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  Forum: lebens : ART
    Thema: Gothic und Behinderung
FeenwindHallo Leute
Ich habe da mal eine Frage, die mich schon länger beschäftigt.
ich war letztes Jahr in München in einer Gothic Disco, es war da recht nett, nur wars blöd das ich alleine da war.
Was mir aufgefallen ist, das die Disco überhaupt nicht behindertengerecht war, das heisst viele Stufen bevor man zur Disco reinkommt usw.. Ich selber habe dmit keine Probleme, weil ich icht im Rollstuhl sitze aber andere schon.
Warum gibts keine behinderten gerechten Kneipen und Discos, denken die Betreiber gar nichtdaran, das es Behinderte geben könnte die auch auf solche Partys wollen?
Oder biln ich tatsächlich der eizigste Behinderte Gothic??
wie ist es denn so in aderen Städten, ist es da genauso?
Würd mich mal sehr intressieren.
Lg Feenwind
Icy ShadowHallo Feenwind!
Das ist ja mal ein interessantes und wichtiges Thema! Ehrlich gesagt habe ich mir selber nie so unbedingt Gedanken darum gemacht, ob Discos rollstuhlgerecht sind. Liegt einesteils daran, dass ich Fußgängerin bin und andernteils, dass ich nicht so oft Discos frequentiere. Allerdings gilt das selbe ja schließlich auch für die Veranstaltungsorte von Gigs usw. Und wenn ich jetzt so überlege, dann fällt mir da echt nix Rollitaugliches ein. Entweder geht es Treppen rauf oder Treppen runter und so richtig passierbar für Rollstuhlfahrer sind vermutlich nur die großen Open airs wie z.B. das M´Era Luna.
Ich werde diesen Thread auf jeden Fall intensiv beobachten und würde mich freuen, wenn Du mich mal per PM kontaktieren würdest.
Gruß aus Niedersachsen,
Icy
JulyaLeider wird insgesamt immer noch viel zu wenig behindertengerecht gebaut... :(

Als ich vor kurzem auf dem Musiktheaterstück von 'Goethes Erben' war, habe ich mich sehr gefreut, daß an den Seiten und hinten Rampen für Rollstuhlfahrer aufgebaut waren.

Letztes Jahr war ich als Helferin auf einem Festival von und für Behinderte. Da waren natürlich sämtliche Vorkehrungen getroffen, die Menschen mit sämtlichen Behinderungen hilfreich waren.
Sowas sollte es viel öfter geben, denn das Miteinander auf diesem Festival war einfach nur schön....

Liebe Grüße

~Julya~
rochusHi.
Das Thema ist wirklich wichtig, denn ich denke selber öfter daran, was wäre, wenn ich jetzt im Rollstuhl säße. Zum Glück ist das CAT hier in Ulm in einem Teil der alten Stadtmauer, sodass die Türen schön breit sind. Nur wer runter in den SAUSCHDALL (oder hin und wieder 2. floor..) will, hat da Probleme, da gehts dann nur über ne Wendeltreppe runter.
Aber ich hab im CAT jetzt schon zwei, dreimal einen Gast gesehen, die im Rollstuhl sitzt und ich hab jedesmal gedacht, wie toll das doch eigentlich ist, dass auch so jemand die Möglichkeit hat, dort zu sein!
GalacticSurferIch frage mich immer wieder, weshalb für Millionen behindergerechte Zugänge gebaut werden müssen.
Wäre es nicht solidarischer, wenn da rechts und links mal zwei kräftige Kerle anfassen und man gleichzeitig dem Steuerzahler immense Summen ersparen würde?
JulyaTja, leider gibt es von solchen Kerlen, die mal zupacken viel zu wenig. Auch im übertragenden Sinne...
Neulich durfte ich vom Bus aus folgende Szene beobachten: Ein blinder Mann versucht, in eine Apotheke reinzugehen, scheitert aber, da er bei den ganzen Glastüren nicht die findet, die aufgeht... Drei (!) Leute sehen das, bleiben in seiner unmittelbaren Nähe stehen und... GLOTZEN anstatt ihm mal zu helfen... Ich habe geschäumt vor Wut.... leider konnte ich nichts machen... :mad: :(
Black Reaper[QUOTE][i]Original geschrieben von GalacticSurfer [/i]
[B]Ich frage mich immer wieder, weshalb für Millionen behindergerechte Zugänge gebaut werden müssen.
Wäre es nicht solidarischer, wenn da rechts und links mal zwei kräftige Kerle anfassen und man gleichzeitig dem Steuerzahler immense Summen ersparen würde? [/B][/QUOTE]

Wenn ich mir aber vorstelle, ich säße im Rollstuhl, dann würde ich mir nicht besonders gut vorkommen, wenn ich ständig darauf angewiesen wäre, dass mir zwei Leute helfen... Denn es können und vor allem wollen auch nicht alle Leute helfen. Daher finde ich es schon wichtig, dass Einrichtungen einigermaßen behindertengerecht gebaut werden (auch wenn die optimale Lösung vielleicht aus Kostengründen wirklich ausscheidet).
AngelofTears[QUOTE][i]Original geschrieben von GalacticSurfer [/i]
[B]Wäre es nicht solidarischer, wenn da rechts und links mal zwei kräftige Kerle anfassen und man gleichzeitig dem Steuerzahler immense Summen ersparen würde? [/B][/QUOTE]

Ich finde es wäre aber eine sinnvolle Ausgabe von Steuergeldern.....

Wenn ich mir anschaue für welche schwachsinnigen Dinge das Geld ansonsten verpulvert wird.....

Ich würde auch ungern ständig darauf angewiesen sein müssen dass jemand da ist der mir hilft....mir würde es sehr zu schaffen machen nicht selbstständig zu sein und ständig bitten oder hoffen zu müssen dass sich jemand erbarmt mir zu helfen....

Und traurig fände ich es auch wenn ich an vielen Dingen im Leben nicht teilnehmen könnte weil mal wieder niemand an Menschen mit einer Behinderung gedacht hat....
DarkVampire666Huhu ;)

Neulich war ich im Genesis in Mannheim.
Das liegt in einem Gewölbekeller - also Treppen runter.
da war auch jemand im Rollstuhl unterwegs.

Da hab ich auch kurz gedacht :
Wie ist der denn die Treppen runtergekommen ?

Ich persönlich fände es sinnvoll,
wenn es mehr Clubs mit behindertengerechten Zugängen gäbe.
Das Leben für Behinderte ist so schon sicher nicht leicht.

Melle ^v^
unvollendetHmm also hier bei uns ist ab und zu auch mal ein Mensch im rollstuhl unterwegs, aber trotz treppen und anderen hindernissen kann er problemlos überall hin, denn es findet sich hier immer jemand, der mal mit anfasst...
Traurig, dass das nicht überall der Fall ist!
DarketIch habe es am letzten Freitag wieder gesehen, in meinem Stammclub. Da kommt immer mal wieder ein bestimmter Rollstuhlfahrer hin, der ist, so wie ich das beurteilen kann schwerstbehindert und kommt, obwohl dieser Club in keinster Weise behindertengerecht ist (ist auch schwer möglich, ist in nem alten Industriegebäude und die engen Gänge sind halt was die Innenarchitektur angeht einfach nicht behindertengerecht zu machen) immer wieder und hat offensichtlich auch viel Spaß, manchmal wenns leer ist "Tanzt" der sogar, also bewegt seinen Elektrorollstuhl zur Musik und so lächerlich wie das vielleicht klingen mag, ihm scheints zu gefallen :)
TalimIch finde es auch richtig schade, dass es so wenig Behinderten gerechte Sachen gibt... ich hätte mir da wohl auch nie gedanken drüber gemacht, aber bei uns hört seid diesem Semester in der Uni einer im Rollstuhl einige der Vorlesungen, zu den andern kann er einfach nicht, weil die Uni nicht Behinderten gerecht genug ist... Ich finde sowas schade...

Was Darket geschrieben hat finde ich schon, ich weiß nicht, ob ich das nötige Selbstbewustsein hätte an seiner Stelle zu tanzen, aber ich finde es schön. Ich finde es erstaunlich, wieviel energie in machen steckt, die so ein hartes Schicksal haben....
AngelusUmbraeOkay,
dann geb' ich auch mal meinen Senf dazu:D:
Es ist wirklich schade, dass viele Veranstaltungsorte schlichtweg unerreichbar fuer Rollstuhlfahrer/Behinderte sind. Und es ist auch nicht jedermanns Sache, einen Rollstuhl mit "Inhalt" enge Treppen herunterzuschleppen (ich bewundere die Leute, die dies tun!). Wenigstens hat sich auf groesseren Konzerten einiges getan, den Zugang zu erleichtern. Aber warum nur fuer Rollies? Versteht mich nicht falsch, die haben's schwer genug, aber es gibt auch noch andere -vielleicht auch nicht ganz so sichtbare- Behinderungsarten, denen es nach wie vor nicht moeglich ist (oder nur sehr erschwert), an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Ich wuenschte mir da eine viel staerkere Sensibilisierung der "normalen" Bevoelkerung!
Ich selbst bin gluecklicherweise am Rollstuhl vorbeigekommen und bin nur mit einer 80%igen Gehbehinderung "gesegnet" worden, aber wenn ich bspw. 2 Stunden auf 'nem Konzert stehen sollte, ist das einfach nicht moeglich. Auch Aufenthalte in der "Masse" sind einfach gesundheitlich gesehen zu gefaehrlich. Also wohin? Bei groesseren Veranstaltungen auf die "Behinderten-Podeste", wo man dann -meistens nach endlosen Diskussionen mit den Security-Leuten, warum man behindert ist und NICHT im Rollstuhl sitzt- etwas geschuetzt ist. Aber nur sehr selten finden sich dort dann auch mal Sitzgelegenheiten. Dies war mal ein Beispiel aus Problemen, die sich ergeben koennen, es gibt da noch wesentlich mehr, daher wuensche ich mir wirklich etwas mehr Nachdenken und auch Investitionen, damit JEDE(R) Behinderte irgendwann vielleicht wirklich gleichberechtigt an Veranstaltungen usw. teilnehmen kann.
DarketHmmm meine beste Freundin arbeitet in einer Schule für Behinderte und hat nach einigem Drängen jetzt beschlossen eine der ihr anvertrauten in zwei Wochen mal mit in unseren Lieblingsclub zu nehmen. Sie hat sich Unterstützung von einem gemeinsamen Freund geholt und notfalls helfe ich eben auch noch mit. Mal sehen wies läuft ich schreib meine Eindrücke dann mal hier rein.
DarketIch hab am Freitag in nem Club wieder eine Rollstuhlfahrerin gesehen, die eindeutig jede Menge Spaß auf der Tanzfläche hatte. Find ich klasse sowas, gehört bestimmt auch ein gewisser Mut dazu: Respekt! :)
AngelusUmbraeDazu gehoert meiner Meinung nach schon eine Menge Mut, da man ja garantiert aus der Menge hervorsticht. Wenn ich mir da so ueberlege, wie viele nicht-behinderte Goths schon Probleme haben, auf die Tanzflaeche zu gehen, weil man sich evtl. laecherlich machen koennte...:rolleyes:
Ich fuer meinen Teil gehe auch tanzen, wenn es meine momentane gesundheitliche Situation erlaubt...und wenn's fuer unsere "Szene-Waechter" halt laecherlich aussieht, bitteschoen, hauptsache, ich hab' meinen Spass:D...(und ich hab' ja immer noch die sehr gute Ausrede, dass meine Beine kaputt sind, die haben die anderen nicht:D:D)...
LoreleiHi

Also ich selbst sitze nicht im Rollstuhl, jedoch war ich mal kurz damit unterwegs..
Mal ganz von Stufen usw. abgesehen, habt ihr schon mal ne Umkleidekabine gesehen wo man mit nem Rolli reinkommen würd!?
Also ich komm net aus Deuschland, aber bei uns in nem recht großen neuen Einkaufscenter gabs keine wo ich mit Rolli reingekommen wäre..
Oder mal ein Eis in der Stadt zu kaufen, weil man einfach übersehen wird oder was weiß ich.
An konzerte will ich gar net denken..

Jedoch achtet man auf solche Dinge erst wenn man es sich einmal bewust gemacht hat, nur leider tun das die wenigsten..

bye
lorelei
Gr. Gaulichterund es gibt auch andere probleme, die weniger offensichtlich sind: wer nimmt sich die zeit und geduld und erklärt in einer vollen disco einem blinden oder sehbehinderten menschen, was es zu trinken gibt (mal abgesehen vom standardangebot)? gleichwohl ist es in restaurants der fall, dass teilweise schwarze schrift auf dunkelorangen papier gedruckt wird ... da bleibt mir echt die spucke weg.

darüber hinaus haben behinderte gothics noch mit einem recht großen vorurteil zu kämpfen: man sagt, es ist ja klar, dass sie in der "normalen" welt nicht fuß fassen können, deswegen suchen sie sich margin-groups. das heißt also, dass ihr freier wille in frage gestellt wird.

grüße dunkel
gg
ShintasmunHallo zusammen
Ich bin ja erstmal erstautn, das es Behinderte Gothics überhaupt gibt, ich bin selber behindert und bei den Behinderten früher an meiner Schule gabs keinen der sich nur mal wenigstens für Rock oder Punk intressiert hätte.
Das Vorurteil was du beschreibst kenne ich zum Glück nicht, aber ich merke das wenn ich in München ins Nor gehe, oft einfach da sitze die Leute mir helfen, aber kein Gespräch entsteht, da die meisten in irgendwelchen grüppchen sind, weiss ich selber gar nicht was ich sagen soll.
Was ich gut fände wär vielleicht noch das man die Getränkekarten oder so in grosser Schrift machen könnte, klar die vollblinden können es dann nicht lesen, aber fü mich wäre das schon eine ziemliche Erleichterung.
fände es auch gut, wenn es in "normalen"Clubs etc mehr für Behinderte gäabe denn die meisten Behinderten hocken einfach in ihren "getthos" wo das speziell für behinderte ist, aber gehen nicht einfach auch in andere Locations, was ich sehr sache finde und was meiner Meinung nach ziemlich dazu beiträgt, das ziemlich viel Intoleranz zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gibt, weil beide Seiten nicht aneinander *gewöhnt" sind.
lg Shinta
LeLestatAlso ich als "Inhalt" eines solchen Rollstuhls kann nur bestätigen, das man nur selten Problemlos in Clubs oder auf Konzerte kommt. Irgendwo ist immer ne Stufe. Aber ich habe es noch nie erlebt, das die Leute nur dagestanden hätten und zugesehn haben, wie ich mich mit der Treppe abmüh. Ganz im Gegenteil. Zumeist kommen sie gleich Schaarenweise auf mich zu und jeder will irgendwas hochheben und tragen. Ich bin regelmäßig im UV in Karlsruhe anzutreffen. Rein ist eine Stufe und zu den Toiletten sind knapp 20 Stufen. Habs aber bisher immer geschafft. *gg*
Von den (von mir sogenannten) Behindi-Abstellplätze auf Konzerten halte ich nix. Das kommt mir wieder einer Abgrenzung gleich. Ok, von da oben hab ich ne tolle Sicht. Aber was ist eine tolle Sicht ohne tolles Feeling. Bisher hab ichs immer geschafft mich bis in die erste Reihe(je nach Security manchmal davor*g*) zu kämpfen und dort das volle Live-Gefühl zu bekommen(blaue Flecken nicht ausgeschlossen).Ich hab auch noch nie jemanden Motzen hören, weil er für mich platz machen musste. Warum auch? Bei meinen sitzenden 1,35m kann man ja noch locker über mich wegsehen.
[QUOTE]Ich bin ja erstmal erstautn, das es Behinderte Gothics überhaupt gibt[/QUOTE]
Warum sollte es keine Behinderten Goth geben? *wunder* ICH bin behindert und hab ttrotzdem ne tiefschwarze Seele. Was ist daran so erstaunlich? Wenn du dich morgen mit dem Auto überschlägst und danach Querschnittsgelähmt bist, bist du dann kein Goth mehr? Würde mich sehr wundern.

So...jetzt fällt mir grad nix mehr ein..ihr seid wieder dran.

LeLestat
SuzeeIch finde es komisch dass hier gesagt wird, dass viele Locations für Rollifahrer nur schwer bzw. gar nicht zugänglich sind.

Man kommt auch als RollifahrerIn in jede, aber auch wirklich in jede Disco, man muss nur an der Stärke der Männer zweifeln, und schon wird man samt Rolli über alle Stufen getragen! :)

Wenn man irgendwohin möchte, dann kommt man überall hin, auch als Rollifahrer.

Klingt jetzt blöd aber "der Wille zählt!", dann klappt's auch mit den Stufen!
dr0piDas hört sich so an als wärs grad in der Szene besonders behindertenunfreundlich. Ich kann mich selber nur an wenig Diskos erinnern, die wirklich komplette ohne Treppen auskommen (auch in "Normalo"-Schuppen).

Ich denk das wird wie überall sonst auch sein. Nur gibts bei 1 von 10 Dissen für den Mainstream mal was behindertengerechtes (nurn Beispiel), aber nur 1-2 Goth Schuppen in denen es auch nich angepasst is an jeden möglichen Besucher.

Ist halt das Problem, wenn man sich als ohnehin schon in einer Randgruppe befindlicher (Behinderung) noch in ne weitere Gruppierung begibt.
AlsunaIch bin selber gehbehindert und oft auf meinen Rollstuhl angewiesen, wenn es mir mal besser geht verwende ich meinen Gehwagen oder meine Krücke.

Auf Konzerte kann ich grundsätzlich nur im Rollstuhl, da ich das Stehen natürlich nicht schaffen würde...spezielle Behindertenbereiche...sind ganz ok..wie oft ist mir schon ein Betrunkener über den Rollstuhl gefallen wenn es keinen speziellen Bereich gab. :o

Übrigens wenn ihr keinen Rollstuhl habt aber behindert seit, könnt ihr doch meist die Behindertenbereiche nutzen wenn ihr dem Secuity-Typ euren Schwerbehindertenausweis zeigt...

In Clubs gehe ich nur wenn ich auch laufen kann...ansonsten macht es mir einfach keinen Spaß....auch wenn ich dauernde Hilfe von meinem Mann habe, allein könnte ich eh nicht weg.. :(
Graf ZahlSoziales Miteinander ist da meistens gefragt, bei uns in unserer schwarz angehauchten Kneipe ist auch ab und an ein stummer Rollstuhlfahrer da

Wenn man dann in die Kneipe reinwill gehts ne Steile Treppe hoch, wenn der dann da ankommt dann kommen meist 3- 4 Leute und tragen den samt Rollstuhl hoch, Stellen dem nen Tisch für sein Brett hin und bringen dem alle Getränke extra mit Strohhalm..

Wenn er rauchen will dann macht er irgendeinen drauf aufmerksam das er ihm bitte ne Fluppe in die Zigarettenspitze stecken soll..
Ausserdem schaut eine der Barkeeperinnen mindestens alle halbe Stunde nochmal vorbei und fragt ob alles in Ordnung ist und so..

Aber das viele Clubs nicht behindertengerecht sind ist mir auch schon aufgefallen
hagzissa13Man (Clubbesitzer) geht eben erstmal nicht per se davon aus, daß Behinderte seinen Club besuchen. Und dann kommt hinzu, daß vielen der Aufwand des Umbaus zu groß ist, für "die paar Behinderten", die vielleicht mal alle Jubeljahre vorbei kommen.

Ich sehe das als Frechheit. In meiner Schulzeit bin ich auf ein Gymnasium mit Integration körperbehinderter Schüler gegangen. Ich bin also mit solchen Menschen aufgewachsen und auch mit einigen wirklich sehr eng befreundet und weiß daher, was es bedeutet, mit nem Rollifahrer durch die Stadt zu gehen oder einfach mal abends auf die Jück: Ein einziger Spießrutenlauf.
rainravenIch kann mich sowohl an Rollis in meinen Stammdiscos erinnern, als ich noch nicht "schwarz" war als auch jetzt. Es gab damals auch immer welche, die auch begeistert mitgetanzt haben, also mit dem Stuhl auf der Tanzfläche Drehungen und Bewegungen machten, und die anderen Leute haben voll mitgemacht und den Rolli in ihre Mitte genommen und es schien ihm Spaß zu machen.

Bei den Gothics tanzen sowieso viele gar nicht, aber ich kenne auch einige schwarze Leute, die zeitweise oder immer auf einen Rollstuhl angewiesen sind (und z.B. Multiple-Sklerose-Kranken sieht man ihre "Behinderung" ja nicht immer an, weil die Krankheit schubweise kommt und es auch bessere Phasen gibt, wo der Betroffene teilweise längere Zeit stehen oder gehen kann, dann aber auch mal wieder gar nicht, weshalb man dann oft für den "unnötigen" Rollstuhl schief angeschaut wird ), und die sind auch in den Clubs in München unterwegs. Ich weiß auch, daß es da auch außen Rampen gibt, aber innen sind dann schon ein oder zwei Treppchen, die es zu überwinden gilt, und ich weiß auch von meiner Stammdisco, daß man da gerne die Rolli-Stammgäste die zwei Treppenstufen hoch rein und zum Innenraum wieder runter hob.

Doch stimmt, man überlegt sich als Gesund-Gehender kaum, welche kleinen Hindernisse für einen Rolli schon unüberwinbar sein können, wenn man selbst schon im nicht mehr ganz nüchternen Zustand mit Plateaustiefeln und Stufen so seine Probleme hat...
matheaDiskos und Kneipen, ok, schon ärgerlich wenn man mit seinem Rollstuhl dort Probleme hat.

Aber noch größer als in diesen Bereichen finde ich die Probleme generell im Alltag. Es wurde bereits kurz angerissen mit der Apotheke und der Schule/Uni. Und wie schaut es aus mit Ämtern, Geschäften, Arztpraxen, Schwimmbädern, Turnhallen, Opern-/Theaterhäuser, Kino, Freizeitparks, Wohnungen, öffentlichen Verkerhsmitteln, Taxi...Das Ein oder Andere mag es ja auch in behindertengerechter Form geben (Taxi, Bus, Bahn), aber wenn man Freitagnacht ein Großraumtaxi braucht...da kann man lang warten.

Irgendwer sagte einmal, dass es irgendwie auch toll sei, dass Wolfgang Schäuble durch seine Behinderung eben jene Menschen in den Fokus der Betrachtung setzt und zeigt, dass es durchaus problemlos möglich ist, trotz dieser Behinderung keine Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen. Er stehe somit als Beispiel für alle Behinderten. Das sehe ich vollkommen anders. Überall wo er hinkommt gibt es Rampen und Aufzüge. Wenn dies ausnahmsweise mal nicht der Fall sein sollte hat er ja noch seine riesenhaften Leibwächter zur Stelle und zwar immer. Für ihn ist es kein Problem ein passendes Auto zu bekommen bzw. eine passende Wohnung, er muss ja auch nicht auf die Kohle achten. Zudem wird er ja auch niemals übersehen, geht wohl kaum alleine einkaufen geschweige denn zu irgendwelchen Ämtern. Nichts gegen Herrn Schäuble, er ist zu bedauern, aber so leicht wie er hat es meiner Meinung nach kaum ein behinderter Mensch.
Alsuna@rainraven: Ich habe zwar keine Multiple Sklerose, dafür aber seit frühster Kindheit eine ziemlich böse Form der chron. Polyarthritis. Da diese Form von Rheuma eben schubweise verläuft brauche ich manchmal eben schon beim verlassen des Hauses einen Rollstuhl und manchmal eben nicht.

Was ich wirklich dreist finde, ist das manche Menschen einem unterstellen man hätte seinen Rollstuhl zum "Spaß"...klar wenn ich z.B. in der Stadt bin und der Rollstuhl dabei war und wir zum Essen gehen oder ich mir was anschauen will, stehe ich schon auf, aber ich benutze dabei meine Krücke und es geht entsprechend langsam..aber viele Leute glotzen entrüstet....:q

Ich frage mich ob viele wirklich davon ausgehen, dass jeder mit einem Rollstuhl gelähmt ist oder seine Beine verloren hat...:o
matheaViele, oder eher, die meisten Leute habe einfach gar keine Ahnung. Einbildung ist eben auch eine Art von Missbildung.
SanctaphraxHallo ;o)

Ich bin eigentlich kein typischer Foren-Nutzer, aber über eine Suchmaschine hier gelandet. Also ein Neuling. Nicht szenefremd, aber auch nicht aktiv involviert.

Ich finde die Diskussion - im weitesten Sinne - sehr interessant und irgendwie "überfällig". Behinderungen sind - wie schon erwähnt - manchmal nicht offensichtlich. Und gerade in einer Szene, in der Äußerlichkeiten nicht gerade nebensächlich sind - wenn sich jemand davon angegriffen fühlt, pardon - finde ich, dass "man" es zuweilen schwer hat. Es würde mich sehr interessieren, "Betroffene" - ... - kennenzulernen, bzw. nach ihren Erfahrungen zu fragen.
Ich habe mich durch mein Handycap nahezu völlig aus der Gesellschaft zurückgezogen, gehe nicht mehr weg - "Tanzlokale" ;o) / Konzerte eingeschlossen - und habe den sozialen Kontakt auf ein Minimum reduziert.

Beste Grüße, San

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