German Gothic Board
 
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  Forum: lebens : ART
    Thema: Schwarz und schon ziemlich alt...
UrvaterHallo,
hier soll ein Thread entstehen, der diejenigen anspricht, die sich von der schwarzen "Jugendkultur" nicht mehr repräsentiert sehen.
Es ist schwierig, sich hier im Forum zu bewegen, wenn man nicht mehr unter 20 und nicht mehr Schüler oder Auszubildender ist.

Meine persönlichen Daten bin ich schuldig, da ich hier eröffne :

Jahrgang 49, (aus Krankheitsgründen - obwohl jetzt hoffentlich okay) frühpensionierter Hauptschullehrer. Ist zwar unwesentlich, aber so als Anmerkung: seit 71 laufe ich in Schwarz rum, kein Dogma, eher Gewöhnung, ich hab einfach nichts andres. Seit 2001 auch mit einer Fledermaus verheiratet (Hochzeit auf Burg Rabenstein im Rahmen des Herbstnächte-Festivals), ein Sohn aus erster Ehe (der ist der Frontmann von END). Ich wohne im Prinzip ganz "normal", aber ein schwarzes Zimmer ist da, das ist dafür das schönste der Welt (nach meiner Vorstellung).

Mit dem Schwarz-Sein hatte ich im Berufsleben nie Schwierigkeiten, obwohl ich z.B. auch mal in Festival-"Vollausstattung" in der Schule war - ich war immer der allseits geliebte Exot, der den Alltag ein bisschen weniger langweilig macht. Genauso ist es bei meinen sozialen Kontakten.

Mir ist es eigentlich ziemlich egal, ob mich irgendjemand zu irgendeiner "Szene" dazuzählt. Aber es gibt viele Bereiche, wo einfach die Übereinstimmung mit den "Schwarzen" für mich ganz frappant ist. (Wohnen, Musik, Kleidungsstil, Festivals/Konzerte als Höhepunkte...).

Natürlich ist es in meinem Alter relativ schwierig, tatsächlich als "Schwarzer" akzeptiert zu werden (und nicht nur als "super, in Deinem Alter...). Über meine ganze Vorgeschichte (und -nicht als Hauptpunkt!) meinen Sohn und unsere gemeinsamen Freunde klappt das bei mir persönlich sehr gut - nur, ich muss akzeptieren, dass alle meine Freunde sehr viel jünger sind als ich. Das ergibt natürlich auch Unterschiede in der jeweiligen Lebenswelt.

Mich würde interessieren, welche Erfahrungen Ihr gemacht habt, wenn Ihr auch schon etwas älter seid.
Goat93Hihi
Darf ich mal fragen, was "schwarz sein" eigentlich sein soll? :D
Herr van ReesHallo Urvater ('alt und verbraucht' *gg*),

ich bin 71 Jah.... äh geboren (seit Du schwarz rumläufst), aber auch kein Schüler / Azubi mehr. Schwarze Kleidung hat sich bei mir erst im Lauf der letzten 5 Jahre so ergeben. So nach und nach. Kam von selbst. Ich habe nie Vorbilder oder Idole gehabt, die Schwarz rumlaufen (außer zeitweise Bob Marley, aber der war ja eher kaffeebraun). Irgendwann stellte ich fest, daß ich eigentlich nur noch Schwarz trage. Aber was sind schon Klamotten.

Ich bin gerne mit Leuten zusammen, die auf gleicher Wellenlänge sind (ohne 'gleich' zu sein, Du verstehst). Und das Internet, die Forenkultur, nun ja .... Ich vermute mal, der Grund dafür, daß hier die meisten 'erst' um die 20 sind ist der, daß Leute in [u]unserem[/u] Alter in der Regel anderes zu tun haben, als vor'm PC zu sitzen.

Wenn ich mich zeitweilig hier so rumtreibe, ich, das ewige Kind, verkneife ich mir manchmal den ein oder anderen Beitrag, den ich vlt schreiben [u]könnte[/u] .... Weil ich mich nicht wie ein Mitschnacker fühlen will. Aber das sind meine psychischen Probleme und die sind ganz gewiss ein anderes Thema.

Soviel zu mir. :)
UrvaterHallo, Herr van Rees,

unser Vorteil, (auf den wir nicht stolz sein sollten, weil er sich einfach von selber ergeben hat) ist einfach, dass wir doch eine Menge mehr in Ruhe, aus mehr Distanz zu uns selbst, eben irgendwie "abgeklärter" (klingt schon wieder arrogant) sehen können, rein durch die Lebenserfahrung.
Klar, am PC "spielen" (nicht diese Gamer gemeint), so wie wir es tun, z.B. mit unseren Besuchen hier, können es in unserm Alter wohl aus lebenspraktischen Gründen nicht mehr so viele wie z.B. Schüler.
Zwischen uns sehe ich durchaus Gemeinsamkeiten: Auch Du erhebst nicht das Äußere zum Dogma, Schwarz ist eben nur das rein subjektive Geschmacksmuster (hier nicht patentamtlich gemeint)). Und hat daneben einfach auch rein praktische Gründe.
Und auch Du hast es sicher nicht mehr nötig (wie erstaunlich viele hier in den verschiedenen Threads !) Dir einzureden, "ich bin ich !!!" und Dir als Vorstufe dazu Idole oder sowas zu suchen.
Auch ich gehe lieber meinen eigenen Weg, und sei es ein Holzweg.
Irgendwie Kind geblieben ? Menschlich, halt, würde Karl Valentin sagen. Ich glaube und hoffe, ich werde nie "erwachsen" mit all der Ernsthaftigkeit (im Sinn von sich selbst todernst nehmen), die dann von mir erwartet wird.
Eines bin Dir aber voraus: Wie oben schon geschrieben bin ich jetzt Pensionär. Ich darf jetzt alles, und keiner kann mir was (im gesetzlichen Rahmen natürlich). Das ist schön. Meinetwegen können mich alle für verrückt erklären, egal. Tut aber keiner, die Toleranz ist viel viel größer als hier im Forum oft an den Negativbeispielen gezeigt wird. Aber: es wäre egal.


Noch zu Deinen Beiträgen in anderen Threads, zum Thema Überheblichkeit:

Vorab:
Klar, jeder Mensch ist wertvoll und hat seine Qualitäten. Bsp.: Ich versuche seit Jahren, einem (krankheitsbedingt) "nicht mehr bildungsfähigen" Erwachsenen Grundlagen im Lesen, Schreiben, einfachsten Rechnen, Uhr ablesen etc. zu vermitteln - und der ist der lauterste Mensch, den ich kenne. Sowas an sauberem Charakter findet man nicht wieder..
Aber: Ich finde es durchaus legitim, ein gewisses Überlegenheitsgefühl den 6,3 Mio UPPS-Sehern, und jetzt auch den Mio "Klinsi"-Verteuflern gegenüber zu fühlen... die könnten ja, tun´s aber nicht. ( Nachdenken, tolerieren... )
Also, wo ist Dein Problem ???

Liebe Grüße vom Urvater
___________________________________________________

@ Goat93:

"Schwarz-Sein" ist ein blöder Ausdruck. Ich hasse diese Schubladen genauso wie Du es wahrscheinlich tust.
Aber wie soll man dieses Lebensgefühl, diese Art, mit der Welt umzugehen, in einem Begriff zusammenfassen ? So dass jeder einigermaßen versteht, was gemeint ist ?
Aber bitte erwarte jetzt von mir keine Antwort. Die Mehrzahl der Threads hier befasst sich genau (z.B. "Definitionen") oder immanent mit dieser Frage. Das wäre hier mehr als flüssig.
nebulosahallo Urvater.
ich sehe unser "schwarz sein" relativ relaxt. meine s.g. karriere begann anfang der 80er mit punkrock, aufstand gegen rechts und richtig guten konzerten in der punkszene. pogo konnte ich damals konstitionell noch gut durchhalten, machte richtig spass, bisweilen auch heute noch in etwas abgeschwächter version.
tja, man wird eben alt und die grauen haare wachsen, was mir eigentlich nichts ausmacht.
genausowenig machen mir die blicke der joungsters was aus, die da sagen: was will denn der oldie hier, auf seine kidds aufpassen, oder was?
nööö, ich geniese es einfach mal ab und zu mich unter die folks zu mischen und bei gewissen rythmen mitzutanzen.
bäääh!
was stört euch es, wenn ein angegrauter mit ausgewaschenen schwarzklamotten, die nicht mehr dem aktuellen trend entsprechen, auf der tanzfläche zum weiberelektro und sonsigem schwoft?
an euerem gothic-lollitaoutfit und true megabatdesign störe ich mich ja auch nicht,
wer mich nicht ansehen mag, soll es bleiben lassen. schwarzlicht hat auch keine chance, da ich ja "unsichtbar" bin, selbst in uralten schwarzklamotten.
was waren das noch für zeiten, als wir unsere klamotten noch färben mussten, weil es einfach nichts zu kaufen gab.
naja...
schwarzergrauten gruß
der nebu
UrvaterHallo Nebu,
Du siehst das anscheinend auch nicht alles so verbissen, genau wie ich. Spaß dran, das ist doch der Punkt. Ich hab ihn gewaltig.
rosenkind[QUOTE]was waren das noch für zeiten, als wir unsere klamotten noch färben mussten, weil es einfach nichts zu kaufen gab.[/QUOTE]

Bei Sätzen dieser Art frage ich mich immer:

[I]gabs in den 80gern (oder 70gern) keine einfachen, schwarzen Tops/T-shirts?[/I]

Das kann ich mir nämlich irgendwie gar nicht vorstellen, dass es NICHTS zu kaufen gab. Dass es keine Gruftlabels gab, klar. Aber Stoffgeschäfte? einfache schwarze Klamotten?
nebulosa[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]
Das kann ich mir nämlich irgendwie gar nicht vorstellen, dass es NICHTS zu kaufen gab. Dass es keine Gruftlabels gab, klar. Aber Stoffgeschäfte? einfache schwarze Klamotten? [/B][/QUOTE]

klar gab es schwarze Lederhosen und jacken, t-shirts und sonstiges für den der das geld hat. man sich eben beholfen indem wir jeansjacken und fast alles was sich so im schrank befand zusmmen mit salz und schwarz in die maschine gesteckt haben.
das ergebnis war mehr oder weniger.
andere haben damals ihre jeans mit domestos gebleicht.
1976 hatte ich mein erstes paar springer. den olivfarbenen parka dazu habe ich mir 2 jahre später "schwarz gemacht"
so würde heute keiner mehr rumlaufen... :rolleyes: und schwarze jeans waren die seltenheit zu bekommen:(
Goat93[QUOTE]Schwarz-Sein" ist ein blöder Ausdruck. Ich hasse diese Schubladen genauso wie Du es wahrscheinlich tust.
Aber wie soll man dieses Lebensgefühl, diese Art, mit der Welt umzugehen, in einem Begriff zusammenfassen ? So dass jeder einigermaßen versteht, was gemeint ist ?
.[/QUOTE]

Aber wie kann man etwas sein, wenn man ncihtmal weiß was es
ist, was man ist ?
Mina HarkerIch melde mich hier dann auch noch zu Wort (Baujahr 1972).

Mein „Schwarzsein“ ist jedoch weniger einen äusserliche Erscheinung, sondern viel mehr innere Einstellung.

Ich mag die Musik (Metall), die Stimmung, das Romantische, die Ruhe auf einem Friedhof. Ich muss nicht jedem immer auf die Nase binden, was ich bin oder denke. Ich muss in erster Linie mit mir klar kommen. Und ob ich dies nun in schwarzen Klamotten oder in einem weissen Kleid besser kann hängt nicht zuletzt von der Tagesverfassung ab, wobei schwarz ganz klar vorgezogen wird. ;)

lg
Mina
Black MoniNun, denn ...was soll ich erzählen ... bin 62er - Jahrgang. Mein Schwarzsein hat sich erst im Lauf der letzten 10 Jahre "entwickelt" (obschon Interesse an gewissen Themen seit meiner Jugend besteht)...habe zuerst die Musik für mich entdeckt, dann hat sich das verselbständigt. Irgendwie verschwand immer mehr Farbe aus meinen Kleiderschrank, mein "braves" Aussehen ebenso. Je mehr ich mich dann (I-Net sei dank) mit der "Szene" beschäftigte, desto mehr Übereinstimmungen entdeckte ich (nein nicht nur!!! Wer-auch-immer bewahre). Ja, und seit 2,3 Jahren bezeichne ich mich auch als Schwarz. Ich denke diese "Entwicklung" ging einfach mit einer Persönlichkeitsentwicklung (nein, nicht spät-spät-pubertär, sondern harte Arbeit an mir) einher. Nicht mißverstehen, ich hab nicht hart daran gearbeitet schwarz zu werden (wär ja auch Schwachfug), sondern an Dingen, wie meinem Selbstbewußtsein, Ketten sprengen...

Schwarzsein ist nicht im wesentlichen Musik oder Kleidung, sondern vielmehr das sich Befassen mit und die Einstellung zu bestimmten Dingen...ein Lebensgefühl für mich. Und das lebe ich auch, wenn ich auf der Arbeit bin und weiße Oberteile tragen muss ;)
XenomorphHallo,
Ich bin auch nicht mehr ganz jung (geb. 1971), und habe mich zeitlebens, sowohl damals als ich noch zur Schule ging, alsauch zuletzt im Studium, als Außenseiter und als Versager gefühlt, hatte auch nie viele Freunde, woran sich bis heute kaum etwas geändert hat.
Ich gehörte schon immer zu den introvertierten Menschen, die lieber ihren eigenen Gedanken nachhängen, über den Sinn des Lebens und den Tod philosophieren, als sich mit "normalen" Dingen zu befassen...Das "Schwarzsein" ist bei mir ebenfalls nicht mit einem Mal gekommen, sondern war ein langsamer, schleichender Prozess, der sich über Jahre hingezogen hat. Ich habe es mir nie vorgenommmen oder bewußt darauf "hingearbeitet" so zu werden wie ich jetzt bin. Von "Gothic" als Lebenseintellung weiß ich zwar schon recht lange, habe mich früher, als ich noch zur Schule ging, aber nie weiter dafür interessiert, obwohl ich die entsprechenden Vorlieben, was z.B. Kleidung und Musik angeht, auch damals zum Teil schon hatte.
Als ich mich vor ein paar Jahren zum ersten Mal, eigentlich aus reiner Neugierde, näher mit der Gothic-Einstellung befasst habe, musste ich feststellen, wie sehr ich ihr, ohne es gewollt oder auch nur gewusst zu haben, bereits entsprach...
XenomorphSchwein als Sternzeichen, das passt zu mir , denke ich...
Bin auch sonst eins, vor allem ein Charakterschwein :D ... und Versager?...Nach erfolglosem Studium, und davor in der Schule war es auch nicht so viel besser, sind die Aussichten, in meinem Alter noch irgendwo einen halbwegs annehmbaren und gutbezahlten Job zu finden, auch nicht gerade berauschend (zur Zeit mache ich Aushilfsarbeiten in einer Gärtnerei).
Naja, was solls, hab mich eh irgendwo damit abgefunden, was bleibt mir auch anderes übrig in meiner Situation?...
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]Schwein als Sternzeichen, das passt zu mir , denke ich...
Bin auch sonst eins, vor allem ein Charakterschwein :D ... und Versager?...Nach erfolglosem Studium, und davor in der Schule war es auch nicht so viel besser, sind die Aussichten, in meinem Alter noch irgendwo einen halbwegs annehmbaren und gutbezahlten Job zu finden, auch nicht gerade berauschend (zur Zeit mache ich Aushilfsarbeiten in einer Gärtnerei).
Naja, was solls, hab mich eh irgendwo damit abgefunden, was bleibt mir auch anderes übrig in meiner Situation?... [/B][/QUOTE]

Mach's wie ich... werd' freischaffender Künstler...!
Bringt zwar auch nur unregelmäßiges Geld, ist aber besser für's Ego...*g*

Irgendwas sollte man aber schon können.
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Irgendwas sollte man aber schon können. [/B][/QUOTE]

Eben. Genau da liegt das Problem.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]Eben. Genau da liegt das Problem. [/B][/QUOTE]

Ach komm schon. Jeder kann irgendwas..!
fledermäusleTrau Dir etwas mehr zu, Xenomorph!
Das mit dem Können hätten mir manche Leute auch gerne des Öfteren abgesprochen, mussten dann aber feststellen, dass man vom Äusseren nicht auf die Qualitäten eines Menschen schliessen kann. Meine Entwicklung in der "schwarzen Welt" verlief ähnlich wie bei nebu, erst punkig,bunt und laut, aber ziemlich schnell auch gruftig ( früher mit selbstdesignten und genähten Klamotten, wir haben schon gehört, es gab ja nix zu kaufen...;)
Ich wandre immer noch hin und her, habe aber auch seit zig Jahren nur noch schwarze Sachen an. Bei meinem Beruf (Architektin) falle ich damit allerdings nicht groß auf, eher, weil meine Haare immer noch in alle Richtungen abstehen:D
Stonehenge[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]
[B]Bei Sätzen dieser Art frage ich mich immer:

gabs in den 80gern (oder 70gern) keine einfachen, schwarzen Tops/T-shirts?
[/B][/QUOTE]

Da frag ich jetzt als Modeahnungsloser doch mal ganz unbedarft: Gab es um 1980 herum überhaupt schon [b]Tops[/b]? Schwarz hin oder her, diese Art Kleidung ist mir erst in neuerer Zeit vermehrt aufgefallen, besonders das bauchfreie. Allerdings komme ich auch aus der DDR, da waren zuzeiten Jeans schon eine absolute Mangelware :)

Zum eigentlichen Thema: Bin weder besonders alt (Jahrgang 78) noch besonders schwarz. Mit der Jugendkultur kann ich mich trotzdem eher schwerlich identifizieren, mit der Zeit gewinnen irgendwie andere Dinge an Gewicht. Wobei mit Schminke & Co hatte ich auch in der Vergangenheit nichts weiter am Hut, ein eingefleischter Discogänger bin ich eigentlich auch nie gewesen. Was da war und erhalten bleibt ist das nachdenkliche, träumerische... wer will kann es meinetwegen schwarz nennen.

Schattengrüße
Stonehenge
blessthedarkHallo zusammen,

die erwähnten versagergedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Es hat auch in meinem leben zeiten gegeben, wo aber auch garnichts klappen wollte. Egal was man sich vorgenommen hat, ging irgendwie schief....und das nicht mal aus eigenverschulden, das währe ja zu verstehen gewesen. Und die schule war auch eher ein krampf, besonders mathe*lol
Nun stehe ich nach einem bandscheibenvorfall im Feb. vor meiner 2. US und sehe die dinge einfach etwas gelassener. Ich bemühe mich zwar noch na kräften zu tun, was ich tun kann, aber was nicht geht, geht hald nicht so ist das nun mal.

Und was die szene angeht, war der weg dahin auch eher sehr lang und schleichend.(schuld war ein pärchen aus Stralsund glaube ich, was zum WGT vor 3 jahren den weg in eine szenekneipe nicht gefunden hat) ;) Ich war zwar als kind viel alleine unterwegs, hätte mir aber im leben nie vorstellen können mal so zu enden *lol Jetzt wo ich am ende angekommen bin, fühle ich mich richtig wohl in meiner haut...es hat eben alles seine zeit, ge. Klamotten und schmucktechnisch, bin ich aber eher human, da ich bis anfang des jahres noch in der gastro gearbeitet habe. Diesbezüglich gibts aber hier auch kaum probleme, dafür sind "gothics" in L.E. schon zu alltäglich, aber ich kann mir auch gut vorstellen, was das für probleme auf dem land mit sich bringt.
Denkt dran, so lange sie über euch reden, seit ihr interessant !!!

DG blessthedark
XenomorphJo, Mathe war auch mein Horrorfach :rolleyes: , dazu hatte ich einen Mathelehrer, der mein Nichtkönnen persönlich genommen hat :confused: , Deutsch, Englisch und später Latein ging so, zumindest habe ich es geschaft, da nie eine 5 zu kriegen...Aber auch sonst war ich bei meinen Lehrern unbeliebt, weil ich nie mit der Herde mitlaufen und mit den Schafen blöken wollte...Wollte immer etwas anderes machen als die anderen, Gruppenzwänge jeder Art waren schon damals ein Horror für mich, und daran hat sich bis heute nichts geändert...
So bekam ich schnell Etiketten wie "persönlichkeitsgestört" und "verhaltensauffällig" verpasst, und wurde zu diversen Psychofuzzis geschickt, die mir aber auch nicht "helfen" konnten :p, naja, auf diese Weise war meine spätere Versagerlaufbahn schon vorprogrammiert, denke ich...
urnataJa ich bin auch nicht mehr ganz jung (Jahrgang 67) und auch bei mir ist schwarz sein eine Frage der Lebenseinstellung . Ich habe mich schon sehr früh mit Fragen über das Leben und den Tod beschäftgigt, weiterhin mit Paranormalen und mystischen Phänomenen. Mittlerweile gehört es zu mir und ich könnte mir kein anderes Leben vorstellen und ich finde es ist auch keine Frage des Alters sondern des Fühlens. Wer einen Sinn für Melancholie und Romantik verspürt der wird sich auch in dieser Szene zu Hause fühlen.
UrvaterUrnata,

genau das ist der Punkt.
"Schwarz-Sein" (egal, wie man das im einzelnen nun definieren mag, aber wir wissen, was gemeint ist) ist allein eine Sache des Fühlens. Auch als gemeinhin recht rationaler Mensch (Mathe-Studium und so) will ich das auch garnicht erklären müssen.
thoughtSeid gegrüßt! Ich bin hocherfreut euch hier anzutreffen! "Ursprüngliche!" *verneigs* Zugegeben, ich bin noch recht jung (26 J.), tue mich aber mit der aktuellen Szene ebenfalls recht schwer. Meine "Karriere" würde ich noch nicht einmal als solche bezeichnen. Ich war schon immer so, selbst als Kind. Ich kann mich nicht an Zeiten erinnern, zu denen dieses "Gefühl" nicht da gewesen wäre. Auch der Widerstand meiner Eltern hat nichts daran geändert. Sicher, sie konnten auf mein Äußeres Einfluss nehmen, aber nicht auf das in mir drinnen. Als ich von zu Hause mit 18 J. auszog, in eine fremde Stadt weit weg von zu Hause, war es mir schon wichtig, meine Einstellung auch durch mein Äußeres zu präsentieren (schwarze Kleidung, schwarze Haare...), sicherlich auch aus Protest meinen Eltern gegenüber. Heute ist dem nicht mehr so, ich muss das nicht mehr machen. Ich trage nach wie vor gern schwarz, aber auch blau oder gar rot, wenn mir danach ist. Was zählt, ist das Gefühl...
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Herr van Rees [/i]
[B]Ne Busenfreundin von mir hat mal behauptet, es gäbe die geborenen Opfer. Du bist einer der Fälle, wo ich echt Schwierigkeiten habe, ihr zu widersprechen.

Nix für Ungut.

*plopp* [/B][/QUOTE]

Sind aber ziemlich weitreichende und weit hergeholte Schlußfolgerungen, die du angesichts der Tatsache, dass du mich gar nicht kennst, aus meinen wenigen Worten ableitest...
Abgesehen davon gebe ich dir teilweise Recht: Zumindest während meiner Schulzeit, habe ich mich wirklich wie ein "geborenes Opfer" gefühlt, wurde von allen für dumm gehalten, und dementsprechend wie der letzte Dreck behandelt...
Trotz allem gehört diese Erfahrung zu meinem Leben, ohne sie wäre ich kaum derjenige, der ich heute bin...Nein, ich fühle mich nicht als Teil irgendeiner Herde, bin ich nie gewesen und werde ich nie sein, unabhängig davon, was ich heute tue oder nicht tue...
blessthedark[QUOTE][i]Original geschrieben von thought [/i]
[B].... Heute ist dem nicht mehr so, ich muss das nicht mehr machen. Ich trage nach wie vor gern schwarz, aber auch blau oder gar rot, wenn mir danach ist. Was zählt, ist das Gefühl... [/B][/QUOTE]

Wie ich anderswo bereit erwähnt habe, bin ich in sachen kleidung und schmuck sehr "human" Allerdings habe ich mehrfach festgestellt, das ich mich in bunten sachen schlicht weg einfach nicht wohl fühle. War n komisches gefühl das festzustellen, aber es ist nun mal so.
Auch wenns n bisschen seltsam klingt, aber das ist als ob man einen wohlfühlmantel um sich legt und alles andere son bisschen von einem abprallt.

P.S. ich weiss das ich n komischer vogel bin, das müsst ihr mir nicht noch mal sagen*lol

DG blessthedark
XenomorphHeute fühle ich mich auch nur noch in schwarzen Sachen wohl...Kann mir nicht vorstellen, jemals wieder wie ein "bunter Hund" durch die Gegend zu rennen...
thoughtNun, GANZ in bunt kann ich es auch nicht aushalten. Aber mal ein rotes Oberteil zum Beispiel... das hat was. Aber allzuoft mache ich das scheinbar nicht, denn ich bin neulich von einer Mitschülerin (ja, ich bin - wieder - Auszubildende!) angesprochen worden, als ich schwarz trug. Sie meinte: "Du läufst irgendwie immer in dunkel oder schwarz rum." Als angehende Erzieherin sei ihr ein Lob ausgesprochen: Sie hat sehr gut beobachtet:)...
thoughtErgänzung:
Aber wie ich schon sagte: auf die Klamotten kommt es mir nicht an. Viel schlimmer finde ich es, wenn ich in bestimmte Lokale oder zu Konzerten gehe, wo ich sicher auch meinen Spaß habe, mich aber umsehe, inmitten von "Gleichgesinnten" stehe und feststelle, dass ich doch nicht dazugehöre. Das kann schmerzlich sein. Vorallem dann, wenn ich, wie einmal geschehen, zu hören kriege, ich sei kein `Goth`, weil ich da nicht reinpassen würde (ja, die Klamotten-Frage...). Als Anmerkung: Mein Gegenüber kannte mich kaum. "Schwarz-Sein" ist doch soviel mehr... Darf ich es nicht sein, nur weil ich zum Lachen nicht "in den Keller" gehe (ich lache gern und viel - so lässt sich für mich vieles leichter ertragen), keine Handschellen trage und zugebe, dass mir Dunkelheit manchmal auch Angst machen kann? Darf ich deshalb nicht "schwarz" sein?
Black MoniKleidung ist unwichtig... obschon ich mich in schwarz wohler fühle und weiß/hellgrau nur trage, weil es mein Job erfordert.

[QUOTE]Geschrieben von thought:
Schwarz-Sein" ist doch soviel mehr... Darf ich es nicht sein, nur weil ich zum Lachen nicht "in den Keller" gehe (ich lache gern und viel - so lässt sich für mich vieles leichter ertragen)[/QUOTE]
Ich brauch zum Lachen nicht in den Keller gehen, ich wohn drin... Scherz beseite, ich lache gern und laut ...
Warum sollte sich Lachen und Schwarz ausschließen?
Schwarz denken und fühlen heißt doch nicht, dass man dauernd mit Trauermiene durchs Leben rennt... oder eher schleicht, denn als wirklicher Goth, der wirklich true ist, muss man das wohl :D
Ich bin lieber schwarz als Goth....
UrvaterIch lache und amüsiere mich das ganze Jahr über nicht so wie auf Festivals.
Und früher hab ich mal zwei Humor-Bücher geschrieben, da hatten sicher an die 200000 Leute ihren Spaß dran...
Ich kenn "die Schwarzen" als vorwiegend fröhliche Menschen, klar, nicht die Karnevals- oder Fußballplatzfröhlichkeit...
thought@urvater:
... jetzt muss ich schon wieder lachen *glucks*... vielleicht liegt es auch nur an meiner Umgebung??? *grübel*.... Obwohl, mit meiner Schwester kann ich stundenlang "Tränen lachen", sie ist auch "schwarz"... ihr Mann, ebenso, lacht auch... Vielleicht wirkt es auf "Fremde" etwas befremdlich, wenn man einfach so loslacht? Aber da kann ich dem, was "Black Moni" sagte, nur zustimmen... Oder sollte es tatsächlich ein Unterschied zwischen dem "Ursprung" und der "heutigen Szene" sein?...
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von thought [/i]
[B]Ergänzung:
Aber wie ich schon sagte: auf die Klamotten kommt es mir nicht an. Viel schlimmer finde ich es, wenn ich in bestimmte Lokale oder zu Konzerten gehe, wo ich sicher auch meinen Spaß habe, mich aber umsehe, inmitten von "Gleichgesinnten" stehe und feststelle, dass ich doch nicht dazugehöre. Das kann schmerzlich sein. Vorallem dann, wenn ich, wie einmal geschehen, zu hören kriege, ich sei kein `Goth`, weil ich da nicht reinpassen würde (ja, die Klamotten-Frage...). Als Anmerkung: Mein Gegenüber kannte mich kaum. "Schwarz-Sein" ist doch soviel mehr... Darf ich es nicht sein, nur weil ich zum Lachen nicht "in den Keller" gehe (ich lache gern und viel - so lässt sich für mich vieles leichter ertragen), keine Handschellen trage und zugebe, dass mir Dunkelheit manchmal auch Angst machen kann? Darf ich deshalb nicht "schwarz" sein? [/B][/QUOTE]

In Lokalen und auf Konzerten laufen sicher auch nicht nur Intelligenzbestien rum, deshalb meide ich solche Veranstaltungen in der Regel, naja, und an der richtigen Begleitung mangelt es bei mir ebenfalls, und alleine unternehme ich nur ungern etwas...Lass dir aber von solchen Dummbeuteln und Dünnbrettbohrern nicht sagen, was du bist oder nicht bist, sag es dir stattdessen selber, erwarte von anderen nicht die Erlaubnis, die nur du selbst dir geben kannst. ;) ...
Und Lachen gehört für mich auch irgendwie dazu, um das Leben noch auszuhalten, allerdings ist es bei mir irgendwie anders als bei anderen, vor allem die Dinge sind es, die mich zum Lachen bringen..."Schwarzer" Humor eben...
urnataIch lache auch gerne und ich lasse es mir auch nicht verbieten, obwohl mich doch mal jemand ernsthaft gefragt hat ob ich die "sogenannte Hausordnung " der Gruftis nicht kennen würde.

Ich gebe es zu meiner Schande ehrlich zu- ich kenne sie nicht- und ich sch.... auch drauf, ich bin und bleibe nunmal ich und ich lache wann ich will und wo ich will- basta und Ende der Diskussion
Evildoer[QUOTE][i]Original geschrieben von Urvater [/i]
[B]"Schwarz-Sein" (egal, wie man das im einzelnen nun definieren mag, aber wir wissen, was gemeint ist) ist allein eine Sache des Fühlens. [/B][/QUOTE]

Ich finde diesen Satz ganz interessant und mische mich in das Gespräch ein... nun dieser Ausdruck erinnert mich fatal an das geflügelte Wort, das man immer wieder hört, wenn Menschen nach dem Hauptkriterium ihrer Partnerwahl gefragt werden und antworten: "auf den Charakter kommt es an!" Das mag ja gefühlsmässig so sein, aber in Wahrheit ist das Aussehen einfach relevanter, nur die wenigsten gestehen sich das ein.

Ebenso ist es in der Kultur, die wir alle nicht definieren können, der eigentliche Kit soll das gemeinsame Gedankengut sein, die Musik und Lebenseinstellung, aber in Wahrheit geht es ums Aussehen, die Optik, die Klamotten, die Schminke.

Das hört keiner gerne und wenn man jemanden hier fragt, wird man meist die Antwort bekommen: ich denke anders! aber mit einem kleinen oder vielleicht doch grösseren Sack an Lebenserfahrung weiss ich, dass zwischen Wollen und Wirklichkeit ein Riesenunterschied besteht.

Ich bewege mich nun seit der Anfangszeit in dem Lebensraum, das dieses Forum beschreibt, und es gibt keine Gemeinschaft, in der man so schlecht Kontakt bekommt, als in dieser. Nicht umsonst gibt es hier so zahlreiche Kontaktaufrufe.

Es ist richtig, wenn der Urvater erwähnt, dass es für uns Urgesteine kaum Gemeinsamkeiten mit der hier stark vertretenen Schülerscene bis 20 gibt. Das ist aber keine Frage der Scenezugehörigkeit sondern eine der Lebensumstände, wie Urvater ja selber erkennt. Natürlich kann und darf ein Mitfünfziger Kontakt zu einem 17jährigen Scenegänger haben, aber warum sollte er überhaupt? Der Scenekit, der selbst bei Gleichaltrigen kaum hält, ist bei solchen Generationsunterschieden quasi inexistent.

Thats it. Es ist HIER wie überall, gut ist das nicht, aber der Kapitalismus ist auch für die wenigsten gut und er wird trotzdem nicht weggewischt.
MontroseEs gibt ja uralte Lateinlehrer, die auf die schlimme Jugend schimpfen, allen eine Fünf geben ... und plötzlich gibt's da einen Lieblingsschüler, der gepäppelt wird, weil er anscheinend die Ideale des alten Lateinlehrers verstanden hat.

Und genauso ist das mit Gothic. Daß die meisten jungen Gothics langweilig und ohne Profil sind, schließt nicht aus, daß es nicht das eine oder andere "Nachwuchstalent" gibt. :)
Herr van ReesAuch wenn es schon stark auf die 90 zugeht :).
Black Moni[QUOTE]geschrieben von Montrose:
Daß die meisten jungen Gothics langweilig und ohne Profil sind, schließt nicht aus, daß es nicht das eine oder andere "Nachwuchstalent" gibt.[/QUOTE]

Würde das nicht zwingend am Alter festmachen wollen... es gibt junge Schwarze mit Profil, mit denen man z.B. sehr gut diskutieren kann und alte Schwatte, die nicht über den Tellerrand gucken. Nö, keine Frage des Alters, sondern der Einstellung.
thought@Xenomorph:
Nein, ich brauche auch keine Erlaubnis. Wäre ja noch schöner...

@urnata:
Amen:)
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Evildoer [/i]
[B]Ich finde diesen Satz ganz interessant und mische mich in das Gespräch ein... nun dieser Ausdruck erinnert mich fatal an das geflügelte Wort, das man immer wieder hört, wenn Menschen nach dem Hauptkriterium ihrer Partnerwahl gefragt werden und antworten: "auf den Charakter kommt es an!" Das mag ja gefühlsmässig so sein, aber in Wahrheit ist das Aussehen einfach relevanter, nur die wenigsten gestehen sich das ein.

Ebenso ist es in der Kultur, die wir alle nicht definieren können, der eigentliche Kit soll das gemeinsame Gedankengut sein, die Musik und Lebenseinstellung, aber in Wahrheit geht es ums Aussehen, die Optik, die Klamotten, die Schminke.[/quote]

Deswegen versuche ich heute fast ausschließlich über ein Forum wie dieses hier Kontakte zu Menschen herzustellen und Freunde zu finden...Hier ist es doch genau umgekehrt wie sonst: Wir zeigen uns gegenseitig zunächst unsere Gedanken und Gefühle, berichten über unsere Vorlieben, Interessen und Abneigungen...Die "Optik", Klamotten und andere Äußerlichkeiten, bleiben außenvor, solange wir sie nicht preisgeben wollen...Ich kann meine "Tarnung" hier so lange aufrechterhalten wie ich will, so kann ich jemanden , der mich interessieren könnte, hier zunächst einmal "beschnuppern" und er/sie mich ebenfalls, ohne dass diese "Äußerlichkeiten" dabei im Wege wären...Falls man ihn/sie später dann mal trifft, ist es viel leichter, über das hinwegzusehen, was einem am "Äußeren" einer Person ansonsten womöglich stören würde...
Ich würde mich auf keinen Fall in einen Haufen (fremder) "Schwarzer" stürzen wollen, um darauf zu hoffen, dass sich daraus ein sinnvolles Gespräch ergibt, viel wahrscheinlicher wäre nämlich eine Reaktion, wie thought sie beschrieben hat...
UrvaterAber nach meiner Erfahrung besteht bei den "Schwarzen" zumindest eine größere Wahrscheinlichkeit, auf denkende Menschen zu treffen, als im Rest der Bevölkerung.
Und was "moralisches" (besser: "ethisches") Verhalten betriftt,
sehe ich das ähnlich ( siehe den von mir eröffneten Thread).
urnata@ Xenomorph

Ja -ich habe es aber auch schon erlebt das es Leute gibt, die sich beim hier diskutieren ganz anders geben als sie in Wirklichkeit dann sind. Sagen kann man nämlich viel ob man das in Wirklichkeit auch so umsetzt ist eine ganz andere Sache. Ich habe kein Problem Leute in dieser Szene kennenzulernen, ich bin aber auch ein sehr aufgeschlossenener Menschentyp und außerdem tolerant d.h. wenn ich mich mit einem Menschen auf der Straße über ein bestimmtes Thema unterhalte dann zählt für mich erstmal das Thema und nicht das Äußere eines Menschen. Es stimmt allerdings das es nicht für die Mehrzahl der Menschen gilt, aber das ist ja auch nachvollziehbar das man für eine Beziehung andere Ansprüche stellt als für eine Freundschaft oder eine Kumpelbeziehung. Also bei mir ist das zumindest so.
242shockfront24Ich bin Jahrgang ' 73 und habe das Gefühl das ich auf keine denkenden Menschen egal in welcher Schicht finde,sorry..Vielleicht liegt es daran das ich eventuell ein anderes denken habe als andere?Ich weiß es nicht manchmal schon echt kompliziert:(

Mich würde es wirklich intressieren wieviel ältere es hier gibt?!

Im Moment habe ich das Gefühl das ich hier fast nur ganz junge Menschen antreffe:( Nix gegen junge Menschen aber mir ist aufgefallen das ich nicht die Meinung habe die sie haben.

Vielleicht liegt es doch daran das man etwas älter ist.Ich weiß es nicht aber vielleicht kann mir hier jemand dies beantworten?
Xenomorph@urnata:

Sicher, da hast du natürlich Recht, so etwas wie "absolute Sicherheit" gibt es auch hier nicht...Jeder kann sich verstellen wenn er will, und behaupten, etwas zu sein, was er/sie nicht ist...Wenn ich es wollte, könnte ich hier lügen, dass sich die Balken biegen, und ein völlig falsches Bild von mir entwerfen...Ich könnte beispielsweise behaupten, dass ich ein unheimlich netter Kerl bin :D , und aussehe wie Adonis höchstpersönlich...Bis ich jemanden auch persönlich kennengelernt habe, kann ich mir genaugenommen nicht sicher sein, woran ich bei ihm/ihr bin...
blessthedarkHallo schockfront,

ich bin auch so ein mittel-gealtertes wesen wie du *lol Denk doch mal an die zeit zurück, als wir so 15-20 waren...hatten wir da schon die erfahrungen und sichtweisen von heute ? Da hätte man sich so manche erfahrung ersparen können, ge . Ist aus meiner sicht ganz normal, das so ein junger mensch nicht den blickwinkel unserer generation hat.
Oder frag mal den "Urvater", wie er über uns "jungspunde" denkt. Wir beide könnten seine kinder sein *lol
Meiner meinung nach, sollte das ziel sein, das alle altersklassen voneinander lernen und die älteren den jungen ein vorbild sind, so komisch das auch klingen mag.

DG blessthedark
ShacklesOfFear[QUOTE][i]Original geschrieben von Urvater [/i]
[B]"Schwarz und schon ziemlich alt..."

Hallo,
hier soll ein Thread entstehen, der diejenigen anspricht, die sich von der schwarzen "Jugendkultur" nicht mehr repräsentiert sehen.
Es ist schwierig, sich hier im Forum zu bewegen, wenn man nicht mehr unter 20 und nicht mehr Schüler oder Auszubildender ist.[/B][/QUOTE]

Eine Frage - muss man zwangsläufig "alt" sein, um sich mit den momentanen Szenegegebenheiten nicht [i]mehr[/i] identifizieren zu können?
Ich selbst bin einer der Azubis U20, die du ansprichst. Aber das bedeutet nicht gleich, dass ich mit den Einstellungen der anderen Menschen meines Alters konform gehe.
Natürlich, man geht auch schon mal auf ein Festival, eine Party oder ein Konzert und amüsiert sich dort. Nur, muss man sich dann zwangsläufig auch jedes Wochenende den Schädel zusaufen? Verzeiht, wenn ich es so drastisch ausdrücke, aber das ist genau das, was ich in meinem Umfeld erlebe. Aber ich will es nicht.
Wie Black Moni meinte, gibt es in allen Altersschichten Menschen, mit denen man reden kann oder nicht. Ich kenne zum Beispiel 14-16-jährige mit denen ich besser klar komme (besser reden, diskutieren,... kann), als mit den 20-27-jährigen meiner Umgebung. Nur leider ist es [u]erstmal[/u] nicht der Mensch, der zählt. Es wird auf das Aussehen geachtet, und auf das Alter. Wer da den eigenen Regeln schon mal nicht entspricht hat doch meist gar keine Chance mehr mit dem Gegenüber wirklich in Kontakt zu kommen.
Und dann passiert das, was auch thought schon sagte - man fühlt sich unter scheinbar Gleichgesinnten nicht mehr wohl. Und da ist es egal, ob man, wie die Mehrheit in diesem Thread 30+ ist, oder wie meine Wenigkeit noch unter 20...

So far, ich hoff mich köpft jetzt keiner, weil ich hier als "Nicht-Oldie" etwas gesagt habe... ;)
[size=1]Aber so ein bisschen musste dem Frust jetzt auch mal Platz gemacht werden....[/size]
nebulosa[QUOTE][i]Original geschrieben von ShacklesOfFear [/i]
[B]So far, ich hoff mich köpft jetzt keiner, weil ich hier als "Nicht-Oldie" etwas gesagt habe... ;)
[/B][/QUOTE]
ach wo denn, hier köpft dich doch keiner!
ich selbst bin schon froh wenn ich vom eigenen sohn nicht geköpft werde. ( hard&heavy metaller ü20)
ich habe selbst erlebt, daß ich von der s.g. älteren genaration (>60/70/80) mehr akzeptiert werde als von den jüngeren, die mich teilweise doch etwas suspekt betrachten wegen meiner klamotten. komischerweise schaut die jugend noch mehr aufs outfit als die alten. kleider machen leute, hieß es früher mal...von den "alten". die juckt es aber kaum wie ich rumlaufe. gut zum vorstellungsgespräch oder so ziehe ich mich auch passend an.
aber wenn ich so alltagsmässig auf der straße anzutreffen bin, ernte ich die wertschätzenden blicke der jugend, die da etwa aussagen: "wie läuft denn der alte rum?"
juckt mich aber nicht...
ich hatte bisher eine menge gespräche mit "alten" wie "jungen", die natürlich über die gemeinsame "szenenzugehörigkeit" begonnen haben und musste feststellen: das alter macht kaum einen unterschied mit wem man sich versteht und mit wem nicht.
da ist der mensch als individuum ausschlaggebend, nicht sein alter, farbe, rasse und überhaupt. im prinzip ist es das selbe was du schon sagtest @ShacklesOfFear
ShacklesOfFearJa, [b]wenn[/b] man den Menschen dann mal näher kennen lernt, machen Äußerlichkeiten wirklich keine Unterschied mehr. Wenn nur das wenn nicht wäre...
Nur bis es zu einem Gespräch kommt, müssen ersteinmal die Grenzen überwunden werden. Und da schalten viele schon auf stumm. Getreu dem Motto "Der ist nicht schwarz genug, mit dem will ich nichts zu tun haben". Klar, es gibt immer Ausnahmen, das will ich keineswegs bestreiten - aber find die erstmal! :)
Aber ich mein, das kann es doch nicht sein, oder?
Ich muss ehrlich zugeben, ich kenn nicht genügend Menschen aus der älteren Generation, um zu wissen, wie die Reaktionen dort sind. Aber ich würde sie gern erfahren, möchte sehen, ob die gesamte Szene so abweisend ist, oder nicht.
Eigentlich hatte ich anderes erhofft (und anderes gesehen) als ich zur Szene kam...
UrvaterSicher ist es nicht einfach, mit Schwarzen näher in Kontakt zu kommen. Aber das hat m.E. weniger etwas mit "der ist uns nicht schwarz genug" zu tun als damit, dass sich bei ihnen nicht grade die extrovertierten Leute sammeln wie auf dem Fußballplatz. Ich hasse solche Verallgemeinerungen und bitte, sie nur als Wahrscheinlichkeitsaussage zu verstehen : Schwarze denken viel nach, und das, ohne das Emotionale deswegen hintanzustellen. Daraus entsteht eine gewisse Verletzlichkeit. Die führt dazu, bei Kontakten mit Menschen erst mal ganz vorsichtig zu sein, sich zurückzuhalten, abzuwarten. Das ist weder die "Arroganz der Schwarzen" noch Kontaktunfähigkeit. Einfach nur Vorsicht, um nicht wieder enttäuscht zu werden. Kann man ihnen das übelnehmen ?
ShacklesOfFearVerzeihung, wenn miene Aussage zwecks der Arroganz allgemeingültig verstanden wurde. Es sollte mehr eine Schilderung dessen sein, was ich erlebe. Und da ist es gewiss keine Verallgemeinerung, sondern das, was wirklich geschieht. Und dabei ist es von mir nicht nur eine Vermutung, wenn man sowas von vielen offen ins Gesicht gesagt bekommt.
Aber wie du meintest, wir wollen keine Verallgemeinerungen treffen. Und denen, die aus Vorsicht nicht sofort auf jeden Kontakt freudestrahlend zuspringen, ist es gewiss nicht übel zu nehmen...
CramBoy[quote]
Natürlich ist es in meinem Alter relativ schwierig, tatsächlich als "Schwarzer" akzeptiert zu werden
[/quote]

Laß doch einfach mal einen Satz anfangen mit:

"Ich weiß noch, als damals die "Dead and Buried" rauskam...."

und alle müßten eigentlich vor Erfurcht erstarren :D

Ich bin übrigens Jahrgang ´74, und daher sehe ich auch manches in der Szene mittlerweile anders (und oft gelassener) als zu meinen Anfangstagen.
Ich find´s gut zu wissen, daß ich in 10 Jahren wohl immer noch in schwarze Diskos gehen kann, mich nerven nur die alten Knacker, bei denen man das Gefühl hat, sie wollen nur (die vermeintlich leicht zu habenen) Gruftiemädels abschleppen und sonst nix mit Gothic am Hut haben.
UrvaterAuf Deinen Hinweis hin (Dead And Buried) hab ich mal überlegt, welches Stück mich eigentlich bei seiner Erscheinung am meisten bzw. als erstes beeindruckt hat. Ich kam auf "Heart Full Of Soul" von den Yardbirds 1964 (damals noch mit Slowhand Clapton). Das würde jetzt noch als Goth-Rock akzeptiert und geliebt werden. Ich fands damals (im Umfeld Beatles/Stones/Who...) genial anders, und jetzt weiß ich auch warum.
Urvater@ ShacklesOfFear:

In der älteren Generation ist, soweit ich das beobachten konnte, eine größere Toleranz da. Wahrscheinlich, weil man eben mehr Menschen kennengelernt hat, guckt man weniger auf das Äußere und sieht sich erst mal den Menschen dahinter an. Jedenfalls habe ich das in meinem Bekanntenkreis festgestellt, in der Schule bei den Kollegen, in Leipzig während diverser WGTs bei Unterhaltungen mit Einheimischen ... also, ich spreche jetzt von den Nicht-Schwarzen.
Schwarze in meinem Alter kenne ich nicht, ich bin nun mal der Schwarze Dinosaurier.
Mit den jüngeren Schwarzen hatte ich eigentlich nie Probleme. Klar, beim ersten Kontakt ist da auf deren Seite immer eine gewisse Befangenheit wegen meines Alters (56), aber sobald wir ein paar Worte gewechselt haben, merkt jeder, dass ich nicht der Gruft-Opa bin, der sich an die Szene anhängt um sich wichtig zu machen oder kleine Mädchen anzumachen. So gute Gespräche wie ich sie z.B. auf Festivals vor dem Zelt hatte, z.T. auch mit 15-jährigen, hatte ich in meinem sonstigen Umfeld (Lehrers v.a.) selten. Und es ist sicher kein Zufall, dass - 1998 ganz allein auf dem WGT ---bitte als Zufall ansehen, dass ich es schon wieder nenne, ich sehe es nicht als Nonplusultra an---, ich ein paar Leute kennengelernt habe, viel jüngere, und 99 noch mehr, usw., und 2003 hatten wir schon eine Zeltburg mit ca. 35 Leuten...
Das passt auch irgendwie, dass ich mit einiger Erfahrung und der zugehörigen Ruhe für die jüngeren den Anlaufpunkt, den Zuhörer und Berater und auch den Koordinator und Bierversorger mache.
(2003 3 Kartons Wein und 6 Kisten Bier im Leichenwagen reingeschmuggelt).
Naja, der Schwarze Urvater eben, der schon immer da war.
urnata@ ShacklesofFear

Vielleicht geht man nach einem vermasselten Gesprächsversuch auch ganz anders an die Konversation ran, weil man denselben Fehler wie beim 1. Versuch nicht nochmal machen will. Und wie bei allem was man dann auf Krampf versucht geht es nochmehr in die Hosen.
Vielleicht sollte man gar keine bestimmte Erwartung an ein Gespräch knüpfen sondern einfach abwarten wie es sich entwickelt also ganz locker sein. Wenn man keine Erwartungen stellt kann man auch nicht enttäuscht werden und nach ein paar "Beschnupperungsworten" hat man meistens auch den Draht zueinander gefunden. Wir sind nunmal alle Menschen mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften und da ist es auch normal, daß man nicht sofort mit jedem klarkommt und bei manchen etwas "Anlaufzeit" braucht finde ich .
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Urvater [/i]
Schwarze denken viel nach, und das, ohne das Emotionale deswegen hintanzustellen. Daraus entsteht eine gewisse Verletzlichkeit. Die führt dazu, bei Kontakten mit Menschen erst mal ganz vorsichtig zu sein, sich zurückzuhalten, abzuwarten. Das ist weder die "Arroganz der Schwarzen" noch Kontaktunfähigkeit. Einfach nur Vorsicht, um nicht wieder enttäuscht zu werden. [/QUOTE]Da kann ich dir nur zustimmen, das ist auch meine Erfahrung. Und zum Teil auch mein eigenes Verhalten: Ich brauche meist eine Weile, ehe ich mit Unbekannten ins Gespräch komme (bin übrigens mit 46 auch nicht mehr der Jüngste).

Vielleicht trifft man sich auf dem WGT?
Meine Eintrittskarte für's WGT habe ich jedenfalls schon in der Hand.
ShacklesOfFear@Urvater
Deine, ich nenn es mal Erzählung, hat mich wirklich zum schmunzeln gebracht. Im positiven Sinne.

@urnata
So ganz unrecht hast du nicht. Vielleicht sollte auch ich mal mehr darauf achten, nicht mit übermäßigen Erwartungen in ein Gespräch einzusteigen.
Ich merke es selbst, wenn mein Gegenüber zu viel von mir erfahren will, und das kann ich auch nicht leiden. Aber man sollte sich bekanntlich ja nicht nur auf die Fehler anderer konzentrieren...
Montrose[QUOTE]Meine Eintrittskarte für's WGT habe ich jedenfalls schon in der Hand.[/QUOTE]Wie sieht's mit Übernachtung aus? Letztes Jahr hing an der Juhe Leipzig die Ankündigung, daß sie wegen der Fußballweltmeisterschaft dieses Jahr ausgebucht sein würden.
EvildoerIch sag mal ganz krass: ab einem gewissen Alter möchte ich definitiv kein Teil einer Jugendkultur mehr sein, was nichts aber auch gar nichts damit zu tun hat, welchen Background ich habe und welche Musik ich höre. Wenn man mit sagen wir mal 40+ noch rumrennt wie ein Teenie, dann ist das, sorry, einfach nur peinlich.
Niemand hält einen doch davon ab, auch mit 50+ Gothicmucke zu hören oder mal in eine schwarze Disse zu gehen, aber man ist defintiv nicht mehr Teil der Bewegung. Ich bin es jedenfalls nicht, ich bin nicht gothic, auch wenn ich mein Leben lang nichts anderes als Gothmusik gehört habe. Das prädestiniert mich einfach nicht zur Teilname an einer Jugendkultur, denn ich bin ZU ALT dafür. Und das finde ich auch ok. Ich finde auch junge Leute völlig ok, aber ich habe einfach nicht die Probleme, die 15 jährige in der Schule haben, oder die erste Liebe usw...
Ich habe ein völlig anderes Leben und das ist sceneunabhängig so. ich finde den Urvater zwar durchaus symphatisch, doch ich verstehe sein "Problem" nicht. Wer hindert ihn denn daran Lacrimosa zu hören oder schwarze Klamotten anzuziehen? Sein Problem besteht höchstens, dass er wenige gleichaltrige Leute kennt, die den gleichen Lebensstil haben. Aber so ist es nunmal, man wird älter und muss es akzeptieren, mit allen Einschränkungen.
Black Moni[B]Die[/B] schwarze Szene gibt es imho nicht. Unter anderem, weil es eben nicht eine reine Jugendkultur ist (wie in den Medien oft dargestellt), sondern es eben auch viel "alte" Schwatte gibt. Schwarz sein ist für mich keine Frage des Alters, nur die Interessenschwerpunkte sind mitunter andere (Schule und Ausbildung bei den jungen Menschen, Beruf, Familie bei den Alten... nur als Besispiel), aber gemeinsam ist eine Grundeinstellung (meist jedenfalls). Ich denke Urvater hat auch kein Problem, so wie ich diesen Thread verstehe, wollte lediglich eine Plattform hier für uns Alten schaffen, in der es eben nicht um Schule und erste Liebe geht.Und ich finde das sehr gut.
Abgesehen davon, finde ich das Alter nicht so entscheidend... aber das sagte ich hier bereits. Betonköpfe gibt es in allen Alterstufen.
UrvaterExakt, Black Moni.
Evildoer hat mich da etwas missverstanden - ich habe absolut kein Problem mit dem Schwarzsein in meinem Alter. Dass ich eben keine andern Schwarzen in meinem Alter finde belastet mich absolut nicht. Es gibt auch sehr nette nicht-schwarze Menschen. Es war nur eine Randbemerkung.

@ Evildoer : Deiner Argumentation kann ich nicht so recht folgen. Erstens bin ich nicht der Typ, der in den Supermarkt geht um zu zeigen "schaut alle mal her, wie schwarz ich bin" (das brauche ich nicht; und auf Festivals kleide ich mich in erster Linie besonders, um mir selber zu gefallen. In meinem Alter ist man da halt über einiges raus...). Zweitens ist es ja nicht so, dass ich mich aus irgendwelchen egomanischen Gründen irgendwo anhänge. Ich war einfach zuerst da (deswegen "Urvater") und habe die Szene (blödes Wort) zumindest in meinem Umfeld geprägt. Nicht umgekehrt. Ich könnte das an tausend Beispielen belegen.

Also, mein Schwarz-Sein reibe ich keinem unter die Nase. Aber ich habe einfach keine anderen Klamotten mehr (und mich gelüstet auch nicht danach).

Übrigens - versteh das bitte nicht falsch -, ist Dir aufgefallen, dass Dein Muster, wie man sich als älterer Schwarzer verhalten müsste, auf einer Linie liegt mit "...die Alte, die sollte keine langen Haare mehr tragen... " , "...die zwei Alten da, die turteln ja wie Teenager, ist ja lächerlich...", oder einfach nur wie es früher üblich war : "Ab 50 hat eine Frau nur noch lange schwarze Kleider anzuziehen". Ich glaube, unsere Zeit ist da etwas aufgeschlossener.
nebulosa[QUOTE][i]Original geschrieben von Urvater [/i]
[B]Also, mein Schwarz-Sein reibe ich keinem unter die Nase. Aber ich habe einfach keine anderen Klamotten mehr [/B][/QUOTE]
wer braucht das denn, @Nase?
ich glaube für die Jugend ist es nur ein Stil mit dem man sich popt, je nach Party und Pupertät, während die Oldies sich verinnerlicht haben Schwarz zu sein und zu bleiben.
Gut, ich hab mal tief in die Klischeetasche gegriffen und weil ich den ständigen Wandel der Jugend verfolge (eig.Kind), würde ich mal sagen: für mind. 2 Drittel der s.g. Gothics ist das ne reine Mode. Frag die in 10 -15 Jahren mal danach! dann schämen sie sich wahrscheinlich dafür, weil sie längst Muttis und Pappis geworden sind und ihren Kindern mit Sicherheit keine gruftigen Schlafanzüge anziehen.
Das übrige Drittel ist dann mittlerweile entweder in der gruft gelandet, oder versucht hier verzweifelt noch ein paar Altgrufties zu finden.:D
LGadG
der nebu
Montrose[QUOTE]Niemand hält einen doch davon ab, auch mit 50+ Gothicmucke zu hören oder mal in eine schwarze Disse zu gehen, aber man ist defintiv nicht mehr Teil der Bewegung. Ich bin es jedenfalls nicht, ich bin nicht gothic, auch wenn ich mein Leben lang nichts anderes als Gothmusik gehört habe. Das prädestiniert mich einfach nicht zur Teilname an einer Jugendkultur, denn ich bin ZU ALT dafür.[/QUOTE]Ist Gothic nur eine Jugendkultur?

Wie sieht das mit den Kirchen aus: man sagt ja auch nicht, daß man ab einem gewissen Alter nicht mehr zur Kirche gehört. Oder Davis-Harleson-Motorrad-Freaks?

In anderen Organisationen ist auch für ältere Platz. Warum nicht in Gothic?

Wenn ich höre "Da bin ich zu alt dazu", würde ich Dir mal entgegenschleudern, daß Du anscheinend niemals jung warst. Denn diese "huch, ich bin zu alt" ist nicht gothic, sondern spießig.
XenomorphDas mag stimmen, wobei es bei mir eher umgekehrt ist...Vieles von dem, was ich heute mache, hätte ich mich nie getraut, als ich noch jünger war...Als Jugendlicher hätten mich Sprüche wie "Wie sieht der denn aus", oder irgendwelche "Gruftie" - Bemerkungen sicher fürchterlich mitgenommen. Ich war damal äußerst schüchtern, und im Grunde bin ich es immer noch, nur viel abgeklärter, aufgrund meines Alters...Jetzt stehe ich längst über solchen Dingen, und muss allenfalls grinsen, wenn mir von Außenstehenden gelegentlich das Wort "Gruftie" zu Ohren kommt...
Ich war halt immer irgendwo der Spätzünder :D ...
urnataIch finde es auch etwas komisch das Alter mit der Szene zu asoziieren, dann dürften wohl viele Anhänger der black- Musik Szene den Hut nehmen weil da das Durchschnittsalter mit 40 erst losgeht oder die müßten umgedreht sagen black- Musik ist nichts für junge Leute weil die die Wurzeln nicht verstehen da sie da noch nicht gelebt haben-grins- das war nur ein Beispiel
MontroseXenomorph, da haben wir manches gemeinsam.
UrvaterXeno, Du sprichst mir aus der Seele. Irgendwann steht man eben echt einfach drüber. Manchmal definiere ich mich Außenstehenden, die einfach nichts andres verstehen vom Erfahrungshorizont her, mit "Grufti" - obwohl ich diesen Ausdruck irreführend, albern, infantil und insgesamt blödsinnig finde.
Aber - was solls ???
XenomorphDas ist es eben, was mich an solchen Kommentaren so amüsiert: "Gruftie" ist ein so ungemein nichtssagender und dämlicher Ausdruck, dass man eigentlich nur lachen kann, wenn man so genannt wird, insbesondere deswegen, weil den meisten Leuten offenbar nichts besseres einfällt...Allerdings nehme ich das Wort "Gruftie" auch niemandem übel, da es wohl meistens eher als Feststellung und nicht als Kritik gemeint ist, so bezeichnet zu werden...
thought[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]...Allerdings nehme ich das Wort "Gruftie" auch niemandem übel, da es wohl meistens eher als Feststellung und nicht als Kritik gemeint ist, so bezeichnet zu werden... [/B][/QUOTE]

... naja, in irgendeine "Schublade" muss man ja reinpassen:rolleyes: ... Aber ich denke auch, dass man das nicht übel nehmen darf. Sie wissen es einfach nicht besser. Und was sie davon abhält, sich näher damit zu beschäftigen, ist wohl Angst ("Schwarzsein" wird ja viel mit "Satanismus" verwechselt) oder deren Lebenswelt, in der dieses Thema einfach nicht vorkommt.
xxxzinixxxfrüher hab ich mich tot angemalt.
jetzt brauche ich das nicht mehr. jetzt bin ich es.
meine erfahrung? sie wissen es...
urnataWobei mich mal interessieren würde wieviele Leute eigentlich die Herkunft des Wortes "Grufti" wirklich kennen. Viele plabbern nur nach was sie irgendwann mal gehört haben genauso mit diesem Beispiel schwarz = Satanist.
Xenomorph"Satanist" wurde ich zum Glück noch nirgends genannt, denn das Wort ruft bei Außenstehenden im Gegensatz zu "Gruftie" immer negative Assoziationen vom bluttrinkenden, kleine Kinder fressenden "Satanisten" hervor..."Gruftie" ist dagegen ja noch irgendwo humorvoll und witzig, als echtes Schimpfwort eignet es sich nicht, und wird daher wohl auch kaum in der Absicht gebraucht, uns zu beleidigen...
urnataAlso ich habe vor längerer Zeit mich schon mal ab- und zu mit älteren Leuten darüber unterhalten müssen was der Unterschied zwischen mir und einem Satanisten ist- das rührt aber wahrscheinlich auch auf falschen Informationen über die Szene her- denn die Omas dachten wirklich das ich nachts auf dem Friedhof schwarze Messen abhalte weil sie das irgendwo mal gelesen haben das manche Leute sowas tun-und das ich jeden Tag zu Satan bete weil ich glaube das Gute hat keine chance mehr in dieser Welt und man kommt nur durch das Böse vorwärts egal ob im Beruf oder privat.Besonders schlimm war es zu der Zeit als das Ruda- Pärchen ihr Unwesen getrieben hat- da habe ich etliche Diskussionen geführt.Gottseidank ist das jetzt vorbei.
Urvaterurnata und xeno, ich hab eigentlich mit dem Wort "Grufti" keine Diskussion darüber auslösen wollen (die dann auch zwangsläufig zu der des Satanismus führt). Bitte versteht das jetzt nicht als Kritik, aber als Ersteller des Threads fühle ich mich irgendwie verantwortlich, den Thread beim Thema zu halten. Nochmal: bitte nicht falsch verstehen.

Mich als den wohl mit Abstand Ältesten hier im Board interessiert vor allem, welche Erfahrungen Ihr als Schwarze mit älteren Nicht-Schwarzen gemacht habt - die Diskussion, bis zu welchem Alter man schwarz sein kann/darf, finde ich albern und irrelevant - und in welchem Verhältnis eben ältere Schwarze zu jüngeren stehen.

Eigene Erfahrungen:
- Als älterer Schwarzer wird man viel leichter akzeptiert.
- Es ist auch einfacher. Man muss nicht mehr posen.
- Man kommt zwar schwerer in Gespräche, aber wenn, dann sind sie gut.
- Ältere Leute stehen uns aufgeschlossener gegenüber als jüngere (die Schwierigsten sind m.E. die Nicht-mehr-Teens, die sich dem Nachwuchs gegenüber sooo überlegen fühlen...)

Bsp. zum letzten Punkt:
Mit einer Kollegin (Hauptschule) hat sich trotz total gegensätzlicher Charaktere eine schöne Freundschaft entwickelt. Sie findet mein schwarzes Zimmer super, sie hat schon viel von unserer Musik gehört, sie zieht sich öfters einfach des Geschmacks wegen selber ganz gruftig an, sie war vom Ambiente auf meiner Hochzeit (Herbstnächte Burg Rabenstein 2001) total begeistert, sie findet die Schwarzen ein sehr liebenswertes, aufgeschlossenenes, endlich mal nicht so langweiliges Völkchen --- und sie ist Jahrgang 1941.
urnata@ Urvater

ich wollte auch diese Diskussion nicht auf ein anderes Thema umlenken- sorry
UrvaterMusst nicht sorry sagen, ich mach hier nicht den judgedredd.
gruftigirlSchöne Diskussion...

Jaaah, auch ich bin schon 38, bin Mutti, dessen 17jähriger Sohn meine CDs rauf und runter dudeld, habe mich mit 31 dem schwarzen Lebensgefühl zugewandt und denke noch lange nicht daran, mich davon wieder abzuwenden.
In meinem Bekanntenkreis ist weit und breit kein Gothic auszumachen (mein Sohn ist innerlich schwarz angehaucht, aber bunt gekleidet), aber ich kommuniziere ja mit Menschen, nicht mit Szenen. Ich bin nicht schlicht gekleidet, so der Wallegewand-Schwarz-Only-Stil, 3mm-kahlrasiert, bleich und schmuckbehangen, an meiner Tasche baumeln so zehn Trauerflore mit Kreuzen und "Ruhe sanft" (sehr provokativ in Bayern, aber ich finde sie wunderschön, wenn sie im Wind wehen...), der "Totenduft" (O-Ton meines Vaters zu Patchouly) umweht meine Aura ;) und der Ruf der Berufssatanistin in meiner Wohngegend ist mir schon lange sicher! DU SIEHST UNMÖGLICH AUS !!!! so meine liebe Mutter. Und in meinem Alter stehe ich recht alleine da, was das Styling anbelangt. Zwar steht mein Partner hinter mir, aber er bezeichnet sich eher als "Lichtmensch". Wir sind wie Yin&Yang, aber Gegensätze sollen sich ja anziehen...
Mal habe ich Bock, zur "Gothic Night" zum Schwofen zu gehen, aber da ist das Durchschnittsalter so um die 20. Macht nix, ich tanze vier Stunden und fahre wieder heim. Kontakt zu Gleichgesinnten finde ich hier, ich liebe es, stundenlang im nachtwelten-Forum zu lesen! Auf den Straßen sehe ich Schwarzgekleidete, ich muß mit denen nicht reden, es ist einfach nur schön, sie anzusehen. Zwar mag ich den neueren, farbigen Gothic-Stil nicht so gern, aber das ist ja Geschmackssache. Und wenn mir jemand kommt, ich wäre zu alt (wie mal im Bus so Jugendliche "Sind "SIE" Gothic?", ich "Ja", die dann "Dafür sind Sie doch zu alt", ich wieder "Anscheinend nicht!"), dann halte ich mich an meinen Grundsatz "Was andere von mir denken, geht mich nichts an!" und gebe meinem Gegenüber zu wissen, es GIBT ältere Gothics, hier ist ein Beispiel. Unfreiwillig lustig ist es, von Verkäuferinnen geduzt zu werden (ich bin nur 160 cm groß)...
Ich höre meine Musik, ich kleide mich, wie es mir gefällt, ich gehe in die Natur und auf Friedhöfe und habe meine Lebensansichten. Ob ich zu alt oder zu jung bin, ficht mich nicht an.

Also: Gothic ist keine Jugendkultur. Gothic ist ein Lebensgefühl.
Und wartet, es werden immer mehr ÄLTERE !!!)

Grüße, gruftigirl
JohnickHi,

ich bin frische 40 und bin die letzten Jahre erst, sozusagen mit meiner "persönlichen weiterentwicklung", entgültig in der "Szene" hängen geblieben...;o).

Viele Grüsse
Johnick

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