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  Forum: lebens : ART
    Thema: Insane we are
Demon17Mein Einstieg in die schwarze Szene begann Anfang 20 in den frühen 80ern. Für mich war das grundlegende Stimmungsmuster Trauer und Einsamkeit und ich war in drei Cliquen gleichzeitig. Die Gewißheit des Untergangs und der Perspektivlosigkeit. Des gelegentlichen Ablebens diverser Bekannter und der Genuß der daraus resultierenden Melancholie.
Für mich heißt schwarz sein bewußtes Untergehen, ohne Hoffnung auf Besserung. Das kann die unterschiedlichsten Ursachen haben, Drogen, SM, Arbeitslosigkeit, psychische Defekte aller Art. Könnt ihr euch kerngesunde Erfolgsmenschen vorstellen, die wirklich schwarz sind? Die kein Loch in der Seele haben und den die keinen Abgrund in sich spüren, der sie das RL als relativ fade und bedeutungslos erscheinen läßt? Ist die schwarze Szene eine Ansammlung von seelisch Verwundeten oder bilde ich mir das nur ein?

never surrender

demon17
TheSirenAn und für sich kann ich das persönlich schlecht verallgemeinern.
Wobei ich sagen muss, dass ich viele "Schwarze" kenne, die irgendwie an SVV leiden, Depressionen haben oder Sonstiges. Ob das alles Zufall ist? - Keine Ahnung.

Ich bin jetzt nicht lange dabei, bin eigentlich auch viel zu jung um das einschätzen zu können, aber ich denke zu den Anfangszeiten spielte Melancholie o.Ä. schon eine Rolle. Heute allerdings nicht mehr so sehr, da "Gothic" viel zu breitgefächert ist.
une copineIch kann's auch nicht beurteilen, da ich nicht viel Ahnung von der Szene habe, ich bin eben noch jung... Aber ich muss sagen, dass die meisten Gothics (die ich kenne) wirklich öfters melancholisch sind, Selbstmordgedanken hatten usw. usf. Diejenigen haben im Prinzip alles, aber sie haben nicht das, was sie haben wollen, vllt. eine Art Antwort, manche können einfach nicht Spaß haben, lachen und feiern, zumindest nicht die ganze Zeit. Wie gesagt, vllt. gibt es welche, die nur in ihrer Anfangszeit "depressiv" waren und danach schwarz geblieben sind, Gothic ist schließlich mehr als Rumheulen.
laminareIch finde den Thread sehr interessant.

Also ich bin auch der Meinung, dass (jedenfalls die meisten) Gothics eine sehr harte zeit on ihrem leben hatten/haben und vllt deswegen "schwarz" geworden sind.
So scheint es jedenfalls bei den meisten zu sein, so war es z.B. auch bei mir ;)
MestigothHier gehts um die schwarze Szene. Warum kommen da schon wieder alle mit Gothic angewackelt? Glaubt ihr etwa, Gothic wäre die einzige Kultur, die die schwarze Szene bildet? Glaubt ihr etwa, sie war in den 80s 'ne große Szene? Es war eine Randerscheinung und Waver überwogen. Glaubt ihr, die Gothic-Szene ist heute groß? Sie ist eine Randerscheinung geblieben - neben vielen anderen Kulturen und einem fetten Anteil an Party-People. Schwarz sein bedeutet nicht zwangsläufig Gothic zu sein. :p
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]Ist die schwarze Szene eine Ansammlung von seelisch Verwundeten oder bilde ich mir das nur ein?
[/B][/QUOTE]

In der vergangenen Szene bis vor ca, 6 Jahren hatte ich dieses Gefühl noch ganz stark, heute sehe ich in ihr eher die Partykultur überwiegen, die solches überlagert, wenn es denn noch so ist.
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]In der vergangenen Szene bis vor ca, 6 Jahren hatte ich dieses Gefühl noch ganz stark, heute sehe ich in ihr eher die Partykultur überwiegen, die solches überlagert, wenn es denn noch so ist. [/B][/QUOTE]

Sehe ich auch so. Mir erschien es auch immer als eine Ansammlung von derer, die irgendwie einen Knacks hatten und sich hier wohl fühlen konnten, hier Unterschlupf fanden, die Abgründe ihrer Seele auch irgendwie ausleben konnten; mittlerweile aber trat dies eher in den Hintergrund, und es wird halt gefeiert, wie alle anderen das in Grossraumdissen zu House und Pop auch tun.

Es mag sicherlich noch die "Bekloppten" geben, aber ich würde nicht sagen wollen, dass sie alle so sehr einen Knacks hatten, wir es vor einiger Zeit mal der Fall war.
fragmentIch würde das prinzipiell schon so unterschreiben. Es hat sehr wahrscheinlich Gründe, wenn man in diesen Sog hineingerät. Denn das ist dieses ganze Schwarz für mich...ein Sog der einen aus irgend einem Grund nicht wieder loslässt.
Wahrscheinlich liegt auch da der Grund für die hohe Fluktuation in der Szene. Die Leute fühlen sich angezogen, wenn es ihnen schlecht geht...finden Trost und Verständnis und sind aber auch schnell wieder raus, wenn sie sich besser fühlen. Es fehlt dann einfach der emotionale Kontakt zu dem Ganzen. Aus der Perspektive kann man sicher sagen, dass Gothic konsumiert wird. Ist ja irgendwo auch verständlich und nachvollziehbar...gefällt aber denen nicht, die ihr Schwarz sein pflegen und es nach und nach weiter in Richtung Lebensmittelpunkt gerückt haben...auch verständlich.

[i]Bewußter Untergang ohne Aussicht auf Besserung...[/i]; das entspricht sogar ziemlich treffend dem allgegenwärtigen "Hintergrundrauschen" in meiner Gefühlswelt.
Diese erfolgsorientierten, aufstrebenden und emotional geradlinigen Menschen, von denen du gesprochen hast und von denen an der Uni nur so wimmelt sind mir jedenfalls eigenartig fremd. Wenn ich die sehe und erlebe merke ich immer wieder, dass ich irgendwie anders bin. Auch wenn ich eigentlich lieber etwas erfolgreicher, aufstrebender und unerschütterlicher wäre...
EwigEs ist hochinteressant.
Früher kam man in die Szene um sich nicht verstellen zu müssen, heute kommt man in die Szene um sich zu verstellen.

genauer gesagt:
Es gibt 2 Typen.
a) hat Probleme und möchte sie endlich mal zeigen können.
b) hat keine Probleme und möchte endlich mal so tun als hätte er welche.
Typ a wird verdrängt aus der Szene und Typ b dominiert mehr und mehr.
gruftigirlDie "schwarze Szene" übt eine bestimmte Anziehungskraft genau auf die Leute aus, die eben "dazugehören"...
Es mag ja Mitläufer und Sympathisanten geben, die es eben mal ganz aufregend finden, sich "dark" zu geben und in schwarzer Kleidung über Tanzflächen oder Fußgängerzonen zu schweben, aber erst auf die Dauer kann man erkennen, daß es wirklich ein Lebensgefühl ist und nicht nur eine Phase oder ein aufregendes Doppelleben!
Die typischen Klischees sind dann keine Klischees, sondern Dinge, die man wirlich gerne mag oder gerne tut. Z.B. Friedhofsspaziergänge. Da gehe ich gerne hin, um die Atmosphäre zu genießen, Ruhe zu finden, lesen/träumen/meditieren oder die schönen alten Gräber anzusehen und nicht, weil es so wahnsinnig gruftig ist... Ich liebe anspruchsvolle Musik mit Ecken und Kanten (Sopor Aeternus, Samsas Traum, Orplid etc.), tanze zu hartem EBM oder Industrial, um abzuschalten, schalte nach einem langem Arbeitstag Klassik-Radio ein, um zu entspannen und höre auch die alten Sachen, Strobelight und 80er, Wave, die Musik meiner Jugendzeit, die mich aufbaut, wenn ich schlecht gelaunt bin. Und ich fühle mich "zu Hause angekommen", auch wenn mein Umfeld das garnicht nachvollziehen kann.
Wenn die Sonne vom Himmel brennt, bleibe ich daheim. Ich mag den Herbst, dunkle Wolken, Gewitter und Sonnenutergänge. Spaziergänge im Wald, über Felder, am Fluß entlang. Ruinen, alte Fabriken, Schlösser und verwilderte Gärten faszinierten mich schon als kleines Mädchen.
Typisch für mich ist auch mein ruhiges, hochsensibles Wesen, was oft als "zimperlich" ausgelegt wurde. Früher wollte ich auf Krampf komm raus anders sein, jetzt kann ich zu meinem Charakter stehen.
Ich habe kein einziges buntes Kleidunsstück mehr in meinem Schrank, außer meine weißen Arbeitsblusen, die ich tragen muß. Einmal probierte ich einen hellbraunen Pulli an, den ich meiner Schwester zu Weihnachten schenken wollte ( die die gleiche Statur hat ) und fühlte mich garnicht wohl dabei. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, jemals wieder mal etwas anderes als Schwarz zu tagen ( mein Umfeld: probiers einfach mal wieder...)! Und nicht aus dem Grund "ein echter Gruft trägt nur Schwarz"! Selbst die farblichen Zugaben in der Gothic-Mode gefallen mir nicht, aber das liegt natürlich bei jedem selbst!
Mein Partner macht gerade ein Praktikum als Bestatter, das finde ich sehr interessant. Die Geschichten, die er mir täglich erzählt, können einen wirklich bereichern. Leider kann er - wie alle meine engsten Mitmenschen - mit meinem Lebensgefühl nicht viel anfangen, und das ist ein weitere Aspekt, ob man wirlich "schwarz" ist. Alles und jeder um einen herum versucht einen zu manipuieren, "werde wieder normal", überall wird man benachteiligt und unhöflich behandelt, gemieden und beobachtet. Das ist nicht leicht zu ertragen, außer man hat das sichere Gefühl "ich bin ich selbst". Das ist ausschlaggebend, daß man sich "auf dem richtigen Weg" befindet...
Anders sind wir schon als die Anderen, wir sehen Dinge anders, wir fühlen uns wohl mit Dingen, die andere beunruhigen, wir haben ein anderes Schönheitsideal, wir verarbeiten Situationen auf unsere Art. Nur - die, die "krank" im Kopf sind, die gibts wohl in jeder Szene.
Was immer das bedeuten mag...

Grüße, gruftigirl
hagzissa13Ich sehe schon, daß die meisten, die man von außen betrachtet als "schwarz" bezeichnen würde, "anders" sind, als der DDM (deutsche Durchschnittsmensch).

Sicher leidet nicht jeder "Schwarze" unter Deprssionen, SVV, Eßstörungen, Borderline oder sonstigen psychischen Störungen, aber ich denke, bei den allermeisten hat sich etwas im Leben ereignet, daß sie "schwarz" werden ließ. Das können z.B. eigene, bzw. Schicksalsschläge nahestehender Menschen sein, oder die Tatsache, daß das "Dunkle" einen jeden Tag in Form des Berufes umgibt.

Bei mir waren Faktoren, die mich "schwarz" werden ließen ein psychisch kranker Lebensgefärte und ein Beruf, in dem ich jahrelang mit Sterbenden arbeitete. Eigentlicher Auslöser und Grundstein dafür, daß die "Faktoren" wirken konnten bei mir, war jedoch das Siechtum meiner Großmutter (die wie eine zweite Mutter für mich war). Ich begleitete sie im Alter von 20 Jahren alleine in den Tod.

Diese Umstände haben mich nachhaltig verändert. Die Farben in meinem Kleiderschrank verschwanden, ohne daß ich je im Leben etwas von "Gothic", "Wave" oder sonstwas gehört hätte.
Mein damaliger Lebensgefärte machte mich auf meine Wandlung aufmerksam und erst da bemerkte auch ich sie.

Nach der Trennung von diesem Mann damals nannte man mich "schwarz", ohne daß ich wußte, was gemeint war. Für Dinge wie Satanismus und Hexenkunde interessierte ich mich zwar, aber nie in dem Sinne, daß ich daran glaubte, oder sowas praktiziert hätte.

Über das Wort "Gothic" stolperte ich das erste mal erst mit 24 oder 25 Jahren. Irgendwie wäre es mir aber fremd, mich als solcher zu bezeichnen, denn mir fehlen die in meinen Augen "wichtigen" Attribute wie der Hang zur Philosophie und auch dieser "Mittelalterkram" geht mir ziemlich ab. Ich bin nicht der "langes-Samtkleid-mit-Spitze-verziert-Träger" und mit Musik à la "Lacrimose" oder "Goethes Erben" kann ich nicht all zu viel anfangen. Ich habe weniger "schwarze Trauer" als "schwarze Wut" im Bauch...
rosenkind[QUOTE] angezogen, wenn es ihnen schlecht geht...finden Trost und Verständnis und sind aber auch schnell wieder raus, wenn sie sich besser fühlen. [/QUOTE]

sehe ich auch so. FürLeute mit Problemen, bietet die Szene (oder sollte man heute nicht besser sagen ein Teil der Szene?) ein gewisses Forum, das sie woanders nicht finden, das war auch mein Einstiegsgrund. Aber was ist, wenn sich die Probleme besseren. Das Paradoxon besteht ja darin, dass durch gewisse Aspekte und Folgeerscheinungen des Lebensgefühls (Probleme offen zeigen, Leute treffen, die ähnliches erlebt haben, Gefühle zulassen...) sich einige Probleme, die vielleicht urpsürnglich ausschlagebend gewesen waren, sich damit zu befassen bessern oder sogar verschwinden. Ist dann nicht noch mehr Substanz dahinter, verlässt man die Szene recht bald wieder. ich kann für mich jedenfalls sagen, hätte ich darin nur eine Trauerkultur entdeckt und nicht auch noch beispielsweise den für mich durchaus wichtigen philosophischen Anteil, wäre ich auch längst nicht mehr dabei. Weil ich keine traurig-melancholische Stimmung brauche, wenn ich mich selbst grade so glücklich und stark zum Bäume ausreißen fühle. Ich denke, man sollte Subkultur nicht mit einer Selbsthilfegruppe ohne Therapeut verwechseln. Das ist [B]ein[/B] Aspekt von vielen. In erster Linie ist es immernoch ein Lebensgefühl, eine Lehre,die man vielleicht für sein Leben ziehen kann, wenn man wieder in schwierige Situationen gerät, aber keinesfalls eine Ansammlung von Menschen, die derzeit alle ein Problem haben.

Was ich nicht glaube ist, dass jemand, der nicht die Abgründe desLebens entweder durch eigenes Erfahren oder durch Beobachtung im Freundes- Bekannten- oder was auch immer kreis oder einfach nur durch einen offenen Blick für die Welt ernsthaft hinter dem schwarz stehen kann. Da fehlt es einfach an Erfahrung und ich erlebe es im realen Leben immer wieder, dass die "kerngesunden Erfolgsmenschen" für die schwarze Bewegung kein Verständnis haben.
Auf der anderen Seite trifft man auch immer wieder auf Menschen, die schon einiges hinter sich haben und dennoch genauso oberflächlich weiterleben wie die Welt um sie herum.
majiik[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]In der vergangenen Szene bis vor ca, 6 Jahren hatte ich dieses Gefühl noch ganz stark, heute sehe ich in ihr eher die Partykultur überwiegen, die solches überlagert, wenn es denn noch so ist. [/B][/QUOTE]

Denke ich auch, sie haben sich damit abgefunden und machen jetzt eben Party :D
Demon17Ich weiß gar nicht was es da zu lachen gibt. Keine Mystik, keine Transzendenz, die Zukunft fehlt. :rolleyes:
SenecaEtwas das seine Vergangenheit nicht kennt, hat keine echte Zukunft.
Demon17Ich befasse mich ja schon seit langem mit diesem Aspekt, möchte aber darauf hinweisen, das der Thread eigentlich mehr die pathogenen Ursachen der Szene reflektieren sollte. Und nun mein Lieblingsgedicht zum Issue der letzten drei Postings:

[center][COLOR=darkblue][FONT=century gothic][SIZE=3]Schwarzes Blut[/SIZE][/COLOR] [/FONT]


[Size=3][b]V[/Size][/b]erflucht sei der Tag, das Licht ohne Schatten.
Zerstört ist mein Traum in grellen Attacken.
So grausam verlodert, in glühendem Hauch.
Der Tod der Romantik, verbrannt ohne Rauch.

[Size=3][b]D[/Size][/b]as Schwarz ist vernichtet im gleißenden Schein.
Die Trauer verloren durch heiteres Sein.
Verblendete Gier hat die Mystik entweiht,
den Zauber zerrissen die Schwarzen entzweit.

[Size=3][b]H[/Size][/b]infort zarte Musen der Dunkelheit.
Ihr dientet dem Schmerz mit Entschlossenheit.
Mit stillem Schrei´n aus Poesie, Tanz und Blut,
nun kohlen die Herzen in lebloser Glut

[Size=3][b]I[/Size][/b]ch träum von der Zeit als das Wunder geschah,
blutrot die Sonne die Schwarzen gebar.
Das Licht erlosch, es gab nur Dämonen
Die Götter der Nacht, die im Finsteren wohnen.

[Size=3][b]D[/Size][/b]ie Zeit zog durchs Land, der Morgen brach an.
Die Schatten entfloh´n der Heiterkeit Wahn.
Im Zwielicht der Strahlen künstlicher Sonnen.
Die Nacht war verloren, doch der Tag nicht gewonnen.

[Size=3][b]D[/Size][/b]as schwarze Blut noch träge in der Mythen Adern rinnt.
Die Dunklen Mysterien es mit sich nimmt;
versickernd in Seelen der Kinder der Nacht,
bis aufersteht, die finstere Macht.



[/center]

In diesem zusammenhang sei auch die Lektüre von

[center][color=darkblue][FONT=century gothic][Size=3]Traumtöter[/Size][/FONT][/COLOR]


[Size=3][b]W[/Size][/b]o ist der Geist, der die Dämonen rief,
Als die Unschuld mit der Wölfin schlief?
Wo sind die Engel aus der Dunkelheit,
Ihr traurig Sehnen aus der Anfangszeit?

[Size=3][b]N[/Size][/b]arren, geblendet vom gotischen Glanz
zerstören Magie im Kälbertanz
Einst flossen Ströme von rotem Blut.
In schwarzen Augen schien kalte Glut.

[Size=3][b]H[/Size][/b]eut seh ich nur noch Lacke scheinen
Sonnenkinder, die niemals weinen,
Tollen lachend in den Hallen der Nacht,
Töten den Traum von lichtloser Macht.

[Size=3][b]D[/Size][/b]ie Zeit kommt sprach die Göttin zu mir
Dann schicke ich ein schwarzes Tier,
Dann herrscht die Trauer edel und rein,
Dann wird der Tod viel mächtiger sein

[/center]

empfohlen.
vengeanceIch seh mich so. Ich hab zwar auch meine Macken wie jeder, aber ich genieße die Aspekte der Dunkelheit einfach so.. ohne damit ein Defizit zu kompensieren.

Ich sehe im Übrigen genau diese beiden "Schienen" Die Einen, die ein Defizit in irgendeiner Weise in dieser "Welt" zu kompensieren versuchen, und die Anderen, die einfach nur die "intelektuellen" Aspekte genießen. Natürlich gibts da starke Überschneidungen.

Achja, ich vergaß die Partygothics.. aber die zähle ich eigtl nicht wirklich dazu ;-)

vengeance
Demon17Es ist interessant diesen Thread nach jahren wieder zu lesen. Heute geht es mir eigentlich ganz gut, keine miesen Kollegen mehr, kein Mobbing oder den finanziellen Ruin vor Augen. Ich muß sagen, ich lasse allmählich nach. Liegt es an mir, oder daran, das die Veranstaltungen wo man hingehen kann seltener werden? jedenfalls ist die Illusion nicht mehr so intensiv wie früher. Der schwarze Rausch, die Sehnsucht nach der unendlichen Finsternis ist Vergangenheit. Stattdessen Gewohnheit und die Suche nach dem letzten bisschen Spirit, das in igrendeinem abgelegenen Winkel Ostwestfalens noch zu finden ist. Ein paar Nischen gibt es ja noch, aber die Wehmut nach dem verlorenen schwarzblutigem Paradies, sie bleibt.
sozialgruftidas ist ein schöner thread.
wes geistes kind man ist weiß man irgendwann einfach (oder auch nicht). und wenn man es irgendwann weiß, dann weiß man auch, dass der anfang der moment der geburt war und das ende der moment des todes sein wird (vs "gothic seit einem tag"). was man in der zwisvhenzeit alles so tut, hat do irgendwie keinen einfluss auf das innere wesen. entweder außen und innen entsprechen sich, befinden sich in harmonie, oder man lebt zwei leben, was sich nicht gut anfühlt. ist viel arbeit und ein mühevoller weg die harmonie zwischen innen und außen herzustellen, so meine erfahrung. und mut gehört dazu, der mut der verzweifelten.
probleme kommen und gehen, genauso wie moden. "schwarz" ist in meinen augen eine mode die zur massenbwegung geworden ist. wenn ich mich einiger äußerer elemente dieser mode bediene weil se mir gefallen muss das noch lange nicht bedeuten, dass ich dieser schwarzen massenbewegung angehöre. projektion kann ganz schön lästig sein.
die pathogene ursache der szene kann m.m.n. auch auf dem ballermann studiert werden, weil die form letztlich unwichtig ist. hast du das eine verstanden, hast du alles verstanden, weil da gibts nicht viel zu verstehen, szene ist szene.
der "dunkle traum", die "schwarzromantik", wenn das erstmal vorbei ist dann wirds doch erst [I]richtig[/I] finster, oder nicht? leben in der non-rem-phase. ;)
Demon17Ja die Entwicklung schreitet voran. Ca. 18 Monate nachdem Eingangsposting hat sich der Trend ein wenig abgeschwächt. Der Begriff Szene hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert, wenn es genügt einer Mode zu folgen und die Gemeinsamkeit der Szenemitglieder, was die Lebenseinstellung betrifft nicht größer ist als mit irgendeinem anderen Mileu. Sicher hat diese geistlose Technoisierung Massen gedankenloser Mitläufer in die Szene gespült, die sich auch auf dem Ballermann amüsieren würden. Moden sind jedoch vergänglich und halten keine dreissig Jahre an. Es wird sich zeigen, was in ein- zwei Jahren von der schwarzen Szene übrig bleibt. Ich meine die Szene, die eine Folge der Trauer ist und nicht deren Ursache. Die am Mainstream leidet und ihn nicht schwarz anmalt, weil es so schön mit Neonfarben kontrastiert. Vergessen wir jetzt mal die letzten 3-5 Jahre und konzentrieren uns auf die Frage, ob es immer noch Inhalte und Einstellungen oder Schicksale gibt, die den Schwarzen gemeinsam sind (zumindest dem harten Kern), die sie vom Rest der Gesellschaft zumindest statistisch signifikant unterscheiden.
sozialgrufti[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]die Szene, die eine Folge der Trauer ist[/B][/QUOTE]

das ist sehr schön ausgedrückt, lieber demon, ein satz der nachklingt.
trauer und melancholie bewirken doch etwas in eines menschen leben. und wenn diese emotionen dominieren (warum auch immer), dann bilden sie eine ihnen entsprechende kultur. also das ist zumindest das, was ich beobachten kann, bei schriftstellern, philosophen, künstlern aber auch bei weniger exponiert angesiedelten gestalten, ich meine menschen die keinen "titel" verpasst bekommen, die ganz verborgen durchs leben kreuchen ohne das wer groß notiz von ihnen nimmt. kultur des individuellen vielleicht? mir kommt es so vor.
wohin tendiere ich , wozu neige ich in der trauer? habe ich dann lust, mich mit 1000 leuten zu amüsieren? wohl kaum. und wenn ich in die einsamkeit falle als konsequenz, weil ich die mainstream-phalanx aus dem bedürfnid nach ruhe meide, lerne ich allmählich mich losgelöst vom sozialpulk zu bewegen, muss ich lernen, weil die alternative die kugel oder der selbstbetrug ist.
der harte kern der womöglich noch statistisch erfassbar ist, wie ist der strukturiert?? aus meinem leben kann ich berichten, dass freundschaft so wie sie konventionell verstanden und gehandhabt wird, hier nicht möglich ist, weil überhaupt kein bedürfnis dazu vorhanden ist. eine sequenz aus nem blumfeld-lied geht ungefähr so: "ein falscher freund mehr, der dich festhält, bis du einer von ihnen bist, und wiuder nur alles geordnet ist, wieder nur alles geordnet ist" ---- mit meinen eigenen worten: und wieder alles nichts mit [I]mir[/I] zu tun hat.
kann es bei uns denn einen harten kern im sinne des konventionellen sozialen schulterschlusses geben?? denn dann sind wir doch wieder bei mainstream, oder nicht? dann gibt es doch wieder eine unausgesprochene vereinssatzung, nach der die mitglieder sich gegenseitig bemessen?
welche bedeutung kommt in der angelegenheit der sozialen [I]distanz[/I] zu? un dann dem [I]respekt[/I]?
schuld an der misere ist die französische revolution!! *g*
Demon17[QUOTE]kann es bei uns denn einen harten kern im sinne des konventionellen sozialen schulterschlusses geben?? [/QUOTE]

Wie Du ganz richtig bemerkt hast, ahndelt es sich um ein Phänomen, das primär von Individualismus getragen wird. Sicher, wenn viele einen neuen Weg suchen, so kommen manchmal erstaunlich große Bewegungen zustande. So war es Anfang der 80er, als Mainstream im damals selbstverständlichen Underground das war, was sich später Grunge nannte. Aber Jimi Hendrix und Eric Burdon waren alt geworden und alles was in diese Richtung ging, war doch stark politisiert. Ein engstirniger Dogmatismus und eine Menge Drogen, deren konsum die Leute aus den 70ern auszehrte. Es war klar, das es keine Zukunft für viele gab, die sich gegen die Gesellschaft entschieden hatten. Es war klar, das es Kompromisse geben mußte um die Mortalität zu senken und die massenhafte soziale Deklassierung zu vermeiden. Der Dreck und das Elend der Hippiezeit stanken zum Himmel und aus Experimenten waren längst Zwänge geworden.

Diese Erfahrung hat eine sehr tolerante schwarze Szene entstehen lassen, die den Einzelnen weitaus weniger festlegte, als sie es aus den 60ern und 70ern kannten. Wie gesagt, ich spreche ausschließlich von der Szene für die opposition zur Gesellschaft selbstverständlich war und die sich nicht um deren Regeln und Gesetze scherte. Ende der 80er war das meiste gegessen und das, was sich heute Gothic nennt machte sich zunehmend breit. Hier waren Äußerlichkleiten sehr viel wichtiger, fast wieder so wichtig, wie in den 70ern, doch dominierten weiterhin Elemente, die die Szene eindeutig vom Mainstream abgrenzte. Erst in den letzten 5-6 Jahren nahmen Einflüsse überhand, die das Ganze zunehmend Entindividualisieren. Hier tragen meiner Meinung nach die Methoden der Kommerzialisierung und Profitmaximierung die Verantwortung. Es bringt keinen Gewinn, individuelle Ausprägungen menschlichen Verhaltens zu entwickel, doch es kann finanziell sehr interessant sein, die Statussymbole eines neuen Lebensstils dem Massenkonsum zugänglich zu machen. Wir befinden uns im Endstadium dieser Phase.

Um auf die zitierte Frage oben zurückzukommen. Definitiv nein, die Gesetzmäßigkeiten der Sozialpsychologie wirken innerhalb der schwarzen Szene ebenso, wie anderswo auch. Es gibt keinen Schulterschluß und die Definition einer kollektiven Identität wäre zwangsläufig das ende des schwarzen Individualismus. Es gibt nur die Evolution, die aus Variationsphasen, Selektionsphasen und (Re-)stabilisierungsphasen besteht. Momentan sehe ich uns im Übergang von der zweiten zur dritten Phase.
sozialgruftiwas für visionen hast du von der restabilisierungsphase? in der selektionsphase sind vermutlich nicht wenige alte einfach sang und klanglos in ihre ganz privaten jagdgründe abgetaucht und das primär aus enttäuschung oder verbitterung über die entwicklung von [I]einer[/I] szene in [I]viele[/I] szenen. denn diese entwicklung war nicht das, was die motivation für das einstige dabeisein war. das gefühl der geborgenheit und des respektiertwerdens, des einigseins gegen den systemzwang, ging doch spätestens da flöten, wo das alter erreicht war, in dem existentielle entscheidungen getroffen wurden über die man sich definierte und sich dann in interessengrüppchen zusammenfand und gegenseitig mit dem finger auf sich zeigte. was zählte war dann auf einmal [I]doch[/I] der gesellschaftliche status, die charakterliche kompatibilität mit den systemvorgaben, denen man, und das hast du ja auch schon erwähnt, sich in irgendeiner weise fügen musste um nicht als versager hinten runter zu fallen!
ich glaube aber das ist eine entwicklung, die jede generation mitmacht und in der sich die spreu vom weizen trennt.
was hat aber diese entwicklung mit der kultur der trauer zu tun?
in meinen augen ist die selektionsphase ein lästiges spektakel gewesen, dem ich mich notgedrungen entziehen musste um nicht allzu sehr darunter zu leiden. und damit habe ich mich selbst ausselektiert! und treibe meine eigenen blüten! nun gut, ausselektiert ist [I]auch[/I] selektiert.
demon, ich bin der überzeugung, dass die die sich ausselektiert haben auch weiterhin ausselektiert bleiben. vielleicht widerspricht sich das ja auch nicht mit deiner vision der restabilisierung, ich hab keine ahnung? aber wir sind doch nun mal auch keine 20 mehr und in unseren eigenarten und individuellen blütenbildungen weidlich erstarkt? stabilisierung, richtig, die verwirrung im zuge der durch korruption bewirkten zersplitterung in viele szenen sollte sich in den ausgegliederten privatgruften wohl gelegt haben, aber wie geht’s weiter? einen neuen zusammenschluss, vergleichbar dem der anfangszeit, kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen, weil hier das vertrauen in die voraussetzungen dafür durch die erfahrungen der vergangenheit einfach passee ist.
die kultur der trauer ist m.m.n. eine kultur der starken einsamen die sich gegensitig mit respekt begegnen, wenn sie sich in dieser riesen ödnis mal zufällig über den weg laufen. das erlebe ich zumindest in meinem eigenen leben so, ich weiß wiederum nicht was für erfahrungen [I]du[/I] so machst.

gruss und guten start in die woche! ;)
Demon17[QUOTE]was für visionen hast du von der restabilisierungsphase?[/QUOTE]Ein Rückzug in die alten Löcher aus denen die Subkultur einst gekrochen ist und ein Rückgriff auf die alten Formen der Musik. Teiweise auch mit jungen Bands, von denen einige wieder Neues kreiren werden.

[QUOTE]in der selektionsphase sind vermutlich nicht wenige alte einfach sang und klanglos in ihre ganz privaten jagdgründe abgetaucht und das primär aus enttäuschung oder verbitterung über die entwicklung von einer szene in viele szenen. denn diese entwicklung war nicht das, was die motivation für das einstige dabeisein war.[/QUOTE] Einige werden wieder kommen und andere ..., nun ja 80-90% Schwund sind ganz natürlich, wenn die dreissig überschritten sind. Ich beziehe die Phasen nicht auf einzelne Personen, sondern auf das, was Du Szene nennst. Die Frage ist, wieviel Kitt jenseits der musikalischen Differenzen ist noch da? Gibt es noch Reste einer gemeinsamen Weltsicht, einen Konsens bei gewissen Einstellungen und Verhaltensweisen. Ich denke anhand dieser Kriterien wird sich eine Selektion vollziehen. Man kann es auch Spaltung nennen, aber ich gehe davon aus, dass das, was sich vom Mainstream nur optisch unterscheidet irgendwann von diesem assimiliert wird.

[QUOTE]demon, ich bin der überzeugung, dass die die sich ausselektiert haben auch weiterhin ausselektiert bleiben. [/QUOTE] Es wird ihnen niemand hinterherlaufen, doch wer sucht der findet. Glaub mir, das Phänomen, das bei bestimmten konzerten plötzlich hunderte von "neuen" Gesichtern auftauchen, die man seit Jahren nicht in den Clubs sah, spricht doch Bände. Das was in den Clubs abläuft ist sowiso nur die Spitze des Eisbergs. Individualisten sind nun einmal nur schwer auf eine Linie zu bringen. Sammeln und Party machen kann ich dazu nur sagen. Einfach um Öffentlichkeit herzustellen und Gemeinschaft und Zugang zu etwas Gemeinsamen zu ermöglichen. Was mich beunruhigt, ist, dass wir in dieser Beziehung von einer handvoll Leute abhängig sind. Gerade das ermöglichte ja auch die Kommerzialisierung. Die Achillesverse sind die Clubs, besonders die, die unter rein kommerziellen Gesichtspunkten geführt werden.

Ich glaube ich werde eine gute Woche haben, so zwischen Kiel und Ludwigsburg. Ich wünsche Dir auch eine gute Woche und tu was, wenn Du es kannst.

never surrender

demon17
Desengano[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]
Für mich heißt schwarz sein bewußtes Untergehen, ohne Hoffnung auf Besserung. Das kann die unterschiedlichsten Ursachen haben, Drogen, SM, Arbeitslosigkeit, psychische Defekte aller Art. [/B][/QUOTE]

ich grab das jetzt mal aus, weil der thread ausgegraben wurde.. etwas in deiner aufzählung stößt mir nämlich ziemlich bitter auf: warum zählst du SM da mit auf in einer reihe von negativen dingen? von dingen, die einen kaputt, unglücklich udn krank machen? oder ist das nur zufall und ich bewerte das heir bissl über?
würde mich ehrlich mal interessieren, warum du meinst, dass SM einen in die schwarze szene treiben kann, wo das doch offenbar nur negative erlebnisse tun.
das soll jetzt auch nicht als angriff oder sowas rüberkommen. würde mich nur interessieren, wie du dazu stehst.
lg
Demon17Das liegt einerseits auf der hand, die SMler tun ja fast alles um aufzufallen, etwa indem sie sich an Ketten durch den Laden führenetc. Andererseits weiß ich, das es eine ganze Menge davon gibt und last but not least, was nennst Du negativ, ob Drogen, Arbeitslosigkeit oder psychische Defekte negativ wirken, liegt zum großen Teil daran, wie man damit umgeht. Das ist wahrscheinlich mit SM ebenso.
moreEin schöner, ein seltener Thread.
Ich muss Demon recht geben. SM gehört auch zu diesen Dingen. Ich halte SM für sich für nichts schlechtes, aber ich habe schon Menschen daran psychisch kaputt gehen sehen. Und dabei rede ich nicht von ein bisschen peitschi-peitschi und Latex-Spielchen, sondern von dem harten Toback, der einem das Frühstück verleiden kann. Die Menschen haben meist überhaupt keine Ahnung von SM, sie meinen nur sie hätten welche. Und das ist noch gefährlicher. Und vielleicht ist es auch diese Unvorsichtigkeit, was einen dann in Kreise zieht die wirklich so bizarr sind, dass man um sein geistiges Wohl bangen muss.
Ich muss sagen, ich kann den vielen Vorpostern recht geben. Insane we are. Und als ich meine ersten Schritte in diese sogenannte Szene machte, hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich hiermit mein ganzes Leid auf irgendetwas kanalisieren konnte. Das hat mich alles eingehüllt wie eine wohlige Decke und erfüllt mich heute noch mit tiefer Dankbarkeit. Ich glaube kaum, dass ein Therapheut ähnlich gute Ergebnisse erzielt hätte. Mein Kleiderschrank spiegelte meinen Krankheitsverlauf, wenn man davon sprechen kann. Der eine geht unter, der Andere sucht sich etwas, woran er sich festhalten kann, bevor er total den Verstand verliert. Der "schwarze" Freundeskreis, die Musik, dieses Gefühl - dieses Unbestimmte um einen herum - das was man eigentlich nicht erklären konnte - war und ist mein Anker. Und je mehr ich mich darin gesund heilte, desto farbiger wurde - im Laufe des letzten Jahres - auch wieder meine Kleidung.
Vor ca drei Jahren begegnete ich aber etwas, was mich tief getroffen hatte. Ich war mit einer Freundin auf einer schwarzen Veranstaltung. Da traf ich genau das, wovor ich die Jahre davor geflüchtet war: Partypeople, mit der Bierflasche in der einen, dem Wodka in der anderen Hand. Wie sie sich erzählten, wie unglaublich breit sie das Wochenende davor waren.
Da wusste ich, dass ich in mir diese kleine Insel habe, ich wohl aber nie wieder so oft auf Gleichgesinnte stoßen würde, wie ganz am Anfang. Ich denke, die Kunst liegt darin, sie diese kleine Insel zu bewahren, und sich von den irrigen Vorstellungen loszusagen, man würde sich in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter bewegen. Das ist vorbei - lange vorbei!
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Desengano [/i]
[B]ich grab das jetzt mal aus, weil der thread ausgegraben wurde.. etwas in deiner aufzählung stößt mir nämlich ziemlich bitter auf: warum zählst du SM da mit auf in einer reihe von negativen dingen? von dingen, die einen kaputt, unglücklich udn krank machen? oder ist das nur zufall und ich bewerte das heir bissl über?
[/B][/QUOTE]

...danke, genau das ist mir gerade auch sauer aufgestoßen (lese den Thread hier auch gerade zum ersten Mal)...


[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]Das liegt einerseits auf der hand, die SMler tun ja fast alles um aufzufallen, etwa indem sie sich an Ketten durch den Laden führenetc. [/B][/QUOTE]

...das sind die Leute, die du durch die Szene hüpfen siehst...geh mal zu einem SM-Stammtisch, da wirst du dann all die anderen sehen, die genau das eben nicht tun, sowohl Leute aus der "Szene" denen du es nicht "zutraust", dass sie überhaupt was mit SM zu tun haben als auch Leute, die nicht mal mit der Szene was zu tun haben (um die es hier allerdings auch gar nicht geht)...von daher stelle ich mir an dieser Stelle ernsthaft die Frage, ob bei denen, die so munter durch die Szene hüpfen mit ihrem Wichtiggemache, nicht etwas ganz anderes im Argen liegt...
Demon17Ich wiederhole mich nur ungern ASF, aber für Dich ein Selbstzitat:
[QUOTE]was nennst Du negativ, ob Drogen, Arbeitslosigkeit oder psychische Defekte negativ wirken, liegt zum großen Teil daran, wie man damit umgeht. Das ist wahrscheinlich mit SM ebenso.[/QUOTE]

Psychische defekte können Menschen sehr interessant machen, die Charts sind voll von kreativen Drogensüchtigen usw.

Was den SM-Stammtisch angeht, also ehrlich gesagt halte ich mich da lieber raus, einfach weil so etwas Schicksal ist und ich schon sooo viele Grenzen überschritten habe, das eine mehr mich nicht reizt. Man findet so schwer zurück, wenn es einem nicht gefällt.
NeoGeneticSehr interessanter Thread, über ein Thema, über daas ich schon des öfteren nachgedacht habe.
Sicherlich häufen sich die Menschen, die in ihrem Leben schon einiges erleben mussten und in so manches Loch gefallen sind, in dieser Szene, weil es eine Szene ist, in der pikante Dinge wie bspw der Tod eben auch angesprochen werden, und man nicht nur sagt "komm, ich lenk dich ab, dann wird das schon", sondern man sich damit auseinandersetzt, was viel hilfreicher sein kann als das Verdrängen.
Ob ich selbst zu dieser Gruppe gehöre, die Probleme haben, weiß ich nicht. Ich habe noch keine wirklich schweren Schicksalsschläge hinnehmen müssen, und leide auch nicht unter chronischen Depressionen oder Borderline. (Außer ein paar Anfällen von leichten Depressionen, die ab und zu kommen, aber das is zu vernachlässigen).

Gruftigirls Beitrag spricht mir so ziemlich genau aus der Seele. Ich bin niemand, der in die Szene kam, weil er Trost oder Schutz suchte.
Irgendwie war ich immer so, mit 6 Jahren wollte ich aus mir unbekannten Gründen unbedingt schwarze Bettwäsche. Familienurlaube im sonnigen Süden habe ich gehasst, bei Nacht fühlte ich mich immer wohler als bei Tag.
Je mehr ich selbst über meine Kleidung bestimmen konnte, desto schwärzer wurde mein Kleiderschrank, ohne darüber nachzudenken.
Farbig fühle ich mich einfach unwohl.
Und dass ich nicht nur Oldscool-Gruftmucke höre, sondern neben The Cure, den Sisters, den Fields oder whatever auch Elektronisches, heutzutage verpöhntes oder auch Industrial, und auch gerne zu tanze, sehe ich für mich nicht als weniger "schwarz".

Kurz, ich denke, es hängt nicht davon ab, wie schwer der jeweilige Schicksalsschlag nun war, oder wie "true" der Musikgeschmack ist, um den Grad der Zugehörigkeit zur Szene festzustellen.
Solange man man selbst ist und auch hinter dem "anders-" und "schwarzsein" steht und sich vor allem so fühlt, dann würd ich sagen, passts doch :)

Wie schon oben gesagt, dadurch, dass man "hier" offener über Themen und Probleme sprechen kann als in der normalen Gesellschaft, wo unangenehme Dinge oft totgeschwiegen werden.

Oh gott, jetzt bin ich irgendwie recht konfus^^
Nachtschicht79also ich kann mich da nur anschließen, außer das mit dem tanzen, ich bin kein tänzer. ;) ich lass nur die musik auf mich wirken.

und das schwarz, ja das hat bei mir auch noch eine andere bedeutung....
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]Ich wiederhole mich nur ungern ASF, aber für Dich ein Selbstzitat:
"was nennst Du negativ, ob Drogen, Arbeitslosigkeit oder psychische Defekte negativ wirken, liegt zum großen Teil daran, wie man damit umgeht. Das ist wahrscheinlich mit SM ebenso."
[/B][/QUOTE]

...mit diesem "Argument" müsstest du aber noch 1000 andere Sachen in deine Auflistung mit rein nehmen, weil es bei soooo unzähligen Sachen mehr zum großen Teil daran liegt, wie man damit umgeht und du wirst diese 1000 anderen Sachen [i]alle[/i] irgendwo in der Szene finden...
Demon17Fragt sich nur in welchem Ausmaß...., aber wieso eigentlich immer ich, Du kannst die Liste gerne fortschreiben. Wir hatten darüber bei den Philosophen bereits vor Jahren eine Diskussion, [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=44062]Sozialisation und schwarze Subkultur[/URL]
sozialgrufti[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]Die Frage ist, wieviel Kitt jenseits der musikalischen Differenzen ist noch da? Gibt es noch Reste einer gemeinsamen Weltsicht, einen Konsens bei gewissen Einstellungen und Verhaltensweisen.[/B][/QUOTE]

also ich gehe mal von einem konsens bei gewissen lebenseinstellungen und verhaltensweisen aus. dieser kontext führt ja dazu, dass sich grüppchen zusammenfinden. ob sone gruppe aus 3 oder 300 individuen besteht erlebe ich als bedeutungslos. was sucht der einzelne in einer gruppe, was [i]hat[/i] der einzelne von der gruppe? ein gefühl von berührung in einer gesellschaft, in der sich ansonsten alle alleine lassen.
wie meinst du das mit dem kitt jenseits der musikalischen differenzen, meinst du das so, dass du der ansicht bist, dass musik spaltung schafft? ich frage, weil ich das nicht ganz verstanden habe. dazu muss ich sagen, dass musik für mich geschmackssache ist, aber davon bleibt meine sympathie für jemanden unbeeinflusst. wenn eine busenfreundin gern deuter hört, muss ich das ertragen... alles aus liebe! *g*
[QUOTE]
[B]Ich denke anhand dieser Kriterien wird sich eine Selektion vollziehen.[/B]
[/QUOTE]
eine selektion, die was von was unterscheidet? sind wir dann nicht wieder bei "true"? (ich denke nach, versuche mir das vorzustellen)
[QUOTE]
[B]Das was in den Clubs abläuft ist sowiso nur die Spitze des Eisbergs.[/B]
[/QUOTE]
da kann ich nicht mnitreden.
[QUOTE]
[B]Individualisten sind nun einmal nur schwer auf eine Linie zu bringen. Sammeln und Party machen kann ich dazu nur sagen. Einfach um Öffentlichkeit herzustellen und Gemeinschaft und Zugang zu etwas Gemeinsamen zu ermöglichen.[/B]
[/QUOTE]
vor ein paar jahren gab es hier doch mal irgendwo den vorschlag eine slow-motion-party zu machen, jemand wollte mal ganz unkommerziell irgendwo eine party veranstalten, low budget, keine typische clubmusik usw, gewissermaßen einen rahmen für etwas schaffen, das ich mir durchaus als schönes erlebnis vortsllen kann. es sollte eine regelmäßige veranstaltung werden. ich weiß nicht was daraus geworden ist. *sinnier*
[QUOTE]
[B]Was mich beunruhigt, ist, dass wir in dieser Beziehung von einer handvoll Leute abhängig sind. Gerade das ermöglichte ja auch die Kommerzialisierung. Die Achillesverse sind die Clubs, besonders die, die unter rein kommerziellen Gesichtspunkten geführt werden.[/B]
[/QUOTE]
im prinzip sind clubs ja nur orte der begegnung und des miteinanders, zu denen man sich freiwillig hinbegibt, wenn einem die eigenen 4 wände nicht reichen, man ein bißchen mehr dimension will. clubs gehören mit zum sozialen spiel, so wie marktplätze und kaufhäuser. und es wird immer schöpfer und betreiber solcher locations geben und das können naturgemäß nur wenige sein.
eine alternative zum club-event wäre die spontane party unter freunden und bekannten. oder eine einsame nachtwanderunmg, why not. für mich ist es geschmackssache, wie musik.
was genau beunruhigt dich an der (wenn ich dich richtig verstanden habe) kommerzialisierung des wunsches nach gemeinschaft, wie gehst du mit der abhängigkeit von den "wenigen" um?
[QUOTE]
[B]Ich glaube ich werde eine gute Woche haben, so zwischen Kiel und Ludwigsburg. Ich wünsche Dir auch eine gute Woche und tu was, wenn Du es kannst.[/B]
[/QUOTE]
ich bin wieder mal krank und das schlimme ist, es gibt keine alternative dazu! wie hartnäckig viren sein können! es sind dieselben wie vor 3 wochen, hatten sich zwischenzeitlich nur zurückgezogen um mich in sicherheit zu wiegen, die schweine! ich genieße mein wochenende also in vollen zügen... die werktage wiederum sind sehr arbeitsintensiv, darum schreibe ich hier auch nicht so oft. ich bin halt ein langsamer. trotzdem unterhalte ich mich gerne oder lese still mit. :)

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