt mal was unangenehmes einstecken muss heißt das ja noch lange nicht, dass man depressiv ist und sich gleich umbringen muss. |
| mcbear | ich weis net... an sich hast du vollkommen recht.. mit einigen sachen (übrigens die idee von "püppchen" in der gothic-szene find ich echt erheiternd) allerdings ist diese mittelpunkt-sucht nicht etwas, dass schon im frühen kindesalter zustande kommt? danach ist es dann doch nur noch befriedigung dessen.. also wenn jemand so agiert und damit erfolg hat, dann macht ers doch weiter.. also haben wir in unserer generation nich mehr wirklich die möglichkeit es zu unterbrechen... und auch generell.. das is eben wieder typisch mensch.. es ist eben wirklich so.. die schuld der eltern wird immer an das kind abgetreten.. das kind leidet immer unter allem, was den eltern ebenfalls schmerzen bereitet. ---ich glaub das thema is aber wiederum zu groß... jedenfalls für diesen thread |
| rosenkind | [QUOTE]ich dachte da auch eher an die konkrete konsequenz vom "abblitzen" an der coolen-fraktion aus welchem sich dann das verlangen gründet, jetzt auch irgendwo mal im spotlight zu stehen oder bemerkt, be- und geachtet zu werden.[/QUOTE] grade DAS denke ich spielt bei jedem, der sich einer Subkultur anschließt IMMER irgendwo mit. |