| Nahtod | Im Mittelalter regierten die Inquisitoren des Christentums und es wurden Hexen und Magier verbrannt, altes Naturwissen und die spirituelle mystische Verbindung zur Erde zerstört. Wie kann vor so einem Hintergrund in der heutigen Zeit die Medieval-Szene sich in die Gothic-Szene integrieren wollen? Das Mittelalter wäre die beschissenste Zeit für einen Goth gewesen. Gebt mal Euren Senf dazu ab. Ich selbst übrigens hielt mich in meiner Kindheit oft für die leibhaftige Inkarnation Satans oder auch Jesus, ich war mir jedoch nie hundertprozentig sicher, wer ich von beiden bin. |
| JohnSteed | Diametral entgegen vielleicht nicht. Aber das Gothentum ist halt aufgefächert in unzählige Unterkulte... Mit der gothischen Vehrerung des Mittelalters kann ich eher wenig anfangen.... Vor allem Musikalisch. Nein! Geht eigentlich gar nicht. |
| Nahtod | Stimmt hast Recht. Letztlich ist ja auch Satanismus und Heidentum nur eine Sparte von vielen innerhalb der Szene. Und ich glaub sogar daß es auch christliche Gothics gibt. Zumindest war ich mal auf Festivals von Christen, wo auch Black Metal und Gothic-Metal gespielt wurde. Was interessant ist, ist folgendes: In den heidnischen Bräuchen wurde die Sonne verehrt. Dann kam die Christianisierung mit der Floskel: "Das Licht des Herrn übertrifft das Licht der Sonne tausendmal" und alle die noch an die Sonne glauben, seien zur ewigen Finsternis verdammt. Doch wer braucht schon Licht, das 1000 mal heller ist als die Sonne, wenn die Sonne schon des Mittags über blendet wie Sau, lol |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]Ich selbst übrigens hielt mich in meiner Kindheit oft für die leibhaftige Inkarnation Satans oder auch Jesus, ich war mir jedoch nie hundertprozentig sicher, wer ich von beiden bin. [/B][/QUOTE] Und heute? |
| Seneca | [color=crimson]Thema in's passende Unterforum verschoben[/color] Das Mittelater welches Gothic zelebriert ist das romastisierte Mittelalter des 19. Jhdts bzw. streng genommen ein Fantasy-Mittelatere welches nie existiert hat. Ich sehe hier keine Wiedersprüche...allerdings ist der Mittelalter trend in der Szene auch schon seit Jahren vorbei. das lag wohl auch daran das die Mittelalterszene nicht offen genüber Gothics ist...schwarze Kutte und Make-Up geht schlicht nicht wenn man ernsthaft Mittelater darstellen will. Das gleiche kenne ich auch aus der Barock-Ball-Szene...Goth-Outfits und Styling sind extrem unerwünscht, trotzdem verirren sich machmal welche dorthin und werden dann entsprechend "geschnitten". Historische Darstellung ist rund um den Globus eine ersthafte Sache die mit viel Aufwand betrieben wird...wehe da verirren sich Goths hin die meinen da ihren Schuh fahren zu können. So richtig "schlimm" wurde es mit dem ganzen Mittelalter Hype übrigens erst 2001...man kann sich wohl leicht denken warum. |
| Nahtod | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]Und heute? [/B][/QUOTE] Mittlerweile tummeln sich noch Buddha, Krishna und ne Menge Leute die ich zum Teil aus meinem Umfeld kenn, in meinem Bewußtsein. Aber der Fasching tritt bei mir nur noch auf wenn ich extrem auf Musik und Drogen bin. Weshalb ich es auch versuch zu meiden, aber das Verlangen, naja ;) |
| Nix | Die Frage war nicht ernst gemeint. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]...Dann kam die Christianisierung mit der Floskel: "Das Licht des Herrn übertrifft das Licht der Sonne tausendmal" und alle die noch an die Sonne glauben, seien zur ewigen Finsternis verdammt. Doch wer braucht schon Licht, das 1000 mal heller ist als die Sonne, wenn die Sonne schon des Mittags über blendet wie Sau, lol [/B][/QUOTE] Der rustikale und einfältige Eingott, hat Spass an abstrusen Hammelkulten, da er aber komplexbeladen ist ohne Ende, muss er ab und zu ganze Städte einäschern, um sich sozusagen zu fühlen, ausserdem braucht er ab und zu Steigerungen in der Verehrung seiner Person wie andere alte Männer Viagra. Kurz und gut: Dieser Gott ist sicher eine Erfindung alter Männer. |
| Demon17 | Für mich ist Mittelalter eine Ergänzung. Gothic lebt noch, weil es immer wieder neue Trends adaptiert hat. Dabei ist allerdings die kreative "Vergothung" ausschlaggebend. Einfach nur abkupfern bringt es nicht und eine Reduktion auf reine Rockmusik kann auch keine Lösung sein. Es ist wie beim Elektro, die Technoisierung haben wir gerade halbwegs in den Griff gekriegt, doch ob Romantik und sanfte Trauer jemals wieder dominieren werden bleibt abzuwarten. Ob andere Szenen sich gegen Gothiceinflüsse abgrenzen oder nicht, spielt doch für die schwarze Szene keine Rolle. Im Gegenteil, es schützt eher vor Substanzverlusten. Um auf den Eingangspost zurückzukommen, Mittelalter, Schwarze Magie/Satanismus, Neuheidentum auch Paganismus genannt, ist doch aus Gothicsicht eine Linie. Ich würde mich da nicht auf theologische Haarspalterein einlassen. Wichtig ist, das es Gesprächsstoff und ein wenigstens paar geile Songs bringt. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]...Wichtig ist, das es Gesprächsstoff und ein wenigstens paar geile Songs bringt. [/B][/QUOTE] Genau das ist das Problem! mit Adaro Cultus Ferox Cumulo Nimbus Die Schnitter Dunkelschön Eichenschild Feuerschwanz Haggard In Extremo Inchtabokatables Ignis Fatuu Ingrimm Morgenstern Moskote Nachtgeschrei Potentia Animi Rabenschrey Saltatio Mortis Schandmaul Schelmish Subway to Sally Tanzwut van Langen Vermaledeyt Volkstrott Vroudenspil Zwielicht ...können nicht alle Menschen gleich viel anfangen. |
| Demon17 | Dank Dir für die Liste, Alter. ;) |
| Nahtod | Naja, ehrlich gesagt war das was ich im Eingangsposting erwähnte nur so ein Zusammenhang der mir geistesblitzartig bewußt wurde. Letztlich hat Medieval genausowenig was mit dem echten Mittelalter zu tun wie Gothic mit dem Zeitalter der Romantik. Sind halt alles Erfinfindungen der Neuzeit, auch wenn sich beide Strömungen am Kulturgut der Vergangenheit bedienen. Aber es findet halt dabei eh meist nur Verklärung statt, da wir nunmal momentan nicht in jenen Zeiten leben. Was für mich noch interessant wäre, das ist jene Tatsache, daß für die Menschen im Mittelalter eine Burg ein modernes Gebäude war, so wie für uns heutzutage ein Wolkenkratzer. Und wenn wir noch im Mittelalter oder auch in der Romantik leben würden, dann wär dies für uns wahrscheinlich ebenso nur eine beschissene zukunftsorientierte Gegenwart und wir würden uns dann wohl nach der Steinzeit zurücksehnen. |
| Demon17 | Sagen wir mal so, man nimmt einige Aspekte und transformiert sie in die Moderne. Wir existieren alle aus den kulturellen Erfahrungen der Vergabgenheit heraus. Viele wissen es bloß nicht, doch sind wir auch vom Mittelalter und den kulturellen Innovationen dieser Zeit geprägt. Das Ideal der Ritterlichkeit hat zum Beispiel das Ideal vom Mann lange Zeit geprägt uns ist auch heute noch nicht ganz verschwunden. Die Hohe und die niedere Minne, das bürgerliche Ideal der romantischen Liebe, das zwar erst in der Romantik entstand, dabei aber eben auch wieder auf das Mittelalter zurückgriff. Aber auch die Sprache, wenn man bdenkt, das Gedichte eines. Wir haben so eine reiche Kultur, warum sollen wir uns nicht daraus bedienen? Was spricht dagegen uralte Gedichte wieder zu vertonen, wie IN Extremo es mit dem Spielmannsfluch machte? Es ist dorch gerade der Irrweg der Puristen, zu glauben sie könnten zurück in die Vergangenheit. Das geht natürlich nicht, aber die Vergangenheit kann unsere Gegenwart sehr bereichern. Eine Kultur ist wie ein Baum, kappt man die Wurzeln stirbt sie. |
| Nahtod | Ja, das ist gut ausgedrückt, wie Du es sagst. Da bin ich mal gespannt, ob man in 300 Jahren dann aufeinmal kulturelle Schätze des Dritten Reichs wieder ausgräbt, wenn genügend Gras über die Sache gewachsen ist. Denn Ritter sind auch nur die Soldaten des Mittelalters gewesen. Und was im Dritten Reich Zyklon B war, das war im Mittelalter das Hexenfeuer. Stell Dir das mal vor, so wie heutzutage jedes Frühjahr Hexenfeuer gemacht wird, wo ne Strohpuppe verbrannt wird, so machen die dann in 300 Jahren ne Gummipuppen-Vergasung. Mann ey, ich seh hierbei schon echt den Cybergoth-Einfluss, lol |
| Seneca | Im Mittelalter gab es überhaupt keine nennenswerte Häufung von Hexenverbrennungen oder Hexenprozessen. Dieses hauptsächlich deutsche Phänomen fällt in die Zeit des 16.-17. Jahrhunders der letze Hexenprozess Europas fand 1793 statt...das Mittelalter endet offiziell 1492 mit der Entdeckung Amerikas. Imm übrigebn fielen der Inquisition mehr Männer zum Opfer als Frauen. Aber das ist ja das Problem...hier wird mit vermeintlichen Fakten diskutiert. Dieses Mittelatler von hier die Rede ist hat es nie gegeben. |
| Nahtod | Es geht hier nicht um Pingeligkeiten wie hundertprozentig stimmige Fakten, sondern eher um Prinzip-Sachen. |
| Demon17 | Ich habe dem nicht viel hinzuzufügen und möchte hier auf Wikipedia verweisen: [QUOTE]Hexenverfolgungen fanden in Mitteleuropa vor allem während der Frühen Neuzeit statt und sind aus globaler Perspektive bis in die Gegenwart verbreitet. Grundlage für die gegenüber dem Mittelalter deutlich verstärkte massenhafte Verfolgung in einigen Regionen war ein anderer Umgang mit Magie. Das Hexenbild des späten Mittelalters wie der frühen Neuzeit war eine Konstruktion von Intellektuellen, die volkstümliche Zaubereitraditionen und -merkmale mit der Lehre vom Teufelspakt verband und zusammen mit den Straftatbeständen der Apostasie und der Häresie als "Superverbrechen" verfolgte.[2] Hexenprozesse waren keine notwendigen Folgen eines magischen Weltbildes, das lange zuvor den Glauben an den Teufelszauber der Hexen ebenso umfasste wie tatsächlich geübte Volksmagie. Erst als einzelne Aspekte des Magieglaubens in das Strafrecht der frühmodernen Staaten übertragen wurden, kam es zur massenhaften Verfolgung. Ein Interesse an der Verfolgung von Hexen beziehungsweise Deutungsmuster, die persönliches Unglück wie regionale Missernten und Krisen auf Magie zurückführten, war in breiten Bevölkerungskreisen vorhanden. Hexenverfolgungen wurden teilweise aktiv wie auch gegen den Willen der Obrigkeit eingefordert und praktiziert. Frauen stellten in Mitteleuropa die Mehrzahl der Opfer wie auch der Denunzianten von Hexerei und Hexen. In Nordeuropa waren Männer stärker betroffen. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Konfessionszugehörigkeit und Hexenverfolgung liegt nicht vor. Moderne Hexenverfolgungen sind insbesondere in Afrika, Südostasien und Südamerika anzutreffen. [/QUOTE] Seien wir uns der Tatsache bewusst, das in der frühen Neuzeit, das Christentum in Mittel- und Nordeuropa, speziell im deutschen Sprachraum die letzte Reste der heidnischen Kultur, die im Volksglauben überlebt hatten verbrannte. Das entsprach der christlichen Tradition, schließlich wurde dieses um 800 von Karl dem Großen mit Feuer und Schwert in ca. 40 Jahren eines extrem brutalen, schmutzigen Krieges mit sehr hohen Verlusten an Menschenleben im alten westelbischen Sachsen verbreitet. Die ostelbischen Sachsen waren etwas später dran. Insofern kann man kann doch nur kotzen, wenn man Christen von Nächstenliebe schwafeln hört, falls man nur ein gewisses Maß an Heuchelei erträgt. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]Es geht hier nicht um Pingeligkeiten wie hundertprozentig stimmige Fakten, sondern eher um Prinzip-Sachen. [/B][/QUOTE] Wenn man schon auf falschen Fakten und Ausganglagen beharrt ist jede Diskussion hinfällig. Mittealterszene und Gothic sind getrennte Welten, die genannten Bands sind LARPER und FOLK Mainstream und laufen auf Gothics Veranstaltugne schon lange nicht mehr, genausowenig wie Mittelaltersamtkleidchen. Die Mittelalter-Fantasy Szene ist nicht Bestandteil der Gothic Szene...diese Phase von 2001-2005 hielt sich nicht länger als die wenigen Jahre Cyberpräsenz. |
| Nahtod | Naja, ich würde es vielleicht etwas differnezierter sehen. Auf diesen Gedanken hat mich jemand gebracht, mit dem ich im amerikanischen myspace drüber disskutierte: Jede Kultur/Religion/Ideologie/... wurde ursprünglich erschaffen um dem Wohle der Menschen zu dienen, die an ihr ihr teilhaben. Jedoch kommt es dann auch dabei leider bei den meisten Systemen zu faschistischem Denken, daß man sich für etwas höherwertigeres hält aufgrund jener Gruppenzugehörigkeit und man daraufhin als Folge Andersdenkende denunziert, besonders wenn es sich um Einzelgänger handelt, die nirgendwo dazugehören. Denn mit denen hat man das leichteste Spiel. Jedenfalls wollte ich sagen, daß jede Gruppierung einerseits Dreck am Stecken hat und andererseits auch Gutes mit sich brachte. Aber das kann man genauso auch auf Einzelkämpfer beziehen. Menschen schließen sich leider oft nur deshalb zu Gruppen zusammen, um mächtiger zu sein. Ich mag solche Verbünde jedoch nicht mehr, sondern bevorzuge es, wenn Menschen sich zusmammentun, um mal ne Abwechslung von ihrer Einsamkeit zu haben. Dazu bedarf es jedoch keiner bestimmten ideologischen/religiösen/kulturellen Prägung, denn die steht dem einfachen Von-Mensch-Zu-Mensch-Sein da eher entgegen. |
| Demon17 | Jede Gruppe erzeugt Gruppenzwänge Nahtod. Egal in welcher Absicht Du eine Gruppe bildest, sie wird zum Zwang. Entweder sie zerstört und unterdrücktoder sie wird zerstört. Das sind die Gesetze von Mutter Natur, daran wird keine Ideologie, Religion oder gute Absicht etwas ändern. Andererseits gibt es natürlich auch das Gesetz der sozialen Entropie, das heißt eine Gruppe gibt ihren Mitgliedern viele Möglichkeiten, die sie alleine nicht hätten. Wie auch immer, Du zahlst in jedem Fall den Preis. |
| Nahtod | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Wenn man schon auf falschen Fakten und Ausganglagen beharrt ist jede Diskussion hinfällig. Mittealterszene und Gothic sind getrennte Welten, die genannten Bands sind LARPER und FOLK Mainstream und laufen auf Gothics Veranstaltugne schon lange nicht mehr, genausowenig wie Mittelaltersamtkleidchen. Die Mittelalter-Fantasy Szene ist nicht Bestandteil der Gothic Szene...diese Phase von 2001-2005 hielt sich nicht länger als die wenigen Jahre Cyberpräsenz. [/B][/QUOTE] Ich dachte, daß es immer noch so ist, daß auf Großveranstaltungen wie dem WGT oder dem M'era Luna alles vertreten ist: Medieval, Cyber, Batcave, Dark Romantic,... Aber wenn dies nicht mehr so ist, haste mich eines Besseren belehrt. Ich bin nicht allzusehr auf dem neusten Stand. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]Ich dachte, daß es immer noch so ist, daß auf Großveranstaltungen wie dem WGT oder dem M'era Luna alles vertreten ist: Medieval, Cyber, Batcave, Dark Romantic,... Aber wenn dies nicht mehr so ist, haste mich eines Besseren belehrt. Ich bin nicht allzusehr auf dem neusten Stand. [/B][/QUOTE]Klar, das ist ja auch eine kommerzielle Veranstaltung die ein breites Angebot braucht um ihren Schnitt zu machen. Aber selbst auf dem WGT findet alles schön säuberlich räumlich voneinander getrennt statt. Die verschiedenen Sparten wollen meist unter sich bleiben udn setzen das mit Dresscodes auch durch. Ganz speziell das WGT hat eine zunehmende Zahl von Dresscode Veranstaltungen. |
| Demon17 | Seneca ist nicht die Szene Nahtod auch wenn er nicht unbedeutend ist. ;) StS und In Extremo beweisen nach wie vor das Gegenteil in der Clubszene. |
| Nahtod | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Jede Gruppe erzeugt Gruppenzwänge Nahtod. Egal in welcher Absicht Du eine Gruppe bildest, sie wird zum Zwang. Entweder sie zerstört und unterdrücktoder sie wird zerstört. Das sind die Gesetze von Mutter Natur, daran wird keine Ideologie, Religion oder gute Absicht etwas ändern. Andererseits gibt es natürlich auch das Gesetz der sozialen Entropie, das heißt eine Gruppe gibt ihren Mitgliedern viele Möglichkeiten, die sie alleine nicht hätten. Wie auch immer, Du zahlst in jedem Fall den Preis. [/B][/QUOTE] Ich weiß, ich bin auch immer hin und hergerissen, was wohl besser ist: allein zu leben, Partnerschaft und Familie oder irgend ne Gruppenzughörigkeit. Ich glaube, daß für mich das Beste ist, so zu leben wie ich es früher handhabte: Die meiste Zeit alllein verbringen und in sozialen Netzwerken nur ne unverbindliche Gastrolle einnehmen. Damit fuhr ich damals stets am Besten. Mal sehen ob ich's wieder gebacken krieg ;) |
| Demon17 | Ich wünsch Dir alles Gute, Nahtod. Als Anarchist einsam zu Grunde zu gehen ist auch kein Vergnügen. :rolleyes: |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Seneca ist nicht die Szene Nahtod auch wenn er nicht unbedeutend ist. ;) StS und In Extremo beweisen nach wie vor das Gegenteil in der Clubszene. [/B][/QUOTE]Um das mal ungeschönt zu sagen...da wo ich heute noch hingehe, und das ist selten genug, würde der DJ gelyncht werden wen es so was spielt. Als ich mir mal Manowar gewünscht habe wurde ich fast von einer Horde Reifröcken zerquescht. Hier bei uns ist das wirklich so das dieses Mittelaltzer-Folk Gedöns eine eigene Szene darstellt mit eigenen Veranstatungen und eigenem Publikum. Die gleichen Leute bevölkern hier im Sommer die dutzenden Mittealtermärkte in der Region [url]http://www.nh24.de/index.php/vermischtes/22-allgemein/18080-mittelalterliche-tanznacht[/url] [img]http://cdn1.eraffe.net/modified/2011/05/17/14/3eaa95452fe616a705c76b49671fd2bd_640.jpg[/img] |
| Demon17 | Tja Senceca, Nordhessen ist Nordhessen und Ostwestfalen ist Ostwestfalen, ich bewege mich auch nur zwischen Bielefeld-Herford, Osnabrück und Münster. ;) Aber gegen einen Trend zum Gothicpurismus habe ich auch nichts einzuwenden. Es wird mal wieder Zeit für schwarz pur. |
| Nahtod | Ich erinner mich noch an meine Jugendzeit bei uns im Osten Anfang der 90er. Da war alles was Jugendsubkultur war, noch ein gemeinsamer bunter Haufen. Die erste Spaltung ging jedoch los, als sich kurz darauf unsere Jugend in rechts, links und unpolitisch aufspaltete. Naja, ich tanzte mittlerweile dabei auch schon auf allen Hochzeiten. Und so wie sich erst die Jugend in unterschidliche Lager aufspaltete, spalten sich die Lager selbst wieder in unterschiedliche Untergruppen auf. Naja, jedenfalls wenn man den Faden weiterspinnt, so ist irgendwann in der Zukunft, jeder selbst seine eigene Szene, lol. |
| Demon17 | Ich verstehe dich, Nahtod. Ich hatte mehr als 15 Jahre einen Freund. Wir waren wie Pech und Schwefel, doch dann fing er mit Techno an und ich beendete mein Studium. Seitdem trennten sich unsere Wege. Andere Freunde verlor ich durch Tod und Familiengründung. Nur um mal die Bedeutung der richtigen Musik zu skizzieren. So ist das Leben und man wird sehen wer übrig bleibt. |
| Nahtod | Ganz am Ende wohl kein einziger, nicht mal man selbst ;) |
| Demon17 | Das ist der Weg. :) Die Frage ist nur, ob man sich dessen bewusst ist. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Dank Dir für die Liste, Alter. ;) [/B][/QUOTE] Man kann mit der Abschreckung nicht früh genug beginnen... |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]...ob man in 300 Jahren dann aufeinmal kulturelle Schätze des Dritten Reichs wieder ausgräbt, wenn genügend Gras über die Sache gewachsen ist. (...) Stell Dir das mal vor, so wie heutzutage jedes Frühjahr Hexenfeuer gemacht wird, wo ne Strohpuppe verbrannt wird, so machen die dann in 300 Jahren ne Gummipuppen-Vergasung.[/B][/QUOTE] Vermutlich haben viele Gothics eine andere Vorstellung von der Beschaffenheit eines Kulturschatzes. Das, was Du so nennst, sollte man aber schon aus Gründen der Pietät nicht ausgraben. [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]Es geht hier nicht um Pingeligkeiten wie hundertprozentig stimmige Fakten, sondern eher um Prinzip-Sachen.[/B][/QUOTE] Ja, bizarr. |
| Vorwärts FDJ! | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]ich glaub sogar daß es auch christliche Gothics gibt. Zumindest war ich mal auf Festivals von Christen, wo auch Black Metal und Gothic-Metal gespielt wurde.[/B][/QUOTE] Wie aussagekräftig ist das denn? Ich gebe mal beide Sätze mit anderen Stilen/Jugendkulturen wieder: [i]"ich glaub sogar daß es auch christliche Metalheads gibt. Zumindest war ich mal auf Festivals von Christen, wo auch Hip Hop und Country gespielt wurde."[/i] Soviel zu Logik und kulturellen Zusammenhängen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]Jede Kultur/Religion/Ideologie/... wurde ursprünglich erschaffen um dem Wohle der Menschen zu dienen, die an ihr ihr teilhaben.[/B][/QUOTE] Da sollte sich vielleicht mal jemand informieren, was die Entstehung von Jugendkulturen anbelangt. Jugendmusikkulturen werden nicht "erschaffen". |
| JohnSteed | [QUOTE][i][i]"ich glaub sogar daß es auch christliche Metalheads gibt. Zumindest war ich mal auf Festivals von Christen, wo auch Hip Hop und Country gespielt wurde."[/i][/B][/QUOTE] Yep.Jesus Skins und Jesus Freaks sind schon irgendwie geil. :D |
| rosenkind | [QUOTE]Aber gegen einen Trend zum Gothicpurismus habe ich auch nichts einzuwenden. Es wird mal wieder Zeit für schwarz pur.[/QUOTE] gut, ich geh dann auf beiden Veranstaltungen tanzen im unterschiedlichem Outfit. Wobei ich finde, die LARP/Folk/Mediviel Rock - Schiene passt nicht in Clubs, so abgedunkelt und "aufgemotzt" sie auch sein mögen. Die gehören unter freiem Himmel, mit Fackeln oder Feuer dazu und live gespielt. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von rosenkind [/i] [B]gut, ich geh dann auf beiden Veranstaltungen tanzen im unterschiedlichem Outfit. Wobei ich finde, die LARP/Folk/Mediviel Rock - Schiene passt nicht in Clubs, so abgedunkelt und "aufgemotzt" sie auch sein mögen. Die gehören unter freiem Himmel, mit Fackeln oder Feuer dazu und live gespielt. [/B][/QUOTE] Aber nur unter strenger Aufsicht!;) |
| rosenkind | Also bei unserem Wetter derzeit erledigt sich das mit der Brandgefahr ohnehin von selbst :D |
| archon | witziger recht "harter" singsang über mittelaltermärkte: [url]http://www.youtube.com/watch?v=D-x0KRfF_Is[/url] :D :D aber das darf man nicht so eng sehen ;) - war ja auch schon aufm kaltenberger ritterturnier mit allem drumrum... nicht nur einmal! ;) |
| Nix | Die Kommentare waren auch recht lustig. - "Im Mittelalter gab es kein Holz", "Ist das Feuer echt?" :D |
| MephistoX | Ja, Medival hat mit Goth erstmal nicht viel am Hut. Die meisten von denen treiben sich zum WGT ja auf dem Mittelaltermarkt oder im heidnischen Dorf herrum und so im Alltag sieht man die kaum, wahrscheinlich auch weil die wenigsten Vollzeit als Medival rumlaufen, was auch zu aufwändig wäre. Mich stören die aber nicht, solange sie kein 30 cm Kruzifix tragen und auf 'gothic christ' machen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]Ja, das ist gut ausgedrückt, wie Du es sagst. Da bin ich mal gespannt, ob man in 300 Jahren dann aufeinmal kulturelle Schätze des Dritten Reichs wieder ausgräbt, wenn genügend Gras über die Sache gewachsen ist. Denn Ritter sind auch nur die Soldaten des Mittelalters gewesen. Und was im Dritten Reich Zyklon B war, das war im Mittelalter das Hexenfeuer. Stell Dir das mal vor, so wie heutzutage jedes Frühjahr Hexenfeuer gemacht wird, wo ne Strohpuppe verbrannt wird, so machen die dann in 300 Jahren ne Gummipuppen-Vergasung. Mann ey, ich seh hierbei schon echt den Cybergoth-Einfluss, lol [/B][/QUOTE] Was haben Cyber mit Nazis zu tun? Die Atemschutzmasken spielen auf verpestete Welt und Radioaktivität an, nicht auf Gaßkammern oder 1. u. 2. WK. Wenn jemand in der Szene sowas machen würde, dann die Neofolker mit ihren militärischen Uniformen und monoton soldatischen Sprachgesang. |
| Nyx-BlackRose | Kleine Ergänzung noch zum vorangegangenen Beitrag, ohne jetzt als Besserwisser dastehen zu wollen: Die mittelalterliche Gesellschaft an sich war eine sehr tolerante, in der jeder leben konnte, wie er es für richtig hielt, solange er Adel und Kirche achtete. Auch ein Goth wäre im Mittelalter nicht geradewärts zum Scheiterhaufen gebracht worden, solange er nicht mit atheitischen Thesen hausieren geht und auch dann wäre es wahrscheinlich der dr Pranger gewesen. Die Zeit der Hexenverfolgung fällt eindeutig in die Renaissance, die dadurch zu einer sehr zweischneidigen Klinge wird. Einerseits wurde nach 1000 Jahren absolutem Stillstand in Philosophie und Wissenschaft von der Menschheit die Fähigkeit des denken könnens wiederentdeckt, andererseits ist es eine der grausamsten Epochen der Weltgeschichte. Durch die Reformation zu Beginn der Renaissance war ein Machtkampf zwische zwei Kirchen ausgebrochen. Die zuvor allmächtige katholische Kirche fühlte sich in ihrer Macht bedroht, währen die junge evangelische meinte sich beweisen zu müssen, genauer gesagt, zu zeigen, daß sie genauso gut vermeintliche Ketzer eliminieren kann. Dieser Machtkampf wurde, wie so oft auf dem Rücken Unschuldiger ausgetragen. Man suchte einen Feind (ein Wettbewerbsobjekt) und fand ihn in den heilkundigen Frauen (und Männern), die mit iherer Tätigkeit sowiso auf einmal "göttliches Recht" verletzten, indem sie meinten "über Leben und Tod enscheiden zu können". der größte Unsinn, wenn ihr mich fragt, aber leider so passiert. Die evangelische Kirche hat sich hier übrigens ganz besonders hervorgetan, weswegen die Hexenverfolgung in den protestantischen, oder noch schlimmer, gemischt-kirchlichen Ländern die grausamsten Auswüchse annahm, während in den reinkatholischen und insbesondere den orthodoxen Ländern nur kleinere Ausläufer gab. Nicht, daß ich ein Fan der katholischgen Kirche wäre, aber der evangelischen Kirche klebt in diesem Zusammenhang das meiste Blut an den Händen. sie war es auch, die zum Massenmord mit Volksfestcharakter aufrief und ihre Anhänger zur aktiven Beteiligung aufforderte, anders als die katholische Inquisition, eine Erscheinung des Mittelalters (an der Hexenverfolgung schon gar nicht mehr beteiligt), die Feinde der Kirche still und präzise aus dem weg räumte und ein solches Massenmorden diesmal nicht zu verantworten hat. Sie war eher so etwas, wie der welterste Geheimdienst und erinnert mich manchmal ein wenig an moderne Vertreter dieser Gattung. Soviel dazu. Ich denke nicht, das etwas falsches daran ist, das Mittelalter ein wenig zu romantisieren. Ich mache das gleiche mit der Antike und die war auch nicht immer rosig. Jede Zeit hat eben ihre Guten und ihre schlechten Seiten. Man sollte beide sehen. |
| Selene71 | Erstmal: Warum sollte es keine christlichen Goths geben? Und zweitens: Gäbe es nicht Goths, die die erwähnte Musik hören und lieben (und dazu gehöre ich auch), wäre die Fangemeinde wohl eher klein. Und auch auf den Mittelaltermärkten wäre es sehr leer ohne das "Schwarze Volk". |
| archon | ich hab gestern erfahren dass ich wohl total gothisch und mittelalterlich bin... und zwar aus ahnenforschungskreisen! *lach* urkundliche erwähnungen des nachnamens um 1524 ...das ist schon ne zeit her, damals haben sie noch statt "i" alles mit "y" geschrieben.... so wie z. b. "rabenschrey" jedenfalls, die info fand ich gestern erst mal genial, und die aufzeichnungen stammen, wie sollte es anders sein, aus den büchern auf einer burg! cool ! :) |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nahtod [/i] [B]Im Mittelalter regierten die Inquisitoren des Christentums und es wurden Hexen und Magier verbrannt, altes Naturwissen und die spirituelle mystische Verbindung zur Erde zerstört. Wie kann vor so einem Hintergrund in der heutigen Zeit die Medieval-Szene sich in die Gothic-Szene integrieren wollen? Das Mittelalter wäre die beschissenste Zeit für einen Goth gewesen.[/B][/QUOTE] Der Threadtitel ist - wie viele Themen desselben Urhebers - bewusst zugespitzt formuliert. Einen Widerspruch zweier Musikrichtungen könnte es nur geben, wenn diese Behauptungen oder gar Thesen aufstellten, die man vergleichen könnte. Medieval und Gothic - betrachtet man sie als eigenständige Musikrichtungen - koexistieren miteinander so friedlich wie Salz und Pfeffer oder Topffrisuren und Merkel. Der Threadurheber reichert sein klischeebelastetes Schubladenwissen über Musikrichtungen mit seinen noch dürftigeren Geschichtskenntnissen und Ausflügen in Märchen und Legenden an, um womöglich Streit hervorzurufen. Aus welchen Gründen auch immer. Fazit: Viel Lärm um nichts. Mission failed. |
| Selene71 | Von Musikrichtungen hat er doch gar nix geschrieben.... |
| Vorwärts FDJ! | Der Threadurheber ist nicht mehr anwesend. Kein Grund also, zwei Monate später nachzutreten, wenn er sich dazu nicht mehr äußern kann. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Vorwärts FDJ! [/i] [B]Der Threadurheber ist nicht mehr anwesend. Kein Grund also, zwei Monate später nachzutreten, wenn er sich dazu nicht mehr äußern kann. [/B][/QUOTE] Entscheiden wir selbst. |