| rosenkind | Es wurde schon in einigen Threads gestreift, ohne konkret diskutiert zu werden, deswegen eröffne ich dazu mal einen eigenen Thread, ohne ein direktes Fragenkonzept zu haben. Aber ich finde es mal interessant, auch über dieses Thema zu diskutieren. Nun, worum es geht, steht ja schon im Topic. Geschlechtsrollen in der schwarzen Szene? gibt es sie? wenn ja, wie sehen sie aus, was unterscheidet sie von der allgemeinen Geschlechtsrolle oder was ist gleich. was macht sie aus? Schreibt einfach alles, was euch dazu einfällt. ich selbst habe diesbezüglich derzeit noch nicht so viel anzumerken und freue mich über Input. Das einzige, was mir auffällt, was aber auch nur eine Täuschung meiner beschränkten Wahrnehmung und Wunschvorstellungen sein kann, ist ein Paradoxon, was mich ziemlich fasziniet und zwar, dass eine stilistische Rollenzuschreibung sehr stark ausgeprägt ist, aber die inhaltliche Geschlechtsrolle doch recht viele Freiheiten aufweist. Was ich damit genau meine, kann ich schwer in Worte fassen. ich hatte nur in der Vergangenheit immer wieder den Eindruck, dass unter [B]Jugendlichen[/B] ziemlich starke Geschlechtsrollen existieren, besonders in meiner damaligen Klasse, die Jungen hatten ihre eigene Welt, die Mädchen ebenfalls ihre eigene, man sah anders aus, hatte andere Interessen und hörte unterschiedliche Musik. mein sehr beschränktes scharzes Umfeld schien da doch anders zu sein, die gemeinsame Subkultur ließ die Geschlechtsfrage in den Hintergrund treten, es gab keine 2 getrennten Kulturen, sondern eine, die man teilte, man hatte, ob männlich, ob weiblich, die selbe Musik und die selben Interessen, einzig und allein die Kleidung unterschied sich nach wie vor. Intressant ist aber, dass eben diese gemeinsame Kultur viel Wert auf die äußerlichen "Floskeln" einer Geschlechtsrolle legte, beispielsweise, die sehr feminine Kleidungder Damenwelt oder aber eine Clique, bei der es üblich war, dass dass Mädchen und Jungen sich mit Handkuss und Knicks begrüßten. Auch sehr vieles an Lyrik bedient sich den traditionellen Geschlechtsrollen zur stilistischen Untermalung, gleichzeitig aber war der Inhalt der Geschlechtsrollen zerfallen, weil man sich, ob männlich, ob weiblich derselben Kultur bediente. Weiß nicht, wie ich es genau beschreiben soll, so war jedenfalls [B]meine[/B] bisherige Erfahrung, ich hatte hier das Gefühl,a sl Mensch gesehen werden zu können, nicht (nur) als Frau. es ist schon etwas spät, vielleicht kann ich das Gefühl morgen etwas konkreter niederschreiben. Aber nun gebe ich das Wort erstmal weiter an den nächsten :) |
| Seneca | Hallo Rosenkind Da ich ja bekanntlich viel in der Schwarzromantik verkehre, kann ich Dir versichern daß der dort angetroffene Umgang ein gutes Stück Rollenspiel enthält, das oft mit den Kostümen stückweit wieder abgelegt wird. Im Privaten ist alles möglich, ich kenne allerdings überduchschnnittlich viele verheirate Paare oder Langzeitlebensgemeinschaften mit Kindern, und einem sehr normalen modernen Rollenverständniss...also Doppelbelastung für die Frau...*g* Diese Leute veschwinden allerdings auch sehr schnell über Jahre komplett aus dem Szeneleben, und tauchen wieder auf wenn die Kinder im Schulalter sind. Zuhause habe ich übrigens nur selten "die Hosen" an. Aber das stellt sich ja bei vielen Ehepaaren mit der Zeit so ein...*g* Früher, da sah das anders aus...Ich habe Phasen gehabt in denen ich vom Transvestiten bis zum Aufreißer, der sich als "Schwarzer Prinz" auf "schwarze Prinzesschen" spezialisiert hat, alles ausgelebt habe. Ich neige allerdings zu der Auffassung dass sich ein gewisses "klassisches" Rollenbild mit der Zeit sehr oft von selbst einspielt...spätestens wenn man in den Lebensabschnitt der Familienplanung kommt. Erst kürzlich ergab sich im Gespräch mit einer Dame, die eher der dominsten Richtungn zugeordent wird, folgendes Dilemma....auch sie sucht bei einem Mann eigentlich Anlehnung. |
| rosenkind | [QUOTE]Zuhause habe ich übrigens nur selten "die Hosen" an. Aber das stellt sich ja bei vielen Ehepaaren mit der Zeit so ein...*g*[/QUOTE] das könnte man jetzt auch etwas anders interpretieren aber lassen wir das :D Rollenspiel ist denke ich, das Wort, um meine ganzen Ausführungen oben auf den Punkt zu bringen, quasi das Schlüsselwort,was mir fehlte. Ich entdecke !für mich! zunehmend an der Subkultur in der Subkultur, die mich anzieht zunehmend eine gewollte, postive, wenn manchmal vielelicht auch nicht jedem bewusste Widersprüchlichkeit, die mich fasziniert, in verschiedenster Hinsicht. Mir eröffnet sich ein herrliches Spielen von Gegensetzen, die ein Paradoxon entstehen lassen, das trotz der Tatsache, ein Paradoxon zu sein, harmonisch und sinnig wirkt. Eines davon ist eben diese Geschlechtsrolle, aber Dyspenthes hat mir seinen Aussagen auch Recht. Eines jedenfalls fällt mir auf: Rollen (in welcher Hinsicht auch immer) werden hier von vielen viel absichtlicher oder bewusster gelebt als es mir im gleichaltrigen Hauptstrom erscheint, dort folgt man ihnen nur. |
| Tristessa | [QUOTE] ich hatte nur in der Vergangenheit immer wieder den Eindruck, dass unter Jugendlichen ziemlich starke Geschlechtsrollen existieren, besonders in meiner damaligen Klasse, die Jungen hatten ihre eigene Welt, die Mädchen ebenfalls ihre eigene, man sah anders aus, hatte andere Interessen und hörte unterschiedliche Musik.[/QUOTE] Hmm, auf was für eine Altersklasse beziehst du dich denn jetzt? Also "damalige Klasse" interpretiere ich jetzt mal als "nicht älter als 16". Ich denke, in dem Alter ist es noch normal, dass es 2 Gruppen gibt, vielleicht auch, weil die Kommunikation manchmal noch etwas schwer fällt zwischen den Geschlechtern.... ;) Ich denke, es ist bei vielen Menschen so, dass irgendwann die Interessen gegenüber der in der Kindheit festgelegten Geschlechterrolle überwiegen und in einigen Subkulturen (nicht nur in der schwarzen Gemeinde) überschneiden sich dabei die Interessen von Weiblein und Männlein, so dass es, wie du geschrieben hast, [B]eine[/B] Kultur gibt. Ich muss die ganze Zeit an die Grunge-Bewegung denken, in der es auch beim Äußeren kaum Unterschiede gibt. Zwar gibt es keine androgynen Kerle, dafür aber gleiche Klamotten für beide Geschlechter, gleich Haarfrisur (falls man das Frisur nennen kann :D ), gleicher Musikgeschmack, viele Frauen in der Musikbranche, keine "Benimmregeln" (Auch Frau ist keineswegs vornehm), usw... Ich selbst habe einige Freunde, die nicht der schwarzen Subkultur angehören, bei denen es so war, dass ich es mir etwas erkämpfen musste, auch als Mensch, nicht nur als "seine Freundin" angesehen zu werden. Das habe ich aber, denke ich, vor allem geschafft, weil ich mich da etwas von dem Tussi-Gehabe der meißten Mädels abgegrenzt habe und auch noch was von der Musik verstand, für die sie sich interessierten.... ;) Ähnlich ist es wohl bei den Herren der Schöpfung: Jemand, der sich ausschließlich für Autos und Pcs interessiert, wird wohl nie einen großen weiblichen Bekanntenkreis haben. Diejenigen Subulturen, die sich aber mit anderen Themen beschäftigen, die auch die weibliche Welt interessiert, bieten ein Zuhause für beide, Mann und Frau. |
| rosenkind | [QUOTE]Hmm, auf was für eine Altersklasse beziehst du dich denn jetzt?[/QUOTE] die jüngste war 16, der älteste 21, der Durchschnitt siedelte sich bei 18 an! |
| Tristessa | Gut. Dann hat meine Aussage diesbezüglich keinen Wert mehr. :D |
| Nachtelfchen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Ich neige allerdings zu der Auffassung dass sich ein gewisses "klassisches" Rollenbild mit der Zeit sehr oft von selbst einspielt...spätestens wenn man in den Lebensabschnitt der Familienplanung kommt.[/B][/QUOTE] was daran liegen mag, dass es immer noch nicht wirklich einfach geworden ist, kinder zu haben und seinen beruf auszuüben. dies trifft besonders die frauen. kinder bekommen und den beruf ausüben wird nicht honoriert, so wird man faktisch in die "klassische" rollenaufteilung hineingedrängt. wenn ich in meinem beruf (bin historikerin) 3 jahre in erziehungsurlaub geh, bin ich weg vom fenster beruflich gesehen. und solange ich als frau noch gefragt werde, wie ich denn um alles in der welt meinen job adäquat erfüllen und kinder erziehen will, steckt noch einiges an gesellschaftlicher arbeit vor uns. :rolleyes: und jetzt mal schnell wieder on topic, sonst :mad: zu szene und geschlechterrollen: meine beobachtungen sind, dass vielleicht etwas mehr mit rollen gespielt wird als anderswo. ich kenne viele, die zeitweise bewusst ihr geschlecht ambivalent zu gestalten suchten. oder dann das andere extrem: die stilisierung zu extrem männlich oder extrem weiblich.... hm, versteht einer was ich sagen will... :rolleyes: |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nachtelfchen [/i] [B]hm, versteht einer was ich sagen will... :rolleyes: [/B][/QUOTE] Ja, ich höre Dich...ich habe noch immer Damenschuhe in meiner größe auf Lager...! Allerdings wurde in den letzen 10 jahren mein Gesicht doch etwas zu markant männlich, daher sehe ich aus ästhetischen Gründen heute davon ab...! |