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  Forum: lebens : ART
    Thema: Mal wieder eine Umfrage zum ausgelutschten Thema Integration und Szenegröße
rosenkindaufgrund einiger Beiträge, im Dies&Das im Thread zur gotischen Weltherrschaft, möchte ich mal wieder eine Umfrage starten. Nicht, dass diese sonderlich sinnvoll wäre. Mich interessiert es momentan einfach nur.

Also, es geht darum, dass ihr euch zwischen 2 möglichen Situationen entscheidet, welche euch die liebere wäre. ich bitte darum, wirklich eine Entscheidung zu treffen und nicht zu sagen: j, wenn ichdas von der einen und das von der anderen hätte, auch keine Antworten ala "beide" oder "keines" vom beiden. Ich bezwecke mit dieser Umfrage nämlich, für mich persönlich aus den Antworten eine Tendenz heraus zu lesen, für die solche Antworten nicht brauchbar sind.

Wie der Threadtitel bereits sagt, geht es um Integration und Szenegröße, aber ich will nicht länger um den heißen Brei herum reden.

Situation 1: Die Szene ist relativ klein. Ihr begegnet nicht (insofern ihr in einer Stadt lebt) jeden Tag irgendwelchen Schwarzgestalten, sondern höchstens einmal in der Woche. Die lokale Vernetzung und Veranstaltungen finden nicht jedes WE, und wenn, dann nicht als Großveranstaltung statt. (Internet steht zur Verfügung). Der schwarze Martk (X-ta-x und co) ist existent, aber der geringen Nachfrage angepasst. Aufgrund der geringen Mitgliederzahl der Subkultur, reagiert die Außenwelt relativ skeptisch. Es existieren viele unwahre Vorurteile, oder noch nicht einmal das, sondern absolute Unkenntnis und die typische Angst vor dem Fremden. Nur sehr wenige wissen etwas genaueres über die Subkultur (freie Information über das Medium Internet ist aber möglich). Die schwarze Szene ist für viele ein dunkles Feld der Fremdartigkeit. Aufgrund dieser Tatsache begegnen euch Menschen oftmals relativ misstrauisch. Außerhalb der eigenen Reihen seid ihr oft Sonderling. Es herrscht zwarkeine wirkliche Anfeindung in Form von Diskriminierung und Gewalt, aber zumindest kritische Distanz. Freundschaften nach "außen" aufzubauen dauert lange und Vorurteile aus dem Wegzu räumen, ebenfalls. Dafür sind alle Schwarzkittel, die ihr trefft, auf eurer Wellenlänge, teilen eure Interessen und Weltsicht. Von der Außenwelt fühlst du dich aber ehr missverstanden.

Situation 2: Die Szene ist riesengroß. Am Tag begegnen euch auf Schritt und Tritt schwarze Gestalten. Schwarze Veranstaltungen finden eigentlich jeden Tag statt. Neben dem Markt, der direkt aus der Szene stammt, führen auch allgeimeine, große ettablierte Kaufhausenketten ein explizit schwarzes Sortiment. Spricht man die Menschen auf der Straße an, so hat jeder schon mal was über die Szene gehört. Zeitschriften berichten regelmäßig darüber. Freundschaften zu "Außenstehenden" sind sehr leicht aufzubauen, da die Subkultur weit bekannt ist. Vorurteile und Diskriminierung existieren nicht mehr. Stattdessen erfährst du in Gesprächen mit anderen, was diese alles über die Subkultur wissen. Du wirst als Teil von ihnen angesehen. Innerhalb der Subkultur triffst du aufein großes Angebot an unterschiedlichen Lebensstilen. Jemand der schwarze Kleidung trägt, kann sowohl absolut hedonistisch, extravertiert, sorglos und oberflächlich sein sowie enthaltsam, nachdenklich, zurückhaltend, melancholisch und tiefsinnig. (Und natürlich noch vieles mehr). Eine homogene Subkultur existiert nicht mehr und es ist ein seltener Glücksfall, wenn du jemanden triffst, der die selbe Lebensweise vertritt wie du. Die Dinge, die du tust, wissen andere, Außenstehende zwar, werden aber aufgrund der Vielseitigkeit der Subkultur völlig falsch eingeordnet, was deine persönliche Meinung und Empfinden darüber betrifft. Auch hier fühlst du dich missverstanden.


Beide Situationen sind Extreme. Aber eines haben sie gemeinsam: das missverstanden fühlen. Bei der ersten, weil kaum jemand was über die Subkultur weiß und mit Vourteilen kommt, die nicht stimmen, im anderen Fall, weil zwar ein rein sachliches Wissen bekannt ist, dieses aber völlig falsch eingeordnet wird. In der Größe der Subkultur (und den damit verbunden Folgen) sowie die Integration unterscheiden sich beide Fälle aber erheblich voneinander. Diskriminirungund Gewalt habe ich bewusst ausgeklammert, da dies so negativ ins Gewicht fallen dürfte, dass die anderen Aspekte nicht mehr oder kaum noch Relevanz haben.

Mir ist klar, dass weder die eine noch die andere Version für viele ein Ideal darstellt. Aber hier gehtes ja nicht darum, das zu wählen, was am liebsten wäre, sondern eine Entscheidung zwischen nur 2 möglichen Optionen.

Es wäre ganz nett, wenn ihr eure Entscheidung auch begründen könntet. Eine Darstellung eures Ideals kann dann auch noch folgen. Aber bitte trefft zunächst eine Entscheidung zwischen den 2 Optionen.

Vielen Dank!
SenecaHallo Rosie

Ich nehme Alternative Nr. 1, schlicht deshalb weil ich sie als eine frühere Realität kennen und schätzen gelernt habe die ich heute sehr vermisse...
Ich denke es hat wenig mit der "früher war alles besser" Mentalität zu tun, denn ich spüre seit knapp 5 jahren eine ganz klaren Verlust der Intensität des schwarzen Lebensgefühls...Ich halte diesen Intensitätsverlust heute nicht mehr für eine "Alterserscheinung", speziell nicht, da ich gesehen habe dass selbst die alte Hippiekultur noch [i]lebendiger[/i] ist, inklusive Festivals, als die "alte" Gotikszene.

Nein, der Intensitätsverlust entsteht eher dadurch, dass wir uns schon kurz vor Deinem Beispiel Nr. 2 befinden...

Jetzt loszulassen würde nicht mal mehr Eine Gefühl des Verlusts hinterlassen, und ich denke ernsthaft darüber nach...als ersten kommen dann die Haare ab...!
ValenvaryonEinfach ist mir die Entscheidung nicht gefallen, aber Szenario 2 halte ich für die wünschenswertere Wahl...(jaja hängt mich ruhig;) )

Meine Entscheidung basiert vor allem darauf, dass man sich in einer "großen" Szene seine Freunde genauso suchen kann, wie in einer "kleinen". Darauf, dass sich auch jetzt schon so viele oberflächliche Menschen hier tummeln, dass sich eine "Szene" in der Szene schnell herausbilden würde (die ach so truen-goths eben, und noch viele mehr)...auch wenn gothic dann nur noch ein Überbegriff für die kleidungsfarbe darstellt, so glaue ich doch nicht, das die die sich gefunden haben, sich plötzlich verlieren (um es mal so auszudrücken) Wenn Gothic sich so etablieren würde, würden viele Jugendliche, Aussteiger etc ihr Intresse an der Szene verlieren...was die "Teilnehmerzahl" ja automatisch reduziert. Größere Auswahl heisst ja auch nicht, dass man gezwungen ist sie zu nutzen.

Und den Meisten, die sichfür ersteres Beispiel entschieden haben, kann man wohl puren Egoismus vorwerfen ("Das ist MEINE Szene, und das ist auch gut so!;) )
Klar klein ist fein..usw, aber sowas lässt sich auch bei #2 bewerkstelligen, denn schwarz≠schwarz...es kommt nur drauf an, worauf man achtet (/achten will).
SenecaDarf ich mal darauf hinweisen, das [i]die Szene[/i] für den einzelnen ohnehin nur aus 10-25 Personen besteht...!
Sehr viel größer wird sie nie...es findet nur ein Generationswechsel statt...!

Die vermeintlich größeren Gesamtmengen gibt es nur in der Clubszene...die eigentliche Szene ist nur die Schnittmenge daraus...!
Die "Szene" waren für mich immer die Leute...die Die Richtung vorgeben...die lokal das Programm machen...Das sind selbst in großen Städten nicht mehr als 20 Personen, gezählt vom DJ und Partyinitiator über den Sänger der Goth-Cover-Band der im Plattenlanden arbeitet bis hin zur Kassentrine im lokalen Gruftshop...!
rosenkind[QUOTE]Und den Meisten, die sichfür ersteres Beispiel entschieden haben, kann man wohl puren Egoismus vorwerfen ("Das ist MEINE Szene, und das ist auch gut so![/QUOTE]

Das würde ich so nicht unterschreiben. Ich finde die Argumentationsweise sogaretwas seltsam, wäre es denn deiner Ansicht nach auch Egoismus, wenn ich mir wünschen würde, dass an der neuen Arbeitsstelle viele rumlaufen, die die gleichen Hobbies haben wie ich?
ValenvaryonMein Interventions-Versuch:
Um dem Kontext die gewünschte Ironie zu verleihen, reicht die Wortwahl wohl nicht...
Der Smily hätte ausserhalb der Klammer stehen müssen, ich sehe meinen Fehler ein und bitte gnädigst um Verzeihung. Hiermit sagen ich den falschen Göttern ab!;)

Des weiteren beginnt der ernst gemeinte Gedankenabschnitt in der Zeile darunter, dessen Inhalt auf das hinausläuft, was Seneca dargelegt hat.

Gruß
MondsilbertaufeIch finde die "globalisierte Szene" gar nicht so übel. Einfach deshalb, weil Intergration ne feine Sache ist und Isolation auf Dauer nicht befriedigt.
Um mich zu etwas zugehörig zu fühlen, brauche ich keine Szene. Ich brauche Menschen, denen ich vertrauen kann.
Das finde ich unter dem Fußvolk, den Klassikern, Strebern, Chaoten... Ich brauche dazu keine Weihrauchsessions, stille Abende auf wilder Wiese oder Bergwanderungen mit anschließendem Philosophengequatsche und gleichen Musikgeschmack. Ich brauche Leute, die mich inspirieren. Das finde ich meist nie bei denen, die so sind wie ich, sondern immer bei anderen.
Wenn man also den Kreis der mentalen Schwärze einmal öffnet, erhält man als neugieriger Mensch die Chance zu erfahren, was es für geniale Leute da draußen gibt. Dass Menschen gleiche Angewohnheiten haben wie ich, heißt noch lange nicht, dass ich mich auch mit denen verstehe. "Schwarzsein" an sich war nie ein Auswahlkriterium für mich, sondern sowas wie eine Solidaritätsbasis. Glücklicherweise muss ich mich nicht solidarisieren, denn ich kann mich gut allein behaupten.
Dass jetzt jeder zweite Gruftie sein will, stört mich genauso wenig wie die Tatsache, dass jeder 2. Männlein oder Weiblein ist. Deswegen fühle ich mich nicht weniger individuell.

Man bedenke: am Ende ist man mit sich allein und einer Handvoll loyaler Menschen. Ich habe nie das Bestreben gehabt, mein Ebenbild in diesen wenigen Menschen zu sehen. Einfach weil ich es genial finde, sich gegenseitig zu ergänzen. Das Optimum liegt in einer guten Mischung. Was uns verbindet ist etwas, dass man allumfassend fühlt.

Die geschilderte Situation Nummer eins kommt mir wie Darstellung einer Familie vor.
Die Familie habe ich schon. Ich brauche keine zweite.
Somit entscheide ich mich für die gegenseitige "Szenenverständigung", Situation Nummer 2. ;)
AlienSexFiend...mir wäre ebenfalls Situation 1 deutlich lieber, da es auch heute bei mir so ist, dass ich lieber ein paar wenige (auf)richtige, "echte" Freundschaften habe anstatt tausende oberflächliche Bekannte...
Dr. FusselpulliHallo, ich fühle mich noch ein wenig schüchtern, denn ich bin noch ziemlich frisch.

Ich würde Variante 1 bevorzugen.

Ich bin nicht nur in diesem Forum frisch, sondern generell in den "schwarzen Kreisen". Ich bin noch dabei mich ein wenig umzusehen, versuche ein wenig in die Weltbilder und Attitude der Schwarzen zu gucken, und diese mit meinen zu vergleichen.
Doch es ist schwer in dieser "Subkultur" die teilweise voller Wiedersprüche steckt. Wie kommt es das bei den "Schwarzen", wo Gedankenwelten, emotionalität und Philosophie immer wieder wichtig zu sein scheinen, so sehr auf die Kleiderordnung geachtet wird? Und dies ist nicht der einzige Wiederspruch.
Wo ist jenes Utopia der Geborgenheit in Schwarz?
Ich glaube dies ist ein Problem welches im Wandel der Zeit entstanden ist, vermischungen mit äußeren Einflüssen die zu einem Zerrbild, ja gar teilweise zu einer vollständigen verfremdung der "Schwarzen Subkultur" geführt haben.
Ich weiß nicht wie es früher war, ich habe es nie erlebt und kann nur spekulieren und versuchen ein wenig in erfahrung zu bringen. Das ist schwierig in Zeiten von X-tra-x und Radio Dunkle Welle.
Ich verspühre neid bei den Erzählungen von Leuten die die alte Subkultur noch erlebt haben.
Bisher hatte ich, bis auf das Internet, nicht wirklich Kontackt zur "schwarzen Szene" und ich wüsste auch nicht wo ich diese finden sollte, in irgendwelchen Diskos jedenfalls, denke ich, brauche ich nicht zu suchen.

Heute war der erste Tag meiner Ausbildung. Es ist eine schulische Ausbildung, auf dieser Schule und auch in meiner Klasse sind einige Leute die komplettes Schwarz tragen, einige mit Mantel und Stiefel.

In der vorstellungsrunde erwähnte einer seinen Musikgeschmack:
"Gothic-Rock", ich freute mich, denn dies war kurz ein neues Gefühl für mich, ich schien nichtmehr der merkwürdige Junge zu sein der kein wirkliches Interesse an der Musik hat, vielleicht konnte ich hier zum ersten mal mitreden, schließlich handelt es sich hier um ein Genre das mir gefällt.
Welche Musik dieser Mensch wohl meint? Die Sisters? vielleicht kennt und mag er calling dead red roses? Es bot sich eine Gelegenheit und ich sprach ihn kurze zeit später an: "Du erwähntest Gothic Rock, welche Bands hörst du denn so?"
Die Antwort war ziemlich ernüchternd: "Hmm... naja, so Nightwish und die Ärtze"
"Wie? Was? Ähm... was denn noch so?"
"Gothic rock.. ich weiß nicht... Subway to Sally... und irgendwas mit C"
"Clan of Xymox? Christian Death?"
"Was? Nein... etwas anderes..."
"?????"
Hier schien ich keinen Erfolg zu haben, ein wenig enttäuscht und verwirrt ging ich zur nächsten Person, welche weiblich und vollkommen in schwarz gehüllt war: "Du bist ganz in schwarz angezogen, was hörst du denn so?" - "Metal"
...so ging es weiter... Marilyn Manson, Korn, Offspring, Evanescence...
...so langsam bekomme ich das unheimliche Gefühl das ich dort nichteinmal einen Blutengel hörer finden werde... habe ich mich in der Subkultur geirrt?
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Dr. Fusselpulli [/i]
[B] habe ich mich in der Subkultur geirrt? [/B][/QUOTE]

[size=1]...nein, du brauchst einfach nur viel mehr Geduld die vergleichsweise wenigen (menschlichen) Schätze zu finden...[/size]
Mestigoth[QUOTE][i]Original geschrieben von Dr. Fusselpulli [/i]
[B]Ich verspühre Neid bei den Erzählungen von Leuten die die alte Subkultur noch erlebt haben.[/B][/QUOTE]Da ist auch unglaublich viel Musik verloren gegangen im letzten Jahrzehnt. Wer kennt heute noch Derriere Le Miroir oder Chandeen. Aber so tief muss man gar nicht graben. Es reicht schon, wenn man nach Anne Clark fragt: "Anne wer?... Klingen die wie Manson?" :rolleyes:
dr0pialso mir wäre auch Variante 1 lieber, weil mich (unbegründete) Vorurteile kaum treffen werden. Mir kommts aber so vor als würde die "Szene" immer mehr in Richtung Variante 2 abrutschen. Gegen Vielfalt und unterschiedliche Charaktere ist zwar nichts einzuwenden, aber dieses Massenprodukt "schwarz-sein" ist teilweise ätzend. Es entwickelt sich innerhalb dieser Lebensart "Gothic" (wohl kaum allgemein zu definieren) eine Spassgesellschaft, die sich von der normalen Pop-Kultur nurnoch durch Outfits und Musik (sogar die ist teilweise schon sehr poppig) absetzt. Ich selber kann mich mit dieser Spassgesellschaft nicht identifizieren, weil sie irgendwann in Verblödung endet (Bestes Beispiel dafür ist das TV-Programm von heute im Vergleich zu dem von vor 7-8 Jahren).

Ich selber wär also definitiv lieber in einer kleinen Sub-Kultur, die sich geschlossen definieren kann und nicht mit der Zeit weiter und weiter in der Masse verschwindet.
Dr. Fusselpulli[QUOTE][i]Original geschrieben von Mestigoth [/i]
[B]Da ist auch unglaublich viel Musik verloren gegangen im letzten Jahrzehnt. Wer kennt heute noch Derriere Le Miroir oder Chandeen. Aber so tief muss man gar nicht graben. Es reicht schon, wenn man nach Anne Clark fragt: "Anne wer?... Klingen die wie Manson?" :rolleyes: [/B][/QUOTE]

Hey, danke. Derriere Le Miroir und Chandeen. kenn ich nicht, gleich mal aufschreiben. :)

Anne Clark kenn ich aber :)

Aber wie schon gesagt, ich bin sehr neu, ich habe bis vor etwa 3 jahren noch garkeine musik gehört. Musik war einfach nicht mein Fall (Da kann ich doch irgendwie froh sein keine Leichen im Keller zu haben wie die Kelly Familie oder Backstreet Boys. Wobei, Leichen... Keller... ...vielleicht ist das ja auch wiederum irgendwie true ;) ).
Ich appelliere aber auch an das Verständniss der älteren Generation an die neuere, ich z.B. war damals nicht dabei, woher soll ich dieses Wissen haben das mir einfach nicht mitgegeben wurde?
Was mich aber noch mehr interessiert als die Musik von damals (wobei mir nicht jedes Lied gefällt, aber man findet immer wieder schönes), ist eigentlich die Einstellung der alten "Szene".
Leider ist darüber recht wenig zu erfahren, und ich kann nur mutmaßen.
(oder ich suche einfach nicht richtig danach)
Aber ich befürchte ich schweife vom Thema ab, und ich möchte diesem Forum nicht noch einen "Szene früher/heute" Thread aufdrängen, wie man ihn hier schon so oft finden kann.
rosenkind@Dr.Fusselpulli
vielleicht hilft dir ja [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=60950]dieser Thread[/URL] ein bisschen.

edit: doofe I-net-Sucht, ich wollte nicht mehr diskutieren, also Beitrag gelöscht
NebelwandererIch wähle Szenario 2 aus folgenden Gründen:

Szenario 1 ist auch mit besten Willen nicht mehr wiederzuerlangen. Das haben selbst "Alte Hasen" in meinem Umfeld kapiert und ich kenne das ganze ja erst ab 1996-97 rum als Ganzes.

In Szenario 2 erfolgt die Differenzierung über tatsächliche Persönlichkeitsunterschiede und Interessen. Das ist auch die natürliche Art, wie sich bei allen anderen Gesellschaftsgruppen Freundeskreise bilden und sie finden in Szenario 2 ungehindert statt. Szenario 1 ist dem Punkt eine Wunschvorstellung, da es davon ausgeht das die übergeordnete Struktur nur passende Menschen anzieht, was aber umgekehrt ist. Die Menschen schaffen sich die für sie passende Strukturen.

Musikgeschmack und ältere Musik hat auch in Szenario 2 Platz. Bloß ist hier eben stärker das persönliche Interesse gefordert und auch der Austausch mit Älteren oder Gleichinteressieren. Es gibt Alternativen und da gibt es oft oh wunder, doch feste Stammkreise und da findet man auch die passenden Mithörer. Man muss also nicht alles ertragen, was die Kommerzgroßdisko jedes WE einem vorsetzt.

Ich kann nicht verlangen das alle so ticken wie ich. Aber es muss gegeben sein, das ich ticken kann, wie ich will. Soweit ich damit nicht anderer einschränke, dies ebenso wahrzunehmen. Dies ist in Szenario 2 gegeben, während es in Szenario 1 per unrealistischer Grundannahme als gegeben gesehen wird.

Ich zum Beispiel hab es schon geschafft, mein nichtschwarzer Freundeskreis fängt schon an zu differenzieren. Er fängt schon an zumindest Industrielle, Metaller Punkangehauchte und Gruftis unterscheiden. Und er erkennt schon selber den Mischmasch schwarz. Süß wenn ich mir das manchmal erläutern lassen oder im Nachhinein Nachfragenbekomme. Gut da ist immer etwas Aufklärungsarbeit nötig, aber es geht schon. In Szenario 1 ist das schlechter möglich, deswegen eher Szenaro 2, da ich das doch für die bessere Lösung halte.

Viele Ausführungen zur Wunschvorstellung des Szenarios 1 sind auch öfters verklärt. Einige der "Alten" die ich kenne, entsprechen genausowenig diesem postulierten Ideal. Bei einigen reduziert sich das auf "Sie waren damals eben schon dabei."
darkEMYRIch denke schon ich würde z.t. Situation 1 befürworten. Wobei ich sagen muss dass die Realität zwischen beiden pendelt und erst allmählich mehr Tendenzen zu 2 aufbaut. Man wird in der Zukunft sehen wie sich das entwickelt. Auf Pariser Modenschauen wird jedenfalls schon brandaktuell "Gothic" präsentiert!
zur Begründung:
Wenn man in der Szene gut aufgenommen wird, ist das schon viel wert. Heute ist das ja eher eine Seltenheit (obwohl man auch früher als Neuling erstmal dumm rumgestanden hat, wie ich gehört hab). Der Zusammenhalt in der Szene wäre doch viel größer, während man heute manchmal das Gefühl hat, dass die Leute gegeneinander agieren (übrigens ein Phänomen was in anderen Szenen wie HipHop deutlich stärker ausgeprägt ist).
Das Miteinander, die Gemeinsamkeiten, so wie das in Bsp.1 beschrieben wird, das wäre mir persönlich sehr viel wert.
Klar ist es auf der anderen Seite auch nicht zu verachten, bei Media auch die eher unbekannte Band im Regal zu entdecken.
Und die skeptische Außenwelt erfreut mich ehrlich gesagt immer wieder! Man hat halt sein Plätzchen in der Straßenbahn :D
Locomonkomentarlos: situation 1

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