German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: lebens : ART
    Thema: Die alten Ideen und Ideale...
IslafilWas sagt ihr eig zu Leuten,die gothic für sich entdecken wollen?
Ich sag ja immer, dass Neulinge eher aufgenommen werden müssen und vorallem müssen sie dann vllt auch eingeführt werden...Wenn's ihnen nich zusagt, können sie's ja lassen.
Ich find's schade, dass die alten Ideale und Ideen einfach nich weitergegeben werden, zumindest zum größten Teil. Aber es herrscht ja leider auch eine gewisse Arroganz in unserer "Szene".
TheSirenSie werden nicht weitegegeben, weil es sie nicht mehr gibt.
Evillight[QUOTE][i]Original geschrieben von Islafil [/i]
[B]Was sagt ihr eig zu Leuten,die gothic für sich entdecken wollen? ... [/B][/QUOTE]
Hmmm, 'Schau's Dir an' vielleicht.
Es ist ja nicht so, dass die Szene homogen ist, oder dass man in einem besonderen Ritual aufgenommen werden müssste.
Man sollte dabei beachten, dass es meistens Poser sind, welche die eigenen Verhaltensmerkmale oder Ansichten als 'Ideale und Ideen' verallgemeinern wollen.

Normalerweise findet Gothic einen eher von selbst und in dem Umfeld, in das einen das eigene Lebensgefühl getrieben hat.
SenecaWer soll denn Neulinge "aufnehmen" oder "einführen"!
Die sind doch schon so cool und aufgeklärt und so individuell daß sie doch nur in der Szene auftauchen um sich gleich stylisch von den "Alten" abzuheben....die auch gerade eben mal drei Jahre in irgend einem vom Sonic Seducer als "angesagt" gehypten Club herumlungern.

Macht doch mal was neues Leute, und hört mit dieser langweiligen Schwarztragerei und dem schlechten Techno auf.

Und vor allem anderem, hört auf zu glauben ihr würdet irgend einem Elite Verein angehören. Solche verlagen nämlich Jahresbeiträge im oberen dreistelligem Bereich.

Billy Idol hat das 1983 folgendermaßen artikuliert.

[url]http://www.youtube.com/watch?v=kmngLUtxwJM[/url]

Oder ansders gesagt,
Willkommen in der Trivialität.
belladonna@Senca

:D Das mit Meat Loaf, der nicht mehr weiß wo er sein Motorrad geparkt hat und der einfach nur seine Halskette zurück haben will finde ich aber auch nicht schlecht :D

Also davon Neulinge an die Hand zu nehmen und irgendwie einzuführen halte ich nix. Ich habe in meinem Freundeskreis inzwischen auch den einen oder anderen "Neuling" und da war es nie Thema daß ich da in irgend einer Form erklären sollte, was die schwarze Szene denn nun ausmacht. Die Leute die ich kenne haben schon selbst Werte und hoffen in der Szene einfach auf Gleichgesinnte mit gleichen oder ähnlichen Wertvorstellungen zu treffen. Daß sie da auch schon mal enttäuscht werden können ist eine andere Sache...
Seneca@ belladonna

Ja ich glaube auch das mit dem Jahrzehnten immer mehr "gags" aus den 80ern im nachhinein mythifiziert und mit werten gefüllt werden die damals überhaupt nicht im Raum standen.
Ich kann mich wirklich nicht entsinnen daß es in den 80ern bzw, in den 90ern Wertediskussionen in der Wave&Goth-Szene gab.
Diese Diskussione sind eher ein Problem jüngerer Generationendie sich ständig die Frage stellen: "Wie haben die das damals gemeint?"
Wenn man dann sagt: "wir wollten cool aussehen und dabei Eltern und Lehrer schocken" dann ist die Entäuschung groß.
Aber mal ehrlich, das hätten wir so frei früher auch niemals zugegeben. Stattdessen hat man sich halt was zurechtgelegt das zu dem Image passte das man erfüllen wollte.
Vorwärts FDJ![QUOTE][i]Original geschrieben von Islafil [/i]
[B]Was sagt ihr eig zu Leuten,die gothic für sich entdecken wollen?[/B][/QUOTE] Dass sie in die Metal- oder in die Techno-Szene gehen sollen. Denn dort findet sich das, was sie eigentlich suchen: Metal und Techno, Wacken und Ballermann. Ihr braucht Gothic doch gar nicht. ;)
ExiledArchangelAh, endlich mal wieder ein "Goffick"-Thread. Hat ja auch wirklich [I]sehr lange[/I] schon keinen solchen hier mehr gegeben.:rolleyes:


[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
Dass sie in die Metal- oder in die Techno-Szene gehen sollen. [/quote]

Genau - und zwar weil:

1. Es dort eindeutig die bessere Musik zu hören gibt.

2. Das unsinnige Goffick-Konstrukt mangels jeden Inhaltes in Kürze seine Selbstauflösung proklamieren müsste - und sich in das auflösen würde, was es seit jeher war: in Luft.

[quote]Denn dort findet sich das, was sie eigentlich suchen: Metal und Techno, Wacken und Ballermann. Ihr braucht Gothic doch gar nicht. ;) [/QUOTE]

Nö - brauchen "wir" auch nicht - wer immer "wir" auch sind, denn ohne ein Szenekonstrukt mit einengenden Koventionen bzgl. Musik, Kleidung etc., das nur in einigen Köpfen so noch existiert, macht ein "wir" eigentlich kaum noch Sinn - stellt sich nur die Frage, ob [I]du[/I] es brauchst.
IslafilNaja Gothic is eh nichtmehr das, was es einmal war...Ich will auch nicht wissen, was "die früher gemeint ham"...Ich hab da eh meine eigene Vorstellung ;-) Naja und von den ganzen, wie sagt man so schön "Pseudos", halt ich irgendwie ja auch nix...Nur das mit den Neulingen...Ich bin selbst sehr enttäuscht worden, was die "Szene" betrifft...Ich wollte Gleichgesinnte finden, nachdem ich gemerkt hab, dass Gothic das is, wonach ich gesucht hab, aber ich wurde gleich am Anfang einfach nur als Pseudo abgetan...
IslafilUnd doch bin ich jemand, der sich an den 80's orientiert..
Ganz nebenbei: Die ganze Technoscheiße kotzt mich an...Egal wo man auch hingeht, es läuft keine gescheite Musik mehr-.-* (unter gescheiter Musik versteh ich: frühe Sisters of Mercy, Bauhaus, The Cure, Fields...etc. Man erkennt ja die Richtung)
Und die ganzen Tekker vertreiben die geilen Leute...Oder findet man heut zu Tage noch jemand, der mit einem auf den Friedhof geht um ne Flasche Rotwein zu genießen und über dies und das sinniert?...
solipsismusDa scheint es mir nicht sehr klug, eine derart ablehnende Haltung gegenüber den "echten" Pseudos an den Tag zu legen...
IslafilJa da hast du eig ja Recht..Aber man merkt einfach das die "echten Pseudos" "Überhand" nehmen...
Und ich glaub genau sowas,macht die "Szene" "kaputt"...*mir fallen leider keine anderen Wörter ein...^^tut mir leid*
Ich mein es gibt ja leider eben WIRKLICH welche..
Ich hab nix dagenen, wie oben genannt, wenn neue Leute dazukommen,die sich wirklich Mit Gothic identifizieren können und sich dafür interessieren.
ExiledArchangel[QUOTE][i]Original geschrieben von Islafil [/i]
[B]Naja Gothic is eh nichtmehr das, was es einmal war...Ich will auch nicht wissen, was "die früher gemeint ham"...Ich hab da eh meine eigene Vorstellung ;-) Naja und von den ganzen, wie sagt man so schön "Pseudos", halt ich irgendwie ja auch nix...Nur das mit den Neulingen...Ich bin selbst sehr enttäuscht worden, was die "Szene" betrifft...Ich wollte Gleichgesinnte finden, nachdem ich gemerkt hab, dass Gothic das is, wonach ich gesucht hab, aber ich wurde gleich am Anfang einfach nur als Pseudo abgetan... [/B][/QUOTE]

Es ist nicht mehr das, was es anfangs mal war - korrekt - doch das, was es war, war nie sehr viel: Nämlich Spaß und Party, kiffen, saufen und ficken - aber bitteschön in düsterem Ambiente - ergo: Ballermann. Und Kerzenschein und schwarzen Samtumhang nicht vergessen. Mehr steckte eigentlich nie dahinter. Das Mysterium hinter dem Mysterium - es gab keines. Insofern ist "Goffick" seither sogar gewachsen, mehr und vielschichtiger geworden als ursprünglich da war: Die Neuzeit-"Szene" hat sich jedoch unsinnigerweise viel zu sehr auf den überkommenen Goffick-Begriff eingelassen und versteift, was dazu geführt hat, dass die "true-Goffs", die nur den Post-Punk basierten "Goff"Rock als "Eintrittskarte" in "ihre" Szene - die es so längst schon nicht mehr gibt - anerkennen, gegen alles und jeden wettern, was sich heute sonst noch "Goffick" schimpfen lässt - unabhängig davon, was der oder diejenigen sich darunter auch vorstellen mögen - es zählt für sie allein der überkommene, dogmatische Ansatz, wonach es das zu sein hat, was es einst war und nur [I]für sie[/I] noch immer ist und folglich auch nur so und nicht anders zu sein hat.
Vorwärts FDJ!Hallo Xenomorph, dachte schon, du hättest das Board verlassen. ;)
ExiledArchangel[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
[B]Hallo Xenomorph, dachte schon, du hättest das Board verlassen. ;) [/B][/QUOTE]

??? :eek:
Vorwärts FDJ!Bei Cryonic und archon mag ich mich geirrt haben, aber deine Schreibse erkenne ich unter tausenden. Ja ja, Scheiß "Goffick"-Thread, aber selbst immer mittendrin. :D
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
[B]Hallo Xenomorph, dachte schon, du hättest das Board verlassen. ;) [/B][/QUOTE]Also so was wollen wir hier bitte niemandem unterstellen der sich an die Regeln und den guten Ton hält, nicht wahr?
belladonna[QUOTE]Wenn man dann sagt: "wir wollten cool aussehen und dabei Eltern und Lehrer schocken" dann ist die Entäuschung groß.[/QUOTE]

:D Ja, das war und ist in der Regel immer noch die größte Motivation für Kajal und Samtumhang :D Da ist die Entäuschung wie man an Islafil sieht schnell vorprogrammiert. Dennoch habe ich persönlich in der Szene meine besten Freunde gefunden ;) Gleichgesinnte findet man, wenn man nur lange genug sucht :D eben immer noch in diesen Kreisen ;)

[QUOTE]Ah, endlich mal wieder ein "Goffick"-Thread. Hat ja auch wirklich sehr lange schon keinen solchen hier mehr gegeben.[/QUOTE]

Wer lesen kann ist klar im Vorteil - dieses Forum nennt sich German GOTHIC Board. Da kann es durchaus schonmal vorkommen daß es den einen oder anderen Thread zum Thema Gothic gibt ... :rolleyes:
SenecaWer sagt denn daß ich mich überhaupt noch absetzen will.
Übrigens, der Gothic Style ist diesen Winter von diversen Lifestilemagazinen wieder als [url=http://www.styleguru.org/entry/kim-kardashians-gothic-style/]en vogue[/url] ausgerufen worden.

So viel zum Thema "von Normalos distanzieren"

Und noch was: Die Gruftis haben weder das Verzweifeln, noch das Sinnieren, noch die Romantik erfunden.

Einigen Leute würde es einfacht wirklich gut tun wenn sie sich klar werden würden das die auch nur eine Richtung im großen Mainstream sind.

Etwas weniger Arroganz, ja das würde ich mir wirklich wünschen.
ExiledArchangel[QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i]
:D Ja, das war und ist in der Regel immer noch die größte Motivation für Kajal und Samtumhang :D Da ist die Entäuschung wie man an Islafil sieht schnell vorprogrammiert. Dennoch habe ich persönlich in der Szene meine besten Freunde gefunden ;) Gleichgesinnte findet man, wenn man nur lange genug sucht :D eben immer noch in diesen Kreisen ;) [/quote]

Gut - nur versteht es sich keineswegs von selbst, gerade hier auf Gleichgesinnte zu treffen, da die Unterschiede bzgl. Denken und Einstellung zu solchen "Grundfragen", was etwa den Kern der "Goffick-Szene" ausmacht und ob es einen solchen überhaupt gibt/noch gibt/je gegeben hat allein hier schon sehr groß sind. Doch es ist möglich - wenn man sein Augenmerk allein auf das richtet, was hinter der "Szene"- Fassade mit ihren Klischees und Ikonen liegt. Doch man wird auch und gerade hier nicht vor Enttäuschungen sicher sein - und sollte sich dessen immer gewahr sein.



[quote]Wer lesen kann ist klar im Vorteil - dieses Forum nennt sich German GOTHIC Board. Da kann es durchaus schonmal vorkommen daß es den einen oder anderen Thread zum Thema Gothic gibt ... :rolleyes: [/B][/QUOTE]

Wahnsinn - da wäre ich jetzt wirklich nie drauf gekommen ;) danke vielmals, dass du mir auf die Sprünge geholfen hast. Nur was Goffick im allgemeinen wie im konkreten Fall - also für jeden Einzelnen - ausmacht, daran scheiden sich die Geister - wobei ich entschieden für einen freigeistigen Ansatz plädiere, wonach der Begriff für sich genommen nichts bedeutet und nur das an Inhalt aufweist, was der Einzelne dort hineilegt, bzw. -interpretiert.
Vorwärts FDJ!Es gab auch keine wirkliche, szeneweite Gesinnung (was soll bitte Gothic-Gesinnung sein? Und wie lässt sich das auf eine ganze Jugendkultur ausweiten?). Warum sollte in Gothic mehr stecken als in anderen Musikszenen? Problematisch wird es erst, wenn man zuviel hineininterpretiert. Wenn man für die eigentlichen Kennzeichen blind geworden ist (wie das, was Exiled Xeno ein paar Beiträge zuvor in Stücke gerissen hat, nämlich den Bezug zur Musik, zu der sich die Szene entwickelt hat, von der sie aber anscheinend keine Ahnung mehr zu haben scheint) und meint, Gothic sei soetwas wie 'ne Freimaurer-Loge. Sowas funktioniert vielleicht im kleinen Kreis, aber nicht szeneweit.

Der Unterschied zu anderen Szenen lag höchstens darin, dass durch Gothic jede Menge Freaks, Querdenker und introvertierte Gestalten angezogen wurden, die mit dem üblichen Frohsinn ("die Welt ist supertoll, kommt doch alle feiern") und dem nahezu vorbestimmten Lebensweg (Schule, Arbeit, Familie, Tod) nichts anzufangen wussten. Da lag immer etwas Nachdenklichkeit und Sinnsuche in der Luft ("Ist da sonst nichts?"), was aber gerade in der Pubertät nichts Ungewöhnliches ist. Das wiederum führte zu diversen philosophischen Ansätzen - aber nicht Philosophie im Sinne großer Denker, sondern eher infantil behaftete Küchentischphilosophie. Und diese wiederum förderte den Elite-Gedanken ("Ich hebe mich von der blinden, geradeaus denkenden Masse ab - also bin ich besser"). Aber auch das war nicht szeneweit vorhanden und ist, wohl gemerkt, längst Geschichte. Das waren die End-80er und Früh-/Mitt-90er. Mittlerweile sind wir eben bei Ballermann und Moshpit, eigene Merkmale, die Gothic als etwas Selbständiges ausweisen, gibt es nicht mehr.
belladonnaLetztendlich bekommt man doch immer genau das was man erwartet ;) Wer erwartet entäuscht zu werden, der wird auch entäuscht. Man findet ja gothseidank immer etwas zum Meckern, was unbedingt nötig ist, um sich selbst in einer Gruppe von Gleichgesinnten noch schön elitär abzuheben :rolleyes:

Da halte ich persönlich es doch lieber so, nicht alles zu schwarz zu sehen und mich selbst nicht überdimensional ernst und wichtig zu nehmen ;) Das ist übrigens auch der Schlüssel dazu im Handumdrehen genau die Leute zu treffen, auf die man beim Einstieg in die Szene zu treffen gehofft hat ;)
Ich persönlich kann mich jedenfalls nicht beklagen was meinen Freundeskreis angeht und "schwarz sein" ist immer noch das was man daraus zu machen versteht ;)
ExiledArchangel[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
Es gab auch keine wirkliche, szeneweite Gesinnung (was soll bitte Gothic-Gesinnung sein? Und wie lässt sich das auf eine ganze Jugendkultur ausweiten?). Warum sollte in Gothic mehr stecken als in anderen Musikszenen? Problematisch wird es erst, wenn man zuviel hineininterpretiert. Wenn man für die eigentlichen Kennzeichen blind geworden ist (wie das, was Exiled Xeno ein paar Beiträge zuvor in Stücke gerissen hat, nämlich den Bezug zur Musik, zu der sich die Szene entwickelt hat, von der sie aber anscheinend keine Ahnung mehr zu haben scheint) und meint, Gothic sei soetwas wie 'ne Freimaurer-Loge. Sowas funktioniert vielleicht im kleinen Kreis, aber nicht szeneweit.[/quote]

Das Problem ist, dass "Goffick" zwar alles mögliche sein mag - nur eines mit Bestimmtheit nicht (mehr): eine Musikszene. Das mag bei Metal oder Techno/Industrial - noch - weitestgehend so sein, doch hier trifft es schon längst nicht mehr zu. Dieses ominöse "Goffick" hat sich von seinen Ursprüngen im Post-Punk längst zu etwas völlig davon losgelösten weiterentwickelt. Musikalische Bezüge und Einflüsse gibt es zwar nach wie vor - doch Post-Punk hat seine Hoheit, bzw. sein Machtmonopol in der "Szene" schon seit langem verloren - nicht nur an zahlreiche andere Stilrichtungen in der Musik - auch die von dir genannten "philosophischen" Aspekte haben enorm sowohl an Zahl wie an Bedeutung gewonnen - wobei das, was hier meist darunter verstanden wird, leider in den allermeisten Fällen von "richtiger" Philosophie noch sehr weit entfernt liegt.

[quote]Der Unterschied zu anderen Szenen lag höchstens darin, dass durch Gothic jede Menge Freaks, Querdenker und introvertierte Gestalten angezogen wurden, die mit dem üblichen Frohsinn ("die Welt ist supertoll, kommt doch alle feiern") und dem nahezu vorbestimmten Lebensweg (Schule, Arbeit, Familie, Tod) nichts anzufangen wussten. Da lag immer etwas Nachdenklichkeit und Sinnsuche in der Luft ("Ist da sonst nichts?"), was aber gerade in der Pubertät nichts Ungewöhnliches ist. Das wiederum führte zu diversen philosophischen Ansätzen - aber nicht Philosophie im Sinne großer Denker, sondern eher infantil behaftete Küchentischphilosophie. Und diese wiederum förderte den Elite-Gedanken ("Ich hebe mich von der blinden, geradeaus denkenden Masse ab - also bin ich besser"). Aber auch das war nicht szeneweit vorhanden und ist, wohl gemerkt, längst Geschichte. Das waren die End-80er und Früh-/Mitt-90er. Mittlerweile sind wir eben bei Ballermann und Moshpit, eigene Merkmale, die Gothic als etwas Selbständiges ausweisen, gibt es nicht mehr. [/QUOTE]

Die Ansätze zu höherem Denken und weiterreichenden Erkenntnissen als sie der brave Durchschnittsbürger anstrebt sind immer "infantil". Das Wesen der Philosophie ist es in hohem Maße, sich mit derart "pubertären" Fragen herumzuschlagen, doch der - ganz entscheidende - Unterschied zwischen Pubertät und Philosophie liegt darin, dass die Philosophie dort beginnt, wo die Pubertät endet. Der Philosoph hört mit dem Ende der Kindheit nicht damit auf, nach Antworten auf jene "infantilen" Fragen zu suchen, bei denen es sich nicht um nebensächliches, sondern um essentielles handelt. Er gibt sich nicht mit vorgefertigten Antworten zufrieden, lässt sich nicht abspeisen mit bequemen Scheinerklärungen. Der Spießer hingegen hört damit auf über solche Probleme nachzudenken, wird "erwachsen", wird zum "nützlichen", bzw. "wertvollen Mitglied der Gesellschaft", indem er sich vermeintlich Wichtigerem zuwendet: Job, Geld verdienen, Kindern, dem Haus im Grünen - er wird, wie er es selber nennt "zufrieden". Doch das Feuer des Philosophen, der Drang, mehr über die Welt und das Wesen der Dinge zu erfahren und das Gegebene zu überschreiten - ist die permanente [I]Unzufriedenheit[/I] mit dem Gegebenen, aus der sich dieser Drang speist, es gerade nicht als - sei es nun von einem imaginären Gott oder aber schnöden "Sachzwängen" - "gegeben" anzuerkennen und widerspruchslos hinzunerhmen.
Vorwärts FDJ!Ach, machen wir uns doch nichts vor. Es hat sich nirgendwo hinentwickelt. Die eigentliche Grundlage ging spätestens Mitte der 90er verloren, heute ist kaum noch etwas übrig, das einer "Szene" ein Standbein bieten könnte. Die "philosophischen Aspekte" treffen auf eine Ansammlung von Leuten zu, die man - figurativ ausgedrückt - in 'nem Mini-Rover unterkriegt, während der überwiegende, an Philosophie nicht im Geringsten interessierte Teil die großen Schulbusse fährt. Erstere sind jene Leute, die auf Foren wie diesem hier oder "Schwarzes XXX" (Bitte ersetzen Sie die Kreuze durch eine Stadt/ein Bundesland Ihrer Wahl) wiederfinden - pro Forum höchstens 30 bis 50 aktive Teilnehmer. Die ganzen "Karteileichen" kann man nicht ernsthaft dazuzählen. Wie will sich diese Gruppe von einigen hundert Leuten bitte gegen eine "Szene" von mehreren zehntausend, sich (zumeist situationsabhängig oder gar völlig willkürlich) "Gothic" schimpfenden Gestalten behaupten, denen es in erster Linie um's Styling und um's Feiern geht?
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
[B]Bei Cryonic und archon mag ich mich geirrt haben, aber deine Schreibse erkenne ich unter tausenden. Ja ja, Scheiß "Goffick"-Thread, aber selbst immer mittendrin. :D [/B][/QUOTE]
Verwechselst du das nicht gerade mit Gothantroph?
Ich les da nix über Kapitalismus, Kommunismus und Anarchismus
und dem bösen kommerz oder der Versklavung der Menschheit,
das KANN nicht Xeno sein XD

exil:

[QUOTE]Das mag bei Metal oder Techno/Industrial - noch - weitestgehend so sein, doch hier trifft es schon längst nicht mehr zu[/quote]
Der Metal und der Techno sind in vielen "schichten" unterteilt.
Da tummeln sich einfach viele Musik"szenen" dann auf
bestimmten Einzelteffpunkten wieder zusammen, das andere
ist dann völlig unterschiedlich. Bestimmte Bands oder Festivals
verbinden dann sehr sehr grob das ganze. Ansonsten sind
es einfach Grundverschiedene Gruppen. Es gibt an sich keine
echte Gemeinsamkeit zwischen dem Nachdenklichen,
Romantischen Möchtegernphilosophischen Suicidal Black Metaler
und dem "Wacken Stinkern Saufen und nie Ficken weil zu
besoffen Metal Brother". Beide hören einige Bands, die sich
überschneiden und die verbinden das dann eben...
Das gibt es im Goth aber nicht, da dort die Musik zu unter-
schiedlich ist, nicht die Lebenseinstellung. Die einen hören
Ballermann Musik, was den anderen Brechreiz verursacht,
die können aber beide gleich angezogen sein und beide vom
Denken/verhalten gleich sein. Beim Metal verbindet die Musik
das ganze, beim Goth trennt sie das ganze...

Alles andere drumherum findet man überall auch. Dieses
Bla bla Elite, Bla bla Philosophische und Melanchilische
und..ja alles andere ist überall anders auch. Auch wenn
jeder denkt, das für sich pachten zu können....
Vorwärts FDJ![QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
[B]Verwechselst du das nicht gerade mit Gothantroph? Ich les da nix über Kapitalismus, Kommunismus und Anarchismus und dem bösen kommerz oder der Versklavung der Menschheit, das KANN nicht Xeno sein XD[/B][/QUOTE]
Gothanthrop/Zerbrochener nutzt zwar auch das Wort "Goffick", aber sein Schreibstil ist ein anderer. Die hartnäckige Meinung, Gothic sei nur Trend gewesen und als Genre gar nicht existent, vertritt eigentlich nur Xeno. ;-)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Goat93 [/i]
[B]Das gibt es im Goth aber nicht, da dort die Musik zu unterschiedlich ist, nicht die Lebenseinstellung. Die einen hören Ballermann Musik, was den anderen Brechreiz verursacht, die können aber beide gleich angezogen sein und beide vom Denken/verhalten gleich sein. Beim Metal verbindet die Musik das ganze, beim Goth trennt sie das ganze...[/B][/QUOTE] Sind für mich keine Goths. Die sind doch nur deshalb genauso angezogen, weil sie es bei X-tra-X oder in einem dieser Deppenheftchen gesehen haben. Normalerweise ist es so, dass sich Fans an ihren Musikidolen orientieren. Daher gab es ja überhaupt erst den Grufti-Stil, die Nephilim-Leute mit Hut usw.. Heute stimmt da überhaupt nichts mehr überein. Die Leute gucken sich den Style ab und hören Musik, die gar nicht zum Style passt. Schaut euch nur das Gothic-Magazin an. Da werden ständig (vor fünf Jahren zumindest noch) irgendwelche Leute im Batcave-Style präsentiert, aber inhaltlich widmet sich das Heft irgend einem Blödsinn, der mit Batcave, Tradgoth, Wave etc. überhaupt nichts zu tun hat. Die tauchen dort, genau wie in jedem anderen Magazin, nur noch nebenbei auf. Diesen Mischmasch aus falscher Musik und unpassendem Styling kann man nun wirklich nicht ernst nehmen. Hier wurden sämtliche bestehende Zusammenhänge ausgehebelt.
CryoniCIch geb auch ma meinen senf dazu....
Seit dem ich selbst in den düsterclubs und auf großevents unterwegs bin (dürfte etwas mehr als 5 jahre sein), sehe ich auch das alles quer beet getragen wird und die musikrichtungen absolut nicht ans styling angepasst sind. Sprich romantics bei Suicide Commando konzi und n cyber bei nem goth-rock act.

Es ist doch egal wer was hört und was dazu trägt. Die klamotten sollen zum mensch passen. Der eine sieht mit military lächerlich aus, dafür ist er in romantic-outfits ausgehreif fürs WGT. Und umgekehrt.
Und musik hat gar nix mit klamotten zu tun, ausser man will selbst zeigen, was man denn hört > erst dann zieht man passende kleidung mit symbolen/buttons/schriftzügen (bei bedarf). Die klamotten dienen höchstens als zeichen, zur welcher abteilung die person sich zählen könnte.

Die gesamte underground tekkno szene ist auf normale klamotten umgestiegen > die leute tut man draussen nicht erkennen, es sei denn es gibt symbolik auf der kleidung. Und der musik hats keinen abbruch getan^^


Gothic ist derzeit einfach eine schöne partyszene mit diversen eigenarten (das sich verschiedene abteilungen z.B. angiften, in keiner anderen szene kenn ich so eine extreme sturheit^^). Nicht mehr und nicht weniger.
Ganz am anfang wars auch genau so, dann haben irgendwelche leute irgendwelche "grundlagen" drangeklebt. Ideale und Ideen gab es in der form doch nie.


Und das mit den musikrichtungen find ich übertrieben. Die alten sachen sind kaum noch vorhanden, R.I.P. - gothrock, new wave & co jucken heute keinen mehr.
Und rest schimpft sich doch nicht gothic, sondern mittelalter, hellektro, futurepop, rhytmic noise & was es da noch gibt.
Und all das ist in der schwarzen szene gelandet, kA wieso und weshalb.


Gothic
R.I.P.

Und nu jetzt ruhe hier^^
Vorwärts FDJ!Wenn das so egal wäre, gäbe es keine Szenen, das kannste mir glauben. Alles hatte Hand und Fuß, das Styling war der jeweiligen Musik angepasst, nicht nur im Goth. Und das hatte damals niemanden gestört - im Gegensatz zu heute. Heute will alles nur noch superindividuell sein. Dass sich das mit den üblichen Szenekonventionen beißt, scheinen die überhaupt nicht zu merken. Dieses Kreuz und Quer der letzten Jahre verbinde ich eher mit dem Zerfall von Szenen, wie er seit Ende der 90s zu beobachten ist (und das betrifft vor allem Szenen der 70er/80er und schnelllebige Szenen wie die Techno-Szene der 90er) sowie mit der falschen Darstellung der Musikkultur durch die kommerziellen Medien.
ExiledArchangel[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
[B]Wenn das so egal wäre, gäbe es keine Szenen, das kannste mir glauben. Alles hatte Hand und Fuß, das Styling war der jeweiligen Musik angepasst, nicht nur im Goth. Und das hatte damals niemanden gestört - im Gegensatz zu heute. Heute will alles nur noch superindividuell sein. Dass sich das mit den üblichen Szenekonventionen beißt, scheinen die überhaupt nicht zu merken. Dieses Kreuz und Quer der letzten Jahre verbinde ich eher mit dem Zerfall von Szenen, wie er seit Ende der 90s zu beobachten ist (und das betrifft vor allem Szenen der 70er/80er und schnelllebige Szenen wie die Techno-Szene der 90er) sowie mit der falschen Darstellung der Musikkultur durch die komerziellen Medien. [/B][/QUOTE]

Eben darum - weil es solche "Szenen" im alten Sinne kaum noch gibt und keiner sie mehr haben will - weil das Denken mittlerweile über die damit verbundenen einengenden Kleidungs- und Musikkonventionen, wie sie damit einhergehen, hinausgewachsen ist.

Dabei hatte selbst diese alte, verstaubte, in weiten Teilen schrecklich wertkonservative Post Punk/Goffickrock-Szene, die sich klar vom politisch und systemkritisch orientierten Punk abgrenzte, schon sehr früh Berührungs- und Bezugspunkte zu anderen "Szenen", die zeitgleich oder wenig später auftraten. Industrial z.b. entstand nahezu zeitgleich als Parallelbewegung, die mit den "echten" Gofficks zumindest teilweise das "düstere" Lebensgefühl gemein hatte - und die Verbindung zu Metal lässt sich ebenso einfach wie sinnvoll damit erklären, dass Gothic Metal wie z.b. Paradise Lost, The Gathering, Anathema, Moonspell, Tiamat, Cemetary, My Dying Bride u.a zwar aus dem Death- Doom- und teilweise BM hervorgegangen waren, dabei jedoch Elemente des sog. "Goffick-Rock" aufgriffen...so kam es, dass sich im Zuge dieser Überschneidungen, des Austausches von Stilelementen zwischen den verschiedenen "Szenen" sich auch deren Personal in zunehmenmdem Maße vermischte...dass das nicht immer nur Vorteile mit sich gebracht hat, mag sein, doch hat die ursprüngliche "Goffick"-Szene davon wohl leztendlich mehr profitiert als eingebüsst, denn einzubüssen hatte sie eigentlich nie sehr viel - man muss sich vor Augen halten, dass sie als Kontra-Bewegung zum Punk-Vorläufer eine Rückkehr, einen Rückschritt zum konservativ-miefigen Wertesystem, eine Rückbesinnung auf das politische Establishment bedeutete, die gerade mit dem vermeintlichen Desinteresse am Politischen durchaus geschickt kaschiert werden konnte. Man kehrte in den Schoß der bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Werten und Konventionen zurück, wennauch vielleicht nur hinter vorgehaltener Hand und indem man von sich vehement das Gegenteil behauptete.
CryoniCDer harte kern der szenen bleibt aber erhalten - man siehts am tekkno z.B. - es wurde zwar jeder bezug zu den bunten pillenfressenden loveparade-besuchern gekappt, aber die szene lebt sehr wohl und hat vor allem ruhe.
So wirds auch allen anderen am ende ergehen.

Sicherlich ist das styling an die jeweilige musik angepasst, in jeder szene. Auch bei metalheads merkt man das, heavy-anhänger sehen deutlich anders aus als die metalcore-hörer oder die anhänger des Nu-netal.
Genau so ists in der schwarzen szene, kleidung passt meistens zu dem was die jeweilige person anhört. Die person muss sich aber aufgrund der angezogenen klamotten nicht auf 1-2 musikrichtungen beschränken.
Es gibt viele altgrufties die die aktuellen elektro-sachen hören. Und auch viele cyber, die von noise bis gothrock sich reinziehen > und man siehts denen nicht an.

Und die falsche darstellung der musikkultur.. die sehe ich irgendwie nicht so wirklich (könnte daran liegen das ich kommerzielle medien zu dem thema nicht nutze/beachte, es gitb genug spezialisierte portale im netz, die sich mit der audio-abteilung beschäftigen). Schranz ist und bleibt schranz - da wurde halt nur bissl mit dem begriff hardtekk was gemacht...
Auch in der metalabteilung ist alles senkrecht und alles wird beim namen genannt, selbst bei der werbung für n album im fernsehen oder in ner zeitschrift.
In jeder anderen szene auch.
Weiss nicht genau wie du das mit der falschen darstellung meinst, aber für mich sieht alles passend aus. Kein hopper macht werbung für Agonoize und kein metaller präsentiert Tiesto. Auch die grundlegenden infos zu jeder szene sind korrekt, die in den (von mir benutzten) medien zu sehen sind.
IslafilIch sag ja: Nix is so, wie's mal war!

Ich hab mich schon ein paar Einträge vorher drüber aufgeregt, dass man heut zu Tage keine "richtigen" Grufis mehr findet...(zumindest MEINE Wenigkeit findet keine Gleichgesinnten...)

Oder kann man heute noch jemanden aus der "Szene" finden, der mit einem aufden Friedhof geht, mit einem ne Flasche Rotwein genießt und mit einem über den Weltschmerz disskutiert und sinniert??!!...Nurnoch SEHR WENIGE...

Außerdem: Die ganzen Partyleute ham DEFFINITIV NIX mehr mit Gothic zu tun und mit dem Gruftitum SOWIESO NET!
Islafil@ ophidia: Kennst du den User "Sandmann"?
Ich find er hat die Richtige Einstellung! Und ich Teile seine Meinung!

Juhuu, jemand der mit mir Rotwein tilgt ;-)
IslafilIch wohne bei kaiserslautern...,d.h. bielefeld is en bissel weit weg...leider...Aber man findet bestimmt sicher mal ne Gelegenheit.
xMoriturusxJawoll ein "Goffick"-Thread, da muss ich mich als stiller Mitleser doch auch mal wieder zu Worte melden.

[QUOTE][i]Original geschrieben von ExiledArchangel [/i]
[B]Es ist nicht mehr das, was es anfangs mal war - korrekt - doch das, was es war, war nie sehr viel: Nämlich Spaß und Party, kiffen, saufen und ficken[/QUOTE]

Das ist Geschichtsverfäschung (es sei denn Du beziehst Dich darauf, dass es Mitläufer schon immer gegeben hat) und Ignoranz einer musikalisch orientierten Bewegung samt Geisteshaltung die ca. 15-20 Jahre lang existierte - [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Gothic_(Kultur)]hier[/URL] steht eigentlich alles selbst für den Noob von nebenan plausibel geschrieben. Es gab eigene Musikstile, szenetypisches Styling, Inhalte, je nach Ausrichtung Ideale und eine gemeinsame Wurzel. Ganze fünf Charakteristika die spätestens ab 2000 nicht mehr auf den Großteil der Szenerepräsentanten zutreffen. Gothic war sehr wohl einmal klar definiert.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
[B]Gothanthrop/Zerbrochener[/QUOTE]

... jetzt fehlt nur noch der Mestigoth, Elend und der Sandmann, und das Schreckenskabinett wäre vollzählig :eek:

[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
Die hartnäckige Meinung, Gothic sei nur Trend gewesen und als Genre gar nicht existent, vertritt eigentlich nur Xeno[/QUOTE]

Ich finde es zumindest amüsant, dass ExiledArchangel in einem seiner ersten Beiträge zufälligst Xenomorph zitiert ... selbstverständlich mit verblüffend anlicher Syntax und Interpunktion :D
TodessehnsuchtHier wird nich ernsthaft gemecker das die Leute nich mehr anhand der Kleidung auf einen Musikstil zu fixieren sind oder? Bekommen wir bald alle ein grosses Schild wo drauf steht was wir hören dürfen worauf wir stehen usw.?

Zumal wenn irgendwer Dead can Dance hört bissel Horrorpunk, Alien Sex Fiend, Screams for Tina ab und an Sopor Aeternus und dazu noch All gone Dead und Cinema Strange ... was darf man denn da anziehen? :P oder muss man jetzt als Gemixthörer immer nackig rum laufen?

Gerade Kleidung sollte etwas sein wo man sich selbst dar stellt und sie trägt weil sie einem gefällt oder man eine Aussage damit tätigen will!
xMoriturusx[QUOTE][i]Original geschrieben von Todessehnsucht [/i]
Gerade Kleidung sollte etwas sein wo man sich selbst dar stellt und sie trägt weil sie einem gefällt oder man eine Aussage damit tätigen will! [/B][/QUOTE]

Eben. Und genau deshalb gab es unterschiedliche Kleidungsstile in der Gothic Szene - authentischer gehts nimmer.

Heute jedoch ist die Kleidung weder Stilmerkmal noch Ausdruckmittel und somit nicht verwunderlich, eine vermeintlich barocke Dame zu Combichrist herumhuren zu sehen.
|Dunkelschön|[QUOTE][i]Original geschrieben von CryoniC [/i]
[B]

Die gesamte underground tekkno szene ist auf normale klamotten umgestiegen > die leute tut man draussen nicht erkennen, es sei denn es gibt symbolik auf der kleidung. Und der musik hats keinen abbruch getan^^


Und das mit den musikrichtungen find ich übertrieben. Die alten sachen sind kaum noch vorhanden, R.I.P. - gothrock, new wave & co jucken heute keinen mehr.[/B][/QUOTE]

Gothic Rock hat sich genauso zurück gezogen wie du das weiter oben mit den Tekkno beschrieben hast, in mancher Hinsicht auch gut so - Gibt immer noch genug gute Acts wenn man sich ein wenig anstrengt und sucht und sich nicht nur auf die 3 Käseblätter verlässt wo eh überall die selben Beiträge drinstehen. Würde mich nicht wundern wenn diese eh nur mit "Copy & Paste" zwichen den Redaktionen hin und hergemailt werden.

Zum Klamottending: In der Woche renn ich auch ganz normal,, halt mehr oder weniger schwarz als Grundton evtl. nur ganz kleine Erkennungsmerkmale wie Hut, Lederklamotten... man kann halt nicht immer gleich dran erkennen was der jenige hört, was er mag. Das hat nix mit Faulheit zu tun sondern ganz einfach weil nicht die Zeit ist 2 Stunden vorm Spind zu stehen und von jener auf Arbeitsklamotte zu wechseln. Letztens der Elektriker bei uns in der Firma: "Du hörst Nephilim? Die gibts noch!? - habe dich so gar nicht [I]erkannt[/I]"

Genauso andersrum wenn ich aufm Gothrock event bin und genauso annerkennende Blicke bekomme wegen des Underground Resistance - Shirts.
ExiledArchangel[QUOTE][i]Original geschrieben von |Dunkelschön| [/i]

Gothic Rock hat sich genauso zurück gezogen wie du das weiter oben mit den Tekkno beschrieben hast, in mancher Hinsicht auch gut so - Gibt immer noch genug gute Acts wenn man sich ein wenig anstrengt und sucht und sich nicht nur auf die 3 Käseblätter verlässt wo eh überall die selben Beiträge drinstehen. Würde mich nicht wundern wenn diese eh nur mit "Copy & Paste" zwichen den Redaktionen hin und hergemailt werden.

Zum Klamottending: In der Woche renn ich auch ganz normal,, halt mehr oder weniger schwarz als Grundton evtl. nur ganz kleine Erkennungsmerkmale wie Hut, Lederklamotten... man kann halt nicht immer gleich dran erkennen was der jenige hört, was er mag. Das hat nix mit Faulheit zu tun sondern ganz einfach weil nicht die Zeit ist 2 Stunden vorm Spind zu stehen und von jener auf Arbeitsklamotte zu wechseln. Letztens der Elektriker bei uns in der Firma: "Du hörst Nephilim? Die gibts noch!? - habe dich so gar nicht [I]erkannt[/I]"
[/QUOTE]


Naja, bei dem Hut weiss jeder sofort, dass du McCoy/ Nephilim-Anhänger bist - selbst wenn der Rest dann eher zusammengewürfelt sein mag...ist ja auch o.k., ein spezielles Erkennungszeichen eines Künstlers, der einem persönlich viel bedeutet und dem man sich besonders verbunden fühlt, aufzugreifen...auch wenn es gerade hierbei schnell zu Übertreibungen führt, wie etwa bei den vielen Typen, die ständig mit Robert Smith-Frisuren oder Andrew Eldritch-Sonnenbrillen herumrennen.

Ich hingegen schätze es eher nicht, von Leuten aufgrund meiner Kleidung sofort in eine Schublade einsortiert zu werden...ich mag es lieber, wenn die Menschen ein wenig grübeln müssen, was sie denn mit mir anfangen sollen und wen sie da eigentlich vor sich haben ;) - denn mal ehrlich: man ist doch viel interessanter für andere, wenn das Äußere zwar gewisse Anspielungen und subtile Andeutungen enthält, jedoch nicht gleich mit der Holzhammermethode eine klare Aussage vermittelt, "wohin der/die denn gehört", wo jeder gleich sagen kann: "da ist schon wieder so ein Andrew Eldritch/Robert Smith or whoever-Verschnitt"...und leider lebte die Altgoffick-Szene zu einem großen Teil gerade von solch plumpem Nachahmertum, dem es entschieden an eigenen Ideen, an Kreativität in Sachen Kleidung/Stil überhaupt, ermangelte...ich möchte halt kein Mitläufer einer "Szene" sein, nicht gleich jedermann/frau meinen Musikgeschmack auf die Nase binden, sondern in meiner Ganzheitlichkeit als Mensch wahrgenommen werden - und dabei steht irgendwelches Szenegedöns eher im Weg als es hilfreich ist...
Vorwärts FDJ![QUOTE][i]Original geschrieben von Todessehnsucht [/i]
[B]Hier wird nich ernsthaft gemecker das die Leute nich mehr anhand der Kleidung auf einen Musikstil zu fixieren sind oder? Bekommen wir bald alle ein grosses Schild wo drauf steht was wir hören dürfen worauf wir stehen usw.?[/B][/QUOTE]
Ich denke, mit etwas Nachdenken dürfte jedem bewusst sein, wie es gemeint war. Es geht vielmehr um Zusammenhänge und Ursprünge, um ursprüngliche Zusammenhänge -> Musik -> Kleidung. Niemand schreibt dir was vor. Mit Ausnahme des Verzichts der Bezeichnung "Gothic", denn die gehörte nun mal zu etwas anderem (OK, bei dir vielleicht nicht, du zielst geradewegs in die Gothic-Ecke, aber Combichrist-Fans z.B. sind für mich keine Goths, denn ein Bezug zur Gothic-Musik liegt hier nicht vor. Da ist's mir egal, welche Wäsche sie tragen).

[QUOTE][i]Original geschrieben von ExiledArchangel [/i]
[B] leider lebte die Altgoffick-Szene zu einem großen Teil gerade von solch plumpem Nachahmertum, dem es entschieden an eigenen Ideen, an Kreativität in Sachen Kleidung/Stil überhaupt, ermangelte... [/B][/QUOTE]
Nur gut, dass das nur im Gothic der Fall war und Metalheads, Punks, Hip-Hopper und die ganzen Grunge-/Kurt-Cobain-Verschnitte davon ausgenommen sind. Xeno, du bist heute wieder sehr belustigend. :D
Goat93[QUOTE][i]Original geschrieben von Todessehnsucht [/i]
[B]

Zumal wenn irgendwer Dead can Dance hört bissel Horrorpunk, Alien Sex Fiend, Screams for Tina ab und an Sopor Aeternus und dazu noch All gone Dead und Cinema Strange ... was darf man denn da anziehen? :P oder muss man jetzt als Gemixthörer immer nackig rum laufen?

Gerade Kleidung sollte etwas sein wo man sich selbst dar stellt und sie trägt weil sie einem gefällt oder man eine Aussage damit tätigen will! [/B][/QUOTE]

Du setzt Prioritäten. Was du Schlußendlich alles in deinem
Plattenschrank stehen hast ist wie mit den Sockensorten,
es geht niemanden etwas an. Wenn du dich selbst
in dieser Romantischen Goth Barock Richtung siehst, ist
es generell scheißegal, ob du dann doch lieber merzbow
hörst statt was anderes. Nur zu behaupten Merbow wäre
Romantischer Barock Goth ist eben öhh unharmonisch.
Ich hoffe, der Unterschied kommt klar rüber ;)
rainraven[QUOTE][i]Original geschrieben von Todessehnsucht [/i]
[B]oder muss man jetzt als Gemixthörer immer nackig rum laufen?
[/B][/QUOTE]

das würde die ganzen halbnackten Gestalten in den Clubs zumindest erklären...das sind lauter "Gemischthörer", die verwirrt sind, was sie noch anziehen dürfen...:D :D


Ich finde das albern. Wie an anderer Stelle schon erwähnt, zieh ich mich auch auf dem WGT nicht für jedes Konzert um, bloß, weil ich einen weitgefächterten Musikgeschmack habe. Was nach Eurer Einstellung dann ja verboten wäre, da man nicht "als barocke Dame zu Combichrist herumhuren(??)" darf. Mir wurscht, die Haarteile bleiben droben, egal, ob ich zu Neofolk gehe, zu Military Pop, zum Mittelaltermarkt, zu Gothrock, zu Elektro oder zu "Techno", denn ich mag all das. (Und ich würde auch Rosenstolz so mitnehmen...;) )

Die Kleidung mag Ausdruck seiner selbst und seines persönlichen Stiles sein, richtet sich aber nicht primär nach einer bestimmten Musikrichtung oder deren Anhänger. Aus dem Alter, in dem man Bandshirts seiner Lieblingsgruppe trug, egal, ob scheußliche Totenschädel drauf waren oder man exakt dasselbe Stirnband wie der Lieblingssänger tragen mußte, bin ich raus. Ich bezeichne mich als "Freund elektronischer Musik, der schwarzen Szene zugehörig" und denke, das kann schon so rüberkommen, auch im Alltag, aber ich legs nicht drauf an und mache meine Kleidungswahl in erster Linie davon abhängig, wonach mir gerade ist und worin ich mich wohl fühle (und natürlich auch ein wenig, was dem Anlaß angemessen ist).

Und dieses "ich sitz mit einer Pulle Rotwein nachts auf einem Grab und jammere über das Schlechte am Dasein"-gabs das wirklich? Ich dachte, das wäre so DAS Klischee eines Grufties, ebenso wie das Im-Sarg-Schlafen und Gläserrücken und Katzenschlachten, alles, wovon man sich als "Schwarzer" heute so gerne peinlich berührt distanziert...:)
Goat93Die Kleidung ist ein "Spiegel" der Szene und deren Inhalte.
Es ist an sich egal, ob du nach Combichrist in Unterwäsche
oder violl aufgetakelt hingehst, den Unterschied merkst du
spätestens beim Tanzen. Es geht mehr um die Inhalte,
deiner Interpretation nach gibt es keinerlei Inhalte. Ist
auch völlig in Ordnung, nur gibt es da auch keinen Unterschied
dann zu allen anderen Musikarten, was du wiederum ab-
sprichst. Einerseits willst du etwas darstellen, andererseits
passt es dir aber nicht, das dieses darstellen nicht totale
freiheit in der banalität bedeutet. Wenn du als Barockdame
zum Combichrist Konzert gehst, wirst du in der Regel als
Barockdame dort betrachtet und nicht als Knicklicht. Du kannst
dann auch nicht erwarten, das die Leute denken, das du
ein Süpertrüh Knicklicht of the Rave Partyyyyyyyyyyyyyyy gogo
World bist, sondern ein Barockdämelsche. Wenn du mit
Knicklichtgürtel und Netzsocke zu einem Tears for Fears
Konzert gesht, wirst du eben als Netzsockenknicklicht betrachtet
und nicht als Satanistischer Skinhead, da dir dann dabei die
Flecktarnunterhösschen fehlen XD

Was aber entscheident ist, du kannst nicht grufti und Knicklicht
zugleich sein!
Du kannst auch nicht Skinhead und Langhaardackel zugleich
sein ;)
rainravensähe vermutlich auch nicht so prickelnd aus...:eek:

Was mir in Threads dieses und ähnlicher Inhalte immer auffällt, ist, daß mir scheinbar die Worte im Mund verdreht oder falsch verstanden werden. Einerseits wurde mal erwähnt, "Gothic" wäre mehr als nur eine Musikszene und das Aussehen hätte nichts oder nicht erstrangig mit Musik zu tun, dann wird das alles wieder widerlegt bis zu der Behauptung, "Gothic" gäbe es gar nicht und die "Szene" hätte es nie gegeben (???) und dann wird quasi auch noch behauptete, man könne- gemessen an einem bestimmten Kleidungsstil, der einem eigen ist-auch nur eine Sparte bestimmter Musik vertreten, gut finden oder ausleben oder was auch immer man mit Musik machen kann. Sicherlich spiegelt sich eine gewisse Zugehörigkeit zu einer bestimmten Strömung-individuell gewählt oder von der Gruppe beeinflußt-immer oder fast immer im Äußeren wider (ich kenne auch Leute, die hören dieselbe Musik wie ich, finden das gut, was auch andere Szeneangehörige gut finden, aber rein äußerlich würde man sie nicht für "schwarz" halten), aber die Entscheidung, einen bestimmten Stil zu tragen oder zu verfolgen, hindert einen nicht daran, sich auch für andere Musikrichtungen oder Interessen zu begeistern. Und ich rede jetzt nicht nur von Musik.

Grob gesagt "sehe" ich mich schon als "Cyber", auch wenn ich im Pyjama rumlaufe, ebenso wie ich nicht aufhöre, "Biologe" oder "Sportler" oder was auch immer zu sein, auch wenn ich im Urlaub bin, schlafe, mich gerade der Kunst hingebe, esse oder was auch immer. Eine gewisse Identifikation mit einer wie auch immer gearteten Gruppe ist also vorhanden, aber die muß sich zum einen nicht immer und in jeder Situation im gleichen Maß nach außen hin zeigen und zum anderen enthebt sie mich nicht anderer Interessen, die ich gleichzeitig pflege.
Andersrum geführt, steht mir natürlich frei, mich der jeweiligen Situation (optisch oder anhand bestimmten "Equipments")anzupassen, was aber nicht unbedingt bedeuten soll, daß ich mich da "zugehörig" oder wie auch immer man es ausdrücken soll, fühle. Wenn ich auf einen Mittelaltermarkt gehe, ziehe ich ein Kleid an, weil es mir Spaß macht, wenn ich zum Sport gehe, trage ich ein Sportdreß und im Beruf Arbeitsschutzkleidung, weil es erforderlich ist. Doch ich bleibe immer "ich" innendrin. Und wenn ich drei oder mehr stilistisch konkurrierende Veranstaltungen oder Situationen an einem Tag habe, muß ich halt das wählen, was zu allem paßt oder worin ich mich am wohlsten fühle. Deswegen gibts halt auf dem WGT weiterhin Haarteile im HeiDo. Aber das tut ja hier nichts zur Sache. :)

Deiner Logik gemäß heißt das dann, ich bin immer ein Knicklicht, auch wenn ich aussehe wie ein Skinhead. :)
Goat93[QUOTE]Einerseits wurde mal erwähnt, "Gothic" wäre mehr als nur eine Musikszene und das Aussehen hätte nichts oder nicht erstrangig mit Musik zu tun, dann wird das alles wieder widerlegt bis zu der Behauptung, "Gothic" gäbe es gar nicht und die "Szene" hätte es nie gegeben (???)[/quote]
Das mag eventuell vielleicht unter umständen bedingt daran
liegen, das hier mehrere Leute mit verschiedenen Ansichten
schreiben. Kommt mir jedenfalls ab und zu mitunter so vor,
als wenn das wirklich annähernd so sein könnte, wenn ich
mir die Beiträge mehrerer leute durchlesen.
Aber wie gesagt, das ist nur eine Vermutung und so ein
"Bauchgefühl" vor allem daher resultierend, das dort so lustige
verschiedene namen links oben immer stehen...

[quote]Doch ich bleibe immer "ich" innendrin

Deiner Logik gemäß heißt das dann, ich bin immer ein Knicklicht, auch wenn ich aussehe wie ein Skinhead. [/quote]
mensch du kommst dem ganzen ja so langsam mal etwas
näher. Die Hoffnung kommt zuück XD

Das "ich" in dir ist das entscheidende, du kannst dich noch
so sehr äußerlich verändern, das innere muß es dabei nicht
tun. Und darum geht es eben auch. Da der Slogan "man trägt die
Seele nach außen" so gerne hervorgeholt wird, einmal zynisch
das dann auch von mir draufgepappt. Die Leute sind eben
Knicklichter, egal ob sie Pyjama oder Arbeitskleidung anhaben,
da sie sich so "fühlen" und ihr "ich" sich danach ausrichtet.
Das nannten dann einige Blödians "lebenseinstellung" oder
"way of life". Sowas funzt auch wundelbla, solange nicht jeder
alles sein will. Denn zwischen einem Sozialarbeiter und einem
bösen Black Metaller liegen Ideologische Welten. Nicht
von der Musik, sondern vom Lebensgefühl her. Witzigerweise
sind heute so einige Sozialarbeiter auch nebenbei Black Metaller
und einige Black Metaller nebenbei Sozialarbeiter, es geht eben
heute alles. So können auch Nationalsozialistische Black metaller
gegen Faschismus sein *bösegrinz*. Das nennt man dann
Ironie des Lebens.
rosenkindwas heißt denn, die alten Ideale werden nicht weitergegeben? Das ist doch in 5 Sätzen getan!:

- denk dir irgendwas aus, was irgendwann zutiefst gruftig gewesen sein soll und heute nicht mehr da ist

- mytsifiziere es so, dass niemand mehr merkt, um was es eigentlich geht

- kleide es mit ein paar Seufzern aus, dass die Szene im Untergang begriffen ist und du als alter Hase in tiefer Trauer zu einer aussterbenden Elite gehörst

- zieh den Text mit möglichst vielen Füllwörtern so in die Länge, dass ein 10-seitiger Beitrag daraus wird

- und poste das ganze in regelmäßigen Abständen in verschiedenenen Variationen in sämtliche Threads der "Augen durch die Nacht"

et voila! ;)

[QUOTE]Interessant sind die Gedanken, die die Menschen haben. Die Themen, mit denen sie sich beschäftigen. Die Empfindungen, die sie zulassen. [/QUOTE]

Was haben Gedanken, Themen und Empfindungen mit "Gothic" zu tun? Ich hab in meiner Gothiczeit liebend gerne gerne Lyrik und Prosa aus dem 19. und 18. Jahrhundert gelesen... und komisch: vor meiner Gothiczeit genauso. Unsere Tageszeitung interviewte einmal Menschen aus der Stadt, was ihre Lieblingsorte seien, einer gab den Altsstadtfriedhof an und schwärmte von der Ästhetik dieses Ortes - und komisch: es war kein Gruftie. Man sollte Form nicht mit Inhalt verwechseln. Gothic ist (oder war?) - wenn überhaupt - nicht mehr als eine der aktuellen Fassaden, Verkleidungen, Formen für Gedanken, Themen und Empfindungen, die Menschen immer wieder mal bewegten.
Goat93Ich würde nicht unbedingt Fassade sagen, eher Sammelbecken
dieser Merkmale und das wird heute einfach nicht mehr
akzeptiert. Es kommen keinerlei eigene Interpretationen,
Ideen, Ideale, Umsetzungen dazu, die in dieses Sammelbecken
passen. Man stelle sich einen rieeeeeeeeeeeesigen Schwarzen
Kessel übr einem düsterlustigen Feuer vor, und jeder gibt was
in die Suppe zu. Einer eben einen Kuscheligen Friedhof, der
näxte die Supie Krähennestfisuren, danach kommt die Literatur
usw usf...alles passt irgendwie irgendwodurch zusammen,
alles harmoniert in dem Tiopf, wie beim essen kochen. Jemand
macht eine Gemüsesuppe und packt eben Gemüse darein...

Und dann, Jahre später kommt jemand mit einer Flasche
Zitronensäure an und kippt die auch rein XD
ExiledArchangel[QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i]

Was haben Gedanken, Themen und Empfindungen mit "Gothic" zu tun? Ich hab in meiner Gothiczeit liebend gerne gerne Lyrik und Prosa aus dem 19. und 18. Jahrhundert gelesen... und komisch: vor meiner Gothiczeit genauso. Unsere Tageszeitung interviewte einmal Menschen aus der Stadt, was ihre Lieblingsorte seien, einer gab den Altsstadtfriedhof an und schwärmte von der Ästhetik dieses Ortes - und komisch: es war kein Gruftie. Man sollte Form nicht mit Inhalt verwechseln. Gothic ist (oder war?) - wenn überhaupt - nicht mehr als eine der aktuellen Fassaden, Verkleidungen, Formen für Gedanken, Themen und Empfindungen, die Menschen immer wieder mal bewegten. [/B][/QUOTE]


Wenn es für dich nur eine "Zeit" gewesen ist - wie etwa die Pubertät auch nur eine "Zeit" ist, der man wieder entwächst wie einem Paar zu eng gewordener Schuhe: dem zu "entwachsen" machte nur dann überhaupt einen Sinn, wenn das "danach" mehr und größer wäre als Goffick für dich gewesen ist...wirklich authentisch ist erst derjenige, der keine "Zeiten" mehr kennt, dafür aber - Zeit...denn Zeit zu haben bedeutet zeitlos zu sein - sich nicht mehr von außen diktierten Trends und "Phasen" vereinnahmen zu lassen...

Wie nennt sich eigentlich jemand, der die "Goffick"- Phase bereits hinter sich gelassen und mitsamt dem schwarzen Umhang an den Nagel gehängt hat? Post-Goffick? Ex-Goffick? oder einfach nur noch - "Mensch"...?

Tragisch wird die Sache allerdings dann, wenn "Goffick" alles gewesen ist - denn dann bliebe am Ende nichts, gäbe es kein "danach" mehr, sofern man keine neue "Phase" für sich entdeckt hat, in die man geschwind hineinschlüpft um sich abermals mit ein wenig geBORGter Identität aus der existenziellen Sinn(los) krise des postmodernen Menschen zu stehlen, der ja von derartigen Fremdidentitäten auf Gedeih und Verderb abhängig ist, weil er als Identitätsstifter aus sich selbst heraus versagt hat und somit die größte Lach- oder auch Heulnummer der Geschichte geworden ist.... heute sind ja alle Menschen so schrecklich wandelbar wie Chamäleons, die immer die Farbe des Untergrundes annehmen, auf dem sie sich gerade bewegen...nun, und wenn der auf einmal nicht mehr schwarz ist - sondern grün oder quietschrosa - den Rest kann man sich vorstellen...
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von ExiledArchangel [/i]
[B]Wie nennt sich eigentlich jemand, der die "Goffick"- Phase bereits hinter sich gelassen und mitsamt dem schwarzen Umhang an den Nagel gehängt hat? Post-Goffick? Ex-Goffick? oder einfach nur noch - "Mensch"...?
[/B][/QUOTE]Künstler, freies Individuum, "true "independent" und ein paar Leute laufen auch unter Avantgarde, das sidn dann die welche nach dem Studium genug Kohle gemacht haben um sich Avantgarde auch leisten zu können.

Jaguar statt Leichenwagen.

Und noch was kann ich Dir mitteilen, die "Hängelbleiber" werden meiste milde belächelt wenn man sie zu Pfingsten in Leipzig mal trifft.
IslafilAlso für mich hat "Gothic" auf jeden Fall mit Musik zu tun! Auch mit Gedanken, Gefühlen und den ganzen anderen Sachen, die vorher aufgezählt wurden.
"Gothic" ist meine Art, die Dinge so auszuleben und darzustellen, wie ich sie sehe und empfinde. (ich mag das Wort "Gothic" net.)
Da sagen aber leider zu viele Leute was dagegen...
Was is eigentlich soo falsch daran, ein klischee Grufti zu sein??
Auch die können "true" sein..(ich zumindest seh mich mal so an..)
Nur weil ich sehr stark 80's orientiert bin, Goethe, Poe, E.T.A Hoffmann lese, Frankenstein guck, mit ner guten Flasche Rotwein auf nen Friedhof geh um dort Gedichte zu schreiben und zu sinnieren über dies und das,die ganz alte Musik hör (Fields, Sisters, Bauhaus, The Cure usw.)...Is das denn schlimm?
Grade die klischee Leute finde ich toll! Nur wie gesagt: Es gibt hier ja (meiner Meinung nach) keine Gruftis mehr...
riomarIrgendwie fruchtlose Diskussion. Aber mich interessiert das Thema auch. Wir sind uns doch nur insofern einig, dass "Gothic" über die Musik hinausgeht. Dann kann man aber nicht bei Kleidung und Kriegsbemalung stehenbleiben. Sollen wir auf einem Schloss leben und zu barocken Tänzen durch Säle schweben?

Ich gebe zu, dass mir immer häufiger leicht übel wird, wenn ich auf Konzerten und Festivals unterwegs bin. Und mir wäre es sehr lieb, wenn es diesen ganzen technoiden Schweinemist, der sich vor allem in den Postillen breitmacht, nicht gäbe. Nach wie vor finde ich die Besetzung Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug spannend und packend. Von Wumpscut, Leather Strip oder Clock DVA fühle ich mich aber genauso angesprochen.

Nach welchen Kriterien sollen wir festlegen, was echt ist und was nicht? Wie kann man unterscheiden, ob jemand der Optik wegen zur Szene gestoßen ist oder weil er oder sie in irgendeiner Weise zum Außenseiter geworden ist?
Und wer soll diese Kriterien festlegen? Ein Ältestenrat? Welche Szene soll da der Maßstab sein? Los Angeles um das Jahr 1980 herum oder später dann Deutschland, als die Sache hier losging? Wer kann sich daran noch erinnern?

Wie sollen die Kriterien aussehen? Mindestens drei Katzen und eine Jungfrau pro Jahr opfern? Mindestens eine durch einen Psychologen bescheinigte depressive Phase im Jahr durchmachen?

Sollen wir eine Schnelle Eingreiftruppe am AGRA-Eingang postieren, die die "Echtheit" mit Auswahlfragen kontrolliert?

Ich laufe gern in schwarzen Klamotten herum, liebe Musik, die meine melancholische Seite anspricht, und stehe auf bestimmte Filme. Ich hab's nicht so sehr mit Lyrik und auf Friedhöfen treibe ich mich höchst selten herum (da sind mir zuviele Menschen). Lieber bin ich in der Natur unterwegs. Ich schminke mich nicht, habe weder Nieten noch Blechwarzen im Gesicht. Und trotzdem fühle ich mich dieser Szene zugehörig, weil meine Stimmung so ist, wie sie ist. Meine Freunde sind auch nur sporadisch in der Szene unterwegs (streng genommen auch nur ein einziger). Sie haben aber eins gemeinsam, nämlich dass sie sich über Haus, Konto und Auto hinaus Gedanken machen.

Soll heißen, Szenezugehörigkeit bemisst sich meiner Meinung nach nicht nach Äußerlichkeiten; ich weiß aber nicht, wem es zusteht, darüber zu urteilen.
Vorwärts FDJ!Alle Szenen funktionieren auf dieselbe Weise. Dazu braucht es keinen "Ältestenrat". Vielmehr mangelt es an Leuten, denen das bewusst ist.

[QUOTE][i]Original geschrieben von riomar [/i]
[B]Szenezugehörigkeit bemisst sich meiner Meinung nach nicht nach Äußerlichkeiten[/B][/QUOTE]
Äußerlichkeiten sind Identifikationsmerkmale. Uniformierung, an der man erkennt, dass ein Polizist ein Polizist ist und kein Stahlarbeiter.
CryoniCDie derzeitige (schwarze) szene besteht doch nur aus anhängern diverser musikrichtungen + stylingfreaks + kiddies, die sich noch "entdecken". Und paar altgoffiks, die über n jahrzehnt in der szene gammeln, meist auch den alten zeiten nachtrauern und metalheadz, cyber, fetischleutz & kollegen schief anglotzen.

Ausserlichkeiten hat jede szene, selbst wenn keine szenekleidung exisitiert, diverse symbole, merchandise artikel und kleinkram machen leute erkennbar als szeneanhänger. Oder die musik, die aus den handys, kopfhörern oder autos dröhnt.

Man kann also eine szene durchaus mit rein äusserlichen dingen verbinden, obwohl beides eigenständig existieren kann.

Genau so verhält es sich mit ideen und idealen, für beides braucht man keine szene, aber es bilden sich szenen, um gemeinschaften für diese zu schaffen.
Man muss aber keineswegs irgendwelche ansichten/ideen/ideale/sonstwas teilen, um in der szene unterwegs zu sein.
Ich kenne mehr als genug leute, die nur auf die musik abfahren. Und deswegen auch in der szene unterwegs sind, weil sie die musik nirgendwo anders kriegen^^
rosenkind[QUOTE]Wenn es für dich nur eine "Zeit" gewesen ist - wie etwa die Pubertät auch nur eine "Zeit" ist, der man wieder entwächst wie einem Paar zu eng gewordener Schuhe: dem zu "entwachsen" machte nur dann überhaupt einen Sinn, wenn das "danach" mehr und größer wäre als Goffick für dich gewesen ist...wirklich authentisch ist erst derjenige, der keine "Zeiten" mehr kennt, dafür aber - Zeit...denn Zeit zu haben bedeutet zeitlos zu sein - sich nicht mehr von außen diktierten Trends und "Phasen" vereinnahmen zu lassen...[/QUOTE]

ja, das Danach ist tatsächlich größer, als es Gothic je sein könnte. Gothic ist nicht mehr als eine von jenen Szenen/Subkulturen, die irgendwann mal von Jugendlichen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen wurde und funktioniert genau nach diesen Mechanismen - nämlich nach Form und nicht nach Inhalt. Letztendlich ist das Eigene dieser Szene nicht mehr als Musik und Kleidung - alles andere drumrum ist tatsächlich nicht mehr als geborgte Identität. Du kannst den Inhalt einer bestimmten Philosophie erklären, einer bestimmten Religion oder dergleichen - aber nicht den Inhalt von Gothic. "Gothic" findet sich in keinem Wörterbuch und der vermeintliche Inhalt von "Gothic" schillert als solcher nur solange in der Szene Konsens herrscht - und/oder die Konfrontation mit der Außenwelt, aus der man sich die Identität borgte gering ist. 2005 hatte ich mal einen Gothicstammtisch ins Leben gerufen, dessen Inhalt das sein sollte, was ich damals als Gothic definierte - und als solches explizierte: Philosophie, Literatur, Kunst. Die Exoplikation erfolgte damals aus dem Grund, dass die Szene ja im Untergang begriffen sei und Gothic nicht mehr Gothic war und ich "die alten Seelen" erreichen wollte, die mit solchen Themen noch was anfangen können. Aus heutiger spiegelt das es nur die Paradoxie des ganzes Ganzen wieder: im Prinzip hätte man das Ganze auch einfach Philosophie- Literatur- und Kunststammtisch nennen können, ob da nun Gestalten in schwarzem Samt sitzen oder in blue Jeans und über Caspar David Friedrich, Goehte und Schiller oder die Frage, ob die Wirklichkeit nur ein Konstrukt ist, debattieren, macht für den Inhalt der Diskussionen keinen Unterschied.

Die Fassade von Gothic schillert - und vielleicht ist das genau das reizvolle daran, das vermeintliche Gefühl, einen kompletten Inhalt mitsamt einer äußeren Form als scheinbares Komplettpaket zu bekommen - letztendlich sollte man sich von diesem Glanz aber nicht blenden lassen. "Gothic" ist vergänglich - das meine ich nicht aufs Individuum bezogen, sondern als gesellschaftliche Erscheinung, denn Gothic ist, wie bereits gesagt nicht mehr als das aktuelle äußerliche Gewand von etwas, was Menschen schon immer bewegte - das Gewand enstand und entsteht - wie immer - alleine dadurch, dass sich Menschen, die sich für bestimmte Inhalte interessieren, zusammentun und sich ein Label geben. Das Label aber ist vegänglich, eine Zeiterscheinung. Es ist nicht mehr als ein Wort.

Authentizität kann nicht in Worten funktioneren. Ich kann nicht in Form authentisch sein, ich kann nur in Inhalt authentisch sein. Ich kann kein authentischer "Goth", "Gruftie" oder was auch immer sein, weil das alles nur Begriffe sind. Wenn das auf Dauer mit Identität verwechselt wird, läuft irgendwas schief. Authentisch bin ich vielleicht darin, dass ich Friedhöfe ästhetisch finde, dass mir ans Mittelalter, Barock, viktorianisches Zeitalter o.ä. Kleidung gefällt, dass ich mich für morbide, dunklen Themen interesse, dass Ruinen mich magisch anziehen oder oder oder - das alles ist aber eben nicht "Gothic", sondern Friedhöfe ästhetisch finden,... leider hat diese Subkultur meiner Beobachtung nach diese simple Realität irgendwann außer Augen und steigert sich in einen ekelhaften Elitarismus und Mystifizierung über angebliche Inhalte immer weiter hinein - wahrscheinlich, um die Sinnlosigkeit der eigenen Szene, die sich von diesem Direktbezug von "wir mögen die gleichen Dinge, lasst uns doch zusammenschließen" schon viel zu weit entfernt hat, zu übertünchen. Kein Inhalt, kein Konsens, nur ein schillerndes Label, das prima dazu geeignet ist, das angeschlagene Ego zu puschen. That's gothic.

Die wirklich geborgten Identitäten sind daher auch nicht die, die "Gothic" irgendwann hinter sich lassen, weil sie durchschaut haben, wie der Hase läuft, sondern die dieses Spielchen immer weiter zelebrieren. Der Rest trennt sich lediglich vom Label - oder interpretiert es zumindest um. Insofern landen auch weder schwarze Samtmäntel noch Friedhofsfaszination am Nagel, sondern lediglich Worthülsen. ;)

[QUOTE]Was is eigentlich soo falsch daran, ein klischee Grufti zu sein?? Auch die können "true" sein..(ich zumindest seh mich mal so an..) Nur weil ich sehr stark 80's orientiert bin, Goethe, Poe, E.T.A Hoffmann lese, Frankenstein guck, mit ner guten Flasche Rotwein auf nen Friedhof geh um dort Gedichte zu schreiben und zu sinnieren über dies und das,die ganz alte Musik hör (Fields, Sisters, Bauhaus, The Cure usw.)...Is das denn schlimm? [/QUOTE]

An deinen Interessen ist nichts schlimm. Schlimm ist, dass du dich an der true/unrteu-Schiene messen und deine Interessen vom Gothicgedöns vereinnahmen lässt.
|Dunkelschön|[QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i]
[B]

Äußerlichkeiten sind Identifikationsmerkmale. Uniformierung, an der man erkennt, dass ein Polizist ein Polizist ist und kein Stahlarbeiter. [/B][/QUOTE]

In bestimmten Milieus gibts auch Polizisten die nicht unbedingt sofort als solche zu erkennen sind oder erkennbar sein sollen ;)
SenecaStahlarbeiter sind auch sehr schwer von Bergleuten zu unterscheiden, wenn man sie aus ihrem Arbeitsumfeld herausnimmt. Zudem hat sowohl der Stahlarbeiter als auch der Polizist, wie auch der Bergmann ein Privatleben.

Witzigerweise kenne ich sowohl Polizisten als auch Stahlabeiter die Goths (im modernen Sinne) sind.

Was nun?

Tragen Ärzte die als Goth-Rocker aufteten auf der Bühne etwa weiße Kittel und glaubst Du wirklich das Anwälte mit Szenehintergrund mit Schirmütze und SS-Ledermantel zu Gericht erscheinen?
Vorwärts FDJ!Geht das Arschgepuhle schon wieder los? ;)

Es ging um Identifikationsmerkmale. Bei Szenen ist das wie mit Berufskleidung. Man erkennt für gewöhnlich, in welchem Job die jeweilige Person tätig ist und was das Betätigungsumfeld ist.

Das nächste Mal nehm ich Indianerstämme, versprochen.
TodessehnsuchtDas klappt aber auch nicht da diese je nach Kulturkreis ähnliche Merkmale hatten und wenn du alte Fotografien siehst du feststellen wirst das die Mokassins Assinibonesmuster haben und die Schärpe z.b. aus dem Kulturkreis der grossen Seen (als beispiel Ojibwe) kommt ;)
Seneca...und von den Seneca wollen wir garnicht erst anfangen, die waren sehr früh schon sehr von den Siedlern geprägt weil sie mit denen sehr viel Kontakt hatten.
TodessehnsuchtJa ihr seid Schuld das es so wenig Biber gibt :(
rainraven*lol* Irgendwie ist es immer noch amüsant, solche Definitionsthreads zu lesen, zum hundertsten Mal auf der verzweifelten Suche nach sich selbst und seiner "Szene" (die ich in Anführungszeichen setze, nicht, weil ich ihre Existenz bezweifle, aber weil Andere das tun)...

Und ich kann vielen Postings im gleichen Maß zustimmen wie in einem Atemzug darüber schmunzeln. Derjenige, der sich "gothic" fühlt, schweigt, weil er weiß, was es ist, bzw. wie es sich für ihn anfühlt und scheitert daran, es Anderen erklären zu wollen, weil es nie richtig rüberkommt. Und dann fühlt es sich wohl auch für jeden anders an, und auch das ist okay.

Lustig ist nur, daß ich z.B. die offensichtlichen "Merkmale" von "Gothic sein" bereits oder mehr denn je erfüllt habe, als ich noch gar keiner war und auch nie vorhatte, einer solchen Szene anzugehören, und jetzt, wo ich mich offiziell zu den "Schwarzen" zähle, würden viele mich wieder wegschicken wollen mit der Begründung, ich sei ein "Stylingfreak" oder was auch immer, jedenfalls kein von Geiste her vollwertiges Mitglied dieser Bewegung oder Stilrichtung. Demnach können die ganzen abgrenzenden Definitionen "Gothic ist man, wenn man..." auch nicht so hundertprozentug zutreffen.
Wann ist man "gothic"? Wenn man so aussieht, die "richtige" Musik hört, das Faible für die "richtige" Kultur und den "richtigen" Umgang inklusive gewisser erwarteter Verhaltensweisen hat? Wenn eines nicht zutrifft oder andere dafür umso mehr? Man tut sich schwer mit Klassifizierungen. Umso mehr, weil diese für jeden anders aussehen.
Und deswegen definiere ich gar nichts mehr und bin einfach nur noch, was ich bin. :)
Vorwärts FDJ![QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i]
[B]Wann ist man "gothic"? [/B][/QUOTE]
Du und viele anderen stellen die Frage falsch. Vielmehr müsste sie lauten: [b]Ab wann bin ich Mitglied einer Jugendkultur?[/b] Vielleicht finden die Fragenden dann schneller eine Antwort darauf und hören endlich auf, dem Gothic eine gesonderte Stellung im weiten Feld der Jugendszenen zu verleihen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i]
[B]Und deswegen definiere ich gar nichts mehr und bin einfach nur noch, was ich bin.[/B][/QUOTE]
Ist dir eigentlich nicht aufgefallen, das die meisten mutmaßlichen "Goffs" genau das als Gothic definieren? :D
HrefnadisJetzt mal ernsthaft.

Manchmal weiss ich echt nicht, was ich den jungen Kids erzählen soll, wenn die mich nach "früher" fragen. Die Wahrheit ist ebenso unromantisch wie schockierend. Damals bildete sich die örtliche Vereinigung der Schwarztragenden *räusper* spontan aus den Losern der Gesellschaft, die zu müde oder zu feige zum richtigen Protest waren. Musik und Kleidung kamen dann nach und nach dazu. Wir gingen auf die Friedhöfe, weil wir keinen anderen Platz hatten, wo wir hin konnten und weil schon der eine oder andere von uns dort lag. Wir stellten uns nicht absichtlich außerhalb der Gesellschaft, die meisten von uns waren ohne eigenes Zutun durchs Raster gefallen. Unsere melancholische, teilweise makabere Art und Weise, mit dem Tod umzugehen, basierte auf unserem guten Draht zu ihm und hatte keinerlei Platitüden an sich. Das alles war Mitte/Ende der 80er.

So habe ich es erlebt. Von dieser damaligen Gruppe existieren im Übrigen nicht mehr viele. Und so weit ich informiert bin, würde sich jeder eher die Zunge abbeissen, als den Begriff Gothic mit sich selbst in einem Atemzug unterzubringen. Mit dem, was heute ist, hat das Damals nichts mehr zu tun. Heute ist der visuelle Protest unserer damaligen Zeit eine Modeerscheinung für breitere Massen. Das was wir verachtet haben "jung, dynamisch, erfolgreich" ist die Gothic-Szene. Zudem ist sie in weiten Bereichen sehr kommerziell geworden. Sie stillt die Bedürfnisse einer großen Gruppe abenteuerlustiger, verwöhnter Kinder.

Eine lebendige Subkultur entsteht meiner Meinung nach nur durch einen gewissen Leidensdruck eines Teils der Gesellschaft. Heute gefallen sich die Gothics in ihrem Leiden, deswegen sind sie auch Teil der Gesellschaft geworden.

(Ausnahmen bestätigen die Regel, dies sind subjektive Eindrücke!)
Vorwärts FDJ!Ich denke mir, wenn man den Kids was erzählen will, dann muss man sich - trotz eigener Erfahrungen - auch selbst überregional erkundigen, um sich ein Bild davon zu machen, wovon man eigentlich Bestandteil war. Dann fällt nämlich auf, dass man a) vermutlich etwas völlig Eigenständiges in Cliquenform bildete und dass man sich wahrscheinlich eher abseits der Szenelandschaft bewegte und b), dass damals ebenfalls alles Mögliche an Charakteren und Menschentypen vertreten war, von Hardlinern bis hin zu modisch orientierten Möchtegerns, von spaßigen Gestalten bis hin zu Suizidgefährdeten, sowohl Unterschichts- als auch Mittelschichtskinder.

Dass die Musik erst nach der Formierung der "schwarzgekleideten Loser-Truppe" hinzukam, ist ungewöhnlich und sicherlich ein Einzelfall. Sonst hätten sich die Schwarzen nicht alle als Post-Punks oder Waver betitelt (und so nannten sie sich schon Anfang der 80s).
HrefnadisErgänzung: Es waren die 80er Jahre der DDR, die ja stylisch etwas hinterherhinkte und wo man auch Probleme hatte, einschlägige Musik zu bekommen. Die Klamotten machte man sich selbst uswusf. In der Region, wo ich her komme, war definitiv ERST das Lebensgefühl da und DANN der Versuch, für sich und sein Fühlen eine Heimat, eine Form zu finden.

Kann es sein, dass die Theorie, DIE Szene habe es SO nie gegeben, gar nicht so weit her geholt ist? :) Wenn man sich schon erkundigen müsste, wie es anderswo gelaufen ist, impliziert das ja doch gewisse Unterschiede.

Ich glaube durchaus, dass es DIE Szene nicht gegeben hat. Es gab in gewissen Kreisen einen Hang zur Melancholie, zum geistigen Tiefschürfen (auch nicht immer), zum Tod, zur gleichen Musik und zu ähnlicher Kleidung, vielleicht auch zum stummen Protest gegen das Establishment. Das wars dann aber auch schon.

Oder?
Vorwärts FDJ!Schau, eine Clique, die von ihrer Umwelt abgeschottet ist, kann nicht beispielgebend für die Entwicklung einer Szene sein. Sicher entwickelt sich das in jeder Region etwas anders, aber grob umrissen ist es überall gleich: Musik, die man toll findet, Style, den man toll findet (Robert-Schmidt-Wuschel) und vielleicht auch Inhalte, in denen man sich wiederfindet.

Die Frage ist doch wohl eher, ob das, was ihr formiert hattet, Gothic bzw. Bestandteil von Gothic war. Darauf wollte ich hinaus. So abgeschottet war man in der DDR übrigens nicht, es gab immerhin Parocktikum/DT64 und den heißen Draht zum Bravo-Heft. :p
HrefnadisDa stellt sich halt wieder die Frage, was ist denn nun typisch Gothic? Wenn die schon oben beschriebenen Parameter stimmen, dann waren wir "gothic" nach heutigem Maßstab. Damals wäre uns allerdings eine solche Bezeichnung befremdlich vorgekommen, es gab sie ja nicht mal. Wir selbst nannten uns Grufties, bzw. wurde diese Bezeichnung zuerst sogar an uns herangetragen.

Ich kenne übrigens einige schwarzpunkene Überbleibsel aus den westlichen Anfangszeiten. Die sind sogar noch deutlich älter als ich. Und soooo unterschiedlich schein das Werden der "Szene" gar nicht verlaufen zu sein. ERST war der Wunsch da, anders zu sein, DANN wurde eine Form dafür gefunden und erst viel später wurde die dann auch definiert als solche. Wir Kiddies ein paar Jahre später hatten das Glück, schon zumindest ein paar Spuren vor uns haben, denen wir folgen konnten. (Heute scheinen mir die gleichen Strecken eher Autobahnen mit Raststätten und Verkehrsleitsystem zu sein.)

Jaja, DT64, ich erinnere mich dunkel. :) Und der Schwarzhandel mit den BRAVOs. Dennoch war das ein Rinnsal zu dem, was im Westen an schwarzem Stil selbst da schon möglich war.
Vorwärts FDJ![QUOTE][i]Original geschrieben von Hrefnadis [/i]
[B]Ich kenne übrigens einige schwarzpunkene Überbleibsel aus den westlichen Anfangszeiten. Die sind sogar noch deutlich älter als ich. Und soooo unterschiedlich schein das Werden der "Szene" gar nicht verlaufen zu sein. ERST war der Wunsch da, anders zu sein, DANN wurde eine Form dafür gefunden und erst viel später wurde die dann auch definiert als solche. [/B][/QUOTE]
Ja, die Leute kenn ich auch. Aber die hörten definitiv Grufti-Musik und nannten sich schon 1983 Grufties, als andere noch zur NDW herumhoppsten. Du kannst auch in ein typisches 80er-Jahre-Forum gehen. Dort sind viele Leute, die über 40 sind und die Grufties waren, weil sie Bauhaus, Cure oder irgendwas David-Bowie-haftes hörten und nicht, weil sie glaubten, anders zu sein. Das war in diesem Post-Punk-Haufen doch irgendwo jeder. Und gerade die Westdeutschen/Österreicher hatten 'nen super Draht nach England, wo der ganze Gothic-Kram startete, sei es durch Reisen oder durch John Peel.

Zudem kommt die Frage auf: wenn erst der Wunsch da war, wie fandet ihr zur Musik? Warum nicht Heavy Metal oder Klassische Musik? Warum ausgerechnet Wave-Musik? Das Bewusstsein, dass ein Teil der Wave-Musik Gothic repräsentiert, muss also schon vorher dagewesen sein. Ansonsten habt ihr der Sache nämlich keine Form gegeben, sondern ihr habt euch nur in eine bereits durch andere vordefinierte Form gepresst und euch den Merkmalen der Wave-Szene unterworfen.

Der Wunsch, anders zu sein, ist übrigens ein typisch pubertäres Ding. Aber was heißt überhaupt Wunsch? Entweder man ist anders oder man ist es nicht. ;)
Any BodyDie alten Ideen und Ideale sind mir völlig egal, wichtig ist doch, wo sich jeder selbst am wohlsten fühlt, welche Erkenntnisse jeder selbst aus den persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen für sein eigenes Leben zieht....
rainravenIch wünsche mir hier manchmal so eine Zustimm-oder Punktefunktion, wo man einfach klicken und zustimmen oder benoten kann, und sich nicht mehr wiederholen muß, wenn man mit einem Posting eines Vorredners konform geht. Anders als Hrefnadis würde ich es auch nicht ausdrücken können.

Ich bin nicht alt genug (naja, oder doch...), von Anfang an dabei gewesen zu sein, bzw. ich war damals etwas anderes und habe meinen Weg in die Szene erst mit Anfang 20 gefunden. Kein Wunder, daß man damals gutmütig oder vielleicht auch abschätzig über die Friedhofshocker und Sargschläfer lachte, wenn man selbst keiner war. Aber insgeheim habe ich diese feingeistigen, ästhetischen, schön anzusehenden, gestylten, abgesonderten Menschen immer bewundert (und ich rede jetzt von den "Grufties", nicht den abgerissenen Punks). Mein Weg dorthin war nicht bewußt, sondern schleichend, und es war so, als hätte ich nur die ganze Zeit auf eine Wegscheide gewartet, die mich dorthin führen würde, eine Türe, die sich zur rechten Zeit auftat (und die dann in Form meines besten Freundes kam).

Ich wiederhole mich ungern, aber ich finde es auch nicht sonderlich schlimm, wenn "alte Ideale" sich mit der Zeit wandeln, anpassen, umgedeutet werden und einfach nicht mehr zeitgemäß sind und durch andere ersetzt werden. Das Ideal "verheiratete Frau mit Kindern daheim am Herd und Mann erfolgreich in der Arbeit" ist zum Glück auch nicht mehr zeitgemäß, und dem weint keiner nach. Oder das Ideal "wir brauchen keine Autos, wir haben ja Pferde". Irgendwann gibt es einfach mal eine Weiterentwicklung, manchmal auch eine Reorientierung auf alte Werte und Traditionen, auch das ist gut, wenn es dem Zeitgeist oder Lebensgefühl angebracht ist. Aber es ist einfach nicht so, daß ein Ideal oder Lebensgefühl sich unverändert über Jahrzehnte hält. Das ist kein Fehler oder ein Verlust, sondern einfach eine natürliche Tatsache.
Ich sage damit nicht automatisch das Gegenteil, daß oberflächliche Wegwerfkultur erstrebenswert ist, aber man muß offen für Veränderungen sein. Und einfach "ich selbst" sein ist kein Merkmal einer bestimmten Szene, irgendwie wollen das doch alle, wenn sie mal alt genug sind, nicht einem bestimmten Rollenvorbild nachzueifern...:)
Sandmann[QUOTE][i]Original geschrieben von xMoriturusx [/i]
[B]... jetzt fehlt nur noch der Mestigoth, Elend und der Sandmann, und das Schreckenskabinett wäre vollzählig :eek:
[/B][/QUOTE]

Hi Leute,

wenn ihr mich schon heraufbeschwört melde ich mich halt auch mal zu Wort :-)
Wie sich vlt. einige noch erinnern war ich früher hier auch einer derjenigen, die über Pseudos, den Zerfall und was auch immer gewettert haben.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mehr oder weniger meinen Frieden gefunden habe, denn ich habe, wie bereits von andern Usern hier angedacht, lange genug gesucht und ein paar wenige, mir relativ gleichgesinnte Leute kennen gelernt. Leider über ganz Deutschland verstreut, aber moderne Verkehrsmöglichkeiten kompensieren die Distanz.

Mit dem Outfit Leute schocken, was am Anfang dieser "Szene" eine der Hauptintentionen war, ist, denke ich nicht mehr möglich, mal abgesehen von ein paar ultrakonservativen Dorfomis :-). Sogar alte Menschen kommen öfters zu mir und bekunden ihre Bewunderung für mein Auftreten, was mich auch meist sehr freut.

Der neue Trend scheint zu sein in der Szene selbst schockieren zu wollen, denn mit schwarzen Klamotten und Schminke reißt man ja wirklich keinen mehr vom Hocker. Allerdings war dieses WGT wiederum weniger Fasching als die Jahre zuvor.

Wie auch immer: ich denke, wenn man unbedingt in die "Szene" will, findet man da auch irgendwo eine Untergruppierung die zu einem passt, sogar Islafil wird sicher noch fündig. Allerdings wird einen sicher niemand ans Händchen nehmen und sagen: "Da schau mal, mit denen darfst du spielen".

Meiner Meinung nach ist jemand der erst alles gezeigt bekommen muss sowieso falsch. Die Reihenfolge ist, bzw. sollte sein: Seelisch/geistige Voraussetzung des Menschen -> auf die Szene stoßen -> eine "Heimat" finden, und nicht Szene cool finden -> Sich anpassen -> mitmachen wollen.
rainravendann hab ich es damals ja "genau richtig" gemacht.
Auch wenn man das einem inzwischen "alternden" Cyber nicht unbedingt ansieht... ;)
Islafil@ Sandmann:

Aha, ich hab gefunden, wo ich dich ja mal ausnahmsweise belobigt habe...

Ich kann ja von mir nich behaupten, an die Hand genommen worden zu sein.
Das hab ich alles selbst erlangt. Wie du ja sicherlich weißt.

Ich hab sogar Leute gefunden, die mich lancieren.

Und doch, gewisse Leute meinten reglementieren zu müssen,
welche anderen Leute man sympathisieren zu pflegen sollte, und welche nicht.

Und das weißt du ja aber auch alles.^^ :-*


Leute:

Es geht heute eh nicht mehr um das, um was es eigentlich ursprünglich mal gehen sollte...Es macht ja jeder was er will. Leider.
Wahrscheinlich herrscht desshalb auch eine gewisse Arroganz. Aber mittlerweile denke ich, das Diese sogar eher gesund is. Sie schützt die eigentliche "Kultur". ( Ich werd ja selbst schon so...*schlimm, schlimm*)
Ich sag's jetzt mal ganz frei: Die Andern können meinetwegen machen was sie wollen. Bildet ja jeder Zweite eh seine eigene kleine Subkultur und das, was früher einmal war, is eh so gut wie vergessen. Schade eigentlich..



Mein comment: Rotwein aufm' Friedhof und Gedichte schreiben. Bin mich dann mal aufregen.
Islafiloweh...Das wort "Untergruppierung" mag ich schon garnich...:cool:

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur