German Gothic Board
 
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  Forum: lebens : ART
    Thema: Reife Schwarzkultur
vengeanceHi!

Da sich ja so viele Leute immer beschweren, dass diese ganze Szenegetue so sehr Kinderkram ist.. Vieles nur noch von Pseudos und Kiddies geprägt wird und eh alles am zerfallen ist, so frage ich mal in die Runde, wie ihr, die gesitig etwas reiferen und vielleicht auch etwas älteren Zeitgenossen einen Weg seht, dennoch in den schwarzen Lebensgenuss zu kommen. Was tut ihr, was tut ihr nicht?

Für mich sind es Dinge wie Verzicht auf Schminke (hätte ich früher viell. mal gemacht, hab ich aber nie, werd ich auch nicht mehr) Nietenhalsbandzeugs (da ehr ein schlichtes Leder ohne Nieten), Verzicht auf Gothickkischtkrams, Verzicht auf dieses auf-deufel-komm-raus gothic und düster wirken wollen.

Dagegen steht, dass ich gerne die Momente genieße, die sich von selbst ergeben, dass ich bei meinem Äusseren einen gewissen Wert drauf lege (bevorzugt schwarz trage, aber eben nicht vollbepflanzt mit Nieten, riemen und bändern) , bei der Wohnungseinrichtung so einiges miteinfließen lassen werde (aber keine schwarzen Wände)
dann Literatur, Musik, Kunst oftmals (aber nicht immer und zwingend) um gewisse themen sich scharen..

Und als letzte Instanz meine Gedanken und Gefühle ganz im Allgemeinen, die sich eben einfach so formen wie sie es tun, und gegen die man wenig Macht hat ;)

vengeance
NebelwandererIch sehe jetzt nix in deiner Aufzählung was ein Jüngerer nicht ebenso umsetzen könnte. ;)

Bei mir ist es eine zunehmende Hinwendung sich über die Dinge auszudrücken die einem wirklich zusagen, anstatt sich ständig über die Demonstration einer Antihaltung ,gegenüber Stilelementen und Einstellungen für die andere sich entschieden haben, zu definieren.

Eine Pflege und Erweiterung des Bekanntenkreises um möglichst viele Interessensgebiete abzudecken, wovon sich einige aufgrund persönlicher Einstellungen eher auschließen wenn man nur in einem verbleibt. Das bedeutet natürlich sowohl den Kontakt mit deutlich Jüngeren und deutlich Älteren, was eine gewisse Einfühlungsvermögen in die jeweilige Weltsicht verlangt.

Musikalische Geschichtspflege wenn erwünscht. Ja Jüngere hören zu, wenn man nicht ständig den Oberschulaltgothmeister raushängen lässt.

Letzteres wird eine ständige Wandlung und Umsetzen des schwarzen Lebensgefühls ins Älterwerden sein, wobei ich mir das Ziel setze offen für neues zu bleiben. Das wird denke ich die größte Herausforderung aber da werde ich nicht de einzige sein. Bei anderen gings ja auch schon gut. :)
MestigothAufgrund des Auftretens, inklusive Frisur, Schmink- und Kleidungsstil, konnte man überhaupt erst so etwas wie eine Gothic-Bewegung ausfindig machen! Das Erscheinungsbild ist für mich noch immer eines der wichtigsten Merkmale dieser Kultur. Ohne das gäbe es sie gar nicht.
vengeanceklar .. natürlich kann auch ein jüngerer all das umetzen .. das war ja nie die Frage
SenecaDas einfache "Weglassen" kommt für mich nicht in Frage. Es geht eher darum zu was man sich aus diesem "Goth", der man in Jungen Jahren mal war, entwickelt.

Ich gehe aber dabei doch nicht so weit das ich alles aufgebe...im Gegenteil.
Meine Möglichkeiten mich und meine Umgebung schwarz zu gestalten ist doch heute mit 34 Jahren besser als mit 17!
Wobei ich darunter keinesfalls einfaches Einkaufen verstehe, aber auch das bleibt natürlich nicht aus.

Allerdings lasse ich meine Attitüde meiner Kundhscgft gegeüber schön tierf in der Taschje stecken..das ist meien Privatsache...es reicht schon wenn der Gasmann immer recht schnell wieder aus unserer Wohnung raus will.

Die "Addams Familiy" diente mir schon immer als Stilvorlage, das war voreher aber schlicht kaum realisierbar.
Sehr schön ist es natürlich wenn man auch noch eine Ehefrau hat die dabei voll mitzieht.
Creobotraich persönlich scher mich nicht mehr (eigentlich gar net) so viel um andere in bezug auf mein eigenes "schwarzsein", was ohnehin eher, wie Seni es so schön ausdrückte, "Casual Gothic" ist.
sich in kelidung oder haartracht auszudrücken hat ich auch als teenie. in den 80igern war das eh sehr viel auffälliger und provozierender (vor allem aufm dorf, weiah *g*)
aber stimmt schon, man hat mehr möglichkeiten, es in der gestaltung oder aktivitäten auszuleben.

[QUOTE]Die "Addams Familiy" diente mir schon immer als Stilvorlage, das war voreher aber schlicht kaum realisierbar.[/QUOTE]
ich hab das buch von chas addams mit den original-cartoons, die sind noch viel besser (und noch stilvoller *g*). in der umgebung und mit der attitüde würd ich auch gern leben ;-)
(nur vllt ohne die kinder)

da mein bekannten-/freundeskreis eher jünger ist, genügts mir auch, es selbigen zu überlassen, sich entsprechend zu kleiden oder schminken.
rosenkind[QUOTE]Bei mir ist es eine zunehmende Hinwendung sich über die Dinge auszudrücken die einem wirklich zusagen, anstatt sich ständig über die Demonstration einer Antihaltung ,gegenüber Stilelementen und Einstellungen für die andere sich entschieden haben, zu definieren.[/QUOTE]

sehe ich ähnlich! Optisch hat sich nicht viel geändert nach nun mehr 4 (1/2) Jahren. Die Experimente mit schwarzem Lippenstift und Stacheldrahtbändern aus Leder um den Hals haben zwar ebenso aufgehört wie eine kurzzeitige zerissene Strumphose als Armstulpenphase, ingesamt bin ich dem Stil aber treu geblieben, ehr sogar noch "nachgedunkelt", vom ursprünglichen Querbeetsschwarz mehr und mehr zum ehrromantisch angehauchten Stil entwickelt und ausgebaut.

Was verschwunden ist, ist die starke Indetfikitaion mit der Schublade. durch Desillusionierung auf der einen, durch einen normalen,altersbedingten geistigen Reifungsprozess auf der anderen Seite, ist es heute nicht mehr so wichtig Goth zu sein. Ich verweise an dieser Stelle mal auf meine Signatur. Mit 16 bezog ich klar Position, ich bin hier und ihr seit drüben. Man erlebte Szene als geschlossene Gruppe, der man angehörte und die Welt rundherum stand dem gegenüber. Inzwischen ist die Szene genauso groß wie die Welt draußen und in beiden Welten trifft man viele Spinner, aber auch einige Leute, die okay sind. Man hat sich also von der Gruppenidentifikation gelöst. Ich sehe inzwischen Gothic nicht mehr als Lebensstil, wie mit 17 oft behauptet, sondern als Plattform der Begegnung und Kommunikation zwischen Individuen mit ihren persönlichen Lebensstilen. Mit dem, was man lebt, ist man also nicht mehr [B]vordergründig[/B] dem Gruppenich unterworfen, sondern bei sich selbst angekommen. Und das heißt eben auch, diese Antihaltung aufzugeben, bzw nicht mehr krampfhaft auf gothic zu machen. Ich ziehe den Unterschied da nicht im was, sondern ehr im wie. Beispielsweise kann man Nietenhalsbänder tragen, weil man meint, es gehöre zum gothic-sein dazu, oder man kann Nietenhalsbänder tragen, weil sie einem persönlich gefallen. Früher gings darum ein truer Goth zu sein, heute gehts darum, selbstehrlich zu sein.

Und manchmal flüchte ich gradezu vor "gothic" (nicht zu verwechseln mit meinem persönlichen schwarz) mit seinen Dogmen und der true/untrue Mentalität jüngerer Gestalten, die noch in der Phase sind, wo Goth sein wichtiger ist als Mensch sein. Die Szene- Schublade ist doch recht eng, das persönliche schwarz kann wesentlich weiter sein. :)
SenecaJa so ist es, die Schublade "Goth" lässt nicht viel Raum zur Entfaltung noch dazu ist sie kein fixpunkt, sondern selbst allen möglichen trends unterworfen. das wäre alles sehr eng, wenn man sich an die nicht länger ungeschreibenen Regeln hält.
rosenkindaber an diesen Punkt muss man auch erstmal kommen. Als ich mich damals der schwarzen Szene anschloss, war das für mich ein Ausbruch aus einer Lebenswelt, in der ich mich immer irgendwie gefangen und alleine mit meinen Interessen und Gedanken fühlte und hatte das Gefühl, eine neue Welt zu entdecken, in der ich so sein konnte,wie ich war. Die Unsicherheit des Übergangs, die Frage wo ich stehe ich eigentlich und der Konflikt mit der Welt um einen herum sowie seiner eigenen Lebensgeschichte darum ließ einen dann im schwarzen Strom mitschwimmen, nur um sich selbst sicher sein zu können, die alte Welt, in der man nichts als ein komischer Spinner war, hinter sich gelassen zu haben. Man war auf Identitätssuche und da war die Indenfitikation mit einer Subkultur als ihr Mitglied ein rettender Grashalm. Im Endeffekt war man in dieser Zeit keineswegs frei von der "alten Welt", sondern immernoch auf der Suche, Freischwimmen beginnt mit einer Antihaltung. Erst, wenn man sich dann auch noch von der starken Gruppenindentifikation befreit hat, ist man wirklich angekommen. Oder wie ich hier mal in einem Thread sagte: wirklich dabei ist man erst, wenn man aufgehört hat dabei sein zu wollen. Man hat die Identität, um die man so suchte und kämpfte erreicht, man sitzt so sicher im Sattel, dass man sich Kritik und Loslösung erlauben darf, weil man seines eigenen Lebensstils sicher sein darf, wenn auch nicht den Wandlungen der Szene.

Es ist schon seltsam. Wenn ich bedenke, dass es schier unmöglich ist, Außenstehenden wirklich klar zu machen, wo man steht, dass Szene und persönlicher Lebensstil nicht dasselbe sind, dass man das schwarz nicht verlassen hat, obwohl man sich nicht mehr so sehr mit der Szene definiert, wird mir der ganze Prozess eigentlich klar. Man ist der Sache noch nie so nahe... und gleichzeitig so fern gewesen
SenecaIhr wisst doch:
Man kann alles mögliche mitmachen, aber nicht alles mögliche sein, ohne sich selbst aufzugeben.

Leider erfordert das was man heute als "Gothic" verkauft ein früher kaum akzeptiertes Maß an Selbstaufgabe.
Zwar erlebte man auch früher diverse Grotesken von Leuten die unbedingt sofort dazugehören wollten, und sich ganz schön produzierten, allerdings war das bei weitem noch nicht die Regel.

Aber sind wir doch auch mal ehrlich zu uns selbst...Als man aufhörte sich in die Szene hineinzusteigern hörte auch das "Mysterium" auf zu existieren...spätetens wenn man merkt das Deine "Goth-Princess" Dich auf die gleiche Weise abserviert wie es die vorherigen Damen auch taten *g*
ilumina[quote]Leider erfordert das was man heute als "Gothic" verkauft ein früher kaum akzeptiertes Maß an Selbstaufgabe.
Zwar erlebte man auch früher diverse Grotesken von Leuten die unbedingt sofort dazugehören wollten, und sich ganz schön produzierten, allerdings war das bei weitem noch nicht die Regel.
[/quote]

Ach, Seni, früher war wirklich alles viel besser! Und das mein ich VOLLKOMMEN ERNST!!!

Es gab vor 20 Jahren (...ach, du kriegst die Tür nicht zu! Es sind tatsächlich sogar schon gut 22 Jahre!:eek: ) noch nicht so die harte Abgrenzung - zumindest nicht hier in unseren Regionen.

Wir waren damals eine wirklich bunt gemischte Truppe und hatten unheimlich viel Spaß zusammen. Wir fanden alle Depech Mode, Visage, The Cure, New Order, Adam Ant, Dead or Alive, usw. unheimlich toll und dachten nur ans Party feiern.

Und glaubt mir, es war wirklich vollkommen egal, ob man in bunten oder in schwarzen Klamotten unterwegs war.

Und wenn ich jetzt so sehe, was hier immer für ein Geschiß um die "Szene" gemacht wird, dann wird es mir ganz anders, aber überhaupt nicht gut!

[center][b][size=4][color=993399]"Don't dream it, be it!!!!!!!!"

...oder, um es mit der Fanta-Werbung zu sagen:

"Spaß ist, was Du daraus machst!!!!"

Lieber mal nicht so viel Müll gelabert, sondern einfach LEBEN!!!!

.....dann kommt der ganze Kram auch "echt" rüber und nicht wie ein schlechtes Possenspiel!!!![/center][/b][/size][/color]


P.S.: Wem der Schuh paßt, der möge sich ihn anziehen!!!:p
rosenkind[QUOTE]Als man aufhörte sich in die Szene hineinzusteigern hörte auch das "Mysterium" auf zu existieren...spätetens wenn man merkt das Deine "Goth-Princess" Dich auf die gleiche Weise abserviert wie es die vorherigen Damen auch taten *g*[/QUOTE]

dass die [B]Szene[/B] ihren Zauber verloren hat, heißt ja aber noch lange nicht, dass alles schwarz seinen Zauber verloren hat. Seni, du erinnerst dich doch sicher noch an [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=60950]diesen Thread[/URL] oder? :D
ich sehe die Sache immernoch so. Es doch mit allen Dingen so, nicht nur mit der Szene, was fremd ist, kann perfekt, geheimnisvoll, interessant erscheinen, denn die Fehler werden erst sichtbar beim näheren Hinsehen und kennenlernen. Trotzdem ist der Zauber [B]für mich[/B] nie ganz gestorben, wenn dem so wäre, wäre ich längst nicht mehr auf diesem Bord. halb Illusion, halb Wirklichkeit und irgendwo darin auch die Kunst, eine illusionäre Wirklichkeit zu erfinden, nicht zu verwechseln mit dem hochnäsigen Fassadenleben, das manche an den Tag legen.

Aber ich sehe schon einen Unterschied zwischen Leuten, die einfach mitmachen und Leuten, die wirklich etwas (und mit etwas meine ich Authensität, nicht das Szenegedöns) sind. Leider macht die erste Gruppe den Großteil des ganzen aus. Es mögen zwar echte Gothics sein, aber genau dadurch ist gothic sein auch irgendwo wertlos. Die zweite Gruppe jedoch ist der Grund, der mich neben ein paar anderen Dingen hier hält. Es sind jene Menschen, auf die ich immer mal wieder stoße, bei denen, wenn man alle menschlichen Fehler entlarvt und den Schein vom Sein getrennt hat, immernoch etwas besonderes übrig bleibt. Es sind jene Leute, die in einem Lokal ein Glas Cola in die Hand nehmen können und durch einen einzigen Satz alle Anwesenden kurze Zeit später in eine hochphilosophische Diskussion versinken lassen können. Es sind jene Menschen, mit denen man über die lautlose Stille eines Friedhofs ziehen kann, die man nur durch sehr nachdenkliche Worte durchbricht. Es sind jene Menschen, die die eigene Begeisterung zum Schreiben teilen und die einen an den Rand der Ewigkeit,der Unendlichkeit führen. Klar, manchmal findet man sie auch draußen. Aber die meisten habe ich im schwarzen Metier (und fast ausschließlich auf nachtwelten)kennengelernt. Und genau wegen diesen Menschen bin ich trotz aller Desillusionierung heute noch hier. Egal, ob sie am Tag nach dem Lauf über den Friedhof einen mit banalen Problemen wie Liebeskummer oder Schulstress konfrontieren, ob sie zwischen den Gesprächen und den literarischen Ergüssen auch mal gerne weg gehen und feiern, wie alle anderen auch. Sie sind eben Menschen, beide Seiten von ihnen, aber genau weil sie beide Seiten haben und auf beiden Seiten sie selber bin, halte ich so viel von ihnen.
Ehrlich, es hat mir mehr Spaß gemacht, mit einem Freund, der mit mir auch oberflächlich rumalbern kann die herrliche historische Altstadt von Rothenburg ob der Tauber zu genießen, als wenn die Person an meiner seiner ein obertruer Goth gewesen wäre, der das ganze nur halbherzig tut.
rosenkind[QUOTE]Was wollt ihr denn da alle immer? Ihr liegt noch früh genug auf einem![/QUOTE]

klick mal auf den Link in meinem letzen Posting ;)

ich finde einen Lauf über den Friedhof, nachdenkliche Gedanken spinnend, sinnend über z.B. die Frage ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder schlichtweg ein bisschen das Gefühl von zeitloser Ewigkeit und Unendlichkeit und der Frage, was in diesem Kontext die beschränkte Zeit eines Menschenlebens bedeutet, durchaus tiefsinniger als zeitlich gebundenen Liebeskummer (wobei es da auch auf Grad ankommt, aber die Diskussion lasse ich mal, nehmen wir einfach mal den Fall abgeblitzt). Es geht ja nicht nur ums über den Friedhof laufen.
Eine Zeit lang bin ich am schlimmen Tagen auf einen Friedhof "geflohen" um mir durch die Todespräsenz, bzw dem Gedankenspiel der Todespräsenz, mir den Sinn meines eigenen Lebens vor Augen zu halten. In Anbetracht der Ewigkeit sind deine derzeitigen Probleme klein, wirklich verdammt klein. Es hat immer geholfen. Das ist natürlich sehr persönlich und individuell, aber trotzdem ein Beispiel dafür, dass es nicht nur daum geht, mal eben über den Friedhof zu hetzen.
SenecaWenn in Großstädte kein Park in der nähe ist, erfüllt ein Friedhof den gleichen Job...ich glaube so oder so ähnlich ist das auch entstanden.
Zudem hatte man den Friedhof im Gegensatz zum Park tatsächlich für sich alleine, oder zu zweit, usw.
rosenkind[QUOTE]Aber diese jemandem nahe zu bringen, der dabei nichts "empfinden" kann, ist ein Ding der Unmöglichkeit.[/QUOTE]

ich verwies ja nicht umsonst auf den Link in meinem Posting :D wobei ich nicht glaube, dass sich instroemen Gruftie nennt
Darket[QUOTE]Dead or Alive[/QUOTE]
Andrea, ich bin schockiert :D
xMoriturusxIch finde ich es nur seltsam, dass man sich inzwischen scheinbar schon dafür "schämen" muss, Friedhöfe zu mögen, und das obwohl vermutlich 90% aller "Gothics" dazu gar keinen Bezug haben, und es demnach auch nicht um's Profilieren gehen kann, nein, dafür gibt's ja die Clubs. Ich meine, das Friedhof-"Klischee" ist doch völlig überholt (bzw. untrue ;) ) und man ist doch als Friedhofsgänger tatsächlich mehr Exot als vermeintlicher Mitläufer. Worauf beruht also das negative Image ? :confused: Nicht, dass mich dies treffen würde, aber interessieren würde es mich schon :D
SenecaWas für ein negatives Image...?
Mestigoth[QUOTE][i]Original geschrieben von instroemen2 [/i]
[B]Ich meine, ich habe ja gegen manchen Friedhof auch nichts einzuwenden, ich war in meinem Jahr in Hamburg auch gerne in Ohlsdorf, weil das einfach eine schöne Parkanlage ist. Insofern denke ich, Senecas These, dass das eben so entstanden ist, entspricht wohl der Wahrheit: Man hat's dort eben schön ruhig. [/B][/QUOTE] Leider nein. Die frühen Grufties in den 80ern suchten den Friedhof vor allem wegen zwei Dingen auf:

1.) Nervenkitzel, vor allem nachts dort durchzuspazieren
2.) die Suche nach der passenden Wohnungseinrichtung. Was nicht niet- und nagelfest war, stand irgend wann eben in der Bude rum.
xMoriturusx[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Was für ein negatives Image...? [/B][/QUOTE]

Um die Überschrift aufzugreifen, eine Neigung zu Friedhöfen wird (heute) mehrheitlich als "unreif" aufgefasst, so mein persönlicher Eindruck. Mich würde einfach nur interessieren, worauf diese Meinung beruht. Ist es der Sieg der Rationalität über den Menschen ?
SenecaFriedhöfe sind nach wie vor beliebte Werbesymbole, Bildmotive und sogar gelegentlich Treffpunkte, ich würde diese Idee vom negativen Image als etwas übertrieben einstufen.
Klar man kann mit dem friedhofsthema auch übertreiben, dann wird es eben nervig, und bekommt einen negativen Unterton.

Ich hielt mch dort dieses jahr sehr häufig auf, aber das liegt daran das sich die Nahe Verwandtschaft ausdünnt.
Zudem ist das Thema Tod und Betattung bei uns immer sehr präsent gewesen...mein Vater ist Betattungsunternehmer.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von instroemen2 [/i]
[B]EDIT:
@Seneca:
Na, [b]das[/b] erklärt in den Augen mancher Leute doch bezüglich deiner subkulturellen Ausrichtung alles! :D [/B][/QUOTE]

Na ich denke eher nicht. Wäre ich nicht mit 12 in's Internat gegangen hätte meine Richtung sicher anders ausgesehen, entweder wäre ich jetzt Junior oder Protestjuppie...Nein an meiner Zuwendung zur Szene war bekanntlich eine Frau das Motiv.
OdessaVermutlich bin ich hoffnungslos einsam zumindest in der deutschen Gotenszene, wenn ich mein Gotesein beschreibe so wie ich es Anfang der 80er (als ich noch nicht mal wußte, daß es die Schublade Gothic gibt) erlebte...

Es war völlig egal wie man gekleidet war, denn es gab keine Regel außer gepflegt, stilvoll, sich selbst treu bleibend. Das war bei Vielen der Stil wie ihn Seneca pflegt, war bei Einigen aber auch das ganz "normale" schlichte schwarze, tiefrote oder weiße Outfit, bestehend aus einem Kleid oder in meinem Fall dem Tjador (wie passend, war doch Schleier, Spitzenhandschuh und bodenlanges Gewalle quasi "all in one"). Manche schminkten sich, manche trugen hochtoupierte Frisuren a la Veljanov, Manche wie ich waren völlig natürlich und frei von jeder künstlichen Farbe im Gesicht - aber niemand identifizierte sich nur über solche Dinge wie "man muß Stiefel X tragen" und "Mantel Y ist Pflicht", sondern was uns einte war ein gemeinsames Interesse für die gleichen kulturellen Dinge (Theater, Bücher, Bilder/Zeichnungen, Filme, philosophische oder spirituelle Gemeinsamkeiten) sowie eine Verbundenheit mit und zur Natur.

Und das ist was, was ich hier in der "jungen" (im Sinne von jetzigen) Gotenszene so selten erlebe: daß sich die Goten für Dinge wie "historisch geführte Wanderungen durch alte Städte", "Besichtigung alter Burgen/historischer Bauten" in Verbindung mit z. B. einem "schwarzromantischem Picknick im angrenzendem Wald" oder mit der "Lesung von Baudelaire bei einem Ausflug zum See X im kleinen Kreise Gleichgesinnter" begeistern würden.

Da wird stattdessen, habe ich den Eindruck, eigentlich nur noch als gemeinsamer Nenner die Musik angeführt und die wird in Discos gefeiert bei greller, einem Kerzenlicht oder einer schaurig-schönen Laterne im Burgpark UNähnlichen (und somit doch un-gruftigsten) Neonbeleuchtung... mit Menschenmengen dabei um sich herum, die sich bei lautester Musikdauerbeschallung Worte ins Ohr schreien... Dinge, die sicherlich gerade jungen Leuten Spaß machen dürfen, soll Jeder genießen was ihm Freude bringt und Jeder nach seiner Facon glücklich werden - aber Verzeihung, ich für meinen Teil verbinde leider solche Massenveranstaltungen gerade nicht mit "Schwarzromantik" und "gotischem Lebensgefühl", sondern mit simpel einem Disco-Abend wie ihn jeder Nichtgote auch wöchentlich in seiner Stammdisco verbringt. Von den Kommerzveranstaltungen wie dem WGT und anderen großen Treffen ganz zu schweigen. Mehr als 10 Goten auf einem Fleck wäre für uns unerträglich gewesen, das wäre eine "Herde" gewesen und sowas war für uns exzentrisch-verschrobene, die Stille und Einsamkeit liebende Einzelgänger ein Affront. Bitte nicht falsch verstehen - ich schildere hier nur das, was wir damals empfanden, es ist keinerlei Wertung darüber, daß Andere dies auch so zu sehen oder leben hätten.

Die Musik war aber ohnehin nur ein kleiner, relativ unwichtiger Teil dieses "schwarzromantischen Empfindens", welches mich damals mit bestimmten Leuten zusammenbrachte über die Jahre, mittlerweile Jahrzehnte. Und leider sind die meisten davon wirklich in England, Irland und den USA zu finden, wo sie in Zirkeln - klein aber fein - noch den Geist und die Tradition dieser Schwarzromantik pflegen. Für diese Leute war und ist viel wichtiger als jede Kleidungs- oder Schminkregel das Persönliche, das Emotionale, das "Mensch sein", der sich gewissen Abgründen und Gedanken in sich stellt, including auch dunkler erotisch-sinnlicher Genüsse. Diese wurden weder verklemmt totgeschwiegen noch wurden sie sensationslüstern-peinlich auf Stammtischniveau verbreitet, aber man wußte "was man aneinander" hatte, wie man im jeweiligen Kreis "fühlte" dahingehend und welche Rituale man hierbei pflegte. Aber wie gesagt - man lebte das im privaten vertrauten Kreis aus, ohne Andere damit zu provozieren, und auch dies ist etwas was ich heute in dieser ach so "offenherzigen" Szene vermisse - die Dekadenz, das Morbide und Tiefgründige in der mystischen gotischen Sinnlichkeit, wird entweder dümmlichst kommerziell ausgeschlachtet und als "Schauspiel" auf Parties vorgeführt, oder es wird prüder als in den 50er-Jahren verpönt.

Wir hatten überwiegend dadurch unser Gotesein ausgelebt, daß wir uns regelmäßig trafen, um bei langen Spaziergängen und anderen natur-nahen Erlebnissen der Mutter Erde/Natur zu frönen und uns somit vom hierfür damals noch recht "blinden" Rest der Gesellschaft abzusetzen, der in seelenlosen grauen Betonsilos vor sich hinlebte ohne Blick für die Schönheit einer erblühenden Rose, ohne Sinn für die morbide Ästhetik verwelkenden Laubes im Herbst und ohne Verständnis für die Vergänglichkeit allen Seins.

Wir hatten einen Blick für die Schönheit eines Sternenhimmels über einem Lagerfeuer, hatten Tränen in den Augen wenn wir an einem See standen und einer von uns good ole Shakespeare zitierte, dramatisch natürlich und mit der nötigen Portion "Exzentrik" dabei.

Wir durchschritten alte Gemäuer und fühlten mit den Händen den Mauern nach und fragten uns, was für Schicksale die Menschen dort erlebt hatten, und wir ergingen uns im Rollenspiel über transsylvanische Adelsgeschlechter ohne daß wir dazu Katzen opferten oder Pseudo-Teufelsrituale praktizierten.

Wir unternahmen nächtens Kutschfahrten durch verschneite Wälder oder durch moorige Sumpflandschaften und opferten unsere Träume dem Mond. Aber wir liebten auch die Sonne, der wir huldigten als Lebensspenderin, da ihr Licht und ihre Wärme die Pflanzen zum Leben erweckt und wir in ihrem Licht der Schönheit der Göttin Natur huldigen dürfen. Kräutergärten bzw. das Wissen über Heilkräuter, Tierschutz, Umweltschutz, die Liebe generell zu allem was da blüht und grünt waren ein "must" für jeden Goten in meinem Umfeld damals.

Und ja, wir schrieben. Seitenlang, ganze Bücher. Die Sprache war unser Schwert und die Feder war unsere Zunge. Wir spielten mit der Sprache wie mit dem Haar des Geliebten, wir ergingen uns in Schilderungen und prosaischen Lobpreisungen, ohne dabei zu vergessen uns immer wieder durch ironische und selbst-satirische Anspielungen zu "erden".

Wir schrieben uns die Seele aus dem Leib und das Herz wund, wir schrieben uns schwülstige Briefe auf Büttenpapier und versiegelten sie mit dem Zeichen der Venus, der schwarzen Rose oder des Templerkreuzes. Wir schrieben unseren Weltschmerz hinaus aber machten uns dabei auch immer über uns selbst und das Leben, das wir liebten und doch bereit waren, für einen Blick in liebende Augen sofort wegzuwerfen, lustig.

Wir liebten unser Drama und inszenierten uns täglich neu, ohne uns dabei aber als "Ego" wichtig zu nehmen.

Wir vertrauten einander und liebten uns und pflückten dabei Rosenblätter. Die Männer verteilten Handküsse, die Damen ließen schwarze Spitzentaschentücher fallen. Und auch davon schrieben sangen malten wir, und erwähnte ich daß wir schrieben schrieben schrieben bis das Herz ausgeblutet war und die Finger wund....?

Mir ist bewußt, daß nicht alle Goten "damals" so waren, es gab gerade in England natürlich eine große Party- und Clubszene. Ich spreche hier nur von meinem eigenem Umfeld und den Personen, die ich als "meine wahrhaftigen Goten" schätzen und/oder liebenlernte, und die mich noch heute in dieser Szene auch halten, "irgendwie"...


Ich merke gerade, daß ich völlig das Thema hier verfehle, ins Schwärmen über alte Zeiten komme und stelle, um diesen Beitrag für Vengeance noch zu retten, abschließend fest: mein Alter von 43 Jahren läßt mich dieses schwarzromantische Gefühl noch intensiver erleben als ich es damals, mit 20, erlebte. Je älter man wird, desto tiefer gehen manche Dinge. Und manche Menschen. Ich bin den Goten heute mehr als je zuvor dankbar, die mit mir diese Erlebnisse teilten, die mit mir zwischen Oscar Wilde und Dracula, zwischen Francois Villon und Anne Sudworth-Bildern, zwischen London-Soho und Praha-Hradschin und zwischen Vierspänner-Kutsche und Jaguar-Sportwagen das "Gotische Empfinden" lebten.
MestigothSelbst das Ritzen mit Glasscherben war damals "modisch", nur nannte das noch niemand Borderline. :D

Thema Grabschändung: Ich denke, man hat es nicht direkt als Grabschändung wahrgenommen. Es war das übliche Kreuze und Kränze klauen... da ging es mehr um den Kick oder eben darum, sein Zimmer auszuschmücken. Dass es dann auch wirklich Leute gab, die ganze Grabsteine mit nach Hause schleppten oder regelrecht vandalierten, finde ich dagegen schon krass.

Dieses Kreuze klauen war übrigens auch unter Metallern verbreitet. :p
Mestigoth[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]als ich noch nicht mal wußte, daß es die Schublade Gothic gibt[/B][/QUOTE] Bis sich dieser Gothic-Trend richtig in Europa ausbreitete, war es bereits Mitte der 1980er und gleichzeitig am Abflauen. Die Leute waren vielmehr Waver oder New Romantics zu dieser Zeit und schlitterten irgend wann Mitte/Ende der 1980er in dieses Gothic-/Schwarze-Szene-Ding hinein. Aus heutiger Sicht wären sie vermutlich nie Bestandteil der Gotenszene gewesen.

Soweit mir bekannt ist, gab's die ersten Grufties in Berlin, weil da dieser direkte Austausch mit London stattfand.
rosenkind[QUOTE] Die Männer verteilten Handküsse, die Damen ließen schwarze Spitzentaschentücher fallen.[/QUOTE]

*seufz* das erinnert mich so an den Sommer 2004, jene kurze Zeit, die mich trotz ihrer Kürze so berührte,dass ich sie nie vergessen werde. Aber die Damen und Männer gab es nicht, ein Ritual zwischen 2 Menschen. Aber es war durchaus auch in der Clique üblich, die ich damals kennenlernte, wenn doch vieles andere nicht auf sie zutraf.
Ich versuche immer mal wieder bei Gelgenheit Knicks und Kuss in meiner Umgebung einzuführen, bisher erfolglos, wer weiß...

Aber Odessa, vieles, sehr vieles, was du schreibst, wenn auch nicht alles,ist genau der Grund, warum ich hier bin. Ist es heute auch schwer,das alles in seiner Gesamtheit umzusetzen, so finde ich doch immer wieder Menschen, mit denen man Aspekte dessen erleben kann. Und trotz gewisser Brüche, Wechsel, Enden und Anfänge im sozialen Umfeld, will ich alles, wenn es auch selten ist, nicht missen, was ich bisher mit anderen teilen konnte. War es das NWT 2005, war es der Abend im letzten Sommer,als wir philosophierend zwischen Kerzenschein auf den Mauern der Stadtparkruine saßen, war es die Ronneburg im letzten Dezember oder die Fahrt nach Rothenburg. War es jener Tag, als wir zu dritt durchs Goethehaus liefen und uns später im Metropol sitzend aus Faust vorlasen, waren es die Abende, die man philosophierend verbrachte oder auch die Zeit, die ich alleine für mich habe,wenn ich halber wach, halb im Traum durch die Gegend laufe, von Schloss über die Anlage, im Park mit der Ruine durch die Altstadt oder über den Friedhof.

All das bringt mich aber zu einer gewagten These! Wenn ihr "älteren" erzählt, so fallen immer 2 Dinge auf:
1. die junge Szene ist heute nicht mehr so wie sie war
2. die Szene war früher viel kleiner.

kann es vielleicht möglich sein, dass sich nicht die Jugend geändert hat, sondern nur die Ausmaße? Vielleicht gibt es heute unter den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen noch genauso viele wie damals, die das so [I]ähnlich[/I] empfinden wie ihr damals, die aber untergehen im großen schwarzbunt?
archonalso ich denke, dass hier viel zu viel an musik und am optischen festgehalten wird - sowas gabs früher auch mal in der tekker szene. das hat sich heute irgendwie fast aufgelöst, vor allem das optische - jeder tut das was er mag und rennt so rum wie es ihm behagt.
ich finde das wichtigste ist, dass man seine "lebenseinstellung" lebt - und es ist doch echt so... man findet doch leute, die irgendwie mit einem selbst auf einer wellenlänge liegen. auch in der heutigen zeit. wenn ich so geschichten wie die von Odessa lese, wo man sich traf usw. das ist doch heute auch nicht anders, wenn man das will. und was ich da gehört habe haben sich ja auch schon leute aus dem forum persönlich getroffen, obwohl sie von weiss gott wo her stammen... und das obwohl wir nicht mehr in den 80ern sind. in den 80ern gabs ja praktisch noch kein internet und so ist vieles eben heute eine spur "moderner". aber nur dass man im "technologischen zeitalter" lebt, heisst ja noch lange nicht, dass es nicht auch leute gibt, die diesen "naturgedanken" zusätzlich immer noch haben und leben wollen.
naja, und da finden sich dann halt auch so kleine grüppchen, wie sie es früher gab, man muss ja nicht mit jedem klarkommen und man muss auch nicht mit jedem zusammen sein... im prinzip ist doch das was jeder will... nämlich keine "masse", sondern ausgesuchtes. die facetten sind halt heute so gross, dass man auch nicht jeden und alle unter einen hut bringen muss.
zusammenpassen tut eh immer nur was eben zusammenpasst! und das merkt man auch relativ schnell !
auch naturverbundenheit gibt es heute sicher noch bei den leuten. mich erinnert das szenario irgendwie an einen SCIFI film der hiess "lautlos im weltraum", in dem natur, wälder, pflanzen usw. im all mit der technik verschmilzt. ein film den ich sehr mag. aber warum soll man denn nicht auch die moderne einfliessen lassen? wenn eben jemand statt am lagerfeuer lieber in einem "schuppen" abrockt, dann heisst das ja noch garnix, ich erinner mich auch an zeiten, wo man um 8.oo uhr morges als tekker ausm techno-bunker kroch, die ohren summten, draussen ging grade die sonne auf, wärmte einen, die vögel zwitscherten und man hatte so einen krassen kontrast von technik und natur und fand das interessant! da wird man teils von gefühlen übermannt, die man sonst nie so hat! ich finde auch das gewaltig und erlebenswert... jetzt mal aus meiner sicht von damals. ich mag auch sternenhimmel und ich mag leute die eben so ähnlich denken und es gibt ja auch leute die ähnlich denken, so ist es ja nicht. ich trag auch gern schwarz, obwohl ich mich absolut nicht als "gruftie" bezeichnen würde, ich war aber auch nie wirklich ein "raver" mit bunten pants und gestylten haaren. ich war schon immer ich! *lach* :D letztendlich ist es wohl auch das, was die leute verbindet oder nicht verbindet, das irgendwie individuelle. und da passt eben ein orientieren an der masse so garnicht rein! trotzdem kann einem der trend aus der masse auch irgendwie gefallen! oder eben nicht liegen, dann muss man sich halt davon etwas distanzieren und sein eigenes ding machen! im tekker bereich ist es jetzt einfach auch so, dass jeder macht was er gern macht, und trotzdem findet man leute, die eben ähnlich denken wie man selbst. fortschritt ist nicht aufzuhalten. und "gothic" ist irgendwie auch nur ein wort, genau so wie "techno". das wort an sich sagt garnix, ausser dass es eine gewisse gruppe andeutet, innerhalb derer man aber auch ein absoluter einzelgänger sein kann, manche sind eben nicht zum herdentier geboren! :D
diese "früher war alles besser" geschichten im tekker bereich von manchen leuten, die kotzen mich auch an... früher waren einfach die umstände ganz anders! heute ist heute! und es gibt auch heute noch gute sachen und gleichartige leute, wenn man danach sucht und das haben will !
dieses den alten zeiten hinterherweinen bringt absolut garnix - wenn man will dass es wieder so ist, so muss man das im kleinen kreis machen und nicht sich global "herbeiwünschen" weil es eben zu viele unterschiedliche leute gibt, die das vielleicht garnicht unbedingt genau in der art wollen! ausserdem wäre "global" ja "massentrend" und den will ja auch wieder keiner! ;)
insofern - selbst ist der mann, oder die frau! motto: bastel dir deine eigene welt und lade die dazu ein, die du magst! ;) dann bist du true! :D
Odessa---
Kann es vielleicht möglich sein, dass sich nicht die Jugend geändert hat, sondern nur die Ausmaße? Vielleicht gibt es heute unter den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen noch genauso viele wie damals, die das so ähnlich empfinden wie ihr damals, die aber untergehen im großen schwarzbunt?
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:) Rosie, das wird sicher so sein, es liegt an den Ausmaßen und natürlich auch an gewandelten Zeiten und Werten; die Menschheit ändert sich immer, und 20 Jahre sind in einer Szene schon eine Zeitspanne, keine Frage. Ich meinte mit "Junge Gotenszene" auch: im Sinne von "die jetzige" - das beinhaltet die rein rechnerisch Alten genau wie die Jungen.

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Dieses den alten zeiten hinterherweinen bringt absolut garnix
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Archon, es weint auch keiner hinterher - aber man erinnert sich mit Freude oder auch Wehmut daran, und auch das gehört zum Menschsein dazu;-)

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- wenn man will dass es wieder so ist, so muss man das im kleinen kreis machen
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Was glaubst Du warum ich mich wieder nach England zurückorientiere? ;-). Und hierzulande mit nur wenigen Goten in engerer Verbindung stehe? Es sind Menschen wie Menedemos, TurningPoint, tithyos oder Seneca, in denen ich ähnliche Ansichten und Lebensweisen fand, und Dich habe ich auch schon öfters eingeladen, werter Sir, auf daß wir uns hier mal die Burgruinen und dann meinetwegen auch gerne mal einen "Schuppen" zum "Abtanzen" von innen ansehen... wenn ich es vermutlich auch keine 15 Minuten drin aushalten werde, so von wegen Luftnot, Platznot und Lautstärke ;-)

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und nicht sich global "herbeiwünschen" weil es eben zu viele unterschiedliche leute gibt, die das vielleicht garnicht unbedingt genau in der art wollen!
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Richtig, stimme Dir völlig zu:-) Es soll auch niemand was machen, was er nicht will. Ich lege Wert darauf und betone es immer, daß ich meine Meinung und Lebensweise für niemand als Regel aufstellen wagen würde und noch nicht mal als "gotisch" hinstellen möchte, sondern differiere explizit, daß es nur mein ureigenes Umfeld war/ist das so lebt/e wie ich schilderte :-)

Aber nachdem sich darunter zu 99% Musiker, Maler und Schriftsteller dieser mir später dann auch begrifflich bekannten sog. "Goten-Szene" befinden, muß ich fast annehmen DASS es doch was damit zu tun haben könnte ;-). Einen ganz lieben Gruß an Dich an der Stelle, hoffend, daß wir uns endlich mal unter Sternenhimmel oder auf einem malerischen Berggipfel bei Sonnenuntergang über den Weg laufen;-)

Die anderen Antworten lese ich mir später in Ruhe durch, um adäquat darauf eingehen zu können:-)
rosenkind[QUOTE]bastel dir deine eigene welt und lade die dazu ein, die du magst![/QUOTE]

ich denke mal, grade [B]die eigene[/B] Welt ist auch wichtig! Je größer eine Szene, desto größer die Anzahl der puren Subkulturkonsumenten, das fördert natürlich die Abgabe der eigenen Persönlichkeit beim Eintritt ungemein, weil man in jeder Hinsicht nicht mehr auf die eigene Initiative und Kreativität angewiesen ist. Auch ist es leicht, in einer großen Szene zu "ertrinken". Um zu erklären,was ich damit meine, erzähle ich nur mal von einem Test, den ich gemacht habe und zwar habeich im Abstand von einer Woche etwa 2 mal ebay nach sämtlichen Dingen durchsucht, die man unter gothic findet. Das Ergebnis war erschreckend, da gab es alles von Tackermaschinen über Türschiler, Handtücher, Klobrillen,Taopflampen bis hin zu Schränken, Betten und was weiß ich was. Bei einer so weiten Szene, nicht nur was das angeht sondern auch infrastrukur, Mitgliederzahl ect. ist es leicht, dass man da untergehen kann und es kaum noch ein Leben jenseits der Szene gibt.

[QUOTE]hoffend, daß wir uns endlich mal unter Sternenhimmel oder auf einem malerischen Berggipfel bei Sonnenuntergang über den Weg laufen;-)[/QUOTE]

darf ich auch? *g*
archon[QUOTE]hoffend, daß wir uns endlich mal unter Sternenhimmel oder auf einem malerischen Berggipfel bei Sonnenuntergang über den Weg laufen;-)

darf ich auch *g*
[/QUOTE]


Odessa du alte schmeichlerin! :D
ja ich weiss um die einladungen, danke, aber ich bin "full-time soziopath"! LOL :D ;)
aber du könntest dich doch mit rosenkind treffen, dann passts auch wieder! *lach* ja, geht mal bergsteigen ihr beiden... oder sowas... wie heissts doch... das glück dieser erde liegt auf dem rücken der berge... *g* ...aber fallt nicht runter! :D
Phoenix1384Odessa, dein Beitrag vom 23.03. ließ mir meine Augen feucht werden, machtet ihr doch all die Dinge, denen auch ich gerne nachgehe und schon nachging, bevor ich von der Schwarzen Szene/Gothic das erste mal hörte. Beim Lesen deiner Zeilen musste ich an einen Film denken, den ich für einen der gothischten Filme überhaupt halte: Dead Poets Society. Das Ausleben eines Selbst und dem Fröhnen innerer Ästhetik im kleinen Kreise den Forderungen nach Leistung und rationaler Produktivität der Gesellschaft zum Trotze. Etwas, dass in meiner Generation, und leider auch immer mehr in meinem Umfeld, die scheinbar Besessen ist von lauten Parties, möglichst schnellem Dichtsaufen und Computerspielen als vermeintlichen Gegenpol zum Alltag in Beruf und Studium, immer seltener anzutreffen ist.

Diese Sehnsucht nach geistiger und natürlicher Schönheit führte mich zu dem, was "gothic/schwarze szene" genannt wurde. Natürlich war vor sechs Jahren eine Frau beteiligt, doch die Frau ging und ich stellte alsbald fest, dass das, was in der "szene" gelebt wurde, nicht das ist, was ich unter "gothic" fühlte und dachte, da es die romantische und literarische Ader missen ließ, die ich so sehr schätze. Doch führte mich dieser Weg und meine Vorliebe für historische Orte und Geschichten aus alten Tagen zu dem was ich heute mache, bin und lebe. Ich machte meine Liebe zu verstaubten Büchern und längst vergessenen Kulturgütern zum Beruf/Studium und freue mich immer, wenn ich einen Menschen treffe, der noch einen Sinn für Kultur und vergangene Traditionen hat und ich nicht der einzige bin, der sein für die "brotlosen Künste", die man in längst vergangenen Zeiten [I]artes liberales[/I], die "freien Künste", nannte.

Mein Studium ist ein Teil dessen, was ich als meinen persönlichen schwarzen Lebensgenuss empfinde, lässt es mich doch in sinnigen Stunden mit geistverwandten Menschen abseits der hektischen Welt in der Natur, oder in gemütlichen Räumlichkeiten, alten Städten, über den Wahnwitz der Welt und dem Nachrennen nach schnellem Genuss und Geld, nicht zuletzt auch in der heutigen "Szene", nur kopfschüttelnt lächeln. Denn die Geschichte lehrt uns, dass absolut nichts von Dauer ist und die allgegenwärtige Konstante der Vergänglichkeit uns darauf hinweist, dass nichts so entscheidend ist, wie das Fühlen und Auskosten eines jeden Moments in all seiner Pracht und Herrlichkeit und zuweilen auch seinem Schrecken. Das ist meine Art in den schwarzen Lebensgenuss zu kommen..

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