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  Forum: lebens : ART
    Thema: Ritzen dauernd zum Thema machen. Muss das sein?
WinterbornBevor ich hier böse angelabert werde: Ich bin auch betroffen. So, hab ichs rausgehauen.

Was mir so auf den Geist geht ist, dass eine Menge Leute anscheinend der Meinung sind, jeder Wildfremde müsste unbedingt von ihrem Seelenleben erfahren. Gerade heute war es wieder so:

Zufällig traf ich auf dem Marktplatz ein paar Bekannte, die mit den ganzen Kleinstadtpunks rumhingen. Ich schnackte mit einem Jungen aus meiner Klasse, der neben so ner komischen Punktusse rumhing, an der mir natürlich zuerst die zahllosen Narben auffiehlen. War auch nicht schwer, ihre Kleidung war intelligent so gewählt, das sie betroffene Stellen keineswegs verdeckte. Ich rede also mit besagtem Typen über die Schule, es entsteht eine Gesprächspause und dann: "Achja, es ist so furchtbar, ich bin wiedermal total depri..." Ich gucke das Mädel an, dass bis eben noch gegrinst hatte und sage nichts. "Boah, schon seit gestern, dass war so schlimm... Ich habe mich seit 3 Wochen das erste mal wieder geritzt..." Ich denke nur "Bla" und schaue meinen Kumpel an. Er sagt tatsächlich was: "Wieso, was war denn so schlimm?" "Ach, ich weiß auch nicht, wie damals in Schleswig eben." Sie guckt mich lange an, um auch ganz sicher zu gehen, dass ich verstanden habe, dass sie schon in der Jugendpsychatrie war. Aber, was ein Wunder, ich reagiere nicht. Sie holt noch weiter aus. "Ich weiß sowieso nicht wie ich das alles schaffen soll, den ganzen Psychokram, ich fang ja bald mein Praktikum an und dann muss ich auch noch die Narben verstecken." Abgesehen, dass man sich natürlich auch selber dann irgendwann recht unwohl fühlt, macht mcih dieses "Ich erzähle wildfremden Leuten meinen psychischen Hintergrund" sowieso recht krank. Ich meine, was soll das? Denken die echt das interessiert jemanden? Oder das man darauf antwortet? Oder ihnen gaaaaaaaanz viel Mitleid spendet? Ich meine, was wollen solche Leute dann eigentlich von einem? Einfach nur Aufmerksamkeit? Verständnis? Können sie das nicht ihrem Therapeuten erzählen?

Ritzen aufgrund von zu wenig Aufmerksamkeit von fremden Menschen? Kann man sich so uninteressant fühlen?
.kbein problem hat sie auf jeden fall, vielleicht nicht das das sie vorgibt, wohl eher das sie gern bemitleidet wird ..
belladonnaJa, man kann sich so uninteressant fühlen, daß man sich eine psychische Erkrankung förmlich herbeisehnt, nur um nicht den schweren Schritt, seine eigene Durchschnittlichkeit zu akzeptieren, machen zu müssen. Ich schätze mal das Mädel war noch ziemlich jung? Vielleicht wird das ja noch. Vielleicht war ihr Ritzen und ihr Klinikaufenthalt das einzige, was ihr in ihrem bisherigen Leben jemals Aufmerksamkeit und Respekt eingebracht hat.

Wenn man erstmal in die Situation kommt, Verantwortung übernehmen zu müssen, für sich und vor allem für andere, dann überlegt man sich zweimal, was man sich und anderen da eigentlich antut. War bei mir jedenfalls so;)
Winterborn[QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i]
[B]
Wenn man erstmal in die Situation kommt, Verantwortung übernehmen zu müssen, für sich und vor allem für andere, dann überlegt man sich zweimal, was man sich und anderen da eigentlich antut. War bei mir jedenfalls so;) [/B][/QUOTE]

Ja, bei mir auch ^^ Vielleicht sollte ich das solchen Mädels auch mal sagen.

Aber jung war sie eher nicht, 17 wahrscheinlich.
.kbpassiert dir sowas öfters? evtl. wirkst du ja besonders vertrauenserweckend ^^

wenn du schreibst das eine menge leute der meinung sind dir ihr seelenleben zu offenbaren ;)
Darket[QUOTE]Aber jung war sie eher nicht, 17 wahrscheinlich.[/QUOTE]
Was soll denn das sonst sein, wenn nicht jung? Verdammt jetzt fühl ich mich mit meinen 22 schon fürchterlich alt...
jorindeoh..aber das kenne ich >.<...
manche menschen müssen sich krankhaft mitteilen und nutzen jede gelegenheit von sich zu erzählen...
ich beziehe das jetzt nocht nur auf psychische erkrankungen die man mir unter die nase hält..nein, auch das privatleben mit partner, familie oder sonst etwas muss vor mir dagelegt werden...
meist schweige ich dazu auch..und dann treffen mich blicke die förmlich danach verlangen das ich fragen stelle...
*seufz*
ja, nerven tut es schon...sehr sogar...
es gibt dinge die will ich von anderen menschen nicht wissen, es sei denn ich bezeichne sie als mehr als nur gute freunde
SenecaWährend ich es als absolut notwendig empfinde, solchen Leuten zuzuhören, sehe ich es ebenso notwendig an, ihnen klarzumachen, das man sich mit Selbstverletzenden Verhalten nicht beliebter macht, und auch das vielbeschworene Mitleid Grenzen kennt.
Die erste Grenze stellt immer die eigene psychische Unversehrtheit dar.
rosenkind[QUOTE]Verdammt jetzt fühl ich mich mit meinen 22 schon fürchterlich alt...[/QUOTE]

nachdem ich gestern eine Gruppe schwarzgekleideter 12-Jähriger gesehen habe, wurde auch mir bewusst, dass man heutzutage ab 20 ein Altgruftie ist :D


Aber zum eigentlichen Thema.
Ich denke, man sollte nicht zu hart richten, klar, wenn man selbst noch betroffen ist, ist das schwer, denn man hat selbstgenug Probleme. Aber sobald man die Sache (einigermaßen) überstanden hat und man es aus der nötigen Distanz betrachten kann, sollte man diesen einseitigen Standpunkt verlassen können.

Das Problem ist, denke ich einfach, dass wir heute in einer sehr narzisstischen Epoche leben und da eine Subkultur im Endeffekt auch nur eine Erscheinung einer Epoche ist, wirkt sich das auch dort aus. Was ich damit meine ist, ist, dass sich heutzutge viele nur noch um sich selber kümmern. Ich sehe leider viele Freundschaften oder sagen wir mal Verbände von Menschen, in denen sich "Solidarität" darauf beschränkt, dass man gemeinsam auf die Piste geht. Ohnehin ist Selbstinszenierung ein großer Bestandteil unserer Kultur. Als Beispiel nehme ich mal die Mädchenzeitschriften. Es muss sich jeder aufstylen und in Szene setzen. usw usw usw.

Wenn man Solidarität nie kennengelernt hat und eigentlich immer irgendwie übergangen wurde, allein war mit den Emotionen (was, wie du sicher auch selber weißt, einer der größten Gründe ist, warum man mit dem Scheiß anfängt). Wenn man in einer Welt groß geworden ist, in der sich ja eigentlich jeder nur um seinen eigenen Mist kümmert, hat man es auch nie gelernt ein freundschaftliches Netzwerk zu nutzen, um [B]ernsthaft[/B] über Probleme reden zu können, dem bleibt in dieser Welt eigentlich nicht mehr übrig, als durch den Schock, den man bei anderen auslöst, noch das bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen, das man braucht, um nicht völlig abzusacken.

Denn eine aufrichtige, heilende Aufmerksamkeit, echtes Interesse, sind sehr sehr selten.

Dieses "hintenrum" ist im Prinzip auch nicht mehr als ein verzweifelter Hilfeschrei. Eigentlich braucht man dringend freundschaftliche Aufmerksamkeit, die einem hilft, zu genesen. Die bekommt man aber nicht in dieser Welt. Das eigentliche Bedürfnis, nämlich Hilfe, wird so verpackt, vielelicht auch aus Angst, dass die echten Gefühle zertrameplt werden könnten. Ich erinnere mich, dass ich mal etwas ähnliches bei einem Freund gemacht habe. Ihn geschockt, weil ich nicht fähig war, über meine wahren Gefühle zu sprechen, aus Angst, unverstanden zu bleiben.

Fakt ist, dass auch Menschen mit solchen Problemen nicht weniger Egoisten sind, als der Rest um einen herum. In einer Welt, in der sich jeder nur für sich interessiert, kann man ja auch nur schreien.

Es ist schwer auszudrücken, was ich meine, ohne dass es zu weltschmerzlerisch klingt.

Aber nehmen wir mal das Beispiel. 5 SVVler sitzen in einem Raum. draueßn in der Welt interessierts keinen, wie es ihnen geht und was sie kennengelernt haben, war eigentlich nur, jeder kümmert sich um seinen eigenen Mist. was machen sie: jeder trumpft auf, wie tief, wie oft, warum. Ein Wettbewerb. Alle reden, aber keiner der 5 hört wirklich zu. Es fehlt einfach die Solidarität. Wenn jeder anerkennen würde, dass die anderen 4 ebenso leiden wie er selbst, dann könnte man sich gegenseitig helfen. So ist keinem geholfen.

Grade diese Solidarität muss man erstmal lernen. Lernen, dass es nicht nur "entweder ich schreie oder keiner sieht mich" gibt, dass einer, der mehr Probleme hat, einem selbst nicht das Anrecht auf Hilfe wegnimmt, wenn es einem dreckig geht. Das Verständnis, Zuhören und Helfen ein Gut ist, das jedem zusteht und das man nicht dadurch verliert, dass man anderen es ebenfalls zugesteht. (Eine Sache übrigens, die ich erst in der Threapie gelernt habe).

In gewisser Weise ist also das Desinteresse an den Problemen der anderen auch (mit) die Ursache für solche Phänomene. Ganz nach lacrimosa: "dass die Mauern des Alleinseins die des Egoismus sind".

Natürlich kann nicht einer nur zuhören und einer nur schreien, geben und nehmen ist die Devise. Aber daran fehlts leider vielerorts.

ich will dir damit nun nicht sagen: geh zu ihr und hör ihr zu. Weil du selbst betroffen bist, bist du vielelicht(noch) gar nicht in der Lage eben das zu tun. Aber ich will damit erklären, wieso es meiner Meinung nach zu diesem Phänomen kommt.

btw: T-shirts tragen würde ich da nun nicht unbedingt in die Aufmerksamkeitssparte schieben. Es kann auch gut und gerne sein, dass es jemand einfach satt hat, im Sommer übermäßig zu schwitzen und zu riskiren umzukippen und ihm das wichtiger ist und er es halt dafür in Kauf nimmt, dass man sein Problem sehen kann.

ansonsten pflichte ich seneca bei, das kann ich unterschreiben.

in ruppen, wo man mit so einem Problem auf [B]wirklich[/B] offene Ohren stößt, ist meiner Erfahrung nach, diesem Problem auch !weniger! verbreitet, weil sich das Kernproblem das man hat nicht in diese Suche nach Aufmerksamkeit verstecken muss.
UrvaterEntschuldigt, wenn ich hier etwas wie "der Weise vom Berge" klinge. Aber ich hab echt schon einiges hinter mir (will ich nicht einzeln nennen, aber 56 und unheilbar krebskrank reicht wohl...)
Über den Punkt, mich selbst zu bemitleiden (und darüber das Leid andrer nicht sehen zu können) bin ich längst hinaus, carpe diem.

Es tut weh, Menschen leiden zu sehen. Und deshalb gibt es für mich auch kein "hart" oder "weniger hart" urteilen über das Verhalten von Menschen, die das sicher um alles in der Welt gern anders hätten. Es gibt überhaupt kein Urteilen, es gibt nur Zuhören (echtes) und so gut wie möglich helfen. Echt zynisch und menschenverachtend finde ich solche Kommentare (schon gelesen, von "Psychologen"), die SVV als "phasenweisen, altersbedingten Weltschmerz" abtun. Es geht auch nicht darum, ob jemand 13 oder 70 ist. Es geht einzig um den Menschen.

Sinn der langen Vorrede :
Ich versuche jeden, der einen solchen Hilfeschrei von sich gibt, als Bruder oder Schwester zu sehen , der/die in Not ist, nicht in irgendeiner, sondern in existenzieller. (Leider existiert dieses Verständnis von Menschsein kaum noch, vielleicht bei den Zeugen Jehovas... -nee, ich bin keiner, das soll das nicht heißen- ).
Und wenn ich helfen kann, soweit das mit Gedanken und Worten geht, dann versuche ich das. Perspektiven aufzeigen, an Möglichkeiten erinnern, und am wichtigsten : wirklich aus der Seele heraus ernst genommen zu werden ... das sind vielleicht Möglichkeiten, die dem Betroffenen helfen.

Viele, auch hier, sind sich zu schade dafür, oder zu indifferent --- oder auch einfach zu faul. Oder haben nichts kapiert.

Aber - es geht um MENSCHEN.

Der Schwarze Urvater
SenecaRichtig, und genau als solcher muss man ab einem gewissen Punkt sagen dürfen... "Ich kann Dir nicht mehr zusehen"
Speziell wenn langfristrig kein Wille zur Änderung zu sehen ist.

Ich denke Fälle dieser Art erlebt früher oder später jeder in seinem Umfeld.
Zuhören und Mitfühlen hilft aber nicht...das Einzige was hilft ist entweder eine Änderung der auslösenden Umstände oder eine Therapie, wobei letzteres ohne ersteres keine langfristigen Erfolge bringt sondern oft nur eine Verschleppung der Symptomatik...So wurde aus manchem "therapierten" SVVler zuletzt doch noch ein waschechter Suicidant.

Wenn man dazu neigt sich vieles nah zu Herzen zu nehmen, ist der Weg nicht weit, einfach zu folgen.

Das prekäre dabei ist ja daß speziell in "gewissen" Kreisen mit SVV regelrecht um Zuneigung geworben wird... gibt man dem unwissend und naiv nach, öffnent man Tür und Tor für alles mögliche, nur nicht zum Besseren.
UrvaterKlar, manche kokettieren damit. Aber das entlarvt sich ganz schnell.
belladonnaIch zitiere mal Auszüge aus dem Artikel "Von der Kunst sich selbst zu lieben" aus Publik-Forum. So als kleiner Denkanstoß:

Die Selbstliebe ist umstritten. Von Anfang an. Sie sei das größte Übel, meinte schon Platon, denn sie halte die Menschen davon ab, gut und gerecht zu sein. Doch sein Schüler Aristoteles konterte: Sich selbst nicht lieben zu können ist ein noch viel größeres Übel, denn es verhindert, andere Menschen lieben zu können. Schon im vierten Jahrhundert vor Christus führte Aristoteles in der Nikomachischen Ethik vor Augen, daß Freundschaft zu den vortrefflichsten Gütern zu zählen ist. Die wahre Freundschaft, die auf der gegenseitigen Zuwendung um ihrer selbst willen beruht. Viele Jahrhunderte später, 1788 sprang ihm Adolph Freiherr von Knigge zur Seite, als er in seinem WErk Über den Umgang mit Mencshen in einem kleinen Kapitel auch über den Umgang mit sich selbst schrieb: "Wehe dem, der sein eigenes Ich nicht kultiviert, statt dessen sich zu viel um fremde Dinge kümmert und fremd in seinem eigenen Hause wird! Er hat nichts mehr, wohin er sich zurückziehen kann, er verletzt die Freundschaft mit sich selbst, seinem teuersten Freund, und das könnte sich bitter rächen, denn es gibt Augenblicke, in welchen der Umgang mit seinem Ich der einzig tröstliche ist. Das Ziel ist Selbstfreundschaft, um ebenso vorsichtig, redlich, fein und gerecht mit dir selber umzugehen wie mit anderen. Und wie einem guten Freund gegenüber auch in unangenehmen Dingen aufrichtig gegen sich selbst zu sein, fern von Schmeicheleien." Es darf zu keiner Selbstvernachlässigung kommen: Daher kennt Knigge Pflichten gegen uns selbst, die sogar die wichtigsten und die ersten sind. Sie finden ihren Ausdruck in der leiblichen und seelischen Sorge für sich.

"Das wichtigste Geschenk an sich selbst ist die Aufmerksamkeit", sagt auch der Philosoph W. Schmid: "Menschen brauchen Aufmerksamkeit. Man sieht es an sich selbst. WEnn ein Mensch, den man schätzt und liebt, die Aufmerksamkeit abwendet, hin zu einem andern oder dem Fernseher oder seiner Arbeit, dann weckt dies ein sehr schlechtes Gefühl. Das ist von Kindesbeinen an so, daß Menschen Aufmerksamkeit brauchen, daß sie das Auge von jemandem auf sich ruhen fühlen wollen, möglichst das wohlwollende Auge. Und das ist im Umgang mit uns selbst ganz genauso. Wir wollen unser Auge auf uns gerne fühlen, wir mögen es nicht gern, wenn wir ständig im Umgang mit uns selbst nur in die Röhre gucken, wenn wir pausenlos auf Partys unterwegs sind und alle Aufmerksamkeit auf andere werfen, aber nicht auf uns. Da werden wir mit uns selbst unzufrieden. Also ist es das erste Geschenk: ich widme mir Aufmerksamkeit. Ich persönlich mache das auch. Jeden Tag ist eine bestimmte Zeit reserviert, in der ich mich nur mit mir selbst befasse und mit mir selbst und meinen eigenen Dingen. Und es ist ein halber Tag in dder Woche, da streife ich durch die Gegend, gucke mir etwas NEues an und bin dabei ganz mit mir selbst befaßt."
"Aha, auch so ein Egoist" Diesen Satz mußte sich der Philosoph W. Schmid öfter anhören, weil er mit seinem Buch für die Selbstfreundschaft plädiert.

"Die Selbstfreundschaft" so erklärt Schmid, "soll dazu beitragen, sich sehr wohl mit sich zu befassen, aber letzten Endes nur zu dem einzigen Zweck, fähig zu werden, daß Verhältnis zu anderen besser eingehen und gestalten zu können, reifer zu werden für Beziehungen zu anderen, denn viele Beziehungen scheinen darunter zu leiden, daß die jeweils Beteiligten mit sich selbst nicht sehr gut umgehen können."

Ich liebe mich - in guten wie in schlechten Zeiten. Auch wenn ich versage, krank werde, alt aussehe, mich hässlich fühle. ich liebe mich, auch wenn andere mich anfeinden, wenn ich in ihren Augen nciht funktioniere, wenn ich Fehler mache. Ich bleibe bei mir, bleibe mir treu, verlasse mich nicht. Ich liebe mich.
Wer mit sich selbst befreundet sein will, sollte sich in die Kunst des Unglücklichseins einüben. Es ist ein Problem des modernen Menschen, daß er partout glücklich sein will, daß er das Negative, was ihm im Leben begegnet, feindselig abwehrt. Aber wie soll er dann das Unglück einer Krankheit, seines Alterns, seiner Gebrechlichkeit - das Unglück seiner vielen, vielen Unvollkommenheiten - bewältigen? Sollen ihm immer nur die Anderen seine Schwächen und Fehler verzeihen? Und was, wenn sie ihm diesen Liebesdienst verweigern? Es bleibt uns doch gar nichts anderes übrig, als uns selbst zu lieben - wenn wir uns nicht hassen wollen.

Nicht an unseren Schwächen werden wir zu Grunde gehen, sondern an unserer Stärke.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Aber müsste es nicht eigentlich heißen: Liebe dich selbst wie deinen Nächsten? Der Mensch ist sich selbst sein größter Feind. In seinem Buch: "Gut mit sich selbst umgehen" nennt der Benediktinerpater Anselm Grün ein ganzes Heer von Gegnern, das sich in unserem Inneren heftige Gefechte liefert. "In jedem von uns steckt wohl die Tendenz des gewaltsamen Umgehens mit sich selbst. Jeder hat in sich die Veranlagung, seine Aggressionen gegen sich selbst zu richten. Rigoros gehen wir gegen uns selbst vor. Da ist viel Härte und Rechthaberei. Härte gegen sich selbst hat ihre Ursachen meistens in der eigenen Lebensgeschichte. Da gibt es Menschen, die als Kinder verletzt worden sind. Wenn sie ihre Wunden nicht anschauen und bearbeiten, sich mit ihnen aussöhnen, sind sie dazu verdammt, ständig sich selbst und andere zu bestrafen und verletzten."
Eisblume7Dieses verhalten des metchen nennt man eine "hobbyritzerin". das sind leute, die sich ritzen um aufmerksamkeit zu bekommen. natürlich ist das nicht gleich jeder, der seine narben nicht perfekt jederzeit verdeckt, aber schon die, die es richtig zur schau stellen und es betonen, dass si sich ritzen. oft sind leute betroffen, die einfach zuhause oder hallt sonst in der umgebung nicht gerade im mittelpunkt stehen aber anderen immer zuschauen müssen wie sie "begehrt" werden.

also ich verdecke z.B nur neue oder einfach noch verkrustete wunden. sobald es hallt "nur" noch ne narbe ist laufe ich schn an sehr heissen tagen in t shirts... ich meine wens intressiert kann doch hinstarren oder letern, aber mir ist das egal :q von wildfremden menschen will ich keinen mitleid! was bringt das?

also damit hab ich schon alles gesagt was ich sagen wollte:)

lg eisblume
rosenkind[QUOTE]wobei letzteres ohne ersteres keine langfristigen Erfolge bringt [/QUOTE]

wobei man allerdings auch beachten muss, dass viele "Umstände" nicht gänzlich unabhängig sind von eigenen Verhalten, bzw Reagieren und Umgang mit Emotionen, an deren Änderung eine Therapie ja ansich hauptsächlich arbeitet. Wenn ich mit Emotionen anders umgehe, reagiere ich auch anders und das wiederum verändert die Situation. Das gilt natürlich nicht nur für die Therapie

Das "sagen, wenn es einem selber zu viel wird" ist glaube ich ein gutes Beispiel dafür. Durch dieses veränderte Verhalten, verhindere ich, dass ich in eine Situation komme, in der es "gefährlich" für mich wird. Andere tun das in dieser Form eben noch nicht und dann wird es auch gefährlich für sie.

Es hängt halt eben alles zusammen. Natürlich kann nicht alles durch bloße Verhaltensänderung erreicht werden. Wenn ich z.B. zuhause lebe und mein Vater prügelt mich jeden Tag grün und blau, dann muss ich aus dieser Situation raus, klarer Fall. Aber das ist auch nicht Aufgabengebiet der Psychotherapie. Höchstens einen Resignierten wieder soweit aufzubauen, dass er selbst alle Möglichkeiten nutzt und sucht, um die äußeren Umstände zu ändern.

und damit bin ich bim nächsten Punkt, der mir gestern noch einfiel, als der PC schon aus war:
[QUOTE]Können sie das nicht ihrem Therapeuten erzählen? [/QUOTE]

eine solche Einstellung halte ich für fatal, weil es genau das ist, was im Endeffekt eine Therapie sinnlos macht. Sicher kann das Umfeld nicht [B]alles[/B] mittragen, aufgrund mangelnden Fachwissens und auch Nähe, dennoch dürfen die Probleme nicht einfach gänzlich in die Therapie abgeschoben werden. Ein Mensch, der Probleme hat, ist ein Mensch, der Probleme hat, egal ob er bei dem alten Mann mit dem weißen Bart (übrigens alles gute nachträglich zum 150. ;) ) auf der Couch liegt oder mit Freunden in der Eisdiele sitzt. Mein Therapeut sagt öfter sinngemäß "Was wir hier machen ist im Prinzip eine Übung für das Leben da draußen". Das heißt, was eine Therapie (auch) vermitteln soll ist, wie man seine Probleme auch mit anderen richtig bespricht, Hilfe annehmen kann ect. Es bringt nunmal nichts, wenn ich nur meinem Therapeuten anvertrauen kann, dass Papa mich als Kind... dann beende ich die Thera irgendwann und werde draußen wieder das, was ich vorher war. Nein, es geht auch darum, zu lernen, mit anderen drüber reden zu können.

Ohnehin ist meiner Meinung nach die Grundessenz jeder Therapie etwas, was eigentlich jeder tagtäglich leistet und tut mit ihm nahestehenden Menschen: zuhören, Tipps geben, gemeinsam das Problem durchleuchten, trösten. Aber auch sich fallen lassen, Hilfe annehmen, Tipps anhören, sich trösten lassen. Etwas anderes ist es nicht.

Einzig und allein die Komplexität der verschiedenen Abweichungen und deren Hintergründe und die Intesität, mit der an das Problem herangegangen werden muss, macht diesen Beruf notwendig.

so jedenfalls meine Erfahrung.


[QUOTE]Dieses verhalten des metchen nennt man eine "hobbyritzerin". das sind leute, die sich ritzen um aufmerksamkeit zu bekommen. natürlich ist das nicht gleich jeder, der seine narben nicht perfekt jederzeit verdeckt, aber schon die, die es richtig zur schau stellen und es betonen, dass si sich ritzen. oft sind leute betroffen, die einfach zuhause oder hallt sonst in der umgebung nicht gerade im mittelpunkt stehen aber anderen immer zuschauen müssen wie sie "begehrt" werden. [/QUOTE]

Und DAS ist nicht mehr als [B]ein dummes Vorurteil[/B]. Sicher gibt es Leute, auf die das zutrifft. Aber mir sind durch einen Freund auch schon etliche Leute begegnet, die sich [B]genauso[/B] verhielten und wirklich ernsthafte Probleme hatten.

@belladonna
genau das meinte ich. geben und nehmen, beides muss da sein, damit jeder sich wohl fühlen kann. "liebe deinen nächsten wie dich selbst" wird viel zu oft falsch verstanden in meinen Augen, nämlich, dass der zweite Teil des Satzes nur dazu dient, deutlich zu machen, wie sehr man einen anderen lieben soll. Aber da hätte man auch andere Metaphern finden können. Nein, der Satz lautet "liebe deinen Nächsten wie [B]dich selbst[/B]". wie kann auch "sowie" bedeuten. Dieses ganze Ideal um Selbstlosigkeit und Selbstaufgabe ist in meinem Augen sowieso ein falsches. Es beruht immerhin auf der Ausbeute zumindest eines Menschen. Und ist das wirklich christlich?
Eisblume7ja, aber nun wie heisst das so schön: ausnahmen bestätigen die regel.
nun es gibt hallt sicher mehr als genug leuten die dieses verhalten haben, aber nun es gibt nichts, dass snicht gibt...

lg eisblume
rosenkind[QUOTE]ja, aber nun wie heisst das so schön: ausnahmen bestätigen die regel.[/QUOTE]

Aber du hast etwas als Regel hingstellt, von dem du gehe ich mal aus, bei den wenigsten wirklich weißt, ob es die Regel ist. Ich bin inzwischen skeptisch mit solchen Urteilen. Grade wenn sie von (Ex)-SVVlern kommen. Der (unbewusste) Neid um die Aufmerksamkeit, die "die" kriegen, die man selbst so dringend bräuchte und die Tatsache, dass sie nach dem eigenen Gefühl etwas ins Lächerliche ziehen, was einen selbst so bitter betrifft, dürfte das Bild, das man sich macht nicht unerheblich beeinflussen. In erster Linie sind das ja Empfindungen und aus solcher Hinsicht auch okay, nur sollte man sich hüten, ohne die Objektivität beim Betrachten, die man in so einer Situation eben nicht aufbringen kann, das, was man selber drüber denkt als Wahrheit hinzustellen.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich da nicht einfach so irgendwas vor mich hinlabere. Ich habe in meiner schlimmsten Zeit genau dasselbe gedacht, wenn ich irgendwo jemanden im T-shirt sah, mit Strichcode auf dem Arm, im Winter. Und ach heute kommen solche Gedanlken manchmal immernoch. Aber nachdem ich dann irgendwann mal eine Phase in einer besseren Zeit hatte, in der ich am liebsten selbst mich so verhalten hätte, damit mich endlich mal wer registriert, kamen die anderen Gedanken darüber.
Eisblume7Also ich will das nicht runterspielen, denn eigalö aus welchen gründen man in sowas reingeratet, es ist immer was schlimmes. Aber wenn man von anfang an unterstützung hat und rauskommt bevor man richtig drin steckt, dann is es hallt nbisschen einfacher...
Ich selbst hab es mindestens ein halbes jaahr täglich gemacht, bis ich jemand traf, der selbst rauskam.Er machte mir klar, dass ich einen zu grossen stolz habe um mir das anzutun. Jetz bin ich etwa schon einen monat clean und mächtig stolz auf mich... aber wer weiss.. naja ich hoffe mal das andere betroffene auch so eine chance bekommen wie ich sie im moment habe und sie auch nützen

lg Eisblume
psychochickenIn meinem Bekanntenkreis ist etwas ähnliches passiert. Eine Freundin von mir hat schon recht lage und nciht wenig mit SVV zutun, sie ist in Therapie, ihre Freunde wissen Bescheid, aber da sie eben nicht immer langärmlig herumläuft, kommen manchmal Kommentare wie "Naa, war das deine Katze - oder bist du selbst die Katze?". Dies aus dem Kollegenkreis, von Leuten die es besser wissen sollten, aber gut.

Nun denn, eine Freundin und Kollegin dieser Freundin begann irgendwann kleine Verbände ums Handgelenk zu tragen. Zu einer Jahreszeit zu der man gut etwas hätte darübertragen könne, sie krempelte jedoch die Ärmel hoch, lies sie den Verband später auch mal weg. Nach dem was die erstgenannte Freundin berichtet hat, verhielt sie sich so dass man die Wunden deutlich sehen konnte, sprich sie hat Leuten die Arme mehr oder weniger unter die Nase gehalten. Desweitern hat sie mit ihrem Handy Bilder von den Wunden gemacht und diese gespeichert. Und irgendwie ist es unter den beiden üblich, im Handy des anderen herumzuschauen, naja.

Nun, meine Freundin kam damit zu mir und sagte sie käme sich verarscht vor und wüsste nicht was sie machen solle.

Sicherlich hat jeder der ritzt ein Problem und sollte ernstgenomen werden. Aber ich finde schon, dass Leute die ihre Wunden demonstrativ zur Schau stellen, diejenigen die ebenfalls welche haben, sich aber schämen bzw. nicht mit jedem daüber reden - oder gar mit niemandem, belasten. Ich kann verstehen, wenn solche Leute sich dann verarscht vorkommen.
Das heißt natürlich nicht, dass die aufmerksamkeitsuchenden SVVler nur dumme Poser sind und es nicht verdient haben, dass ihnen jemand hilft. Ich sage nur, für einen "heimlichen" SVVler kann es hart sein, mit soetwas konfroniert zu werden.

Um auf den im Ausgangsthread genannten Fall zurückzukommen - ich fände das ziemlich befremdlich, und in Anbetracht der Tatsache, dass diese Mädchen ja wie es scheint, Freunde hat, die Bescheid wissen, würde ich mich nicht damit auseinandersetzten, es sei denn sie wäre mir aus irgendeinem Grund sympathisch.
belladonnaNaja, jemand der es so weit treibt, daß er seine Wunden noch fotografiert muß nicht unbedingt ein Poser sein. Bei keinem verläuft dieses Krankheitsbild gleich und dies ist wohl eine Form von vielen.
Aber so lange jemand davon ausgehen kann, daß seine Krankheit, sein Problem ihn erst interessant macht, er Aufmerksamkeit bekommt und Spiel mit dem Mitleid von Leuten treibt, die sich sonst nicht für einen interessieren würden (es ist nunmal Fakt, daß man nicht von allen Menschen gemocht werden kann, so wie man umgekehrt ja auch nicht mit jedem auf einer einsamen Insel stranden möchte) wird er damit nicht aufhören.

Warum sollte ich mich auf quasi erpresserische Weise dazu verpflichtet fühlen, mich mit einem wildfremden Menschen zu befassen, den ich einfach unsympatisch finde, bei dem "die Chemie nicht stimmt"? Endweder ich finde jemanden nett und sympatisch oder eben nicht. Da hilft es auch nix mir blutende Arme unter die Nase zu halten.

Ich kann es irgendwie nicht leiden, wenn jemand seine Krankheit benutzt um sich damit eine Vorzugsbehandlung zu ergattern. Und das tun nunmal einige. Und nicht nur Borderliner.
Da habe ich mal sehr über einen jungen Mann aufgeregt (gehbehindert). Ich stand mit dickem Bauch (schwanger), blaß und schlapp an der Kasse und wollte nur noch eins: schnell bezahlen und an die frische Luft. Da drängelt der Typ sich behende mit seinen Krücken an mir vorbei, weil er darf das ja. Der junge Mann war aber bis auf seine Gehbehinderung quietschfidel und hätte gut und gerne noch den Augenblick warten können, ohne daß es ihm wirklich etwas ausgemacht hätte. Das fand ich echt frech. Jemand der Rücksicht erwartet sollte auch in der Lage sein Rücksicht zu nehmen.
Ich bin wirklich keine von der Sorte, der es etwas ausmacht meinen Sitzplatz jemandem zu überlassen, der ihn nötiger hat und ich lasse Menschen, die wirklich ein Problem damit haben lange zu stehen gern vor an der Kasse. Aber in diesem Fall, war nunmal ich diejenige, die Rücksicht gebraucht hätte.

Wie gesagt, es ist natürlich immer traurig wenn Menschen ein Problem haben, aber wenn jemand sein Problem als Mittel zum Zweck benutzt, kann ich echt kein Mitleid mehr haben.
Das ist auch verdammt unfair gegenüber den anderen Betroffenen, die sich wirklich Mühe geben ihr Problem zu überwinden und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
MondsilbertaufeIch habe mal in einem Buch für Psychiatrie gelesen, dass "Ritzen" nicht nur ein Zeichen von Persönlichkeitsstörungen ist, sondern auch bei Leuten mit niedrigem IQ vorkommt.

Hm...
Winterborn[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
[B]Ich habe mal in einem Buch für Psychiatrie gelesen, dass "Ritzen" nicht nur ein Zeichen von Persönlichkeitsstörungen ist, sondern auch bei Leuten mit niedrigem IQ vorkommt.

Hm... [/B][/QUOTE]

Unterschreib ich.

Ich bin auch bereit mit jedem, der Probleme hat, zu reden, solange ich Zeit und das eigene Befinden dazu habe, aber muss das mitten in der Öffentlichkeit, in einer Gruppe von vielleicht 10 Leuten sein, mit einer Person, von der ich nciht mehr als den Namen kenne? Ich finde nicht.

Vielleicht regen mich solche Leute so auf, weil ich sie als einen der Gründe sehe, weshalb ich nie eine Therapie bekommen habe. Wie schon gesagt wurde: Manche sogenannten Ärzte sind der Meinung, manche Menschen würden an SVV nur als "Phase" leiden, und mit eben so einem hat meine Mutter damals gesprochen, als langsam klar wurde, dass ich nicht allein damit fertig werde. Ich war 13. Ich hab es in den Griff bekommen, weil ich ständig in die verheulten Gesichter von Menschen schauen musste, denen ich damit mehr weh tat als mir selbst. Seelischen mit psychischen Schmerz bekämpfen? Klappt nicht.
Von Schuld zu sprechen ist da vielleicht hart, aber ohne diesen Trend ging es mir vielleicht besser, ich müsste all das nicht so allein bewältigen, ich hätte das gröbste vielleicht schon verarbeitet. Meine Mutter arbeitet in einem Drogenentzug, hat also eine Menge mit psychisch Kranken und teilweise auch mit Gothics zu tun, hatte also immer Angst dass ich "so werde wie die".
Anderen nicht mehr weh zu tun, nicht mehr egoistisch nur noch meine Probleme zu betrachten hat mich also kaputter gemacht als ich es war. Und ich will nicht ständig Leute sehen, denen geholfen wurde, weil sie alle anderen mit ihren Narben belastet haben. Nun weiß ich zufällig, da dies ja eine Kleinstadt ist, von besagtem Mädchen auch, dass sie ihre Mutter mit ihrem Verhalten bis zum Suizid gebracht hat, auch wenn diese überlebt hat muss man da was draus lernen, oder?
rosenkind[QUOTE]Ich habe mal in einem Buch für Psychiatrie gelesen, dass "Ritzen" nicht nur ein Zeichen von Persönlichkeitsstörungen ist, sondern auch bei Leuten mit niedrigem IQ vorkommt.[/QUOTE]

sowas sollte man nicht zu laut so wie es dasteht sagen, sonst könnten einige Leute mit ebenfalls niedrigem IQ falsche Schlüsse ziehen :D
(im Übrigen kenne ich SVVler, die weit intelligenter sind als der Durchschnitt)

genauso, wie SVV immer wieder mit Borderline gleichgesetzt wird, nur weil Borderliner oft SVVler sind. :rolleyes:

@Winterbon das tut mir leid für dich. Es ist schon sch***, dass es solche Ärzte gibt.Den Grund dafür sollte man aber in erster Linie nicht bei "solchen Leuten" suchen, sondern bei der Unwissenheit des Arztes. Aber grade wegen solcher Persönlichen Geschichten bin ich immer etwas vorsichtig. ich weiß selber noch, wie hartdas damals als versteckter SVVler war, wenn man solchen Leuten begegnete. Mit Objektivittät ist dann oft nicht viel, was auch absolut okay ist, bei den Emotionen, die man dabei hat. Klar gibt es Leute, die damit nur spielen. Oft genug von Bekannten gehört und selbst gesehen (bei uns gabs mal eine Klasse unter mir einen Trend, sichzu ritzen). Aber genauso wie der Arzt erstmal jeden einzelnen Fall genau ansehen sollte, anstatt ein Pauschalurteil zu fällen, sollte man auch hier genauer hinschauen. Allgemein gesagt. Von Leuten, die noch ziemlich tief in der Scheiße drin hängen erwarte ich nicht, dass sie dieses für sich selber tun, weil da einfach zu viele Emotionen mit verbunden sind.
TajaaleinIch finde, WENN ma sich schon ritzen muss (und ich weiß wovon ich spreche... hab des selber ne zeitlang intensiv gemacht - das erste mal hab ichs gmacht um jemand n schlechtes Gewissen zu machen und des wurde dann wie ne Sucht... echt krass. Ich dachte ned dass des so schnell geht.), dann sollte man des für sich behalten. Also mir war/is des auf jeden Fall vor fremden Leuten peinlich... und au vor den meisten Bekannten/Familie und so weiter. Ich bin sogar nimmer zum Arzt gegangen weil ich Panik hatte dass der des checkt.

Denn schließlich zeigt es andren Leuten wie wenig ma sich selbst unter Kontrolle hat. Und soviel Stolz muss ich doch haben, des ned selber zuzugeben vor andren, oder?

Ich könnte mir des ned vorstellen dass ich mir nur um von fremden (!) Aufmerksamkeit zu kriegen Schmerzen zufüg... vor allem - die Narben bleiben ja ewig... Des is ja sozusagen "ein Eigentor".

Ich könnt mich auf jeden Fall etz noch in Arsch beißen dafür, weil die Narben echt scheiße aussehn und bin stolz auf mich selber dass ichs geschafft hab des seit fast nem halben Jahr nimmer zu machen.
tithyosIch bin neu hier - und finde dann einen Thread, der ein Verhalten anspricht, welches derzeit wohl Mode ist? Wird?
Zum einen ist SVV, psychologisch gesehen, ein Krankheitsbild. Es kommt allerdings auf die Gründe an. Es scheint mir in der schwarzen Szene Mode zu sein mit einer Klinge ein paar offene Stellen zu zeigen. "Seht her, ich bin anders, ich leide!"
Das kotzt mich an, nicht einer dieser Junkies weiß was wirklich im Inneren abgeht, wie oft sich ein Druck aufbaut der nicht geleitet werden kann. SVV ist in den meisten Fällen das einzige, was zeigt "Ich fühle, also lebe ich". Und es beschähmt. "Warum bin ich so?". Selbstzweifel. Suizid.
Das es ein Krankheitsbild ist, durch entsprechende Therapieformen auch in den Griff zu bekommen ist, zeigt dieses Verhalten eben nicht. Hier sei DBT aufgezeigt.
Doch um zu verstehen, warum es passiert muss man zwangsläufig tolerant sein, es verstehen zu wollen. Und hier ist die Masse blockiert, verständnislos wird geglotzt, schlaue Sprüche reizen dabei bis aufs Mark.
Boderline wurde angesprochen. Hier ist SVV nur eines von 5! Merkmalen, welches zutreffen muss - und die Typisierungen sind durchaus konträr.
Doch wie ist umzugehen? Direktes Ansprechen, Hinweisen auf die Folgen dieser Art des Fühlens, zeigen des Weges hinaus aus dem Tal, unterstüzen bei der Therapie. Und Forderungen stellen, niemals hinnehmen aus falsch verstandener Liebe. Es klingt nun so - doch mentale Härte ist der beste Weg, eine nachhaltige Linderung zu erreichen.

tithyos
Winterborn@ tithyos
Du sprcihst sicher aus eigener Erfahrung, aber du kannst das nicht so allgemein darstellen. SVV ist immer anders, hat jedesmal andere Gründe und braucht immer einen anderen Heilungsweg.
tithyos[QUOTE][i]Original geschrieben von Winterborn [/i]
[B]@ tithyos
Du sprcihst sicher aus eigener Erfahrung, aber du kannst das nicht so allgemein darstellen. SVV ist immer anders, hat jedesmal andere Gründe und braucht immer einen anderen Heilungsweg. [/B][/QUOTE]

Ja, ich bezog dies auf Erfahrungen, Deinem Einwand stimme ich natürlich 100% zu - Full ACK! Dies war meine Sichtweise.

beste Grüße, tithyos
black cherie@ tajaalein
gut gesagt!
stimme dir mal 100% zu !
Mondsilbertaufe[QUOTE]sowas sollte man nicht zu laut so wie es dasteht sagen, sonst könnten einige Leute mit ebenfalls niedrigem IQ falsche Schlüsse ziehen[/QUOTE]
Viele haben doch schon ihre Schlüsse gezogen und halten nicht viel von Psychiatern.
[QUOTE]Doch um zu verstehen, warum es passiert muss man zwangsläufig tolerant sein, es verstehen zu wollen. Und hier ist die Masse blockiert, verständnislos wird geglotzt, [/QUOTE]
Was will ein "Ritzer" denn für eine Toleranz? Und woher soll das der Gesunde wissen?
Glotzen ist anscheinend unerwünscht. Wäre ansprechen besser? Nach dem Motto: "Was ist dir denn da passiert?" Wäre dir das lieber? Würdest du denen dann erzählen, was mit dir abgeht?

Ich kann mir vorstellen, die meisten denken: "Das ist ein Psycho. Der ist nicht normal." und befassen sich nicht weiter damit. Sie ignorieren den Krankheitswert und machen es nicht zum Thema, teilweise aus der Unsicherheit heraus, teilweise weil es sie einfach nicht weiter interessiert. Psychos kann man eben schlecht einschätzen denken sie. Somit bleibt das Glotzen.

Also welches Verhalten ist hier angebracht?
Was wollt ihr denn eigentlich?
[QUOTE]Das kotzt mich an, nicht einer dieser Junkies weiß was wirklich im Inneren abgeht, wie oft sich ein Druck aufbaut der nicht geleitet werden kann. SVV ist in den meisten Fällen das einzige, was zeigt "Ich fühle, also lebe ich". Und es beschähmt. "Warum bin ich so?". Selbstzweifel. Suizid.[/QUOTE]
[QUOTE]doch mentale Härte ist der beste Weg, eine nachhaltige Linderung zu erreichen. [/QUOTE]
Und dann muss man sich nicht wundern, wenn andere nichts mit einem anfangen können.
Entweder man will sein Anliegen vermitteln oder man mantelt sich ein. Die Entscheidung trägt allein der Betroffene. Aber er sollte sie treffen. Ansonsten sind seine Vorwürfe unberechtigt.

Vorwürfe gegen die "Normalen" sind schlicht unfair.
Aber vielleicht sind sie ja in "Nachtwelten" unterwegs und können einmal die Gedanken eines "SVVlers"lesen...
[QUOTE]dann sollte man des für sich behalten. [/QUOTE]
DAS z.B. ist mal eine konkrete Ansage.
MontroseIch hab neulich eine Frau, die bettelte, nach ihren zerschnittenen Unterarmen gefragt. Sie sagte "achso, tja."

Hm, so arg viel hat das Nachfragen und Verstehenwollen nicht gebracht.

Ein schöner Anblick ist das ja nicht. Aber wenn man das sagt, bringt es vielleicht auch nicht viel. Wenn man zu einem Kind sagt, Popel sind ekelhaft, dann stochert es ja auch erst recht in der Nase rum.

Es ergibt sich ein Dilemma, daß sich halt als Normalo und wohl sogar als Psychiater nicht umgehen läßt:

Man geht solchen Kaputten am besten aus dem Weg, weil man per Dialog in manchen Fällen eh nichts tun kann. Alles wird ---wie beim popelnden Kind ---- als Waffe eingesetzt, als irres Spiel einer Person, die keine Kontrolle mehr hat. Und deshalb bringt man sich halt selbst in Sicherheit. Mag sein, daß dadurch der andere noch mehr Ablehnung oder Einsamkeit erfährt und sich seine Symptomatik dadurch verstärkt.

Aber so ist das nun halt mal. Wenn man die Wahl hat, ob zwei Leute oder bloß einer hopps geht, dann sollte man sich für die letzte Variante entscheiden. ;)
tithyos[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
[B]Viele haben doch schon ihre Schlüsse gezogen und halten nicht viel von Psychiatern.
[/quote]

Ja - warum nur? Das ist meine Frage- will ich Hilfe, dann gibt es diese. Und ich müsste diese annehmen. Oder wollen.

[quote]
Was will ein "Ritzer" denn für eine Toleranz? Und woher soll das der Gesunde wissen?
Glotzen ist anscheinend unerwünscht. Wäre ansprechen besser? Nach dem Motto: "Was ist dir denn da passiert?" Wäre dir das lieber? Würdest du denen dann erzählen, was mit dir abgeht?
[/quote]

Zum einen wollen wir hier differenzieren - zwischen Krankheit und "Weil cool ist". Der Betroffene aus meiner Sicht heraus will meist akzeptiert werden, er will Hilfe erfahren - und schähmt sich doch. Und Glotzen ist in diesem Fall unerwünscht, ja. Wie bei jedem Menschen mit einer nicht dem Alltagsgehabe entsprechenden Krankheit oder Störung.

[quote]
Also welches Verhalten ist hier angebracht?
Was wollt ihr denn eigentlich?
[/quote]

Was ist angebracht? Will der Betroffene Hilfe, dann hierbei unterstützend wirken. Nutzt er allerdings seine Störung aus - ja, wie umgehen? Hierbei kann ich keine adäquate Auskunft geben - leider..

[quote]
Und dann muss man sich nicht wundern, wenn andere nichts mit einem anfangen können.
Entweder man will sein Anliegen vermitteln oder man mantelt sich ein. Die Entscheidung trägt allein der Betroffene. Aber er sollte sie treffen. Ansonsten sind seine Vorwürfe unberechtigt.
[/quote]

Das ist korrekt. Doch das "Insich verkriechen" ist leider eine Erscheinung, die fast allen SVV'lern anheim ist. Doch hier sei auch das Krankheitsbild beachtet. Diejenige Person, die dies tut, macht es aus Gründen die manch einem fremd sind, abartig. Das weiß diejenige Person - und verkriecht sich. Öffnet sich niemanden. BL lassen wir außen vor.

[quote]
Vorwürfe gegen die "Normalen" sind schlicht unfair.
Aber vielleicht sind sie ja in "Nachtwelten" unterwegs und können einmal die Gedanken eines "SVVlers"lesen...
[/quote]

Meinst Du mich? Oder mit "Sie" im allgemeinen? Die Vorwürfe sind allerdings berechtigt - und unfair zugleich. Und die Gedanken lesen brauch ich nicht. Leider. Doch sehen muss ich es nicht mehr.
MondsilbertaufeDas habe ich fast geahnt.
Ein Mensch, der sich abschottet und dennoch Hilfe möchte, macht andere für seine Situation verantwortlich.
Weil die nichts anderes können als zu erkennen: irgendetwas stimmt nicht mit dem.

Mal ehrlich: Würdest du jemanden verstehen wollen, der dir nur die kalte Schulter zeigt?
Wenn man nicht verliebt ist, verliert man schnell die Lust an solchen Spielchen. Weil es auf eigene Kosten geht.
jorinde@ mondsilbertaufe

du hast vollkommen recht..
wenn der mensch mir wichtig ist dann versuche ich zu helfen..
ich versuche es einmal, ich versuche es zweimal..vielleicht auch ein drittes mal..
wenn man mir jedoch nur die kalte schulter zeigt, jeden versuch abblockt, dann werde ich mich zurückziehen..

jeder ist seines glückes schmied, und zu seinem glück kann ich niemanden zwingen...
und ich nötige meine hilfe auch niemandem auf
tithyos[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]
[B]
Mal ehrlich: Würdest du jemanden verstehen wollen, der dir nur die kalte Schulter zeigt?
Wenn man nicht verliebt ist, verliert man schnell die Lust an solchen Spielchen. Weil es auf eigene Kosten geht. [/B][/QUOTE]

Nein - und vor allem wenn man verliebt ist, sollte zum einen der Betroffene, wenn er denn Hilfe WILL, dem Partner mitteilen, das er etwas "anders" ist.
Die Crux ist wirklich diese Zwiespältigkeit - zum einen Hilfe wollen und doch nicht annehmen (können). Und das meinte ich mit mentaler Härte - sich selber gegenüber. Annehmen. Niemals ablehnen.

Es geht immer auf eigene Kosten, an die eigene Substanz bis hin zum Co-Krankheitsbild. Und das darf niemals sein!

tithyos
belladonna[QUOTE]Ein schöner Anblick ist das ja nicht. Aber wenn man das sagt, bringt es vielleicht auch nicht viel. Wenn man zu einem Kind sagt, Popel sind ekelhaft, dann stochert es ja auch erst recht in der Nase rum. [/QUOTE]

Ich sag zu meinen Kiddies immer: Popelt von mir aus, wenn es euch Spaß macht. Das ist ja eure Nase, aber popelt bitte immer nur dann und dort wo es keiner sieht:D Scheint zu helfen. Sollte ich mit den "Achselfurzen" meines Sohnes vielleicht genauso machen:rolleyes:
Mondsilbertaufe[QUOTE]Die Crux ist wirklich diese Zwiespältigkeit [/QUOTE]
Okay, das habe ich verstanden.
[QUOTE]zum einen Hilfe wollen und doch nicht annehmen (können). [/QUOTE]
Das habe ich nicht verstanden.
Hilfe wofür?

Und warum auf Kosten anderer, wenn man schon differenzieren kann, dass man selbst anderen schadet.
Warum tut man nichts dagegen? Und warum muss man sich ständig hinter einem Krankheitsbild verstecken, welches man doch selbst überblickt.

Das erinnert mich am Ende doch sehr an ein Suchtverhalten.
Geht es im eigentlichen Sinne um nichts anderes? Man kann nicht mehr aufhören - ja warum?
Vielleicht ist man ja süchtig nach den Hormonen die bei sowas freigesetzt werden. Geht das dann nicht auch mit Sport oder so?
Sag mal.
tithyos[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondsilbertaufe [/i]

Und warum auf Kosten anderer, wenn man schon differenzieren kann, dass man selbst anderen schadet.
Warum tut man nichts dagegen? Und warum muss man sich ständig hinter einem Krankheitsbild verstecken, welches man doch selbst überblickt.
[/quote]

Das ist dsa Problem an einer Persönlichkeitsstörung - ein "normal" denkender und fühlender hat ein gefestigtes Lebensbild, er kennt seine Position. Dies ist bei SVV'lern (=immer noch als Krankheit) nicht so - es schwankt beständig von absoluter Depression bis zu ungeheurer Euphorie. Niemals dazwischen. Bei diesen Schwankungen baut sich Druck auf, der durch Selbsthass physische Kanälre sucht. Ein SVV'ler überblickt es eben nicht - er denkt in dem Augenblick des Verletzens an nicht anderes mehr.

[quote]
Das erinnert mich am Ende doch sehr an ein Suchtverhalten.
Geht es im eigentlichen Sinne um nichts anderes? Man kann nicht mehr aufhören - ja warum?
Vielleicht ist man ja süchtig nach den Hormonen die bei sowas freigesetzt werden. Geht das dann nicht auch mit Sport oder so?
Sag mal. [/B][/QUOTE]

Nun - da ist auch etwas dran. Es werden bei Verltzungen Hormone, Adrenalin, Säuren etc freigesetzt. Diese ist bekannt - "es tut mir gut die Hülle zu zerfetzen um mich selbst spüren zu können". Doch dann kommt das Erwachen, die Narben, das Aussehen - und der Kreis schließt sich. ZUm einen klammert man sich an alles, was einem Hilfe bietet und nimmt die gesamte Person ein. Andererseits plagt dies einen, es kommt zu Wutausbrüchen.

Und ja - Sport ist ein sehr gutes Mittel. Doch es ersetzt nicht den eigenen Willen.

tithyos
Mondsilbertaufe[QUOTE]Das ist dsa Problem an einer Persönlichkeitsstörung [/QUOTE]
Ich dachte, die lassen wir raus.
Die Persönlichkeitsstörungen kenne ich. Emotional instabil bla bla, therapierefraktär usw.
Das ist mir klar. Was mir nicht einleuchtet, ist der normale "Ritzer".
Die haben doch nicht alle Borderline. Und sind bestimmt auch nicht alle debil.
Vielleicht auch eine Art emotionale Störung? Eine harte Kindheit oder so. Ein Vater, der zuviel verlangt hat, eine Mutter, die keine Liebe geben konnte. Sowas?
Wie ist das denn bei dir?
[QUOTE]ZUm einen klammert man sich an alles, was einem Hilfe bietet und nimmt die gesamte Person ein.[/QUOTE]
Warum klammert man denn? Was will man denn von der Person?
Die Mutterliebe?
Winterborn:( Ich denke das geht hier langsam wirklich zu weit. Mal davon abgesehen, dass eure Dikussion nichts mehr mit der Topic gemein hat, würde ich gerne dazu auffordern, nicht mehr so verallgemeinernd zu reden. Wie gesagt tithyos, du kannst nur aus deiner eigenen Erfahrung mit dir selbst und anderen SVVlern, die du kennst, reden, aber du solltest hier keine allgemeinen Thesen über Ursachen und Verlauf der Krankheit aufführen.

[QUOTE] es schwankt beständig von absoluter Depression bis zu ungeheurer Euphorie. Niemals dazwischen.[/QUOTE]
Stimmt nicht. Ich hatte hauptsächlich Grauzonen, wie jeder normale Mensch.
SVV muss nicht das gesamte Leben einnehmen, ich kenne und kannte einige, die es nicht jeden Tag brauchten, die nicht ständig daran dachten, etc.

Wenn man "Aufmerksamkeitstitzer" ist, vielleicht. Man trägt ja schließlich ständig diese Maske des verletzten Kindes, das sich nicht mehr zu helfen wollte. Ein gigantischer Hilfeschrei, für alle hörbar, auch die, von denen man keine Hilfe will. Und deshalb sehen die meisten weg.
Ist man stiller SVVler, merken meist nur Familie und Freunde davon, und man bekommt die Hilfe von Menschen, die einem was bedeuten, die einem wirklich helfen können, die nicht wegschauen können oder wollen.

Natürlich ist SVV nicht immer Hilfeschrei. Aber es steckt oft mit drin.
Montrose[QUOTE]Das ist mir klar. Was mir nicht einleuchtet, ist der normale "Ritzer".
Die haben doch nicht alle Borderline. Und sind bestimmt auch nicht alle debil.[/QUOTE]

Warum nicht? Es gibt keine "normalen Ritzer".

[QUOTE]Ist man stiller SVVler,[/QUOTE]Das ist doch völlig wurscht.
Winterborn[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Das ist doch völlig wurscht. [/B][/QUOTE]

Ich glaub es liegt schon an deiner Persönlichkeit, ob du in die Welt hinausschreist was mit dir los ist oder es zu verstecken versuchst -.-
MontroseDie Gefahr in dieser Sichtweise ist m.E., daß man Hierarchien in einer falschen Sache schafft.

Wenn man beim Fußball zwischen A-Klasse und Oberliga unterscheidet, dann ist das ja gut und konstruktiv.

Wenn man aber zwischen "guten" und "bösen" Ritzern unterscheidet, dann wird so getan, als ob das Ritzen schon irgendwie okay sei, wenn man es nur richtig tut.
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]
Wenn man aber zwischen "guten" und "bösen" Ritzern unterscheidet, dann wird so getan, als ob das Ritzen schon irgendwie okay sei, wenn man es nur richtig tut. [/B][/QUOTE]

Das mag schon sein, nur denke ich, muss man bei Beurteilungen dennoch differenzieren zwischen Leuten, die wirklich Probleme haben und jene, die sich daran irgendwie profilieren wollen (ausnahme eben der Grund, dass es wirklich Aufmerksamkeitsdefizite gibt). Tragisch ist es wohl immer, schlecht ist es auch immer.
rosenkind[QUOTE] es schwankt beständig von absoluter Depression bis zu ungeheurer Euphorie.[/QUOTE]

in habe niemals ungeheure Euphorie empfunden.

ich glaube, du verwechselst da was mit manisch-depressiv.

SVV kommt bei vielen unterschiedlichen Störungen vor, [B]u.a. kann[/B] es eben z.B. auch bei manisch-depressiven vorkommen.

und ja, ich hatte auch Phasen, wo ich "normal" gefühlt habe.... bis darauf, dass man ständig dran denken musste.

Davon mal abgesehen gibt es auch noch andere Zustände, wie z.B. Angst, das ist dann weder Euporie noch Depression, sondern eben Angst.

Was glaubstdu, wieviele Leute mit generalisierten Angsrörungen und ähnlichem sich zu meiner Zeit auf dem rote Tränen Board rumtrieben?
Mondsilbertaufe[QUOTE]Ich denke das geht hier langsam wirklich zu weit.[/QUOTE]
Ja, mag sein.
[QUOTE]aber du solltest hier keine allgemeinen Thesen über Ursachen und Verlauf der Krankheit aufführen.[/QUOTE]
Das soll ja auch keine Fachsimpelei werden.
Ich will gar nichts allgemein gültiges hören. Das kann ich in einem Buch nachlesen.

Ich habe das Gefühl, nachdem mir keiner, der sich ritzt bisher eine adäquate Aussage über seine Krankheit machen konnte, auch niemand wirklich weiß, warum er das macht.
Es ist so als könnte der Mensch selbst nichts mit sich anfangen.

Am Ende sieht es doch so aus: Mal nachgefragt, bin ich am Ende genauso schlau wie am Anfang.

Deswegen nochmal die Frage: Was soll man denn außer Glotzen oder eben Wegschauen machen?
Wie kann man jemanden, der sich bemüht hat, Unverständnis vorwerfen?
Ich verstehe es immer noch nicht. Warum braucht man Hilfe vor sich selbst?
[QUOTE]Es gibt keine "normalen Ritzer". [/QUOTE]
Doch, die gibt es. Das ist die graue Masse, die mit Narben rumläuft und bei denen keine Diagnose "Borderline-Persönlichkeitsstörung" festgestellt wurde.
[QUOTE]Ich hatte hauptsächlich Grauzonen, wie jeder normale Mensch.[/QUOTE]
Das z.B. - ein stiller SVVler.

"Völlig Wurscht" sagen alle. Deswegen nimmt man sie nicht wahr und denkt, es gäbe sie gar nicht.
[QUOTE]Ich glaub es liegt schon an deiner Persönlichkeit, ob du in die Welt hinausschreist was mit dir los ist oder es zu verstecken versuchst -.-[/QUOTE]
Wenn ich schlecht drauf bin, gehe ich Cocktails trinken.
Früher war das anders. Da musste ich mich regelmäßig schlafen legen. Doch ich habe wohl die Kurve bekommen.

Manche bekommen diese Kurve wohl nicht.
WinterbornIn diesem Thread geht es nicht um die Gründe für's ritzen, es geht auch nicht darum, die Betroffenen in richtig und falsch zu untergliedern, es ging mir einzig und alleine darum, herauszufinden, warum manche sich gerade damit ständig in den Mittelpunkt drängen müssen. Und ich denke, dass wurde inzwischen weitläufig geklärt.

Es geht mir oft auf den Sack, wenn Nichtbetroffene darüber fachsimpeln, warum und wozu. Ich wusste meine Gründe damals wie heute. Ich renn nur nicht in die Welt und erzähl jedem der gerne mehr über das Thema wissen will warum ich mich selbst so sehr gehasst habe.
Ich denke heute anders, ich bin "über'n Berg". Ich habe keine Therapie gemacht und mich holt heute noch einiges immer wieder ein. Und das letzte, was ich gebrauchen kann sind einfach diese ganzen Leute, die mir ihren nackten Unterarm ins Gesicht halten und mir zeigen, dass man anscheinend mehr Zuneigung bekommt, wenn man nicht mit dem Mist aufhört. Vom Triggern mal ganz zu schweigen.
Wahrscheinlich bin ich in deren Augen auch kein "richtiger" SVVler, sondern ein Mitläufer, der irgendwann wieder vom Zug abgesprunggen ist.
TrauerwesenWinterborn:

Ich verstehe Deine Wut. Wirklich.

Nur denke ich, sollte man, wenn man sich fragt, wieso die das tun, analysieren (oder wie auch immer), was für Motive sie dafür haben, überhaupt eben zum einen wieso sie schneiden und wieso sie es dann rumzeigen, wird aber sicherlich keine allgemeine Antwort möglich sein.

ich selber verstehe aber auch nicht, wie man stolz darauf sein kann. So wirkt es zumindest. Sicherlich sind nicht alle stolz, aber ich würde meine Seele nicht gerne so sehr offenlegen, dass jeder (insbesondere im Sommer) sehen kann, dass ich Probleme habe. Es ist nun mal eine persönliche Sache, die meisten wissen es bei mir und ich mache kein Geheimnis raus, aber ich zeige es nicht durch die Gegend.

Nunja, die Charaktere sind verschieden und es gibt wohlmöglich einige, die sich gerne als Opfer sehen und die ganze welt dann vielleicht sehen soll, wie sehr Opfer man denn ist...oder wie auch immer.
Mondsilbertaufe[QUOTE]Es geht mir oft auf den Sack, wenn Nichtbetroffene darüber fachsimpeln, warum und wozu.[/QUOTE]
Viele Betroffene finden ihre letzte Chance darin, dass sich "Nichtbetroffene" mit ihrer Krankheit auseinander setzen.
Nicht jeder schafft das wie du ohne Hilfe.

Im Grunde hat eine Krankheit, mal ganz pragmatisch gesehen, die besten Heilungschancen, wenn sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit findet. Öffentlichkeitsarbeit heißt nämlich auch ein Stück weit Prävention.

Ich finde es dennoch toll, dass ihr so viel von euch erzählt habt.
[QUOTE]was für Motive sie dafür haben, überhaupt eben zum einen wieso sie schneiden und wieso sie es dann rumzeigen, wird aber sicherlich keine allgemeine Antwort möglich sein. [/QUOTE]
In den wenigsten Fällen gibt es allgemeingültige Antworten.
Selbst ein Herzinfarkt ist anders als ein anderer.
Trotzdem kann man sich ein Bild von einem einzelnen machen.

Zum eigentlichen Thema: Als ich 14-15 Jahre alt war, war das Ritzen unter den Mädels auch "in".
Es galt als Mutprobe, sich den Vornamen seines Schwarmes in den Arm zu ritzen. Es haben aber nur 2 oder 3 Mädels mitgemacht. Ich war nicht dabei. Hatte damals andere Dinge im Kopf.
Da war das so ähnlich, dass man mit Selbstverletzung geprahlt hat. Ist das noch normal im Rahmen der Pubertät?
Ich kann nur sagen, dass das, was ihr jetzt erlebt sicher kein Trend ist.
WinterbornEs ist immernoch Trend, das kann man wohl so sagen. Als ich in der 7. war (reine Schätzung von mir) und noch nicht geritzt habe - auch wenn ich damals schon SVV hatte - hatten 10 von 15 Mädchen in meiner Klasse selbstzugeführte Narben am Unterarm.

[QUOTE]Im Grunde hat eine Krankheit, mal ganz pragmatisch gesehen, die besten Heilungschancen, wenn sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit findet. Öffentlichkeitsarbeit heißt nämlich auch ein Stück weit Prävention.[/QUOTE]

Natürlich. Ich habe es zwar ohne therapeutische Hilfe "geschafft" (ich bin keineswegs geheilt) aufzuhören, aber ich hatte eine Menge Hilfe von Freunde und Familie.
Bis jetzt habe ich es allerdings eher erlebt, dass z.B. Homepages über SVV (vorallem die privaten) mehr dazu führen, das Menschen anfangen sich zu ritzen als dass sie es verhindern. Bei mir war es nicht anders. Vielleicht wäre ich erst sehr viel später auf die Idee gekommen, zu schneiden, hätte ich das nicht im Internet gelesen. Davor habe ich mir "nur" die Fingerkuppen wund gebissen.
halfbee(ich hab mir jetz nich alles durchgelesen,sorry schonmal für die wiederholungen)

Ich kann nur sagen,um an die letzten einträge anzuknüpfen,also in meinem umfeld is das nich so verbreitet.ich kenn niemanden.aber das will ja nichts heißen,manchmal sieht mans halt einfach nicht.
Ich weiß aus eigener erfahrung dass man mit den narben manchmal einfach nur anderen leuten seinen schmerz beweisen will.klar macht man das nur wegen der aufmerksamkeit.nicht unbedingt um bemitleidet zu werden(kommt auch oft vor aber eben nicht immer)sondern eifnach nur als schrei nach hilfe.bei mir is dieses verhalten schon einige jahre her und wenn ich sowas heute sehe dann schockt es mich irgendwie nicht aber es widert mich an.weil es diejenigen verhöhnt die nicht einfach aus trend so krank sind.und weil es eben doch oft nur pubertätsbedingte verhaltensstörungen sind.kein grund ein riesen drama draus zu machen.aber wenn man eben in der situation is dann sieht man das halt nicht so.aber was mcih betrifft kann ich nur sagen:
ich würde alles dafür geben diese narben loszuwerden. sie erinnern mich nicht nur an eine schreckliche vergangenheit sondern ich schäme mich ihrer unendlich. es ist wie ein tagebuch dass jeder lesen kann.jeder sieht:mit der stimmt was nicht, die is total krass drauf.spekulationen,alles eben.fragen. es ist peinlich,erniedrigend und zu intim um es jedem auf die nase zu binden.
ich persönlich trage ausschließlich stulpen,lange ärmel oder so. ich rede nicht darüber wenn ich nicht danach gefragt werde und es ist mir noch heute peinlich, wenn am anfang einer beziehung "alles auffliegt".
Denn das is eigentlich das eigentliche problem:du hattest mal ne schlimme krise?okay,vergiss es,rede nicht darüber.aber mit den narben kannst dus nicht verbergen.
psychochicken[QUOTE][i]Original geschrieben von halfbee [/i]
[B]... wenn ich sowas heute sehe dann schockt es mich irgendwie nicht aber es widert mich an.weil es diejenigen verhöhnt die nicht einfach aus trend so krank sind.und weil es eben doch oft nur pubertätsbedingte verhaltensstörungen sind.kein grund ein riesen drama draus zu machen.aber wenn man eben in der situation is dann sieht man das halt nicht so.aber was mcih betrifft kann ich nur sagen:
ich würde alles dafür geben diese narben loszuwerden. sie erinnern mich nicht nur an eine schreckliche vergangenheit sondern ich schäme mich ihrer unendlich. es ist wie ein tagebuch dass jeder lesen kann.jeder sieht:mit der stimmt was nicht, die is total krass drauf. [/B][/QUOTE]

Du sprichst mir aus der Seele.
Goat93[QUOTE]... wenn ich sowas heute sehe dann schockt es mich irgendwie nicht aber es widert mich an.weil es diejenigen verhöhnt die nicht einfach aus trend so krank sind[/QUOTE]

Ein Problem ist daraus entstanden,. das man dort nicht
mehr differenzieren kann.
Sieht man in diesem Tread übrigends auch, wo sich sofort
"Seiten" bilden.

Fakt ist, das dieses Thema aufgebauscht wurde wie Blöd und
dementsprechend jetzt auch von vielen Genutzt wird.
Das Zwanghafte Selbstverstümmeln ist aber eher weniger
vorhanden, das damit Aufmerksamkeit bekommen ist viel
weiter verbreitet.
Und dieses freilich nicht nur durch's Selbstverletzen, wenn man
alle Themen/Taten mal zusammenfassen würde, welche durch
den Drang des Selbstdarstellens entstehen, haben wir schonmal
mehr wie die Hälfte aller Gothic Klischees abgedeckt.

Meiner Ansicht nach sollte man direkt und Hart den leuten
Klarmachen, das es eben kein Spiel ist und das eine
Sitzung beim Psychater nicht Cool ist oder einen noch
evil trvuer macht.
Lady LigeiaDie Leute die Ritzen zum Thema machen und herum posaunen sie sind psychisch so krank kann man ehrlich einfach nicht ernst nehmen ... denen kann ich nur einen Gang zum Arzt empfeheln, weil sie scheinbar Minderwertigkeitskomplexe haben.

Leute die wirklich ritzen, machen es nicht zum Thema und posaunen ihre Probleme auch nicht rum ...

Leider denken viele es gehöre zur Schwarzen Lebensart, was nicht stimmt ... aber sie bekommen es ja in der Bravo etc. vorgemacht. Die tun mir echt leid. Kenne Leute die nichts mit Schwarzer Szene je am Hut hattenb und haben auch unter SVV gelitten ... sie haben es auch nicht gezeigt, habe es meist durch Zufälle mitbekommen.

Schon Schade wie die Gesellschaft sich selbst zerstört, aber na ja das ist eben der Mensch.
Winterborn[QUOTE][i]Original geschrieben von Lady Ligeia [/i]
[B]Leute die wirklich ritzen, machen es nicht zum Thema und posaunen ihre Probleme auch nicht rum ...
[/B][/QUOTE]

Was sind denn Leute die "wirklich" ritzen? Wo liegt da die Grenze? Wird's erst dann zur psychischen Krankheit, wenn man's zu verstecken sucht? Und ist nicht jeder Hilfeschrei ernst zunehmen?

Das Problem liegt mehr daran, wen man anschreit.
MestigothHilfeschrei hin oder her - wer soll den hören oder hören wollen? Sind Psychotherapeuten die barmherige Rettung in der Not? Solange die Kasse klingelt, versuchen sie's vielleicht... wenn's ihnen zu schwer wird, schieben sie dich ab.

Und überhaupt... Schlimm wirds doch erst dann, wenn psychische Probleme als solche erkannt und kategorisiert werden. Da ist ja unser Borderliner... und dort unser Angstneurotiker... Da wird so ein Image zusammengeschustert und man fühlt sich wie 'ne Nummer beim Arbeitsamt. Das kann kaum die Lösung sein. Mit dem bisschen Wissen über dich basteln sie dir dann 'nen Ödipuskomplex und können sie dich nicht eindeutig in eine der vorgegebenen Schubladen stecken, bekommste eben das Etikett Borderline an die Stirn geklebt. Hier noch ein Pillchen und da noch ein Pillchen - ohne Pillchen funktionierts am Ende vermutlich sowieso nicht, also lass ich mir doch lieber gleich die Antidepressiva andrehen und verzichte auf das Psychogelabere. Das spart Zeit und Nerven. :rolleyes:

Nicht jedem hilft 'ne Stunde Kaffeeklatsch. ;)
Goat93[QUOTE]Was sind denn Leute die "wirklich" ritzen? Wo liegt da die Grenze? Wird's erst dann zur psychischen Krankheit, wenn man's zu verstecken sucht? Und ist nicht jeder Hilfeschrei ernst zunehmen? [/QUOTE]

1. Diejenigen, die das als Psychische Störung hin machen
müßen, also in dem Sinne sich selbst [B]zwanghaft[/B] verstümmeln.

2. Nein, aber die meisten geben in erster Linie einen
Hiolfeschrei sich selbst gegenüber ab, viele geben überhaupt
KEINEN Hilfeschrei ab, es ist nichts um damit aufmerksamkeit
zu bekommen. Und eben dieses wird oft vergessen / falsch
verstanden

3. Nein, jeder "Hilfeschrei", der nur aus Aufmerksamkeits-
erhaschung aus ist, ist für alle anderen Schädlich und
tragisch. Dementsprechend sollte man heir auch das klarmachen.
MestigothWarum wird immer von vorne herein eine abweichende Lebensart als psychische Störung bezeichnet? Ist jeder mit Narben an den Ärmchen zwangsläufig "Ritzer" oder entstammen die Narben vielleicht doch der BDSM-Session von letzter Nacht? Manche Leute sind wie sie sind. Ich bin der Meinung, dass viele Probleme erst dann entstehen, wenn sie von der Mehrheit der Otto-Normalverbraucher als Probleme deklariert werden. "Kindchen, hast du ein Problem? Sollten wir mal den Psychologen aufsuchen? Wie kann ich dir nur helfen?" Die Frage ist: Brauchen viele wirklich Hilfe? Ab wann ist es ein psychisches Problem? Wenn ein Junge seine Schulmilch in der Pause alleine in seiner stillen Ecke trinkt und lieber mit Puppen spielt als mit Matchbox?

Mal im Ernst... aus vielen kleinen Abweichungen, die nicht den Vorstellungen der Masse entsprechen, wird typischerweise ein psychisches Problem gebastelt. Und das erst kann richtig belastend für die betroffene Person sein. Und egal, welcher Person man sich im späteren Leben anvertraut, man wird immer auf dieses mutmaßlich psychische Problem reduziert.
halfbeeAlso ich denke dass es eifnach zwei verschiedene störungen sind die sich einfach auf dieselbe weise äußern:beide ritzen aber der eine weil er sich zwanghaft verltzen muss(was ja 1000gründe haben kann)der andre weil er minderwertigkeitskomplexe hat und zwanghaft aufmerksamkeit bekommen möchte.un dich finde es gar nciht mal so eindeutig den einen vom andren zu unterscheiden.ich finde nicht dass man einfach sagen kann:der eine meints ernst der andre nicht.beide typen sind "gestört"wenn ich das mal so sagen kann.
und ich halte es-a propos therapie-für ne ziemlich schwierige sache zu entscheiden was man da machen kann.weil:ist dieser mensch jetz nur vorübergehend total verwirrt und hat ne krise und ritzt sozusagen nur "auf zeit", "aus ner laune",wi gesagt, pubertätsbedingt z.b.dann kann der gang zum psychiater auch zur folge haben dass der 1000sachen an dem feststellt und im festen glauben er habe schizophrenie oder so wird er dann erst recht krank und geht ein leben lang dahin.aber das kann man ja auch irgendwie nich verhindern,ich meine man kann ja nicht einfach sagen, das geht vorbei, geh nich in behandlung.und genau deswegen find ich es eigentlich sehr gefährlich dass das zu so einem trend geworden ist.
v.a. in verbindung mit der "szene".das is eigentlich das klischee das ich mit am meisten hasse.weil es da tatsächlich leute gibt die dann total durchdrehn.die wollen auch so cool sein und fangen wie gesagt das ritzen an, schreiben traurige gedichte und schaun immer recht traurig,binden allen ihre probleme auf die nase und steigern sich in die total rein und schon sind sie true.das ist echt so!und es ist absolut krank!
Goat93[QUOTE]der andre weil er minderwertigkeitskomplexe hat und zwanghaft aufmerksamkeit bekommen möchte.un dich finde es gar nciht mal so eindeutig den einen vom andren zu unterscheiden.ich finde nicht dass man einfach sagen kann:der eine meints ernst der andre nicht.beide typen sind "gestört"wenn ich das mal so sagen kann[/QUOTE]

Doch sind einfach, klar und direkt zu unterscheiden.
Der letztere würde es sofort lassen, sobald er durch etwas
anderes mehr aufmerksamkeit bekommt bzw. er kann es
auch durch andere Dinge machen, während der erstere wirklich
davon betroffen ist und Probleme mit dem aufhören hat.
Beim zweiteren hilft eine Therapie oder Psychologischer Dienst
auch gar nicht, denn das eigentliche Problem wird dabei
gar nicht behandelt( wie auch, wenn man es aus Trendreierei
macht um cool zu sein?)


Wenn man die Geschichte nicht so aufgebauscht hätte, wäre das
ganze heute nicht so "in" "toll" und "trendy"...
psychochicken[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
[B]Wenn man die Geschichte nicht so aufgebauscht hätte, wäre das
ganze heute nicht so "in" "toll" und "trendy"... [/B][/QUOTE]

Ein guter Gedanke. Der Konflikt zwischen Aufklärung und Publikmachung findet sich auch in diveresen anderen Bereichen wie Drogen usw. All diese hübschen kleinen Broschüren enthalten auch "Anleitungen".
Ich habe erst gestern ein neues Jugendbuch zum Thema SVV gesehen (es war ein Roman), wie könnte da keine Anleitung enthalten sien. In Jugendromanen, die ich zum Thema Esstörung gelesen habe, waren auch genügend.
Aber was will man machen, totschweigen ist auch keine Hilfe. :confused:
bettyboop[QUOTE][i]Original geschrieben von Mestigoth [/i]
[B]Schlimm wirds doch erst dann, wenn psychische Probleme als solche erkannt und kategorisiert werden. [/B][/QUOTE]

ich denke nicht, dass man das unbedingt verallgemeinern kann. für viele ist es ausgesprochen hilfreich und wichtig, wenn sie für ihre verhaltensstörungen einen namen kennen und es dementsprechend einordnen können. nur weil ein arzt einem eine diagnose stellt, heißt das noch lange nicht, dass man darauf reduziert werden muss. und ja, für genügend menschen ist ein psychotherapeut ein retter in der not. du sagst es doch am ende selbst, nicht [I]jedem[/I] hilft eine therapie, natürlich nicht. aber es gibt durchaus welche, [I]denen[/I] es hilft. ganz einfach.

[QUOTE]Die Frage ist: Brauchen viele wirklich Hilfe?[/QUOTE]

wieso muss sich die allgemeinheit so eine frage stellen? in meinen augen zählt einzig und allein, ob jemand ganz persönlich das gefühl hat, dass es ihm damit besser geht!
natürlich mag es zb eltern geben, die sich über jede noch so kleine kleinigkeit sorgen machen und ihr kind sofort zum psychiater oder psychologen schicken, sobald irgendetwas "nicht stimmt". dann liegt es natürlich am fachmann zu beurteilen, ob es überhaupt eine ernsthaftes problem gibt oder nicht. aber es gibt durchaus kompetente menschen in dieser berufssparte und sicher auch genügend, die keine diagnose(n) stellen, nur weil eltern, außenstehende oder möglicherweise auch die gesellschaft es erwarten oder verlangen.
Mestigoth[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]ich denke nicht, dass man das unbedingt verallgemeinern kann. für viele ist es ausgesprochen hilfreich und wichtig, wenn sie für ihre verhaltensstörungen einen namen kennen und es dementsprechend einordnen können. nur weil ein arzt einem eine diagnose stellt, heißt das noch lange nicht, dass man darauf reduziert werden muss.[/B][/QUOTE] Wird hier nicht vieles verallgemeinert? Wir wollen doch die Waage halten... ;) Es wird doch ständig von psychischen Störungen gesprochen - die zwangsläufig keine sein müssen. Und schwupps, sind wir im nächsten Satz auch schon wieder beim Begriff "Verhaltensstörung"...

Ich sehe persönlich keinen Sinn darin, einer angeblichen Macke zwanghaft 'nen Namen verpassen zu wollen - damit wird man automatisch kategorisiert bzw. kategorisiert man sich am Ende selbst. Welchen Nutzen soll das haben? Hee, bin Borderliner... ich nehme jetzt ein Pillchen und schon fühl ich mich besser. Was für ein Quatsch. Es gibt vollkommen unterschiedliche [u]Verhaltenserscheinungen[/u], die man so einfach in gar keine Schublade stecken kann.

[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]wieso muss sich die allgemeinheit so eine frage stellen? in meinen augen zählt einzig und allein, ob jemand ganz persönlich das gefühl hat, dass es ihm damit besser geht! [/B][/QUOTE]
Man kann sich auch vorgaugeln, dass es einem besser geht. Was bringt 'ne Stunde warmherziges Gefasel von Leuten, die nicht in deiner Haut stecken? Zudem können viele Menschen gar nicht für sich entscheiden, ob sie 'nen Psychologen aufsuchen sollten. Solche Anmerkungen kommen doch meist von Leuten aus der unmittelbaren Umgebung. Und wie vielen Leuten geht es schlecht, die keinen Psychologen brauchen? Bräuchten sie einen? Dann gäbe es in jeder Straße ca. 30 Psychologen mit überfülltem Terminkalender und vermutlich Wartezeiten bis zu fünf Jahren. Es liegt in der Natur, dass man sich auch schlecht fühlt und eben nicht nur die Sonne aus dem Arsch grinst.
bettyboop[QUOTE]Ich sehe persönlich keinen Sinn darin, einer angeblichen Macke zwanghaft 'nen Namen verpassen zu wollen[/QUOTE]
ich glaube, hier geht es auch nicht um irgendwelche "macken", die ab und zu mal auftauchen, eigentlich genauso schnell auch wieder verschwinden und im endeffekt nicht weiter stören.
mag sein, dass jemand bei einer diagnose ein stück weit kategorisiert wird, deshalb verliert er aber nicht seine persönlichkeit oder die möglichkeit, sich eigenständig mit seinen problemen auseinander zu setzen.
natürlich gibt es unterschiedliche verhaltensmuster. es gibt allerdings auch unterschiedliche krankheitsbilder, die sich individuell äußern. und wer spricht davon, alles in eine schublade stecken zu wollen?
[QUOTE]Man kann sich auch vorgaugeln, dass es einem besser geht. Was bringt 'ne Stunde warmherziges Gefasel von Leuten, die nicht in deiner Haut stecken?[/QUOTE]
ich find's super, dass du der meinung bist, für alle auf dieser welt lebenden menschen ein urteil fällen zu können. wie du dazu kommst, wüsste ich trotzdem gern.
[QUOTE] Und wie vielen Leuten geht es schlecht, die keinen Psychologen brauchen? Bräuchten sie einen?[/QUOTE]
man könnte sich auch fragen, wievielen leuten es unter umständen besser ginge, wenn sie das ein oder andere mal mit einem psychologen sprächen. oder ob es jemandem dafür überhaupt offensichtlich schlecht gehen müsste? wer bestimmt denn, wann ein problem groß genug ist oder nicht? und wieviele menschen trauen sich nicht diesen weg zu gehen, obwohl sie wollen würden, weil es immer noch genügend vorurteile gibt? vielleicht ist das ein grund, weshalb die anmerkungen erst aus dem unmittelbaren umfeld zu kommen scheinen?
Mestigoth[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]ich glaube, hier geht es auch nicht um irgendwelche "macken", die ab und zu mal auftauchen, eigentlich genauso schnell auch wieder verschwinden und im endeffekt nicht weiter stören. [/B][/QUOTE]
Sprichst du nun für die Allgemeinheit, was stört und was nicht?

[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]und wer spricht davon, alles in eine schublade stecken zu wollen?[/B][/QUOTE]
Ich.

[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]ich find's super, dass du der meinung bist, für alle auf dieser welt lebenden menschen ein urteil fällen zu können. wie du dazu kommst, wüsste ich trotzdem gern. [/B][/QUOTE]
Ich finds auch super, wieviele urteilen, wer alles psychologische Hilfe bräuchte.

[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]man könnte sich auch fragen, wievielen leuten es unter umständen besser ginge, wenn sie das ein oder andere mal mit einem psychologen sprächen.[/B][/QUOTE]
Könnte man drehen wie man will, ich halte Psychologen dennoch nicht für die Retter in der Not. Viele entpuppen sich einfach als Hampelmänner und unfähig in ihrem Beruf.

[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]wer bestimmt denn, wann ein problem groß genug ist oder nicht? [/B][/QUOTE]eben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von bettyboop [/i]
[B]und wieviele menschen trauen sich nicht diesen weg zu gehen, obwohl sie wollen würden, weil es immer noch genügend vorurteile gibt?[/B][/QUOTE]
Die bösen bösen Vorurteile aber auch. Man könnte ja bei dem Schritt Menschen verlieren, die man sowieso nicht braucht. :eek:
halfbeeseid friedlich!
also das mit der verallgemeinerung geht aber langsam auch zu weit.
ich meine,das is auch zu einem szenetrend geworden:die truen leute sind sich alle sicher dass sie ne verdammt gute therapie nötig hätten weil sie ja soo gestört sind("ich hab ein viel größeres problem als du!"- "nein ich!"- " nein ich!") aber alle sind sich auch einig:therapeuten und psychologen sind schwachköpfe! die haben allesamt keine ahnung,treiben dich in die tablettensucht und wollen nur geld an dir verdienen.ja, die meisten haben lange wartezeiten und ja die meisten sind teuer.aber hey, das sind auch nur "ärzte".man betreibt wissenschaft auf diesem gebiet und bildet leute entsprechend aus die dann krankheiten heilen können oder eben auch nicht,genau wie andre ärzte eben antibiotika gegen dies und das haben aber nichts gegen krebs.wer sagt dass psychologen dann allwissend sein sollen?
ob also eine therapie hilft oder nicht kommt auf den fall drauf an und zu einem großen teil auch darauf ob der betroffene sich überhaupt helfen lassen will (denn wie vorher angemerkt, dieser SVV-trend ist auch irgendwo teil des "ich bin nur true wenn ich psychisch krank bin"-trends). wer also von vornherein sagt therapeuten sind arschlöcher der kann gerne mit seinem problem weiterleben.
klar gibts auch welche die das ganze echt versucht haben und trotzdem schlechte erfahrungen gemacht haben.aber geh ich etwa nie wieder zum arzt und hasse alle ärzte nur weil man drüsenfieber mit ner harmlosen madelentzündung verwechselt oder magenschleimhautentzündung für einbildung gehalten hat? (und auch hier passender vergleich:auch ich hab medikamene dagegen die nicht helfen. antdepressiva helfen auch nicht immer. geb ich meinem arzt dran die schuld?)das wär doch auch blödsinn.
also zurück zum thema. denn das ganze gerede das so szenetypisch geworden is über schlechte therapeuten lässt es zu dass diese trend-ritzer sich da weiter reinsteigern und sie so wie (andre) psychisch kranke nie in behandlung gehen.
und in schubladen stecken?genau deswegen meine ich ja dass obwohls so einfach erscheint man sich nich einbilden soll man könnte diese trend ritzer von den andren einwandfrei unterscheiden.weil du sie damit auch in schubladen steckst in die sie vllt gar nicht passen und das kann eben fatal ausgehen.aber eigentlich landet man bei jedem verdammten thema früher oder später bei der schubladen diskussion. es ist doch völlig klar dass in einem thema verschiedene meinungen diskutiert werden und dass da jeder mehr oder weniger mit ner eigenen definition von irgendwelchen dingen daherkommt. das heißt doch noch lange nicht dass hier irgendwer versucht andre in schubladen zu stecken.nur sollte man sich halt von vorurteilen distanzieren weil mans dann eben doch macht.siehe therapeuten.
Mestigoth[QUOTE][i]Original geschrieben von halfbee [/i]
[B]aber geh ich etwa nie wieder zum arzt und hasse alle ärzte nur weil man drüsenfieber mit ner harmlosen madelentzündung verwechselt oder magenschleimhautentzündung für einbildung gehalten hat? [/B][/QUOTE]
Kommt vom vielen Knutschen. Nu hassu Herpes. :D

Aber mal zu den Ärzten: Das ist schon 'ne Anzeige wert.

Zudem stellt sich die Frage, wer was in Schubladen steckt. Ich bin eben nicht derjenige, der Armwunden sofort mit Ritzern verbindet... Es ging auch nicht um Schubladen für die anwesenden Diskutanten (Disko-Tanten? - Schublade!).

Und: Nicht alle Vorurteile sind echte Vorurteile. ;)
halfbee[QUOTE]Kommt vom vielen Knutschen. Nu hassu Herpes. [/QUOTE]
?:)

[QUOTE]Aber mal zu den Ärzten: Das ist schon 'ne Anzeige wert.[/QUOTE]

naja find ich nicht. weil eben da liegt das problem:mandelentzündung und drüsenfieber haben verdammt ähnliche symptome. und so is das halt mit psychischen erkrankungen eben auch. und wenn da mal ein arzt sich fürs falsche entscheidet dann seh ich das halt als kalkulierbares risiko,kommt vermutlich auch öfter vor. weils eben so ähnlich is und von fall zu fall auch anders von daher. und genauso mit den bauchschmerzen. da kann man halt zunächst nicht reisnchaun,genau wie in die seele oder das gehirn eines mensches in dem sinne. der kann dir also alles mögliche erzählen und du als therapeut musst das beste draus machen sozusagen,das irgendwie analysieren.und das geht halt auch mal daneben,wie bei mir und der entzündung.(und was die einbildung betrifft:das war natürlich etwas übertrieben. es war nur so dass man diese entzündung nur dadurch anchweisen konnte dass ich ne magenspiegelung gemacht habe.vorher waren sämtliche tests negativ und deswegen dachte man dass es stressbedingt is,irgendwas psychisches vllt,das man dann nicht weiter behandelt.)



[QUOTE]Zudem stellt sich die Frage, wer was in Schubladen steckt. Ich bin eben nicht derjenige, der Armwunden sofort mit Ritzern verbindet... Es ging auch nicht um Schubladen für die anwesenden Diskutanten (Disko-Tanten? - Schublade!).[/QUOTE]

naja a propos ritzen,ich glaube das is hier ne rein begriffliche angelegenheit. ich bezeichne es halt so weil-egal aus welchem grund-sich schließlich jemand in die haut ritzt. ritzen im weiteren sinne,also als bestimmt krankheit würd ich dann eher mit SVV bezeichnen oder was auch immer. ansonsten versteh ich nicht ganz was du meinst...denkst du dass ich jeden für nen ritzer halte der sich mal bei der arbeit in den arm geschnitten hat?ähm...?^^ich denke doch die wunden sind eindeutig identifizierbar?


[QUOTE]Und: Nicht alle Vorurteile sind echte Vorurteile. [/QUOTE]

...sondern?
Mestigoth[QUOTE][i]Original geschrieben von halfbee [/i]
[B]?:) [/B][/QUOTE]
Drüsenfieber ist die Kusskrankheit - zu englisch "Kissing Disease". Dadurch werden Herpes-Viren übertragen und die bekommst du nimmer mehr aus dem Körper. Prost Mahlzeit. ;)

Ich weiß nicht, wie Ärzte so ihr Leben leben, allerdings wäre ich wohl Abstinenzler bei den ganzen Krankheiten, die man sich holen kann, wenn man nur andere Menschen küsst, oral befriedigt oder was weiß ich. Ärzte kennen die alle, samt lateinischer Bezeichnungen.

Menschen, die öfters ihre Partner wechseln, sind viel früher und schwerer von körperlichem Verfall betroffen. Kein Wunder. Von Hepatitis bis Syphilis ist alles drin. Das ist wie beim Imbiss...man kann sich aussuchen, was man haben will. Manchmal weiß man auch nicht, was man bekommt. :eek:

BTW: Ärztliche Irrtümer können tödlich sein. Gerade in Zeiten, in denen man zweieinhalb Stunden im Wartezimmer hockt und aus der eigentlichen Sprechstunde nur 5 Minuten werden, kann man mal kräftig auf den Putz hauen und 'ne Drohung aussprechen. Man sollte sich nicht alles gefallen lassen, gerade bei organischen Problemen, die sehr übel verlaufen können. Ich würde das nicht unbedingt mit seelischen Problemen gleichsetzen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von halfbee [/i]
[B]naja a propos ritzen,ich glaube das is hier ne rein begriffliche angelegenheit. [/B][/QUOTE]
Unter "Ritzer" verstehe ich die Leute mit ihrem selbstverletzenden Verhalten. Menschen allein aufgrund irgend welcher Schnittwunden als SVVler zu brandmarken, halte ich natürlich für Quatsch. Ich sagte ja bereits, dass das von ganz anderen Dingen herrühren kann.

[QUOTE][i]Original geschrieben von halfbee [/i]
[B]...sondern? [/B][/QUOTE]
Unechte? Halbe? Vorurteile sind Urteile, die man fällt, ohne die betreffende Situation oder Gegebenheit wirklich zu kennen. Nun können sich Vorurteile allerdings durch eigene Erfahrungen entwickeln. Du hast 3 Grufties getroffen, die auf dem Friedhof 'ne Katze opfern - folglich denkst du, alle Grufties opfern Katzen. Du triffst eine Sorte von Menschen, die sich für dich immer als Arschloch entpuppt. Wenn dir das öfters passiert, entwickelst du aus Erfahrungen heraus ein Vorurteil und pauschalisierst automatisch. Musst ja nur mal im Forum rumfragen, was die Leute von Ravern oder Hip-Hop-Freaks halten. ;)
halfbeehmm das hat mir keiner erzählt!wie hängt das denn zusammen?^^also ich zumindest hab bis jetz kein herpes,noch nie gehabt,gott sei dank. aber naja jetz wirds offtopic^^

das mit den vorurteilen stimtm schon.aber ich finde halt man kann z.b.kein urteil "aus erfahrung"bilden nur weil man,sagen wir, 2 gothics getroffn hat die kleine kinder fressen.man muss da schon irgendwie ein maß erreichen dass aussagekräftig ist.
psychochickenIch habe vor kurzem jemanden wiedergesehen, der sich sehr verädnert hat.

Vor vielleicht zwei drei Jahren war ich mal eine Zeit lang im Schulchor. Dort war auch diese Person, ein Mädchen mit langen blonen Haaren, das sehr schön sang. Sie trug immer sehr weitgeschnittene Kelider, in dnen sie unförmig und dick aussah. Sie hatte lange blonde Haare und war eigentlich recht hübsch. Irgendwie mochte ich sie, weil sie immerhin nicht 08/10 war, zwar still, aber sympathisch rüberkam und so schön sang.

Dann sah ich sie vor ein paar Tagen wieder, auf einmal ganz in schwarz. Ich fragte mich ob sie wohl viel Geld dafür ausgegeben hat, im einem Rutsch alle Kleider neu zu kaufen. Aber gut, dachte ich, ist ja nicht so wichtig.

Dann sah ich sie heute,sie lief an mir vorbei, die gleiche Kleidung... was war das da an ihrem Unterarm? Ich sehe noch einmal genauer hin, es sind viele rote Linien, sichtbar an der oberen Seite kurz über'm Handgelenk plaziert.

Ich kannte sie nicht wikrlich, dennoch hat mich das enttäuscht.
Was soll ich noch sagen, war nur eine kleine Geschichte.
bettyboop[QUOTE][i]Original geschrieben von psychochicken [/i]
[B]
Ich kannte sie nicht wikrlich, dennoch hat mich das enttäuscht. [/B][/QUOTE]

du sagst selber, du kanntest sie eigentlich nicht.
was hat dich denn daran enttäuscht?

gruß
betty
WinterbornWar lange nicht hier... und bin erstaunt dass das Thema noch diskutiert wird.

Aber wie auch immer, auch ich hab mir weiter GEdanken gemacht, vorallem, weil ich besagtes Mädchen mal wieders getroffen habe. Und wieder hätte kotzen können.
Sie ist jetzt nicht mehr Punk, sie ist zu einer höheren Stufe der Depressivität gestiegen. Jaja, ihr wisst schon... dieses "gothic", diese Leute, die sich ihre Klamotten schwarz färben, sich mit Glocken behängen und sich dämliche Linien ins Gesicht kritzeln, die im Laufe des Abends zu einem grauen Schleier im Gesicht werden. Die Sorte von Leuten, die mit Stofftieren durch die Gegend laufen, um an ihre zerbrochene oder gestohlene Kindheit zu erinnern.

Gott, ich hasse diese Gegend.

Whatever, ich habe mir bissige Kommentare über ihr Äußeres verkniffen, ich habe einfach nicht mit ihr geredet, aber ich saß nunmal mit ihr an einem Tisch und musste mir ihr dummes Gebrabbel wiedermal anhören. "Ich trage deswegen heute Netzstulpen... hab auch ne Rasierklinge dabei." Mädel, siehst du die ganzen Narben an den Unterarmen der anderen Leute hier am Tisch nicht? "Ihr könnt euch die auch gerne leien wenn ihr wollt." Autsch. "Ich bin Borderlinerin, ich verletze nur mich selbst, nich andere Leute." Wer hat dir das erzählt? Dein Therapeut? Und meintest du nicht eben noch, du willst der Tusse auf's Maul hauen, die deinen Freund die ganze Zeit angräbt?

Naja, ich will nicht weiter herziehen, aber ich hab mich hinreißen alssen, Entschuldigung, ich verabscheue diese Person nunmal.

Zum Thema: Wenn man ihr erzählt hat, sie hat Borderline, und von allein ist sie wohl kaum drauf gekommen, ihr fehlt das Hirn (sorry >.<"), dann muss sie ja zumindest den ein oder anderen Punkt der Symptom-Liste erfüllen. Und - ich gebe zu, ich kenne mich nicht bestens aus, aber immerhin ein wenig - gehört dazu nicht auch ein erhötes Verlangen nach Aufmerksamkeit?

Ist das vielleicht des Rätsels Lösung?

Vermutlich nicht. Aber es ist spät, ich darf wahnwitzige Thesen aufstellen. *ähem* Ein weiterer interessanter Punkt wäre da, dass anscheinend in der Geschichte der Neuziet immer wieder psychische Modekrankheiten bei jungen Frauen und Mädchen aufgetaucht sind. Anfang des 20. Jahrhunderts war es die Hysterie, das dazwischen kenn ich nicht, dann SVV, das ist inzwischen schon fast durchgekaut und wir schweifen rüber zur Anorexie. Juhu, lauter Models ohne Narben. Prost Mahlzeit.
Pseudo-Gruftiiiuuuuh ja, kommt mir bekannt vor. wie ich es schon in einem anderen topic geschrieben habe, ein phänomen, dass besonders bei uns sehr häufig zu beobachtet ist. und das wort hass ist da sogar gerechtfertigt. letztendlich tun sie anderen leuten (nämlich ernsthaft betroffenen) schlechtes, weil SIE im mittelpunkt stehen müssen, cool sein wollen. man schaue sich auch den vorletzten beitrag im "psychisch krank" topic an.....

dank solchen leuten fängt die selbstverabscheuung oder die verabscheuung von dem was man mal getan hat (beispielsweise ritzen) erst richtig an. und von dem heftigeren endergebnis, nämlich dass man sich selbst wie nichts fühlt weil man denkt, dass man keinen deut besser ist wie sie weil man mal sowas getan hat oder immer noch tun muss fange ich gar nicht erst an. oke zu spät ich weiss. aber ich fange gar nicht erst an es so richtig auseinanderzunehmen.
Winterbornunterschreib ich.
psychochicken[QUOTE][i]Original geschrieben von Winterborn [/i]
[B]Whatever, ich habe mir bissige Kommentare über ihr Äußeres verkniffen, ich habe einfach nicht mit ihr geredet, aber ich saß nunmal mit ihr an einem Tisch und musste mir ihr dummes Gebrabbel wiedermal anhören. "Ich trage deswegen heute Netzstulpen... hab auch ne Rasierklinge dabei." Mädel, siehst du die ganzen Narben an den Unterarmen der anderen Leute hier am Tisch nicht? "Ihr könnt euch die auch gerne leien wenn ihr wollt." Autsch. "Ich bin Borderlinerin, ich verletze nur mich selbst, nich andere Leute." Wer hat dir das erzählt? Dein Therapeut? Und meintest du nicht eben noch, du willst der Tusse auf's Maul hauen, die deinen Freund die ganze Zeit angräbt?

Naja, ich will nicht weiter herziehen, aber ich hab mich hinreißen alssen, Entschuldigung, ich verabscheue diese Person nunmal.[/B][/QUOTE]

Soetwas würde ich mir nicht anhören. Warum sagst du ihr nicht einfach die Meinung und gehst, wenn sie es nicht selber tut?
Pseudo-Gruftiiistimmt auch wieder. denn damit würde sie genau das gegenteil bekommen von dem was sie sich erhofft. nämlich blamage. und vielleicht treibt sie es sogar ein stückchen dazu endlich aufzuhören. muss halt schrecklich genug für sie sein;)
WinterbornEs ist schwer mit lauter Idioten an einem Tisch zu sitzen, die diese Tusse anscheinend alle mögen oder zumindest respektieren. Und wenn man dann auf einer Party mit eh nicht sovielen Leuten ist, und die Leute, mit denen man dann da ist, das Trendy Gothic Girly auch irgendwie als Freundin schätzen, die Taxi-Gemeinschaft zum 20 km entfernten Heimatort sind, dann kann man sich nich allzu viel leisten. Man will sich halt nich beim ersten mal im neuen Kreis gleich Feinde holen.

Naja, wenn sie das nächste mal solche Sprüche bringt, dann werd ich sie wohl echt fragen, ob sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren kann, dass sie die ganze Zeit mit ihren hirnlosen Sprüchen Leute zum ritzen animiert. Aber als ich sie gestern aufm Mittelaltermarkt traf hat sie ihre Klappe ziemlich gut halten können.
psychochickenOk, das ist echt ein Dilemma. Toll, dass du sie trotzdem darauf ansprechen willst. Melde dich, wenn es was neues gibt.
Ach irgendwie blöd oder. Solche Leute werden immer ein heiß diskutiertes Thema, wo es doch besser wäre man könnte sie einfach ignorieren. - -

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