| rosenkind | [i]bevor es losgeht, möchte ich nur mal auf eines hinweisen: [SIZE=3]Dieser Thread soll keine scharfsinnig durchleuchtende Analyse dieser Subkultur werden, die am Ende in der ewigen Diskussion um den "Verfall der alten Werte endet" Vielen Dank[/SIZE]. Es geht hier lediglich um eine Umfrage oder höchstens oberflächliche Diskussion und ich denke, man kann das "schwarze Lebensgefühl" auch besprechen, ohne in eine von den unzähligen Grundsatzdiskussionen zu verfallen, die hier üblich sind. Ich hoffe, dieser Hinweis wurde jetzt deutlich genug gesagt UND verstanden. Also kanns losgehen? [/i] "Es ist nicht möglich nicht zu kommunizieren", so lautete der Satz meiner Mutter, als ich ihr erzählte, dass die meisten Leute erstaunlich positiv auf mich reagieren würden, sobald sie ein Wort mit mir wechselten. Als ich heute per Zufall Barbara Salesh sah (Bevor jemand was falsches denkt: meine Nähmaschine steht im Wohnzimmer und ich brauche zur Untermalung stupider arbeiten wie das Aufzeichnen von Schnittmustern stupide Hintergrundunterhaltung :D ) und es in dieser Folge mal wieder um ein satanistisches Gruftiepaar und Ritualmord ging, kam mir beim Anblick dieser Gestalten dieser Satz wieder in den Sinn und gleichzeitig das "merkwürdige Verhalten grade eben schwarz gewordner Junggrufties zur WGT-Zeit" oder wie auch immer man es nennen möchte ins Bewusstsein. Und einige dieser Individuen meiner ganz persönlichen Beobachtungen nach es nahezu darauf anlegen, dass man sie in diese Ecke stopft, weil sie durch Gesten/Blick und teils auch Worten deutlich ein "wag es nicht mir nahe zu kommen, das wirst du sonst bereuen" provozieren auch die Frage: inwieweit schaffen wir uns unsere Vorurteile eigentlich selbst? Diese Frage brachte mich wieder weiter zu der Frage: was will Gruftie überhaupt darstellen? richtet man diese Frage nun an die Schwarzen selbst, erhält man meist die Antwort, dass man nach außen eigentlich gar nichts darstellen will, außer Abgrenzung. Die meistgehörte Antwort auf die Frage: was willstdu bei den anderen damit bewirken ist meist: "die anderen sind mir egal". Je jünger der Befragte, umso häufiger diese Antwort. Natürlich: viele schließen sich nicht vordergründig einer Subkultur an, um in der Außenwelt etwas darzustellen, sondern für sich selbst. Aber provokation, Auffälligkeit, Abgrenzung spielen eine wichtige Rolle, wir tun es vielleicht mehr für uns, weil es uns selbst gefällt, der Paradiesvogel zu sein, aber wie war das nochmal: man kann nicht nicht kommunizieren. Fakt ist: jede so strukturierte (Musik, Kleidung, Infrastruktur, Lebensgefühl) Subkultur lebt von ihren Selbstdarstellern, von Leuten, die sich selbst kreiren oder bereits vorhandene Kreationen übernehmen. Und grade in der schwarzen Subkultur ist diese Selbstdarstellung von sehr hoher Bedeutung. Ich hab schon von mehreren Stellen gehört "es ist eine Art von Rollenspiel". Ein Dialog zwischen TTh und Goat93 (?) in irgendeinem dieser Threads hier sprach von Waldfeen und Königinnen, eine Website mit Stylingtipps von unterschiedlichen Rollen. Und wahrlich, spielt in dieses System doch jeder irgendwie eine Rolle. Die Person, die er gern wäre. Ich persönlich habe jedenfalls noch keine andere Grupperiung erlebt, in der Selbstinszenierung, ob im postiven (sprich künstlerischen) oder im negativen (sprich im egoistisch-eitlem) Sinne so eine Rolle spielte. In der künstlerische Ausdrucksformen wie Styling, Musik, Malerei, Lyrik ect. sich einer solchen Beliebtheit erfreute, in der es so viel symbolhaftes, verschleiert-geheimnisvolles, theatralisches gab. Ich schweife ab. Was will ich damit eigentlich sagen? Nun, eigentlich nur: jeder von uns spielt eine Rolle. lassen wir das einfach mal so stehen, es ist nicht negativ gemeint, noch positiv. Und eine Diskussion darüber möchte ich auch tunlichst vermeiden. Was mich einfach interessieren würde ist, welche Rolle(n) ihr angenommen habt in diesem System. Was stellt ihr da, kommuniziert ihr nach außen? Dazu gehört auch die Art und Weise, wie man sich präsentiert im Umgang mit anderen Menschen, euer Erscheinungsbild (aber bitte keine endlosdiskussionen über Kleidung), eure Ideale und vieles mehr. Wie seht ihr euch? Es gibt ja nun eine wirklcih riesige Zahl der Rollen, die man unter dem Schwarzen Deckmänteölchen spielen kann. Das evil-girl, die Waldfee, die Königin, das unverstandene Kind, der schwarze Engel sind nur ein paar davon. Vielleicht sind diese Begriffe auch gar nicht so wichtig, denn sie kathegorisieren und jeder von uns spielt vielleicht auch mehrere Rollen. vielleicht geht es viel mehr darum, mit Eigenschaftswörtern zu beschreiben. Ich selbst liebe es zum Beispiel, ein bisschen (wirklich ein bisschen, denn viel Ahnung hab ich auch nicht) das Bildungsbürgertum des 18./19. Jahrhunderts zu verkörpern. Diese Epoche hat mich schon immer fasziniert, zumindest, seitdem ich davon weiß. Als 13-jährige habe ich Goethes "Willkommen und Abschied" als Lieblingsgedicht erkoren und deen Auschnitt eins Lustspiels von 1803 immer wieder gelesen. Mit 14 war ich in Weimar und begeistert von der Stadt, Heimatgefühle kamen auf. Und heute trage ich ene blaue Blume auf meinem Rucksack. Ich gebe mich gerne (verdammt, wie heißt das weibliche Pendant zu gentleman?) höflich, intellektuell und kultiviert bzw versuche es. Nicht immer versteht sich, aber es ist eine meiner Rollen. Und wenn ich könnte, würde ich in meinem Freundeskreis auch die Begrüßung mit Handkuss und Knicks einführen, weil ich diese Geste sehr mag. Nun seid ihr dran zu berichten. |
| MagnusCaudar(Bw | So , wenn ich das jetzt richtig verstanden habe und man kann es durchaus missverstehen wenn man so viel ausklammert um es nicht zu disskutieren , sollen wir einfach nur angeben was für ein Bild wir auf unsere Umwelt werfen , wie wir uns selbst geben oder welches Klischee wir gewollt oder ungewollt , begründet oder unbegründet , ohne es herzuleiten , wiedergeben ... Und das ganze ohne die gängigen Grundsatzdisskusionen . Also zu meinem Teil wirke ich wohl wie der typisch dauergrimmige Besserwisser , der gelegentlich was tiefgründiges von sich gibt und genervt wirkt ... |
| Xenomorph | Ist mit wenigen Worten nur schwer zu beschreiben, aber wenn du einige aus meiner immer länger werdenden Liste von schwachsinnigen Beiträgen, mit denen ich langsam aber sicher dieses Forum hier vergifte :cool: , studierst, gewinnst du daraus bereits ein recht umfangreiches Bild meiner Persönlichkeit ;) ... Nur soviel zu mir, zu den "notorischen Besserwissern" zähle ich mich ebenfalls, ich will immer Recht behalten, und das schlimmste dabei ist, dass es mir meistens auch gelingt... "Unverstandenes Kind" passt vielleicht auch ein wenig, aber es liegt mir fern, mich auf einen einzigen Begriff reduzieren zu wollen, weil es da keinen gibt, mit dem alles was einen Menschen ausmacht, in einem einzigen Wort gesagt wäre... |
| Lesbia | Mh, ich stell mich gern als die völlig unabhängige Intellektuelle dar... Andere sagen aber, sie würden mich eher in der Rolle des Rehleins sehen, andere die typische Streberin und noch andere meinen, ich wäre völlig unberechenbar. |
| Seneca | Ich bin die extrovertierte Avantgarde eines im späeten 18.Jhdt gefangenen Spiegeluniversums, in dem der erste Mondflug auf den 11. Juni 1789 fällt. Kapitän Nemo wird in wenigen Jahren seine nuklear betriebene Nautilus bauen lassen. Und in genau diesem Stil laufe ich herum, bzw. genau so ist unsere Wohnungn eingerichtet. Anfangs ware mir das gar nicht klar, aber ein geweisser [i]Jule Verne[/i] hat mich mit der Nase darauf gestoßen. |
| jorinde | es gibt einige rollen die ich verkörpere..abwechselndt von bedürfnis, stimmung ode rtageszeit..doch einiges haben sie alle gemeinsam und man könnte das am besten unter dem begriff 'dame' oder 'lady' zusammenfassen.. guter stil und gutes benehmen sind mir sehr wichtig, und darauf achte ich auch bei meiner selbstdastellung..vornehme zurückhaltung..elegante gesten und etwas was diese die unsrige zeit stark vermissen lässt: ausgesuchte höflichkeit. bei mir äußert es sich in der kleidung..weite, elegante, verspielte oder fließende stoffe und schnitte. nichts zerissenes, aufreizend erotisches oder punkiges. für mich kommt das nicht in frage. vermischen tut sich das ganze dann entweder mit meinem hang zum träumen und zu verspielten kleinigkeiten zur 'herzkönigin'...wenn es auffälliger ist oder dem 'viktorianischen püppchen' wenn es in richtung lolita tendiert, oder zur manifestation meines namens 'fee' wenn ich meinen hang zu blumen oder schmetterlingen, bunten und hellen farben auslebe.. so viel zu mir (und ja, ich heiße wirklich fee^^) |
| Urvater | Jorinde, wie wohl würdest Du Dich in meinem schwarzen Zimmer fühlen... das ist einfach nur edel, "vornehm", feierlich, ohne jeden "Szene"-Kitsch... Eine Bekannte von mir, Lehrerin für kath. Religion, hat die Stimmung mit der in einer Kathedrale verglichen... echt, das würde passen. Das ist nur so eine Randbemerkung, ich will Dich damit nicht anmachen oder so, kam mir nur so eben als machtvolle Assoziation in den Kopf. Ich liebe diesen Stil, der wohl auch der Deine ist, und den sonst niemand pflegt. Dadurch ist mir Dein Eintrag aufgefallen und ich musste drauf antworten. |
| Jester | Was ich wohl verscuhe zu verkörpern das ist eine der einfachsten Fragen die man an mich richten könnte, ich versuche rein gar nichts zu verkörpern, sondern ich verkörpere. Und zwar mich selbst, denn ich bin nicht bestrebt, weder nach Aussen noch nach Innen, irgendetwas darzustellen. Darstellen bedeutet gleichsam, zumindest in meiner Auffassung, auch verstellen. Wen man für jemanden etwas darstellt dann erschafft er diese Wahrnehmunsgswirklichkeit von dir, ich allerdings versuche nicht von mir aus etwas bestimmtets, klar umrissenes darzustellen, ich bemühe mich vielmehr gerade den Umstand des darstellens zu ungehen und einfach zu sein. Ich spreche also lieber, um mich nicht (wenn auch nur in meiner Vorstellung der deutschen Sprache und ihrer Sinnhaftigkeit) selbst in eine Position zu rücken in welcher ich mich nur ungern sehe, von der Tatsache wie ich erscheine, oder wie ich weiß wie ich meiner Umwelt ersheine da diese mir das wiederrum mitteilt. Und wie sehr variiert dies doch letzetndlich, wie diffus wird die eigene Person wenn man sich bemüht sie mit all den Augen der anderen wahrzunhemen, wenn all die Wahrnehmungswirklichkeiten, welche alle subjekktivverzehrt zu mir zurückkehren, sich überlagernd ein Zerrbild meiner Selbst projezieren in welchem Querschnitt mein wirklichen Ich liegen könnte, aber sicherlich nicht muß. Man bezeichnet mich einerseits als eine Person welche absolut gefestigt in ihren Überzeugungen steht, welche rational modern, gerade den Geisteswissenschaften verhaftet wäre. Im Gegenzug andere bezeichnen mich wieder als Träumer welcher sich mit den unbeweisbaren Belangen der Theologie und der Esoterik zu beschäftigen weiss und Zeitweise sogar ein wneig der Realität entrückt sei. Doch wer hat nun mehr Recht, wer ist näher an dem, was wohl das wirkliche Ich darstellt? Ich wage zu behaupten keiner von beiden, wie doch wieder beide. Es kommt immer darauf an aus welchem Winkel man mich (oder auch jede beliebige andere Person betrachtet) und in welchem Moment man dies tut. Aber ich schweife weit ab und ich denke nicht das hier über Wirklichkeitswahrnehmungen und deren Zwischenmenschliche Ausläufer diskutiert werden sollte. Wo ich mich sehe, so ich das mal rein Oberflächlich auf mein Äußeres beziehen wollte, so könntem man behaupten das ich wohl weder was Halbes, noch was Ganzes sei. Ich habe mich keinem Trend verschrieben, keiner epochalen Episode unserer Weltgeschichte,... vielmehr bin ich einfach hier, trage Klamotten der Alltäglichkeit welche höchstens in ihrere Farbunvariietät bestechen und die Haarpracht ist des weiteren das einzige was mich wohl in unsere Subkultur steckt. Aber ich mache mir eh wenig aus diesen Äußerlichkeiten welchen einer Identikationsfunktion entsprechen. Mein handeln, es entspricht wohl einer heutzutage überdurchschnittlichen Höflichkeit, ein Hang von zuviel Emotionalität gegenüber der Welt und vor allem meiner näheren Umwelt, wobei größer werdene Distanz auch für mich diese Emotionalität in dem Sinne abschwächt, das ich Dinge objektiver und rationaler betrachten kann. Wissbegierig ist wohl ein weiteres Attribut welches man mir zuschreiben kann und welches ich sogar als essentiell zu betrachten wage, wobei es nicht nur um Wissen im Wissenschaftlichem Sinne geht, sondern auch um den einfachen Austausch mit dem "Wissen", oder besser gesagt der Ansichten, anderer Menschen, auf das diese meine eigenen Auffassungen und Glauben bereichern können. Geselligkeit, ein Wort das in diesem Zusammenhang fallen sollte. Geselligkeit ist mir wichtig. Und im weiteren Sinne davon auch noch die Aufgeschlossenheit und Unvoreingenommeheit, welche sicherlich nicht immer leicht zu wahren ist, wozu ich mich aber immer sehr bemühe. Etwas, wonach es meiner Meinung am meisten mangelt heutzutage, auch gerade in dem was wir unsere Subkultur schimpfen, welche es zwar proglamiert aber es wann es nur geht selbst mit den Füßen tritt, auch wenn ich gerade in unseren Gefilden einige der angenehmsten Ausnahmen zu treffen vergönnt war. |
| LittleLenore | hm...unverstandenes kind trifft wohl am ehesten auf mich zu.ich wehre mich mit händen und füßen gegen das erwachsenwerden und die damit an mich gestellten erwartungen der gesellschaft und das kommt auch in meinem erscheinungsbild zum vorschein.eher weniger im verhalten,ich werfe mich schon nicht auf den boden und schreie mir die lunge aus dem leib oder ähnliches trotzgebahren:) früher habe versucht, eine edel-ladyhafte erscheinung aufrechtzuerhalten,da mir einfach danach war,aber letztendlich war es nicht die reflektion meiner selbst,sondern eher eine maske,hinter der ich mich versteckte.ausserdem werde ich immer noch auf viel jünger geschätzt als ich bin(min. 5 jahre sind die regel) und daher war die lady nicht wirklich überzeugend. ich bin auch gern die genervte besserwisserin und die eiskalte kleine verwöhnte prinzessin,von der man allgemein annimmt, dass ihr niemand gerecht werden kann ausser ihr selbst,ganz nach dem motto I got no emotions for anybody else You better understand I'm in love with myself Myself My beautiful self:D misanthropie und narzismus rocken! |
| vampiranha | Hmmmmm, ich würde mich auch eher unter die Kategorie "unverstandenes Kind" einordnen. Was ich auf keinen Fall möchte, ist so zu sein, wie die anderen. Getreu dem Motto: Normal kann jeder! Im Großen und Ganzen tue ich immer das, wonach mir gerade ist, und so ist auch mein Auftreten/Kleidungsstil. Wenn ich mal mehr auf auf Action/Halligalli drauf bin, dann eher in die punkige Richtung, wenn ich mal wieder in die nachdenkliche, melancholische Phase verfalle, dann doch eher das lange Samtkleid oder irgendein anderer langer Rock. Und so gebe ich mich dann auch: Entweder ganz hibbelig oder eben sehr ruhig, bedächtig und nachdenklich in der Ecke stehend. ABER: I don't give a sh!$ was andere über mich denken. Hauptsache ich fühle mich in diesem einen Moment wohl. Viele Grüße vampiranha |
| gruftigirl | Was ich im Allgemeinen mit meinem Schwarzsein ausdrücken will: "ICH GEHE MEINEN WEG." Grüße, gruftigirl |
| Silverwolf | Ich bin wohl eine Jugendliche im Nimmerland. Eigentlich möchte ich nicht erwachsen werden, und doch bin ich es geworden. Das ist eine amüsante Mischung aus naiver Reife. Auch bin ich wohl der kleine, weit entfernte Farbpunkt im Schwarz. Ich mag schwarz alleine nicht besonders, sondern liebe schwarz um Kontraste zu setzen und damit zu spielen. Ich fühle mich in Gelb pudelwohl und liebe meine Eigenschaft des Lachens, die mir früher den Titel "Sonnenschein" eingeheimst hat - an den ich mich klammere, verzweifelt- da ich Angst habe ihn mit dem Älterwerden zu verlieren. Ausserdem geniesse ich, mit meinem Aussehen zu spielen und mich zu verändern. Ich schockiere gerne Leute, indem ich plötzlich etwas Verrücktes ausprobiere, und genau dann, wenns nicht passt. Wer mich jedoch kennt, sieht hinter der spielerischen, vielleicht auch starken Frau, oder Mädchen ein Geschöpf, das sich nach Nähe sehnt, die es selber nicht zulässt, sondern hinter Stolz versteckt. Irgendwie bin ich so kompliziert, und gleichzeitig doch so spontan und unkompliziert. Hach, ich bin gegensätzlich und kenne mich gut, oder gar nicht... |
| Phoenix1384 | Meine Selbstdarstellung... Also zunächst einmal trage ich selbstredend eine Maske, metaphorisch gesprochen. Würde ich keine tragen, würde ich mich nicht hinter einem von mir selbst kreiertem Antlitz verbergen, würde ich wohl nackt durch die Welt ziehen und mit Leichen meinen Weg pflastern... Versteht mich nicht falsch! Ich bin kein Unmensch, aber wenn ich jedesmal, wenn ich Gedanken wie "Den Spinner vor mir, der mich gerade fast umgerempelt hat, würde ich jetzt liebend gerne auf den Bordstein schubsen" denke, hätte ich glaube ich ein ziemliches Problem. Nein, ich genieße da eher den flüchtigen Gedanken an die Möglichkeit, wünsche dem Spinner einen schönen Tag, lächle und gehe Kopfschüttelnd weiter. Wenn ich mit mir fremden Menschen zu tun habe, bin ich von Haus aus, also ohne drüber nachdenken zu müssen, grundsätzlich höflich. Höflichkeit finde ich wichtig und schön, doch kann sie zuweilen auch ein guter Verbündeter sein, wenn man jemandem durch die Blume sagt, dass man von demjenigen nichts hält, ohne denjenigen direkt zu beleidigen und ihn sein Gesicht verlieren lassen. Die Kunst der Höflichkeit ist etwas, dass viele in der heutigen Gesellschaft leider nicht beherschen und oft auch nicht verstehen. Wenn ich ein Gebäude betrete, ist es für mich selbstversändlich die Tür für den Nachkommenden aufzuhalten, selbst dann wenn ich dafür ein paar Sekunden warten muss, weil sonst derjenige die Tür an den Kopf bekommen könnte. Oft genug erhalte ich für diese Geste statt eines Wortes des Dankes, einen schiefen Blick des Argwohns. Auch nicke, oder verbeuge ich mich oft als Zeichen des Dankes, wenn ich Worte für unnötig, oder unpassend halte. Wieder finden tue ich mich im Bildungsbürgertum des 18./19. Jahrhunderts, im Landadel des Mittelalters, zuweilen auch als Laienbruder in einem Franziskaner Kloster des Mittelalters, Pirat im 18. Jhd., in den Naturverbundenen Kelten des frühen Mittelalters, bzw. füher, usw. Freilich natürlich vom heutigen Zeitgeist durchsetzt. Ich genieße diese meine Selbstdarstellung in vollen Zügen! Ist sie doch ganz anders, als das "inszeniert werden" meiner Kindheit, und vermittelt eine Illusion von Freiheit. So tue ich heute Dinge, für die mein früheres Umfeld, und zum Teil das heutige auch noch, nur Worte des Spottes übrig hat. In der letzten halben Dekade fing ich an die Dinge zu tun, die ich schon als Kind/Jugendlicher gerne getan hätte, mich aber aufgrund meines Umfeldes traute zu tun, weil es sonst schlecht über mich gedacht hätte. Damals orientierte ich mich sehr an der Meinung ander. Doch ich fing an mich zu fragen, wer ich sein will und machte mich auf die Suche nach mir. Ich belegte Tanzkurse, find an zu Segeln, begann mein Studium der Geschichte und Archäologie, und lerne ab morgen das Spielen der Violine. Selbstdarstellung verstehe ich in sofern als die Suche nach dem eigenen Ich. |
| belladonna | Klar ist es Selbstdarstellung, daß ich mich in schwarze Klamotten hülle und auf meinen blassen Teint achte. Ein bißchen was von Kunst hat es auch, ich mache mich quasi zum Kunstwerk. Und natürlich auch das Bedürfnis mich abzugrenzen. Ich fühle mich einfach gut so. Und was die Vorurteile angeht: umso besser, da habe ich weitestgehend meine Ruhe. Zumindest in der Gegend wo ich wohne. Da wird nur hinter dem Rücken getratscht und das geht mir gelinde gesagt am Arsch vorbei. Und noch ein Vorteil der Vorurteile gegenüber meinem düsteren Aussehen: Kinder die der Meinung sind, meinen Kiddies das Leben schwermachen zu müssen, unterlassen dies schlagartig sobald sie mich zu Gesicht bekommen haben:D Warum nur:rolleyes: |