| Seneca | Herzlich willkommen zur x-ten Runden unseres Internetspiels, in dem es um die Positionierung innerhalb des westlichen Kulturkreises des gemeinhin als [i]schwarze Szene[/i] bezeichneten Interessenverbands geht. In vergangenen Runden haben wir uns, vergebens wie ich anmerken muss, darum bemüht herauszuarbeiten in welcher Weise noch Gemeinsamkeiten bezüglich der Zuwendung zu bestimmten Themenbereichen existierem, welche die Splittergruppen vereinen. Nun also ein Neuer Einwurf, um den Ball noch mal aus der Ecke direkt vor die gegnerische Torlinie zu bringen...! Frage: Wir hatten also behandelt was die "Schwarzen" schätzen. Wie sieht es aber mit ihren Abneigugen aus...? Ich denke diese Ansatz ist vielversprechend bezüglich eines Konsens da Ablehnung des Etablierten ja schon immer viel leichter fiel, als eine Alternative zu schaffen... Auch aus der Ablehnung kristallisiert sich mit der Zeit eine Weltanschauung. Wogegen stemmt sich die "(spät)jugendliche Rebellion" Wogegen protestiert sie...? (überhaupt ?) Was lehnt sie konsequent ab...? |
| rosenkind | [QUOTE]Was lehnt sie konsequent ab...?[/QUOTE] Die Erkenntnis dessen, dass sie selbst nicht durch gespielte Andersartigkeit anders wird. Das ist doch der einzige gemeinsame Nenner. Anders sein (wollen) |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i] [B]Die Erkenntnis dessen, dass sie selbst nicht durch gespielte Andersartigkeit anders wird. Das ist doch der einzige gemeinsame Nenner. Anders sein (wollen) [/B][/QUOTE] Das ist doch keine fundierte Basis...! Daraus alleine hätte doch nie dieser Subkulturelle Superzirkus entstehen können...!? Oder doch...? Sicher lässt sich diese Ablehnung spezifizieren...! ich möchte dazu derzeit noch nichts anführen, ich glaube ich bin aus dem Geschäft...es wären ohnehin nur alle Kamellen a'la ...so war's früher... Ich warte tatsächlich gespannt auf "frischen" Input von Euch, ohne alles gleich mit der altgotischen Standpunktkeule niederschmettern zu wollen. |
| rosenkind | [QUOTE]Das ist doch keine fundierte Basis...! Daraus alleine hätte doch nie dieser Subkulturelle Superzirkus entstehen können...!?[/QUOTE] es ging doch um einen [B]gemeinsamen[/B] Nenner, oder? ich denke, es ist bei der heutigen Szenelandschaft schwierig, etwas anderes zu finden. Wenn die eine Ecke den Kommerz ablehnt, zeigt sich die andere als markenorientierte "Modeopfer". "Die Schwarzen" gibt es doch gar nicht mehr. sollte ich am Thema vorbeischießen: nicht wundern, ich fahr in 24 Stunden auf Klassenfahrt und bin in Gedanken schon wo ganz anders |
| Seneca | Es geht hier nicht um den einen gemeinsamen Nenner...man muss doch erst mal sammeln, um seine Schlüsse ziehen zu können...! Was treibt Dich dazu an, gegen den Strom zu schwimmen....oder ist das hier nur die gegenläufige Kaltwasserzirkulation...? [quote][b]Wogegen stemmt sich die "(spät)jugendliche Rebellion" Wogegen protestiert sie...? (überhaupt ?) Was lehnt sie konsequent ab...?[/b][/quote] |
| rosenkind | dann hab ich das missverstanden, ich dachte es ging um den einen gemeinsamen Nenner. Denn aus meinen Erfahrungen kann ich leider nicht auf mehr schließen zumindest ernst gemeintes, was ALLE betreffen könnte. was mich antreibt... die Frage ist wohl immer auch, ob man gegen den Strom schwimmt oder nur im Gegenstrom treibt. (Deshalb auch die Klammern um das wollen). Mein Antrieb ist vermutlich einfach nur die simple Tatsache, dass im Strom wohl noch weniger Raum für meine Persönlichkeit finde als hier. Trotz aller Widerstände. Ziemlich allgemein gefasst. ich merke, ich bin nicht ganz bei der Sache grade... |
| Dow | [QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i] [B]Die Erkenntnis dessen, dass sie selbst nicht durch gespielte Andersartigkeit anders wird. Das ist doch der einzige gemeinsame Nenner. Anders sein (wollen) [/B][/QUOTE] Machst Du es Dir da nicht ein wenig einfach? Ich finde da malst Du auch ein bischen zu Schwarz. Es mag ja Leute geben die es Ablehnen zu Erkennen das sie nicht anders werden in dem sie es spielen... aber hier geht es darum einen gemeinsamen Nenner zu finden... Da unterstellst Du jetzt aber ziemlich vielen Leuten etwas... Ist es nicht vielmehr so, dass es zwar unterschiedliche Motive gibt warum, aber eine Gemeinsamkeit vieleicht darin besteht das man ablehnt sich von "ach so normalen" sagen zu lassen wie man sein zu hat? Total andersartige Grüße, Dow |
| rosenkind | [QUOTE]Ist es nicht vielmehr so, dass es zwar unterschiedliche Motive gibt[/QUOTE] eben die restlichen Motive sind [B]unterschiedlich[/B] [QUOTE]ablehnt sich von "ach so normalen" sagen zu lassen wie man sein zu hat?[/QUOTE] das istin anderen Worten doch genau das selbe: anders sein (wollen). [QUOTE]Machst Du es Dir da nicht ein wenig einfach? Ich finde da malst Du auch ein bischen zu Schwarz. Es mag ja Leute geben die es Ablehnen zu Erkennen das sie nicht anders werden in dem sie es spielen... aber hier geht es darum einen gemeinsamen Nenner zu finden... Da unterstellst Du jetzt aber ziemlich vielen Leuten etwas...[/QUOTE] Bei diesem Satz hast du Recht. Wie ich bereits sagte, war ich gestern nicht so ganz aufder Höhe und habe da vielelicht etwas kurzsichtig gedacht. was ich aber durchaus denke ist: jede Subkultur definiert sich übers anders sein. Um individuelle Unterschiede wahrzunehmen, muss man sich noch nicht als Subkultur fühlen, man ist eben ein Individuum unter vielen mit ein paar Eigenarten. Subkultur baut jedoch auf dem Prinzip auf, sich als andere Kultur als die Mehrheitskultur zu empfinden. Die Erkenntnis "ich bin nur eines von tausenden komisches Rädchen im Getriebe" ist durch diese Struktur nicht möglich. Denn wenn man an diesem Punkt ankommt, dann ist es aus mit dem Subkulturdasein. Zumindest in der Form einer gemeinsamen Philosophie, die man [B]darüber[/B] definiert. Die Menschen mögen dann zwar immer noch die gleichen Ansichten haben, aber aus den Grufties, Hüpf Hüpfern, Punks ect sind dann auf einmal Menschen geworden. Verstehst du, was ich meine? Zu dieser Struktur gehört auch dazu, dass die Andersartigkeit regelrecht zelebriert wird, wobei das auch wieder das falsche Wort ist, ebenso wie gespielt. Es ist eben ziemlich plakativ. Ein Mensch, der ebenfalls anders ist, aber kein Mitglied einer Subkultur fällt nicht so sehr auf, er besitzt kein Wort, unter das alle seine Interessen gepackt werden können. Bestenfalls ist er ein komischer Kautz mit verqueren Ansichten. Ja, er ist anders, aber er ist eben nicht anders. Dieses anders ist ein eigenes anders als das anders der Subkulturen. Es ist eine Eigenschaft, nicht die Essenz der subkulturellen Identität (die er ja gar nicht besitzt). es ist immernoch schwer zu erklären... jedenfalls ist der Aufbau dieser Identität übers Anders sein oder anders sein wollen doch eigentlich das, was Subkultr von nicht siubkultur unterscheidet. Das heißt nun nicht, dass es völlig inhaltslos sein muss. Aber es ist nunmal ein anderes erfinden als das "ich bin ein seltsames Rädchen im Getriebe". die gespielte Andersartigkeit, also das unehrliche, ist natürlich nur ein Teil des Möglichen. |
| Seneca | Der Ball ist offenbar im aus gelandet...! Bitte haltet Euch doch incht so sehr mit dem "einen Nenner" auf....stellt doch einfach mal eure Position dar: [color=red]*edit* Überschrift des Themas geändert..![/color] Was ist für Euch unvereinbar...! Mal ein einfaches Beispiel... Ich hatte früher vor allem mit "Grufties" aus der 2. ten Generation zu tun. Die größte Jugendkultur Mitte der 90er war die Techno & Raverszene, die [i]Love Parade[/i] und der [i]Mayday[/i] zeigten das ertmals ganz offensichtlich...das [i]Dorian Gray[/i] wurde ein Kulttempel...! In der Raverbewegung gab es ganz offenbar gewisse Präferenzen bezüglich des Lebenstils...als typisch kannte ich: Schnelles lautes und excessives Lebensgefühl, aufputschenden Drogen nicht abgeneigt... im Alltag oft ein markenbewusstes Outfit im gehobenen Casual Style....passend zum Golf- oder 3er Cabrio... ...einen netten Job im new economy bereich, oder in Papas Firma...um das alles zu finanzieren...außerhalb eines "Rave" eine relativ angepasste Erscheinung...allgemein eine recht egozentrische "anything goes" Mentalität mit Hang zum Hedonimus...fortschrittsorientiert und technologiegläubig...! Wie gesagt, ich rede hier vom "harten Kern der Technoszenem zu dem ich über ein paar Internatsgenossen einen Einblick hatte. Nun... "meine Gruftis" stellten in dieser Hinsicht das exacte Gegenstück dazu dar...man distanzierte sich [b]absichtlich[/b] genau von dieser Art des Lebenstils... Genau wie die "Raver" stammten die meisten aus Akademiker und oder Unternehmerfamilien, die ihnen durch aus auch den gleichen Lebenstil erlaubt hätten...aber statt eines BMW fuhr man einen alten Citroèn 2CV...und trug Opas alten Frack...*g* man verweigerte sich schlicht der Konsumwelt, die einem ein ständiges gehen mit dem Trend aufzwingen wollte... So...schluss...das sind alte Kamellen...so sieht mein Leben heute auch nicht mehr aus...! Wie sieht es mit eurer aktuellen Position aus...? |
| anima nata lacrimans | Du stellst aber auch schwere Fragen! Beim Versuch, meine Position darzustellen, bin ich auf einige Widersprüche und Ungereimtheiten gestoßen, sprich meine Position hätte mich nicht zwangsläufig in diese Subkultur treiben müssen...Naja, vielleicht fange ich irgendwann eine neue an ;) Was ist denn mit Deiner heutigen Positionierung? |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von anima nata lacrimans [/i] [B]Du stellst aber auch schwere Fragen! Beim Versuch, meine Position darzustellen, bin ich auf einige Widersprüche und Ungereimtheiten gestoßen, sprich meine Position hätte mich nicht zwangsläufig in diese Subkultur treiben müssen...Naja, vielleicht fange ich irgendwann eine neue an ;) Was ist denn mit Deiner heutigen Positionierung? [/B][/QUOTE] Abgeklärt und leicht distanziert, oftmals verwundert...! Ansonsten, wie gefordert, Dienstleistungssorientiert und mitten in einer kreativen Flaute... Liebesbriefe und Gedichte schreibe ich fast nur noch an Behörden...ansonsten versuche ich trotz allem der "alten Haltung" halbwegs treu zu bleiben... allerdings sagt man über mich auch schon ich sei leicht versnobt...! |
| anima nata lacrimans | Versnobt? Mmh, das kann man doch auch positiv ausdrücken ;) Also gut, nachdem Du jetzt was gesagt hast, versuche ich nochmal mein Glück an einer Ausformulierung, aber die Vorbemerkung steht ja auch schon da. Also, ich positioniere mich weiterhin (ja, früher habe ich das einmal aus anderen Gründen getan) in diesen Gefilden, weil mich die allgemeine Oberflächlichkeit einfach nur abstößt. Ich habe kein Interesse daran, Menschen um mich zu scharen, die optisch etwas hermachen, die ihr Geld in Markenoutlets ausgeben, ins Solarium rennen, für jeden kleinen Schnitt den Frisör bezahlen und deren einziges Hobby "Party machen" ist. Was mich am allermeisten abstößt ist, dass auch Menschen selbst mittlerweile Konsumgut geworden sind, man hat eben Spaß, heute der, morgen die, aber bitte nur, wenn sie gut genug aussehen, dass man vor den Freunden prahlen kann. Für mich ist die Szene ein Platz, an dem ich diesen Idealen nicht entsprechen muss, an dem ich Menschen finde, die ähnlich denken, mit denen ich mich austauschen kann. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob ich das nicht auch in einer anderen Subkultur finden könnte, aber schwarz ist eben auch das, was meinem Wesen am ehesten entspricht. Die Studiengebühren werden das sowieso verhindern, aber ich habe keinerlei Ambitionen, mein geld irgendwann in OPs zu stecken, die mich so aussehen lassen, wie es erwünscht ist. Ich lebe meine Makel... Nebenbei schreibe ich immernoch gedichte, wobei ich mich mittlerweile von Blut und schwarzen Rosen distanziert ;) Meine Liebesbriefe bleiben weiterhin ungeschickt... Die Widersprüche: auch in der Szene wird Oberflächlichkeit, wenn vielleicht auch in anderer Form, gefeiert, Narzissmus scheint zu einer schwarzen Tugend zu werden und löst langsam die Eigendefinition von Toleranz ab...und an der Fleischtheke, äh, in den Clubs kann man sich sein nächstes Objekt-Mensch fast schon im unbekleideten Zustand vortesten... Vielleicht hat das ja alles nichts mit der Szene zu tun, aber es ist meine Position, wenn auch holprig formuliert... |
| Seneca | ...tja...das Schwarze Clubs seit Jahren immer mehr an Lackfetisch-Läden erinnern ist eine von diesen Sachen die mich verwundern, genau wie die Tatsache dass man dort plötzlich Techno hört...ich frage ich dann immer....Hoppla, wie ist das denn passiert...! Ich sehe diese Läden heute als eine Welt für sich...! |
| anima nata lacrimans | Fetisch-Clubs? ich komme mir eher vor wie in einem schlechten Science-Fiction-Film. kennst Du "Predator"? Irgendwie eifern alle dieser Frisur nach...und EBM, naja...wenn ich in guter Stimmung bin, unterhält mich das ganz gut...Aber meine Wünsche auf der Liste werden auch nie erfüllt. Jedenfalls haben diese "eigenen Welten" nichts mit dem zu tun, was "schwarz" für mich war und ist...bei weitem nicht... |
| Trauerwesen | [QUOTE]kennst Du "Predator"? Irgendwie eifern alle dieser Frisur nach...[/QUOTE] *lol*, das ist wirklich mal eine geile, aber korrekte Aussage! So, meine Position....nunja, ich glaube, ich verstehe den Thread nicht ganz, würde aber gerne mein Gehirn ein wenig nutzen. Meine Position ist wohl eher das, was die sogenannte schwarze Szene nicht mehr vertritt bzw nie vertreten hat. Es hat mich enttäuscht, was man da so alles antraf. Und es enttäuscht mich zunehmend mehr, wenn ich in schwarze Clubs gehe und die anderen sehe....besonders? Nö. Interessantere Menschen finde ich doch zunehmend woanders (gut, hier nach wie vor auch), aber seit sich jeder Hirni diesen Stempel aufdrückt, um sich irgendwie interessant zu machen, merke ich doch, dass nichts verbindet und ich demnach doch ganz woanders (geistig, bzgl meiner inneren Haltung etc) bin als viele andere. Seneca sprach Rave an. Hatte das auch mal kennengelernt in den 90ern (Freunde etc), dort gab es dann auch einen Verfall. Wobei allerdings der Hedonismus blieb. Und der hatte nun auch Einkehr bei uns; saufen, jede Party mitnehmen, das Angebot ist gross. Tanzen bis zum Umfallen, da kann es doch nicht mehr darum gehen, das einzelne Liedf zu [I]spüren[/I] . Ich sage auch nichts gegen Spass, aber spätestens bei Fotoshootings auf allen Parties (mal ein nettes Foto ist ja ok, aber muss man sich bei jeder Party vor die Kamera schmeissen? Wo sind wir, beim nackte-brüste-wettbewerb?), achja, und bei uh-uh-Rufen in den Clubs hört es dann wohl auch auf. Es ist einfach, dass ich immer dachte, es sei das Gegenteil von proletenhaften getue, aber mittlerweile ist dieses sehr präsent. Wogegen sie sich stemmt weiss ich nicht, ich glaube, viele Leute wollen einfach nur zwanghaft anders sein, ohne aber was aufgeben zu müssen. Man betitelt sich "schwarz", um sich interessant zu machen, macht aber auch nur dann all das mit, was einem auch wirklich zusagt, und wenn dann sowieso alles so ist, wie bei bunt auch, umso besser. Werte sehe ich kaum noch, höchstens schlimmere als woanders (nackte hintern, pseudo-was-auch-immer, Ignoranz, etc pp) Ich hoffe, ich bin nicht total am Thema vorbei. |
| Seneca | Nicht ganz, aber die genau Frage ist: Gegen was genau beziehst Du mit deiner Attitüde Stellung, und auf welche Weise stellst Du das, auch nach außen, dar...! (Frage gilt für Alle die sich dazu äußern wollen) Bitte also erst Stellung beziehen, und erst dann in den daraus entstehenden Nebenthemen einsteigen. Ansosten wird das hier zu schnell nur ein weiterer Szenekritik Strang. |
| Trauerwesen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Nicht ganz, aber die genau Frage ist: Gegen was genau beziehst Du mit deiner Attitüde Stellung, udn auf welche Weise stellst Du das, auch nach außen, dar...! (Frage gilt an Alle die sich dazu äußern wollen) [/B][/QUOTE] Also wie ich mich quasi davon distanziere, willst Du wissen? Nunja, gehe weniger weg, alle paar Monate mal. Beschäftige mich mit solchen Dingen weniger als früher. Aber vielleicht bin ich selber auch irgendwie gereift, indem es mich halt doch irgendwie kalt lässt. Ich laufe auch nicht mehr unbedingt schwarz rum, gut, trage das seit etwa 10 jahren, aber ertappte mich kürzlich, wie ich eine blaue Jeans anzog, es juckt mich alles halt nicht mehr so. Und nach aussen hin halt wie gesagt, ich distanziere mich von dem ganzen Trubel ein wenig, indem ich zunehmend fern bleibe. Ist vielleicht weniger "Aufstand", eher Boykott. Ist auch eher eine Sache, die eher in mir selbst vorgeht. Und sonst, nunja, wenn ich weggehe, lache ich mich gerne mal über manche kaputt, aber ist ja auch keine Rebellion, tat das schon länger ;) Achja, ich habe mal Maccarena und den Ententanz zu dem Technogedöns getanzt, die waren auch alle beleidigt. Und ich rief mal zu Feindflug "mayday", da waren sie auch beleidigt. |
| Seneca | @ Trauerwesen Mein Goth....drücke ich mich so unverständlich aus...? ;) Im Titel sollte doch schon ersichtlich sein dass wir hier von "unserer Szene" ausgehen...das setzt ja eine gewisse Indentifikationsbereitschaft mit dieser voraus...! Es geht doch hier auch nicht primär darum was uns innerhalb der Szene auf den Zeigern geht...sondern vielmehr interessiert mich, ob es, da es mit den Gemeinsamkeiten bezüglich der Vorlieben ja nicht geklappt hat, dafür vielleicht Schnittmengen bezüglich der Abneigungen gibt. Ein Beispiel:...Du sprachst das proletenhafte (ein weltanschaulich vorbelaster Ausdruck) an...welches speziell dort besondern abstoßend wirkt, wenn man weiß das die Leute auch anders könnten... Ich lehne so etwas also ab... Gut...! Was nun...? Wie äußert sich das...? Bekannlich neigt die Attitüde des gemeinen Grufties dazu, sich phänotypisch zu manifestieren...! Bei mir äußerte es sich z.B. darin das ich mir den "alten" Knigge besorgt habe, den von 1788, um eine Ahnung von wirklich verstaubter Ettikette zu bekommen...eine Übertreibung, und in den Augen der "Zielgruppe" eine Provokation. Später kam dann noch ein passendes Äußeres hinzu welches fast dem "alten Knigge" selbst gerecht geworden wäre... Damit habe ich z.B. meine Stellung bezogen...nur ein kleiner Ausriss aus dem Gesamtbild. [quote]Achja, ich habe mal Maccarena und den Ententanz zu dem Technogedöns getanzt, die waren auch alle beleidigt. Und ich rief mal zu Feindflug "mayday", da waren sie auch beleidigt.[/quote] Wenn man das beabsichtigt, schafft man das überall...nur eine Frage der Wahl der Mittel...! |
| Trauerwesen | Seneca: Sorry, bin heute total verpeilt...hatte heute auf der Arbeit Abrechnung und fragte mich während der Arbeit mal, wer denn abrechnet....das nur mal kurz dazu ;) Gut, also Du hast da ein wenig Selbstironie betrieben, könnte man gegebenenfalls so nennen. Mir ist mal aufgefallen, dass ich gerne auch mal was weisses oder buntes kombiniere, damit meine ich nicht unbedingt neonfarben, sondern auch mal was anderes dabei....passt wohl vielleicht auch nicht, ich probiere es sonst die Tage nochmal, wenn das gehirn wieder arbeiten kann *g* |
| Seneca | ...na dann bis später....! ;) |
| anima nata lacrimans | @Trauerwesen Dankeschön :) Ich kann mir auch gut vorstellen, wie eine Horde Predators zu Feindflug abtanzt...mmh, ich erinnere mich leider an keine Szene, die geignet wäre, das unterzuschneiden ;) Toll, toller, tollerant ist jetzt mal was :D Aber back to topic, jedenfalls ein Versuch: mich stört es im Prinzip nicht, wenn jemand seine Haare so trägt, auch wenn`s nicht mein geschmack ist. Es stößt mir überhaupt wenig auf, wie sich die Leute kleiden, sicher finden viele meinen Stil auch nicht gerade nachahmungswürdig. Was ich furchtbar finde, ist die Verreißung (gibt es das Wort? Findet jemand ein besseres?) des ursprünglichen Ästhetikbegriffs. Die schwarze Szene ist ja allgemein sehr schönheitsbetont und sicher auch eitel, aber es gab durchaus Zeiten, in denen sich dieses Verständnis von Ästhetik realistisch auf die Möglichkeiten des einzelnen bezog und in der Vielfalt vorhanden war. Heute sind nur noch spindeldürre Modeltypen in knappen Lack-Outfits, die ebenso in jede Yoghurette-Werbung passen würden, hätten sie nicht diese Predator-Haare, als ästhetisch angesehen. Über Figur- und sonstige Vorlieben kann man sicher beliebig streiten, das ist nicht der Punkt. Es geht mir eher darum, dass sich die krankhaften Normen, die in der Gesellschaft allgemein auf dem Vormarsch sind, in der Szene schlichtweg reproduziert werden, statt sie zu hinterfragen...und so weiter und so fort... Was ich dagegen tue? Nun, ersteinmal äußerlich widersprechen ;), zu meinen Makeln stehen und dann auch offen mit diesem meinen Gedangut umgehen, sprich mit Menschen ins Gespräch kommen...und Zustimmung findet man dann tatsächlich an anderen Orten, als in den Clubs...ich habe es aber durchaus schon mehrmals erlebt... @Seneca Und nun sei nachsichtig mit mir, ich habe mir solche Mühe gegeben, trotz vehementer Übermüdung ;) |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Herzlich willkommen zur x-ten Runden unseres Internetspiels, in dem es um die Positionierung innerhalb des westlichen Kulturkreises des gemeinhin als [i]schwarze Szene[/i] bezeichneten Interessenverbands geht. In vergangenen Runden haben wir uns, vergebens wie ich anmerken muss, darum bemüht herauszuarbeiten in welcher Weise noch Gemeinsamkeiten bezüglich der Zuwendung zu bestimmten Themenbereichen existierem, welche die Splittergruppen vereinen. Nun also ein Neuer Einwurf, um den Ball noch mal aus der Ecke direkt vor die gegnerische Torlinie zu bringen...! Frage: Wir hatten also behandelt was die "Schwarzen" schätzen. Wie sieht es aber mit ihren Abneigugen aus...? Ich denke diese Ansatz ist vielversprechend bezüglich eines Konsens da Ablehnung des Etablierten ja schon immer viel leichter fiel, als eine Alternative zu schaffen... Auch aus der Ablehnung kristallisiert sich mit der Zeit eine Weltanschauung. Wogegen stemmt sich die "(spät)jugendliche Rebellion" Wogegen protestiert sie...? (überhaupt ?) Was lehnt sie konsequent ab...? [/B][/QUOTE] Hallo Seneca, ich habe nur die ersten Postings gelesen und antworte nun auf Deine Eingangsfrage: Erstens: Die love peace and happiness Mentalität und frohsinn. Als die Szene der 70er am Drogenkonsum zugrunde Ging überkam den Underground der späten siebziger und frühen achtziger eine tiefe Trauer, denn viele ihrer älteren freunde hatten jede Zukunftsperspektive verloren und oft auch die (psychische) Gesunddheit. Auch schwante ihnen das der große Traum von der Ignoranz des Mainstreams mit all seinen gesellschaftlichen Zwängen sich bitter rächen würde. Also hörten sie Cure und Joy Division und Bauhaus und versuchten nüchtern zu werden. So etwas dauert bekanntlich mindestens eine Dekade. Insofern hassen wir noch heute was mit den Hippies zusammenhing, jede Art verlogener Moral, die nur naiv macht, weil sie nicht jedem Menschen jederzeit einen Massenmord zutraut. Deswegen genießen wir Textzeilen wie "töten macht Spass" oder "Flammenwerfer im Einsatz, keine Granaten". Diese dummbräsigen moralischen Tabus zersetzen wir mit unserem Zynismus wie die Salzsäure die Butter. Dem Liebesgesäusel setzen wir Sadomasochismus und Geilheit entgegen (Beine breit!). Dann dieser wiederliche Frohsinn, die happiness, leider ist bei all den Newbees die Trauer als Norm, ja etwas in den Hintergrund getreten aber du hättest mal 1985 das letzte Cure Konzert im Bochumer Stadion hören sollen. 10 000 Leute und kein fetzen bunter Kleidung. natürlich hat sich Robert Smith nicht getraut Love Cats zu spielen oder etwas anderes Oberflächliches; dafür aber 100 Years .... it doesn´t matter if we all die... diese Zeile entsprach exakt unserem Lebensgefühl und spiegelte unsere Erfahrung mit der Drogenszene wieder. Es war so, es war der Gesellschaft scheißegal wenn unsere Freunde verreckten und wir schissen auf beides Junkies und Spießer. Also love and happiness den peace haben wir behalten. dark greetz demon17 |
| Limni | Wogegen also stell ich mich und meine deshalb in der richtigen Szene zu sein? Nein ich glaube ich bin meine eigene Szene und hier glaube ich einige zu treffen, die auch ihre eigene Szene sind. Will damit sagen, dass ich es ablehne, Regeln nachzukommen ohne sie durchzukauen und auszuspucken (früher war es eher Trotz, heute bin ich geduldiger), sind sie für mich blödsinnig, verwerfe ich sie, was einen Aufschrei in der werten Spießergemeinschaft zur Folge hat... Ich habe drei Kinder, eigene Wohnung, eigene Agentur, böse Hexe, wenn sie sich einen Dreck um Regeln schert. Aber in einer Gesellschaft in der Platitüden wie: das war schon immer so, das war noch nie so, und da könnte ja jeder kommen, lose im Mund geführt werden und im gleichen Moment der Audi mit einem Magengeschwür oder Herzinfarkt bezahlt wird, zucke ich mit den Schultern, zieh mein schwarzes Röckchen an, lächel und sage selbst schuld... ihr könntet auch einfach sein....tauscht eure Werte, mir bedeutet ein schöner Vollmond mehr als ein Pradatäschchen... und in diesem Moment kommt das schwarze Röckchen wie ein rotes Tuch. Nein, eine Frau, die in meinem Alter, so durch die Gegend turnt, erregt Aufsehen (im Club nicht, da sehen sie doch alle so aus) sagt ganz laut und deutlich: ihr könnt mich mal (Visuelles wirkt noch immer am deutlichsten) und ich flattere durch die Nacht, wie ich das will.... komme übrigens aus einer Abstammung, wo Mädels noch nicht mal züchtig angezogen alleine auf die Straße durften... sonst Hure, Nutte, Schande... der Clou: des Teufels, haha *Finger zeig...* eine sehr persönlich Position, geb ich zu, aber die haben wir ja vielleicht alle.... |
| Demon17 | Ehrlich gesagt glaube ich nicht das es noch eine Szene ist, aber ist auch egal. |
| anima nata lacrimans | [QUOTE][i]Original geschrieben von instroemen2 [/i] Ich stelle meine Ablehnung gegenüber der Spaßgesellschaft durch konsequentes Tragen von Anzügen dar, ich sehe meistens "langweilig" aus. Ich mag keine Farben, ich trage schlichtes Schwarz. Damit kann man sich sehr schön abgrenzen, mittlerweile sogar von dieser "schwarzen Szene" bzw. dem Teil davon, den man nicht mag. Ich mag den Teil nicht, der heute dominierend ist: "Seit wann hören Gruftis Techno?" Ich weiß es auch nicht... und da diese Hampelmänner und -frauen immer so schön überstylt sind, kann man ihnen den Spaß ganz einfach durch simple Klamotten und schlichtes Benehmen verderben. [/QUOTE] Das ist doch mal die Art von gewaltlosem Widerstand, die mir absolut zusagt. Ich finde es angenehm, wenn man den eigenen Standpunkt darlegen kann, ohne zu pöbeln und "missionieren" zu müssen :) |
| belladonna | [QUOTE]Das ist doch der einzige gemeinsame Nenner. Anders sein (wollen)[/QUOTE] Wenn ich es mir recht überlege, geht es mir persönlich nicht darum anders zu sein, sondern darum, daß die Welt um mich herum anders sein sollte! Das was mir am meisten Abneigung verursacht, ist Realität. Ich kann und will mich einfach nicht damit abfinden, daß es keine (düsterromantischen) Märchen mehr gibt. Das alles so "aufgeklärt" und überhaupt nicht mehr mystisch ist :( Und wenn überhaupt noch so etwas wie Mystik in Erscheinung tritt, dann großkotzig und verkaufsträchtig aufgemotzt. Klar, könnte ich ner Rollenspieltruppe beitreten :D - aber das ist es nicht was ich meine! Schon allein die Tatsache, wie wenig schaurig schöne düsterromantische Gruselfilme es doch unter all dem Horror-Schund gibt :( Alles was meiner verträumten Seele entgegenkommen könnte, wird in der Welt da draußen nur gering geschätzt und in den Schmutz gezogen. Und da soll man sich nicht "schwarz" ärgern? Es ist ein gewisser Trotz, der mich schwarz auch nach außen sichtbar tragen läßt. Um zu sagen: "Hey Leute, ob ihr es wollt oder nicht, aber es gibt auch noch Dinge jenseits eurer heilen, pastellfarbenen, konsumgeilen Welt. Es gibt auch noch Träume und auch in Zeiten von Big Brother noch immer eine Menge Geheimnisse. Und es ist Tatsache, daß all die materiellen Reichtümer die ihr euch sicher hart erarbeitet habt und deshalb glaubt, stolz darauf sein zu können, einen Dreck Wert sind, wenn euch das Wasser bis zum Hals steht und es nur noch um das nackte Überleben geht." (Nicht, daß ich nicht auch gewisse Annehmlichkeiten des technischen Fortschritts zu schätzen wüßte, aber man darf niemals vergessen worauf es wirklich ankommt und sollte sich doch regelmäßig das Filmchen vor Augen ablaufen lassen, was einem bleibt, wenn das alles - aus welchen Gründen auch immer - plötzlich nicht mehr da ist.) |
| belladonna | @anima nata lacrimans Übrigens, schöne Signatur die du da hast.;) |
| anima nata lacrimans | @belladonna Danke. Ja, der Franz hat es mir in letzter Zeit wieder stark angetan :) [QUOTE]Wenn ich es mir recht überlege, geht es mir persönlich nicht darum anders zu sein, sondern darum, daß die Welt um mich herum anders sein sollte! [/QUOTE] Finde ich einen schönen Ansatz...vor allem, finde ich, kann man sich durch den starken Wunsch, einfach anders zu sein und sich abgrenzen zu wollen, auch ganz schnell ins Aus schießen und Vorurteilen aufsiten, die dann den Kontakt zu vielleicht auf den zweiten Blick ganz tollen Menschen verbauen... Da finde ich es so doch wesentlich offener... |
| Limni | Ja, absetzten, in Frage stellen, alles gut und schön, aber warum schwarz? Punks tun das auch, Aussteiger tun das, Menschen, die sich von Kopf bis Fuß tätowieren lassen usw.. Aber unsere Attitüde ist Schwarz, die Nacht, Tod und Teufel, Dämonen, Melancholie und Trauer.... (nun so würd es jedenfalls jeder sehen, wenn er sich nur mal die Nicks ansieht und das Forenoutfit und dergleichen) ich stelle nochmal fest, dass ich, obwohl ich mich nicht Goth oder Grufti nennen würde, schon sehr bewusst mit diesen speziellen provokanten Dingen hantiere... Streng katholisch erzogen, zeige ich damit den mir vermittelten Werten einen unübersehbaren Finger. Gerade als Frau, die nicht fürsorglich dienend und lieblich adrett sein will. OK ok es gab die Girlie-Power irgendwann, aber ehrlich, wer respektiert schon Rosa und Zöpfchen... simsala limni |
| Demon17 | Gehen wir mal davon aus, das die schwarze Szene irgendwann zu einem Sammelbecken für die wurde, die abgenervt von Moral und Tabus einen Freiraum suchten, in dem sich Normen bestenfalls auf Gewaltlosigkeit, Toleranz und die Farbe der Kleidung bezogen. Jede andere Moral die die Leute regulieren will aber abgelehnt wird. Dann wäre dies der kleinste gemeinsame Nenner. Ein Rest an Gemeinsamkeit, der sich nicht enger fassen läßt ohne größere Gruppen auszugrenzen. dark dreams demon17 |
| Seneca | Nun kommt die Sache ja langsam in Fahrt...! |
| anima nata lacrimans | [QUOTE][i]Original geschrieben von Limni [/i] [B]Ja, absetzten, in Frage stellen, alles gut und schön, aber warum schwarz? Punks tun das auch, Aussteiger tun das, Menschen, die sich von Kopf bis Fuß tätowieren lassen usw.. [/QUOTE] Ich bin mir nicht sicher, aber ist das dann vielleicht auch eine Frage der eigenen Dispositionen bzw. ob man es nun vorzieht, eher still oder eher aggressiv seinen Standpunkt auszudrücken? Ist nur ein Gedanke, über die Ansichten der einzelnen Subgruppen kann ich leider zu wenig sagen... |
| Limni | Zitat: bestenfalls auf Gewaltlosigkeit, Toleranz und die Farbe der Kleidung bezogen hmmm, also ich finde es nicht unbedingt unagressiv, einem Pfarrer mit dem Zusatz 666 zu konfrontieren oder bei der Omma in Netzstrümpfen vorbeizuschauen und ist es wirklich tolerant, sich zu jeder Gelegenheit schwarz anzuziehen oder über Menschen in Jogginganzug die Nase zu rümpfen, ach ne, wir sind ja kultivierter, wir lächeln mitleidig ... ich weiß nicht, ob ich tolerant genug bin, vielleicht bin ich ja wieder anders simsala limni |
| Demon17 | [QUOTE]hmmm, also ich finde es nicht unbedingt unagressiv, einem Pfarrer mit dem Zusatz 666 zu konfrontieren oder bei der Omma in Netzstrümpfen vorbeizuschauen und ist es wirklich tolerant, sich zu jeder Gelegenheit schwarz anzuziehen oder über Menschen in Jogginganzug die Nase zu rümpfen, ach ne, wir sind ja kultivierter, wir lächeln mitleidig ...[/QUOTE] Ich sprach von Gewaltlosigkeit und Toleranz bedeutet ja nicht Zustimmung. |
| Limni | ja und ich sage, ich bin nicht tolerant.... wäre ich es, würde ich sagen, ok die machen wie sie wollen und ich wie ich... Ich schließe mich aber einer schwarzen Gemeinschaft an, zeige es auch demonstrativ, gut ich schreie nicht, indoktriniere nicht, hau auch nicht auf andere drauf, aber ich grenze mich eindeutig ab und zeige mein Nicht-Einverstanden-Sein. .. meine Toleranz gilt den normalen Bekannten und Freunden, die dürfen, wenn sie wollen, auch im Country Club sein, aber ich bin in der Form verrückt wie ich verrückt bin, weil es anti ist, anti-hübsch, anti-keusch, anti-oberflächlich, anti-sunshine-fred usw simsala limni |
| anima nata lacrimans | [QUOTE][i]Original geschrieben von Limni [/i] Ich schließe mich aber einer schwarzen Gemeinschaft an, zeige es auch demonstrativ, gut ich schreie nicht, indoktriniere nicht, hau auch nicht auf andere drauf, aber ich grenze mich eindeutig ab und zeige mein Nicht-Einverstanden-Sein. .. [/QUOTE] Das schließt aber doch nicht aus, dass Du tolerant bist. Das hat ja nichts damit zu tun, ob Du irgendetwas magst oder gutheißt, sondern einfach, dass Du andere eben , ich sage mal allgemein, in Ruhe lässt, auch wenn Du es eben nicht gut findest, wie sie sind und was sie tun...oder hab ich da was falsch verstanden? __________________________________________________________ [edit] wenn ich mir den Thread nebenan anschaue, dann muss ich unglückliche Biographien oder Schlüsselerlebnisse sowie die tendenz zu soetwas wie psychischer Labilität wohl auch als Faktor zählen, warum denn schwarz... |
| Limni | hallo Anima.. welchen Thread nebenan? Also hab mal gegraben, mich stört der Begriff Tolerant ja doch immer noch irgendwie (im Gegensatz zu gewaltlos, das ist wohl so) Tolerieren im passiven Sinn bedeutet, daß eine negative, Akzeptanz ausschließende, Beurteilung zwar getroffen wurde. Der Bewertende enthält sich dennoch einer offenen Reaktion. Ich enthalte mich keiner offenen Reaktion. Ich trage Schwarz, begrüße die Nacht und nicht den Tag und zeige offen, dass ich anders denke. Sanftheit bedeutet nicht, dass es keine Reaktion aus einer Bewertung heraus gibt, sie ist nur und das gefällt mir an der Szene, überlegen leise. simsala limni |
| anima nata lacrimans | Hi Limni! Ähm, der Thread heißt "was macht eure Seele schwarz" oder so ähnlich. Diese Aussage war allerdings nicht auf Dein Posting bezogen, ist mir nur im Nachhinein beim Stöbern aufgefallen. Also, dass Dich der Begriff stört, kann ich verstehen. Das liegt sicher auch daran, dass die Toleranten allgemein als Weichlinge und verblendete Schönredner angesehen werden. Ich finde, das liegt teilsweise auch daran, dass viele den Begriff neudefinieren und tolerieren mit mögen gleichsetzen...hab ich ja schon gesagt. Also, ich will Dich ja auch nicht zwingend als tolerant hinstellen ;). Ich fand nur, dass das, was Du an der Gesellschaft kritisiert hast, nicht intolerant klang und auch Dein Verhalten klang für mich nicht so. Ich würde das eher als provokant oder soetwas bezeichnen. Aber mir war auch nicht bekannt, dass es keine Reaktion im Anschluss an eine Bewertung geben darf, um als tolerant zu gelten...achja, ich liebe diesen Begriff :D Hast Du das in einer Definition gefunden? Sonst suche ich mal nach einer, rein aus Interesse...aber das gehört schon gar nicht mehr hier ein, denke ich. Überlegen leise finde ich eine sehr schöne Formulierung...ich glaube, das wäre auch etwas, womit ich mich gern identifizieren würde... |
| Demon17 | [QUOTE] und ich sage, ich bin nicht tolerant.... wäre ich es, würde ich sagen, ok die machen wie sie wollen und ich wie ich... [/QUOTE] Ist doch egal, die Szene ist jedenfalls tolerant, manchmal zu tolerant, auch wenn die meisten Leute lieber unter sich bleiben, werden doch auch Bunte in die Clubs gelassen. Auch wenn es stört. |
| belladonna | [QUOTE]Streng katholisch erzogen, zeige ich damit den mir vermittelten Werten einen unübersehbaren Finger. Gerade als Frau, die nicht fürsorglich dienend und lieblich adrett sein will. OK ok es gab die Girlie-Power irgendwann, aber ehrlich, wer respektiert schon Rosa und Zöpfchen... [/QUOTE] Das ist - meiner Meinung nach - eine Haltung, die mit dem sogenannten Werteverfall einhergeht;) Hier mal ein paar Auszüge aus Peter Hahnes "Schluß mit lustig - das Ende der Spaßgesellschaft" "...Halten wir uns den Spiegel vor: Kneipen und Kinos sind voller als Kirchen. Nächstenliebe leidet an Magersucht. Minister schwören nicht zu Gott. Das Goldene Kalb ist populärer als die Zehn Gebote. Nicht Religion und Glaube, sondern Wissenschaft und Fortschritt, Konsum und Kommerz sind die stärksten Schubkräfte der Geschichte. Doch schon Goethe analysierte messerscharf: "Alle Epochen, in denen der Unglaube einen kümmerlichen Sieg behauptet, verschwinden vor der Nachwelt, weil sich niemand gern mit der Erkenntnis des Unfruchtbaren abquälen mag.... Der russische Dichter und Denker, Dissident und Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn hat die düstere Prophezeihung seines Autorenkollegen Dostojewski am eigenen Leib im eigenen Land erlebt: "Ein Volk ohne Bindung an Gott geht kaputt. Wenn Gott nicht existierte, wäre alles erlaubt" (Ich sage nur Big Brother, Dschungelcamp...:rolleyes: ) Wir bezahlen bitter, was der Mathematiker-Philosoph Blaise Pascal schon im 17. Jahrhundert beschrieb: "Die Mitte verlassen heißt die Menschlichkeit verlassen.... ...Wer redet heute noch vom Dienen? Wir wollen doch nicht mehr dienen, wir wollen herrschen, Macht haben, uns emanzipieren. Dienen im Alltag - das gilt als antiquiert, hat den Beigeschmack von Frauenhilfe und riecht nach Kaffeekochen im Büro.... Dienst gilt sozusagen als Synonym für Unterordnung und Unselbständigkeit.... Dienst ist eine uralte biblische Tugend, deren überraschende Aktualität uns herausfordern sollte, auch andere Werte wieder zu entdecken und in unser Handeln und damit in unsere Sprache aufzunehmen: Wagemut, Langmut, Demut, Barmherzigkeit...Die Krise des Ehrenamtes ist ein deutsches Symptom für die tödliche Lustkrankheit namens Spaßgesellschaft. Man kann das Ehrenamt noch so lange Ehrenamt nennen. Wenn man denen, die überhaupt noch freiwillig und kostenfrei etwas tun, die Ehre verweigert, indem man sich selbst ins bequeme Privatleben zurückzieht, braucht man sich über die typisch deutsche Rückzugsmentalität nicht zu wundern. Mit katastrophalen Folgen für die Gesamtgesellschaft." Auch wenn ich persönlich nicht alles was Peter Hahne schreibt unterschreiben würde, dieses Buch ist wirklich sehr aufschlußreich und haut einem sehr deutlich um die Ohren, welche Werte im Leben wirklich wichtig sind und wie weit wir uns teilweise, dank falsch verstandener Emanzipation und totaler Abkehr von christlichen Werten (die ich persönlich sehr schätze, wenn auch nicht in "streng-katholischer Form) davon entfernt haben. ;) |
| Limni | ...seh schon, ist wirklich schwierig, am Punkt zu bleiben.. Sorry aber ich muss dazu nochmal was meinen, grins. Also es gibt kein zu tolerant, es gibt Toleranz oder Intolelranz aber nix dazwischen. Würden die Gruftis aus ihren Clubs einen closed shop machen, wären sie nicht mehr tolerant, sie würden ja andersartige nicht dulden... und wenn es stört, und ehrlich jetzt, es stört doch oder, dann sind wir nicht mehr tolerant.. Egal, ist wohl auch nicht so wichtig, ich finde Toleranz keine schwache Eigenschaft, sondern eine sehr besonnene starke Eigenschaft. Ich kann ruhig bleiben und sachlich, obwohl mich einer anbrüllt, weil ich weiß, er ist Choleriker und er kann nicht anders, ich akzeptiere das, denn wenn ich ruhig bleibe, kann man trotzdem kommunizieren, irgendwann... und auch gleich nochmal zu den Werten und dem Werteverfall. Ich hab als Kind (bin schon n Tacken älter) schon immer was vom Verfall der Werte gehört, tztzt, soll man doch die Frau mal ordentlich schlagen, wenn sie nicht pariert, das war doch früher auch kein Problem. Die christlichen Werte sind grundsätzlich ja gute, ethische Werte, die allerdings keine Religion bräuchten. Aber wir lieben nunmal Rituale. Die katholische Kirche allerdings macht da Dogmen draus und die sind uralt und zur Unterdrückung erfunden. Also eine Frau ist dem Manne untertan, sie ist unrein, wenn sie ein Kind geboren hat...man darf sich nicht selbst befriedigen, man darf keinen Sex vor der Ehe haben und dann auch nur, wenn man Kinder will... Soll ich weiter machen? Ne, ist hinlänglich bekannt. Ich will nicht dienen, weil ich eine Frau bin oder ein Menschenwurm vor Gott, wenn ich diene, dann mit Hingabe einer Sache, die ich für wert erachte und holla, sind das nicht dann echte Werte? Hinterfragte, von mir mit Leidenschaft umkämpfte?? Ich finde gerade hiergegen das Anziehen von schwarzen Klamotten und das zur Sprache bringen der anderen Seite die richtige Antwort auf die bigotten Werte des regelmachenden Spießertums. Ich hab gelernt, wenn ich sündige, werd ich in der Hölle schmoren... na gut.. Dies sind nur meine Gründe... simsala limni |
| anima nata lacrimans | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Ist doch egal, die Szene ist jedenfalls tolerant, manchmal zu tolerant, auch wenn die meisten Leute lieber unter sich bleiben, werden doch auch Bunte in die Clubs gelassen. Auch wenn es stört. [/B][/QUOTE] Mich stört das ehrlichgesagt nicht, Vielleicht habe ich da andere Erfahrungen gemacht, aber normalerweise verhalten sich diejenigen, die freiwillig ;) in schwarze Clubs gehen, nicht auffallend anders als diejenigen, die auch optisch da hineingehören. Und wider Erwarten findet man unter diesen Leuten hin und wieder solche, die von ihrer Mentalität her eher dem entsprechen, was ich mit Grufti verbinde, als die Lack-Leder-Fraktion. Außerdem fände ich es schade, wenn meine Freunde nicht mit in den Club dürften, wenn wir zusammen weggehen. Ich darf in deren Clubs ja auch rein. @Limni Das sind nun Gründe, die ich gut nachvollziehen kann. ich bin zwar katholisch, aber nicht besonder erzogen worden, kenne aber einige fast fanatische Christen und muss sagen: Werte und Glauben schön und gut, aber ab einem gewissen Alter könnte man soetwas ja auch mal hinterfragen. Und wie Du sagtst, das hat ja dann nichts mit Werteverfall zu tun, sondern mit Werten, an die man aus Überzeugung glaubt... Ist es vielleicht auch ein gemeinsames merkmal, dass viele Schwarze ihre gnz eigenen und ausgepfeilten Wertvorstellungen aufgestellt haben? Fällt mir gerade so ein ;) |
| Demon17 | @anima nata lacrimans, mir geht es einfach um die Optik. Ich will mich nicht unterhalten, ich will eine schwarze Kulisse und genug Platz zum tanzen. dg demon17 |
| anima nata lacrimans | @Demon17 Mmh, jeder wie er mag. Dich stört es, mich nicht. Da habe ich in diesem Falle Glück, dass auch bunte Leute in die Clubs dürfen...und ich sehe die selten tanzen ;) Aber ich verstehe schon, was DU meinst, mal Spaß beiseite. Das halte ich allerdings für problematisch. Sicher, kein Türsteher wird wohl diese entscheidung treffen, aber was passt dann in eine schwarze Kulisse? Sind rote Haare zu sehr Punk? Oder gehören Leute in Latex besser auf eine Fetisch-Party? Ich mag Offenheit... |
| Demon17 | Es kommt darauf an ich denke beides hat Vorteile, sowohl Offenheit als Geschlossenheit. Ich habe die Erfahrug gemacht, das in rein schwarzen Veranstaltungen ohne bunte Areas die Musik oft besser ist, die Leute interessanter aussehen usw. aber es gibt auch Ausnahmen in den Multi-Area Clubs. |
| anima nata lacrimans | Das stimmt schon, das ist mir auch aufgefallen, die Musik in gemischten Diskotheken idt einfach mainstreamtauglicher...das stört auf Dauer schon, weil es sich wiederholt und langweilt...aber was ich meinte ist eher, dass bunte Leute bei rein schwarzen Veranstaltungen in der Regel nicht das berühmet "Du kommst hier ned rein!" zu hören bekommen. Ich meine, das sind dann meist keine Leute, die sich verirrt haben, sondern die sich interessieren und es in Kauf nehmen, blöd angeguckt zu werden...und die verändern auch an der Musik nichts... Aber das ist eine Sache, die kann wirklich jeder halten wie er will...ich habe mittlwerweile soviele bunte Freunde, dass es scheinheilig wäre, zu sagen, ich bin für geschlossene Schwärze... so...gute Nacht :) |
| Julya | Ich muss sagen, daß ich nie in einen Club gehen würde, wo 'Bunte' an der Tür abgewiesen werden. Ich finde sowas unmöglich! Außerdem sind mir 'meine Bunten' momentan sowieso lieber, als die dumpfbackigen Schwarzen, die hier so rumlaufen... :rolleyes: |
| belladonna | @Limni Du hast mich da wohl nicht richtig verstanden. Auch ich spreche hier nicht von Dogmen oder von falschen Werten, die aus dem Mißbrauch der christlichen Religion entstanden sind. Und wenn ich vom Dienen spreche, meine ich nicht das, was man heute abwertender Weise darunter versteht. Ich meine ein Dienen, daß denjenigen, dem man "dient" erhebt und somit zum Zeichen der Wertschätzung seiner Person wird. Man ordnet sich also nicht unter, sondern man erhebt den Anderen. Man gibt ihm dann also das Gefühl "wertvoll" und wichtig zu sein. Wer nicht bereit ist, jemandem zu "dienen", der muß irgendwann mit der Tatsache leben, daß er von niemandem gebraucht wird und am Ende gar überflüssig ist. (ist nicht auf dich bezogen!) Wenn ich vom Werteverfall spreche, meine ich damit die Tatsache, daß im heutigen Selbstverwirklichungswahn, der Egoismus Hochkonjunktur hat. Dass die Menschen sich abstrampeln, um die Karriereleiter immer höher zu steigen, aber wohin führt die? Und warum sind sie im Grunde unglücklich dabei? Und rennen dann zu verkaufsträchtig aufgemotzen Singlepartys, um in einer Beziehung dann doch zu scheitern, weil sie eben glauben, es wäre entwürdigend, jemandem einen (Liebes-)Dienst zu tun. Wenn sie trotzdem weiter nur ihre eigenen verworrenen Karriere- oder "Selbstverwirklichungs"-Ziele verfolgen, statt mit ihrem Partner neue gemeinsame Ziele zu entdecken, die nicht ins Nirgendwo führen. Warum werden Frauen belächelt, die "nur" vorrangig für ihre Familie da sind. Eine Frau wird in ihrer Rolle als Mutter heute doch nur noch anerkannt, wenn sie gleichzeitig eine steile Karriere hinlegt und mindestens einen Schönheitswettbewerb gewinnt:rolleyes: Es herrscht einfach in fast allen Lebensbereichen eine krankhafte Maßlosigkeit vor: größer, schöner, schneller, weiter, reicher und vor allen Dingen - jünger! Bescheidenheit und ja auch Demut sind heute Tugenden, die als Schwäche und Verweichlichung betrachtet werden. Dabei steht derjenige der kniet oftmals aufrechter, als der, der auf ihn herablickt;) |
| belladonna | Ich sehe hier gerade, daß die letzten Beiträge sich mal wieder um das leidige Thema Gothicclubs drehen. Dazu kann ich - um zum Thema zurück zu kommen - nur sagen, daß was ich unter "Gothic" verstehe, spielt sich seltenst im Club ab. Das ist ganz nett, wenn man seine alten Knochen mal wieder durchschütteln will (sofern der DJ einem die passende Musik auflegt), aber letztenendes fühle ich mich persönlich in anderen Situationen "schwärzer" aufgehoben. Z. B. wenn in unserem Kaminofen ein Feuerchen prasselt, ich meine hunderttausend Kerzen angezündet habe und dann eine schöne sphärische Musik (Dead Can Dance oder auch mal Soundtracks, aber auch klassische Musik) einlege und einfach meinen Gedanken nachhänge, oder Karten lege oder mich mit einem lieben Menschen austausche. Nun haben wir bei einem Spaziergang mit unseren Kindern eine tolle Stelle im Wald entdeckt. Dieser Wald sieht sowieso genau aus wie ein Märchenwald, mit alten verwitterten Bäumen und moosbewachsenen Steinen. Aber das beste ist ein kleiner Rastplatz mit einem groben Holztisch und Holzbänken und darüber - haltet euch fest - ist eine lebensgroße liebevoll aus Holz geschnitzte Hexe, die auf einem Besen reitet mit Drahtseilen aufgehängt. Das ist sowas von fantastisch. Mein Mann und ich haben uns jetzt vorgenommen, mit Fackeln und "Kuchen und Wein" nachts dorthin zu pilgern. Das wird der Hammer, da freu ich mich schon drauf. Mal sehen wer noch so mitkommt. |
| anima nata lacrimans | Hallo Julya *wink* Meine Rede :) Und das hat nichtmal was mit Toleranz zu tun, ich mag viele Bunte... |
| Limni | Liebe belladonna, nun, ich seh schon, so weit sind wir nicht auseinander, in Lebensart und Weltanschauung, nur bin ich der Meinung, dass sich das Blatt schon wieder gewendet hat. Nich schneller, reicher, jünger, sondern irgendwie überleben scheint mir derzeit die Devise zu sein. Ich habe auch drei Kinder und ich weiß, was es heißt zu dienen und sei es nur sich zurückzunehmen, damit ein anderer auch eine Chance bekommt oder seine Mutter zu pflegen, obwohl man sie nicht mal mehr liebte. Ich denke aber, wenn man alle Meldungen so durchschaut stimmt sicherlich eines, wir alle sind irgendwie aus ganz verschiedenen Überzeugungen "schwarz". Ist es also doch die Toleranz, die uns stärkt, aber nicht die nach außen, sondern die nach innen? Ne, geht auch wieder nicht, hier gibts ja auch schon genug Stimmen gegen die eigene Zunft und den verschiedenen Interpretationen. Vielleicht ist es auch die jeweilige Unabhängigkeit von der Szene, die dann wieder was ganz Ungewöhnliches ist... hmmmm simsala limni |
| belladonna | @Limni Ja, jetzt denke ich auch, daß wir eigentlich gar nicht so weit auseinander liegen, dein erstes Posting war vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt und ich habe es mißverstanden;) |
| Seneca | ...und ich bin froh zu sehen, das sich hier doch noch so etwas wie ein Grundkonsens heruakristalisiert...! Schade ist nur die geringe Zahl der Mitwirkenden...! Eine Handvoll Leute sind leider nicht sehr repräsentativ...! |
| Thisbe | [QUOTE][i]Original geschrieben von Limni [/i] [B]ja und ich sage, ich bin nicht tolerant.... wäre ich es, würde ich sagen, ok die machen wie sie wollen und ich wie ich... Dem muß ich vehement widersprechen; Toleranz ist keine leben-und lebenlassen kultur;das wäre nämlich gleichgültigkeit:man kann jemanden in ruhe lassen und ihn trotzdem "aburteilen" nur das man deben passiv bleibt (denn dann wäre ja das Verhalten der von gewissen Teilen der gemeinen Bevölkerung im 3. Reich auch "tolerant" gewesen;sie hießen es zwar nicht gut was die NSDAP macht aber "nichts geht über toleranz" ;will an diesem extremen beispiel mal verdeutkichen was ich meine) Toleranz ist für mich hingegen der Vorgang der Meinungsbildung ab sich; sich unabhängig von stand,medien ;(religion), aussehen, beruf, hautfarbe,kleidung usw. eine meinung zu bilden; also unvoreingenommen und unparteiisch; und seine meinung von mehr als einem aspekt abhängig zu machen,sich mit seinem urteil zeit zu lassen ( das beinhaltet es so in etwa) Danach kann man sich durchaus ein urteil bilden es sollte nur fundiert und handfest sein |
| Dark Religion | Seid gegrüsst, also mir fallen solchen Erklährungen meiner Position ziemlich schwer, aber ich versuch es mal: Schwarz zu bleiben (oder mit 30 erst zu werden) auch über das Selbstfindungsalter hinaus bedeutet für mich die derzeitige Entwicklung der Welt abzulehen. Die Aussicht auf absolute Gleichschaltung aller Länder (Globalisierung). Die totale Kontrolle die einige Staaten über die Bevölkerungen ausüben wollen (Biopass,Kontokontrolle u.s.w.) Das geuunke um Freiheit,Gleichheit, u.s.w. während hundertausende Kinder jedes Jahr verhungern. Die Entwicklung meines Landes abzulehnen. Konformes äusserliches Erscheinunsgbild (Anzug und Krawatte) und Arrrogant, dreistes Auftreten sichert einem eher einen Job als fachliche Kompetenz mit Gothoutfit. Die Sonnenbank zu besuchen ist schon fast Pflicht weil dieser Südländische Hauttouch ja ach so super Aussieht. Alles darf nix kosten (auch wenn thailändische Kinder dann in der Fabrik schufften müssen, statt in die Schule zu gehen) damit ich ja alle 6 Monate das neueste Handy in der Tasche habe. u.s.w. Es ist die Oberflächligkeit, die Lieblosigkeit, die Intoleranz in der Welt und die fatale Rückentwicklung (die dann als Reform verkauft wird) in Deutschland, die ich ablehne und gegen das alles protestiere ich friedlich durch mein Verhalten und auftreten als Goth. |
| elle! | @ Thisbe : *heul* Können zwei menschen absolut das gleiche denken ? Anscheinend ist dem wohl so: ich stimme mit deiner Toleranzdefinition absolut überein: es ist vielmehr eine denkweise,eine eigenschaft den menschen ohne jegliche vorurteile und mit völliger offenheit zu begegnen ; unabhängig von äußerlichkeiten..........; erst nach dem laaaangwierigen prozess der meinungsbildung bezieht man stellung; diese wiederum ist dann auch revidierbar; sollte aber dennoch sachlich und gewaltfrei umgesetzt werden; wenn man es so will schließt sich also (ich nenns mal so weil mir nichts besseres einfällt) schwarz kleiden und tolerant sein keineswegs aus....... Ps. Wie bist du auf den namen gekommen ? |
| Limni | Da muss ich aber nochmal was zu meinen, grins... Also Thisbe und elle, was ihr beschreibt ist nicht Toleranz sonderen eine soziale charakterliche Grundeigenschaft des positiven Annäherns. Toleranz beginnt da, wo man schon bemerkt hat, dass man anders denkt als das Gegenüber, das aber "duldet". Dulden heißt aber schlichtweg, es zwar für sich selber ablehnen, aber neben sich existieren lassen können. Ich persönlich meine, dass jeglicher Protest und sei er fein und leise wie bei uns nur durch eine empathische und individuelle Gemeinschaft, die sich aber durchaus auch uniformiert, um ihr Anhängerschaft zu dokumentieren, kein Dulden mehr ist. Das ist aber doch kein Problem, ist ja nur, um den Begriff hier nicht rumkreisen zu lassen, ohne ihn zu hinterfragen. Was hier glaube ich alle meinen ist, dass man eben nicht aggressiv ist, nicht rumlöhrt wie andere Gruppen lautstark die Zugehörigkeit hierzu und die Ablehnung dazu kommuniziert. Ein schwarzes Outfit zu jeder Zeit oder Rangers statt Flip Flops ist auch eine Form von Aussage gegen etwas und gegen heißt nicht mehr einfach duldend. Uns reicht es allerdings, uns so darzustellen, keiner muss uns folgen oder zuhören .... ..und wie werden wir heute von Außen gesehen? Schwarze Klamotten sind ja kein Ding mehr, Schuhe und Nieten, alles auch schon Mode gewesen, schminken der Männer ok, das kommt nicht gut im Job und die Lack und Leder Outfits der Lolitas könnten auch bei Beate Use entsprungen sein (führt sowieso dazu, dass viele Nicht-Gruftis jetzt die Tanzflächen belechzen). Was also heißt es, zu sagen, ich liebe die Nacht und nicht die Sonne, ich mag den Mond, ich finde gut, was andere leicht frösteln macht... für mich ist gerade dieser Umgang mit Tod, Trauer, Leid und Melancholie etwas Wichtiges, nicht, weil das allein so schön morbid ist, sondern weil die übrige Welt diese Dinge so gern ausschließen und verdammen will. Aber nur mit dieser Seite des Lebens ist alles komplett.. ich darf all diese Dinge auch feiern und ehren und ausführlich bedenken... das Sterben gehört zum Leben, das Schwarz zum Weiß und Bunt, es ist nicht des Teufels sondern ein Teil von uns allen und wenn wir uns auf diese elementaren Dinge besinnen, sind wir sozialer und empathischer als andere... das geht über das schwarz Anziehen weit hinaus... simsala limni (Definitionen von Toleranz kann man im Internet finden, ich hab dazu jetzt ausgiebig meine Meinung gesagt, interessanter finde ich nicht so ein Schlagwort, was auch noch jeder anders interpretiert, sondern konkrete Motive und Handlungen) |
| anima nata lacrimans | Gerade gelesen: an anderem Orte ließ sich ein 22(!)jähriger, bekennender Grufti darüber aus, dass er sich die "alte Szenee" (die er ja wie ich unmöglich miterlebt haben kann), was ich ja nichtmal schlimm finde. Desweiteren aber definierte er diese Szene durch "unser Schönheitsideal" rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz (ich dachte, das sei Schneewittchen), den HASS auf Metaller und die farbe Pink, ehrliche, schwarze Musik - als Inbegriff dessen folgte ein Zitat von Chris Pohl. Ich komme nicht umhin, meine Aufregeng diesbezüglich zu teilen...oh oh oh... |
| Efna | erstmal zum Thema Toleranz: Toleranz bedeuted nicht das man etwas mögen muss sondern lediglich lediglich das mit ihn nicht mit physischen oder psychischen Druck versucht einen Menschen zu einer Entscheidung zu zwingen oder damit versucht einen Menschen seine Meinung oder Lebenstil mit Hilfe des oben genannten zu verändern. Man verwechsel Toleranz oft mit Akzeptanz, Toleranz hatt weniger was mit Gutheissen zutun sondern vielmehr mit RFespekt gegenüber anderen Personen und Gruppen. Man kann diese Spasskultur hassen wie dioe Pest aber trotzdem kann man gegenüber ihr Tolerant sein. Es bedeutet lediglich keinen Zwang auf Personen auszuüben damit sie ihr Weltbild verändern. Das Proplem ist eher das in der Szene wie auch in der Gesellschaft allgemein Toleranz mit Akzeptanz verwechselt wird. Mal zum Thema: Also ich muss sagen das ich mich zwar zu der Szene zugehörig aber habe dort irgendwie meine eigen Individuellen Ansichten entwickelt die doch enorm abweichen vom Rest der Szene. |
| Sidious | *Beine übereinander schlag* Es liegt wohl in der Natur des Menschen sich immer in einer Gruppe einzuordnen und den Individualismus über Bord zu werfen. Ich gehöre nicht zur Szene, aber ich bin schwarz - natürlich nicht im Sinne der Hautfarbe. Ich gebe zu, dass ich die Musik, die wohl die Mehrheit aller Deutschen toll findet (das ist noch harmlos ausgedrückt), verachte. Allerdings lasse ich jedem seinen eigenen Musikgeschmack, ich will lediglich nicht selbst damit berieselt werden. [quote] rot wie Blut, weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz [/quote] *hust* Klingt für mich nach einer rechten Phrase, obwohl sie durchaus romantischen Charakter hätte. [quote]den HASS auf Metaller und die farbe Pink[/quote] Also, die farbe Pink hasse ich aber auch. Immerhin war die halbe Wohnung hier rosa als ich einzog. Ihr hättet mal meinen Blutdruck messen sollen. Metaller hasse ich nicht. Ich ziehe es vor, einzelne Individuen ungeachtet ihrer Interessen und Herkunft zu hassen ;) Ich verspüre allerdings eine sehr starke Abneigung gegen Doubles von Tokio Hotel und Paris Hilton :) Meiner Meinung nach sind das Beispiele für den Tiefpunkt der westlichen Kultur :) |